Ausgabe 
15.3.1916 Erstes Blatt
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Nr. 63

Derfetffttr Steiger

erscheint täqlich. außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich KietzeuerKamUienblätter. zwermal wöchentt.Ureir- dlatt für den Ureis Liehen (DienStag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Seitftagen Feristprech - Anschlüsse: sürdieSchriltleitung113 Verlag,Geschästsstellebl Adresse Üir Draytnach- richten: Anzeiger Lietzen. A muchine osn Anzeigen üir die TageSnummer bis zum Abend vorher.

Erster Blatt

(66. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oderheßen

Mittwoch, ,S. März M

An die Leser des Cieszener Anzeigers.

Seit 19 Moimten steht bo3 deutsche Volk gegen eine Welt erbitterter Frinde im schweren Kttmrpft um seine Existenz. In voller Erkenntnis ihrer vaterländischen Pflich­ten und mit einer inneren G css chlöss eiche it und Selbstlosig­keit, wie man sie noch nie erlebt, hat auch die deutsche Presse vom ersten Tage dieses Ringens an sich in Reih und Glied gestellt, um innerhalb des Kreises ihrer ernsten und verant­wortlichen Ausgaben die Waffe zu. sichren, die ihr in die Hand gegeben ist.

Es ist bekannt, daß gerade das Zeitungswesen vom Kriege hart getroffen ist. Eine große Zahl deutscher Zei­tungen wurde von vornherein in eine Notlage gebracht, und manche von ihnen hat inzwischen ihr Ersck>einen einstellen müssen, denn längst schon hat, wie viele Gebiete des Wirt- sclmstslebens, auch unser Gewerbe mit bedeutenden Preis­steigerungen der ihm notwendigen Materialien zu kämpfen.

Namentlich beginnen nunmehr auch in unserem Vater- landc auf dem wichtigsten Gebiete des Zeitungsbetriebes, auf dem Gebiete der P a p i e r b e s ch a f s u n g, ernste Schwierigkeiten, wie sie im Auslande und besonders bei unseren Gegnern längst beobachtet worden sind. Im engen Zusarnmenhange hiermit steht eine Besorgnis erregende Steigerung der Papierpreise. Diese Tatsachen zwingen die deutsche Presse zu einer Einschränkung ihrer Ausgaben und Erhöhung ihrer Einnahmen, damit ihr die Möglichkeit bleibt, ihre Kriegsaufgaben auch weiterhin so zu erfüllen, loic das Vaterland es erwartet.

Dem Unterzeichneten Vorstände desVereins Deutscher Zeitungs-Verleger", als der berufenen Organisation der deutschen Zeitungen, ist es unabweisbare Pflicht, das deutsche Volk auf diese Gestaltung der Dinge hinzuweiftn. Und diese Bitte knüpfen wir daran: Möge jeder seinem alten, bewährten Blatte die Treue bewahren und möge! jeder das im Vergleich zu den großen Preissteigerungen auf anderen Gebieten geringfügige Opfer ans sich nehmen, das die bevorstehenden Preissteigerungen mit sich bringen werden.

Verein Deutscher Zeitungs-Verleger E. V. in Magdeburg.

Der Vorstand:

vr. Rob. Faber (Magdebnr gische Zeitung), Vorsitzender.

Rvb. Bachem (Kölnische Volkszeitung), Stellvertt. Vorsitzender.

l)r. A. Gerstenberg (Hildesheimer Allgemeine Zeitimg).

A. Helfreich (Münchener Neueste Nachrichten).

Otto Kloß (Fränkischer Kurier, Nürnberg).

vr. A. Knittel (Karlsruher Zeitung).

Wmmerzienrat vr. Krunibhaar (Liegnitzer Tageblatt).

6)eh. Hvsrat vr. Reichardt (Dresdner Nachrichten).

vr. Kurt Simon (Frankfutter Zeitung).

Rechtsanwalt Hans Ullstein (Vvssische Zeitung).

vr. Wolf (Schwarzwälder Bote, Oberndorf).

