Au- Togo.
London, 6. März. (WTB.) Amtliche Meldung. Aus vrrWirischen (Sriittben wurde beschlossen, alle europäischen Mrufleute seitlicher Nattorralität, die sich noch in Togo aufhalten, Ku deportieren und alle deutschen Geschäfte zu schließen, denen es bisher gestattet war, in den von den Briten besetzten Teilen Togos Geschäfte zu treiben.
Der Zeekrieg.
Auszeichnung des Grasen Dohna-Schlodien.
Dresden,?. März. (WTB.) Der König hat dem Korvettenkapitän Burggraf und Graf zu
Dohna- Schlo
und
dien, dem Kommandanten des Schiffes „Möve", das Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens verliehen.
Leipzig, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der Flot- tenbnnd deutscher Frauen hat den Korvettenkapitän Grafen D oh na gebeten, 3000 Mk. zur Verwendung nach freiem Ermessen für die Besatzung der „Möve" anzunehmen.
London, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet aus Lowestoft: Das Fischerfahrzeug „Day-
sprinA ist in der Nordsee versenkt worden. Die Besatzung twtrbe gerettet.
Sie Reichrsteuer auf Post- und Lelegraphengedühren.
Berlin, 7. März. (WTB.) Nach einem dem Bmrdesrat von dem Reichskanzler vvrgelegten Gesetzentwurf soll mit den Vr> st-undTelegrapheu gebühren eine außerordentliche Reichsabgabe nach folgenden Sätzen erhoben werden:
Von jeder Sendung bei Briefen im Otts- und Nachbar- Ortsverkehr 2 Pfennig, im sonstigen Verkehr 5 Pfennig, bei Postkarten 2 Pfennig, bei Drucksachen bis 50 Gramm 1 Pfg., bei Paketen bis zum Gewicht von 5 Kilogramm bis 75 Kilo- meter Entfernung 5 Pfennig, alle weiteren Entfenumgen 10 Pfg., beim Gewicht über 5 Kilogramm bis 75 Kilometer Entfernung 10 Pfennig, alle weiteren Entfernungen 20 Pfennig, bei Briefen nnt Wertangabe bis 75 Kilometer Entfernung 5 Pfennig, auf alle to-eiteren Entfernungen 10 Pfennig, bei Postauftragsbrief«: 5 Pfennig, bei Postanweisungen im Bettage von mehr als 10 bis 50 Wiark 5Pfemftg, über 50 bis 100 Mat? 10 Pfennig, über 100 Mark 20 Pfennig, im Postscheckverkehr bei Beträgen vor: über 10 Mark, bei Zählkarten 5 Pfennig von jeder Auszahlung und bei ^eberweisungen von einem Postscheckkonto auf ekn anderes 2 Pfennig von jtt>er Ueberweisung, bej. Telegrammen von jedem Telegramm im Stadtverkehr 15 Pfennig, im sonstigen Verkehr 25 Pfennig, bei Rohrpvstbriesen und Rohr- Vvstkarten von jeder Sendung 5 Pfennig, bei Anschlüssen an das Otts-, Vororts- oder Bezirksfernfvrechnetz 20 Prozent von jeder Pansch- oder Grundgebühr, bei Ortsgesprächen von Teil- nchmeranschlüssen gegen die Grundgebühr, bei Gesprächen im Vor- orisverkehr, BezirVverkehr intb Fernverkehr 20 Prozent von der Gebühr für jedes Gespräch und bei Fernsproch-Nebmanschlüssen 20 Prozent von der Gebühr für jeden Nebenanschluß.
Ferner ist in Aussicht geirommen, den Frachturkundenstempel fltt Wagenladungen im Eisenbahnfrachtverkehr zu erhöh e n und euren Stempel für Stückgntverkehr nach folgenden Sätzen einzuführen: Frachturknnd«: im inlmüftschen Eisenbahnverkehr über Frachtstückgut imd Expreßgut 15 Pfennig, Eil- stückgut 30 Pfennig, Frachtgut in Wagenladungen bei einen: Frachb- bettage von rächt mehr als 25 Mark eine Mark, bei höheren Bs- ttagen zwei Mark, Eilgut in Wagenladungen bei einem Frachtbettage von nicht mehr als 25 Mark 1Hz Mark, bei höher«: Be- rrägen 3 Mark. Die Steuersätze für ZNagenladnngen ermäßigen sich aus die Hälfte, wenn das Ladegewicht des gestellten Wagens weniger als zehn Tonnen bettägt.
