Neuer und einen ziemlich lebhaften Angriff gegen die Front V a ux — D aml ouv: die Deutschen wurden durch Sperrfeuer zurückgetrieben, ihr Versuch scheiterte vollkommen. Im Laufe der Nacht fand keine feindliche Infanterietätigkeit statt. Zeitweilig unterbrochene Artillerietätigkeit in allen Abschnitten der Gegend ton Verdun. _ Die Nacht verlief an der ganzen Front ruhig. Bei den Lustkänrpfen in der Gegend dort Verdun schoß eines unserer Flugzeuge ein feindliches ab, das brennend in unsere Jßinien bei MonKeville ab stürzte. Fünf unserer mit Doppel motoren ausgerüsteten Flugzeuge beschossen den Bahnhof von Metz-Les- Sablons, das feindliche Munitionslager bei Chateau Dali ns und das Flugfeld von Die uze. Es amrden 30 großkalibrige Geschosse im Verlauf dieser Streife abgeworfen, davon 20 auf den Bahnhof von Metz. Eines unserer Kampfflug- Geschwader, das aus 23 Flugzeugen bestand, warf 72 Geschosse auf den Flugplatz von Habs heim und den Güterbahnhof von Mühlhausen ab. Feindliche Flugzeuge, die zur Verfolgung der unsrigen aufgestiegen waren, verwickelten sie in einen Luftkampf, in dessen Verlauf ein französisches und ein deutsches Flugzeug durch Maschinengewehrfeuer zum Absturz gebracht wurden: zwei andere deutsche Flugzeirge sind brennend abgestürzt; drei von unseren Flugzeugen wurden ernstlich beschädigt und mußten auf feindlichem Gebiete niedergehen.
Kriegsbericht vom Sonntag abend: Nördlich von Reims führte nnsere Artillerie ein Zerftörungsfeuer auf feindliche Gräben bei La Neuville und der Ferme Godat aus. Deutliche Tätigkeit unserer Batteriien in der Gegend von Ville-aux- Bois. In der Gebend nördlich von Verdun ließ das Bombardement merklich nach. Im Laufe des Tages unternahm der Feind keinen Angriffsversuch. Nordöstlich von St. Mihiel beschoß unsere schwere Artillerie Proviantniedersagen bei Var- vinay. Bon der übrigen Front ist nichts zu melde::. Der Adjutant Navarre schoß sein siebentes deutsches Flugzeug in der Gegend von Verdun ab: das feindliche Flugzeug ist in unsere Linien gefallen.
Belgischer Bericht: Große Artillerietätigkeit an der Front der belgischen Armee, besonders in der Gegend von Dix- mude und nördlich von Steensttaete.
Cadorna in Paris.
Paris, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) General Cadorna ist hier eingetroffen und hatte eine Begegnung mit Generaliffimus Jo'ffre und General Roques.
Angaben des französischen Finanzministers über die Kriegsausgaben.
Bern, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei Beratung des Staatshaushaltes in der französischen Kammer erklärte Finanzminister Ribot, daß Frankreich täglich 93 Mllionen Franks Kriegs aus gaben habe. Englands Ausgaben aber wurden täglich 110 Millionen betragen und würden bald ans 125 Millionen steigen. Zu der Frage, wie Frankreich, dessen H^ebiet zum Teil sogar besetzt ist, die ungeheuren Lasten tragen werde, begnügte sich der Minister, das Recht zu fordern, die Wertpapiere von neutralen Staaten, die in französischen Händen seien, zu beschlagnahmen, lmt sic von Amts wegen zu verkaufen. Ribot sprach ferner die bestimmte Hoffnung ans Annahme des Alkohol- monopols aus, erwähnte aber nichts von einer eigentlichen Kriegssteuer, wie die Linke sie erwartet. Die Frage der Vermögenssteuer würde erst nach, dem Krieg spruchreif werden.
Ein neues englisches „Berteidigungskorps".
London, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Der König gjenehnrigte die Bildung eines neuen Korps, das die Bezeichnung „Königliches Ber- teidigungskorps" tragen und denselben Sold wie die reguläre Infanterie erhalten soll. Die Zwecke des neuen Korps werden nicht angegeben. Man vermutet, daß ein Zusammenhang bestehen Äirfte mit der Stellung der verheirateten Männer, die nach dem Derbyplan an geworben worden ftnb.
