Ausgabe 
15.3.1916 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

Die Kämpfe im Weste«.

Verein, 14. Mürz. (WTB. Amtlich.) Unsere Truppen ha­ben im R-ab-enwaldc folgenden französischen Befehl gefunden:

«Zwste Armee.

Gruppe S^azetaive.

Genevalstab, 3. Bureau, Nummer 1601/3.

Gefechts (taub. 7. März 16. General bc Bazelarre, Kommen- bcur des AbschnittsLinkes Maasufer" mi d-ie Unterabschnitts^ fomnumbcurc Oft und West.

» Befehl!

For gcs hat nicht den Widerstand geleistet, den man erwarten mußte. Bis eine weitere Aufklärung erfolgt, entnehme ich daraus, daß der K o m m a n d e u r dieses Mschnittes seine Pflicht nicht «getan hat. Er wird infolgedessen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Es mutz bis zu den äußerste:: Grenzen Wider­stand geleistet tverden. Wir dürfen in diesem Augenblick nur von dem einzigen Entschluß beseelt sein: den Feind entweder siegreich ausziuhalten, oder zu sterben! Artillerie und Maschi­nengewehre werden auf jede weichende Truppe feuern.

(gez.) de Bazelarre, 52. Brigade, 8. März 1916./

. Der französische Bericht.

PariS, 14. März. (WTB. Nichtanrtlich.) Amtlicher Bericht voy Montag nachmtttag: In der Gegend nördlich von Verdnn kerne Znfanterieunternehnrung. Die Beschießung dauerte im Laufe der Nacht auf Bsthinoourt und in der Gegend von Touanmont, sonne tu der Wvevre in den Abschnitten von Mvulainville und Romvaux an. Unsere Artillerie zeigte sich an der ganzen Front sehr tättg. Im Priest er walde drang eine Abteilung unserer Truppen in die feindlichen Schützengräben bei Croix des Cannes auf einer Front von etwa 200 9Netern ein, säuberte die Sappen und kehrte dann, nachdem sie dem Feinde einige Verluste bei'- -gebrachit hatten, nrrt etwa 20 Gefangenen in unsere Linien zurück. 1?ln der übrigen Front verlief die Nacht ruhig. Eins unserer Kampfgeschwader warf auf einen: nächtlichen Fluge 30 groß­kalibrige Granaten ans den Bahnhof von Eon fl ans, wo fünf Feuerherde festgestellt wurden: trotz heftiger Beschietzung kehrten alle Flugzeuge wohlbehalten zurück.

Amtlicher Bericht von Montag abend: Nördlich der Aisne ijerftorte unsere Artillerie mehrere Punkte der feindlichen Werke «auf dem Plateau von'Vauclerc. In der Champagne wohl- gevegettes Schietzen unserer schwere;: Batterie;: auf die deutschen Werke der Maisons de Champagne und in der Gegend westlich von Na darin. In den Argon neu richteten wir .ein Zer- storungsfeuer aus Unterstände, Eisenbahnen und Werke des Feindes in den Ostargonnen. Nördlich von Verdun nahm die Be­schießung westllch der Maas aus Väort Hvmme und in der Gegend von B?is Bourrns zu. Unsere Batterien nahmen Ansammlungen >des Feindes zwischen Farges und, dem Rabenwaldc unter FeAer. Aul dem rechten User der Maas und m der Wvevre- Ebene Mittlere Tätigkeit beider Arttllerie::. Die Deutschen griffen .'die Graben an, die wir in den letzten Tagen in der Gegend von Langues (?) wiedergenonrmen batten: angeyalten durch unser > Sperrfeuer und Jnfantericfeuer kehrten die feindlichen Abteilungen itn ihre Graben zurück, nachten: sie merkliche Verluste erlitten hatten. Im Lärche des 13. gaben unsere Flieger in dex ganzen >Gegend van Verdun Beweise bemerkenswerter Tätigkeit. Ein Geschwader von 6 Flugzeugen schleuderte 130 Granaten Es den strategischen Bahnhof von B r i e u l l e s, nördlich von Eerdun. Es wurden sehr zahlreiche Kämpfe geliefert, in denen :oir unbestreitbar die Oberhand behielte;:. Im Lause dieser Kämpfe wuchen hr-ei deutsche Flugzeuge niedergekämpft, eins in unseren Linien, bk beiden anderen in den ersten Linien der Deutschen; ; andere Flugzeuge sah man fallen, doch konnte ihre Zerstörung nicht sestgeftellt werden.

