SRiritoncTi Franks mrd eine ansehnliche Miele für die Benutzung der geraubten Dampfer, von denen übrigens 22 unter 37 durch absichtliche Beschädigung des Maschinenraums drei Monate lang unbrauchbar sein würden.
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Die Haltung Griechenlands.
Berlin, 14. MLir. Die gri-echische Antwort auf drenesten Bierverbands forderungen soll, wie si verschriene Blätter aus Athen rnelden Lassen, dahin laut-n Erstens die griechische Regierung gesteht in keinem Falle zu daß die nuxzedonische Bahn ans schließlich den Zwecken der vier- verbändlerischeir Hsevesltttting dienen soll: zweitens, daß die grioäiische Heeresleitung es rächt zweckmäßig findet, jene griechi scheu Truppen, die bei FLorine und Kawalla stehen, durch andere Truppe?l zu ersetzen, und drittens ein eventueller Versuch, die beiden Ausgänge des Kanals von Korinth durch Dierver bandstruppen M besetzen, würde die griechische Regierung zu sol cheu Gegenmaßnahmen zwingen, die das Verhältnis Griechen lands znm Vierverband bedeutend stören würden; andererseits würde die griocl;ische Regierung gezwungen sein, Maßnahmen auch, dann M ergreifen, wenn die Merverbands-Heeresleitung an den Nvei Ausy-ängen des Kanals von Korinth sunkentelegraphischic Staticmen errichten sollte.
Ein Kabinettswechsel in Perfien.
Konstantinopel, 13. März. Rach hier angelangten sicheren Nachrichten sei das russenfreundliche persische Kabinett Ferman Ferma durch ein neues Ministerium unter dem Vorsitz des Kriegsministers Sepah dar Azam ersetzt worden, in welchem Anhänger der Zentralmächte und der Entente vertreten seien und das entschlossen ist, eine Politik der Neutralität zu befolgen. Minister des Aeußern wird danach S<rr ed Dauleh.
Der Zeekrieg.
Der englische Dampfer „Kelbridge" versenkt.
Paris, 13. März. (Zf.) Dem „Petit Journal" zufolge brachte der Postdampfer .,Duc d'Aum-ale" von T'lmis kommend nach Marseille den KommanDanten, sechs Offiziere imd 26 Mann von der Besatzung des englischen Dampfers „Kclbridge", der am 2. März auf der Fahrt nach der Levante von einem deutfchchr Unterseeboot angegriffen und versenkt wurde. „Kelbridge" hatte 9000 Tonnen.
Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande!
An» Stadt «nd Land.
Gießen, 14. März 1916.
Landkreis Gießen und die 4. Kriegsanleihe.
w. Auf Einladung des Großherzoglichen Kreisamts Gießen versammelten sich gestern morgen in der Turnhalle der Höheren Mädchenschule eine große Anzahl von Bürgermeistern, Pfarrern, Lehrern, Kassen beamten und Derttauens- männern des Landkreises Gießen. Auf der Tagesordnung stand als einziger Gegenstand:DievierteKriegs- anleihe. Professor Dr. Skalweit hatte in dankenswerter Weise den Bortrag übernommen. Seinen sehr lehrreichen, üLerzauigenden Ausführungen entnehmen wir das Folgende: Die vierte deutsche Kriegsanleihe ist aufgelegt. Es gilt vornehmlich auch dem Ausland gegenüber zu zeigen, daß wir auch finanziell nicht zu besiegen sind. Die Zeit, die unfern Feinden nach ihrer Ansicht helfen werde, arbeitet tatsächlich für uns. Wir können es wirtschaftlich und finanziell aushalten, denn wir haben das Geld. Eine Erschöpfung ist unmöglich, da das Geld täglich neu verdient wird. Es wird nicht vergraben, geht auch, nicht nach Amerika, sondern im steten Kreislauf bleibt es bei uns. Die deutschen Banken und Sparkassen sind wohl gefüllt. Dazu haben unsere Feinde geholfen, indem sie uns durch den Wirtschaftskrieg gezwungen haben, mit unseren eigenen Mitteln auszureichen, und aus eigener Kraft selbst zu helfen, wenn auch das Leben dadurch erschwert und vielfach etwas un- bequem wurde. In ihrem WMenlosen Hochmut wollte das feindliche Ausland nicht ^Sl?