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8.3.1916 Erstes Blatt
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Nr. 57

Der Vlehener Anzeiger

erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich TichenerHamiUrnblätter; Kiveimal wöchenlt.Xreir- dlatWr-en «reis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monntl. Land- wirlschasttiche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: birdieSchriftleitungI13 Berlaq.GeschästsstelleLI Adresse für Drahtnach­richten: Anzeiger Sietzen. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnuminer bis zum Abeird vorher.

Erstes Blatt

<6H. Zchrgattz

Giehener Ijeip

Semral-Anzeiger für GöerWen

Mittwoch, 8. März M

Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viectel- jäbrl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Ziveigsteüeu monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk.2.30viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auSw. 20 Pf. Haupt­schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für beu politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr.R.Zenz;

«otati»nsdr«ck «ntz Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schristleilirng. Srschästsstrlle und Druckerei: Schulftr. 7. N Hmluch mm-Hrn'

Vas Dorf Kesner erstSrmt.

(WTD.)' Großes Hauptqnartier. 7. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Kleine englische Abteilungen, die gestern nach starker Fmervorbereitung bis in unsere Gräben nordwestlich von Bermel les vorgedrungen waren, wurden mit dem Bajo­nett wieder zurückgeworfen.

In der Champagne wurde in überraschenden An­griffen östlich von Maison des Champagnes unsere Stellung zurückgewonnen, in der sich die Franzosen am 11. Februar festgesetzt hatten. Zwei Offiziere, cinhundert- füvfzig Mann wurden dabei gefangen genommen.

In den Ar gönnen schoben wir nordöstlich von La Chalad e im Anschluß an eine gröber? Sprengung unsere Stellung etwas vor.

Im Maasgebiet frischte das Artilleriefeuer west­lich des Flusses auf, östlich davon hielt es sich auf mittlerer Stähle. Abgesehen von Zusammenstößen von Erkundungs- truppe« mit dem Feinde kam es zu Nahkämpfcn nicht.

In der W o e v r e wurde heute früh das D o r f F r e s - n es mit stürmender Hand gerwmmen. In einzelnen Häusern am WestranVe des Ortes halten sich die Franzosen noch. Sie büßten Wer dreihundert Gefangene ein.

*

Eines unserer Luftschiffe belegte nachts die Bahnanlagen von Bar-le-Duc ausgiebig mit Bomben.

Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Lage ist im allgemeinen unverändert.

O b e r st e Heeresleitung.

Unsere Truppen haben westlich von Verdun, in der Woevre-Ebene, einen neuen, sehr in die Wagschale fallen­den Erfolg erstritten, indem sie das bisher von den Fran­zosen hartnäckig verteidigte Dorf Fresnes erstürmten. Das Dorf liegt 23 Kilometer vor,der Cote Lorraine und eben­soweit südlich der Straße VerdunHandiomontMetz. Es ist selbst ein Knotenpunkt mehrerer wichtiFerBerkehrsstraßen. Durch Fresnes führt die den Woevre-Rand begleitende Strxche Azannes-Eix und (in nordsüdlicher Richtung) die Linie EtainApremont, die quer durch die Woevre-Ebene gezogen ist. Auf dieser Lage an den .für Nachschub uub Bewegung wichtigen Verkehrslinien beruht die Bedeutung des von den Franzosen zähe verteidigten Ortes, den der Feinds auch noch zu halben suchte, als unsere Linie nördlich und südlich davon vorgeschoben werden konnte. Bei Fresnes trifft auch, so wird in derFrkf. Ztg." bemerkt, der von Westen kommende Bach von Haudromont das Longean- Flüstchen, das den Maashöhen südlich von Combres ent­springt und in östlicher RiclMng die Woevre-Ebene durch­zieht. Die vielgenannten Höhen von Combres und Les Eparges Werder: durch das Longeautal von dem Massiv der Eötes Lornrines abgetrennt und erhalten dadurch den Cha­rakter eines vorgeschobenen Kammes. Unsere Truppen be­herrschen in Fresnes den Zugang zu diesem Talein schnitt, wtchvevd sie von Fresnes aus zugleich in die Flanke der sranzösischen Stellung auf den Höhen von Les Eparges ge­langen könnten. Diese Sachlage erklärt die ftanzösische Hart- näcktgkett bei Fresnes zur Genüge.

