Nr. 52
Der «tetzrner »nz-tger
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SiehenerKamHienblätter;
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Erstes Blatt
166. Jahrgang
Donnerstag, 2. März 1916
«etzemr Äzetz«
General-Anzeiger für Oderheffen
«otatisnrdruck unö Verlag der Brühl'schen Uni».°S«ch- und Steindruckerei JL Lange. Schriftleitnng. Seschästrstelle und Druckerei: §chulstr ^ ^ Anz-ig-nteli: H'.
BezugSp re .
monatl. 85 Pf., viertel- jäkrl. Mk. 2.50: dlirch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch diePostMk. 2.30 viertel- jährl. ausschl. Lestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goeg. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; iür Stadt imö Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz;
Beck, särntlich in Gießelt.
verßgrtte Artillerietätigkeit der Kanzosen.
/af JSBSSJ Großes Hauptguartier, 1. März. (Amttich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Trtillerietätigleit war auch gestern an vielen Teilen der Front sehr rege, besonders auf feindlicher Zelte. An mehreren Stellen verfolgte der Gegner damit freilich nur Täu- fchungszwecke. Dagegen schien er im A scr-G eb i et. in der Chamvagnc sowie zwischen Maas und Mosel bestrebt zu rnn, UNS ernstlich zu schädigen. Er erreichte das Ziel nicht.
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3« Luftkampf wurde ein englischer Do pp el- vecker bei Menin bezwungen; die Insassen sind gefangen. Zw«i französische Doppeldecker polten die Abwehrgeschütze herunter, den einen bei Vezaponin. nordwestlich von Soissons. Insassen gefangen, den anderen dicht südwestlich von Soissons, Insasse wahrscheinlich tot. — Ein von dem Leutnant d.R. Kühl geführtes Flugzeug. Beobachter Leutnant der Reserve Haber, brachte einen militärischen Transportzng auf der Strecke Besan^on—Iusscy durch Bombenabwurf zum Halten und bekämpfte die ausgcstie- gene Transportmannschast erfolgreich mit seinem Maschinengewehr.
Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts von besonderer Bedeutung.
Oberste Heeresleitung.
Die neuen Erfolge unserer Unterseeboote haben auch in der spannenden Zeit der Erwartung folgenschwerer Ereignisse im Westen in deutschen Landen einen erhebenden Eindruck gemacht. Wir können auch zur See etwas erreichen, wenn wir nur wölben! Die neueste deutsche Erklärung, die unser Botschafter tu Washington abgegeben hat, läßt gar keinen Zweifel mehr an dem festen Willen der maßgebenden Stellen, die gegen England wirksamste Waffe mit voller Ausnutzung der vorhandenen Kräfte zu gebrauchen. Unsere U-Boote sind überall. Vor französischen Kriegshäfen sowohl wie gar in der Themse-Mündung, wo bekanntlich schon öfter deutsche Besuche gemacht worden sind; auch im Mittelmeer irnd an der syrischen Küste verkünden die kleinen schneidigen Draufgänger den deutschen Ruhm. Unsere Marineleitung liebt auch die volle Wahrheit, und nachdem sie von dem aus dem Osten zurückgekehrten Boot einen amtlichen Bericht erhalten hat, zögert sie keinen Augenblick, die Oeffentlichkeit darüber aufzuklären, daß nicht das Linienschiff „Sufsren", sondern, wie die französischen Meldungen schon früher dargetan hatten, der Panzerkreuzer „Admiral Charnier" versenkt worden ist.
In den Käinpfen im Westen, oder besser in der amtlichen Berichterstattung über diese Kämpfe, ist eine kleine Pause eingetreten. Das einzige, was unsere Heeresleitung uns verschweigt, sind ihre Vorbereitungen zu neuen Schlägen, und das deutsche Volk ist mit dieser Zurückhaltung sehr zufrieden. Wie anders sieht es in dieser Beziehung in Frankreich aus, wie aufgeregt sind dort die Gemüter, wie unsicher und im Glauben an die Fähigkeiten der Führung geradezu aufgebracht ist dort die Volksstimmung. Stolz dürfen wir feststellen, daß in Deutschland kein Mensch auch nur einen Augenblick daran denkt, unsere Heeresleitung könnte etwas verfehlen oder versäumen! Das gibt den Willen zum Durchhalten die freie sichere Bahn, dies wird auch dem neuen Aufruf an das Volk, die vierte Kriegsanleihe wieder zu einer siegreichen Schlacht werden zu lassen, den besten Nachdruck verleihen.
