Ausgabe 
28.3.1916 Erstes Blatt
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draebeten Punkte dicht an die deutsche Küste von leichten Kreuzern und Torpedozerstvrern eskortiert. DreiWasser­flugzeuge werden vermißt. Die ZerstörerM e - Lusa" undLaverock" hatten Kollision; es wird be­fürchtet, daß dieMedusa" infolge des stürmischen Wet­ters dieser Nacht verloren gegangen ist; aber es Besteht keine Beunruhigung über das Schicksal der Besatzung

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Unsere Zerstörer versenkten zehn bewaffnete deutsche . Bisher ist keine Einzelheit Wer die Ergeb-

Kätrouiklenboote._..

uifse des Angriffs eingegangen; aber aus den Meldungen der dänischen Blätter scheint hervorzugehen, daß dieser .seinen Zweck erfüllt hat.

m Berlin, 27. März. (WTB.) Zu der amtlichen englischen ^5?st^üluyung über den Fliegerangriff auf die holsteinische Westküste vom 25. März, in dem behauptet wird, daß von den englischen Torpedobootszerftörern zehn deutsche bewaffnete ^?.?^?^Ellenbvote versenkt worden seien, erfahren wir an zuständiger Stelle, daß diese Behauptung unzutreffend ist. Wie m dem amtlichen deutschen Bericht gemeldet wurde, sind zwei aus Vorposten befindliche deutsche bewaffnete Fischdampfer verloren gegangen.

Der Seekrieg.

Verstärkter U-Bootkrieg.

Berlin, 28. März. In verschiedenen Morgenblättern findet stch die angeblich aus glaubwürdiger Quelle stammende Mitteilung daß 'die englische Regierung mit steigender Besorg­nis die Tätigkeit der deutschen Unterseeboote ver­folge, weil sie dagegen kein taugliches Mittel gebrauchen könne.

London, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der französische DampferHebe" wurde versenkt. Bon 18 Mann der Besatzung wurden zehn gelandet. Tier Rest dürste von einem vorüberfahrenden britischen Dampfer ausge­nommen worden sein.

Ter britisch DeampferArne" ist versenkt wor­den. Tie aus sechs Offizieren und 17 Mann bestehende Besatzung wurde gelandet.

Der britische DampferKha rtUm" aus Hüll wurde versenkt. Zwei Ueberlebende wurden aufgefischt. Man glaubt, daß die übrigen neun Mann der Besatzung ertrunken sind.

London, 27. März. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter britische DampferM inn eapolis" der At- lanttc Transport Company (13 543 Bruttotonnen), ist versenkt worden. 11 Personen wurden getötet.

London, 27. Mürz. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Es stellt. sich heraus, daß der Dampfer Mr nne a polis" am 25. März im Mittelmeer versenkt iourde. Zehn von den Getöteten sind Engländer.

London, 27. März. (WTB.) Lloyds meldet aus Dover:

englische DampferSaint Cecilia" ist versenkt wor den; die Besatzung wurde gerettet.

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A m st e r d a m, 27. März. '(WTB. Nichtamtlich.) DemHan- delsblad" wird aus Rotterdam telegraphiert: Ter Dampfer Duiveland", der mit Balast von London nach Hüll unter­wegs war, ist ge funken. 17 Personen wurden gerettet und in Sheerneß gelandet.

London, 27. März. (WTB.) Meldung des Reuterschen Buremls: Es wird bestätigt, daß sich 25 Amerikaner an Bord loerSussex" befanden, von denen noch 8 vermißt werden.

London, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die amerikanische Botschaft teilt mit, daß alle Amerikaner von dem DampferSussex" gerettet wurden; einige seren verwundet.

hessischer Staatsvorauschlag und Erste ttammer.

