Ausgabe 
21.3.1916 Erstes Blatt
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rb Darmstadt, 30. März. Die Erste Kammer der Land' ande ist für Donnerstag den 30. nnd Freitag den 31 . Mär-, zur Abhaltung ihrer Staatsvoranschlagsberatung znsam menberusen worden. Der Finanzausschuß der Ersten SV a m m c r tritt Ende dieser Woche zur Borbera tnng des Staatsvoranschlags zusammen.

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Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande!

Aus Stadt nnd Land.

Gießen. 21. März 1916.

Die Sicherheit der deutschen Kriegsanleihen.

Aengstlichen Gemütern kcurn man nicht oft genug er­klären, daß in die unbedingte Sicherheit des in Kriegsanleihe angelegten G-eldes nicht der kleinste Zweifel zu fetzen ist. Aber wte es immer noch Leute gibt, die sich keinen rechten Begriff von der Bedeutung unserer militäri­schen Erfolge machen können, so werden auch die anderen nicht alle, die immer wieder wissen wollen, ob es denn tat­sächlich ganz unmöglich ist, daß den Reichsanleihen etwas passieren kann. Ja, es ist tatsächlich ganz unmög- l i ch. Und die Sicherheit ist um so größer, je bestimmter der Wille zum Sieg ausgedrückt wird. Daraus kann man er­sehen, wie wichtig es ist, daß das Volk in seiner finanziellen A b w e h r . n i ch t erlahmt.

Je bereitwilliger die Kviegskoften ausgebracht werden, desto sicherer ist der Sieg und die Zukunst des deutschen Vermögens. Mit Hilfe der drei ersten Kriegsanleihen hat sich das deutsche Volk die Gewißheit erkämpft, daß es nicht mehr besiegt werden kann. Nun muß als weiterer Kampf­preis der endgültige Sieg über den Feind errungen werden. Das ist ein Ziel, welches die Kosten lohnt, und zur Et> reichung dieses Ziels trägt jeder Zeichner der vierten Kriegs­anleihe das Seine bei. Man darf also sagen, daß die Sicherheit der deutschen Kriegsanleihen mit der Bereitschaft des Volkes zur Erfüllung der Zahlpflicht wächst.

Sie ist ferner in bern Reichtum Deutschlands begründet. Der Wert des deutschen Bolksvermögens ist auf 330000 Millionen Mark berechnet worden: und das jähr­liche Gesamteinkommen beträgt etwa 40000 Millionen. Die drei ersten Kriegsanleihen machen also mit ihren 25 000 Millionen erst den vierzehnten Teil des Volksvermögens, und der jährliche Zinsenaufwand von 1250 Millionen macht erst den zweiunddreißigsten Teil des Gesanrteinkommens aus. Ohne Zweifel stellt der Krieg Geldansprüche von einer Größe, wie sie nie zuvor erlebt wurde; aber er Hut zugleich dm Beweis erbracht, daß das Deutsche Reich imstande ist, d.ese außergewöhnlichen Bedingungen zu erfüllen Es sind Opfer, die sich bezahlt machen; denn das deutsche Wirt­schaftsleben besitzt, wie aus der Rentabilität des gewerb- lieben Kapitals zu ersehen ist, die Fähigkeit, aus jeder Lebensbedingung Kapital zu schlagen. Das Deutsche Reich aber wird die Zinsen seiner Anleihen auch unter den un­günstigsten Bedingungen zahlen. Diese Verpflichtung ist das erste Gebot, das beachtet werden muß, da von seiner Wahrung »die Möglichkeit abhängt, an der Weltwirtschaft teilzunehmen. Und kein vernünftiger Mensch zweifelt wohl daran, daß Deutschland nach dem Kriege seine Stellung im Welthandel und Weltverkehr wieder einnehmen wird. Es gcbt Dinge, die undenkbar sind; und dazu gehört die Vor­stellung, daß eine Schuldverschreibung des Deutschen Reiches je in Not geraten könnte.

