*- Sö«exiDuu6ct enuiti e 11 iiu^,t. ' 4 . 11 t ibouuwx^, oeii 20. l. M., abetrds 7 1/4 Uhr, findet int Soldatenheim eilt auf- klärender Bort rag über die reichs gesetzliche Hinterbliebenenversicherung statt. Anschließend an den Vortrag ist eine Besprechung der von den Besuchern des Vortrags gestellten Fragen vorgesehen.
** Frauen v er ei n der Matthäusgemeinde. G i e - st e n. Freitag voriger Woche hielt der Frauenverein der Mat- tbnrsgemeinde seine vierte irnd letzte Tagung in diesem Winterhalbjahr ab. Aus dem Bericht der Borsitzenden entnehmen mir, dast an vierzehn Flickabenden 35 bedürftigen Frauen Gelegenheit gegeben wurde, Kleider und Bettzeug auszubessern; der Verein lieferte den Stoff dazu. Weihnachten wurden 90 bedürftigeir Kriegern ein Paket im Wert von 3 Mark, ferner 400 weiteren, Kriegsteilnehmern der Gemeinde ein kleiner Weihnachtsgruß, enthaltend Zigarren, Lichter und Tannenzweig, Weihnachtsliteratur ins Feld gesandt. 146 bedürftige Familien wurden Weihnachten unterstützt. Für diese Weihnachtsbescherung waren reiche Beträge an Geld, Zigarren und Kleidungsstücken aus der Gemeinde eingegangen. Die Liebesgabensendung fand großen Beifall im Feld: selbst aus den Gefangenenlagern liegen Dankesschreiben vor. Die Mttglrederzahl ist im Laufe des letzten Jahres von 52 auf 65 gestiegen. Anmeldungen aus der Matthäusgemeinde zum Beitritt rn den Verein nimmt Frau Fabrikant Georgi, Weserstraße 2, gern entgegen.
** Die Auszahlun g en der Familienunterstützungen an die Familien der -um Heeresdienst Einberufenen findet statt: a) Reichs - und Kreis Unterstützung: An diejenigen, deren Namen beginnen mit: A—H Freitag, den 31. März, I—R Samstag, den 1. April, S—Z Montag, den
3. April, b) Städtische Unterstützung (Mietznschuß): An diejenigen, denen Namen beginnen nrit: A—H Dienstag, den
4. April, I—R Mittwoch, den 5. April, S—Z Donnerstag, den 6 . Llpril. c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen: Freitag, den 7. April. Die Unterstützungen dürfen nnr an den vorgenannten Dagen abgeholt werden.
** Ein frecher Diebstahl. Am verflossenen Samstag, nachmittags gegen 4 Uhr, entwendete ein 16 Fahre altes rothaariges Mädchen von schmaler, schlanker Figur, bekleidet mit roter Muse, schwarzem Rock und weißem Schal, einem 7 Jahre alten Mädchen — Kind armer Leute — 10.50 Mk. Krankengeld, das es auf der Ortskrankenkässe geholt hatte. Die Diebin hatte hierbei den Kniff angewendet, daß sie das Mnd an sich anzuschließen verstand, zur Besorgung in einen Laden schiate und sich erbot, ihm das Körbchen, in dem das Portemonnaie mit Geld lag, solange zu halten. — Sachdienliche Mitteilungen über die Person der Diebin nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
**BriefealsLeoensretter. Ein scharfer Granatsplitter durchschlug die Brieftasche sowie die darin befindlichen Briefe trnd Karten eines Unteroffiziers. Die Kraft des Durchschlags wurde dadurch gebrochen und der Splitter blieb in den Briefen stecken. Das interessante Stück liegt im Kriegsnruseurn zur Besichtigung aus.
** Die Frühjahrs kontroll Versammlungen! 1916 im Kreise Gießen sind vom 11. bis 15. April angesetzt. Wir verweisen auf die ausführliche Bekanntmachung im Anzeigenteil Unseres heutigen Blattes.