Der Fmrmzausschuß der Ersten Kummer hat Endp vori­ger Woche seine Beratung über kden nsuen Gtaatsvoranschlag beendet und seine Beschlüsse in üblicher Weise in einem gedruckten Ausschußbericht niedergelegt, der soeben den Mit­gliedern der Kammer übermittelt morden ist. In der all­gemeinen EinWtung wird zunächst darauf hingewiesen, daß infolge der wesentlichen Veränderungen in den Bezügen aller Beanrten und Lehrer der Voranschlag ein anderes Bild zeigt, als sein Vorgänger, indem jedes Kapitel und nament­lich diejenigen, bei denen die Bezüge besonders vieler Beam­ten verrechnet sind, eine bedeutende Erhöhung in den Aus­gaben erfahren haben. Hierzu kommt noch der Einfluß des Krieges, demzufolge wichtige Einnahmequellen des Staates erheblich herabgesetzt, an einzelnen Stellen auch neue Aus­gaben notwendig wurden.Freilich zeigt das Bild des Vor­anschlags kern einheitliches Gepräge, denn bei manchen Kapiteln ist rn jeder Hinsicht, insbesondere durch Einstellung geringerer Einnahmebeträge, auf die Einwirkung des Kri^ Z5.s ^Acksicht genommen, während andere Kapitel ohne Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse veranschlagt sind, aller- dinas meist, wie bei der Landesuniversität und der Tech­nischen Hochschule, mangels weiterer zuverlässiger Unter- lagen. Der Bericht weist dann auf oie Steuererhöhuna vom ^ahre 1910 hin, die in den folgenden Jahren durch die zu viel erhobenen Steuern in den beiden Restefonds Ueber- schusse ansammelte, welche alsdann eine wertvolle Rücklage für die Besoldungsvorlage brachte und durch die weitere Vermogensansammlung auf dem Lande eine erwünschte Stutze in den Finanzgeb ährungen während des Krieges, boten. ö

Nach einer Übersicht über btn Bestand dieser Fonds wird dann betont, daß der Finanzausschuß der Zweiten Kammer in dankenswerter Weise den Voranschlag eingehend geprirft und verbessert habe, und daß der berichtende Aus smuß allen begründeten Anregungen, die auf eine Entlastung abzielten gern seine grundsätzliche Zustimmung gab. Die Sparsamkeit nt dem Staatshaushalt der Jetztzeit sei mehr denn je geboten, besonders ließen die Anforderungen des Reiches und der Kommunen die größte Zurückhal­tung auf jedem Gebiete des staatlichen Le­bens notwendig erscheinen. Aus diesen Erwägungen heraus kann der Ausschuß auch organisatorische, Mehrkosten verursachende Veränderungen in der Verwaltung während des Kriege, wie sie die geplante Trennung der dritten

?urch Abtrennung der Abteilung Landwirtschaft darstellt, nicht billigen. Der Freilassung der ^unteren Steuerjtusen von der Steuererhühung hat der Aus- ichun zugestimmt. ^ 119

Der FinaMausschuß begründet dann seine Steltuna- nahme zur Erhöhung der Vermögenssteuer und wiederholt oft gestellte Forderung einer gerechten und gleichmastigen Belastung der-verschiedenartigen Vermögens­werte im Lande. Zu dem Antrag Ulrich wird u a bemerkt oay die Progression rn der Einkommensteuer bereits in Heuen gegenüber den Normalsätzeu anderer Bundesstaa­ten, besonders Preußen, eine bedeutend höhere sei (ATfe schon kapitalkräftige Steuerzahler nach Nachbarstaaten ver­zogen. Der L>atz der hessischen Vermögenssteuer sei mit Ausnahme von Baden der höchste aller Staaten Zu den Antrag Henrich wird u. a. auf die verschiedenen Ärteir in bn Steuerfestsetzung in Preußen und Hessen hingewiesen

^ st!.7ll,:en vorm'schlagenen Kriegssteuern sollen nur *>-> u °- m aus Die Demobilmachung folgenden Jahre er-^

hoben werden, und^ alsdann wieder die gesetzlichen Nor­malsätze eintreten.In Hessen wird der Steuersatz jeweils im Finanzgesetz für stets nur ein Jahr bestimmt. Nach! den Erfahrungen sind die in einem Jahre belvilligten Steuer­sätze noch niemals im folgenden reduziert worden. Es wäre deshalb bei Verwirklichung des Antrags zu befürchten, daß diese in Preußen für die Kriegszeiten bewilligten Steuersätze in Hessen zu einer D a u e r st e u e r werden Gegenüber dieser im Antrag gewünschten Steuerstasfelung muß sich entschieden verwahrt werden." Der Bericht stimmt zrim Schlüsse im vollen Maße der Großh Regierung in dem Satze zu, worin sie gegen jeden Zugriff des Reiches auf die direkten Steuern Widerspruch erhebt.

Eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Beschlüssen der Zweiten Kämmer und denen des Ausschusses der Ersten Kämmer besteht eigentlich nur beini Etat des Ministeriums des Innern über die schon erwähnte fünfte Ministerial­rats stelle. Die Zweite Kämmer hat zwar die angeforderte Stelle gestrichen, aber unter grundsätzlicher Anerkennung! der Notwendigkeit von der Trennung der Arbeitsgebiete Livischen Landwirtschaft einerseits und Handel und Gewerbe .!andererseits beschlossen, die Regierung zu ersuchen, die ä T rennung der genannten Arbeitsgebiete zu vollziehen, die Geschäfte eines neuen Ministerialrats jedoch bis zum ersten Friedens-Voranschlag provisorisch verwalten zu lassen.

, Die Mehrheit des berichtenden Ausschusses lehnt jedoch I rede Organisationsänderung während des Krieges ab und J deshalb beantragt sie auch die Ablehnung des vorstehen-' den Ersuchens der Zweiten Kammer.

Beim Kap. Gymnasien usw. hatte die Zweite Kam­mer beschlossen, die Regierung aufs Neue zu ersuchen, die Zu- sammenlegung der beiden Darmstädter Gymnasien alsbald J2 r Wege zu leiten. Diesem Ersuchen beantragt' der Aus­schuß, nicht beizutreten, soicdcrn nur das Ersuchen für den r^all zu stellen, daß die dermalen geringe Schülerzahl anhält oder sich noch verringern sollte. Anstelle des Antrags Münch über die Kriegsprimaner will der Ausschuß die Regierung ersuchen, Einrichtungen zu treffen, daß den betreffenben Kriegsteilnehmern die Ablegung der Reifeprüfung nach Mög­lichkeit erleichtert werde.

.deiin Kap. 116, Verhältnis zum Reich, hat der Ausschuß (Berichterstatter Exz. Frhr. Hehl zu Herrnsheim) be­schlossen, in der Voraussetzung, daß auch bei den anderen deutschen Bundesstaaten eine Beschränkung in dem diploma­tischen Verkehr mit ausländischen Mächten stattsindet, die Annahme des Antrags Dr. Osann auf Nichtzulassung aus­wärtiger Gesandten am Großherzoglichen Hose zu empfehlen.

Beim Finanzgesetz (Berichterstatter Oberbürgermeister Dr. Gott et mann) hatte die Zweite Kammer bekanntlich beschlossen, die Regierung zu ersuchen, nach Beendigung des Krieges eine Revision des Einkommensteuergesetzes in der Richtung einer sozialeren Ausgestaltung usw. vorzunehmen. Der Ausschuß beantragt hierzu:

Die Erste Kammer nimmt die von verehrlicher Zweiter Kammer beschlossene Entschließung zur Kenntnis, verschließt sich nicht der Erwägung, daß zur Lösung der nach dem Kriege an die Bundesstaaten herantretenden großen Anforderungen, schwierige Aufgaben, insbesondere auch aus sozialem Gebiet, sich ergeben werden, und evtl, neue Wege zu ihrer Erledigung gesunden werden müssen, behält sich aber ihre Stellungnahme zu etwaigen neuen Steuervorlagen der Großh. Regierung in leder Beziehung vor.

. Der Tendenz der Entschließung Zweiter Kammer gegen den Eingriff des Reiches auf die direkten Steuern hat der Ausschuß durchaus zugestimmt; er beantragt die Annahme des gleichen Beschlusses.

? ei An geringen Abweichungen des Finanzausschusses von den Beschlus,en der Zweiten Kämmer ist zu erwarten, daß die Beratungen der Ersten Kammer am kommenden Donnerstag einen glatten Verlauf nehmen werden.

