Nr. 63
Zweiter Blatt
166. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des DonntagS.
Die „Hietzener Zomillendlatter" werden dem
«Anzeiger* * viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatr für den Krcts Gießen" zweima! wüchemli Die „ran-wirtschafllichen Zeit" krac.> - erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesjen
Mittwoch, !S. Mmz Mb
Rotationsdruck und Verlag der Brü hl'schen Unwersiläls - Blich- und Steindruckerei,
R. Lange, Gießen.
Schriit!eitung,6)eschäirsstelle n.Druckerei: Schul- straße?. Geschäitsstelle n.Verlag: ^^51,Schrift« leitung: e^112. Adresse für Drahtnachrichten.- Anzeiger Gießen.
Die Bagdaddahn im Kriege.
Kvnstantinopcl, 14. März. MTB. Nichtamtlich.) Tie Kammer hat das vorn ^cnat angenommene Gesetz angenommen, ^ c 11 * L* * 0 n ^ auf Grund- des Vertrages vom
14. Februar 191 j zum Bau gewisser strategischer Bahn- l lcchs.prozentigc Vorschuß von 5 00.0 000 Pfund
ans <11 _ 000 erhöht wird und die Zinsen auf 5Vs Prozent herabgefetzt werden. <ycntcr haben Kammer und Senat ein zweites ' o r n 'angenommen, das den am 6. November 1915 zwischen der ^rrnschen Regurmig und der Ba g d a d b a hn g e s e l l s ch a f t abgeschlossenen Vertrag genehmigt: danach stellt die türkische Ne- den Betrag der von Deutschland erhalteneu Vorschuß- -112OOO Pßuud zur Verfügung der Bagdadbahn- gefellschaft: htervvn stellen 1936OOO Pfund ein dreiprozentiges o.arleh7l der türkischen Regierung an die Gesellschaft dar, während
'S?* OOO Pfund zur Schadlos Haltung für die wegen
des Kriegszustandes sich ergehenden übermäßigen Bauspesen zur Verfügung blocht, wobei im Falle der Beeiidigung des Krieges vor der vollständigen Beendigung der Bauarbeiten die Gesellschaft ans atrien 176 000 Pfund mir 1 10 Prozent der Gesamtspesen erhalten tvrrd. '^ie Zahlung der dreiprozentigen Zinsen beginnt mit der Berkehrservstnnng der betreffenden Teilstrecken. Eine Er- lwhung des Zinsfußes tritt ein, wenn die Gesellschaft die Anleihe nicht innerhalb 5 Jahren tilgt. Nach dem Berichte des Staats- ausschilsses bezweckt das Abkommen mit der Bagdadhahngesellschaft eine Befchleuiiignng des Ausbaues der noch übrig bleibenden Teile der Bagdadbahn zwecks Herstellung eines nnunterbrochenen Bahn- verkehrs zunächst mit Syrien: es stellt eine nahezu vollständige Regelimg der :wch schwebend gebliebenen Punkte der Bagdadbahnfrage dar.