^}te^e^, daß Deutschland bic Unterbindung des Außenhandels am wenigsten zu fürchten hatte, dank der Bismarcks che n Wirtschaftspolitik, wodurch es möglich war, daß alle Glieder des deutschen Volkstörpers sich gleichmäßig gesund entwickeln konnten. Das deutsche Volk ist das einzige, das abjAeschbossen vvm Ausland sich selbst Helsen kann. Das reiche Frankreich mit seiner einseitigen Industrie ist ohne das Ausland nicht in der Lage, seine Kriegsbediirfnisse herzustellen. Die heimische französische Landwirtschaft versagt. Das größte Abrarland der Welt, Rußland, ftrmt infolge der unentwickelten Industrie und schlechten Verkehrsverhältnisse die Bewohner der Städte nicht vor Hungersnot schützen. In Italien wird die KMennot mehr oder weniger bestim- mend auf die zukünftige Mriegfii'hru.ng einwirken, und England mit seiner an und für sich großartigen Industrie, aber ungenügenden Kriegsindustrie und ferner sehr vernachlässigten Landwirtschaft ist verloren, sobald es vom Ausland abgeschlossen wird. Das Ausland liefert ihm allerdings das zum Leben Nottvendige, aber für schweres Geld. Je mehr unsere Unterseeboote arbeiten, um so mehr wird der Feiiid in Bedrängnis kommen. Nur müssen wir aushalten. Es ist ein Kampf, Volk gegen Volk. Militärisch und wirtschaftlich niuß alles zusanimenhalten, das ganze Volk nruß eine Kriegsmaschine werden. Wir müssen wollen, daun werden wir siegen.
Uni des Vaterlandes, um unserer selbst willen müssen lute auf dein Plan sein. Es ist eine bitter ernste Sache. Durch einen faulen Frieden ist Bauer, Arbeiter und Kaufmann verloren. Ein Friede von heittc wäre ein großes Unglück, heran in einigen Jahren hätten wir von neuem den Krieg. Das nruß vermieden werden. Mr müssen und wir können dnrchhalten. Unsere Finanzlage ist die beste. Sie ist besser als die unserer reichen Gegner. Es kommt dabei nicht so sehr mif das Nationalverindigen als auf das Nationaleinkommen an. Der Krieg muß durch den Krieg bezahlt werden, und darin sind wir unseren Feinden über. Die Kriegsanleihe muß aus,gleichen/ sie nruß alles frei werdende Geld stur Kriegsbereitschaft einziehen. Wenn Deutschland seine vterte Kriegsanleihe ausschreibt, so ist - dies kein Zeichen von Schwäche, sondern von seiner finanziellen Kraft. Aber wer dem Ruff des Vaterlandes folgt hilft sich dadurch selbst, denn er stärkt den Staat.
Wie aber steht es mit der Sicherheit? Mer ist zu mttworten, daß es wohl nichts Sichereres geben kann. Das Deutsche Reich haftet ja. Das Reich kann nicht so vernichtet lvorden, daß es seinen Verpflichtungen nicht mehr nady kommen könnte. Mer angenommen, der Feind käme ins Land, würde der das versteckte Geld und die Geldschränke
der Sparkassen schonen? Und dann die Verzinsung? Mehr kann man wohl nicht vergangen, als daß man ein erstklassiges Papier mit fünfprozentiger Verzinsung erhält. In erster Linie aber muß der vaterländische Zweck maßgebend sein. Es muß jeden, wenn er dazu in der Lage ist, ntU Stolz erfüllen, an seinem Zeit ein Stück Kriegsarbett leisten zu helfen. Ern guter Erfolg der Kriegsanleihe streckt unsere Feinde und stärkt unsere Volkswirtschaft. ,
Nach einer kurzen anschließenden Aussprache, in der noch einige praktische Winke gegeben wurden, schloß der Vorsitzende Geheimerat U s i n g e r mit herzlichem Dank für die mit großem Beifall ausgenammenen vortrefflicher? Ausführungen die anregend verlaufene Versammlung.
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** Auszeichnung. In unserer gestrigen Nummer hat sich ein Druckfehler eingeschlicl)en. Es sollte heilen dem Leutnant der Reserve und Truppführer (nicht Truppenführer) Otto Sie- vers nmrde das Hanscatcnkreuz verliehen.
