Ausgabe 
2.3.1916 Erstes Blatt
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mit Gummisohlen, Papierstreifen, Abfall» dort glänzend zeigen. Demselben Blatte scheint die Frage t*n der Papierverarbeitung, Makkulatur, Wolframdrccht, offen bleiben zu müssen, ob die gemeldete Versenkung bereits

Borfibrre und Schuhcreme, bestehend ai^ Terpentin und | mit der Verwirklichung der Ankündigung in der bekannten

Denkschrift vom 8. Februar zusammenhängt. Verschiedene Blätter nehmen Veranlassung, in letzter Stunde zu betonen,

ansgelöstem Holzteer, sowie kondensierte Milch erlassen.

Fiuanzberatungen in der russischen Duma.

Petersburg, 29. Febr. (WB.) Bei der Budget beratung in der Duma stellte der Berichterstatter Fi r so f f fest, daß sich die im Budget ausgewiesenen ordent- liehen Einnahmen auf 3 022 049 318 Rubel und die ordent-

Deutschland vor einer unaufschiebbaren nt scheid ung stehe. DieTägliche Rundschau" schreibt:

Wir stehen vor einer unaufschiebbaren Entscheidung. Wir müssen letzt in dieser Stunde uns darüber schlüssig machen, ob

lichen Ausgaben aus 3 232 463 678 Rubel stellen, so daß die wir gegen unseren Erzfeind -England. gegen den Anstifter alles ordentlichen Ausgaben die Einnahmen um 210 414 380 Rubel Uebels, die einzige Waffe, die wir gegen ihn haben, rücksichtslos übersteigen. Die außerordentlichen Kriegsaufwendungen I und unbeirrt durch lähmende Hemtumgen aniuenden wollen oder weisen folgende Ziffern aus: 8 Milliarden Rubel für 1915 I "E- Wir besitzen keine andere Waffe, um England auf den Leib und wenn der Krieg das ganze Jahr nt>d) dauert, 11 Milliar- f 1 und wir müssen^ ihre volle SlMrfe heute treffen lassen.

den Rubel im J-chre 1916. Alle diese Ausqaben konnten ihr-Wrrkim«Mn M. Schon streckt England seine gierigen

nur mit Hilfe von Krebit»pcr<rti,nen geleistet merden. Der Lm rZ;^ ÄSSK Z

flirten Ernte sei diese Verminderung nicht fühlbar geworden, ihren gefüllttn Bäuchen ttageu. Morgen müssen wir anjaugeu. Die Einschränkung der industriellen Tätigkeit wurde voll- sie rücksichtslos 'abzutun oder die Entscheidung in neue unabseh-. ständig durch die Preiserhöhungen und Anforderungen für | bare Ferne rücken. Uebermorgen ist es z-u spät!

London, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der Verein der Schiffsversicherer in Liverpool stellt fest, daß die V e r

die Armee ausgewogen. Der Zufluß von Geld in das Land habe.sich in der Vermehrung der Einlagen gezeigt. Die

Vermehrung habe die bishiw ohne Beispiel dastehende llufte an britischen Schiffenim Januar 2,4Mil-

Summe von 800 Millionen Rubel erreicht.

lionen Pfund Sterling betragen, wovon 1,6 Millionen

Der Finanzmini st er erklärte, daß die Ausgaben Rechnung des Krieges kommen.

auf

die Einnahmen schätzungsweise um 377 Millionen übersteigen London, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds werden. Der Minister hofft, die neuen Einnahinequelten, Agentur meldet: Der britische DampferThornaby" die durch den .Kriegszustand geschaffen worden seien, wür- soll versenkt worden uno die ganze Besatzung urnge- den mehr als 500 Millionen ergeben. Was die Steuerpläne tommen sein.