A. Wyneken (Königsberger Allgemeine Zeitung),

Die obigen Ausführungen des Vereins deutscher Zei- tuugsverleger treffen nattirlich fiir ganz Deutschland^zu. Ganz besonders haben die mittleren und kleineren Zeitungen unter den jetzigen äußerst schwierigen Verhältnissen zu leiden. Schon zu Friedenszeiten reichten die Bezugs gebühren nicht annähernd zur Deckung der Herstellungskosten aus. Bei dem noch immer andauernden Rückgang aller Anzeigen ist unter den derzeitigen Verhältnissen das Weitererscheinen vieler kleinerer Blätter bedroht.

An der Erhaltung dieser heimischen Tageszeitungen muß aber den Lesern so sehr gelegen sein, wie den Zei- lnngsbesitzern. Letztere haben gerne manche Opfer zum Wohle des Vaterlandes auf sich genomnren und erwarten ietzt gewiß mit Recht auch eine geringe Beteiligung an den außerordentlichen Lasten durch die Leser. Eine Erhöhung der Bezugsgebühren um monatlich 15 Pfennig bei den unten angeführten wochentäglich erscheinenden Zeitungen unseres Bezirks wird denn auch wie im übrigen Deutschland willig getragen werden, damit auch diesen Blättern die Möglich keit -um D'Urchhalten geboten wird.

Butzbach, Butzbacher Zeitung.

Bad-Nauheim, Bad Nauheimcr Zeitung.

Tillenburg, Zeitung für das Dilltal.

Dillenburg, Dillenburger Nachrichten.

Friedberg, Oberhessische Zeitung.

Friedberg, Neue Tageszeitung.

.Herborn, Herborner Tageblatt.

.Herboru, Nassauer Volksfreund.

Weilburg, Weilburger Anzeiger.

Weilburg, Weilburger Tageblatt.

Wetzlar, Wetzl arer Anzeiger.

Marburg. Oberhessische Zeitung (40 Pfg. vierteljährlich).

Gießen, Oberhessisä>e Volkszeittmg <30 Pfa. vierteljährlich).

Alsfeld, Oberhessische Zeituncj (25 Pfg. vierteljährlich).

Folgende nicht täglich hcrauskömmende Blätter unseres Bezirks werden ihre Bezugspreise entsprechend ihrer Er­scheinungsweise erhöhen, teils waren sie bereits früher dazu gezwungen:

Biedenkopf, Hinterländer Anzeiger.

Grünberg, Grünberger Anzeiger.

Kirchhain, Kirchhaiuer Zeitung.

Lauterbach, Lauterbacher Anzeiger.

Schotten, Schottener Kreisblatt.

Die benachbarten Frankfurter und Kasseler Tageszei­tungen erhöhen ihre Bezugspreise zum 1. April ebenfalls um 15 bis 25 Pfennig monatlich.

Gleich vielen anderen Zeitungen waren wir bereits im Oktober vorigen Jahres zu einer monatlichen Erhöhung der BezugSgebnhr um 16 Pfennig genötigt. Deshalb können wir jetzt mit einem Aufschlag von nur 5 Pfennig monatlich aus kommen.

Diese kleine Preiserhöhung tritt mit den» 1. April in Kraft. Verlag des Gießencr Anzeigers.

Eine neue italienische Offensive am Isonzo.

/cw (WTB.) Großes Hauptgnartier, 14. März. (Amtlich.)

W e st l i ch c r Kriegsschauplatz.

Im allgemeinen keine Veränderung der Lage.

Ein kleineres Gefecht bei Wicltjc, nordöstlich von A p e r n, endete mit der Zurnckwerfung der Engländer.

*

Je ein englisches Flugzeug wurde östlich von Arras und westlich von B a p a u m e von Leutnant I in in r i m a n n abgeschossen. Die Insassen sind tot. Leutnant Volke brachte zwei feindliche Flugzeuge hinter oer französischen Linie über der Feste M a r r e und bei M a l a n c o u r t (nordwestlich von Verdun), zum Absturz-, das letztere wurde von unserer Ar­tillerie zerstört. Damit haben beide Offiziere ihr zehntes und elftes feindliches Flugzeug außer Gefecht gesetzt. Ferner wurde ein englischer Doppeldecker nach Luftkampf westlich von Cambrai zur Landung gezwungen; die Insassen sind ge­fangen genommen.

O c st l i ch e r und B a l k a n t r i c g s s ch a u p l a tz.

Nichts Neues. O b e r st e Heeresleitung.