Das Deutsche Reich ist in der Aufbringung des Geldes fiir die Kriegsführung nicht vom Ausland abhängig. Seine Anleihen werden zwar im neutralen Auslande gern gekauft, weil sie eine hervorragend gute und hoch rentie­rende Kapitalsanlage sind; die'Beteiligung des Auslandes ist aber durchaus nicht nötig. Sie ist eme Zugabe, die man gern mitnimmt, auf die die Reichsfinanzverwaltung jedoch ebenso gut verzichten könnte. Wenn die Neutralen deutsche Reichsschuldverschreibungen kaufen, so tun sie dies lediglich um ihres eigenen Vorteils willen. Natürlich suchen sie dabei auch die für sie günstige Lage des Markkurses auszunutzen. Daß die gegenwärtige Gestaltung der Geldkurse auf Zu­fallsursachen beruht und nicht das Mindeste mit der Frage der Sicherheit der deutschen Reichsanleihe zu tun hat, ist feststehend und bekannt. Man lasse sich deshalb nicht durch die absichtliche Entstellung des wahren Sachverhalts, wie sie von den Feinden geübt wird, um die deutsche Finanzkraft in Mißkredit zu bringen, in die Irre lreiben. Die wirksamste Verteidigung der Reichsmark gegen die Lügen der Feinde wird ein möglichst großer Erfolg der vierten Kriegsanleihe bilden. Denk jeder daran, daß er den Engländern und Franzosen ans ihre Verleumdung der deut­schen Keldbereitschaft die gebührende Antwort erteilen kann, indem er einen recht hohen Betrag Kriegsanleihe zeichnet.

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Auszeichnung. Oberschwester Helene R o ch o II von der Augenklinik und Frau Professor Höhlbaum wurden mit der Roten Kreuzmedaille 3. Klasse ausgezeichnet.

* Amtliche Personalnachrichten. Die Groß­herzogin hat am 18. Marz 1916 den Assistenten bei der Ge- werbeinspektiou Darmstadt, Gewerberat Otto Diefenbach, zum Gewerbeinspektor bei der Gewerbeinspektion Offenbach ernannt. - Ueberlragen wurden: Am 15. März der Schulamtsaspirantin Barbara Uhr ig aus Horchheiin eine Lehrerinstelle an der Volks­schule zu Bodenheim, Kreis Oppenheim; am 17. März dem Schul­amtsaspiranten Karl Eckhard ans Ober»Saulhe:m eine Lehrer­stelle an der Volksschule zu Spachbrücken, Kreis Dieburg. Die 0-roßherzogiu hat am 1. März ds. Js. dem Lokonwttvsührer in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Heinr. Müller m Bischossheim aus Anlaß seiner am 1. März d. I. erfolgten Der- setzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Personal Nachrichten bet Eisenbahndirek- tion Mainz. Berscht: Regierunasbaumeister Müller von Mainz nach Kreuznach. Sonstiges: Dem mit den Geschäften des Nechnungsdirektors bei der Mrlitär-Generaldirektion der Eisen- bahnen in Brüssel betrauten Bureauvorsteher Jung ist der Cha­rakter als Rechnungsrat verliehen worden. Dem Regierungs- baunreisler Müller ist die Vertretung des erkrankten Vorstands des Betriebsamts in Kreuznach übertragen worden. Der bis­herige Vertreter des Vorstandes des techn. Bureaus, Rechnungs- rat Kolb, ist auf seinen Antrag von dieser Tätigkeit ent­bunden worden. An seiner Stelle ist der technische Eisenbahn- sekretnr E p st e i n nrit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Vorstandes des technischen Bureaus beauftragt worden.

** Einschränkung des Fleischgenusses. Im Interesse der unbedingt notwendigen Einschränkung des Fleischverbrauchs neuerdings eine sür das ganze Groft- herzogtum gültige Anordnung erlassen worden, wonach Ho­tels, Ga st - und Speisewictschaften, Kas tu o s, Speisean st alten usw. künftighin stets nur einen F l e i s ch g a u g bei einer Mahlzeit verabreichen dürfen. Da­neben bleiben die jleischlosen Tage selbstverständlich bestehen.