anlcmM, sei es wünschenswert, den Staatshaushalt an den Paris, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird bekannt Vorteilen, die sich aus den Unternehmungen der Kriegs- gegeben, daß dieProvence II" fünf 14-Zenttmeter-, zwei

industrie ergeben, teilnehmen zu lassen. Die täglichen Kriegs ausgaben betrugen zu Anfang des Krieges 10 und sind rinn auf 31 Millionen gesttegen. Die Gesamtheit dieser Aus­gaben werde 1916 etwa 12 Milliarden erreichen. Um sie zu decken, sei es notwendig, den allgemeinen Kredit in Anspruch

57-Millimeter- und vier 47-Millirneter-Gesckützie an Bord hatte

Drei französische Hilfskreuzer und ein englisches Wachschiff versenkt.

Berlin, 1. März. (WTB. Amtlich.) Von unseren

zu nehmen. Bisher haben die Kreditoperattonen auf dem imtw rW,^7ft' ^ on un, ^ en

inneren Markt 4hs Milliarden ergeben. Die Notwendig- . H i l fs kreuzer mit ie

leiten des Krieges bringen eine kräfttge Ausgabe von H avre und ein bewaffneter englftcher

'.I Bewachungsdampfer m der Themse-Mündung der

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werde, und sagte, er sei des Erfolges um so sicherer, als die.,,^^^^- h4¥f CQCCm . .. . , «

Vertreter des Volkes nun von der Tribüne der Duma her - 9 f ^^h^ollen gerettet sein,

einen Aufruf an die Bevölkerung richten und sie ermahnen S-JL ^ruar an Frischen Küste versenkte franzo-

im K-mpfe Seg^ dev Feind zn unter-1 {^ ootea ergibt, nicht das LinienschiffSusfren

der PanzerkreuzerAdmiral Charnier".

stützen. (Beifall.)

Eine Beratung englischer Handelskammern.

London, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Hier ist eine wichtige Konferenz der Han­delskammern desVereinigten Königreichs eröffnet worden. Es wurde über den britischen Handel nach dem Kriege beraten. Ter Vorsitzende brachte eine Entschließung ein, in der

Der Chef des Admiral ft abs der Marine. (In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Verhandlungen mit Amerika.

Washington, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Miel­

erklärt wird, daß die Nation ihr Prvduktwnsvermögen in die düng des Reuterschen Bureaus. In der Kabinettssitzuna Hohe schrauben-musst, anstatt .sich 'auf die Zufuhr vom Auslande wurde die deutsche Denkschrift besprochen. Man be L Enna sagte. Wrr geben schLoß die weiteren Mitteilungen abzuw

für uns selbst 1170 Millionen Pfund aus. Die Vorschüsse an die Verbündeten und die Dominivnis, die ich im letzten Dezember

gen abzuwarten, die von Berlin unterwegs seien und die angeblichen Jnstrut-

auf 425 Millionen schätzte, werden vermutlich nicht ganz aus-1 ^^bn^..^ipeffen, welche den brttischen Handelsschiffen zum

bezahlt zu werden brauchen. Das sind große Summen. Wir haben sie aufgebracht^ aber es freut mich, nritteilen zu können, daß wir auch die viel größeren Summen, die im neuen Jahre nötig sein werden, auftreiben werden. Nicht weniger als ein Drittel aller Ausgaben des Landes werden wir aus den (5Hn* nahmen bestreiten. Wir werden im folgenden Jahre noch weiter gehen, wenn dadurch auch die Lasten vergrößert werden. Die­

Angriff auf die Unterseeboote gegeben worden seien.

Au§ dem Reiche.