Der ftanzösische Bericht erwähnt noch einen anderen deutschen Fortschritt, nämlich die Eroberung von Forges, durch die ebenfalls ein weiterer Ausgleich unserer Front vor Verdun stattgefunden hat. Es wurde damit eine weitere An­näherung cm die Befestigungswerke westlich der Maas voll­zogen. Forges liegt dicht an der Maas, 4Vs Kilometer östlich von Bethincourt, das an dem bei Forges mündenden gleich­namigen Bach gelegen ist.

Es ist ein wenig tragisch, daß in einer Zeit siegreicher Kämpfe, die Deutschland neue Zugänge zum Weltverkehr und Welthandel eröffnen sollen, unsere Reichsregierung uns mit erhöhten Post- urid Telegraphengebühren überraschen will. Wir geben nachstehend den Inhalt des neuen Steuer­gesetzes wieder, das in dem Kriegssteuerbukett ganz entschie­den die am übelsten duftende Blume genannt werden must Mußte sie wirklich gepflückt werden? Es ist außerordentlich schwer, gegenwärtig ergiebig sprudelnde Steuerquellen auf­zufinden, und es ist ebenso schwer, über Vorschläge, die unsere Reichsregierung in dieser Hinsicht uns nun einmal machen muß, gleich mit vollem Munde zu schimpfen. Wir nehmen an, daß es sich nur um Abgaben handelt, die uns während der Kriegszeit zugemutet werden sollen. Unsere Feldpost geht ja zum großen Teil ohne Gebühren, und !ver im übrigen unsere stark belastete Post beschäftigen will, darf es sich ein paar Groschen mehr kosten lassen. Es klingt ein bißchen bureaukratisch, wenn es in der Begründung des neuen Steuergesetzes heißt:Eine grundsätzliche Umgestaltung der geltenden Gebührenordnungen für Postsendungen, Tele­gramme usw. kann nicht in Frage kommen, weft dazu zeit­raubende Ermittelungen und Beratur^en mit Vertretern von Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und Handwerk not- wendig wären." Es mitrtve schöner lauten, wenn man sagte, daß an der Postgebührenordnungi ^grundsätzlich! überhaupt rückst gerüttelt Werder: soll, da sie sich im allgemeinen be­währt hat. Tröstlicher Trugt dann der folgende Satz in der Begründung:Gebührenzuschläge bieten auch den Vorteil, daß sie, sobald sich nach dem Kriege die Einnahmen des Reiches durchgreifend bessern, zun: Teil oder ganz! auf- p.ehoben werden können, ohne daß die Gebühren 'selbst neu

festgesetzt werden müssen." Die Regierung, betont also frei­willig die Möglichkett, diese lästigen und unpopulären Geb!Ührenzuschlage nach dem Kriege wieder abzuschaffen. Die Volksmehrheit aber möchte wenn der Reichstag schon nicht von vorny-erein einen anderen, besseren Steuerausweg finden sollte die bestimmte Zusage haben, daß das Poststeuergesetz nach dem Friedensschluß als ein häßlicher Sproß des Krieges alsbald wieder beseitigt wird. Sonst könnte sich am Ende gar eine gelinde Streikbewegung der Brieffchreiber und Güterverserlder einstellen, was dem Reichssäckel ebenfalls nicht zugute kommen würde.

* * *

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. März 1916.

NussischerKriegSschauplatz.

Bei K a r p i l o w k a warfen Abteilungen der Armee des Generalobersten Erzherzogs Josef Ferdinand den Feind aus einer Berschanzung und setzten sich da/rin fest. Nordwestlich von T a r n o p o l vertrieb ein österreichisch - ungarisches Streifkommando die Rüsten aus einem 1009 Meter langen Graben; die feindliche Stellung wurde zugeschüttet. An der bessarabischen Grenze war gestern die Geschütztätig­keit beiderseits reger.

Italienischer iui d südöstlicher Kriegs­schauplatz.

Lage unverändert. Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant

Der französische Bericht.

