daLenmangek ist fcT)t groß. Fm Parlament wird offen ctltäxt, daß die Stärke gewisser 0>efechtseinheiten nicht aufrecht erhalten wird. Es ist notorisch, daß die Depots der Reservebataillone nicht so stark sind, wie sie sein sollten.
ASqnith nnd Kitchener.
Haag, 29. März. (WTB.) Der „Nieuwe Courant berichtet aus London: Ford Kitchener wird Asguith nach Rom' begleiten.
Der deutsche Bazar in New Z-ork.
New Pork, 29. März. (WTB) Durch Funkspruch von dem Vertreter des Wolfffchen Bureaus. Der deutsche Basar wurde gestern mit eindrucksvollen Feierlichkeiten geschlossen. Die gestrigen Einnahmen beliefen sich auf 100 000 Dollars, die Gesamteinnahmen auf 730000 Dollars.
Der Seekrieg.
London, 29. März. <WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur I meldet: Ter britische Dampfer „Eagle Point" (5222 | Tonnen) ist gesunke n. Die Besatzung wurde gerettet.
London, 29. März. (WTB. Nichtamtlich.) DasNeuter- lsche Bureau meldet aus Har wich vom 27. März: Die Besatzung des dänischen Dampfers „Har riet" (1372 j Tonnen) ist heute nachmittag hier eingetroffen. Der Kapitän berichtet, daß der Dampfer auf eine Mine ge- .laufen sei. Das Schiff soll gesunken sein.
Berlin, 30. März. Verschiedenen Blättern zufolge wurde der auf Erkundigungen ausgesandte bewaffnete französische Kutter „Ginette" bei Korfu von einem Untersee- i boot oder durch eine Mine versenkt. Von den 37 Mann i der Besatzung kamen 20 um.
Dm ui den, 29. März. (WTB.) Ein eingelcmsener Fischdampfer berickMN, das; er am 27. März morgens aus 55 Grad 30 Minuten, nördlicher Breite und 6Grad 18 Minuten östlicher Länge einen englischen Zerstörer mit drei Schornsteinen, der den Namen „Medusa" trug, verankert anfgesunden hat. Der Bug des Zerstörers war eingedrückt: auf dem Deck lagen viele Trümmer umher; das Hinterschiff, wo die englische Flagge wehte, war im Versinken; die drahtlose Einrichtung war in Ordnung. Der Zerstörer war mit vier Torpedorohren aus gestattet, von denen zwei UTrabgeschossene Torpedos enthielten. Die Mannschaft hatte das Schiff verlassen.
' Amsterdam, 29. März. (WTB.) Ein hiesiges Blatt berichtet, daß der P a s s a g i e r d i e n st zwischen Folke ft o n e und D i e p p e vorläufig eingestellt ist.
„Greif" feuerte seine Torpedos auf Den „Anires" ab, uno afe ein dritter Hilfskreuzer erschien, war es mit dem deutschen Schiffe bereits zu Ende.
London, 29 .März. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität weist darauf hin, das; der englische Bericht über den Luftangriff auf Schleswig-Holstein die Angabe enthielt, daß zwei, und nicht zehn Deutsche bewaffnete Vorpostenschiffe ge- funken seien. Betreffend den Untergang des „G reif" betont die Admiralität, daß sie nicht erklärt hat, der „Greif" habe unter norwegischer Flagge gefeuert, sondern er habe über die norwegischen Farben hinweggefeuert. Endlich wird erwähnt, daß der britische Bericht, demzufolge das deutsche Schiff gefunken sei, nach deutscher Auffassung unwahr sei, da angenommen wird, der „Greif" habe sich selbst in die Luft gesprengt. In diesem Zusammenhang wird darauf h-ingewiescn, daß die Deutschen selbst in einem drahtlosen Bericht bestätigt haben, daß die Gefangenen, me auf dem „Greif" gemacht sind, von jeder Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten seien. Die Nachricht der Deutschen kann deshalb nicht von einen: Mitgliedc der Besatzung des Schiffes stammen.
Aus dem Nelche.
Zum U-Bootkrieg.