Der Reichstag.

lenigen, welche uns Geld leihen, müssen wissen, daß wir die Zinsen l Sitzim/ bei Reichet?« e? si^et^am ^5^ Mär^n ackmtt- aus unseren Einnahmen bezahlen können und daß wir auch für Unna 9 Uhr ?

die Abzahlung Kapüal genug haben. Eine andere wichtige Sache fittnneo ^ ^ Tagesordnung. Rechnungssachen und Pe-

ift, daß wrr trotz der ungewöhnlich großen an uns gestellten An- 1 lulöntn - Forderungen doch unseren Handelder Hauptsache nach

sortsetzen konnten. Für dieses Land sind der Handel und! Essen (Ruhr), 1. März. (WTB. Nichtamtlich) Gutem der Lneg zwn voneinander abhängige Mnge. Wenn unser Handel Vernehmen nach wttL sich dte Firma Friedrich Kruvv

Mrengesellschaft. an der vierten Kriegsanleihe mit knt beruht, den!Bmbunoeten und den Dominions Vorschü,se zu 4 0 Millionen Mark beteiligeu ^ ^

leisten. Vor dem Kriege waren wir von den Deutschen in vielen für unseren Betrieb lehr nächtigen Arttkeln abhängig.

beteiligen

München, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die

'antraet

Ich glaube, daß wir entweder durch die individuellen Bemühungen ^ c r Abgeordneten nahm in der heutigen Sitzung einftinr- unserer Kaufleute oder mit der nöttgen Staatshilfe dafür sorgen P*?, ex1 } ai sozialdemokratischen Antrag an, der die Regierung er- müssen, daß wir nicht wieder in diesen Zustand geraten. Die Bundesrat dahin zu wirken, daß den Gemeinden

a ist bereit, ihre UnterstüNuuo ftrr htm $Srmhf»r mit ^ R ei chsMi t teln die Beträge jetzt zurückerstattet toerhen.

die bis an die

Beträge jetzt zurückerftattet werden, mnuar 1916 vorschußweise als gesetzliche Unterstützung ingehörigen der Kriegsteilnehmer ausbezahlt wurden.

Regierung ist bereit, ihre Unterstützung für den Handel mit dem Auslande zu gewahren, um Sick^rheit zu schaffen, daß Kon- kurrewen ,mit deneii wir jetzt in bitterer Feindschaft leben, nicht mehr in dem Maße chve früher den ausläudischerr Handel be­herrschen. Die Konferenz der Handelskammern nahm dann eine Entschließung an, in der die Regierung aufgesvrdert wird, Maß­regeln zur gegenseitigen Bevorzugung des hrittschen Reiches und seiner Verbündeten zu ergreifen, ferner zu einer günstigen Be­handlung des neuttalen und Einschränkung des Handels mit feindlichen Ländern durch Einführung von Zöllen, die verhindern, daß der Markt von ihnen überflutet wird, und schließlich Maß-

«smatfw., !l tLjÄS'* ^

hnlt vor den Delegierten der Handelskammern eine Rede, in gewaltiger Leistungen hinter sich. Die Waffen aus

Arrs Stadt rrnd Land.

Gießen, 2. März 1916.

Zeichnet die vierte Uriegsankihe!

welcher er mitteilte, daß die Vorbereitungen für die W 1 kvnferenz der Miietten in Paris getroffen würden. Die Konferenz würde beraten, ob es möglich wäre, die wittschaftlichen .Kräfte der Alliierten bei der Fortsetzung des Krieges besser aus­zunützen, und es wurde besprochen, was nach dem Kriege geschehen habe.

SU

Das Nachspiel zum Züricher Prozeß.

Bern, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes r a t hat heute abend in einer Sitzung mit dem General die

irtschafls- Stahl und die silbernen Kugeln haben das ihre getan, dem Wahn der Feinde, daß Deutschland vernichtet werden könne, ein Ende zu bereiten. Auch der englische Aushungerungsplan ist gescheitert. Im zwanzigsten Kriegsmonat sehen die Gegner ihre Wünsche in nebelhafte Ferne entrückt. Ihre letzte Hoff­nung ist noch die Zeit; sie glauben, daß dis deutschen Finanzen nicht so lang« standhalden werden wie die Ver­mögen Englands. Frankreichs und Rußlands. Das Ergebnis

bespro^>en^?l^er^das^Erq«bni^ der^ Mtzung wmde ^amtlich I b{ertn deutschen Kriegsanleihe muß und wird "ihnen folgende Mitteilung gemacht: Durch gerichtliches Urteil wur- die richtige Antwort geben.