Für die Stimmung und Erwartung der Neutralen möge wieder einmal der Berner „Bund" sprechen, der in seiner neuesten Erörterung die strategische Lage Verduns für „s ehr st a r k gefährde t" erklärt:
Ueber Touaumont ist der deutsche Durchbruch zwar bis heute nicht hinausgekommen, die Linie Bacherouville-Douaumont-Tieppe ist aber bis jetzt von den Deutschen gegen alle Gegenangriffe behauptet worden. Sie läuft in genau westöstlicher Richtung; die Entfertrmtg tarnt Festungskern beträgt kaum nrehr als sieben Kilometer. Gelingt es, das schwerste Geschütz und die mittleren Hau- bitzbatterien hinter Und an dem Louvemontrücken in Stellung zu bringen und vor Flankenfeuer vom linken Mäasnser zu behüten, so kann mrdy Ausräumung der großen Maasschleife der Artillerie- crngrifs aus den eng gezogenen Nocdraum von Verdun fortgesetzt werden. V i e l l e i ch> t ist e r s cho n i m Gange. Dicht nordwestlich vom Torfe Touaumont ist ein zweites kleineres Panzerwerk gefallen, das den Ostzugang zu der Mulde von Bras deckte. Eine gewaltige Sperrrei.hr liegt an der Straße Bezonvaux-Fleury, die vor den von den Deutschen eroberten Stellmrgen entlang führt und scharf nach Südwesten ziehend ausgiebiges Fetter aus allen Schlünden gestattet. Im Bois de Bras hat sich schon deutsche Infanterie eingenistet.
Das Haupttviderstandszentrunt liegt jetzt wahrscheitüich in der obengenannten Festungsgruppe zwischen Bezonvcmx und Eix aus den Maashöhen in den Forts Paux, Tamloup und Tavann.es; abgesehen natürlich von den befestigten Jnsanteriestellnngen.
Ter Rückzug aus der W o e v r e, südlich der Bahn Berdnn-Etain, hat die Deutschen, die sofort energisch nachdräng.- Leu. an die Linie Blcrnzee-Watro n v il le- Manheu l les-Fr es nes - C b a m- blon heran gebracht, tun die offenbar noch gekäinpft wird. Tie Wälder nordöstlich von Watronville und Hautiomnont sind von den Deutschen genommen. Die Dörfer Manheulles und Chamblon gingen den Franzosen durch (Sturm verloren. Wie bereits vvraus- gesagt, werdest die Verteidiger vollständig ans die Mgashöhen zu- rückgedrängt und behaupten vor diesen jetzt nur noch das stark aus-- gebaute Fvesnes, -nördlich von Combres. Bei Combres tritt be
kanntlich die Kampflinie in das Höhengebiet ein, um über dieses nach Sr. Mihiel zu führen. Die Franzosen haben also südlich Etam, wo sie weit hinaus geschoben bis Gußainpille, südöstlich Etain, an der Orire standen, ausgedehntes Vorgelände verloren. Tie Verteidigung von Verdun ist noch nicht gebrochen, aber, trenn dte Erfolge vom Angreifer behauptet werden, int Norden vollständig, im Osten zum guten Teil gelähmt. Ich halte die strategische Position Verduns für sehr stark gefährdet.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. März 1916.
Die Lage ist überall unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r. Feldmarjchatleutnant
Die Uampfe im Westen.