Berlin, 8. März. Zn der vorgeschlagenen Erhöhung der Postgebühren weist das „Berliner Tageblatt" darauf hin, daß eine Reichsabgabe im Postverkehr in der Hauptsache nich4»has bereits erledigte Geschäft, auch mcht Ausgaben trifft, die man nach Belieben nrachen oder unterlassen könne, sie trifft das werdende Geschäft, greift am gesamten Wirtschaftsleben nicht an die Frucht, sondern an die Wurzel. Jeder Erwerbstätige wird nach dem >kriege mehr zu arbeit«: haben als vorher. Für den Geschäftsmann bilden das unentbehrlichste Handwerk zeug die Mittel, die ihm Post- und Tekegraphenverwaltung zur Verfügung stellen. Die Leichtigkeit, wie hier 200 Vttllionen Zusagen aus dem Nichts hervor gezaubert werden sollen, darf den Reichstag nickst bestechen. Es ist Sache der Volksvertreter, das empfindliche Gewächs innerer Volkswirtschaft vor Wurzelkrankheiten zu bewahren, die schwerer wieder zu beseitigen sein würden, als sie eingeschleppt worden sind.
Auch die „Freisinnige Zeitung" meint, die Erhöhung der Postgebühren wert>e den gescl)-äftlichen und privaten Verkehr überaus drückend belasten. An der ganzen Abgabe sei nur das eine relativ sympathisch, daß nicht eine organische Erhöhung einer Post- und Telmraphengebühr cintteten soll, sondern mrr eine Abgabe geplant sei, die ihren: ganzen Wesen nach mrr eine vorübergehende sein könnte.
In der ,Rassischen Zeitung liest man: Wtt sind die letzten, die sich sträuben, ihr«: Anteil an den Lasten des Krieges zu zahlen. Aber wir wehren uns gegen die Berkehrsverürgerung, die im Porto Zuschlag und in der Telepbonvetteuerung liegt. Durch die fortwährende Belästigung wird der Verkehr ein geschnürt werden und daher mrr ein ganz geringer Teil dessen an Einnahmen erzielt, was bei sorgsamer Pflege des Verkehrs durch vernünftige Bemessung der Gebühren verdient werden könnte.
Wie die „Tägliche Rundschau" ausfuhrt, treffen die neuen Belastungen des Post- und Telegraphenverkehrs gleichmäßig den Verkehrsbedarf des Armen und des Reichen. Es fehle auch jeder Versuch einer sozialen Abstufung. Wir halten diese Verkcchrsbesteuerung fiir ein« schlechthin verwerfliche, solange nicht jede natürlichere, gesmweve, allem wirtschaftlichen und allem sittlichen Empfind«: zusagendere Steuer quelle erschöpft ist.
Aus dem Reiche.
Der Verkehr mit Vieh in Bayern. ,
Berlin, 7. März. (WTB.) Zu dem Verkehr mit Vieh in Bayern erfahren wir folgendes: Die Durchschnittsaussuhr aus Bayern betrug vor dem Kriege im Monat 13 000 Stück Großvieh. im Dezember 1915 30 000, im Januar 1916 ea. 40 000, die Einfuhr von Vieh betrug vor dem Kriege 4000 im Monat, heute ist sie gleich null: die Einfuhr von Schweden bettug vor dem Kriege 1000 000 Stück, heute ist sie gleich null. Trotz dieses Ausfalls von 1000 000 Schweinen lieferte Bayern während des Krieges noch anderen Bundesstaaten Schweine und liefert an die Zenttal- stelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung 24 000 Rinder im Zurzeit geh«: Mrclftnoch Hunderte von Wagen mit Schlacht viel) nach norddeutschen Städten und Tausende Zugochs«: nach rwiddeutfchen^ Gütern Jtrr Arbeftsverwendung. — Der Bedarf an Butter bettägt in Bayern 3 Kilogramm pro Jahr und Kopf der Bevölkerung, in Norddeutschland dagegen 15 M logramm pro Jahr und Kopf der Bevölkerung.
Aus Stavt unk Land.
Gießen. 8. März 1916.