^ndie Obersten Eali und v. Watte nwyl den Vorgesetzten Jede der drei ersten Kriegsanleihen war ein Triumph Behörden zur disziplinären Be,traflmg überwiesen. Der Ge- w owcw, J ^ l 2 . V 9

neral hat demgemäß über jeden der beiden Offiziere I ^ T'ln.ltschen Reiches, eine schwere Enttäuschung der Femde.

20 Tage strengen Arrestes verhängt und sie überdies Jetzt gilt es aufs neue, gegen die Lüge von der Erschöpfung

?!J«^ 0 -U^^tl unb Kriegsmüdigkeit Deutschlands mit wirksamer Waffe

Der 5eekrieg.

I anzugehen. So wie der Krieger im Felde sein Leben an die suspendiert. Der Bundesrat wird über ihre anderweitige | Verteidigung des Vaterlundes setzt, so muß der Bürger zu Verwendung rn der Militärverwaltung später Beschluß Hause sein Erspartes dem Reich durbringen, um die Kort

setzung des Krieges bis zum siegreichen Ende zu ermöglichen. Die vierte deutsche Kriegsanleihe, die laut Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums soeben zur Zeichrmng auf­gelegt wird, muß

der große deutsche Frühjahrssieg auf dem finanziellen Schlachtfelde

werden. Bleibe Keiner zurück! Auch der kleinste Betrag ist nützlich! Das Geld ist unbedingt sicher und hochperzinslich angelegt.

Die neuen Erfolge unserer U-Boote.

B e r l i n, 2. März. Im Anschluß an die gestern amtlich gemeldete Versenkung französischer Hilfskreuzer auf der Höhe von Le Havre bringen verschiedene Berliner Morgenblätter Nachrichten aus Paris, wonach ein französischer Minen­sucher vor Havre torpediert wurde. In derGermania" heißt es: Die neuen Erfolge unserer U-Boote verdienen auch deshalb unterstrichen zu werden, weil sie die Kraft des Unter­nehmungsgeistes, der in unserer Marine herrscht, unvermin-

Dcr Lenzmonat.

Als Kaiser Karl der Große die aus dem Lateinischen stam­menden Monatsnamen verdeutschte, gab er dem März, der seinen Ramen von der Bezeichnung Martins nrensis (Monat des Mars), des Krregsgottes ^der alten Römer, herleitet, die Benennung le n g r z i n m ä n 6 t fy (Lenznronat). Aus dem althochdeutschen Worte lengizin, das so viel wie die Zeit der langen oder länger ^hbnden Tage bedeutet, ist das Wort Lenz, die einstige aus- Ichtretzliche Bezeichnung für den Frühling, hervor gegangen, die uns bereits im Althochdeutschen auch in den verkürzten Formen tenzo oder lenzin begegnet. Aber auch im Mittelhochdeutschen treffen wrr neben der Schreibung lenze die volleren Formen langes und langiz an. Diese haben sich sogar in einigen deutschen Mundarten, so im Kärntischen, als Langaß und Langiß, im Vayrrichen als Längetz, Längß, Längsten und Längßng sowie im Schweizerischen als Langsi bis zum heutigen Tage erhalten. Auch wenn der Bayer hochdeutsch spricht, pflegt er das WottFrüh- l r n g zu vermeiden, und er sagt fast nur ,L e n z". Die Bezeich­nungFrühling" ist gleichzeittg mit der entsprechenden Benen- ^?^"^bntling" für den Herbst in Schwaben aufgekommen: oa.> WortSpätling" hat in unsere allgemeine Sprache keinen Eingang gefunden, wohl aber das WortFrühling", ja dieses Wort hat den^utt'prünglichen AusdruckLenz" aus unserer Prosa­sprache fast völlig verdrängt und ihn, vom Bayrischen abgesehen, beinahe ganz auf die Dichtersprache beschränkt. Man hat be- kanntlich wiederholt die Forderung erhoben, die aus dem Lateim- stammenden Monatsnamen durch deutsche Bezeichnungen zu ersetz^i, die Sache hat aber ihre großeii Schwierigkeiten. Es würde zunächst nicht leicht halten, eine Einigung bezüglich der deut- csv ? Benennungen yerbeizuführen, und von den Namen, die Kart der Große den Monateir gegeben Hat, würden manche für unsere Zeit Nicht als zweckentsprechend erscheinen, wie z. B. Winter- monat für den Januar. Ostermonat fiir den April (das Osterfest fatlt ia manchmal auch in den März) und Herbstmonat für den Rov^nber. Der Name .Lenzmonat für den März würde vieleg mit Recht auch als zu lang und zu schwerfällig erscheinen, und die verkürzte Form Lenz würd eals Monatsname auf Widerstand stoßen, weil Verwechflungen mit der Jahreszeit-Benennung Lenz unausbleiblich waren. ,