Die amtlich gemeldeten Beschlüsse der türkischen Kammer haben Freund und Feind darüber aufgeklärt, in welch erstaunlichem Tempo der Ausbau der Bagdadbahn betrieben foird. Vor allem kommt es jetzt inr Kriege auf die strategi- scheu Zwecke an. Als nächstes Ziel wird in der Meldung aus Konstantiuopel ganz offen genannt: Herstellung eines ununterbrochenen Bahnverkehrs zunächst mit Syrien. Wie rastlos und zielbewußt nrnß in den Kriegsmonaten gearbeitet worden sein, damit, dieses Ziel in nächste Nähe rücken konnte! Mau weiß, daß das alte Hauptgleis, das als anato- lischc Bahn von Konstantiuopel nach Konia und dann als Bagdadbahn nach Aleppo führt, schon am Taurus, tausend Kilometer hinter Byzanz, seine erste Unterbrechung fand. Die alte Paßstraße durch die Kilikischen Tore mußte als Autostraße ausgearbeitet werden, um Bosanti mit Tarsus zu verbinden. Nach kurzer VerbindnngSstrecke, wo zwischen Tarsus und Adana die deutsche Mersina—Tarsus—, Adana—Bahn gebaut wurde, setzte die Bagdadbahu ein zweites Mal aus. Es ist eine an Tunneln und Wegüb erfüh- rungen reiche, lange Strecke. Ist sie fertig, so brauchen die Transporte, die früher vier Tage über den Amanns sich quälten, nur wenige Stunden ohne Umladung von Tarsus nach Aleppo im nördlichen Syrien. Man erinnert sich wohl bet freudigen Mitteilungen aus Konstanrinopel, als im Sommer vorigen Jahres der große Bagdsche-Tunnel durchschlagen wurde. Dieser schwierige, rund 5 Kilometer lange Tunnel durchbricht die Hauptkette des Amanusgebirges und verbindet somit die Bahnstrecke der Kilikischen Ebene mit ?lleppo. An dem Tunnel, dem längsten der ganzen Bagdadbahn, ist seit 4 Jahren gearbeitet worden. Äußer ihm gibt cs noch den Tunnel durch den Kilikischen Taurus, der die Adanck-Ebene und die ganze Südsettion der Bagdadbahn mit der nördlich des Gebirges gelegenen verbindet. Er soll, gleichfalls in einer Länge von etwa 5 Kilometern, als letztes Stück der ganzen Bahn, iit diesem Jahrn fertig werden. Und dann? Dann können Transporte von, Konstantinopel aus glatt über die syrischen und Hedschaslinien bis fast an die ägyptische ©rettse lausen.-* Die Hedschasbahn, als einzige Staatsbcchn der Türkei, von frommen Stiftungen zur Mekkasahrt erbaut, verlaust von Aleppo ab streng südlich. Die neue Querbahn, die von hier aus nach Jerusalem abgeht, ist ebenfalls im Kriege beendet worden. In lvenigen Tagen fährt man bald von Monstantinopel nach Jerusalem in Wagen, die schöner mtb bequemer sind als die des preußischen Bahnsystems, .obwohl sie in — Preußen gebaut wurden. Welche außerordentliche Bedcu- tung diese Verbindung inr Küioge gewinnt, braucht tvohl
Die Wanderbühne im Zeld.
Uns Wirb geschrieben:
'Der lange Schilpengrabenkoieg macht in jeder Hinsicht erfinderisch- Es gilt, die oft über Wochen und Monate sich ,:us- dehuende Untätigkeit durch allerlei Zerstvrilnng und Unterhaltnng zu verkürzem damit Griesgram und Langeweile, die schlimmsten Feinde der Soldaten, an der Front keinen Raum gewinnen. So hat die Heeresverwaltung mit klugem Blick in den Etappen Kiue- mathographentheater eingerichtet, die dem Feldgrauen allerhand Fröhliches aus dem Soldatenleben und erquickende Bilder aus der Heimat vorza'ubern. Gesangs- und Musikvorträge kommen so zienüich, bis in die Fenerlchie, und in der Armeeabteilimg Falkenhausen hat sich! sogar eine Wanderbühne gebildet/ die an der Froirt umher zieht und viel fröhlich an. regende Stunden! schasst. Diese Wanderbühne ist nichts anderes als eine Neubelebung der guten, alten „Schmiere", wie wir sie als .Kinder ber den Jahrmärkten, ans den Dörfern kennen gelernt haben. Sie mußte sich steilich eine straffe militärische Reorganisation gefallen lassen. An ihrer Spitze steht nickst mehr der für alle Schmieren typisch gewordene alte Direktor Striese, sondern ein Regisseur in Feld- gran, der über eine stattliche Truppe von 53 Personen verfügt. So zieht die Büline zur Front. Ein eigener Wagen erzeugt das an len Vorführungen rlotwendige Licht. Die Bauern in den halbzerstörten Vogesendörsern reißen große, erstoimte Angen auf. Gehörte diese neue Feldrinrichtnng auch zum Krieg? Sie. erinnert so sehr^ an glückliche Friedens zeit