Belgischer Bericht: Auf der belgischen Front, besonders im Abschnitt von Dchnttriden, war d-ie Artillerietättgkeit heute leb­hafter.

Die Krieg-sm-sabe« Kraukreichö.

P«ris, 14. Mürz. (MDB.) Der kn der Kammer ein- igebrxichte Gesetzentwurf über die d'orläufigen Kre- %xtc für das zweite AZierte^ßahr 1916 enthält die Denier- 'Krng, drrst die Ausgaben in den letzten Vbonaten 1914 *8 898 583 901 FvaMbm betrugen wnd tmß diese Ziffer auch Heute noch der Wirklichkeit nahe Rommen werde. Die nwnat- llichen Ausgaben würden demnach vom 1. April an |2 600 000 000 und die Tagesausgabe 87 000 000 Franken iLberschreiten. Der Gesetzentwurf sieht für das Rechnungs­jahr 1916 an vorläuftgen Krediten zunächst 7 847 613366 Fvankei: im allgemeinen Budget und 637 480 320 Franken für die Neben lnchgets vor.

Reue Musterung in Oesterreich-Ungar«.

Wien, 14. März. (WTB. Mchtanrtlichj.) Die Gnüberu- lsiurg des GeburtsjahrtzirnNes 1898, der mit dem ' 1 . Januar 1916 landsturmpflichti g qtfvov&en ist, zur Muste­rung wird in Un,g,Lrn tMwgen, in Oesterreich xn -einigen Tagen verläutbart. Die Musterung findet im beiden Staaten der Monarchie zwischen dem 14. April mtd dem 3. Mai statt.

Ein Lehrstuhl der ungarischen Sprache in Budapest.

Budapest, 14. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die begrüßen die Bewegung für die Errichtung eines Lehrstuhles der ungarischen Sprache in Ber­lin mit Genugtuung.Magyar Hirlap" schreibt: Die Sympathiekundgebung verrate Klugheit und Herzenswärme, die die deutsche Vormacht auszeichne.

Abbruch der Beziehnngen zwischen Oesterreich-Ungarn und Portugal.

_ Wien, 14.März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des K. K. Telegraphen- und Korrespondenzbureaus. Infolge des Eintrittes des Kriegszustandes zwischen dem Deutschen Reiche und Portugal wurde der österreichisch-ungarische Gesandte in Lissabon angewiesen, von der Regierung der Republik Portugal seine P ä s s e z u v e r l a n g e n und mit dem Per­sonal der Gesandtschaft das Land zu verlassen. Dem hiesigen portugiesischen Geschäftsträger werden gleichfalls die Pässe zugestellt werden.

Aus Rumänien.

Bukarest, 14. März. '(WM.) Die lib erale,Partei hielt gestern in Campina eine Versammlung ab, in der von sämtlichen Rednern die P oli tik des Ka binetts Bra- t i a n u gebilligt wurde. Einer der Berichterstatter faßte die politische Arbeit von Brcrttanu. dahin zusanrmen, daß er das Land vor einer Katastrophe bewahrt habe. Die konser­vative Partei hielt gestern in Pkötschti eine Versamm­lung ab. Der Parteiführer Marghiloman betonte, die Kon­servativen seien für die restlose Durchführung des Kron-- ratsbeschluffes, der dahin auszulegen sei, daß Rumänien seine Grenze,: nicht nur nach einer, sondern nach alten Mchttmgen zu sichern habe. Die Politik der Föderation sei nicht zu billigen, denn sie würde den endgültigen Verzicht Rumäniens auf Befsarabien bedeuten. Der Universitäts- Professor Arson verwies darauf, daß Rumänien seine Blicke auf die untere Donau richten nrüffe; man dürfe indes nicht glauben, daß die Erreichung dieses Zieles ohne den Krieg möglich sei.

Bon der russischen Duma.

Kopenhagen, 14. März. (WTB. Nichtcmttl.)Birshewija Wjodomosti" Meldet: In der Dumas itzung von: 9. März nmrde eure Interpellation der Sozialdemokraten betres- smld die Pogrome in Baku, welche am 27. Februar statt- gefimden haben, besprochen. Zunächst begannen die Pogrome als Protest gegen die Teuerung. Dann führten sie zu einer drei­tägigen Plünderung und Zerstörung aller Läden. Sie wurden von der Polizei zur Aufhetzung der Nationalitäten gegeneinander benutzt. Tie Polizisten gingen zeitweise an der Spitze der Plün­derer.