Berlin, 1. März. (Priv.-Tel.) Zu den aus französischer Quelle stammenden Nachrichten, haß das Fort Touaumont schon in den ersten Ktiegstnonaten vollständig abgerüstet und letzt völlig wertlos sei, ist folgendes festznstellen: Nach dem Falle taut Lüttich nahmen allerdings die Franzosen aus dem Fort Touaumont die im Beton stehenden Geschütze heraus; dagegen blieben die in dm Panzertürmen befindlichen Geschütze und noch emige andere vereinzelte Geschütze stehen. Ein für das Fort als Besatzung bestimmtes Infanterie-Bataillon erreichte das Fort nicht mehr rechtzeitig; dagegen befanden sch int Fort etwa taufend fr a n-z ö sische S>olda i en, die aus der Umgegend dort- Otit geflüchtet waren, aber nicht den Mut fanden, die Gefechtslinien zu besetzen. Infolgedessen blieben auch die Maschinengewehre bei dem Angriff aus das Fort unbcdient; dagegen trat die imj Fort verbliebene Artillerie mit ihren vorhandenen Geschützen in Tätigkeit. Als ein weiterer Beweis dafür, daß das Fort von. französischer Seite als äußerst wichtig angesehen wird, dienen die wiederholt unternommenen Versuche, das Fort wieder zu gewonnen. Für die Berichterstattung von gegnerischer Sette ist übrigens noch bezeichnend, daß die Wegnahme von fünf Be- feüigungsgruvpen bei Hardaumont bisher verschwiegen blieb.
Der französische Bericht.
Paris, 29. Febr. Amtliche Mitteilungen vom 29. Februar. 3 Uhr nachmittags: Nördlich von Verdun währt das Bombardement mit größerem Nachdruck in dem Abschnitte östlich der Maas fort. Im Lause der Nacht erneuerten sich wiederholt heftige lokale Angriffe in der Gegend des Torfes Touaumont. Sie führten bis zum Nahkampfe und wurden von unseren Truppen zurückgeschlagen. In der Woevre gelang es den Deutschen nach anhaltender Artillerievorbereitung sich des Dorfes Manheulles zu bemächtigen. Ein sofort eingeleiteter Gegenangriff führte uns an den Westrand des Torfes zurück, das wir unter Feuer halten. In Lothringen drang der Feind in einige kleine Teilstücke vorgeschobener Schützengräben ein, von wo er fast unmittelbar daraus wieder verjagt wurde. Nichts zu melden mp dem Reste der Front.
11 Uhr abends: Zwischen Soissons und Reims bombardierte unsere Artillerie wichtige Punkte hinter der feindlichen Front. In der Champagne zerstörten unsere Batterien die feindlichen Organisationen in der Gegend von Punkt 193. Westlich von Maisons de Champagne ließen die Deutschen eine Mine aufsliegen, deren Trichter wir besetzten. In der Gegend von Verdun dauerte das Bombardement aus der Nordfront mit weniger .Heftigkeit fort als in den letzten Tagen. Man meldet keine Jnfanterieaktion im Laufe des Tages. Die Deutschen verschanzen sich aus dem Nordhang der Cote du Poivre, bereit erste Orte von unseren vorgeschobenen Abteilungen besetzt sind. Wir feuerten lebhaft mg Samogneux, wo sich! ein feindliches Bataillon mtsammelte. Aus verschiedenen Punkten unserer Woevre-Front hinderte unsere Artillerie in Vorbereitung befindliche Angriffe. In dm Vogesen große Tätigkeit der Artillerie in der Gegend von Senonires und Ban de Sapt. Oestlich von Sept vertrieben unsere Gegenangriffe den Feind ans einigen Teilen der Gräben, in denen er am Morgen eingedrungen war.
Belgischer Bericht: Große Tätigkeit der Artillerie besonders in der Gegend von Tixmniden. Im Lause des Nachmittags rissen sich zwei deutsche Ballons vom Drachentyp, die sich vor unserer Front befanden, von der Verankerimg los. Der eine stürzte ins Meer, der andere ging bei Coudekerke nieder. Die Insassen wurden gefangen genommen.
Die französische Kritik.
Paris, 1. März!. (WTB. Nichtamtlich.) Me Agence Halms verbreitet einen Artikel des „Journal des Dielmts", in dem es heiß!: Ein großer Krieg kann nur durch.große Schlachten enden. Daher darf Uns die Schlacht bei Verdun weder in Erstaunen noch in Aufregung versetzen. Wir haben volles Vertrauen, daß sie den Beweis der Ohnmacht Deutschlands, unsere Linien zu durchbrechen, bringen wird.