*• A intliche P e r s o n a ln a cy r r ch t e n. Die Großherzogin hat am 11. März dem Staatsamvalt am Landgericht der Provinz Rhemhcssen Dr. Mar May, zurzeit im Felde, und dem Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Mfreü Leoni, zurzeit im Felde, den Rang eines Landgerichtsrats erteilt. — Die Großherzogin hat am 11. März den Oberlehrer an der Realschule zu Grünbcrg Prosessor Wilhelm Angelberger zum Direktor dieser Anstalt ernannt. — Bestätigt wurde ain 8. März der von der Frau Fürstin Emma zu Solms-Hohen- solms-Lich in Vertretung ihres im Felde stehenden Gemahls, des Fürsten zu Solms-Hohr,isolms-Lich. auf die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Bessingen im Kreise Gießen präsentierte Lehrer Ernst Jacob zu Gonterskirchen, Kreis Schotten, für diese Stelle. — Die G ro ß h e rz o g i u hat am 11. März ds. Js. den Ministerialrevisor bei dem Forstvermessmkgs- und Taxationsbureau Rechnungsrat Gg. Göbel auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vom 1. Mai d. Js. au in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Z i c Zeitungen des Ostheeres. Die Postanstalten des Neichs-Postgebiets nehmen jetzt Bestellungen ans die im Postgebiet des Oberbefehlshabers Ost erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften an. Bis jetzt sind zmn Postvettrieb angemcldet worden: Tie Grodnoer Zeitung, .Konmoer Zeitung, Libansche Zeitung, Mitausche Zeitung, Wilnaer Zeitung, Zeitung der 10. Armee, Letzte Nai's (hebräisch), Dziennik Wilenski (polnisch), Homan (ruthenisch). Tie Bezugsbedingungen sind bei allen Postanftalten zu erfahren.
** D i e Ausgabe d? r Stücke zur dritten Kriegsanleihe. Es sind neuerdings wieder vielfack) Klagen darüber laut geworden, daß die Auslieferung der Stücke der dritten Kriegsanleihe sich so lange hinzieht. Demgegenüber muß immer wieder die ungeheure.Masse der zu bewältigenden, besondere Sorgfalt erheischenden Druckarbeit betont werden, die eine schnellere Erledigung einfach unmöglich macht. Gerade weil dies vorauszusehen war, sind für die Stücke von tausend Mark und darüber auf Antrag der Zeichner Zwischenscheine ausgegeben worden. Die Stücke unter Lausend Merk, zu denen keine Zwischenscheine aus- gegeben wurden, sind zuerst hergestellt worden und konnten bereits sämtlich verteilt werden. Voraussichtlich in nächster Woche wird mit der Ausgabe der Stücke zu 1000 Mark begonnen werden, die weitaus den größten Teil der noch restie- renden Stücke ausmachen. Es sind nämlich 2,59 Millionen Stücke zu 1000 Mark herzustellen, von allen größeren Ab- chnitten zusanrmen aber nur 1,34 Millionen Stücke. Die Abschnitte zu mehr als 1000 Mark werden hoffentlich in der ersten Hälfte des April ausgegeben werden können; in dringenden Fällen können übrigens zu diesen Stücken auch nachttäglich noch Zwischenscheine bezogen werden. Im übrigen arm das Publikum nur wiederholt gebeten werden, iwch etwas Geduld zu üben und den Verhältnissen, die eine raschere Abwicklung des ungeheuer umfangreichen Anleihegeschäfts unmöglich machen, Rechnung zu tragen.
** Reifeprüfun g. Gestern fand unter dem Vorsitz von Geheimrat Dr. Hensell die Reifeprüfung der Oberprima des hiesigen Landgraf Ludwigs-Gymnasiums statt. Sämtliche Prüflinge bestanden. Der mündlichen Prüfung hatten sich zwei Schüler zu unterziehen. Die übrigen waren infolge ihrer fchriftlichen Arbeiten von der mündlichen Prüfung befreit.
** Bestandsaufnahme von Heu und Stroh. Auf Grund der Bundesratsvcrordnung vom 4. August 1914 findet in der Zeit vom 12. bis 15. März 1916 eine Erhebung über die Vorräte an Heu und Stroh statt. Näheres ist aus dem Anzeigenteile unseres heutigen Blattes zu ersehen.
** lieber 3000 französische Gefangene aus den Kämpfen um Verdun wurden gestern und vorgestern nach dem hiesigen Lager überführt.
Landkreis Gießen.
e Oppenrod, 14. März. Dem Tambour Heinrich Fink wurde arn! 9. März die hessische Tapferkeits-Medaille verliehen.
