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20/03/1916 Erstes Blatt
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Lr. 67

M. Z ahrgang

Montag, 20. Mörz Wb

Der «etzever erscheint täglich, Ssnntogs. Beilagen:

u i e x m a l ivöchent (ich SietzeneiHmnMevbKtter; zweimal wöchenll.tireis- blatt für 6«« Kt eis weftcn (Dienstag uni) grciiaq); zweimal monatl. Land- Wirtschaftliche Zeitsraaen Ierujprech - Anschlüsse: sürdieSchrätleitu>ig112 Verlag,GeschäitSstelleol Adresse llir Drahtnach­richten: Anzeiger Hießen. Annahme von Anzeigen iür die Lagesnumuier bis zum Abend vorher.

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Befa«onstoru<! nnfc Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und §teindr«cker«i R. Lange. Schristleitung, Ge?chSstsstelle und Druckerei: Zchulstr.7.

ZietzeMAMW

General-Anzeiger für Oberheffen

Schwere russische Verluste südlich non vunaburg. Oefterreichisch- uugarische Zlmmersolge am Tslmeinrr Vrürkenkops.

(TO.)' Großes HanptynarNer, 18. März.

(Amtlich.) ^ , .

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei wechselnder Sicht war die beiderseitige Kampstätig­keit gestern weniger rege.

Oe st licher Kriegsschauplatz.

Das Arlilleriefener im Gebiete beiderseits des Na- roczsees ist recht lebhaft geworden. Ein schwächlicher nächtlicher russischer Vorstoß nördlich des Miadzioi- sees wurde leicht abgewicsen.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Südwestlich des D o i r a n s e e s kam es zu unbedeuten­den Patrouillenplänkeleien.

Oberste Heeresleitung.

(WTB.) Großes Hauptquartier. 19. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nordöstlich von V e r m e l l e s (südlich des Kanals von La Bassse) nahmen wir den Engländern nach wirk­samer Vorbereitung durch Artillericfeuer und fünf erfolg­reiche Sprengungen kleine, von ihnen am 2. März im Mincn- tampfe errungene Vorteile wieder ab. Von der größtenteils verschütteten feindlichen Besatzung sind dreißig Ueberlcbcnde gefangen genommen. Gegenangriffe scheiterten.

Die Stadt Lens erhielt wieder schweres englisches Feuer. Während auch der gestrige Tag auf dem linken Maas­ufer ohne besondere Ereignisse verlief, wurden Angriffs­versuche der Franzosen heute früh gegen den ,.Totcn Mann" und östlich davon im Keime erstickt. Auf dem rechten Ufer steigerte sich die A rt i l l e r i e t ü t i g k e i t zeitweise zu sehr erheblicher Stärke. Gleichzeitig entspannen sich an mehreren Stellen südlich der Feste Douaumont und westlich von Vaur Nahkämpfe um einzelne Verteidi- gungseinrichtungen, die noch nicht abgeschlossen sind.

Aus der den Franzosen bei der Försterei T h i a v i l l e (nordöstlich von Badonviller) am 4. März überlassenen Stel­lung wurden sie durch eine deutsche Abteilung gestern wie­der vertrieben. Nach Zerstörung der feindlichen Unterstände und unter Mitnahme von einundvierzig Gefangenen kehrten unsere Lertte m chre Gräben zurück.

*

Die ErkmGungs- und Angrrststätigkest der Flieger war beiderseits sehr rege. Unsere Flugzeuge griffen die Bahn­anlagen an der Strecke Clermont-Verdun undEpi- nal-Lure-Vesoul, sowie südlich von Dijon, an. Durch feindlichen Bombenabwurf auf Metz wurden drei Zivilisten verletzt. Aus einem französischen Geschwader, das Mülhausen und Habsheim angriff, wurden vier Flugzeuge in der unmittelbaren Umgebung von Mül­hausen im Lustkampst he r u n te r g e sch o s s e n. Ihre In­sassen sind tot. In Mülhausen fielen dem Angriff unter der Bevölkerung sieben Tote und dreizehn Verletzte zum Opfer. In Habsheim wurde rin Soldat getötet.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die erwarteten russischen Angriffe haben auf der Front Dryswjaty-See Postawi und beidcr- seitsdesNarocz-Sees mit großer Heftigkeit eingesetzt. An allen Stellen ist der Feind unter außer­gewöhnlich starken Verlusten glattabgewiesen worden. Vor unseren Stellungen, beiderseits des Narocz- Sees, wurden allein neuntausendzweihun­dert s i e b z i g gefallene Nüssen gezählt. Die eigenen Verluste sind sehr gering. Südlich des Wiszniew-Sees kam es nur zu einer Verschärfung der Artilleriekümpfe.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Eines un­serer Lu ft schiff« hat in der Nacht zmn 18. 9Närz die Entente-Flotte bei Kara Burnu. südlich von Saloniki, angegriffen.