Haag, 29. März. (Zf.) Das Ministerium des Aeußern gibt bekannt, daß die deutsche Regierung durch den Gesandten im Haag dem Ministerium des Aeußern folgende Erklärung abgegeben habe:
An den von der kaiserlichen Negierung für den Unterseeboots^ krieg angenvmmeiicn Grundsätzen sind, abgesehen von einer- klareren Auseinandersetzung ddr deutschen Vorschrift bezüglich der ' Behandlung der bewaffneten Kauffahrteischiffe, die bereits den neutralen Regierungen nntgeteilt worden ist, keinerlei Aenderungen eingetreten. Bor allen Dingen haben die deutschen Streitkräfte zur See noch iinmer die strengsten Befehle, sich durchaus jeden Angriffs auf neutrale Schiffe zu enthalten, wenn diese Schiffe sich nicht durch die Flucht einer Untersuchung zu entziehe:: suchen oder Widerstand leisten.
Ueber die von der niederländischen Regierung abgegebene Erklärung, wonach der „Palembang" durch Tor- lpedierung zugrunde gegangen ist, liegen Kommentare in iden Blättern nur vereinzelt vor. Der Haager „Nieuwe Courant" sagt: „Der „Palembang" wurde getroffen und (sank dicht vor einem englischen Torpedoboot, das im Begriffe jtryax, eine los gerissene Mine in den G-rund zu schießen. Da man von dem „Palembang" den weißen Streife::, also die 1 Bahn des Torpedos, direkt vor dem Bug des englischen Torpedobootes hinlaufen sah, so glaubt man, daß der zweite .oder dritte Schuß ei^ntlich für diesen englischen Tor- jpedojäAer bestimmt war und daß der „Palembang" ,nur unglücklicherweise getroffen worden ist. Der ganze Vorgang ist ziemlich kompliziert, aber die Vermutung wird hervorgerufen, daß der Täter ein deutsches Unterseeboot gewesen ist. Das einzige, was wir mit Sicherheit wissen, ist, daß die Route nach England selbst für unschädliche neutrale Schiffe vollständig unsicher geworden ist." (Frkf. Ztg.)
Sine neue Auseinandersetzung mit Amerika.
Washington, 29. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Staatssekretär Lau sing teilt mit, daß der amerikanische Botschafter in Berlin beauftragt worden ist,' bei der deutschen Regierung anzu fragen, ob ein deutsches Unterseeboot die „Sussex und den „Englisman" torpediert hatte.
. ??lbington 29 März. (WTB. Nichtamtlich.) Funk- spruch des WTB. Dre Alliierten haben einzeln auf den Vorschlag Lansings betreffend die Entwaffnung aller schiffe geantwortet und lehnten diesen tatsäch- lrw ab Die Vereinigten Staaten werden alsbald zur Information aller Natw:ien euren umfassenden Bericht über ihre Stellungnahme mr Führung des Unterseebootkrieges und die Bewaffnung der Kauffahcer zu Vecteidigungszwecken abfassm. Es wird wahrscheinlich ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet. Diese Verlautbarung, dre unter sorglicher Beachtung aller von beiden Teilen der «iroparschen .Kriegführenden geltend gemachten Ansprüche vor- berertet wird, wird als Richtlinie für die anrerikanische Regierung der den künftigen Verhandlrmgen dienen. Es wird erklärt, daß dre Verewigten Staaten unabänderlich ihre bereits ausgestellter: Grundsätze vertreten Man glaubt, daß die Verlautbarung eine Grundlage für völkerrechtliche Bestimmungen nach dem Kriege lreserii nnrd, dre sich auf den Gebrauch der Unterseeboote im Seekriege beziel)!en. Während seiner Abwesenl)eit von Washington a Aer großen Anzahl ihm zugegangener An-
^b^^betreffend dm Tauchboote und bewaffnete Kaufsahcer be-
Zum Unteegang des „Greif".