Von oer vaunmuocwj.a Sc,utnuug der Bevölreruitg darf er­wartet werden, daß sic daS ihrige zum Befolg dieser Aiv- Ordnungen beiträgt und daß sie. sich auch itt P r i v a t Haus­haltungen eine möglichste Einschränkung des Fleischgenusses angelegen seilt läßt, namentlich auch bei Familienfeiern wie K o n f i r nt a t i o n e n, K i n d- tausen und dergl. mehr. Das sollten sich insbesondere auch diejenigen Haushaltungen gesagt sein lassen, die durch sog. Hausschlachtungelt reiche Fleischmengen zur Ver­fügung haben. Die Fleischvorräte sind ausreichend, aber jeder unnötige Verbrauch muß unbedingt vermieden werden. Wie wir hören, schweben deshalb zurzeit Erwägungen dar­über, ob nicht auch im Grobherzogtum F l e i s ch k a r t e n einzuführen sein dürften.

** Geschützdonner aus dem Westen. Wie aus zahlreichen Mitteilungen an uns hervorgeht, und wie wir selbst festgestellt haben, wurde vorgestern und besonders gestern in unserer Gegend heftiger Geschützdonner vernom­men. Die zeitlich scharf begrenzten Schallphänomene wurden sogar im Weichbild der Stadt gehört. Daß es sich diesmal wiederum um Kanonendonner aus dem Westen handelt, muß man bei der außerordentlichen Schallstärke solange in Zweifel ziehen, als nicht feststeht, ob auf einem weniger entfernten Schießplätze ein Versuchsschießen mit schweren Geschützen stattgefunden hat. Gegen diese Annahme spricht allerdings wieder die zeitliche Dauer des Schießens und die rasche Auf­einanderfolge der einzelnen Schüsse.

** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteilt: Es sei nochmals darauf littrgennesen, daß die neulich ausgefallene 14. Tienstags-Abonnements-Vorstellung heute abend stattfindet. Gegeben wirdTer Richter von Zalainea".

** QHefcener H a u s f ra u e n - Ve r e i n. Am Mittwoch, den 22. ds. Mts., findet von 4 bis 6 Uhr nachmittags für Mit­glieder die Vorführung der Röstpfanne in ihrer Anwendung in der Geschäftsstelle, Mäusburg 5, statt.

** Verwundete u nd erkranktcKriegsteilneh- mer seien daraus hingewiesen, daß am Mittwoch, den 22. l. Mts., abends 7i/ t Uhr, im Soldaten he im eine ausklärende Besprechung der Invaliden-- und Hinterbliebenen- Ver sichern n g stattfindet. Außer den Leistungen dieser Ver­sicherung lvird die Berechnung der Renten sowie die Geltend­machung der Ansprüche eingehend erläutert. Dienstag und Freitag nachmittags von 23 Uhr findet außerdem unent­geltliche Beratung der Kriegsteilnehmer in aUen Fragen der sozialen Gesetzgebung im Soldatenheim statt.

Landkreis Gießen.

Leihgestern, 21. März. 186 Schüler der hiesigen Schule zeichneten für die 4. Kriegsanleihe den Betrag von 1593 Mk.

-.Obbornhofen, 31. März. Tie S ch ü l e r der hiesigen Volksschule zeichneten für die 4. Kriegsanleihe 1600 Mk. Auch bei der Goldsannnlung beteiligten sie sich rege und brachten 500 Mk. zur Ablieferung.

E. Stockhausen , 21. März. Auf Anregung des Lehrers i. P. C. Becker in Laubach, der mährend der Kriegszeit die hiesige verwaiste Schulstelle versieht, sind von der hiesigen, 28 Schüler zählenden Schulklasse, von der 19 Schüler zeichneten, auf die vierte Kriegsanleihe 610 Mark gezeichnet worden. Dies ist gewiß ein schöner Erfolg, ivenn man bedenkt, daß Stockhausen nur 150 Ein­wohner zählt.