n. YY bezüglich der Monatsbezeichnung März können wir fest- steilen, daß diese schon seit dem 5. nachchrisllichen Jahrhundert unserer Sprache angehört: sie hat sich also bei uns genau dieselben Heimatsrechte erworben wie viele andere aus dem Lateinischen stammende Wötter unserer Sprache, die zu derselben Zeit in diese Klangt snw und längst zar deren festestem Bestände gehören.. Ebenso herhalt es sich mit der Monatsbezeichnung Jänner (erst spater ist unter gelehrtem Einfluß die Form Januar eingeführt worden), Mm und August. Und wie sehr sich das Wott März vei uns eingebürgett hat, zeigen uns die mit seiner Hilfe gebildeten Ksan.mensetzungen wie^veilchen, Märzhase, Märzschnee, Märzenbier usw. Ohne weiteres imrb sich also der Monatsname pcarz aus unserer Sprache nicht verdrängen lassen, auch wenn amt- tich eine andere^ Bezeichnung für diesen Monat festgesetzt werden sollte, was ftellich kaum anzunehmen ist . . . Der März war bei den alten Römern ursprünglich der erste der zehn Monate des Fahres: mit der Neueinteilung des Jahres in zwölf Monats wurde auch ein anderer Jahresanfang festgesetzt. Tie beiden neuen ^coiiate, der ^anuar und der Februar, wurden dem März vorau- gestellt, und das Jahr beginnt seitdem mit dem 1. Januar. Im Marz nimmt kaleiidermäßig der Frühling seiiien Anfang.

^rt einem hübschen Märchen von Heinttch Seidel,Die Monate , schreibt der Dichter dem Lenzmonat folgendes ins Stammbuch:lieber den Marz läßt sich viel Gutes sagen. Das ist ein wichttger Monat für den Landmann, dem er die Felder be­freit und den Frost aus der Erde taut. O, so köstliche, sanfte Früh­lingstage hat er schon, wo die Lerchen über die grüne Saat tttt- tieren und die Drosseln im knospenden Wald flöten, wo man meint, nun müsse der Frühling gleich über die Berge schauen und rufen: ,,^a, ich komme schon!" In den Gärten duftet mit kräftigem Erd­geruch das gegrabene Ackerland, und um das unsägliche Grün der Stachelbeerbüsche, die mit lauter zarten braunen Glöcklein behängt siiü), summen die Bienen. Aus der schwarzen Erde steigen nun liebliche Wunder empor, zarte Schneeglöckchen, schimmernde Krokus und leuchtende Narzissen und gegen Ende gar, da bannt ecn holdes Duften deinen Scknitt und stehe: die Veilchen blühen," Nicht wenige werden geneigt sein, in diesem Hymnus auf den Lenzmonat eine allzu kühn dichtettsche Uebettreibung zu erblicken. Hoffen wir trotzdeni, daß der März, der uns in diesem Jahre zu­teil werden soll, sich nicht allzu weit von dieser frühlingsbegeister­ten Schilderung entfernen wird.