Das Blatt erklärt, daß die Rechte jetzt die völlige Aus­schaltung der Duma plane. Als Leiter der Bewegung werden der frühere Justiz minister Tscheglowitow und der Minister des Innern, Chwester, der seine Meinung über die Duma völlig geän­dert habe, angesehen.

( In derNowoje Wremja" fcfrrciDt Menschikoss in einem Leit­artikel unter der Nebersck-rift:Die Duma ist gefallen!", daß das Interesse der Abgeordneten an der Dmna so gering sei, daß von 440 Abgeordneten nur 60 bis 70 anwesend seien. Es laste wie ein Fluch auf der Duma, daß sie niemals zu irgendwelcher Betäti­gung komme. Es sei auch kein Zweifel, daß die Duma mächtige Gegner habe, die sich nach der Epoche vor der Duma zurücksehnen.

Eine Kundgebung für die Mittelmächte m New Work

N e w D o r k, 14. März. (WTB.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des Wolfsscheu Bureaus. Gestern abend fand die Er­öffnung eines großen Bazars zun: Besten der notleidenden Krieger in Deutschland und den verbündeten Ländern im Madi- sonsguar Garden in Gegenwart der Vertreter Deutschlands, Oester­reich-Unaarns, Bulgariens^ der Türkei sowie des Staates und der Stadt New Port statt. Sie führte zu einer höchst bemerkens­werten Kundgebung für die Mittelmächte. Der offi­ziellen Eröffnung wohnten ungefähr 25 000 Personen bei, während weitere Tausende draußen warteten. Dr. Emanuel Baruch, der Präsident des Bazarausschusses, hieß in der Eröffnungs­ansprache die offiziellen Gaste willkommen und sagte, daß niemals zuvor die Bürger von deutscher und österreichisch-ungarischer Ab­stammung mit allen ihre:: Freunden so vereint gestanden hätten und vereint ständen wie jetzt. Derjenige' lvürde verächtlich sein, der neben seiner Liebe zu den: neuen Vaterlande nicht noch Raum hätte im Herzen für das Land seiner Väter. Die Deutsch- Amerikaner sollten zeigen, daß sie auch hier den hohen Idealen treu seien, die sie als unveräußerliches Evangelium ge­erbt hätten, und zeigen, daß sie würdig seien, Deutsch-Amerikaner und Söhne Oefterreickp-Ungarns genannt zu werden. Graf Bern­stor s f, der ebenfalls eine Ansprache hielt, in der er dem Unter­nehmen Glück wünschte, wurde mit ungehe:rrer Begeisterung empfangen.

Der Bazar stellt eine gewaltige Stadt von Verkaufsständen mit einen: alten Nürnberger Marktplatz dar und ist ein äußerst kunstvolles und wunderbares Meisterwerk, von deutschen Künst­lern und Sachverständigen entworfen. Man ersuatiet, daß der Bazar ungefähr 750.000 Dollars Reinertrag liefern wird. Vor der Eröffnung erhielt Dr. Baruch eine Schenkung von 150 000 Dollars, zu denen Georg Ehret der Jüngere 10 000 Dollars beisteirerte. Auch die Gem a hli n des Präsidenten Wilson stiftete ein Spitzentaschentuch mit ihrer Karte, aus der sie dem Bazar Erfolg rvünschte.

Der Seekrieg.

Eine Regierungserklärung über den tt-Bootkrieg.

Berlin, .14. März. (WTB. Amtlich.) In weiteren Kreisen der BevWennng wird immer wieder das Gerücht verbreitet, daß btx verschärfte U-Boot-Krieg, wie er in der bekannten Denkschrift der ReichsregiLrung an die neutralen Mächte angekürrdigt wird, nicht durchgeführt oder anfgeschoben werden würde. Diese Ansstrennngen sind voll­ständig unwahr. Niemals und bei keiner verantwortlichen Stelle ist eine Be^gernng oder ein Unterlassen dieses U- Boot-Krieges in Betracht gekoinmen. Er ist in vollem Gange.

Ein englisches Passagier-Kriegsschiff.