Amsterdam 29. März. (WTB.) Einem hiesigen Blatte zufolge erfahrt bxe „Times" ans sehr guter Quelle Einzelheiten über den Untergang des „G r e i f". Er war ein großer, hoch aus dem Wasser ragender Dampfer, der die norwegische Flagge führte. Alles machte den Eindruck daß man es mit einem neutralen Schiff zu tun habe, wie'man haung zwischen den Shetland- und Farör-Jnseln trifft. Die „Alcantara" hielt das Schiff an und ragte nach feinem Bestimmungshafen; sie erhielt die erwartete Antworl. Hierauf wurde e:n Boot niedergelassen und ein Offizier zur Untersuchung des Dampfers entsandt. Während V? dem Dampfer näherte, offenbarte sich plötzlich
der wirkliche Charakter des Fremdlings. Die Maskierung wurde abgenommen, und die Kationen eröffneten das Feuer Obwohl die „Aleantara" so überrumpelt worden war beantwortete sie das Feuer sofort. Nachdem die Deutschen ein Torpedo abgefeuert hatten, wurde die „Alcantra" von einer Granate getroffen und des Steuers beraubt. Da tauchte ein anderer Hilfskreuzer mit Namen „Andes" aus, und dies benahm dem „Greif" jede Möglichkeit, zu entkommen. Die Granaten fegten über das Deck des deutschetl Schiffes, so daß ld:e Bemannung die Kanonen im Stich lassen mußte. Der
Die Ausschüsse des Reichstags.
, Berlin, 29. März. (WTB.) Der St e ner a ussch u ß des Reichstags hielt heute seine erste Sitzung ab. Zum Vorsitzenden wurde dex sozialdemokratische Abgeordnete Grad- flauer gewählt. An erster Stelle werden die Verl'ehrs- teucrn, vor allen die mit den Post- und Telegraphengebüb- ren zu erhebeiide außerordentliche Reichsabga.be beraten. Drc nächste Sitzung findet am 30 März statt
Berlin, 29. März. (WTB.) Der Ha u p t a u s s ch u s; des Reichstages setzte heute die Beratiing des Etats der Auswärtigen Angelegenheiten in Airwesenheit des R e i ch s i a n z l e r s , der Staatssekretäre und Vertreter aiiderer Ressorts fort. Die Verhaiidlungen waren wiederum streng vertraulich; sie werden voraussichtlich heute zu Eiide geführt werden.
Berlin, 29. März. (WTB. Nichtamtlich.) Im B u d getausschuß des Reichstages wurde heute die Be jprechung der U - B o o t - F r a g e fortgeführt Von sänit lichen Parteien wurden sehr eingehende Aussührungen ge macht, in welchen die Anschauungen der'Antragsteller aller Richtungen bis ins kleinste zum Ausdruck kamen. Der Reichskanzler und der Staatssekretär des R e i ch s m a r i n e a m t e s nahmen erneut das Wort. Dazu kamen längere wirtschaftliche Darlegungen des Reichsschatz s e kr e t ä r s. Es wurde allgemein anerkannt, daß die Mitteilungen der Reichsregierung die zur Besprechung stehenden Fragen außerordentlich offen und vertrauensvoll behandelten. Die Erörterung, die sich an diese Mitteilungen anknüpste, erstreckte sich über das gesamte Gebiet der wivt- schastlichen und politischen Fragen und zog das militärische Moment, soweit tvie es zur Klärung der Ansichten erforderlich war, heran. Die Vertraulichkeit der Erörterungen und die ihnen zugrunde liegenden Regierungserklärungen schließen nähere Mtteilungen für die Oeffentiichkeil aus. Hervorgehoben wurde von dep Mitgliedern des Ausschusses, daß den Antragstellern feder Eingriff in die Komm andvge Walt ferngelegen Habe. Der Reichskanzler erkannte die patriotischen Motive der Antragsteller ausdrücklich an. Die garize Erörterung in der Kommission war von einem entschlossenen vaterländischen Geiste getragen. Darüber, daß der Krieg zur See mit für die erfolgreiche Durchführung des Krieges wirksamsteil Mit- teln zu führen ist, herrschte volle Einigkeit. Die Verhand- lungen der Kommission nahmen einen Verlauf, der die allgemeine Zuversickst in den Erfolg unserer Waffen stärken wird. Vor der Bertaguiig sprach der Vorsitzende unter Zustimmung des Ausschusses dem Reichskanzler den Dank ür die Mitwirkung an den Verhandlungen aus.
Die Reichsstelle für Fleifchversorgung.