Paris, 7. März. <WTB.) Amstich'r Bericht vom Vtontag nachmittag: In den Ar gönnen beschoß unsere Artillerie ver­schiedene Punkte im Gehölz vor: Cheppy an der Straße von Avo- oourt nach Malancourt. Nördlich von Verdun nachts keine Jnfanterietätigkeü. Heftiger Artilleriekamps auf dem linken Maasufer mit llnterbrechuimen im Abschnitt Ivestlich von Tlonanmont. Im Wo«vre beschossen unsere Batterien lebhaft die Zugangswege des Feindes. Tie Nacht war auf dem übrigen Teil der Front ruhig.

Paris, 7. März. (WTB.) Amtlicher Bericht vom Montag abend: In der Champagne setzten die Deutschen einen An­griff an, wobei sie eine brennende Flüssigkeit gegen unsere Stel­lung zwischen Mont Tetu und Acaisons de Cl)amvagne schleu­derten. An imserem rechten Flügel wurde der Feind durch unser Sperrfeuer aufgehalten und konnte nicht aus fernen Gräben vor­brechen, links, in der Gegend von Maisons de Champagne konnte er in ein kleines vorgeschobenes Grabenstück e in d rin g en. In den Ar gönnen ließen wir in der Gegend von Court« Chaussee eine Mine springen, die einen deuffchen Posten zerstörte: wir besetzten den Südrand des Trichters. Zwischen Haute Chevau- chcs und Cote 285 konnte der Feind, nachdem er zwei Mineur kammern zur Explosion gebracht hatte, an einigen Punkten unserer- ersten Linie festen Fuß fassen. Es entspann sich ein Kampf, in dessen Verlauf wir den Feind aus unseren Schützengräben warfen und uns der einen Seite eines Trichters bemächtigten. Unsere Ar» tillerie war im ganzen Abschnitt w e st l i ch d e r M a a s sehr küttg. An der Front zwischen Bethincourt und der Maas richteten die Deutschen nach einer heftigen, den ganzen Vormittag andauernden Beschießung einen starken Anariff gegen Forges, das sich in un­serer vorgesehenen Linie b<eifmdct. Im Verlaufe des sehr lebhaf­ten Kampfes konntensie , i ch des Torses bemächtigen. Mehrere Versuche, beim Flügel bei Oie vorzubrechen, wurden durch unsere Gegenangriffe unterdrückt, die den Feind nach Forges zu­rückwarfen. Oestlich der Maas zeitweilig aussetzender Artillerie- kamps. Im W-vevre heftige Beschießung ohne Jnsanterittätig^ keit in der Gegend von Fresnes. Westtich von Pont-ä-Moussvn ver­ursachte unsere Attillerie an den deutschen Anlagen im Gehölz von Jury bedeutende Schäden.

/ Belgischer Bericht: Ter übliche Artilleriekampf süd­lich von Mixmuiden. Unsere Batterien brachten deutsche Minenwerfer zum Schweigen.

Herv6 über die Bedeutung BerdunS.

Bern, 7. März. (WTB. Nichtamtlich.)- In einemVerdun um jeden Preis" überschriebe um Leitattikel mahnt H e r v 6 in seinem BlatteLa Victoire" zur größten Wachsamkeit. Mit scharfem Tadel weist er die Versuche der Presse, die Bedeutung von Verdun runter der Betonung, daß cs keine Festungen mehr gäbe zu leugnen, zurück. Wie kann mau, selbst um das Publikum zu beruhigen, ihm solche Albernheiten vormachen. Herve zieht zum Vergleich die ähnlichen Manöver in: August 1914 bezüglich des be­drohten Paris heran und ruft ans: Verdun ist heute ein symboli­scher Name. Sein Verlust würde für uns eine moralische Kata­strophe von größter Tragweite sein. Nein, nein! Verdun ist stir uns heute, was Paris damals war. Keine Kasuistik kann uns glan ben machen, .daß sein Verlust eine Tatsache von untergeordneter Bedeutung sei. Wer so etwas unseren Führern: in der Presse Vor­macht, begeht ein Verbrechen gegen das Land. Glücklicherweise, weiß unser Generalstab, daß er Verdun un: jeden Preis halten muß. Man höre also endlich ach, täglich in den Blättern zu suggeriere::, daß der Feind auch anderswo furchtbare Angriffe machen wird. Blind, wer nicht sieht, daß bei Verdun allein und nicht wo anders es gegenwärtig um die Geschichte Frankreichs und Europas geht. * * *

Der türkische Bericht.