Berlin, 14. März. DieB. Z. a. M." meldet aus Berlin: Nach einem Bericht derNorth China Daily '):ews" vom 1. Ja­nuar berichten die Passagiere des der Peinnsular and Oriental Line augehörigen DampfersKashgar" von einem Gefecht dieses Darnpsers mit einem U n 1 e rse e b o o t im Mittelmeer. Der Dampfer sichtete bei sehr klarer Luft aus 1000 Fuß das Periskop eines Unterseebootes. Sofort eröfsneten die Ojeschntze desKashigar" das Feuer. Das Unterseeboot verschwand, tauchte aber später auf 1200 Fuß Entfernung wieder aus. Nun feuerte derKashgar" einen zweiten scharfen Schuß ab, der nach de:: Aussagen einiger ZeuMN das Unterseeboot traf. Jedenfalls verschwcu:d dieses urü> lourde nicht w^hr gesehen. DieB. Z. a. M." füat hinzu: Es wird hier also offen berichtet, daß das englische Pas­sagier-Kriegsschiff das Feuer er öffnete, ehe das Unterseeboot überhaupt kriegerische Maßnahmen traf. Die An­nahme, daß der Angriff Erfolg gehabt hat, ttifft allerdings nicht zu. Weder ein deutsches noch ein österreichisch-ungarisches Unter­seeboot ist zu der ftaglichen Zeit verloren gegangen.

Wer über das gesetzlich zulässige Maß hinaus Hafer, Meugkoru, Mischsrucht, worin sich Hafer befindet, oder Gerste ver­füttert, versündigt sich am Vaterlande!

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 15. März 1916.

** An die Leser Ves Gietzener Anzeigers. Im Anschluß uu unsere Mitteilung im Hauptzblatte über die Schwierigkeit der Papierbefchafsimg mtd die dadurch notwendig gewordene Platzeinschränkung, bitten wir, alle Einsendungen, die im redaktionellen Teile Verwen­dung finden sollen, von vornherein ans die klarste und kürzeste Form zu bringen. Das gleiche gilt auch für unsere Kvrresp-ondenten. Nur so wird es zu vermeidei: sein, daß die notwendigen Kürzungen von uns selbst vorgenom­men werden.

> *

** Auszeichnung. Ten: Leutnant der Reserve und Kom- pagniesichrer Fritz Sieders \mrcbe die Hessische Tapferkeits­medaille verliehen. Leutnant Werner Störikv im gleichen Regi­ment erhielt dieselbe Auszeichnung.

** Personal-Nachrichtten der Eisen bahndirek- t ion Mainz. Ernannt zu Zugführern: Schaffner Eickas-Ober- Lahnstein: Es<ftckbach-Mschossheim. Zum Eiseirbahnunterassisten- ten: Eilenbahngehilfe HerTnann-Bingen.Bum Lokomotivheizer: Hilzheizer jStrauch-WiesHaden. Znm Bahnwärter n Hilfsbahnwärter Mols-Kreuznach. _ Versetzt: Bahnhofsvorsteher Beaury vor: Worms nach Mainz. Gütervorsteher Clcurs unter Ernenmmg zum Bahnhofsvorsteher von Mainz nach Ober-Lahn stein. Bettiebs- sekretär Freyer von Darmstadt nach Ndamz. Lokomotivführer Ernst von Mainz nach Frankffrrt (Main): Braun von Franffntt (Main) nach Utmnz; Beringer Hl. von Darmftadt nach Kranich­stein ; Gunder von Darmstadt nach Kvamchstein; Kenne von Darm­stadt nach Kttanichstein; Riepert von Darmstadt nach Kranichstein: Wusenecker von Darmstadt nach lkranichstein: Best als Sckvlppen- ansseher von Bischossheim nach Bmgorbrück. Unterassistent Müller

von Budenheim nach Mannheim-Kafertal. Lokomotivheizer H'art^ mann von Mainz pach Mainz-Kastel; Halm von Mainz-Kastel nach Mainz; Maßrvth von Heppenheim nach Kranichstein.; Heuer von Alzey nach Heppenheim. Weichensteller Leonhard von Worms nach Budenheim: Förster von Büdesheim-Dnomersl-eiM nach (pen- singen--.Horrweiler: Klerr: von Biebrich (Rhein) nach Camp.' Sta- tionsschaffner Palm von Darnfftadt nach G::stavsl'urg; Bahn-' Wärter Lotz unter Beförderung zum Weichensteller von Wixhausen nach Langen; Bahnwärter Deckmann von Dromersheinr nach Bii- desheinl-Dromersheim. Pensioniert: Lokomotiviuhrer Müller-' Bischofsheim. Gestorben: Schaffner Sehrt-Ftirth. Wggenaust seher Werke-Worms. Packmeister Gutherz-Ober-Lahnstein.