** Unser Familienblatt mußte herube infolge betriebstechnischer Schwierigkeiten aus fallen.

** Amtliche Personalnachrichten. Das Ehren­zeichen für Mitglieder freiwMger Feuerwehren wurde vom Groß­herzog verliehen: Phllipp Feck II. zu Gvost-Bieberau. T?e Groß Herzogin hat am 1. März d. Js. dem Vorstand eines Finanzamts, Fmanzamtmcmn Georg Stammler zu Worms, zurzeit im Felde, und dem Finanzanrtmann bei bem 1 Finanzamt Darmstadt I Georg Knöß zu Darmstadt den Charakter als Finanzrat verliehen.

** (5 i nen Schmuck des deutschen Heims stellt das an dieser Stelle kürzlich angekündigte Geburtstags­bla t t des Roten Kreuzes dar. Es handelt sich, um es kurz zu wiederholen, um ein Gedenkblatt, das einem jeden, der gelegentlich seines Geburtstages dem Roten Kreuz eine Spende von 5 Mk. oder mehr zuwendet, als wertvolle Gegen­leistung zugedacht und nunmehr erschienen ist. Der Frank­furter Maler und Graphiker Fritz B 0 e h l e hat seinen Griffel dem schönen Gedanken dienstbar gemacht und den Entwurf zu dem prächtigen Blatte geliefert. Das in Schwarz und sparsamem Rot gehaltene, große Kunstblatt stellt auf eine den Vordergrund bildende Halde eine monumental gesehene Ritterfigur; der gepanzerte heilige Reiter kehrt von sieg­reicher Schlacht heim; seine Lanze mit dem Fähnlein des roten Kreuzes ruht auf der Schulter: und beim Anblick der zerstampsten Felder und rauchenden Trümmer, die seinen Weg säumen, und der dahinter liegenden, von seinem Schwert geretteten Fluren verhält er sein mächtiges Roß und senkt das Haupt in demütigem Dank an den 5)öchsten, der zum schweren Siege seine Hand lieh. Oben und unten rahmen stark stilisierte Schriftleisten die figürliche Darstel­lung: Während zu Häupten In veo gratia, etwa Vergelts Gott, zu lesen ist, sieht man unten den Spruch: Gibst du ein Scherflein noch so klein. In Gott soll dirs gesegnet sein. Den seitlichen Abschluß bilden im Stil gotischer Holzschnitze­reien gehaltene Schmuckleisten. Das Blatt stellt in Form, Gedanken und Zweck einmal, wie man freudig feststellen kann, etwas wirklich Vollkommenes dar. Das plastische Her­austreten der Figur, ihre großgefügte Einordnung in den Raum, vor allem auch die äußerste Oekonomie der Mittel lassen hier ein Kunstblatt entstehen, das eine Freude für jeden Kenner bedeutet. Wir entsinnen uns nicht, daß eine ähnlich wertvolle Erleichterung eines wohltätigen.Zwecks existierte, wie die Zuweisung dieses Blattes, das berufen erscheint, eins der erfreulichsten Dokumente unseres großen Kampfes zu werden.

** Der Bezirksausschuß Gießen für ver­mißte und kr iegsge fange ne Deutsche bittet uns um folgende Bekanntgabe: Im Interesse unserer Kriegs­gefangenen in England bitten wir erneut darauf hinzu­weisen. daß die immer wieder vorbommenden Klagen über Nichteintresfen bezw. verspätetes Auswahlen von Post­anweisungen an Kriegs- intfe ZiviLgefangene in England