Ausgabe 
20.3.1916 Erstes Blatt
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^i'ti Uo-ff-Qt Angriff der feindlichen Aufklärungsabteilung, südlich des Fleckens Tweretsch, sich westlich des Bogineskojesees (16 Kilo- 7neter) tmesen wir durch Feuer ab. In der Gebend von Livsk, nördlich des Wygonopskojesees, versuchte der Feind die Offene ftve zu ergreifen, wurde aber durch Feuer abgewiesen.

> "ukasusfront: Auf der weiteren Verfolgung der Tür­ken in Richtung auf Erzignan besetzten wir das Dorf Kotur, süd­westlich der Stadt Mamachatum (neun Werst) und drängten den l5eind, der euren Gegenangriff versuchte, mit schweren Verlusten nach Westen zurück.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 18. März. (WTB.) Das Hauvtguar- tier teilt mit' An den Dardanellen hat am 17. März ein Krcu^r ohne Wirkung die Umgebung von Teke Buruu und Beyaz -^epe beschossen. Zwei feindlick-e Flugzeuge, welche die Halbinsel ^fulUwlr überflogen, wurden von einem unserer Kampfflugzeuge kurt Maschinengcioehrfeuer beschossen und gezwungen, zu flieben An der Kaukasusfront erbeuteten wir am 16. März nach einem von unserem linken Flügel ausgeführten Gegen- angriff zahlreiche Ausrüstungsstücke. Sonst nichts von Bedeutung

Die Kämpfe bei Aden.

London, 18. März. (WTB.) Amtliche Meldung. Eine von drei deutschen Offizieren begleitete türkische Abteilung griff am 16. d. Mts. den britischen Vorposten bei Jmad, 10 Meilen von Aden, an^ holte sich -eine schwere Schlappe und wurde vier Meilen weit verfolgt. Am nächsten Tage wurden 17 tote Türken gefunden. Unsere Verluste waren: ein Inder tot, ein britischer Offizier und 16 Soldaten verwundet.

^s^r Ferri beklagte die Unaufrichtigkeit der Interventionisten, Jj® schchl .den Mut hätten, die Verantwortung zu tragen. In Italien fei eine unheilvolle Nebenregierung der Freimaurer-Groß- loge entstanden. Ferri erklärte, heute wie früher ein entschiedener Kriegsgegner zu sein, und ein baldiges Ende des Völkerkampfes zu wünschen. per immer wieder ausbrcchende Tumult artete in rvftde Kampffzeneu aus.

Eine neue russische Kriegsanleihe.

Petersburg, 18. März. (WTB- Nichtamtlich.) Mel- ohug der Petersburger Telegraphen-Agentur. Durch einen mrferlrchen Erlast wurde die Ausgabe einer neuen K r r e b s a n l e i h e van zwei Milliarden Rubel angeordnet Der 'Zinsfuß beträgt fünfeinhalb Prozent. Die Tilgung soll rn zehn Zähren erfolgen.

Der Zeekrieg.

Die Ergebnisse unseres N-BootkriegeS.

erlin, 19 März. (WTB.) Wie wir an zuständiger Stelle

erfahren, sind nach den bisher eingegangcnen Meldungen in b tt Dom 1 bis 18. März d. Js. neuuzehn feind

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Brutto -Regi st er

Tubantia".

Verleihung des Ordens Ponr le m^rite.

Ma gdeburg, 19. März. (WTB. Nichtamtlich.) Wie dieMagdeburgische Zeitung" meldet, verlieh Seine Maje­stät der Kaiser dem' Hauptmann Haup t und dem Ober leutnant von Brandts vom IUfanterie-Regiment Groß- Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin (4. Bran- denburgisches) Nr. 24, die mit 'ihren Konft-agnien als erste in das Fort Douaunront eindrangen, den Orden Pour le märrte.

Der Generalgorrverneur von Belgien an Kardinal Mercier.