Arirgsarbeit in Metzen.
XVII.
Alice-Frauen-Bereirr (Zweigverein Gießen).
(Fortsetzung und Schluß.)
Mit Beginn des Jahres 1915 entfaltete sich in allen Abteilungen des Roten Kreuzes, welche vom Alice-Fra:wn- verein geleitet wurde n, regste Tätigkeit. Um durch fveüoAige
Kräfte den Verdienst des: bedürftigen Frauen nicht zu de- einttächtigen, beschränkte sich der Verein darauf, Näharbeiten, welche durch Vereinbarung der Stadt mit der Heeresleittmg durch solche angefertigt wurden, zuzuschneiden und zu verteilen. Von den freiwilligen Hilfskräften wurde dann eine größere Anzahl von Regenumhängen her- aestellt und ebenso, bevor die Wollwoche einsetzte, eine namhafte Zahl von warmen Decken und Mänteln. Diese konnten größtenteils hincntsziehenden Truppen gleich mitgegeben werden. Die Wollwoche selbst gab, außer den Mitgliedern des Alioe-Frauenvereins, vielen Frauen und Mädchen Gelegenheit, mitzuhelfen. In drei verschiedenen Näh- sruben wurden unter Leitung bewährter Kräfte Decken gefertigt. Aus den Restbeständen, welche nicht zu solchen verdwendet werden konnten und welche die Stadt dem Roten Kreuze überwies, wurden die brauchbaren Sachen ausgeschieden und unter Mithilfe von bezahlten Schneidern und Nähfrauen gereinigt und aufgearb eitet. Ein großes Lager von guterhaltenen Kleidern steht zur Verfügung des Roten Kreuzes. Aus chm wurden schon viele entlassene feldnn taugliche Soldaten gekleidet. Bei der Rückkehr unserer Feldarauen ins Privatleben hoffen wir noch manchen mit Zivilkleidern ausstatten zu könnem
In unserer Nähstube II beschäftigten wir einige Monate etwa SO biß 100 Frauen mit Ausbessern schadhafter Wäsche. Die Wäsche ab teilung erhielt des öfteren große Sendungen gebrauchter Wäsche aus dem Feld. Diese wurde gesondert, gereinigt und ausgebessert, so daß dadurch eine bemerkenswerte Zahl schadhafter Gegenstände wieder gebrauchsfähig wurde. In großer Men-ge hatten uns Kinder aller Schulen Material für Anfertigungen von Scharpiearbeiten geliefert. 18 Kisten mit Tupfern und Binden konnten wir an Lazarette ins Etappengebiet versenden. Durch eine Verfügung des Kriegsministerrums, welches derartige Verwendung von Leinwand für nicht zwecke,ltsprecheno, bzw. wünschenswert erachtete, wurde diese Tätigkeit ein- gesöellt. An ihre Stelle ttat die Anfertigung von Lazarettschuhen in beiden Nähstuben. Durch diese wutt>e einer großen Zahl von Verwundeten und Kranken in unseren hiesigen Lazaretten eine große Wohltat erwiesen. Das außergewöhnliche Verständnis, die unermüdliche Sorge für das Wohlbefinden unserer Feldgrauen, welches unsere Hauptleiterin erfüllte, ließ sie immer wieder neue Formen finden, s-odaß für alle Arten von Berwundur:gen und Verbcurd etwas Wärmendes und Schützendes erstand: so auch besonders ^chutzverbände für Amputierte, eine unendliche Wohltat für manchen der Aerrnsten. Was unsere Nähabteilung im ganzen geleistet, dafür mögen untenstehende Zahlen sprechen.
Feldgraue Halsbinden * a K .
Äemden . s .
Unterhosen * * * • * h * s
Leibbinden **«.*«.*
Taschentücher . c » . . « .
Armschlingen . x .
Paar Hausschuhe Verband schuhe, einzelne, * K „
Ber bandsocken. .
Paar Fußlappen . . k * » k H üllen für Amputierte h K .
Verbandweste
Nähbeutel mit Inhalt . » .
Kopsroll«:. , s
Kopsrollenbezüge « « « . . ^
Wagenkissen . «. « . . s . 9
Spreukissen
Spreukffs«:bezüge . < ^ .
Lungenschützer ^ .
lange, aufgerollte Binden ^ ^ *
Paar Socken. .