Der türkische Bericht.
K o n st a n t i nope l, 20. März. (WTB. Nichtamtlich)
Das Hauptguartier meldet: An der Jrakfront warf am 18. März eines unserer Flugzeuge einige Bomben auf Kut el Amara und traf ein Geschütz und eine Abteilung des Feindes. Am 18. März nahmen wir im Verlaufe eines Gefechtes mit einer feindlichen Abteilung in der Umgebung! des Suezkanals fünf indische Soldaten gefangen. Sonst ist nichts zu melden.
Der rusfifche Bericht.
Petersburg, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher
Kriegsbericht vom 19. Mä^.
Westfront: Im dlhschmtt vo n Riga richtete der Feind cm listiges ArtÜleriefeuer gegen den Brückenkopf von llexküll. Weiter südlich und im nördlichen Teile des Abschnittes von Ja - kobstadt Artilleriekamps. In der Gegend von W i d s y beschoß uw'ere Artillerie die deutschen Grabe::. Bei dem Dorfe Med- siany (8 Kilometer) südlich von Tweretsch versuchte der Feind anzngreistn, wurde aber zurückgeschlagen. Die feindliche Artillerie entwickelte m der Garend des Fleckens Smorgon einige Feuertätigkeck. An der oberen Strypa eroberten unsere Jagd- kommandos einen feindlichen Schützengraben und wiesen durch Feuer Gegenangriffe des Feindes zurück. In derselbe:: Gegend wurde ein Versuch des Feindes, an das Dorf Jvzefo wka (18 Kilonceter südwestlich von Tarnopol) hevarnMuKommrn, vereitelt.
Schwarzes Meer: Unsere Zerstörer versenkten cm der bulgarrsckxen Küste einen Dampfer, der Benzin geladen hatte. Sie wurden dabe: erfolglos von FluWengen angegriffen, die acht Bomben abwarfen. Tie Mannsthast d^ Dampfiers wurde von den Zerstörern an Bord genommen.
Kaukasus: Auf der Verfügung der Türken erbeuteten wir in der Gegend von Mamachatum zwei Mdgeschütze.
Der Austausch deutscher und englischer Gefangenen.
Blissinaen, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Es werden UnterycnrdLrngen zwsschen Deutschland und England über einen Austausch kriegsuntanglicher .Kriegsgefangener geführt, der im April in Vlissrngen vor sich gehen soll.
Griechenland erweitert sein Gebiet.
Bern, 20. März. (WTB.) Der Mailänder „Secolo" meldet aus Athen: Ein von heute datiertes königliches Dekret erklärt die Provinzen von Nordepirus als definitiv zu Griechenland gehörig und dehnt düe griechische Gesetzgebung und Verwaltungsorganisation darauf aus.
Aeusterurrgen des bulgarischen Ministerpräfidenten.
Wien, 19. März. Roda Roda gibt in der Neuen Freie» Presse Aeußerungen Radoslawows wieder, aus welchen folgende bemerkenswerte Stellen hervorzuheben wären: Die Vor- licbe Bulgariens für Deutschland ist neu, aber stürmisch, der kleinste Schuljunge lernt jetzt deutsch, während man Deutschland früher ein wenig vorsichtig betrachtet hat. Oesterreich-Un- garn hingegen genießt seit den Tagen, da Baron Burian als Gesandter mit Stambulow im beste:: Einvernehmen stand, und des sei: Rückgrat gegen Rußla'ü) steifte, allgemeine Popularität. Rumänien macht gegenwärtig dasselbe durch wie Bulgarien Ende 1914. als der russische Gesandte zu Radoslawow sagte, Rußland brauche Bulgarien nicht mehr: einen Monat später aber, nach den Schlachten bei Lodz und L:mam>wo, sollte Bulgarien _ rüsten. „Herr." sagte Radoslawow damals zu dem russischen Geiandten, ^ geht nicht von heute auf morgen: mit der Freurckschaft allein -Aihrt man kchnen Krieg. Mm: luuß das Volk erst vorberecken, und dazu brauchen wir Zeit!" Der Gesandte war verschnupft. Jetzt wird
Rmnämen ebenso geanält, gemahnt und lubkost, nnt Zuckerbr-iL und Putsche bearbeitet wie früher Bulgarien, — und das Ergebnis des Ränkcspiels? Drei Mönate :var Rumänien in Sofiöa nur durch einen Geschäftsträger vertreten, heute trifft wieder ein Gesandter hin. Tie Rumänen sehen eben, daß der Ausgang des Krieges nicht mehr zweifoll>ast ist. Militärisch sind die Mittelmächte mit uns und der Türkei zusammen den Gegnern überlegen, und die deutsche Volkswirtschaft ist unbesiegbar. Die Deutschen schließen scbon jetzt Me Hilfsquellen des Balkans und wir brauchen, sagte Radoslawow, solche Lehrmeister: um die Zukunft ist mir dann nicht bange. Der Bulgare lernt rasch, und iwun einige Russo- philen sagen: Wartet nur, inemi die Deutschen sich erst bei euch eingenistet haben, werdet ihr sie nicht mehr los, so ist daS Unsinn. Unser Gebiet ist groß und kann wohlgesinnte Ausländer Jahrzehnte lang beschäftigen. Schon die Kinder der eingewonderlen Deutschen werden gute deutsche Bulgaren sein und treue Bulgaren.