Brüssel, 19. März. (WTB.) Auf den in den Kirchen der E^diEse Mecheln verlesenen F a st e n h i r t e n b r i e f des Kardinals Mercier hat der Herr General Gouverneur unter dem 15. März ein Schreiben pn teilte Eminenz gerichtet. Das Schreiben ist heute in Brüssel veröffentlicht worden und lautet wie folgt:

Eurer Eminenz bringe ich das Folgende zur Kenntnis: Von hoher Stelle, die in erster Linie zur Wahrung der Interessen der katholischen Kirche berufen ist, ist mir wiederholt auf das Be­stimmtes« bedeutet worden, Eure Eminenz würden nach ihrer Rückkehr von Rom volle Mäßigung bewahren. Ick durfte mich also der Erwartung hingeben, daß Eure Eminenz sich der Kund­gebungen enthalten würden, welche die Gemüter der leicht erreg­baren Bevölkerung Belgiens immer wieder in Verwirrung setzen. Aus diesem Grunde hatte ich auch davon abgesehen, eine Aus­einandersetzung mit Eurer 'Eminenz über die an Ihre Reise sich anknüpfenden Vorkommnisse herbeizuführen. Ich meine nämlich -feen Kollektivbrief der belgischen Bischöfe und die mißbräuch­liche politische Ausnutzung des freien Geleites, welc^s der Heilige Vater Eurer Eminenz zu rein kirchlichem Zwecke für die Fahrt zu ihm erwirkt hatte. Mit Ihrem neuen!

Eine Anklagerede in der französischen Kammer.

Paris, 16 März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Kammer besprach heute den vorläufigen rti r;J ur zweite Quartal 1916. Die Sitzung nahm einen

sehr lturmi schon Verlauf infolge des Eingreifens des De-

er Jcambray, eines ehemaligen Rittmeisters, der Ichon früher durch Angriffe gegen die oberste Heeres- l'Ztung hervorgetreten ist. .Heule verursachte Accambray einen L)iandal indem er eine vorbereitete Rede verlas, die die Bezi. Hun­gen zwischen der Regierung und der obersten Heeresleitung e.ner- jeits und der Kammer andererseits bemängelte und die Heeres­leitung angriff. Die Rede Accambrays verursachte einen allge- meinm Protest der Kammer. Ter Vorsitzende der radikalen Frak­tion, ü o u l e n s , erKarte, Accambray habe in seinen: eigenen -kamen gesprochen; die Vdehrheit der Parteigruppe erhebe aber gegen dessen unkluge Worte Einspruch. Nach zatzlreichen Ztmschen- Mtten wurde die Sitzung unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung beschloß die Kammer, Accambray das Wort zu ent­ziehen.

Bern, 18. März. (WTB. Nichtamtlich.) Aus der Rede Accambrays tn der Kammer ist folgendes nachzutragen: Accambrah sagte: Ich konnte mir den Bericht Pätains über die Offensive rn der Champagne verschaffen. Mir wurde versichert, daß die Regleruna von dem Bericht keine Kenntnis hatte. Ist das nicht schlimm? _ So erklärt sich also die Schwierigkeit unserer Aufgabe. Die Negierung steht unter der Heeresleitung und das Parlament unter der Regierung auf dieser Leiter der Hierarchie in Kriegszeiten. Mag man int Heere, tvo man Tinge berufsmäßig von einem besonderen Standpunkt aus ansieht, diese Organisation gut finden; so ist das begreiflich. Das Parlament kann aber eine ankere Meinung haben. Wenn die Regierung sich nicht auf das Parlament stützt, kann sie auf Irrwege geraten; ebenso stützt sich

Parlament .auf die öffentliche Meinung. Ter Redner will gewisse Satze aus einem Briefe verlesen, den er anl 18. November 1914 an den Ministerpräsidenten gerichtet hat. Ter Redner fährt fort. Ich erinnere an meinen grundlegenden Standpunkt- Das einzige Krttermm um einen Führer zu beurteilen, ist sein Erfolg.

Em Führer, der keinen Erfolg hat, ist vielleicht nicht schuldig, reden falls aber ungeeignet. (Neuer Lärm.) Nach einem Wortwechsel mit dem Kammerpräsidenten fährt der Redner fort: Das einzige Kriterium für die Regierung ist, sich zuerst zu vergewisiern, daß die . Heeresleitung Vertrauen in den Erfolg hat. Cm Verbrechen ist es aber, einem Führer ein Kommando zu ü.eben, der selbst nicht an den Erfolg glaubt. (Lärm.) Ter Redner zittert hierzu Stellen aus Napoleons Korrespondenz und sodann aus dem erwähnten Briese folgendes: Wie soll man es sich im Hinblick auf die Operationen nach der Marncschlacht erklären, daß der Oberbefehlshaber immer geschont wurde mib nur die Unter fuhrer gemäß regelt wurden? (Lärmende Zwischenrufe. Der Präsi