^Berlin, 27. ^Närz. >WTB. » DerStaalsantzeiger" meldet *.hc Verleihung des Sch Warzen Ädlerordens an den Prin­zen Eduard von Anhalt.

Berlin, 27. März. (WTB. Amtlich.) In der Sitzung des Ernährun^sbeirates vom 25. März wurde die Regelung der Versorgung mit Tee, Kaffee und deren Ersatz­mitteln, ferner ein Antrag des Abgeordneten Dr. Wendorff betreffend Einrichtung einer Rerchsbutterstelle be­sprochen.

Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Bateriandc!

Aus dem Reiche.

Die Fleischversorgung.

Berlin, 27. März. (WTB. Amtlich.) Zur Sicher- tellung des Fleischbedarfes des Heeres und der Marine, sowie der Zivilbevölkerung hat der B u n d e s r a t in seiner Sitzung vom 27. März 1916 die bereits angekündigte Verordnung über die Fleischversorgung erlassen. Danach wird für das ge- s-crmte Reichsgebiet vre Bildung einer Reichs stelle für Versorgung mit Vieh und Fleisch (Reichs fleisch- ftelle) vorgesehen. Sie hat die Ausbringung von Vieh! und Fleisch im Reichsgediet und deren Verteilung, sowie die Verteilung des aus dem Ausland ernaesühr^n lZchlacht- vrehs und Fleisches zur Aufgabe und ist zu diesem Zweck mit einer Reihe von Machtbefugnissen ausgestattet. Sie be­stimmt den Umfang der für die Gemeinde oder den Kom- mnnalverdcrnd zuzulassenden gewerblichen Schlachtungen und die Anrechnung der HauS- und Notschlachtungen ans diesen Anteil; ferner regelt jie den Fleisch- und Fleischwarenversand aus einem Kommunalverband in den eines anderen Bundesstaates. Den Landeszentral­be Hörden ist die Verpflichtung auferlegt, firr eine recht­zeitige und vollständige Beschaffung des Bedarfsan Schlacht tieren zu sorgen. Ist ein freihändiger Ankauf nicht möglich so erfolgt die Aufbringung im Notfälle im Zwängs- wege durch die Kommunalverbände und Gemeinden Endlich sind die Gemeinden zur Durchführung der Ver­brauchsregelung von Fleisch und Meischwaren verpflichtet.

Der Verband mitteldeutscher Industrieller

hielt am 24. März in Frankfurt a. M. eine zahlreich be­suchte Mitgliederversammlung unter dem Vorsitz von Herrn Konsul Z e i ß - B e n d e r ab. Der Vors itzende stellte' fest, daß der Verband trotz des Krieges seine Arbeiten habe fort­führen können und seine Mitgliederzahl erfreulicherweise zugenommen habe. Alsdann erstattete der stellvertretende Geschäftsführer des Bundes der Industriellen, Dr. Herle einen eingehenden, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bericht über die mit der Ausfuhr während 'des Krieges zusammenhängenden Fragen. Darauf sprach an Stelle des erkrankten Herrn Prof. Dr. Trumpler Herr Dr Frhr von Droste, stellvertretender Syndikus der Handelskammer Frankfurt a. M., überdie Valutafrage". Er ließ sich in klaren, lehrreichen Ausführungen über die Gründe aus die die Verschlechterung der deutschen Valuta während' beä Krieges verursachten, über die Mittel, die man anwendet um einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen (Verbot der Einfuhr von Luxuswaren und Organisation des De­visenhandels) und meinte schließlich, daß man trotz der derzeitigen unangenehmen Folgeerscheinungen Gruud zu irgendwelcher Besorgnis für die Zukunft nicht zu hegen brauche. Der Vorsitzende schloß die Versannnlung mit dem Hinweis darauf, daß die Mitglieder auf Donnerstag den 30. März, zu einer Aussprache überdie K^riegsgewinu- steuer-Vortage" zu einer weiteren Sitzung eingeladen würden.

Ans und Land.

Gießen. 28. März 1916.