In der neuesten Nummer derHilfe" betrachtet Dr. Paul Rohrbach die Grundlagen jener trotz unserer Siege' immer wieder heftig hervorgekehrten feindlichen Fest­stellungen; Deutschland müsse unter allen Umständen nieder- geworfen werden, an Frieden sei nicht zu denken, bis Deutsch­land wirklich geschlagen sei. Ter Hauptgrund dieser Selbst­täuschung, bei der Aussichtslosigkeit eines Endsieges unserer Gegner, sei der, daß sie mit Grauen sehen, was sie für die Zukunft ihrer Völker angerichtet haben, wenn Deutschland nicht besiegt werden kann, sondern statt dessen sich selber siegreich behauptet. Rohrbach sucht im einzelnen darzustellcn, durch welche Ziele und welche Interessen die Länder der Entente an die Fortführung des Krieges gabunden seien.

Für Italien würde der Sieg Deutschlands den Zusammen­bruch bedeuten und die Regierung dem Strafgericht des Volkes ausliefern. Frankreich würdein einem ungünstigen Finden seine 17 ober 20 an Rußland gellebenen Rkilliarden verlieren, dazu seine eigenen Kriegskosten, die Schäden und Verluste, die der Kstieg aus seinem Boden angerichtet hat, und womöglich iroch eine Entsckwdigung an uns. Dos gäbe eine Summe, die selbst für ein reiches Volk wie das ftanzösische von furchtbarer Höhe wäre. Dazu der endgültige Sturz von der Höhe der bisher immer noch genährten Hoffnung auf Elsaß-Lothringen, aus die Revanche und aus die Zurückgewinnung einer führenden Rolle in Europa! Auf absehbare Zeit hinaus, wenn nicht für immer, iväre die f r a n - zösische Nation als Großmachtim früherenSinnc erledigt!"

Eingehender als mit den erwähnten Mächten beschäf­tigt sich Rohrbach mit England und Rußland und deren Rolle im jetzigen Kriege.E n g l a n d," schreibt er,hätte vor dem Kriege und ohne den Krieg seine Weltstellung be­haupten mögen, wenn es sich nur so weit überwand, uns als gleichberechtigt auf dem Meere und über dem Meere an­zuerkennen." Ein solcher Ausgleich kam aber nicht zustande, und zwar infolge der ablehnenden Haltung der englischen Re­gierung.

Wie nun aber, wenn Deutschland siegt? Der Suezkanal ist ein dünner Schlauch voll Wasser, durch den der- Weg nach den rings um den Indischen Ozean gelagerken Hauptländern des englischen Weltreichs führt. Nur Kanada liegt abseits. Wenn als ein Ergebnis des .Krieges die polittfche, wirtschaftliche und mili­tärische Gerwssensck-ast zwischen Mitteleuropa und den: Orient zu einer dauernden Einrichtung wird, so hält diese verbündete Macht mit der einen Hand den Wasserschlauch des Bosporus und mit der anderen den des Suezkanals, und sie braucht nur zuzu­drücken, so mag England sehen, wie es auf dem alten Wege der portugiesischen Entdecker ums Kap der Guten Hoffnung nach seinem Indischen Ozean kommt. Die Genossensckiast aber kann unterdessen über den Suezkanal verfügen.Das loäre," meint Rohrbach,für England schwer zu ertragen, imd die Furcht vor dem Ende sei es, aus der die rollen Reden in England stam­men. Diese Furcht fteilich ist so groß, daß um ihretwillen auch die englischen Kräfte bis aufs äußerste eingesetzt werden. Wären die Folgen der Niederlage geringer, England würde leichter zum Frieda: bereit sein."