Bern, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die Lage an der neuen Angriffsfront beutrruhigt die Militärkritiker der Pariser Zeitungen, die eindringlich davor warnen, aus der scheinbaren Rüche voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Lage ist befriedigend, schreibt der „Tenrps". Mer sie bleibt nichtsdestoweniger sehr ernst. Unser starker Gegner hat nicht mit einem solchen Lluswand eine so bedeutende Ausgabe unter- nommen, um nach einem kleinen Mißerfolg zu verzichten. Oberstl'eu.tnant R o u s. s e t beantwortet im „Petit P a risien" die Frage, ob die deittsche Stoßkraft wohl ihr Grab gefunden habe, dmnit: „Man konnte es nicht besser. Aber ich gebe mich bezüglich der Härte der Aufgabe, die tioch zu erfüllen ist, keinen Jllütsionest hin." — P icho n ruft int „P eti tJo uj u a l" dem Volke zu, man solle Vertrauen haben. Nur so könne denr Feinde begegnet werden, der neue ernste Angriffe vorbeveite.
Aus der italienischen Kammer.
^ Rom, 2. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stesairi. K a m m e r s i tz u n g. Am Beginn der Sitzung ergriff Bissolati das Wort und wies daraus hin, daß der Krieg mcht ein Kampf Frankreichs gegen Deutschland, sondern ein Krieg Frankreichs, Englands, Rußlands und Italiens gegen 'Deutsch land und Oesterreich-Ungarn sei. Er erwähnte den Kamps der französischen Truppen bei Verdun, der nicht nur für Frankreich, sondern für die Freiheit und Kultur Europas ausgesochteu werde, und ersuchte den Präsidenten unter dem Beifall des Hauses, den Kämpfern Frmtkreichs und der französischen Regierung den Ausdruck der Belvunderung und brüderliche Wünsche zu Überbringern
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das .Hauptquartier teilt mit: Bon den verschiedenen Fronten ist keine Meldung über irgend eine wesentlichje Veränderung eingetroffen.
Der russische Bericht.
Petersburg, 1. März. (WTB. Nichtamtlich.) Kriegs- bulletin vom 29. Februar: West front: Im Abschnitt von sttiga, bei dent Dorfe Garbundwka,und nördlich der Eisenbahn nach Poniewicz schlugen unsere, Abteilungen deutsche Vorvofteu zurück und kamen etwas vor. Beiepem Jlsensee, am Madumsee und südlich dieses Sees gingen die Deutschen in starken Schlitzen^ ketten gegen_ unsere Gräben vor, mußten aber wieder unter schwerem, heftigem Feuer zurück. Schwarzes Meer: Im
Küstengebiet zerstreute ein Torpedoboot durch Artillecieseuer eine auf der Straße längs des Strandes marschierende Kolonne. Kaukasus f r o n t: Der türkische Generalstabsbericht vom 21. Februar behauptet, daß sich der Rückzug der türkischen Armee aus Erzerum in die westlich gelegenen Stellen ohne Verluste vollzogen habe, das; die Türken nur 50 alte Geschütze, die nicht mitgmwm- men werden konnten, in der Festung ließen. Gleichzeitig dementiert das türkische Hauptguartier die Berichte, daß wir bei der Einnahme von Erzerum 80 000 Gefangene gemacht und 1000 Geschütze erbeutet haben. Derselbe türkische Heeresbericht betont, daß ^rzernm keine richtige Festung, sondern nur eine gervöhnliche offene Stadt sei, deren Befestigungen jedes militärischen Wert^ entbehrten. Angesichts dieser Versicherungen hat die oberste Heeresleitung stftgestellt, daß Erzerum der bestbefestigfte" 'Matz- in Türkisch-Kleinasien ist, in dem sich die große Straße nach Westen von Armenien und Anatolien und überhmrp-t alle besseren Straßen des türkischen Transkankasien vereinigen. Der Ausbau der Festung wurde im Lause der Jahre von den Türken mit deutscher Beihilfe ausgesührt. In der Front an und für sich schon durch