gebenen Versicherungen nicht nur nicht entsprochen, sondern Ihr Verhältnis zur okkupierenden Mackst aufs neue verschärft kami selbstverständlich nicht der geringste Zweifel bestehen, daß ich Eure Emmenz Niemals hindern würde, den Gläubigen das zu übermitteln, was der Heftige Vater durch Ihren Mund zu ihrer Kenntnis bringen läßt- Aber darüber hinaus ergehen Eure Ennnenz m Hirtenbriefen in rein politischen Erörte­rungen, wogegen ich entschieden Verwahrung ein- I e ge. Dabei muß ich es geradezu als unverantwortlich bezeichnen, wenn^Gure Eminenz in einer den Tatsachen offen widersprechenden Werse unbegründet« Hoffnungen auf den Kriegs- ausgang erwecken. Sv erwähnen Eine 'Eminenz, um Ihre Be­hauptungen zu sttchen, ungenaue Aeußerungen von Persönlichkeiten, me den Ereignissen völlig fern stehen nrrd sicherlich nicht als Sach- verstaninge gelten können. An einer Stelle suchen Sie damit zu wirk^i, daß ^e von der Möglichkeit sprechen, die Ihnen erwünschte Entscheidung könne von der Verbreitung ansteckender Krankheiten erhofft werden. Mft solchen Mftlkürlichkeüen versetzen Eure Emi-

fährt fort: Ich überlegte lange, was ich heute tue. Ich tat alles was ich konnte, uw es zu vermeiden. Wir stehen zwei Uebeln gegenüber: Werter m Untätigkeit zu verfaulen, lvährend vor Ver> J Unterbrechungen, Lärm: der Kammer-

tadelt die Ausführungen des Redners.) Dagegen beruft ftch Accambray auf die Redefreiheft und erklärt, daß er nur der ? ac & einer Ermahnung des Präsidenten an ^Kammer, die Ruhe zu vewahren, fährt der Redner fort: Tie öffentliche Mermmg muß hiermit befaßt werden, weft die Kammer nicht chre Pflicht getan hat. (Protestrufe.) Accambray bet ont m seinen werteren Ausführungen, daß auch er von dem Heldentum der Franzosen bei Verdun bewegt sei und den dort kommandierenden Führer schätze. Er fährt fort: Es handelt sich heute nicht um ihn, sondern um atckere. Ich habe das Bewußtsein nichts zu sagen, was nüht unsere Feinde wie unsere Alliierten: wußten. Nur wir und das Volk wissen nichts. Das Volk muß bie Negierung zu Taten zu zwingen, die sie Arlchurg meines Briefes fort:

den

zulässig hervorheben muß ich crics Ihrem Hirtenbrief noch die .Anivielung auf eine Bedrohung der religiösen Freiheit der B»° wolrerung im besetzten Gebiet. Eure Eminenz wissen am besten, ime völlig ungerechtfertigt diese Berdckhttgung ist.

Unter diesen Umständen werde ich entgegen meiner bis- Icf-l Sö7 !- 9 .'? lu t nunmehr jede im Schutze der Kultus-

tfreihei^ betriebene vofttische Betätigung und Schürung feindseliger

.Gesmnnng gegen die völkerrechtlich legitime Autorität der okku­pierenden Macht unnachsichtlich verfolgen, wie ich es chMchtgemaß ans grund meiner Verordnungen und in Erfüllung

fmemer Aufg^en tun mrch Wenn ich bisher Verstöße von Geist-1 ^ Paris, 18 März. (WTB.Nichtamtlich.) Meldung der Aaence ^E^Wege der kirchlichen Disziplin über-1 ^ Kammer gab Finanzminister Ribot am

. . - __Präsi-

._ -ts. r . Hinweis auf die Tagesordnung die Erörterung

von Dmgen.hindern, dre der Feind nicht zu wissen brauche.)

ort: ( ^ ie ^ren eine Geheimsitzung verweigert, und die Regierung verweigert eine Interpellation. Welche Mittel 22f der v^schiedensten Proteste des Präsi-

deuten setzt der Redner seine Ausführungen fort: Ich verweigere der Regierung mem Vertrauen mrd gebe die Gründe für meine BerweigeTNMgan. Als der M ebner mit Verlesung der angesarrOmen Brtefstelle svrtfahren wollte, wurde ihm das Mort entzogen

Eine Rede des französischen Finanzministers.