Berlin, 29. Marz. (WTB) Dem „Reichsanzeiger" zufolge wurden bei der Reichs stelle für die Ver- orgung mit Vieh und Fleisch (Reichssleischstelle) ernannt: zum Vorsitzeiiden des Vorstandes der Unterstaatssekretär im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, Dr. Gäppert, zum ersten stellvertvetenden Vorsitzenden des Vorstandes der Ministerialrat im bayerischen Ministerium des Innern, Edler von Braun, zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes der Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Landwirtschaft, Doniänen und Forsten, Dr. Gras von Keyserling, zu Vorstandsmitgliedern: Geh. Oberregierungsrat Dr. Jung, Vortragender Rat im Reichsarnt des Innern; Regierung-Sund Landes-Oekonomierat Burckhardt im Preußisck)en Ministerium für Landwirtschaft, Domänen uno Forsten; Bankdirektor H a r t m a n n, Geschäftsführer der Zentralstelle für die Heeres Verpflegung.
Aus Stutzt untz Land.
Gießen. 30. März 1916.
Kriegsarbeit in Gießen.
XIX.
Frauenbund der deutschen Kolonialgesettschast Abteilung Gießen.
Seit Frühjahr 1915 hat der Frauenbuiid der Deutschen Kolon:alg e se l lschas t, Abteilung Gießen, sich die Aufgabe gestellt, Bücher und Zeitschriften an die Front, in Feldlazarette und Gesarigeirenlager hinauszusenden Die stets bereite Opserwilligkeit seiner Mitglieder, sowie der Grestener Bürgerschaft, hat sich auch hier wieder bewährt Ebenso sei der hiesigen Buchhändler gedacht, die in bereitwilligster Weise Bücher zur Verfügung stellten Als besonders zur Versendung geeignet erwiesen sich die leicht- gebundenen Schriften der „Bücherei für Schützengraben und Lazarette", die in handlicher Form Ausgaben von Werken erster Schriftsteller bieten. Fast jede Woche fanden sich einige Vorstandsmitglieder zusammen, die unter Leitung der Vorsitzenden der Abteilung Gießen, Frau Oberst Schim m elfe uni g, die Bücher einteilten und verpacken Besondere Vorsicht in der Auswahl erforderten die Sendungen in die Gefangenenlager in Feindesland, da es der Zensur wegen nötig ist, die Bücher ängstlich auf ihren etwa militärischen oder politisck)en Inhalt zu prüfen. DieAdressen wäre:: von allen Seiten zur Verfügung gestellt worben.
Zahlreiche Dankschreiben brachten den Bemühungen des Vereins warme Anerkennung entgegen Und legten Zeugnis ab, wie tvertvoll manchem die dadurch erzielte geistm-e Ablenkung von der entsetzlichen iEindönigjkeit des Stellungskrieges im Schutzeirgxaben wurde. Die Gefangenen empfinden es besonders wohltinmd, daß man in der Heiirmt ihrer in dieser Weise 'gsdimkt nwb dcch s« durch die wistioe Anregung für eine Zeitlang de« Nichtstun, zu de« sie vor- urteilt sind, mrd den trüben Grauten über ihr hartcis Schicksal entrissmi werde::. Mcht ar»ders in den Feldlazaretten, in deren Namen gewöhnlich der Chefarzt
aiu, und hausig dabei erwayni, wi^ schädig Bucher-
, 'Ladungen begrüßt werden und wie erwünscht sie-sind.
Der B ü ch e r b e st a n d ist allmählich zusammenge- schniolzen, doch die reichliche Zuwendung von Zeitschriften wie z. B. Gartenlaube, Daheim, Belhagen und Klasings und Bestermanns Monatshefte, die „Woche", Illustrierte Zeitung, Kolonie und Heimat, Familienblätter des Gieße- n e r Anzeiger, Hessisches Sonntagsblatt und aridere — machen es möglich, daß auch jetzt noch allwöchentlich Sendungen abgehen köiinen. Diese Zeitschriften, selbst ältere Jahrgänge, sind besonders in den Lazaretten sehr will- Sommen, da sie jedem etwas'biete:: und die leicyten Hefte von den Kranken ohne Anstrengung in der Hand gehalten werden können.