** Die sta atli che Abschl ußprÜflulNg in den Seminaren für Handarbeits- und Hauswirlschafts- lehrerinnen an der Aliceschule fand am letzten Donnerstag und Freitag unter dem Vorsitz des Geh. Oberschulrats Dr. Scheuermann statt. Es bestanden sänttliche 12 Kandidatinnen, davon eine mit sehr gut, sieben Mit gut und vier miü im ganzen gut. Für die neuen am 26. April beginnenden Ausbil- dmrgskurse sind bereits 19 Anmeldungen erfolgt. Nachdem jetzt die seit längerer Zeit zwischen Hessen und Preußen schwebenden! Verhandlungen wegen gegenseitiger Anerkennung der Zeugnisse zum Abschluß gelangt find, ist eine verschärfte Aufnahm e- Prüfung für die Seminare angeordnet worden, die am 26. April stattfinden wird. ?luskunft darüber wird vom Vorstand der Seminare erteilt. — Eine grüße Anziehungskraft übte am Samstag die von den Seminaren, besonders vom Handarbeitsseminar in den Schulräumen veranstattete Ausstellung der Jahres- und Prüfungsarbeiten aus, die besonders ein übersichtliches Mld von der Ausbildung der modernen Handarbeitslehrerin gab.
•* Gießener Pädagogium. Zur Vergrößerung des Schülerheims mietete, wie man uns schreibt, Direktor Brackemann das sogenannte Wolffschlößchen, Liebigstraße 46, so daß nach Ostern Schule und Schülerheim in den beiden nebeneinanderliegenden Häusern Ludwigstraße 70 und Liebigstraße 46 untergebracht sind.
Landkreis Gießen.
Lich, 37. März. Am 19. und 20. März besichtigte die Jugendwehr von Lich und verschiedenen Ortschaften nebst Führer unter Leitung von Gendarmerie-Wachtmeister Weber in Tarm- stadt die Kriegsausstellung, das Museum und den Flugplatz bei Griesbeim. Für Quarttere hatten die Leitung und die Führer der Darmstädter Juaendwehr Sorge., getragen. . . . ^
^,Lang-Göns, 28. Marz. Den Heldentod starb Musketier Wilhelm Herbel, Sohn des Flurschütz Herbel.
# St 0 ckhausen, 28. März. Die Hessische Tapfer- keitsmedaille erhielt der Unteroffizier Lehrer Karl Michel.
th. Lindenstruth, 28. Mar». Auch hier war die Tätigkeit der Schüler für die 4. Kriegsanleihe sehr rege. Bet einer Einwohnerzahl von 350 Seelen wurde der Betrag von 1047 Mark zusammengebracht
Atieiö Büdingen.
# B ü dingen, 28. März. Die Hessische Tapferkeits - Medaille erhielt der Landsturmmann S ch in ü ck im Landsturin- Jnf.-Regt. 20; das Eiserne 5k re uz der Gefreite Jäger im Nes.-Ini.-Regt. 46.
A Nidda, 27. März. Die S ch ü l e r der hiesigen höheren Bürgerschule zeichneten für die 4. Kriegsanleihe 2500 Mk. und verntittelten durch ihre Werbetätigkeit noch die Zeichnung von 6500 Mk. Ebenso eifrig zeigten sich die Schüler unserer Volksschule. Sie zeichneten rund 3000 Mk. und erlangten durch Umfrage in den Häusern noch weitere größere Zeichnungen. Bei der Bezirkssparkasse hier wurden im ganzen von 1700 Schülern des Bezirks 30 000 Mk. gezeichnet. Die Einleger bei der Bezirkssparkasse Nidda zeichneten die über alles Erwarten hohe Summe von 1 205 300 Mk. gegen 1 105 500 Mk. bei der dritten Kriegs- aitleihe. Auch beim Vorschuß- und Kreditverein Nidda wurden 250 000 Mk. gezeichnet; 50 000 Mk. mehr als zur dritten Kriegsanleihe.