cit, wo die ganze Familie auf die Meßti ging, um den Fernando oder die Zwerg- imd Riesen-- mensckien zu bestaunen. Tie gaßze übriggebliebene Dorfing-eird ist nrn die Wagen versantmelt, aus denen sich langsam die feldgrau bemalte Bühne entpuppt- .In irgend einem Scbnlsaal, oder wenn keiner mehr vorhanden ist, in einer Scheiode, oder sogar im Freien, mit dem Hkmnrel als Bedachung und den. Bäumen als Kulissen, wird das Theater aufges-chlagen. Ta rühren und regen sich viel geschäftige Hände, die seit langen Kriegsmonaten mehr au Gewehr und Bajonett, als an Hagnner und Beil gewöhnt waren. Ein großes, schwarz weiß-rotes Fahnentuch grenzt den Orchesterraum ab. Für Hunderte von Zuschauern lverden Bänke ausgestellt. Alles ist bereit, bis zu den Programmen, und Eintrittskarten, deren Erlös den Hinterbliebenen der Armee-Abteilung zugirte kommt. Und nun ersteht ein seltsames Bild. Duvch die engen alten
nicht besonders hervorgehoben zn werden Wir enthalten uns auch mit Absichlt jeder Erörterung darüber, welche Kriegsschauplätze die Bagdadbahn heute schon versorgt. Das innigste Gebet unserer Feinde, soweit sie der ^Bahn gedenken, der Kohlenmangel, ist vom Himmel nicht erhört worden. Die Schwierigkeiten wurden spielend überwunden. Kleinasien ist ja an Kohlen so reich. Fast überall im Westen liegen Gruben, und sollten die wirklich versagen, so reicht der verfeuerbare Holzbestand nach dem Urteil der Fachleute zunächst noch für Kehn weitere Kriegsjahre. Gelüstets etwa unsere Gegner, s o lange Krieg, zu führen, so wird die Bagdadbahn bis »dahin gewiß erst recht ans allen Kohlensorgen heraus sein. Schon jetzt, mitten im Kriege, wird eifrig an den Plänen gearbeitet, die auf eiue umfangreiche Kultivierung und Melioration Kleinasiens hinauslausen. Eine Besiedelung mit Deutschen im größeren Umfange wird nicht in Betracht kommen. Kleinasien soll ausschließlich der Türkei verbleiben. Es ist nicht beabsichtigt, Kolonisations- Politik' von Deutschland aus zu betreiben. Eine andere Frage ist es aber, wer die Ratgeber bei der Erschließung und. Besiedelung des Landes feilt werden. Nach dem, was man in der letzten Zeit aus dem Munde führender türkischer Staatsmänner gehört hat, ist cs der Türkei sehr erwünscht, wenn sich hierbei deutsche Fachleute in großem Umsange beteiligen. Zunächst kommen Wasserbantechniker in Betracht, die gerade in Kleinasien ein großes Arbeitsfeld vorfinben werden. Daneben sind landwirtschaftliche Sachverständige, landwirtschaftliche Lehrer, Ingenieure usw. sehr erwünscht, die die Grundlage zu einer intensiven Wirtschafts kn! tur im Lande legen sollen. Neben der rastlosen Kriegsarbeit .also ist schon jetzt jeder willkommen, der an der Bagdad
bahn als einem Werk des Friedens und der Kultur mitwirkt. Auch er hilft die Fiende verdrängen und den Sieg des Vier- bnnds der Mittelmächte vervollständigen.
Aus dem Reiche.
Erhöhung der Margarinepreise.
Berlin, 14. März. (WTB.) Jmolge der Verteuerung der für die Margarineherstellung erforderlichen Rohstoffe wird die weitere Einhaltung der bisherigen Margarine- nutz Speisefettpreise unmöglich gemacht. Ter .Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette hat daher mit Zustimmung des Reichskanzlers die Verpflichtungsscheine der mit den Margarine- und Speisefett-, fabrifeit sowie dem Margarine- und Speisefetthandel vereinbarten Groß- und Kleinhandelspreise für Margarine und Speisefette mit Wirkung vom 15. März 1916 ab wie folgt geändert: Tie Großhandelspreise werden für Margarine ans 1,83 ML., für Speisefette aller Art mit 100 Prozent Fettgehalt, wie Schmalzmargarine, Pflanzenfett, Kunstspeisesett usw. auf 2,15 Mk., die Kleinhandels-, preise für den Margarinebezug der Verbraucher werden bei Margarine auf 2 Mk., bei Speisefetten aller Art mit 100 Prozent Fettgehalt auf 2,32 Mk., sämtliche Preise für das Psilnd berechnet ,erhöht. Durch diese Preisregelung wird den durch den Ver- pflichtnugsschein gebuudeneil Margarinesabriken und deren Ab- inehmern der Verkauf zu den oben genannten Preisen vom 15. März 4 010 ab gestattet, ohne daß eine besondere Bekanntmachung durcl^ den Kwi>egsmlsschuß oder die Äcargarinefabriken zu erfolgen braucht.