M. Treis a. Lda., 21. März. Vorgestern nachmittag wurde auf dem hiesigen Friedhof der am 25. September 1914 in Frank­reich gefallene Unteroffizier Heinrich Klein von hier unter zahl­reicher Beteiligung der ganzen Gemeinde feierlich beigesetzt. Tic militärischen Ehrenbezeirgnngen erwies ihm ein Kommando des Ersatzbataillons zu Gießen. Am Abend fand in Benners Saal eine gut besuchte Versammlung statt, in welcher ein aufklärender Vortrag .über die neue Kriegsanleihe gehalten wurde. Hier sind schon bei dein Bor schußverein und bei der Post nahezu 30 000 Mark gezeichnet worden. In der Schule wurden etwas über 900 Mark für diesen Zweck aufgebracht Die von der Schul­behörde angeregte Eiersammlung der Schulkinder hat bei den hiesigen Schulen großen Anklang gefunden, so daß bis jetzt schon 300 Stück an den hiesigen Ortsausschuß für das Rote Kreuz abgeliefert loerden konnten.

S Bersrod, 21. März. In unserem knapp 400 Ein­wohner zählenden Dörfchen zeichneten die Schulkinder 2048 Mark für die 4. Kriegsanleihe. Kanonier Ranft von hier winche im Westen an beiden Beinen schwer verwundet und teilweise verschüttet. Mit Heldenmut rettete ihn sein ^Leutnant unter schwerem Grcmatfeuer vom sicheren Tode.

-m- Münster, 21. März. Die Mitglieder der hiesigen Schul­sparkasse zeichneten zur 4. Kriegsanleihe 3800 Mark. Zur 2. Kriegsanleihe waren 200 Mk. und zur dritten 3100 Mk. gezeichnet worden.

Z. Geilshausen, 31. März Unsere S ch ü l e r brachten 2700 Mk. sür die vierte Kriegsanleihe zusammen. Gefreiter Heinrich Fabel beim Infanterie-Regiment 254 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Kreis Büdingen.

Bl. Heuchelheim i. d. W., 21. Mär-. Dieser Tage fand dahier die GemralVersammlung des landwirtschaftlichen Konsumvereins statt. Im Anschluß daran hielt der lang­jährige Direktor des Vereins, Lehrer Maurer, einen Bortrag über die 4. Kriegsanleihe. Bon welch glänzendem Erfolge seine Werbetätigkeit war, zeigte sich am folgenden Tage, denn vott 21 Kindern wurden nicht weniger als 1661 Mk. gezeichnet, die der Bezirkssparkasse zu Nidda zum Eintrag in das Kriegsspav- kassenkmch der hiesigen Schule übergeben werden konnten.

Bl. Blofeld, 21. März. In der hiesigen Schule lourden von 33 Schülern 983 Mk. für die 4. Kriegsanleihe gezeichnet.

§ Blofeld. 20. März. Zur 4. Kriegsanleihe zeichneten 32 Schüler die schöne Summe von 983 Mark.

Kreis Schotten.

ßauböd), 31. März. Die Schüler der diesigen Volks­schule haben sich auch diesmal wieder eifrig an der Zeichnung für die Kriegsanleihe beteiligt. Ueber 3500 Mk. sind eingegangen, davon waren 1872 Mk. in kleineren Beträgen.

^ M i ch e l b a ch. 20. März. In der hiesigen Schule wurden 600 Mk. für die 4. Kriegsanleihe gezeichnet.

Kreis Friedberg.

Bl. Friedberg, 21. Mär-, Tie Firma Franz Megerle feierte vorgestern das Fest der 40 jährigen Tätigkeit ihres Mit­arbeiters August Meier. Neben dem Inhaber der Firma Me­gerle hatten sich der Präsident, der Syndikus, sowie sämtliche hier wohnhaften derzeitigen Mitglieder der Handelskammer im Hause des Jubilars emgefuiüren. Ter Präsident der HandAs- kammer. Heinrich Langsdorf, überreichte im Namen der Kam­mer als äußeres Zeichen der Anerkennung ein künstlerisch ausge- ftattetes Diplom.