s. Nidda, 28. März. Am 25. März fand die Schlußsei e r des Winterhalbjahres der hiesigen Gewerbeschule statt. Die von den Schülern gefertigten Zeichnungen und Modelle sind bis einschl. 31. Marz im Schulgebäude ausgestellt. Unter den in den Werkstätten der.Schule praktisch durchgesührten Modellen des Zimniermannes, Schreiners, Schlossers usw. finden sich recht beachtenswerte Erzeugnisse. Auch die ausgestellten Zeichnungen stellen den Schülern und der Schule ein lobenswertes Zeugnis aus. An der erstmalig unter dein Vorsitz des staatlichen Prüfungskommissars, Baurat P litt -Schotten, nach den neuen Bestimmungen durch- geführten Abgangsprüfung hat ein Schüler der Oberklasse — Eugen Weil aus Langsdorf — teilgeuommen. Auf Grund der Prüsungs- ergebnisse konnte ihm die Note „sehr gut bestanden" zuerkannt werden. Ferner hat die Prüfungs-Kommission den Beschluß gefaßt, dem Prüfling auf Grund seiner hervorragenden technischen Leistungen die Berechtigung zur erleichterten Einjährig - Freiwilligen - Prüfung zu beantragen. Diese Vergünstigung hat sich der Bewerber im Lause des Sommers bereits erworben durch Herstellung eines Kirchendaches mit Dachreiter im Modell und infolge der Prüfung seine technische Befähigung doppelt erwiesen. Am Unterricht der Tagesschule waren 20 Schüler, beim gewerbl. Fortbildungsunterricht 40 Schüler beteiligt. Der Schülerrückgang gegen früher ist erklärlich durch die Einberufung älterer Schüler und die erhöhte Inanspruchnahme der Schüler für gewerbliche und landwirtschaftliche Zwecke, insbesondere in den Fällen, wo der Vater oder der Lehrmeister zum Heeresdienst eingezogen ist.
# Unter-Widdersheim, 28. Mär§. Von 27 Volksschülern wurden 630 Mk. zur 4. Kriegsanlethe gezeichnet.
H: Rohrbach, 28. März. Hier zeichneten die Volksschule r zur 4. Kriegsanleihe 1000 Mk.
# Bleichenbach, 28. März. Zur 4. Kriegsanleihe zeichneten die Schüler hiesiger Volksschule 1295 Mk.
Kreis Schotten.
^Schotten, 27. März. In der hiesigen Realschule wurden 1720 Mk. zur 4. Kriegsanleihe gezeichnet.
§ Aus dem oberen Vogelsberg, 26. März. Tie schönen Frühjahrstage haben sich plötzlich zu rauher Märzwitterung verändert. Seit zwei Nachten hat es in ganzer hiesiger Gegend fest gefroren. Schaden hat dieser Frost in imferot Bergen wohl noch nicht anrichten können, denn nrit den Aussaaten Im Feld und in den Gärten hatte man noch nicht begonnen. Es könnte ja sein, daß die frisch aus der Erde sprießenden Grashalme etwas gelitten hätten, doch ist der Schaden hierher dann unbedeutend. Die Win t er saa ten haben einen herrlichen Stand. Diese können auch schon einen ziemlichen Kalterückschlag vertragen, und das wenige Obst, welches hier gezüchtet wird, ist noch lange nicht zur Blüte herangewachsen.
ß Herchenhain, 26. Marz. Hier und in dem benachbarten Sichenhausen sind gestern abend die zur Landwirtschaft gewünschten kfiegsgefangenen Russen eingetwffcn und an die betreffenden Landwirte übevgebcn worden.
Kreis Friedberg.