'keinerlei (Hftolg mehr zu <nwarten. Ich^sogcrr^meh^ch^h? l^rrer Eminenz die moralische Verantwortung dafür zu- Fchrecken, daß viele Geistliche sich zu bedauerlichen Vergehungen mrrreitzen lassen und sich tefts schwere Strafen zu ziehen. Eure KS werden nnr wieder entgegnen wollen, daß ich die einzelnen Ausführungen des Hirtenbriefes mißverstanden oder ihnen eine Anlegung gegeben hätte, welche nicht in Ihrem Sinne war. Ta idewrttge Ausemanoersetznngen keinerlei Früchte ttagen, bin ich

tzrttfinden m taffen. Ich bin iwelmehr fest entschlossen m Zukunft Nicht mehr zu dulden, daß Eure Emmmz untar Mihbmuch Ihr« hohen Amtes itnü der ^krem kirchlichen .Kleide schuldigen Ehrerbietung eine polittsche für welche jeder einfache Bürger zur ge­richtlichen Verantwvrttina gezogen werden würde. I ch w Gure Eminenz, nichst mehr mit politischer »« gung hervorzutreten.

Genehmigen Eure Eminenz achtung

arne Betäti

den Ausdruck ausgezeichneter Hvch-

'i r 5:^ err - Pissina, General-Gouverneur, gesprochen wnb wird überall im Deut­schen Reiche bte lauteste Billigung finden!

Ein Soziatistenstnrm gegen Satandra.

Berlin, 20. März. Tie Samstagsitzung der italieni- ächen Kammer brachte einen S v z iali sten st u r m gegen ' tt t . i bi Negierung gegen den Vorwurf

ßu verteidigen suchte, fte habe im Mn 1915 die Straßenkimd-' «ebungen begünstigt, und die Sozialisten dazwischch riefen es sei d»)chwahr, sprang S a l a n d r a auf und sagte: Als Ehrenmann er­höre ich vo» der Kammer, daß die, die dergleichen behaupten nickt die Wahrheit sagen!^ Eine Krftik, die Ferri an der Regierungs- Politik übte, wagte sich auf das Gebiet der äußeren Polittk. Ter Ikftiens vom Dreibund zur Entente, das Verlassen »einer Potttik, der Italien seit 25 Jahren angehangen habe, sei ein Mkr von schwerwiegendsten Folgen für ganz Europa gewesen, und es

c ,-v-- ' Indessen hat der Vorschuß

^ ( ^ ta{lt bi * ^um 31. Dezember 1915 Z ut 100 000 000 Francs zngenommen und die Emission von französischen Schatzscheinen überschritt nicht 7 Milliarden Francs

belaufen sich auf 430 Millionen. Trotz der mrßevordentltch großen Lasten hat bie Lage nichts Beun- des Erfolges unserer Anleihen, sowohl der in den Vevemt^en Staaten,^wie in Frankreich aufgenvmmenen. Ribot gab darauf Erklärungen über die Einführung neuer Stcu- jede aufreizende Erörterung zu vermeiden, die die Gefahr mrt srch bringen könnt«, rm Lande eine ungünstige Be­wegung hervvrzurufen. Znm Schlüsse ^klärte Ribot: Wir be^r- ^n uns in einer entschkideiMn Stunde. Die ganze Welt blickt nach Verdun. /Wre Wut der feindlra-en Angriffe vor diesem Platze reiat mit welcher Ungeduld die Feinde einen Erfolg erstreben, wenn dieser auch nur vorübergehend ist. 'Die Geschichte unrd die Verteidigung Verduns als eines der größten Ereignisse in unserem Lande be- trachLen. Es ist erlaubt, heute ohne eitlen Optimismus auszu sprechen, daß wrr das Ende dieses Krieges sehen

Aus Rußland.

^ ^^rsbur«, 19. März. (WTB.) Zwei kaiserlich« Erlasse werden amtlich bekannt gemacht. Der eine besagt, daß der Mi­nister des Innern auf eigenen Wunsch seines Amtes ent­hoben wird. Der-zweite Erlaß bestimntt, daß Mnisterpräsident w Ministerium des Innern übernimmt, zugleich

ledoch den Vorsitz inv Ministerrat beibehält. J S ^

f bürg 19. März. (WTB.) Eine amtliche Mit­

teilung besagt, daß die P u t i l o w w e r ke i n staatlicheVer- ^V^ung ubergegangen sind. Diese Maßregel hat fol­gende Grunde: Die immer mehr ioachsendeu Armeelieferunqs- Auftrag führten zu emer allmähtiä«n, aber sehr beträchtlichen Vergrößerung der Werke in denen dMr große Staatsgelder an- gelegt wurden, so daß die Regierung di« Leitung des Unter­nehmens für die Dauer des Krieges übernehmen nriißte.