Die aus Kamerun auf spanisches Gebiet übergetretcnen Deutschen.
Berlin, 20. März. (WTB. Amtlich.) Schon vor einiger Zeit kam die Nachricht hierher, daß etw-a 9 00 Europäer von Kamerun aus auf spanisches Gebiet übertraten. Es wird nunmehr durch den deutschen Botschafter in Madrid als Mitteilung der spanischen Regiernng berichtet, daß sich unter den Uebergetvetarttn der Gouverneur befindet. Im übrigen ist die Gesamtzahl aus 73 Offiziere:^ 22 Aerzten, 310 Unteroffizieren und Krankenpflegern, 170 Soldaten, sowie 400 Zivilpersonen zusammengesetzt. Aus diesen Zahlen läßt sich der Schluß rechtfertigen, daß es allen noch im Schutzgebiet befi:ck)lichen Europäern, sowohl den der aktiven Schutztruppe angehörigen und zu deren Verstärkung eingezogenen, als auch sonst im Lande befindlichen Deutschen gelungen ist, sich der französisch-englischen Kriegsgefangenschaft zu entziehen. Die Namen der nunmehr unter dem Schutz der spanischer: Regierung stehenden Deutschen sind zurzeit noch nicht bekannt.
Der 5eettieg.
Die Berfenkung des französischen TorpeoobootSzerstörers „Renaudin"'
Paris, 19. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Der Torpedobvotszerstorer „Renau- din" ist im Adriatischen Meer am 18. März morgens von einem feindlichen Unterseeboot versenkt worden. Drei Offiziere, darunter der Kommandcnrt und der zweite Offizier, sowie 44 Mann werden vermißt. Zwei Offiziere und H Mann wurden von einem französischen Dorpe dobovt aufgenourmen, das den „Rcnaudin" begleitete.
Eine englische Erklärung zum Untergang der „Tubantia".
London, 20. März. (WTB- Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Bureaus: Unter Bezugnahme auf die amt- l:ck>e deutsche Erklärung, daß die „Tubantia" weder durch ein deutsches Unterseeboot noch durch eine deutsche Mine zum Sinken gebracht worden sei, stellt der Sekretär der britischen Admiralität fest, sdaßi zur Zeit des Unterganges der ,,Tubantia" kein englisches Unterseeboot in der Nähe war.
Der Dampfer „Palembang".
Haag, 20. März. (MTB. Nichtamtlich.) Auch heute ist beim Marine-Departement kein Bericht über den V e r - lust des Dampfers „Palembang" efttgogangen.
London, 20. März. (WTB.) Meldung dä Reuterschen Bureaus. Nach einem Bericht von Lloyds Agentur ging die Bemannung der „Palembang", sobald die Explosion statt- fanb, in die Bjoote, die schnell weder gelassen worden waren. Alle wurden gerettet. Nach de: Landung erklärte:: mehrere Matrosen, daß drei Torpedos auf die „Palembang" abgeschossen worden seien. Der erste traf das Schiff am Achtersteven, der zweite am Vordersteven unb der dritte mittschiffs. Die Besatzung bvgab sich nach ßonhon. Das Schiff sank so schnell, daß niemand seine Habe retten konnte. — Ein Rotterdamer nmnens Iversen erklärte einem Vertreter Lloyds: Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, ob das Schiff torpediert worden oder auf eine Mine gelaufen ist. Niemand hat ein Unterseeboot oder ein Periskop gesehen. Auf die erste Explosion folgten sofort zwei andere. Am stärksten war die dritte. Das Schiff sank etwa in sechs Dömuten. L>echs MatroSen wurden verwundet.