-.-Butzbach, 28. März. Dem Jäger Karl R ü b s a m e n ans Butzbach, im 3. Reserve-Jg.-Batl. 20, wurde am 27. September 1916 die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Rübsamen ist in russische Gefangenschaft geraten.
81. Ilbenstadt, 28. März. Frau Gräfin v. Leiningen- W e st e r b u r g hat wieder das hiesige Stammschloß derer von Leiningen-Westerburg bezogen, nachdem sie 24 Jahre anderwärts gelebt hatte. Bei ihrer Ankunft trugen die Straßen reichen Schmuck. Im Schloßhos wurde sie durch die Einwohner, sowie die Schulkinder aufs herzlichste begrüßt.
81. D 0 r h e i m, 28. März. Dem Gefreiten Kanonier Jost wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
81. A s s e n h e i m, 28. März. Dem Sohne des Schmiedemeisters Fuchs, dem Unteroffizier Ludwig Fuchs von hier, zurzeit in einem Lazarett in Kaiserslautern, wurde die Oesterreichische Tapferkeitsmedaille verliehen.
4ß Nieder-Wöllstadt, 28. März. Die Hessische Tapfer- keitSmedaille erhielt der Gefreite K 0 st im Feld-Art.-Regt. 61.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 27. März. Von Ende März bis zum 15. August wird für den Kartoffelbezug eine Kartoffel- 0 e z u g s k a r t e für Minderbemittelte eingeführt. Die Karte berechtigt zum Bezug von einem Pfund für den Kopf und Tag und wird erst ausgegebeu, wenn die Eigenvorräte des Inhabers völlig aufgebraucht 'sind. — Am SamStag abend wurde von der Kriminalpolizei in einer Wirtschaft der Altstadt eine Spielergesellschaft von 25 Personen ausgehoben.
— Schwanher m a. Nt., 28. März. Vorgestern früh verstarb hier in seinem .heim Professor Dr. Wilhelm Kobelt. Am 20. Februar 1840 in Alsfeld geboren, studierte er in Gießen Medizin und wirkte daim eine Reihe von Fahren in Biedenkopr, Griesheim und Schwanheim als praktischer Arzt, nm sich schließlich nach 12 Fahren ganz dem Studium der Naturwissenschaften widmen zu können. Auf diesem Gebiete studierte er vor allem das Wesen der Weichtiere. Den hiesigen Landwirten gab er eine Fülle neuer und praktischer Anregungen. Nicht minder hat cr sich um die Hebung des O b st b a ucs in Nassau bleibende Verdienste erworben. Ten weitesten Kreisen ist Kobelt als hervorragender Kenner der lieimischen Urgeschichte, Fauna und Flora bekannt geworden. Als Förderer der Heimatkunde gründete er hier ein Heimatmuseum, das als das reichhaltigste in Nassau angesprochen werden kann. Kobelt war der Mitbegründer des Rheiir-Mainischen Verbandes für Volksbildung und bis in die letzte Zeit sein eifrigster Mitarbeiter. Unermüdlich arbeitete er an der Hebung der Volksbildung durch Vorträge, Schriften und praktisches Vorbild. Bei Gelegenheit seines goldenen Tottorjubiläums erneuerte die Gießener Universität das' Diplom unter ehrenvoller Anerkennung seiner Tättgkeit im Dienst der Allgemeinheit.
ra. B i e d e n k 0 p f, 27. März. Im Heldenkampfe für das Vaterland starb bei einem Sturmangriff am 10. März Gerichts aktuar Georg S e e l i g, Leutnant der Reserve im Jnsanü-Regt. Rr. 87.
Märkte.
8.0. Wiesbaden, 27. März. Vieh markt. Auftrieb 6 Rinder, 3 Ochsen, keine Bullen, 3 Kühe, 19 Kälber, keine Schafe und 13 Schweine. Der Markt wurde bei Höchstpreisen sofort geräurnt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 29. März 1916 Bedeckt, Regenfälle, mild.