Aehnlich, erklärt R-ohrbach, verhält es sich mit Rußland Seine Getreideausfuhr muß durch den Bosporus. Davon, daß russisches Getreide reichlich und sicher durch die türkisckw» Meer­engen kommt, hängen Rußlands!Zahlungsbilanz, Rußlands Finanz,- Wirtschaft, Rußlands Kredit und damit auch Rußlands große Politik in entscheidender Weise ab. Wegen Konstantinopcl und Gallipvli Hot Rußland den Krieg entzündet. Jetzt sieht es: mit der Hoff­nung aus den Sieg schwindet das Ziel, die Meerengen passa.re fest in die .Hand zu bekommen, itt aussichtslose Fernen. Me Opfer sind dann umsonst gebracht, m nicht nur das, sondern die mitt eleuropä isä>-tür fische Brmdesgenossenschast legt die Ent­scheidung darüber, ob die russischen Kornschisfe durch den Bosporus und die Dardanellen fahren dürfen, noch viel ent­schiedener in nichtrussische Hände, als cs vor bau Kriege der Fall luar. Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei werden es. sobald sie Sieger geblieben sind, gemeinsam in der Hand haben, denk russischen Willen nach Raub und Er­oberung fortan eine Friedenspolitik vorzuschreibak. Will Ruß­land diese Politik nicht machen, dann droht ihm der Bosporus- Verschluß. Dagegen bäumen sich die russische Gier und der rus­sische Stolz bis aufs äußerste. Wäre nicht diese, gerade diese Folge der Niederlage so bestimmt zu fürchten, dann würde auch Rußland sich leichter zum Frieden entschließen."

Es ist, meint Rohrbach, in gewissem Sinne ein Der hiängnis dieses Krieges, daß die Gegner angesicksts der ihnen drohenden ungeheuren Verluste es vorziehen, ans der Tiefe ihrer Völker die letzte Kampfkraft herauszuh Keu, als den Sieg der Zentralnmchte hinzunehmen und anzai erben neu.

Daß trotz dieser Lage von Welthernseiwstsgelüsten Deutschlands nicht gesprochen werden kann, ist dieser Tage in sehr klaren, wahrheitsgemäßen Betrachtungen van ebnem Professor an der Harvard Universität, Dr. John A. Walz,

ausgesprochen worden. Unter der UeberschriftWas ein deutscher Sieg für die Welt bedeuten wird" weist er in der deutsch-amerikanischen WochenschriftWalhalla" zunächst daraus hin, daß (die neutralen Länder sich keineswegs vor einem deutschen Siege fürchten:

Fünf kleine Nationen sind die Nachbarn des Teittschen Reichs, die Schweiz, Holland, Dänemark, Norwegen und Scki-weden. Ihre Sympathien neigen nach verschiedenen Seiten, aber alle fünf sind bis auf den letzten Mann entschlossen, ihre Nationalität und politische Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten. Seit 16 Monaten haben sie mit großen Opfern die strengste-Neutralität bewahrt, trotzdem daß der Anschluß an die Alliierten allen beträchtliche Augenblicksvorteile im Handel und Geschäft bringen würde. Wenn >ie wirtlich glaubten, daß ein deutscher Sieg ihre Unabhängikert und Nationalität gefährden würde, so hätten sie sich sckwn lange den Allllerten angesck-loffen, um der deutscl)en Gefahr ein für allemal enr Ende zu machen. Aber diese Nationen fürcksten sich nicht vor den Folgen eines deutschen Sieges und sie sind nicht willens, Gut und Blut zu opfern für eine Sache, die nicht die ihre ist. Sie kennen die deutsche Regierung und das deutsch Volk. Nachbarn aber ken­nen sich besser als Leute, die 3000 Meilen von einander wohnäi.

Walz verschließt sich nicht den Erkenntnissen, die in dem später erschienenen Rohrbacksschen Anssatz in derHilft" dargelegt werden. Auch er sieht in der Zukunft ein Ab- bröckeln der englischen Weltherrschaft, insbesondere rm Orient, aber er weist zugleich nach, daß die Gründung eines deutschen Weltreiches nur in der Phantasie jener Hetzer besteht, die einen Lügen- und BerleuprdungsfeldKug' gegen alles Deutsche ins Werk gerufen Huben:

Tic Mächte der Natur und der Geschichte haben dem deutschen Volk die physische Grundlage zu einem Weltrach versagt. Wäre dem nicht so, so hätten die Deutschen ohne Zweifel sclwn lange den Versuch gemacht, ein Weltreich zu gründen, wcc es die Eng­länder und stiussen getan haben. Aber der Wirklichkeitssinn der Deutschen läßt sie den Beschluß des Schicksals klar erkennen. Es ist von icher die Größe imd die Stärke des preußisch-deutschen Staates geivesen, daß er nie mrd nirgends das Unerreichbare an- gesttcbt bat. Das deutsche Volk hat seine nationale Politik inner- lwlb der Grenzen auSgebildet, die ihm Natur und Geschichte gezogen hoben, und dadurch ist eS zum weltpolitischen Führer der 'Gegen- toart Mid Zukunft geworden. Im Zeitalter der Tanotratie und da Nationalität ist das Russische Reich ein historischer Anachronismus Es ist ein Anaäwonisrmis, daß Völka hühera Bildung von einem iriedrigerstehcnden Volk beherrscht und untadrückt werden, es ist ein,Anachronismus, daß Polen^ Finnland, die Baltischen Provinzen von den Russen regiett und bedrückt werden. Aba es ist ebenfalls ein historischa Anachronismus, daß ein Land von 300 Millionen Einwohnern, wie Indien, von erna Nation von 40 Millionen beherrscht und ausgebentvt wird, oda daß die wirtschaftlichen Vahältnisse Aegyptens durch die wittschaft- uchen Bedürfnisse, nickst der Bewohner, sondern eina Nation be­stimmt werdai, die 3000 englische Meilen entseriit ist. Deutsck>- land aba vertritt ans innerer Notwendigkeit die Unabhängig­keit der Völker politisch irnd wirtschafrlich. Ein deutscha Sreg bedeutet das Ende der großen Weltreiche, die auf Eroberung und dem Recht da Mackst beruhen. Er bedeutet die Gleichbaechtigung der -national juib die Freiheit da Entwicklung. An Stelle von Gewalt und Eroberung wird die freilvillige Zusammen- a r b ei t der Völka tteten. Das aba bedeutet eine neue A era ("der Geschichte der Menschheit. Deutschland wird nicht von selbstloser Nächstenliebe getrieben, christliche Nächstenliebe ist noch von keiner Nation praktisch geübt ttwrden. sondan vonr klar erkaniitai eigenen Interesse. Es ist im In­teresse Deutschlands, daß in "ben Balkanstaatai Friede und Ordnung lierrschen, daß die Türkei wirtschaftlich fortschreite, daß Aegypten selbst seine Wittschaftspolitik bestimme, daß Cbina stark mid unabhängig dastehe, daß^ die Tür übaall offen bleibe imd daß das Seaeckst von allar seefahrenden Naticaren gemeinsam bestimmt werde. Aba all das ist auch im Interesse der Ver­einigten Staaten. Aus diesem Grurrde lwben wir Teussch- amaikan. r und einige andac Amaikana immer darauf bestanden, daß die auswärtigen Intaessen imsaes Landes und Deutschlands in allen wesentlichen Dingen parallel laufen. Die Zeit wird noch kommen, >vo das anakannt wird.

Präsident Wilson soll neuerdings erklärt haben, daß er alles in seiner Macht Stehende tun tvolle, um sein Land vor einem .KriegeMi bewahren, stttrn., mit Mexiko hat es keine ernstliche Gefahr. In der Auseinandersetzung mit Deutsch­land aber könnten Herrn Wilson solche Ueberlegun-gen, wie sie Professor Walz angestellt lmt. sehr nützlich lverden. Wir können übrigens heute mit großer Genugtuung auf eine amtliche Erklärung der deutschen Regierung verlveisen, wo­nach der angekündigte verschärfte U-Bootkrieg, entgegen mancherlei Ausstteuungen, keineswegs irgendwie verzögert wird. Nach der gestrigen Mitteilung über eine Erkrankung des Staatssekretärs Tirpitz wirkt diese Veröffentlichung bericht gend.

t

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 14.Mürz. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart; 14. März 1916.

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

An der I so nzv front .beginnen sich große Kämpfe zu entwickeln. Leit gcsteni greifen die Italiener mit st a r k c n Kräfte n a n; sie wurden überall abgewiesen. Am Tolmeiner Brückenkopf be­schränkte sich die Tätigkeit des» Feindes auf ein sehr lett- Haftes Feuer. Im Abschnitte von Plava scheiterten seine Versuche, unsere Hindernisse zu zerstören; am Kürzer Brückenkopf wurden zlvei Angriffe auf die Podgora- steilung, einer auf die Brückenfchanze von Lucinieo zurück- geschlagen. Der Nordteil der Hochfläche von Doberdo wurde von starken Kräften zu wiederholten Malen augegrissen. Bei San Martftio schlug das Szegeder Infanterie-Regiment Nr. 46 sieben Stürme blutig ab.

Der Stellvertreter des Chefs des Generaljtabs v. H o f c r, Feldmarschalleutnant