Die Haudelskouferenz in Paris verschoben.

w d.aris, 18. Mürz. (WTB.) Auf Wunsch des Präsidenten des itaftenischeii und oes russischen parlamentarischeii Hand es

^age sich, ob die 'rtaLenifche Regierung vor der Ausführung ihres I aussckusses'i's?die

6)e Schiffe mit rund 40 000'

Tonnen versenkt worden.

Zum Untergang der

Berlin, 18. Mär-z. (WTB. Amtlich.) Zn der amtlichen Bekarmtmachnng des holländisck-en Mariuedepartements über den Untergang des DampfersTubantia", daß nach eidlichen Aus­sagen des ersten Offiziers, vierten Offiziers urck Ausguckpostens des Dampfers eine Torpebolaufbahn deutlich gesehen worden sei, wird hiernnt festgestellt, daß ein deutsches Unterseeboot nicht in Frage kommt. Da die Stelle, wo der Unfall der Tubantia" stattgefunden hat, weniger als 30 Seemeilen von der uiederländischlen Küste entfernt ist und somit innerhalb des in der Bekanntmachung vom 4. Februar 1915 als für die Schiffahtt nicht gefährdet angegebenen Gebietes liegt, kamt weiterhin erklärt werden, daß dort keine deutschen Minen gelegt sind.

Ter Chef des Admiralstabs der Marine.

Amsterdam, 18. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die Drrektion des Holländischen Lloyd teilt mit, daß die ganze 'Bemannung derTubantia" gerettet worden ift, aber gestern mittag ivnrden noch zwei Passagiere ver­mißt. Möglicherweise sind auch diese gerettet worden. Sie versäumten vielleicht, sich bei der Gesellschaft anzumelden. ? c . r ,. Holländische Lloyd beabsichtigt, auch das Schwester- schiff derTubantia",Gelria", ans dem Dienst zu ziehen und vorläufig mn die kleineren Dampfer fahren zu lassen. DieTubantia" hatte 400 Postsäcke, meist aus Deutschland, die für Portugal, Spanien und die südamerikairischen Staa­ten bestimmt waren. In einer Unterredung mit einem Ver­treter desNreuwe van den Dag" erklärte- Kapitän Wijtsma: er befand sich im Kartenzimmer, als der Unfall sich ereig­nete. Das Schiff wurde auf der SteuerborHfeite getroffen, holte sofort nach Backbord über und nahm bald darauf wieder die nomnale Lage ein. Das Schiff war im Begriff, stehen zu bleiben, als die Explosion erfolgte. Da die See bewegt war, sah der Kapitän voraus, daß die Boote auf der Steuerbordseite zertrümmert würden; er befahl, zurmchst die Backbordseite zu streichen. Als das geschehen war, ließ er die Anker nieder gehen, worauf das Schcsf sich um den Anker drehte und auch die Steuerbordboote niedergelassen werden konnten.

Englische Schwindelnachricht.

Berlin, 19. März. (WTB.) DieNorddeutsche Mge» meine Zeitung" schreibt: Zu Anfang dieses Monats haben englische Zeitungen in auffallender Ueber-einstimmung untereinander nnd mit erner französischen amtlichen Depesck-e behauptet, das deutsch« Unterseeboot, das dieAr abic" versenkt habe, nämlichU 27", Ni am Wend desselben Tages vernichtet worden. Ueberlebende Mitglieder der Mamischaft dieses Unterseebootes sollen zugegeben, haben, ihr Boot habe dieArabic" versenkt. Die Mitteilung der deutschen Regierung an die amerikanische Regierung, daß der Kapitän Schneider und andere Mftglieder der Besatzung des Unter­seebootes als Zeugen vernommen worden wären und ausgesagt hätten, dieArabic" habe ihr Boot rammen wollen, sei daher eme Lüge. Dar Zweck dieser Mitteftung ist durchsichttg, er wird aber nickst erreicht werden, weil die amerikanische Rögverung im Besitz beglaubigter Abschriften der sämtlicheii Zeugenaussagen ist, die Kapitän Schneider und ferne Mannschaft am 21. September 1915 vor einem rickterlichen Beamten eidlich bekräftigt haben, während ihr Unterseeboot wohlbehalten in einem deutschen Hafen lag.