** Auszeichnung. Unteroffizier Cloos der Maschineid qewehr-KomPagnie des RegimentsKaiser WilhLlm", der vor em mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Vizefeldwebel Gilbert aus Gießen im Reserve-Jägerbataillon Nr. 11 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

** Amtliche Personal Nachrichten. Uebertragen wurde am 23. März dem Lehrer Friedrich Steiger zu Gins- herm, Kreis Groß-Gerau, die erledigte Leyrerstelle an der Volks- Wule zu Etzen-Gesäß, Kreis Erbach. Das Ehrenzeich^en für Mitglieder freiwilliger Fenertvehren wurde von der Groß» Herzogin verliehen Michael Schweikert III. zu Bürstadt.

** Die Frage der Oel- und Fettversorgung gestaltet sich immer schwieriger, weshalb alle Mittel, die zur Erleichterung der Verhältnisse auf dem Oel- und Fett­markte beitragen, mit größter " :de zu begrüßen sind. In dieser Hinsicht scheint der K - i Gießen einen sehr gangbaren Ausweg gefunden und, was die Hauptsache ist, auch benützt zu haben. Er hat in Gemeinschaft mit dem a g r i k u l tu r ch e m i s ch e n Laboratorium der Lan­desuniversität Gießen bei 10 Landwirten des Kreises Raps­anbaustellen eingerichtet. Diese Stellen haben ins­gesamt schon ca. 25 Morgen Raps, teils in Form von Dün- gungsversuchen, teils in Form von Sort-euanbauversuchen ge­baut und liefern nun von den als gut erkannten Sorten das Saatgut einesteils für vermehrten Rapsanbau in denr Kreise Gießen, andernteils durch Vermittelung des Land­wirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen auch für die übrigen Kreise Oberhessens. Es steht zu erwarten, daß auf diesenr Wege sowohl hinsicht­lich der Fett- wie auch der Futterversorgung baldigst er­freuliche Ergebnisse zutage treten werden.

** 5 00 Schwein e. In der letzten nichtöffentlichen Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, mit der Landwirtschaftskammer einen Vertrag auf Lieferung von 500 Schtveinen abznschließen. Im ganzen werden im Groß- herzogtnm Hessen 9000 Schweine abgegeben, wofür vom GroßherAogtum 220000 Mk. aufgebracht werden, während von den Beziehern, die 20 Mk. als Prämie für ein Schwein bezahlen, weitere 180000 Mk. aufgebracht werden. Gleich­zeitig sind dem Großherzog tum größere Mengen Futter­mittel zugetviesen wordeu, die unter Einkaufspreis an die Master abgegeben werden. Mr gute Masten sind Prä­mien angesetzt, und zwar für ein Gewicht von 250 bis 260 Pfund 10 Mk., für höheres Gewicht 15 Mk. Die Stadt­verordnetenversammlung stellte zum Erwerb der Schweine einen Kredit von 10000 Mk. zur Verfügung. Slus der Landwirtschaftlichen Deputation wurde unter Hinzuziehung einiger anderer Personen eine Kommission gebildet, die be­raten soll, ob die Stadt unter Benutzung der Mfälle des städtischen Schlachthofes auch Schweine in eigene Regie übernehmen soll und ob in diesem Falle auch die Abschlach­tung in eigener Regie vorgenomnren oder den hiesigen Metzgern übertragen werden soll. Der Verkauf des Sckfweine- fleisches geschieht an die ärmere Bevölkerung.

^ Städtische Lebensmittel. In nächster Zeit wird die lstadt 2000 Kilo gefrorenes Schweine- sleisch sowie größere Mengen Kakao und Teig waren erhalten und zum Verkauf bringen.