Oberste Heeresleitung.

Manche unter uns sind noch etwas ungeduldig darüber daß nnsere Stünn-er nicht lin wenigen Tagen über die Festung Verdun ^hinweggeschritten sind und daß die Tages berichte immer van neuem ihre heißblütige Erwartung ent täuschen Wir wollen mit diesen Zeitgenossen nicht zu streng ins Gericht gehen. Es ist so natürlich, daß in diesen Pausen dos Harrens kein lauter Uebermnt über die deutschen Lande braust, und wir beklagen es nicht, daß diese blutigste Arbeit, die je deutsche Hände verrichten mußten, nicht bestarwig mit

schablonenmäßigem Triumph gerede begleitet wird. Der deutsche Sinn wurzelt in der Gründlichkeit, und er hat darum nicht nur lichte und heitere, sondern auch schwer­mütige Träume. Von Verzagen in deutschen Herzen konnte bisher nicht die Rede sein, denn unsere Heere haben stete Fortschritte erkämpft. Es ist auch nicht richtig, daß die Vor­gänge bei Verdun unsere Siegesaussicht irgendwie herab- gennndert hätten. Und die Seufzer über zunehmende Teue­rung sind wahrlich keine tragischen Verkünder allgemeiner Notlage; sie begleiten eben eine nichts weniger als parco- diesische Kriegsepoche; da finden wir die Herzen nicht auf­jauchzend, denn sie sind leichter empfänglich für grimmige Entschlossenheit als für leichtfertige Sorglosigkeit. Nimmer wankender Opfermut legt auch heute noch, wie im Anfänge des Krieges, Zeugnis ab für die hohe Sendung« und den strahlenden Ruhm des deutschen Volkes.

In Iden letzten Tagen, als die große, von den An­griffen im Westen erwartete Siegespost täglich ausblieb, war es nur etwas stiller bei uns geworden. Z)a legte sich ein sanfter Druck auf die Seelen, als die vielen schwarz um-- ränderten Anzeigen in den Zeitungen erschienen, als wir das traurige Schicksal vor Augen hatten, das tausende von Familien in Träiren versetzt.Schwer umfangen von Todes­nacht" wissen die in feindlicher Erde Ruhenden nichts mehr von Sieg des Vaterlandes, von stolzen Zeiten der Zukunft. Und wir selber vergaßen gleichfalls für einen Augenblick das glanzvolle Bild des künftigen deutschen Reiches, das wir erstreiten sollen. Da hellte sich jedoch der Himmel zauberhaft auf, und die strahlende Märzensonne durchleuchtete die Schat­tenstimmung der Gemüter wie mit schmeichelndem Kusse. Die Natur jubiliert in Maientönen. Alles, was der freund­liche Strahl des Himmelslichtes trifft, sieht plötzlich ganz anders aus. Wir hören das kommende Leben des Frühlings. Die Vögel erzählen sich schon von der nahenden Pracht, und wo die Natur von Bergen oder Hügeln in die Dörfer und Städte hineinschaut, und uns die Häuser und Kirchen mit dem blassen Blau des Himmels oder mit den friedlichen Farbentönen von Wald und Feld umrahmt, da gibt es tiefste Zufriedenheit. Der Acker liegt noch schwer und leblos unter )er Himmelswärme, aber die Bäume und Sträucher strecken chon erwartungs- und sehnsuchtsvoll ihre Arme hinaus zur Lebenspenderin, als wollten sie uns ein Beispiel geben von -rischem Lebensmut, von frohem Drang nach künftigen glück­licheren Tagen. Die alte Mahnung wechselnder Jahreszeit, uns nicht ins kalte und oft triviale Gegenwartsleben gänz­lich zu verlieren, trifft uns heute tief. Wer nur tändelnd am Alltag klebt, der wird sich der Süßigkeit der holden Märzentage, die uns jetzt beschert worden sind, nicht be­wußt. Darüber hinaus träumt unser Auge in den Abglanz 'chöner Vergangenheit und in die prangenden Gärten der Zukunst. Wenn sich die Sonne auch oft im Schatten verbergen mag, so wandern wir doch mit ihr, Lebenslicht und -Freude in her Seele, bis sie uns von Angesicht zu Angesicht erscheint, bis ihrer Siegesspende alles Füßen liegt. Und wir wollen uns auch die kühleren Tage des Märzen, die vielleicht noch kommen werden, nicht zur Qual machen lassen. Mit der Zu­kunft unseres Reiches werden wir auch Eines noch über die Scherben des Krieges hinausretten, was selbst heute, bei den klirrenden Schlägen der Kriegsgewalt, uns alle, auch die im Urlaub bei uns weilenden Krieger von draußen, wunder­bar ans Herz greift, die Bewunderung vor der größeren schaffender Gewalt, die uns neben die Schlachtfelder die zarte Pracht des Frühlings setzt. Wenn die Waffen einst ruhen werden, sollen uns die Gaben bereichern und uns für Verluste von Hab und Gut tröstend entschädigen, die immer der beste Glücksanteil des deutschen Volkes gewesen sind.