*

or Amsterdam, 18. März. (WTB.) Beglich der Ämdoner Lloyds-Meldung, daß der Rotterdamsche Llv yddampfer Palembang" bei der Ausreise nach Java in der Nordsee torpediert worden sein soll, wird aus dem Haag genustdet, datz dem niederländischen Marftreamt hiervon nichts! bekurnt ist. Dieses erhielt die Nachricht, daß derPalembang" am Samstag um 9 Uhr morgens am Leuchtschiff Noordhinder vvrüberqe- fahven ist.

London, 18. März. (WTB.) Lloyds erfährt aus Harwich: DiePalembang" sank in sieben Minuten. Neun Mann wurden durch die Explosion verwundet. Die Ordnung an Bord war vorzüglich.

Kopenhagen, 19. März. (WTB.) WiePolitiken" aus Bergen meldet, wurde der russische DampferNovaja Sla- boda" am 9. März im nördlichen Tefte des Atlantischen Ozeans von einem deutschen Unterseeboot torpediert. Das Untersee- boot feuerte zweimal, woraus zwei getvalttge Explosionen erfolgteii. Das Vorderschiff nmrd« gesprengt und ein Teft der Ladung hoch m die Luft geworfen. Fünfzehn Mcknn der Besatzung sind um-- geLmimen. Tie überlebenden acht Mann wurden von einem vor­bei fahrendcki Dampfer aiifgenommen und in England an Lind gesetzt. Die Ueberlebetideii haben Bergen auf der Heimreise nach Petersburg passiert. Der deutsche U-Bootkri«g dehnt sich also bis an den Polarkreis aus.

Malmö, 18. März. (WTB.) Die nerre deutsche Minen­sprengung am südlichen Einlauf des Sundes hat keme Unterbrechung des Seeverkehrs verursacht, sondern zwingt die Schiffe nur, sich bei deri deutschen Wachtsahrzeugen, die beider- seits der Minensperre liegen, zu melden. Zwei passierende schwe­dische DampferSöddasverige" und ..Nordensjöld" wurden nach Svpnemünde gebracht. In der Nordsee bemerkt man eine große Zahl von Treibminen.

London, 18. MärK. (WTB.) Lloyd nreldet vvn der Jusel Bätencia in S ü d i r l a n di, daß das SchiffW i l l i e" gesteru gesunken ist. Die Besatzung wurde gerettet.

L y n d,o n, 18. März. (TO)Central News" meldet aus Washington: Graf Bernstvrff stellt offtziell in W- rede, duß das norwegische SchiffSirius" durch ein deutsches Unterseeboot torpediert worden ist

Paris, 18. Mär^. (WTB. Nichtamtlich) Einer Temps"-M>eldung Zufolge traf der leniglische DampferCity- os-Exeter" mit 33 Mamr Besatzung des englischen Dampfers M a s u n d a" in Marseille ein.Masundä" war am 28. Fe­bruar im Mittelmeer torpediert worven.

Aus Studt und Cund.

Gießen, 20. März 1916.

Die ttnkündbarkeit der 4. Kriegsanleihe.

Obwohl die auch für die vierte Kriegsanleihe vorge- ehene Bedingung der Unkündbarkeit bis zum 1. Oktober 1924 in der Presse wiederholt erläutert worden ist, findet ich beini Publiku.m immer wieder die Anschauung, daß das Reich beabsichtige, den Zinsfuß nach dem Kriege als­bald herabzusetzen. Es macht fast den Eindrirck, als ob derartigen Auffassungen geradezu von feindlicher Seite Vorschub geleistet würde, um das Ergebnis der Kriegsanleihe empsrndlich zu schädigerr. Zur Behebung aller Zweifel sei deshalb nochmals mit Nachdruck hervorgehoben, daß die vorgenairnte Bedingung l e d i g l i ch de in ^ n ter- esse der auf die Kriegsanleihe Zeichnenden dienen soll indem sie ihnen nrindesterrs bis zum 1. Oktober 1924 erneu ünfprozentigen Zinsgeimß g ewächrl e i ste n und sie kerneswegs hindern wird, auch schon vor diesem Zeitpunkt