** F ü r u n s e r e K r i e g s g e f a n g e n e n in den feind­lichen Ländern sind bei de;n Zentralen Frankfurt und Ham­burg des Roten Kreuzes bis jetzt insgesamt 1 239 219.43 Mk. eingegangen; davon sind für Unterstützung der Kriegsgefan­genen und zur Erleichterung ihres harten Schicksals veraus­gabt 1015 599.35 Mk. Nicht einbegriffen in diese Summe sind die von den einzelnen Bezirksausfchüffeu direkt ab­geschickten Geldunterstützungei: und LiebesgabSru

** Stadttheater. Aus dem Stadtth«rterbirreau schreibt man: Wegen plötzlicher Erkrankung von Frl. Schild, für die in letzter Stunde keinerlei Ersatz zu beschaffen war, mußte die gestrige Abonnements-Vorstellung vonRichter von Z a l a m e a" a:^- fallen: die Vorstellung ivird später nachgeholt werden. Auf die Ausführung vonJuxbaron" am Freitag, dia bei Volkspreisen! stattfindet und die letzte dieser beliebten Gesangsposse ist, sei auch an dieser Stelle hingewiesen.

** Die neue Kriegsanleihe. Wir machen nochmals aus die öffeickliche Versammlung morgen Donnerstag, abends 8h, Uhr, in der neuen Llnla ausinerksnin. Die Versannnlung wird ein unsto bedeutsameres Ereignis darstellen. als folgende Redner zur neuen Kriegsanleihe das Wort ergreifen werden: Oberbürgermeister Keller, Prof. Dr. S k a l w e i t, Justizrat Landtagsabgeordneter G r n n e w a l d , Geh. Kirchenrat v. vr. E ck.

** Z e i ch n u n g e n zur Kriegsanleihe. Die Ban! s ü r Handel und Industrie hier gibt bekannt, daß sie ihre Schalter ununtererochen von 8 bis 5 Uhr geossnet hat. EZ ist damit auch den auswärtigen Zeichnern genügend Gelegenheit geboten, in bequeuwr Weise sich einzurichten. ~

** Eine Bekanntmachung betr. Enteignung, M- lieferuug und Einziehung von Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel mit Zusätzen ist am 15. März 1916 erlassen worden. Der Wortlaut der Bekanntmachung lvird in der heutigen Nummer unseres Blattes und durch Anschlag bekanntgegeben.

** Der nächsteStädtische Seefisch markt findet Donnerstag, den 16. März, nachmittags 3 Uhr beginnend, in den Marktlanben statt.

** Gie ßener Ha nsfranen-Berein. Die Kvchvvr- führungen unter Leitung von Frau Laih waren seither von an­nähernd 300 Teilnehmer;: besucht. Auf vielsachn: Wunsch soll Montag, den 20. März, abends 81/4 Uhr, eine weitere Vor­führung stattsinden. Karten hierzu sind in der Gesrbästsstelle des Vereins zu haben. Es haben sich auf entsprechende Anfrage des Vorstandes mehrere Abnehmer für K ü ch e n a b s ä ! l e ge­meldet. Mitglieder, die wünsck?en, daß ihre Küchenabsälle abgeholt werden, sind gebeten, ihre Adresse in der Geschäftsstelle, Acäus- bürg 5, abzugeben. (Siehe Anzeige.)

Landkreis Gießen.

th. £ iit b e 1: ft r it t f), 15. März. Wieder war es einem unserer Krieger vergönnt, sich das Eiserne Kreuz zu erwerben. Kanonier Ludwig Sehrt wurde nach den ersten Kämpfen vor Verdun dainit ansgezeichiwt. Sehrt war bei Ausbruch des Krieges aktiver Soldat und hat den Feldzug von Beginn ohne Unter­brechung initgemacht. Auch in unserer Gemeinde fiel die An­regung zur Gründung von Alice-Frauenvereinen auf einen fruchtbaren Boden. Der junge Verein, der sich zunächst lediglich der Kriegssl'irsorge widmen will, zählt 67 Mitglieder.

0. Weickartshain, 15. Atarz. Der Gefreite Ludwig Dörr beim Jnf.-Negt. 116 wurde beim Sanitätsdierttt durch einen Granatsplitter an cinein Arm verwundet und in das Lazarett nach Frankfurt gebracht, ivo er am Montag verstarb. Er hinterläßt Frau und 5 kleine Kinder.