Ter Verbrauch von Benzin.
Berlin, 14. März. (Nichtamtlich.) Vielfach wird Benzin znm Preise von 2 Mk. und mehr für 1 Liter oder 1 Kilogramm angeboten. Derartige Preise sind auch unter Berücksichtigung der gegenwär-tigeit Marktlage viel zn hoch.
Zeichnet die Kriegsanleihe?
Viereinhalbprozentige auslosbare Deutsche Reichsschatzanweisungen zu 95
Die Kriegsanleihe ist
das Mertpapier des Deutschen volles
die beste Anlage für jeden Sparer, sie ist zugleich
die Waffe der vaheimgebiiebenen
gegen alle unsere Feinde, die jeder zu Hause führen kann und muß, ob Mann, ob Frau, ob Kind.
Der Mindestbetrag von Hundert Mark, bis zum 20. Juli 1916 zahlbar, ermöglicht Jedem die Beteiligung.
Man zeichnet bei der Reichsbank, den Banken und Bankiers, den Sparkassen, den Lebensverficherungsgesell. schäften, den Kreditgenossenschaften oder bei der Post in Stadt und Land
Letzter Zeichnungstag ist der 22. März
Man schiebe aber die Zeichnung nicht bis zum letzten Tage auf!
Alles Nähere ergeben die öffentlich bekanntgemachten und auf jedem Zeichnungsschein abgedruckten Bedingungen.
Tvrsstoaßen zwischeir ben kaiMnenbespickten Vviesenbergen strömen d-ie Feldgranen zur Wanderbühne. Sie kommen ans der Front, oft müde, mit abgespannten Gesichtern: an den Kleidern imd den dicken Stiefeln hastet nad} die schlammige Erde ans den Schützengräben. Wie große Kinder mit neugierig ungeduldigen Augen nehmen sie ans den Bänken Platz. Tie Mlusik setzt mit einem! fröhlichen Walzer ein, jatf) wie ein elektrischer ^tr.om 1 geht es von Reihe zu Reih^. Ter belebende Tanzrhythmns fährt durch> alle Glieder, die Mtüdigkeit, die Kämpfe sind vergessen. Ter Feldgraue, der vielleicht gestern erst in einem wütenden Mhkampf mit dem Feind gerungen hat, ist nur noch Auge und Ohr für das, was dort auf der Bülme vor sich geht. Er' bestiaunt die Trag-- fähigkrit des Sckfwerg^ewichtskünstlers, die Geschmeidigkeit der Akrobaten, folgt dem dummen August mit schallendem Gelächter durch alle Torheiten und Scherze. Ein Damennachahmer, rin prachtvoll fesches Wrib ans einem bayerischen Larrdsturrnreginuent erntet stürmischen Beifall. Die Männer-Quintetts geben Ernstes und Heiteres und wecken Erirmerimgen ans der Heimat rrnd glücklichen Friedenszriten. Erfrischt urrd. gestärkt kehren die Soldaten nach der Aufführnug irr die Quartiere und an die Froirt zurück. Am folgender: Mvrgerr flieht dann die Wanderbühne weiter, mir rvieder neuen Feldgrauen Freude zu bereiteir. Keine Etappe wird vergessen. Selbst der alter: Soldatensbadt ..... hat das Theater unlängst gedacht. Militär und Zivilisten drängten sich zu den BorstÄlurrgeu, die selbst das Armeeoberhaupt,' Gerreralobcrst von Falkenhausen, nrit srirrer ^kegeurvart beehrte. Nud hier wie draußen ernteten die Mrrsiker und Kürrstier eitel Lob und Beifall.