Ko nstan tinopel, 6. März. (WTB.) Das Hauptquartier meldet: Es liegt von den verschiedeuen Fronten kein Bericht über eine wesentliche Aendernng der Lage vor.

Konstautinopel, 7. März. (WTB. Nichtamllich.) Das Hauptquartier meldet:

An der I r a k f r o u t brachten wir alle Versuche des Feindes, sich unseren Stellungen im Abschnftte von Fel ahi e zu nähern, zum Scheitern. Be: Kut-el-Amara keine Vmänderung. An der Kau kasussront verloren die dortigen Gefechte in

den letzten Tagen ihre Heftigkeit. Auf beiden Seiten herrscht offensichtlich Ruhe.

Die Antwort unserer Artillerie machte das von feindlichen Kriegsschiffen zuweilen mit Unterstützung von Flugzeugbeobach­tern gegen die Küsten dcr^ Dardanellen eröffnete geringe Demonstratiousfeucr unwirksam. Zwei feindliche Kreuzer wurden getroffen. Die Tätigkeit unserer Flieger verhindert Erkundungs- Versuche, die von Zeit zu Zeit von feindlichen Flugzeugen an den Dardanellen unternommen werden. Die feindlichen Flieger fliehen, ohne sich in einen Kamps einzulassen, sobald sie eine Annäherung unserer Kampfflieger bemerken.

Der ruffische Bericht.

n P etersburg, 7. März. (WTB.) Amtlicher Bericht vom! 6. März.

... Westfront: Im Abschnitt von Riga am Babit-Sec zer- Itörte unsere Artillerie Teile der feindlichen Gräben. Oestlich von F r i e dF i ch st a d t konnten wir ebenfalls gute Attillettewirknng gegen arbeitende deutsche Abteilungen beobachte::. Bei Jakob­stadt nordöstlich von Weessen, 10 Kilometer südöstlich von Liwrn- hof, zerstreute unsere Artillerie eine deutsche Infanterie-Kolonne. Deutsche Patrouillen, die an unsere Stellungen zwischen Ob, dewneiza, Sussei au: Susseibach und Maly, westlich von Liwenhvf, vorkamen, wurden durch Jnfanteriefeuer verjagt. In der Stellung von Tünaburg bis J'lluxt dauert der Kamps um den Besitz eines Sprengtrichters an.

Kaukasusfront: Unsere Truppen landeten unter starkem Feuerschutz der Flotte und besetzten in der Nackt des 4. März A t i n a an der Schwarzenmeev-Küste, östlich von Trovezunt (100 Kilometer) und zwangen die Türken durch einen schnellen! V o r st o ß nach den: Süden, die Stellungen zu räumen. Bei diesem Kampfe machten wir 2 Offiziere und 280 Mann yvt Ge­fangenen, erbeuteten zivei Geschütze und Arttlleris- und Infanterie- Munition. Ans der Verfolgung besetzten unsere Abteilungen am Morgen des 5. März das Tors Mapavra, 25 Kilometer östlich Trapezunt zwischen Atina üud Rize, 65 Kilometer östlich Trapezunt.

Die montenegrinische Herrscherfamilie.

Bordeaux, 7. März. (WTB.) Meldung der Agence Ha- vas. ^:e nwntenegrinische Herrschersanrilie wird hier am Mitt­woch ankommen.

* . *

Die NeutralitäLspolitie der Schweiz.

Bern, 6. März. (WTB.) Gestern nachmittag begannen; d:e Berhandlunge:: im Nationalrat über die Neutralitäts­politik des B u n d e s r a t e s. Die Zuschauertribüne und die diplomatischen Logen waren überfüllt. Präsident Engftar hielt eine mit lebhaften: Beifall aufgenommene Ansprache, in der er zunächst der Kriegswirren gedachte, durch die die Schweiz in eine schwere wirtschaftliche und geistige Krise gestürzt worden sei. Der Redner sagte: Gemessen an dem Elend, das der Krieg erzeugt^ ist es der Schtveiz trotz allein gut gegange::. Angesichts der Lage der Schlvciz und der Möglichkeit vermehrter Kriegsgefahr dürfen die Schweizer nickt länger säumen, sich wieder zusamarM- zuschließen zu voller Einigkeit. Der Redner zollte sodann der Haltung und der Arbeit des Bundesrates volle Anerkennung und wandte sich gegen die Angriffe aus der: obersten Leiter der Ärnr«, deren Ti'ichtigkeit außer allem Zweifel stehe. Der Armee und ichmr Fähigkeiten gebühre wie dem. Bundesrat warmer Dank. Der Prä­sident wandte sich sodann an die welsche:: Abgeordnete::, denen er versicherte, daß die deutsche Schweiz niemals daran denke, die welsche Eigenart zu verdrängen. Deutsch-Schlveizer und Welsch- Schweizer müßten sich wiederfinden in gegenseftigem Vettrmrar. Die Schweizer dürfen sich nicht entzweien zu einer Zeft, wo einzig lind allein die Einigkeit stark machen könne.