Aermel westen ..... H .
Sterilisiersäcke.
Handschuhe u. Stauchen, gestrickte,
Wolldecken. .
wasserdichte UmHänge ^ .
Muffen
1534
1929
689
12
525
393
248
3 9
528
14
1
503
18
26
4 6 6
300
848
2994
159 23
145
375
160
Aerztetücher
Pelzwesten
Pelzsußsack
Kissenbezüge
Kniewärmer
Eine nicht hoch genug
39 24 6 1 84 4
anKuerkenTrende und eknziw-
schätzende Tatsache war, daß im Gegensätze zu der sriMosen
Zeit', in welck^er wir stehen, in wertvoller segenspendender Arbeit Frauen und Mädchen aller Stände und Konfessionen feierlich zirsammen bemüht waren, Not und Schmerzen zu lindern, Gutes und Nützliches zu schaffen.
Die wichtige Aufgabe des Mic^Frauen-Vereins, Aus- Bildung von Helferinnen und Hilfsschwestern für Pflege unserer Verwundeten uttd lkranken, vollzog sich in der vergangenen Zeit in dem besttmmten Nahmen. Am 1. April 1915 wurden auf Grurü) ihrer anhaltenden Tättg- keit 70 Helferinnen ohne vorhergehende Prüfung zu Hilfs- chwestern ernannt. Um ihnen Gelegenheit zu geben, die taatliche Prüfung zu nrachen und wenn sie s:ch gegebenen- alls als Berufsschwestern auszubilden wünschten, gewisse Vorteile nicht vorzuertthalten — wurden 3 Lehrkurse, mit je 20 Doppelsttrnden zu diesem Zwecke eingerichtet. Die liebenswürdige Bereitwilligkeit, mit welcher sich die Herren Kveisassistenzarzt Dr. Schenk, Obevcttzt Dr. Frankel und Professor Dr. So et beer als Leiter zur Berfüaung stellten, ermöglichten uns diese Einrichtung. Zwei Kurse mit je 12 Teilnehmerinnen wurden durch wohlbestcmdene Prüfungen, zu welchen die Herren Geh. Obermedizinalvat Dr. Baiser und Herr von Ploenies erschienen, mit gutem Erfolge abgeschlossen. Der dritte Kursus ist ebenfalls beendet und in der ersten Zeit des ueiren Jahres wird die Prüfung stattsinden. Wir haben fetzt außerdem noch 47 Helferinnen, von welchen hoffentlich noch! eine große Anzahl weiter zu Hilfsschwestern werden. Kriegsschwestern führen wir zwei tu unseren Listen. Der größte Teil unserer Pflege- kräste ist an den hiesigen Kliniken und Reservelazaretten beschäftigt. Fünf von ihnen sind an ein Bereinsl-azarett Frankfurt a. M., zwei nach Darmstadt, eine nach Wimpfen, eine nach Zwinaenberg a. d. Bergstr. überwiese::. Eine Hufs- schwester fand Verwendung als Ktiegsschwester in Russisch- Polen, eine trat in ein Sanatorium in Frankfurt a. M. du.
Mit Beginn der Einmach zeit fanden sich auf dne Aufforderung unsererseits hin dne große Anzahl von Frauen, welchen es ihre häuslichen Verhältnisse nicht erlaubten, in in unseren Arbeitsräu.men mitzuhelfen, bereit, flir unsere Verwundeten und Kranken dnzukochen. Wir erhielten: 12 Körbe frisches Obst, 137 Gläser eingemachtes Obst, 101/2 Pfund getrocknetes Obst, 201 Gläser Gelee, 47 Töpfe Marmelade und 201 Flaschen Fruchtsast. Vielen wurde dadurch Erfrischung und Erguickmrg.
Bei den Sendungen an die Gefangenen in Rutzlaird betdliaten sich selbstverständlich die Ldterinnen der einzelnen Abteilungen sehr rege. Alle Einkäufe, Fertigung verschiedener Leibwäsche u dal., zuletzt die Verpackungen gingen durch ihre HLinde. 30 Kisten gingen vom Roten Kreuz aus ab.