London, 20. März. sWTB.) Ein Sonderbericht des Reuterschen Barsaus meldet: Obwohl der Kapitän der „Pale m ba n g" sich weigert, sich darüber zu äußern, ob das Schiff torpediert wurde oder ans eine Mine gelaufen ist, glaubt die Mehrheit der Bcmtamrung, daß das Schiff nicht hätte aus drei Minen laufen Ahmen. und daß namentlich die letzte Explosion nicht durch wie Mine verursacht sein könnte, da das Schiff bereits All lag. Der Kapitän und die Bemannung singen in die Boote; sie wurden Mirch einen englischen Torpäwjager ausgenommen. Der erste Offizier teilte mit, daß die erste Explosion leicht, die zwecke schwer, die dritte unbeschreiblich stark war. Nach der ersten LAvlosion ließ man die Masctznen rückwärts arbeiten. Das Schiff lag fast still, flfö die zwecke Explosion ej> folgte, bei der dritten lag es ganz still. Die dritte erfolgte nicht durch Springen der Kessel. Die k^plosionen fanden zwischen 11 Uhr 25 Min. und 11 Uhr 32 Mn. statt. Das Schiff sank um 11 Uhr 37 Min. vormittags.
Amsterdam. 20. Vöärz. (WTB.) Das „HandeSSblad" erfährt: Die Tumpss^chiffahrtsgesellsckZiften Neederlauden und Rotterdamer Lloyd erwägen ernWich, keines ihrer Schiffe aus fahren zu lassen, bis wertere y-achnchter: vorliegen. Die Schiffe „Prins der Needeakandm" imb „Tambvnr". die aus Java erwartet werden, haben Befehl erhalten, tn Falmouth M landen und dort weiteres abzttwarten. Ter Dampfer „Kvningin der Nsederländen", der am Samstag mrsreisen soMe, ist nicht abgesahvcn.
Ein hiesiges Blatt meßwt, daß infolge des Unterganges der „Palembang" ausfahrende Schiffe Schwierigkeiten mck den Mannschaften haben. Die Benuu:nung der „Dirksland" soll sich heute friih geweigert haben, auszufahren. Die Leute handelten in Uebeveinstimmung mit dem Borstwü» ihrer Seemmmsvererni- gung.
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London, 20. Marz. (WDB. Mchckrmtlich.) LlvydH meldet: D>er britische Dampfer „Port Dalhousie" :nu.rde versenkt. Sieben Mann wurden gerettet. Der Rest der Besatzung wird vermißt. — Der norwegische Dampfer hangelt" wurde versenkt 16 Mann lvurdon gerettet, einer wurde getötet.
London, 20. März. (WTB. Mchtamtlich.) Der norwegische Dampfer „Skodsborg" ist gesunken 17 V^ann wurde:: gerettet. T-rei Mann von der Besatzung werden vermißt.