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

Wien, 18. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird

cher Kriegsschauplatz.

verlautbart: 18. März 1916.

Russischer und südöstl

Nichts Neues.

JtalienischerKriegsschauplatz.

Am unteren Isonzo kam es gestern nur bei Selz zu einem Angriffsversuch schwacher italienischer Kräfte, die an den Hindernissen abgewiesen wurden. Auch das Geschütz-, Minenwerfer- und Handgranatenfeuer ging nicht über das gewöhnliche Maß hinaus, llmfo lebhafter war die Tätig­keit der beiderseitigen Artillerien in dem Raume von Tol- m e i n und Flitsch sowie im F e l l a - A b s ch n i t t. Am Nordteil des Tolmeiner Brückenkopfes griffen unsere Trup­pen an, eroberten eine feindliche Stellung, nahmen 449 Italiener (darunter 16 Offiziere) gefangen und er­beuteten drei Maschinengewehre und einen Minenwerftr. An der T i r o l e r Front fanden am Monte Piano, Eol di Lana. bei Riva und in den Judicarien mäßige Geschützkämpfc statt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer. Feldmarschalleutnant

Wien, 19. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 19. März 1916.

R u f s i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

An dem D n j e st r und an der b e s s a r a b i s ch e n Front lebhaftere feindliche Artillerietätigkeit. Die Brücken­

schanze bei Ncieczko stand nachts unter starkem Minen­werferfeuer. Heute früh sprengte der Feind nach einiger Artillenevöroercitung eine Mine, worauf ein Handgranctten- angriff erfolgte. Infolge der Sprengung mußte die Mitte der Verteidigungslinie in der Schanze etwas zurückgenommen werden. Alle anderen Angriffe wurden abgeschlagen, wobei einige Russen gefangen wurden.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die verhältnismäßige Ruhe am unteren Isonzo dauert an. Unsere Seeflugzeuge belegten die italienischen Batterien an der Sdobba-Mündung wiederholt mit Bombeu. Die Stadt Görz wurde von feindlicher Artillerie aus den schwersten Kalibern beschossen.

Am Tolmeiner Brückenkopf fetzten unsere Truppen ihre Angriffe erfolgreich fort, drangen über die. Straße SeloEigiaj und westlich St. Maria weiter vor und wiesen mehrere Gegenangriffe auf die gewonnenen Stellun­gen ab. Auch am Südgrat des Mrzli Vrh wurde der Feind aus einer Befestigung geworfen. Er flüchtete bis Ga- boije. In diesen Kämpfen wurden weiter 283 Italiener ge­fangen genommen.

Die Artillerietätigkeit an der Kärntner Front stei­gerte sich im Fella-Abschnitt und dehnte sich auch auf den Karnarischen Kamm aus. Die D o l o m i t c n - F r o n t, ins­besondere der Raum des Eol di Lana und dann unsere Stel­lungen bei Maler im Sugana-Tal und einige Punkte der Westtiroter Front standen gleichfalls unter lebhaftem feitid- lichem Feuer.