Kreis Lauterbach.
ri. Frischborn, 14. März. Die Einheitskiste voll Liebesgaben, die aus unserem Kirchspiel durch Vermittlung des Roten Kreuzes seinerzeit an die Front abging, hat, allerdings mit Verspätung, ihr Ziel erreicht. Der Führer einer hessischen Abteilung, Freiherr v. Waldenfels, hat ein warmes Dankes- chreiben für die Gaben an das hiesige Pfarramt gesandt. — Auf Anregung von Lehrer Mink aus Blitzenrod, der gegenwärtig die zweite verwaiste Schnkstelle versieht, haben die Schulkinder der Oberklasse über 900 Mark zur Kriegsanleihe gezeichnet.
Starkenburg imd Rheinhessen.
A DarNr stadt, 12. März. Der Führer durch die Darm- 'tädter Kriegsausstellung ist nunmehr erschienen. Er umfaßt 61^ Seiten und ist mit zahlreichen Abbildungen ausgestattet. Der Führer gliedert sich in einen allgemeinen Teil, rn welchem die Grundsätze erörtert werden, die für die Zusammenstellung der in den verschiedenen Teilen Deutschlands veranstalteten Ausstellungen maßgebend, an, und in einen Sonderteil, der einen Plan der Darmstädter Ausstellung mit einem Verzeichnis der ausgestellten Gegenstände umfaßt. Der allgemeine Teil des Führers enthält eine lehrreiche Uebersicht über die Uniformen, die Handfeuerwaffen und Geschütze unserer Gegner. Der Sonderteil des Führers enthält eine Reihe schöner Ausnahmen aus den einzelnen Sälen und dem Hose des ResidenzschloffeZ. Von den 12 Raunten, die der Großherzog der Ausstellung zur Verfügung gestellt hat, ist der erste Raum Rußland, der 2. Raum Frankreich, der 3. Belgien, der 4. Bulgarien und Oesterreich-Ungarn, der 5. England und Italien, der 6. mrd 7. Deutschland und zwar dem Heere und der Flotte gewidmet. Die Räumte 7 und 8 enthalten photographische Aufnahmen., Raum 9 und 10 beherbergen die Kriegskunstausstellung, Raum 11 die amtticknm Bekanntmachungen aus den Kriegsgebieten, Raum 12 Schaumünzen, Kriegsgeld und Postwettzeichen, Kriegs orden, Vivatbänder und Kriegsliteratur. Im Portal und im Glockentnrmhof sind die Beutegeschütze, ein englisches Flugzeug u. a. m. untergebracht. Der hübsch ausgeftattete Führer ersMt nicht nur diesen seinen nächsten Zweck in sehr dankenswerter Weise, sondern bildet darüber hinaus durch seinen Bklderschmuck «ine bleibende Enunerung cm die große Zeit.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 13. März. Die Frankfurter Eisenba hndirekt ivn läßt an ihre HilsAbeantten und stäir- digen Arbeiter mit Rückwittnng vom 1. März an monatliche Teuerungszulagen zahlen. Für Franksirtt selbst mrd sämtliche cingemeindete Ortschaften betragen diese Zulagen: für Ledige
nwnatlich 4 Mk., für Verheirattte ohne Kinder 8 Mk., mit 1 bi- 3 Kindern unter 14 Jahren 15 Mk., mit mehr als drei Kindern unter 14 Jahren 20 Mk. Für die Stationen Homburg, Bad- Nauheim, Friedberg, Cvonberg, Höchst, Neu-Isenburg, Oberuttel, Ofsenbach, Vilbel und Hanau werden gezalstt: 4, 7, 11, 16 Mk. Für Eppstein, Flörsheim, Fttcdrickisdorf, Großkarben, Hatters-i heim, Hvfheim, Lorsbach, Mühlheim, Soden. Sulzbach, Usingeir uslv. 3, 7, 10 und 14 Mk. Für Gvoß-Auheim, Köppern, Rodherm, Rosbach, Wehrheim 3, 6, 9, 13 Mk. Für Anspach, Cambcrg, Gl au borg, Gelnhausen, Gvonaü, >Holzhansen, Idstein, Lindheim, Niederbrechen, Oberbrechen, Saalburg, Wörsdo-rs usw. 3, 5, 8, 12 Mk. Im Lvhnverhältnis bttchäftigte Frauen, denen Männer Eisenbahnarbeiter sind und als solche bereits Teuerungszulagen erhalten, sind von der Gewährung der Zulagen ausgeschlossen.