die Russen haben e:ne große EntlastunFsoffensive g-cgen einen breiten [U'cmtteU der Hindenbnrgschen Armeen an* gesetzt. Am 16. März trieben die Franzosen ihre siebenundzwanzigste Division ,gegen den Feuerrirlg von Verdun, und am 17. März begann sich die russische Artillerie von TrySwjatysee an bis südlich vom Wiszniewsce einzuschießen. Neben dem Notschrei der Verbündeten toie'b die Russen die eigene unglückliche Lage dazu, den Versuch zu machen, ihre Stellungen zu verbessern. An den nreisten Stellen der Ostfront ist die Lage der russischen Schützengräben bei Beginn der Trauperiode nur schwer ertragbar, da sie meist tiefer als die deutschen Linien liegen. Im litauischen Seengebiet kommt d:es besonders stark zur Geltung. Vor Beginn den Offensive, die sehr starke Kräfte zusammeng, wurde daun auu) den russischen Soldaten gesagt: „Holt Euch die gute:: deutfchen Stellungen, Ihr müßt sie nehmen, damit Ihr aus dem Wasser herauskommt!" Am 18. morgens begannen die Angriffe >auf dem Mrizen Frontteil. An ein paar Steller:, so nördlich von Pvstawy, versuchten stärkere Abteilungen im Morgengrauen ohne Artillerievorbereitung einen Ueber- fall. Sie wurden leicht zurückgewiesen u:rd zwei Stunden spater begann die rnss. Artillerie, die südlich des Wiszniew- sees und nördlich von Pvstawy besonders stark einsetzte. Auf eine ganz schmale Frontseite bei Pvstawy fielen mehrere tausend Grarmten, der Erfolg des Trommelfeuers war ein ganz außerordentlich geringer, so daß die nun anstürmenden russischen Massen in Pernichtendes Infanterie- und Maschinen gewehrfeuer kamen. In dichte:: Haufen sanken die russ:schen Stürmer, die an keiner Stelle das deutsck)e Hin- dernrs erreichten, trotzdem die Linien von 400 Meter Entfernung sich zuweilen bis auf 80 Meter nähern. -Südlich des Naroszsees, wo die deutsche Front zurückspringt und Geleaenhett zum Flankieren gibt, wurden allein 3000 russische Lerchen vor unserer Linie gezählt. Hier waren die Anstürme den ganzer: Tag in mehreren Wellen wiederholt worden, währertd bei Pvstawy nach dem Hauptangriss am 18. kein weiterer ernstlicher Versuch gemacht wurde.
Der allgemeine Eindruck ist vorläufig der, daß trotz der starken Vorbereitungen nicht mehr d:e frühere Rück- s:chtslosigkeit in dem Einsatz der russische:: Massen herrscht. w:e früher. Daß sich ttotzdsm die Rrffsen von der Offensive großen Erfolg versprachen, zeigt die Tatsache, daß sie neben den sehr bedeutenden Jnfanteriemassei: Kavallerie bereitgestellt haben, nm zu verfolgen. Die Stimmung unserer deutschen Verteidiger, die geradezu erstaunlich geringe Verluste gehabt haben, ist zuversichtlich und n«h-r als das, sie ist freudig, daß der lange Stellungskrieg unterbrochen ist. Die Tausende von russischen Leiche:: vor der Front, mW die leichte Sicherheit, mit der die Stürme bisher abgewiesen wurden, erhöl)t die karnpsesfrohe Zrwersicht. In der Nacht vom 18. zun: 19. herrschte Ruhe.
Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.
Aus dem Reiche.
Brot- und Buttertarten auf der Reise.
Ter Bund Deutscher Verkehrs-Vereine und der Verband reisen» der Kaufleute Deutschlands haben zur einheitlichen Regelung der Brot- und Butterkarteu für den Frem- denvcyckehr eure Eingabe an das Reichsamt des Jrmern eingereicht. Ir: dieser Eingabe wird daraus hingewiesen, daß es im Reiseverkehr unangenehm empfunden wird, daß die Brvt- und Butterkarten nicht in allen Bundesstaaten und innerhalb der einzelnen Gebiete auch nicht in aller: Stäben Gültigkeit haben. Dieser Mißstmrd nuache sich namentlich bei Tages reisen geltend, besonders wenn die Reisenden bei eintägigeu: 4lus«tthaLt in einer Stadt kein Gastzimmer auffuchen und infolgedessen keine Tagesbrotkaartr «Haltern Tvi seck Llnfang MarK dieses Jahres die süddeutschen Bundesstaaten. Bayern, Sachse::, Württemberg, Baden und die Reichslande die Brotkatte der einzelnen Staaten gegenseitig anerkennen, so hat der Bund Deutscher Verkehrs-Vereme und der Verband veisender Kaufleute Deutschlands das Reichsamt des Innern gebeten, dahin m wirken, daß auch Preußen und die cotberen norddeutschen Bundesstaaten sich diesem Vorgehen anschkiehen, so daß ans diese Weife die Reisebrotlarte (Tageskarte) überall in Deutschland Gültigkeit erhalte. Tie gleick-e Gültigkeck für das ganze Reich ist auch für die Butterkcrrte angeregt worden GleickHeitig hat der Bund Deutscher Verkehrs-Vereine besonders darauf hingewiesen, daß es außevordenttich wertvoll sein würde, wenn das Reichsantt des Innern jetzt schm Vorkehrungen treffen würde, damck für die Hauptreisezeit denjenigen Städten und Sommerfrischen, die während dieser Zeit mit einem starken vorübergehenden Fremdenverkehr zu rechnen haben, entsprechend größere Margen Butter, Brot und andere Lebensmittel zugewiesen werden können.