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— Der jüngste Frauenberuf. Gm: neiter, recht interessanter Frauenberuf hat sich in jüngister Zeit in Kopenhagen entwickelt. Es ist das rin vmr Frauen geleitetes „Wacht büro", dessen Personal gleichfalls durck>aus aus weiblichen Personen l>'- steht. Was ist ein Wachtbürv? Ter ursprüngliche Zweck der Ein- richtrmg ist der, daß Eltern, die über kein oder jedenfalls nicht über ausreichendes Dienstperstmal verfügen, aus eine bloße Mitteilung an das Büro von dort eine zuverlässige weibliche Person zugesandt erhalten, deren .Kenrrzricherr rin blaues Andreaskreuz aus einer rveißen Armbinde bildet und deren Angabe es ist, die. Kinder zn beaufsichtigen, »nährend die Eltern anßerhm.. des Hauses sich befirrden. Diese Bennihurrg loird mit 1 Krone 35 Oere, also etwa 1,75 Mark für die ersten 6 Stirnden bezahlt, lvä'hrend rin
ganzer Tag 2 Kronen und Tag und stacht 3 Kronei: an Entschädigung erfordern. Bei dieser ursprünglichen Ausgabe ist jedoch die neue Gründrmg nicht stehengeblieben. Es zeigte, sich, wie Emma Gad in „Politiken" nrittrilt, daß es nicht allein die Kinder waren, die Bedarf nach den guten Feen des Büros hatten, sondern auch die Alten und die Schwacher:. Schon jetzt schickt das Büro täglich über 60 Tamerr aus, und es sind oft Bedürfnisse der merkwürdigsten Art, für die sie zn sorge.:: l)aben. So übernehmen sie es z. B.. Kinder ins Theater zu geleiten, dienen als Gesellschaftsdamen für Hunde, die FamUien während ihrer Abwesenheit nickt der Diener--, schast anüertraucn wollen, finden sich an Hochzeitstagen rin, um! im Namen des Brautpaares die Gesckente entgegenzr-nehmen, besorgen die Eirrkchrfe für größere gesell schatten an St'lle solcher Hausfrauen, die ihre Nervosität nicht beherrschen können. ^>ie nehmen sich anch in den Gasthösen der Kinder von Durchreisenden au, währeird die Eltern» die Seheirswürdigkeilen der dänischen »airpt-, stadt genießen, vertrmren sie ihre Sprößlinge diesen FürsvMi dame:: an. Anch ältere Damen kineneu sich ihrer Hilfe äns ihren Wegen zur Bank, um sich vvn ihnen be: der Abwickelung :hrer Bankgeschäfte unterstützen zu lassen. .Kleine Kinder imrden von kr Schule abgeholt und alte schtvache Pensionäre werden von ihnen aut ihren Spaziergängen begleitet. Wie Es diesen Angaben erhellt, ist der Wirkungsberrich der neuen Gründmzq bereits sehr ansgebrertet und inannigfach. ^-atürlich muß die Wahl der in den Dienst des Büros zn stellenden Frauen mit großer Vorsrcht erfolgen: Takt und Liebenswürdigkeit sind Eigenschaften, ke vor allen ankeren unentbehrlich sind. Nickt weiuger als 700 Ko Yen Hag eu erinnern .haben sick diese Eigenschaften zue.'trant: so vrele Damen der gebildeten Stände haben sich nämlich bei dem Büro als Anwärterinnen gemeldet. Die Riehrzahl davon gebürt nach eigene:: Angaben zu denen, die nicht ganz mittellos sckd, aber dock einen Nebenverdienst gut brauchen können. Frm: Gad spricht die Hoffnung aus, daß diese Einrichtung die Haicklmbe zur Verminderung des feste:! Dieustpersmmls bieten körmte. Ein „HaussrÄllein", eine „Gesellschaftsdame" oder „Stütze" — oder wie man die Trägerin derartiger Obliege::beiten mm it ernten möge — bildet ia für rineu Hausstand, besonders in dieser Zeit der Teuerung, eine en:psindliä-e Belastung, und sie kann sichen leichter entbehrt werde::, »nenn man int Bedarfsfälle von demi W'achtbnro sich sämell, zuverlässig »und 'verhältnismäßig bMg Aushilfskräfte für bestimmte einzelne Zwecke sichern kann.