^ Frankfurt a. M., 14. März. In einein Kleingatten an der Gutleutstraße fiel am Sonntag das zweijähttge Söhnchen des Arbeiters Auerhammer in ein Wassettaß und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. — Zur Steuerung des Einhamstcrns von Lebensmitteln aller Art hat heute die Preispn'ifimgsstelle eine besondere Verordnung erlassen, mich der im Kleinverkaus einzelne Waren nur noch in ganz bestimmten Mengen abgegeben werden dürfen.
ol Limburg, 14. März. Der naffauifche Landesverband deutsck>-evangelifcher Jugendvereine hielt gestern nachmittag im evangelischen Geweindehause eine öffentliche Versammlung ab, zu der eine Anzahl Pwrrer, Lehrer und sonstige Jugenderzieher auZ dem Naffauer Land herbeigeeilt waren. Das Kgl. Konsistottum war durch Geheimrat E i b a ch - Wiesbaden vertreten Der Hamburger Jugenderzieher Walter El aßen hielt einen Bortrag über „Jugenderziehnngsausgaben in Gegenwart und Zukunft^.
Vermischtes.
Wie die japanische Presse über den Krieg denkt. Ein kurzes, aber bezeichnendes Bild der Stimmung, die dem bisherigen Kriegsverlauf in der japanischen Presse entqeg-n- gebracht wird, bietet der japanische Journalist GonnoSke Komai durch Veröffentlichung der neuesten japanischen Preffeäußeruuaen in der „Daily Mail". Wenn man bedenkt, daß der japanische Autor dem englischen Blatte naturgemäß durch eine möglichst englandsrcundliche Auswahl entgegenzukommen bemüht war, erhalten die folgenden Aeußerungen noch ein erhöhtes Gewicht. 'Die schwierigste Ausgabe Englands, sagt die japanische Zeitung .Osaka Mainichi", besteht in der Durchhallung der Finanzpolitik. Zu den ungeheuren eigenen Ausgaben'Englands, die in ihrer Höhe ohne Beispiel in der Weltgeschichte sind, kommen noch die so dringend notwendigen Unterstützungen für seine Verbündeten, ganz besonders für Rußland. Je länger der Krieg dauern wird, desto schwieriger wird es für England sein, die weiteren erforderlichen Anleihen aufzubringen. Wenn England wirklich einmal in die Lage kommen sollte, auch am Suezkanal feindlichen Kräften gegenübertreten zu müssen, würden die Schwierigkeiten seiner schon jetzt äußettt verwickelten finanziellen Lage mindestens verdreifacht werden. Noch schärfer geht das in Osaka erscheinende Blatt „Asahi" ins Zeug: „Wie unaussprechlich lähmend und langsam ist doch die Bewegung der Alliierten auf dem von ihnen so heiß gewünschten. Weg zum Sieg! Hier in Japan ist man allgemein der Ansicht, daß Frankreich und England auf dem Balkan in diplomatischer wie in militärischer Beziehung Riesenfehler begangen haben. Der griechische Exminister Venizelos hat alle Ursache, sich über die schlechte Diplomatie der Alliierten zu beklagen/ Das Blatt „Mainichi" geht so weit, sich offensichtlich über die italienische Kriegsführung lustig zu machen: „llloch immer erhalten wir die gleichen Berichte über die hervorragende Tätigkeit der italienischen Truppen an der Jsonzosront. Wie oft ist dieser Bericht nicht schon wiederholt ivorden? Monate und Monate hindurch war es immer dasselbe. Ist es nicht begreiflich, daß wir nachgerade glauben, daß die Kabelgesellschasten der Alliierten an diesen Erfolgen ebenso viel Anteil haben wie die italienische Armee? Während die Italiener Wundertaten melden, erringen die Oesterreicher einen Erfolg nach dem andern. .Wenn wir uns der Objektivität eines Neutralen befleißigten, müßten wir es aussprechen, daß Italien durchaus nicht an dem Kriege teilnimmt, wie es seine Pflicht wäre". Daß man in Japan aber nicht nur kühl bitz ans Herz hinan, sondern allmählich auch sehr ungeduldig wurde, erhellt aus der neuesten yttunmer des „Asahi": „Wir wollen nicht beLweifeln" ruft das Blatt aus, „daß es für die Alliierten möglich wäre, bet Vermeidung von Separatfrieden den gewünschten gemeinsamen sftiedensschluß zu erreichen. Aber wann soll dieser Friede kommen? Das zu sagen, ist wieder eine andere, keineswegs leichte Sache. Aber gerade das wünschen wir nachgerade dringend zu wiffen!"