Bl. Friedberg. 21. März. Tie Schüler des hiesigen Realgymnasiums und der Augustinerschule zeichneten 13 000 Mk. für die 4. Kriegsanleihe. Tre Schüler der Ernst-Ludwigs-Schule zu>-Nauheim zeichneten fttt die 4. Kriegsanleihe 8411 Mk.

** Ans de m Kreise Friedberg, 21. März. Bei den W a h l e n z u m Kr eis tag, die am verflossenen Samstag statt- gesunden haben wurde im Bezirk Niederweisel Bürgermeister W e t t n e r - Rotenberg neu- und im Bezirk Gambach Bürger­meister R e u h l wiedergewählt. Bei der Wähl im Bezirk Meder- ftorstadt wurde der Landwirt Otto Ries von Weckesheim neu-

gewählt^ o h n b a ch (Wetterau), 21. März. Am Donnerstan abend hielt Lehrer Köhler einen belehrenden Vortrag über die 4. Kriegs­anleihe. Zufolge seiner regen Werbetätigkeit sind von den Schülern 2501 Mk. gezeichnet worden. . . . .

Bad-Nauheim, 21. Marz. Den Tod im Großen Teich suchte der Taglöhner Bernhard St oll VI., Selmurgasse. Tie Leiche nmrde erst jetzt nach etwa vier Wochen gefunden. Die hiesige israelitische Gemeuide feierte am Samstag das goldene

Juduäum des Bestehens ihrer gegewärtigen Synagoge. Im Hinblick auf den Ernst der Zeit hatte, inan von einer besonderen Feier Abstand genommen. Nur in einer Festansprache beim Gottes­dienst gedachte Synagogenvorsteher Louis Löb der Bedeutung des Tages sür die Gemeinde.

Bl. Rodheim v. d. H., 21. März. Zur 4. Kriegs­anleihe sind von hiesigen Ortseinwohnern an der Spar- und Leihkasse dahier, sowie auch in den Friedberger Bankinstituten ganz erhebliche Beträge gezeichnet worden. In der Volks- schule beliefen sich die Zeichnungen der Schüler auf 7400 Mk., getviß ein Beweis für die vaterländische Gesinnung unserer Schul- jugend. Tie Gemeinde Rodheim hat bei den früheren Zeichnungen etwas Ordentliches zuwege gebracht und wird auch dresmal ihr: Pflicht tun.

Starkenburg und Nheinhessen.

Rüfselsheim, 21. März. Ein Großfeuer ver­nichtete die GastwirtschaftZur Nosenhöhe" bis auf die Grund­mauern. Ter Schaden ist sehr erheblich, da der Besitzer sein Eigen­tum nur gering versichert hatte.

% Kreis Wetzlar.

d. Dor nholzh ausen, 21. März. Bon hiesigen Schulkindern wurde auf die 4. Kriegsanleihe der Betrag von 3000 Mk. gezeichnet. Die rege Beteiligung der aus nur 55 Kindern bestehenden Klasse verdient Nachahmung.

Hessen-Nassau.

Die Hamburger Umgehungsbahn.

= Frankfurt a. M., 21. März. Die Arbeiten zur selbständigen Einführung der Homburger Bahn in den Hauptbahnhof mit Umgehung des Bahnhofs West sind seit einigen Monaten in vollem Gauge. Die Linie nimmt in weitem Maße auf die Wünsche der Stadt zur schienenfreien Durchführung und Verbreiterung städtischer Straßen vom Zentrum nach den Peripherien Großfrankfurts Rücksicht. Sie zweigt an der Gabelung der Bäderbahn von der bis­herigen Homburger Linie südlich vom Bahnhof Rödelheim ab und führt in weitem nach Osten offenen Bogen um das Luftschiffhafengelände in die Wiesbadener Strecken ein. jedoch als selbständige Linie. Der Bahnkörper dieser kurzen Strecke überschreitet, um jede Gleisüberführung zu ver­meiden, etwa 20 größere oder kleinere Brücken aus Beton. Die umfangreichen Arbeiten, zu deren Herstellung zahlreiche Kriegsgefangene herangezogen sind, erfordern etwa fünf Millionen Mark.