Als erster Redner sprach der Verich'erstatter Spahn-Schaff- hausen, der in Beziehung aus das Vorgehen des Bundesrates n: der Oberstenangelegenhseit seine volle Zustimmung erllärte. Es wäre allerdings für die Schlveiz besser gewesen, lvenn die An­gelegenheit ohne öffentliche Gerichtsverhandlung hätte erledig« werden können. In Bezug auf die wirtschaftliche Lage der Schweiz äußerte sich der Redner skeptisch. Die Aussichten kür die Rohstoffzusuhr sind immer schlechter geworden. Man darfl sogar sagen, daß die dceutralität, die von den Kriegfützrendcnl in Politischer und militärischer Hinsicht respettrett lvurdc, in wirt­schaftlicher Beziehung durch das Hineinziehen der Schtveiz in den Wirtschaftskrieg verletzt worden ist. Es wäre die Frage auf- zuwerfen, ob gegen diese Verletzungen nicht ein formeller Protest anzubringen wäre. Jedenfalls muß die Schweiz bei der künftigen ölestaltung des internationalen Rechts nachdrücklich aus die unhaltbare Lage der Neutralität aufmerksam machen.

Als Kommissionsberichterstatter in französischer Sprache ergriff S ecr e ta:: das Wott, der n. a. den Lausanne:- V o r f»l l mit der deutschen Konsulats sahne als einer: dummen Streich halb­wüchsiger Jungen bezeichnet?. In Bezug auf die AenßerrmgeN von Syurpathiei: 'und Antipathien betorrbe Secretan, in einer Zeit, wv sich in Europa ungeheure Umwälzungen vollziehen, hätten d:e Schweizer das Recht, Sympathien zi: haben und sie anszu-, drücken. Der Redner stellte fest, daß es in der französischen Schwerz keinen Haß gebe g-eger: irgendeine Natton Europas. Mahr sei, daß d:e Welschen Sympathien für Frankreich l^abeu: dafür fe* Muffen )ie auch und billigten sie die Shnwathien der'deutschen Schweiz für Deutschland. Es liege darin eine weitere Garantie für die 'unverrückbare Neutralität der Schweiz. Bezüglich der Ober­st e n a n g e l e g>e n h e i t drückte der Redner unverhohlen die Mei­nung ai:s, daß sie von Anfang an hätte administvattv erledigt werden sollen. Die Theorien des Generalstabschefs Sprecher von Bernegg über die Neutralitätspflichten, die nicht streng genornwen werden müßten, sofern nicht die Neutralitätsrechte der Schweiz streng geachtet würden, lehnte der Redner als gefährlich ab. Die Auffassung des Bundesrats, daß dtm: General in militärischen Dingen volle Selbständigkeit zustehe, sei richtig. Zum Schftffse be­tonte Secretan, daß die tvelsche Schweiz feine Vorwürfe erheben wolle, weder gegen den Bundes rat noch gegen die Armeeleittmg, auch nicht gegen den Generalstabsckef. Sie verlange bloß stritte Einhaltu:rg der Neutralitätsgrmcksätze. Beifall.)

Hier wurde die Sitzung abgebrochen. Die Fortsetzung der Debatte findet nrorgcn statt.

Der akttcrekanische Kriegsmittiftev.

Washington, 7. März. (WTB.) Meldm:g des Rcuter-« scheu Bureaus.'Ne:oton D. Baker ist zum S taa ts se kretül fürdeu Krieg enranitt worden. ..