*19 15 — das Jahr der Brücken. Das KttegSjahr 1915 - ausgezeichnet in der Geschichte der Menschheit durch eine ungeheure Anhäufung von Vernichtung und Fottschritt, von Erfindungen und Taten hervorragendster Art, die einerseits der modernsten Vernichtung, andererseits der modernsten Rettung von Menschenleben und Aienschenkrait dienen, war auch ein Ausnahmejahr in der Geschichte der Technik. Und nicht nur aus Kampfmittel beschränken sich die außerordentlichen technischen Leistungen der bisherigen Kriegszeit — auch die Zerstörung und die Konstruktion der dem friedlichen Verkehr dienenden Anlagen hat in der allerjüngsten Vergangenheit alle bisherigen Rekorde übertroffen. So war in dieser Zeit auch die Geschichte des Brückenbaues die bewegteste und bedeutsamste, seit es überhaupt Brücken moderner Konstruktion gibt. In West und Ost, in Polen, Flandern und Frankreich fielen die hervorragendsten Brückenbauten der bitteren Notwendigkeit des Krieges zum Opfer. Die berühmten Marnebrücken wurden von den Franzosen aus taktischen Gründen zerstört, und auch aus dem Balkan ivütete das Dynamit, dem eine der größten Eisenbahnbrückeii auf dem Kontinent, die Belgrader Bahnbrücke über die Save, zuin Opfer siel. Doch während aus der alten Erde die Brücken vernichtet wilrden, war die Technik in Amerika damit beschäftigt, die neue Welt mit neuen Wunderwerken des Brückenbaues zu versehen. So war das Jahr 1915, wie im Eugiiieerliig Record in eiiiem übersichtlichen Artikel ausgesührt wird, ein Rekordjahr für den amerikamschen Brückenbau. Mehrere die bishettgen Leistungen weit übertreffende Brückenbauten wurden in Amerika während des Krieges teils begonnen, teils bereits zu Ende gestihrt. Die neue Brücke in Quebeck, die der Vollendung entgegengeht, hat die größte Spannweite aller Btticken der Welt, nänilich eine Bogenspanmmg von 1800 Fuß. Bisher wurden zum Bau dieser Brücke 63 090 Tonnen Stahl verbraucht. Eine anoere hervorragende Neukonstruktion ist die bereits fertiggestellte Clevelandbrücke, deren Spannweite von 591 Fuß die drittgrößte aller bestehenden Brücken ist. Beim Bau dieser Brücken wurden auch neue Sicherheitsvorrichtungen zum Schutze der Arbeiter erprobt, die sich als so gut erwiesen, daß bei beiden Bauten kein einziger Unglückssall mit tödlichem Ausgang sich ereignete. So bedeutete das Kriegsjahr 1915, das aus der einen Seite so viel Zerstörung von Kunstbauten sah, aus der anderen Seite einen Aufschwung im Brückenbauwesen, der eine neue Aera dieser Technik anzeigt.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubttk stehenden Arttket übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
In Nr. 36 der Familienblätter des Gießener Anzeigers schrieb ein Mitglied des Gießener Frauenvereins über Anzucht von Frühkartoffeln, wobei bemerkt wurde, daß man diese aus Kartoffelschalen leicht heranziehen kann. Es ist daS wohl ganz gut gemeint, in Wirklichkeit möchte ich aber die Gartenbesitzer davor warnen, ihr Land aus diese Weise unnütz zu bestellen. Gewiß werden die Augen von dick geschälten Kartoffeln auch weiter treiben, doch müßte dazu derBoden schon sehr leicht sein, denn die geringsten Schollen würden den Trieb, der selbstverständlich keine große Krast haben kann, nicht durch- laffen. Es dürfte nur die geringste ungünstige Witteninq eintreten, so würden die Kartoffelschalen im Boden schnell an der nötigen .Kraft verlieren, und an eine weitere Entwicklung wäre wohl nicht mehr zu denken. Ich möchte nochmals darauf aufmerksam machen, mit diesen! Sparsystem vorsichtig zu sein, damit unnütze Arbeiten erspart bleiben. Man Halle sich an das Sprichwort: 'Wie die Saat, so die Ernte. Victor Pechtold, Obergärtner.