Ein neuer Zweig der Tätigkeit des Alice-Frauen-VerdnS erwuchs aus einer Anregung, welche wir durch Herrn Medizin alvat Dr. Vogt-Butzbach gelegentlich einer Sitzung des Landesvereins in Darmstcrdt erhielten: Tie Vor s o tgung von Einsamen. Ein Bebanntgeben im „G i e ß e n e r Anzeiger" fand lebhafte): Anllang. Bis heute sind von uns 764 Adressen an frermdliche Geber übermittelt ivorden. Viele Briefe und Karten liefern den Beweis, daß es uns gelungen ist, nicht nur den Einsamen draußen zu zeigen, daß in der Heimat sorgende Herzen für sie schlagen, fcmbem and) selbst zu empfinden als schönsten Lohn, daß „jede Frercde sinkt im Preise mit der verglichen, wenn ich Lieb erweise".
Das Bestreben, den Verwundetenin den Lazaretten Gelegenheit zu nützlicher Be s chä s ti gun g zu geben, welches allerorts mib auf allen Gebieten hervortritt, fand hier fruchtbaren Boden. Im November wurde ein Anfang damit gemacht, durch vorbereitende Stunden seitens d::es Mitgliedes des Ausschusses des Alice-Frauen-Vereins für Hilfskräfte, welche dann in den Lazaretten die Unterweisung der Verwundeten übernehmen. Neben den ausgedehnten ge)verblichen Unterrichtssttrnden erfüllt hier die Kleinarbeit den Zwecks, den Leuten, welche an Zimnier und Bett gefesselt sind, die langen Stunden zu kürzen. Das Material für die betreffenden Arbeiten liefert das Rote Kreuz, bezahlt auch den Verwu::deten einen bestimmten Arbeitslohn und sichert ihnen dadurch du kleines Taschengeld. Wertvollen A::tdl, nimmt unser Alice-Frauen- Berein an der vom Roten Kreuz eingerichteten Bermiß- ten-Ermittelung :m.d Gefangene::fürsorge dadurch, daß zwei seiner älteren Helferinnen die schriftlichen Arbeiten besorgen, ja so zu sagen die ganze Sache leiten. Selbstverständlich trügt auch die Liebes gab en-Ab Leitung sehr wesentlich durch Packen der in Form von größeren Gaben ab gesandten Grüße aus der Heimat in die Ferne ihr gutes Teil dazu bei. Diese besorgte in Gemeinschaft mit Näh- und Wäsche-Abteilung Einkauf, Anferttgung und Verpackung der Weihnachtsgaben fürs Feld. Alle vom Roten Kreuz versandten Kisten — 20 Kisten für Mmmschaften für je 100 Personen, 12 Kisten für je 5 Offtziere — wurden durch sie ferttggesttllt. Eine große, aber sehr befriedigeirde, schone Arbeitsleistung. Wenn es der Gaben auch nicht so viele, d. h. vielseitige, waren, wie im vorhergehenden WdhnachtS» feste, so bestanden sie dafür aus sehr gediegenen nützlichem Dir)gen. Die Danksd-reibe::, welche uns zuginge)), bezeugen, daß sie große Freude erregten und im fernen Osten und Westen in der: Herzen der ''Empfangenden dankbare Weih- nadfts g e fühle erw eckten.
Durch den Hessischen Landes-Fvauen-Verein vom Roten Kreuz (Alice-Frauen-Berein), Darmstadt, wurde uns die Mitteilung, daß er für Hessen die Bcrnnttelung der durch Ihre Kaiserl. Königl. Hoheit die Frau Kvorrprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen ins Leben gerufenen» Krieg skin der spende übernommen habe. Unser hiesiger Zweigverd): nahm sich sofort der Sache an. Der übergroßen Zahl der Meldungen wegen wurde eine Beschränkung nötta und zwar in der Weis«, daß der 20. September 1915 (Geburtstag der Kronprinzessin) als Dermin angerwrumen wurde, von welchem an Meldungen berücksichtigt werden sollten. Wie schon früher bekannt gegeben, hat sich der Mice- FrauewBerein bereit erklärt, hier ausaleichend einzutreten. Cw will jeder bedürftigen Frau., welcher in der Zeit vom 1. August bis 20. September 1915 dn Ki)ck> geboren tvurde, eine Spende verabreichew Ist diese naturgemäß etwas lldner und bescheidener als die der hohen Stifterin, so ^dgt sie doch, wie unser Verein bestrebt ist, da wo und sowert er er kann zu helfen und zu erfreuen. Das im Interesse der Kriegskinderspende herausgegebene Kriegsbilderbuch wurde in großer Anzahl abgesetzt.