** Stadttheater. Zum Gastspiel desOberbay- rrschen Bauerntheaters" am Mittwoch sei noch eine Auslassung derNeuen Augsburger Zeitung" erwähnt:Tie ge- heunmsvolle Babette", von der nur soviel bekannt nxrr, daß sie zu der Lustspiel- und Schwanksirma Noal und Ferner in einem sehr engen verwandtschaftlichen Verhältnis stehe, hat gestern ihr ^inkognito gelüstet und sich als ein Wesen voll sprudelnden Hu­mors mld köstlicher Komik entpuppt. Um es gleich vorweg zu neh- ur-en: das Enfenible des Oberbayerischen Bauerntheaters (Tirek- wr A. Dengg Wwe ) hat mit seinem unübertrefflichen Spiel der Gehnmnisvollen Babette" zweifellos den Weg zu einer längeren Reihe von Spieltagen geebnet usf. Es ist von vielen Seiten der Wunsch geäußert worden,Wie einst im Mai" möge noch einmal wiederholt werden. Da die Spielzoit bis 16. Apnl ver­längert worden ist, kann diesem Wunsche entsprochen werden.

** Der rhein-mainische Verein für Bevöl-^ kernngspolitik bittet um Aufnahme folgender Zeilen: Wenn draußen auf blutiger Wahlstatt um Deutschlands Geschick gerungen- wird, wenn in banger Sorge und doch voll Stolz und Zuversicht Millwnen Herzen im Vaterlmide den Kamps unserer Heldensöhne auf den riesigen Schlachtfeldern, auf und unter dem Wasser und in der Lust verfolgen, dann verschwindet die tägliche kleine Sorge des einzelnen gegenüber den ungeheuren Entscheidungen, um die des Krieges eherne Würfel fallen. Alles Denken, alles Schaffen ist auf den Krieg eingestellt, jeder Gedanke muß der Erhaltung und Stählung unserer Krast für die Entscheidung um Sein vden^ Nichtsein gelten. Das ist nicht nur nattirlich, sondern auch notwen­dig und wünschenswert. Tie Werke des Friederrs müssen zurück­stehen, bis lrnr unser Dasein gesichett haben. Liber man darf auch nicht vergessen, um welches Ziel gerungen wird. Der KEpf geht um Erhaltung und Sicl>erung unseres Volkstums mrd um die Größe des Vaterlandes. Daran wollen sich nicht mit . äußere Feinde vergreisen, auch im Innern nagt nmncher Wurni an dem Mark unseres Volkes. Können und dürfen \mt es zulassen, baß unsere Krieger, wenn sie unter entsetzlichen Mühen und Ge­fahren den Sieg errungen haben, über Macht und Niederttacht und Verleumdungskunst unserer Feinde dann zurückkehren in ein Vaterland, das irrnerlich erkrmrkt und zuni Siechtum verurteilt ist? Auch während des Kampfes gilt es, zu verchüten, daß nicht mehr gut zu machende Schädeii im Bolk^ um ich greifen. Sin schleicheiides S i e ch t u nr hat die . Wur- ün unseres Volkes befallen; die Filrchtvor dem i n d e, die sich kund tut in dem Geburtenrück­gang der letzten l 1 /, Jahrzehnte. Was soll werdeii, wenn die deutschen i Mütter nicht mehr den Mut uitf> die Kraft fänden, die Lücken auszufüllen, die dieser furchtbare Krieg gerissen hat. die Köpfe und die Hände 'hervorzubringen, die unser nach dem Kriege vergrößertes Vaterland füllen follm mit deutschem Leben deutscher Sitte, deutscher Kraft und Treue. Zu rechter Zeit zu

Umkehr z u warn en auf dem abschüssigen Wege, den wir wan ist der rhein-mainische Verein für Bevölkerungspolitik be

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strebt. Die Gefahr ist groß, um so größer, als die meisten Volk- gensssen ahnungslos auf den Abgrund zusteuern, der uns zu vei chlinscn droht. Aufzuweckcn und die Angen zu öffnen ist d< Vortrag bestimmt, der von diesem Verein am Donnerstag, de 30. März, in der Aula der Universität veranstaltet wird' Jh Väter und Mütter, Ihr Männer und Frauen, die Ihr sorge wollt für Deutschlands Größe, die Ihr Euer Vaterland liebt gehet hin und tchset >Euch sagen, lute wichtig und wie nattoendi nr Kampf gegen den GcburtenrückMng und für Wachstum un Gesiuidung der Volkskrast myerenr heißgLliebten. Vaterlsndc ist