Letzte Nachrichten.
Die U-Boot-Frage.
Berlin, 28. März. Die Verhandlungen über die U-Boot- Frage im Reichshaushaltsausschuß des Reichstages werden, wie die ,H 0 st" mitteilt, ganz vertraulich sein. Sogar die übrigen Mitglieder des Reichstages sollen als Zuhörer nicht zugelassen werden. Dem Vernehmen nach hat der Reichskanzler Vertrauensmänner der Fraktionen schon vorher zu einer vertraulichen Besprechung eingeladen.
Eine französische Sttmme über Haase.
I Köln, 28. März. Laut der „Köln. Zta." erklärt Cle- menceau in seinem Kettenmann, der Zwischenfall Haase im deutschen Reichstag mache keinen besonderen Eindruck auf ihn. Er finde nur bemerkenswert, daß derselbe deutsche Abgeordnete, der vom Frieden sprach, genau derselbe sei, der anläßlich der Kriegserklärung die Notwendigkett verkündet habe, Frankreich zu vernichten. So wenig er damals durch seine Kundgebung bewirtt hat, sagt Clemenceau, so wenig werden wir heute durch seine Aeußc- rnngen beunruhigt. Seine Aeußerungen von damals und von heute haben gewiß den gleichen Wert.
Aus Indien.
London, 26. März. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet <rus Delhi: Fm Rate des Bizekönigs wurde die De batte über das indische Budget beendet. Lord Harbin ge sagte in einer Rede, die er aus diesem Anlaß hielt, u. a. :
Unsere Beziehungen zu Persien sind sehr freundschaftlich. Persien tut sein Aeußerstes, um die feindlichen Banden zu tnrter drücken. Unser Verbündeter, der Emir von Afghani st an, hat kürzlich noch einmal, sein königliches Wort gegeben, strenge Neutralität zu wahren und abgesehen von den Mahsut-Rardern, die alsbald eine drastische Stra^ erholten werden, herrscht im Grenzgebiet vollständige Ruhe. Die innere Lage könnte kaum günstiger sein. Die Loyalität und der Patriotismus Indiens waren über jedes Lob erhaben. Früher war die größte Expedition, die jemals die Küsten Indiens verließ, 18 000 Mrnn, aber seit Kriegsausbruch hat Indien 300 000 Mann über die See geschickt und hat mehrere Millionen Pfund sowie Kriegsmaterial zum Kriege beigetragen.
Aus China.
Berlin, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der hiesigen chinesischen Gesandtschaft ist folgendes Telegramm eingegangen: Fn zwei Edikten vom 21. und 22. März hat der Präsident der chinesischen Republik erklärt, daß er auf die ihm am 11. Dezember an gebotene Kaiserwürde endgültig Verzicht leiste. Gleichzeitig wird das Volk aufgefordert, die Ruhe zu wahren. Hueshichang ist zum Ministerpräsidenten loiederernannt worden.
Bekanntmachung.
Betr.^l Maul- und Klauenseuche ftn Kreise Alsfeld.
Fn Teckenbach ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Gießen, den 23. März 1916.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: H e m m e r d e.
Bekanntmachung.
B e tr/: Frühjahrs -Konttollversanunlungen 1916 im Kreise
Gießen. _
Es haben, ohne wetteren Befehl, in
Gießen, Hof der Zeughauskaserne,
zu erscheinen.
Dienstag, den 11. April 1916, vormittags 9 Uhr.
Sämtliche Untffz. u. Mannschaften der Reserve, Landwehr I lwrd II olller Wissen urrd der Seewehr I und II.
Sämtliche Ersatz-Reservisten.
Sämtliche als Ersatz-Rekruten ausgchobenen Militärpflichtigen, die in den Jahren 1895 u. 1894 geboren sind.