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Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 22. März 1916 « Ziemlich wolkig, zeitweise leichte Niederschläge, Temperatur wenig geändert.

Letzte Nachrichten.

Keine Sonderfriedensbestrebungen der Türkei.

i. Köln^ 21. März. LautKöln. Ztg." trat der türkische Botschafter in Bern in einer Besprechung, die er mit einem Vertreter desBerner Tageblattes" hatte, den von der franzö­sischen Presse verbreiteten Gerüchten über Sonderfriedens­bestrebungen der Türkei entgegen, die offenkundig darauf abzielten, Mißtrauen zwischen der Türkei und ihren Verbündeten zu säen. Die Türkei habe bis jetzt ihre Pflicht getan und werde forl- sahren, an der Seite der verbündeten Mächte zu kämpfen, bis zum endgültigen Siege.

Das Gefecht an der griechischen Grenze.

r. (zb.) Ueber das Gefecht beim Doiransee, das die Ruhe auf dem südöstliche Kriegsschauplatz seit längerer Zeit zum ersten­mal unterbrochen hat, meldet der bei der Armee von Gallwitz zu­gelassene Spezialberichterstatter der .Köln. Zig.": Die Fran­zosen drangen in einen westlich des Doiransees gelegenen Ort ein und griffen mit überlegenen Kräften die dort gelegene deutsche Feldwache an. Im Laufe des sich entspinnend«: Scharmützels wandte sich aber bald das Blatt. Nachden: aus beiden Seilen Ar­tillerie eingegriften hatte, wurde der Feind nach nicht unerheb­lichen Verlusten zurückgetrieben. Er mußte eine Anzahl Gefan­gene in unseren Händ«: lass«:. An sich ist diesem Vorfall natür­lich wenig Bedeutung beizumessen. Auch ist nicht gerade wahr­scheinlich, daß er weitere Folgen :mch sich ziehen wird. Immer­hin ist zu bedenken, daß solch große kampfbereite Heeresmassen, toie sie sich an der Nordgrenze Griechenlands aufgestant gegen­überliegen, durch den Nein«: Anstoß in Bewegung gebracht wer­den können.

Aus Saloniki.

i. Köln, 21. März. Ter bei der Armee von Gallwitz weilende Sonderbericktterstatter der.Köln. Ztg." meldet, daß Flücht­linge, die auf deutsch-bulgarisehes Gebiet übertreten, erzählen, die Stimmung der Salonikier Bevölkerung gegen die Engländer werde immer mtgünsttger. Die englischen Solkwten führen ein wüstes Leben und treiben einen schnmngvollen Handel mit Montterungs- stücken. Sie verkaufen Mäntel und Lederzeug, um neues zu erhalten, das sie wieder verkaufen. Militärische Konserven werden allenthalben zu Schleuderpreisen angeboten. Die häufige Trunken­heit der Soldaten macht den Eindruck, daß die Disziplin stark nachgelassen hat.

Das schöne, strahlendweiße Licht und die große Stromersparnis gegenüber ge­wöhnlichen Metalldrahtlampen find die Lauptvorzüge der neuen Wotan-Lampen Type *G"* Für jede elektrische Licht- anlage mit Vorteil verwendbar.

Man verlange Informalionsmaterial bct den In- siallateuren und in den etnschlü !gen Geschüfken. Beim Einkauf beachte man die gesehlich geschützte braune Marke auf der grünen Verpackung und die Marke auf der campe.

In Gießen crbältlick beim Elektrizitätswerk und in allcrr bcffercnJnstallntiouSgeschäften.