die Geländebeding im gen stark, die Flanken durch schwer ersteigbare ^Berggruppen gedeckt, deren Pässe durch starke Forts gesperrt werden, bildete Erzerum eine mächtige Sch-rwtke n'ir unsere Osfenstve und bot die Möglichkeit einer starken Verteidigung nach Nordosten und Osten. Nach einem Angriff von fünf Tagen fiel diese Festung, die von den Türkeit mit großer Hartnäckigkeit verteidigt wurde. Davon zeugt die.Menge der feft- gefrorenen Leichen. Die Kaukasusarmee überwand die steilen und vereisten Berghänge, die auch noch mit Netzen von Draht und anderen Hindernissen überspannt waren und stürinte die Festung nach Artilleriw-orbereitmtg. Der Angriff auf das Fort -der .Hmtptvertei- digungslinie dauerte vom 11. Februar bis emschl. 15. Februar^ Nachdem wir die Forts des linken Flügels der Hauptstellung, die sich über 40 Werst ausdehnte, getwmntert hatten, war das Schicksal der Innenforts und des linken Flügels und danach der Forts der zweitm.Linie und Haupt vwteidigungstverke entschieden. Nach kurzen Angriffen blieben diese Befestigungen, die Poller türkischer Leichen lagen, in unserer Hand. Während des Angriffs aus die Stellung wurden mehrere türkische Regimenter teils vernichtet, teils mit sämtlichen Offizieren gefangen genommen. In der ersten Fort- linie erbeuteten wir 197 Geschütze verschiedenen Kalibers in gutem Zustande, in der inneren Verteidigungslinie der Festung erbeuteten wir wiederum 126 Geschütze. Irr dein Festungsbereich von Erzerum fanden wir zahlreiche Depots verschiedeiten Inhalts. Die denu>- ralisierten Heerestrüminer gehen jetzt in Unordnung nach Westenzurück. Einzelne Armeekorps zu drei Tivisionen haben eine tatsächliche Gefechtsstärke von 3000 bis 5000 Gervehren und einigen Munitionswagen. Ter Rest ist gefangen oder im Kamps und in der Kälte umgekvmmen. In den letzten Vernchmurrgen türkisck)eck Offiziere und Soldatett, die in dein Festungsbereich Erzerum und auf der Verfolgung gefangen genommen wurden, klagten sie ein-- stimmig ihre Heeresleitung, die sich ganz in den Händen der Deutschen befindet, tut, diese hätte während des Angriffs auf die Festung Erzerttm als erste der: Festungsbereich verlassen, lvodurch große Unordnimg und Panik in derr Reihen der schon erschütterten, tür- kisch-en Trilppen hervorgerufeit wtlroe.
Die Freiheit der Niederlande.
Haag, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Minister des Aeußern gab heute in der Kammer folgende Erklärung ab: Ich kann mit der größten Bestimmtheit versichern, daß zwischen den Niederlanden und Deutschland kein geheimes Bündnis besteht oder jemals bestanden hat, auch kein geheimes Abkommen oder eine Verabredrutg, und daß auch noch nie der Versuch untermnrnuen worden ist, Verhandlungen darüber anzuknüpfen. Am 3. August 1914 teilte der deutsche Gesandte mir mündlich im Aufträge seiner Regierung mit, daß Deutschland, wenn die Niederlande neutral bleiben, die Neutralität achten werde. Auch dem niederländischen Gesandten in Berlin wurden sehr bestimmte Erklärungen gegeben. Die Mitteilung, die von deutscher Seite England gemacht lvurde, „wir verpfändeten an die Niederlande unser feierliches Wort" kann sich deshalb nicht aus ein M- kommen beziehen, sondern nur ans diese einseitige bestimmte feierliche Erklärung, die uns von deutscher Seite gegeben wurde. Die niederländische Regierung hat in keiner einzigen Hinsicht ihre Freiheit des .Handelns aufgegeben.
Schwedische Ausfuhrverbote. •
Stockholm, 1. März. (WTB. Mchttrmtlrei>) Die Re» )gierung hat ein Ausfuhrverbot, «gültig ab 1. Märg