Mttitärpftichtige, die die Entscheidung: „zurück bis zur nächsten Musterung" erhalterr haben, brauchen nicht zu erscheinen.
Sämtliche beretts eingestellten Mannschaften des Heeres und der Marine, die sich zur Erholung wegen Krankheit, auf Grund häuslicher Verhältnisse oder aus anderen Gründen auf Urlaub befinden, soweit sie nrarschfähig sind, daß sie den Konttollplatz erreichen können.
Dienstag, den 11. April 1916, nachmittags 2V2Uhr.
Sämtliche Untffz. u. Mannschaften des ausgebildeten Landsturms aller Waffen.
Sänttliche zur Verfügung der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften.
Es sind dies Mannschaften, die als Lrsatz-Rekruten zur Ern- stellung gelangten und als dienstuntauglich entlassen worden sind.
Sänttliche als Ersatz-Rekruten ansgehobenen Militärpflichtigen, die im Fahre 1896 geboren sind.
Milttärpflichttge, die die Entscheidung: „zurück bis zur nächsten Musterung" erhalten haben, brauchen nicht zu erscheinen. Mittwoch, den 12. April 1916, vormittags 9 Uhr.
Sämtliche unaus gebildeten Landsturmpftich- Ligen, die im Iahte 1897 geboren und in der Stadt Gießen und in den Gemeinden Albach, Alleudorf a. d. Lahn, Allendorf a d. Lda., Allertshausen, Alten-Buseck, Annerod, Bellersheim, Beltershain, Bersrod nrit Winnerod, Betteirliausen, Beuern, Birklar, Burkhardsfelden, Climbach, Daubringen, Dorf-Gill, Eber- stad t mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Geilshausen, GSbeluvod, Großeiv-Buscck, Großerr-Linderr, Grüuberg, Grüningcn wohnhaft sind.
Landsturmpflichtige dieses Jahrgangs, welche die Entscheidungen : „zurück bis zur nächsterr Musterurrg" oder „zeitig untauglich" cichaltm haben, brauchen nicht zu erscheinen.
Mittwoch, den 12. April 1916, nachmittags 2V-Uhr.
Sämtliche unausgebildeten Landfturmpflich- Ligen, die im Jahre 1897 geboren und in den Gemeinden Harbach, Hattenrä», Hausen, Heuchelhernr, .Holzheim, Hungen, Inheiden, Kesselbach, Klein-Linden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter, Leihgestern, Lich mit 5)of Albach, Kolnhausen und Mühlsachsen, Lindenstruth, Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Münster, Muschenheim mit Hof-Güll, Nieder-Bessingen, Nomren- roth, Obbornhofen, Ober-Bessingen, Ober--Hörgern, Odenhausen mit Appenborn, Oppenrod, Queckborn, Raberlshcmsen mit Ringelshausen, Reinhardshain, Reisttrchen, Rodheim mit Hof Graß, Rödgen, Röthges, Rüddingshausen, Rrittershausen mtt 'Kirchberg, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Staufenberg mit Friedclhausen, Sternbach, Sternheim, Stockhausen, Trais-Horloff. Treis a. d. Lda., Trohe, Utphe, Villinaen, Watzenborn mit Steinberg, Weickartshain, Weitershain und Wiescck wohnhaft sind.
Landsturmpflichtige dieses Jahrgangs, welche die Entscheidungen : „zurück bis zur nächsten Musterung" oder „zettig untauglich" erhalten haben, brauchen nicht zu erscheinen.
Donnerstag den 13. April 1916, vormittags 9 Uhr.
Sämtliche unausgebildeten LandsturmpflichLigen, einerlei, welche Entscheidung sie erhalten haben, die in den Jahren 1894 bis einschließlich 1878 geboren sind.
Es sind dies Personen, welche im Besitze eines weißen Landsturmscheines sind.
Donnerstag, dm 13. April 1916, nachmittags 2V* Uhr.