0. O b b 0 r i: h 0 s e n, 15. März. Den Heldeickod fürs Vater­land starb Robert Ruppel, Sohn des Schneidermeisters und 6)en,ei>ideratmitglieds Hch. Ruppel XI. Zu einer bei Verdun er- halteiieii leichten Verivuudung war BliUvergÄtung hiuzugetreten ui''' er in einem Lazarett zu Kaiserslautern ^»erstorben. Er wurde iinter starker Beteiligung der Gemeinde, sowie des Krieger- Vereins dahier zrir letzte;: Ruhe bestattet.

Kreis Büdingen.

# B ü dingen. 15. Rtärz. Das Eiserne Kreuz erhielt der Vizeseldivebel Schinück im Infanterie-Regiment 81.

G D ü d e l s h e i m, 15. März. Fürs Vaterland starb der Re­servist Friedrich ch t z e h n t e r.

K e s e n r 0 d , 15. März. Den Heldentod starv im Westen der Unteroffizier R e u tz e l.

ätz B 0 b e n h a u f e n , 15. März. Auf dem Felde der Ehre starb der M:^ketier Gemmer im Infanterie-Regiment 117.

U s e i: b 0 r n , 15. März. Das Eiserne Kreuz erhielt der Leutnant Richard L uz ins.

chh Nieder-Mockstadt, 15. März. Das Eiserne Kre:^ er­hielt der Unteroffizier Lehrer Albert Kraft.

Kreis Friedberg.

81. O b e r - E s ch b a ch , 15. März. Dem Gefreiten Ferdinand Himmelreich i>: einen: Reserve-Feld-Artillerie-Negiment wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Gefreiter Hinm:elreich hat in Frankreich, in Rußland, in den Karpathen und in Serbien, also auf allen Kriegsschauplätzen, gekämpft.

LI. N i e d e r - R 0 s b a ch, 15. März. Dem Gardisten Fritz Kitz, Jnsanferie-Regiment Nr. 115, wurde am 5. März die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

L!. B a u e r u h e i m, 15. März. Heute feiern Landwirt Wil­helm W i s s m e r und seine Ehefrau, Mathilde, geb. Hofmann, die Silberne Hochzeit.

Bl. Ockstadt, 15. März. Joses Gröninger von hier, zurzeit im Lazaratt in Niederrod, erhielt das Eiserne Kreuz. Vei> dient hat er sich diese Auszcichnmrg in einem Handgranatenkampf; in der Champagne. Bei diesem Kampf verlor Gröninger die rechte Hand.

Bl. B a d-N an heinr, 15. März. Stabsar^r Dr. Haeb ei> l i n, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde mit dem .Hessischen Militärfanitätskreuz am Bande der Tapserkeitsmedaille ansgv, zeichnet.

Bl. Nieder-Mörlen, 15. März. Der Gefteite Heinrich Franz M ö b s voi: hier, bei der Gebirgs-MaschmenDetvehr-AL^ teilnng 245, erhielt im Jamrar dieses Jahres das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde zun: Unteroffizier befördert.

4P Ober-Wöllstadt, 15. März. Die Hessische Tapserkeits­medaille erhielt der Unteroffizier Odenwäller im Feld-Artillerie- Regiment 61.

4tz N t e d e r - W ö l l st a d t, 15. März. Das Eiserne Kreuz er­hielt der Kanonier Gehn er im Feld-Artillerie-Regiment 25.

4fi K a i ch e n, 15. März. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Fink im Infanterie-Regiment 116.

Kreis Wetzlar.

** Odenhausen, 15. März. Vizeseldwebel L. Becker von hier wurde vor Verdun mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 15. März. Der lvohl allen Polizei verwalttmgen Süddeutschlands bekanitte Einbrecher mtb Ausbrecher Alois Rauch ans Frmidenbcrg wurde am Sonntag abend, als er kaum aus dem Zucht Hause entlassen war, bei einem Wohmings^ einbruch überrascht und verlostet. Bei einem mit allen Regeln spitzbübischer Kunst ausgeführten Einbruch in das Däusikhaus von Osterode, Kirchnerstraße, erbeuteten unbekannte Diebe das vor«,., handeye BarH-eld und zahlreiche ,Wcrtgege,:stände. ')