Im ganze:: kamen bis jetzt zur Versendung:
41 5-.Kilo»Pakete nach Gefangenenlagern,
54 5-Kilo-Pakete nach Lazaretten,
182 Einzelpäckchen an die Frorit.
Es sei noch erwähnt, daß mit ganz geringen Ausnahmen ore Pakete in den entferntest gelegenen Gefangenenlagern :n Frankreick) ur:d England richtig cmgekommen sirrd.
Ueber all den: hat der Verein selbstverständlich seine Ligentliche Aufgabe, die Sorge für unsere Frauen in den Kolonie n, nicht vergessen und hat nach Möglichkeit jich an der Hilfe für in Deutschland weilende 'Ansiedler beteiligt. Auch hat die hiesige Abteilung der Zentrale '>00 Mark für die sogenannte „Fr a u e n b u nd s p e nd e" "'verwiesen, damit die Ansiedler, die durch den Krieg ihr ab und Gut verloren haben, oder in ihrem Besitz geschädigt worden sind, später kräftig uiiterstützt werden können. We..
*
, . ^ ö e r st len t n a n t Georg Gro ß m an n, früher
beim hiesigen 116. Jnfanterie-Regimeiit, ist am 25. März beim Verlassen seines Unterstandes gefallen. Die Garnison verliert in ihm einen sehr geschätzte:: und sehr beliebten Ossizier, der sich durch echte Kameradschaftlichkeit aus- zeichncte. Oberstleutnant Großmann wurde im Kadettenkorps erzogen, trat im Regiment in Neiße ein, kam bald zum ^nsanterie-Regiment Nr. 116 und hat über 30 Jahre hier :n Garnison gestanden. Bei Kriegsausbruch rückte Oberstleutnant Großmann mit seinem Regiment Urs Feld, ni!ach>te u. a. das Gef-eck)jt bei Anlois mit und wurde dann, wie svir früher unter Hervorhebung seiner sympathischen Persönlichkeit schon mrtteilten, zum RegimenLs-Kommaii- deur des Westpveußifchen Füsilier-Regiments Nr. 37 ernannt. Oberstleutnant Groß^rnann war Ritter des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse, der hessisck-en TapserkeitSmedaille und anderer Orden.
Militärische Ausbildung der Jugend. Am Mittwoch der vorigen Wock>e wurde geturirt und bajonettiert. Am Sonntag rückten die Kompagnien zu einem größeren Marsch mit anschließender Uebung ans. Um 3/49 Uhr begann der Uebungsmarsch bei frischem, aber trockenem Wetter über Rödgen, Großen-Buseck, Bersrod nach Winnerod. Hier wurde von 12—2 Uhr abgekocht. Daran schloß sich eine rnteressante Uebung gegen die Grünberger ^ungwehr. Diese hatte den Wirberg besetzt. Den Gießener Jungmannschaften war die Aufgabe gestellt, diesen Berg zu nehmen. Beide Jnngwehren entledigten sich ihrer Aufgabe gut. Um yA Uhr konnten jie, nachdem von den Führern beider Griippen BegrüßungsansprackZen gehalten worden waren, nach Göbelnrod abmarschieren, wo noch ein flotter Vorbei:uarfch erfolgte. Um 5 Uhr kel)rten die hiesigen Jung- mannen mit der Bahn zurück. — ^tm letzten Mittwochabend wurde iiach den turnerischen und Bajonettierirbungen die letzte Uebung besprochen. —1 Der nächste Sonntag ist vollständig frei. An diesem Tag findet in Friedberg der 2. ober- hessische Fül)rertLg statt.
** Schule und Kriegsanleihe. DieGroßh. Direktion der Oberrealschule teilt uns mit: Den Mitteilungeiii über die Schülerzeichnungen ans die 4. Kriegsanleihe ist noch nachzutragen, daß an der Oberrealschule außer den 2589,25 Marl auf Kriegssparkasse noch 22 600 Mark in ganzen Hun- derteii gezeichnet wurden. Damit sind an der Oberrealschule bei der 3. und 4. Kriegsanleihe zusmnmen 50 400 Mark gezeichnet worden. — Ferner betätigten sich diesmal mehrere Schüler als Werber für die Anleihe auf dem Lande. Das Ergebnis ihrer Tätigkeit waren 136 500 Mark; darunter befände:: sich 80 Einzelzeichnungen unter 1000 Mark.