Ein sehr wichtiger Schritt vortvärts ft: der E))twickelung des Mice-^rauen-Bereins wurde gemacht durch Bildung eines Kreis verbau des. Ein an dieser Stelle schon früher veröffentlichter Bericht gibt Aufschluß über sein« Besttebungen und Ziele. Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin von Solms-Lich hat den Vorsitz übernornrnen. Der Brerlnpunlt der Neubildung liegt in der Grüiidung von Zweigvereinen auf dem Land«. Für die Stadt Gießen hatte sich diese Angelegenhdt schon früher durch Anschluß der bestehende): Frauenvereine als außerordentliche Zwdgver- dne geregelt. Als solche schlossen sich an: Der Allgenrdn« deuff'che Frauenverdn, der ^vaelitische und katholische Fvauenverein sowie der Helferinnenbund.
Wie das abgesdBossene Bild der Tätigkeit des Alice- Ftauen-Vereins zeigt, hat der Verein sich bemüht, nach Kräften mitzuhelfe): an dem großen Samariterwerk, welche die gln^e. in lodernden Flammen des unseligen Krieges stehende Welt umschließt. Als seine vornehmste und heiligste Pflicht sieht er es an, zu sorgen, stützen, aufzurichten, wo und wie er kann. Offen und freudig möchte): wir am Schlüsse unseres Berid).t'es anerkennen, daß vieles von uns nicht hätte ermöglicht tverden können, wenn wir )richt lebhafte Förderung und Unterstützung in de)n zwischenÄlioe- granen-Berein, Stadt und Roten Kreuz bestehenden Dreibund gesunden hätten. Ein großes, täglich sich erlveiterndes Arbeitsseld liegt nod> für Jahre vor ihm.. Hoffen wir, daß die Hilssbereitschasi, die Atbeitsfteudigkeit nicht Nachlassen, daß die Herzen nicht erkalten und abstuinpfen durch die lange D>auer Seh>en wir voll Vertrauen der verhüllten Zukunft entgegen in der festen Zuversicht, daß Gott mit unseren Waffen ist, daß er sie segnet und uns den Frieden Abt.
Frau B. Gebhardit.
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Amtliche Personalnachrichten. Das Etzren- zeicken für Mitslieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom G r 0 ß- Herzog verliehen: Franz Jakob Rieß, August G a n ß und Josef Wohlfahrt, sämtlich in Dieburg.
** Ze:ch nungserleichteruny fur Beamte. Das Großh. Staat§mimfterium hat beschlossen, döi angestellten nnd Nichtangestellten Beamten die Zeichnung aul die v i e r t e K r i e g s- a n l e i h e durch monatliche Gehaltsabzüge, ähnlich wie dies bei der 3. Kriegsanleihe geschehen ist, zu erleichtern. Der durch Vermittelung der Hanptstaatskasse gezeichnete Betrag dar! höchstens ^ der festen Jahresbezüge aus der Staatskasse betragen. Die monatlichen Abzüge beginnen regelmäßig Ende April 1916; iür solche Beamte, die bis zum 1. April 1917 einschließlich eine Gehaltserhöhung zu erwarten haben, kann der Bearnn des Abzugs bis zu dem Zeitpunkt verschoben werden, in dein der Beamte zum erstenmal den Gehalt der höheren Stuke bezieht. Für Beamte, die sich bereits bei der 3. Kriegsanleihe beteiligt haben, kann der Beginn des Abztigs bis Ende Oktober 1917 verschoben werden, damit nicht gleichzeitig für die 8. und 4. Kriegsanleihe Abzüge zu machen sind. Die monatlich abgezogenen Beträge werden den Beamten von: ersten Tage des folgenden Vierteljahrs ab verzinst.
** Hessische Bücher im GroßenHauptquar- tier. Kaiser Wilhelm II. hot im Großen Hauptquarttev das Werk eines hessischen Verfassers entgegeng'etwmmen: es handelt sich um das im Verlage von Emil Roth in Gießen erschienene Buch „Leb en s w er te" aus der Feder von Professor Otto Gros von der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Ossenbach am Main. Bereits früher wurden