Sämtliche unausgebildet eit L a n d stur mp fl ichti- g e n, einerlei,, welche Entscheidung sie crhalteir haben, die in den Jahren 1877 biseinschließlich 1873 geboren sind.
Es sind dies Personen, welche im Besitze eiires weißen Landsturm schein es sind.
Freitag, den 14. April 1916, vormittags 9 Uhr.
Sämtlich? unausgebildeten Land stur mpslichti- g e tt, einerlei, loelche Entscheidung sie erhalten haben, die in deir Fahren 1872 und 1871 geboren sind,
Es sind dies Personen, welche int Besitze eines weißen Landsturmscheines sind.
Freitag, den 14. April 1916, nachmittags 2V-Uhr.
Sämtliche unausgebildeten Landsturmvflichti- g c n, einerlei,, welche Entscheidung sie erhalteir habeir, die in beit Jahren 1 8 7 0 und 1869 geboren sind.
Es sind dies Personen, welche im Besitze eines weißen Land- sturmscheineS sind.
Samstag, den 15. April 1916, vormittags 9 Uhr.
Sämtliche früher Dienstun 1 angl ichen, sowett sie sett- her gemustert worden sind, ohne Rücksicht daraus, ob sie gedient haben oder nicht und welche Entscheidung sie erhalten haben.
Tie ungedienten Mannschaften sind im Besitze eines gelben Aus mustertmgs scheines.
Ausgenommen bleiben diejenigen, loelche die Entscheidungen: „dauernd weder seid- noch garnisondicnstfähig", „zettig untauglich" und „dauernd untauglich" erhalten haben.
Allgemein:
Es haben sämtliche bis aus werteres oder bis zu einem bestimmten Zcitpmrtte vom Heeresdienste befretten oder zurürkge- stellten Personen tettzurrehmen.
Tie bei der Bahnverwaltung beschäftigten als unabkömmlich anerkannten Personen sind von der Tellnahme an den Kontrvll- versammlnngen befteit.
Mannschaften, welche die Entscheidungen: „dauernd weder seld- noch garirisondienstsähig" oder „dauernd untauglich" erhalten haben, sind zum Erscheinen nicht verpflichtet.
Es wird besonders daraus hingewiesen, daß nrit ihrer Jahres- llasse oder Waffengattung alle diejenigen Personen zu erscheinetr daben, die aus Grurrd von Reklamationen oder als dienstuntauglich vou den Truppentetten in die Heimat entlassen sind. Das Gleiche gilt für die Landsturmpflichtigen, die injvlgc ilires Lllters — über 45 Jahre — von den Truppentetten zur Entlassung gebimmen sind.
Krregsrentenenrpfänger, welche dauernd garnisondienstunfähig sirrd, haben nicht zu erscheinen, dagegen haben alle diejenigen zu erscheinen, die zeitig garmsondienstwrfähig oder arbeitsverwendungsunfähig sind.
Erscheinen in ba'ttgerlicher Kleidinrg: Stöcke, Schirme, Pseiserr, Zigarren usw. sind vorher wegzulegen.
Tic sich ans Urlaub ttr der Heimat befttrdlichen Unteroffiziere irnd Mannschaften ersäteinen in Uniform. Die Mttrtärpässe und Führungszeugnisse,- sowie sonstige Ausroerse (Landsturnr- oder Ans-, mufterungsscheinc usw.) sind mitzubringen.
Wer über sein Militärverhältnis oder über die Bestinnnungen im Zlveifel ist, hat sich im eigeucn Interesse vorher bei seinem Bezirksseldwebel zu erkundigen.
Unprttrktlichkeit oder Versäumnis der Zrontrollversammlungen werden nach den Kriegsgesehen aus das Strengste bestraft.
Gießen, den 26. März 1916. 2473 6
Gwßlicrzvgliches Bezirkskourinando Gießen.
N a u m a n n,
Oberstleutnant und BczirkSkommandeur,