** Land schaftsbilder vom ö st erreich: sch-italte-
nischen Kriegsschauplatz. Wir machen an dieser Stelle noch einmal aus das interessante Thenra aufmerksam, über das Geheimer Regierungsrat Arnold, der Vorsitzeirde der Sektion Hannover des T. u. Oe. A.-V., am Samstag abend in der Neuen Aula sprechen wird. Ter Redirer hat sich die edle Aufgabe geteilt, durch seine Vorträge für das Rote Kreuz und die Kriegs- für sorge Gelder auszrchringen. Es steht ihm Für Vorführung seiner Lichtbilder die reiche Auswahl der vortrefflichen Diapositive des T. tu. Oe. A.-V. zur Verfügung. Älls Redner gewandt i:nd als einer der besten Alpenkenner bekannt, wird er sicherlich Interessantes zu bieten wissen. Mit 100 Lichtbildern wird er uns die Gegenden der jetzigm Kriegszone vorsührcn, vom StUfser Joch südlich bis zum Gardasee und östlich durch das Suganatal über Primör und Campitello nach Cartina. zum Kreuzberg- und Plöckeiipaß und weiter über Pontafel und Raibl in das Jsonzotal bis hinab nach Görz und Triest. Ter Vortrag wurde schon in vielen Städten mit großem Beifall ausgenommen.
Aufruf der jüngsten I a h r e s k l a s s e des nicht- gedienten Landsturms 1. Aufgebots (Geburtsjabr 1899). Nach einer Bekanntniachnng tm Anzeigenteile hat sich jeder, der bis zum 31. d. Mts. 17 Jahre alt wird, am 1b. April bei der Bürger- ineisterei seines Allsenthaltsortes zur Stammrolle anzumelden, und wer nach dieser Zeit 17 Jahre alt wird, hat sich am 1b. des auf den Geburtsinonat folgenden Monats anzumelden. Befreit ist, wer sich bereits angemeldet hat. Nichtanmeldung hat Bestrafung zur Folge.
Der Städtische Seefischmarkt beginnt heute, Donnerstag, den 30. März 1916, nachmittags 3 Uhr in den Marktlauben.
Kreis Schotten.
csa Ober-Lais, 29. März. Seit September 1914 galt der Wehrmann Karl S e i m von hier als vermißt. .Kürzlich erhielt nun seine Frau die Nachricht, daß Karl Seim lmit Meldung der Qmllkfjeu Liste von Frankreich aus dem Schlachtfelde bei Vitry- Le-Francois gestorben sei. Jetzt sind noch vier Krieger von hier als verurißt genreldet. — Pionier Karl Bach. Soh,: von Gustav Bach,, wurde ircit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Mit ihm ist der dritte Krieger unserer Gemeinde ausgezeichnet worden.
qu St ein borg, 29. März. Durch Lehrer Langer wurden durch die Schicker wiferer kleinen Genreinde 460 Mark für die 4. Kriegsanleihe gezeichnet.
qu G l a s b ü t t e n , 29. Mäkz. Neben vielen anderen Gemeinden des BsgeMierges hat kürzlich auck,> imstre Gemeinde hmiptsächlick) für die F r ü h j a h r s b e ft e l l n n g russische Kiüegs- gefangene erhalte::. — Die hiesigen SckEiiber ^chneün: ans Anregimg unseres Lehrers Weber zur 4. Kriegsanleihe 640 Mk.
qu Aus dem südlichen Vogelsberg, 29. März. Der im allgeir«inen gelmde verlwusene Winter bat einen ausge- zeichneten S a a t e n st a n d gezeitigt. Der Stand des Mntcr- getreDes, des Weizens und Roggeits, ist in den Gemarkiuigen un- strcr Gegend so gut und giinstig. daß er besser nicht gewünscht werden kann. Wöge ims der Himmel auch in diesen: Jahr toieder eine reiche :md gute Ernte bascheren.