Eine Reichsftelle für bürgerliche Kleidung.
Berlin, 20. Mär-. (WTB. Nichtamtlich.) Um für die mru- derbemittelte Bevölkerung bei längerer Kriegsdauer die notwendige Bekleidung, in erster Lüne bas erforderliche Unterzeirg, 8ü angemessenen Preisen Wir Verfügung zu haben, wurde eckw Reichs st eile für bürgerliche Kleidung (Reichsbe- lleidungsstelle) eingerichtet. Zum Vorsitzenden wurde der sächsische Geheimrat, Oberbürgermeister Beutler, bestellt. Der Reichsbelleümngsstelle obliegt die Vorbereitung der zu treffenden Maßnahmen, die Bewirtschaftung der Vorräte und ihre Verteilung, solme die Sorge für Ersatzstoffe. Die Stelle wird zimächst im Ern- vernehnren mck der Heeresverwaltung festAustellen haben, was von den beschlagmchnttM Textilware:: für die bürgerliche Bevölkerung fteigegeben und der Reichobellerdungsstelle überlasse:: werden kann. Hiernach wird zu prüfen und zu bestimmen sein, nweiter an Rohstoffen, Halb- und Fertiglvaren im Reich zu greifen und welche Ersatzstoffe zu beschaffen sein :verden. Daneben ist der Bedarf zu ermitteln. Nach Feststellung des Vorrats, Zuwachses und Bedarfs wird es Ausgabe der Reichsbekleidungsstelle sein, einen Berteckungsschlüssel zu finden. Inzwischen wird über die Form der Varratssicherung und -V-etteckung erne Entschließung zu treffen sein. Zur Beg,ttachtung aller Fragen wird der Reichsstelle ein engerer Beirat von Sachverständigen beigegeben.
Die Grünwmg eines Deutschen Reichsverbandes für Frauenstimmrecht.
Am 18. und 19. März haben sich rn Weimar die beiden größten und ältesten deutschen Fraumstimmrechtsorganisatck'mm, der Deutsche Verband für Frauenstimmrecht und dic Deutsche Vereinigung für Frauenstimmrecht zu einer neuen Organisation, dem Deutschen Re:chsver- band für Frauenstimmrecht, zusmmnengejästosjen Der „Verband" entstand 1904, auf Grundlage des Deutschen Vereuu- für Frauenstinrmrecht von 1902, die .Bereinigung" 1911, aus dem Westdeutschen und dem Schlesischen Stimnrrechtsverband von 1907 und 1908. Dxr Deutsche Verband Umfaßte 10 LandeK- vereinc mck 80 Ortsgruppen, die Vereinigung 4 Landesverbände mit 38 OttAgruppen.
Rnegsbrieft aus dem Osten.
Bon unserem zum Ostheere erttsandten Krü^;sberichtertz«1ter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Die russische Offensive gegen das litauische Seengebiet.
Operbefehlshiaber Ost, den 19. März. Was nick dem Fortschreiten mck> dem Befestigen, unserer Erfolge von der West.pDnt zu erwarten war,, ish einMreten,
Berlin, 20. März. (WTB.) Ter Acltestenrat dcS Abgeordnetenhauses beschloß, dem Vorschläge der Staats- regierrmg znzustirnme::, daß der Landtag vom 1. April bis 31. Dtai vertagt werden, aber der Ausschuß znr Vorberatung des Schätz- imgsämtergesetzes Wecker beraten soll. Jtie letzte Sitzung vor der Vertagung ist fitr bei: 22. März tn Aussicht genommen.
Berlin, 20. März. (WTB.) Ter E v a n g e l: s che O b e r- kirchenrat und die Vorstände der preußische:, Zentralkassen für wirtschaftliche Versorgung der evangelischen Geistlick)en haben bs- schlossen, iiMesamt 16 720 000 Mark auf die vierte KrieaSamewe zu zeichnen.