S ü d ö ft licher Kriegsschauplatz.

Ruhe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Söfcr, Feldmarschalleutnant

EreignissezurSee.

Am 18. vormittags wurde unweit Sebenico unser HospitalschiffElektra" von einem feindlichen Unterseeboot bei guter Sicht und hellem Sonnenschein ohne ede Warnung zweimal anlanciert, einmal ge­troffen und schwer beschädigt. Ein Matrose ist ertruyken. zwei Krankenschwestern des Roten Kreuzes sind schwer ver­wundet. Eine krassere Verletzung des Völkerrechts kann man sich zur See kaum denken.

Am gleichen Vormittag hak ein.-S unserer Unterseeboote vor Durazzo einen französischen Torpedoboots- Zerstörer, TypS o u r ch e", torpediert. Der Zer­störer sank binnen einer Minute.

Flottenkommando.

Der französtschc Bericht.

Paris, 18. März. (WTB.) Amtlicher Bericht vom Samstag nachmittag.

In den A r g vn n e n fand im Abschnitt von Eourte Chaussee für uns günstig verlaufender Minenkampf statt. Westlich der Maas beschossen wir konzentrisch die deutschen Schützengräben in der Richtung auf Höhe 26ö und den Rabenwald. Der Feind ant­wortete nicht. O e st l i ch d e r Dt aas heftiges Geschlitzfeuer in der Gegend von Baux und mit Unterbrechungen an anderen Punkten dieses Abschnittes, sowie in der Woevre an den Zugängen zu Moulainville, Haudiomont, Des Eparges und nordöstlich von St. Mihiel. Weittragende Geschütze beschossen die ganze Nacht, die Straße Apremont Big ne ulles, aus der zwei feind­liche Regimeatter im Anmarsch nach Norden gesichtet wurden. Von dem übrigen Teil der Front ist kein wesentliches Ereignis zu melden.

L u f t k a m p f: Im Verlaufe des gestrigen Tages wurden trotz des Nebels und der tiefhängenden Wolken Luftkämpfe in der« Gegend von Verdun geliefert. Es kam zu 29 Verfolgungsflögen,, in deren Verlauf 32 ernste Kämpfe geliefert wurden. Ein Fokkcr-. Flugzeug schien schwer getroffen zu sein. In der stacht zum! 18. März hat eine Gruppe von 17 Kampfflugzeugen^ 5 4 großkalibrige Bomben ab geworfen, davon 40 1 auf den Bahnhof von Consta ns und 14 auf den Bakuahof von Metz. Die Geschosse haben iyr Ziel gut getroffen Es wurden zahlreiche Explosionen und drei Feuersbrünste auf dem Bahnhof von Metz les Sablvn festgestellt. Tie Flugzeuge wurden auf ihrem Fluge, heftig beschossen und sind alle unbeschädigt zurück- gekcl/r t. i! ; Gelegentlich einer Offensiv-Erknndung warf ein anderes französisches Flugzeuggeschwader 10 Gestlwssc ans das Flugfeld von Ticuze und fünf ans den Bahnhof von Arna- v i l l c ab.

Der russische Bericht.

Petersburg, 18. März. (WTB.) Amtlicher Bericht vom Freilag: , , . ... . .

Westfront: Unsere Attillene beschotz >mrk,am den Feand in der Gegend südöstlich Uerkül bei Tom?dorf (neun Kilometer südöstlich Uexkül) In der Gegend von nabu rft zerstreute unsere Artillerie südwestlich Garbunowka me marschierende feind­liche Kolonne. _ _ - . ..

Kaukasusfront: 90 Werst westlich Erzerum beietzteu wir'die Stadt Mamackalum. Im Verlaufe dieser Gmcchts- liaakdlung erbeuteten wir fünf Kanonen, Maschlmuagetvehrc, Drains und machten 44 Ot'iziere und HO Ataris zu Gttaiigcnm,

Pete r s b u r g . 19. Marz. (WTB.) Amtlicher Bericht vor»

^ W c^st front: In der Gegend des Torfes Nitkelischki, itörd- lich des D r y s w j a t y fees, ließ der F-eiird eine Mne sp^ssv-!