m. 42 Zweiter Blatt
166 . Jahrgang
Erscheint Mglnh mit Arrsnnh.ne des Sonntags.
Tie ,M^r»cr KnaSbenblMr?" werden dem „Anzeiger" vierrnal wöchentlich beigelegt, das ..ttveisbkN! Mr dev Kr«s Grehen" gweanii nwrhevMch. Die „SlMdrv irtfchafLL tchev Zeit- ertcSyernfm MoMLtlrch $n>ttmnL
Samstag, 19 . ßebnrar 1916
Rotationsdruck nnd Verlag der Brühl'schea Universitäts - Bnch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u.Truckerei: Schul- straße?. Geschäftsstelle u.Verlagr^Eol,Schrift- leitung: E^112. Adresse für Trahtnachrichtew Anzeiger Gießen.
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Die Front im Westen.
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Ans Hessen.
Die VoranfchtagsberLtmlS im Finanzausschuß.
rb. Darmstadt, 19. Febr. Die gemeinschaftlichen Beratungen des Finanzausschusses der- Zweiten Kammer mit der Großh. Regierung über den Staatsvoranschlag wurden heute vormittag beim Kapitel 7 a Braunkohlenbergwerk und Kraftwerk .LudwigsHoffnung", Wölfersheim, fortgesetzt. In dieser Bera- rung wurde von den Mitgliedern des Finanzausschusses emmütig eine Vertragsschließung des Werkes mit der Provinz Oberhessen über den Bezug von Elektrizität aus der Grundlage und Anwendung der staatlichen und der noch zu erwerbenden Solms-Braun- fels'schen Braunkohlenfelder verlangt, welchem Gedanken sich die Regierung anschloß. Es müßten aber von der Regierung Bedingungen vorgeschlagen werden, auf die eiuzugehen die Provinz Oberhessen sich entschließen könne.
Der Abtransport der Möbel des englischen Gesandten.
Sodann wurde bei Kapitel 2 in Verbindung mit Kapitel 116, Verhältnis zum Reich, die eilige Anfrage der Abgg. Dr. Osann und Köhler über den Abtransport der Möbel des englischen Geschäftsträgers in Darmstadt, Lord Ae ton, verhandelt. Zunächst stellte sich der Interpellant ans den Standpunkt, daß grundsätzlich bot Einzelstaaten das Recht zustehen. müsse, auch in den Fragen auswärtiger Politik Stellung zu nehmen, weil hierdurch die bundesstaatlichen Regierungen und damit der Bundesrat von den Absichten der Bevölkerung über die einzelnen Fragen der auswärtigen Politik unterrichtet werde. In dem speziellen Falle sei dies aber besonders begründet, da eine Maßnahme des Auswärtigen Amtes in Hess«: zur Ausführung gekommen sei. Die Herausgabe der Möbel habe eine lebhafte Bewegung in Hess«r verursacht, weil man das Privileg der Diplomaten, die Möbel gegenseitig herauszugeben, bei freu feindseligen Verhältnissen gerade mit England nicht verstanden habe, wo doch dies Vorrecht weder für die Konsuln, noch besonders für die in England und Frankreich ansässigen Deutschen, welche ihr Hab und Gut dort im Stich lassen müssen, nicht gegeben sei, auch nicht durch Verträge nachher gewährleistet wurde. Bei dem Vorliegen sol- ckner Ereignisse würde es augezeigt gewesen sein, die Herausgabe der Möbel des englischen Geschäftsträgers zu unterlassen, oder doch der Reichsregierung Mitteilung von den Bedenken gegen die Herausgabe zu machen. Staatsminister Dr. von Ewald gab auf die Anfrage folgende Erklärung ab:
Was die Frage anlangt, ob die in dem Artikel der „Hessischen Laudeszeitung" vom 12. ds. Mts. unter der Ueberschrift: „Darm- stadt und Saloniki" gegebene Darlegung richtig ist, so ist nach Mitteilung des Auswärtigen Amts die Pressemeldung von der öffentlichen Versteigerung der Wohnungseinrichtung des Deutschen Konsuls in Saloniki bisher nicht bestätigt worden. Der Gesandte in Athen ist von dem Auswärtigen Amt beauftragt, den Tatbestand sestzustellen. a
Richtig ist, daß, ztn^eit die Möbel des bisherigen Königlich Großbritannischen Geschäftsträgers Lord Acton in dessen Wohnung verpackt und abtransportiert werden.
Im Interesse der diplomatischen Beamten ist nach Kriegsausbruch zwischen Deutschland und England vereinbart worden, daß es den bis zum Kriege in Heiden Ländern tätig getvcseneni beiderseitigen Diplonraten freiste'ht, ihren in Deutschland oder England zurück gelassenen Hausrat und ihre dem persönlichen Gebrauch dienenden Gegenstände jederzeit aus Deutschland und England auszuführen. Bon dieser Befugnis haben sowohl deutsche, wie englische Diplomaten in mehreren Fällen bereits Gebrauch gemacht.
Demgemäß wirrd«: bereits am 22. Oktober v. Js. die besonders verwahrten Wertgegenstände (Schmncksacheu uiw.) des Lord Acton dem von der Amerikanischen Botschaft in Berlin hierzu legitimierten Vertreter des Amerikanischen Generalkonsulats in Frankfurt a. M. übergeben. Am 16. vorigen Monats wurde das Staatsministerium von dem Auswärtigen Amt ersucht, wegen des ungehinderten Abtransportes der Einrichtung und persönlichen Effekten des Lord Acton, das eventuell noch Erforderliche zu veranlassen^ nachdem zuvor die amerikanische Botschaft vvn dem Auswärtigen Amt benachrichtigt worben war, daß der Ausfuhr der Sachen nichts entgegen stehe. Rach der Erklärung des Aus
wärtiger' Amts würde es dem obigen Abkommen widersprechen! und nicht angezeigt sein, wenn jetzt das Mobiliar Lord Actons zurück gehalten würde, da dies dazu führen werde, daß auch diel englische Regierung deutsches Diplomatengut nicht mehr herausließe.
Hiernach war und ist die Gr. Regierrmg nicht in der Lage, Mittel zu ergreifen, zu verhindern, daß das Mobiliar des Lord Aeton aus Deutschland verbracht wird.
Das Mobiliar englischer Konsuln ist übrigens noch nicht Nus Deutschland herausgelassen rvorden."
Im Lause der Aussprache über dieseu Punkt fügte der Herr Staatsminister noch -an, daß die Negierung den Inhalt der Presseartikel soivvhl, wie den Inhalt der Anfrage der Abgg. Dr. Osann- Köhler nach Berlin mitgeteilt habe, von wo aber die Weisung gekommen sei, daß die Möbel nicht zurü ckg eh al ten werden sollten. Bei der daraus folgenden sehr lebhaften Aussprache wurde seitens der Mitglieder des Finanzausschusses weder die Stellung der Reichsregierung, noch diejenige der hessischen Regierung gebilligt. Zum Schluß beantragte Abgeordneter Dr. Osann folgende Entschließung: Die Zweite Kammer wolle beschließen, an die Gr. Negierung das Ersuchen zu richten,
!daß nach dem Kriege bei dem Gr. Hofe Gesandt^ auswärtiger Mächte nicht mehr zugelassen wer- Iden. —
Die Weiterberatung des Staatsooranschlags mit der Regierung erfolgt am nächsten Dienstag. _
Aus Stadt und Land.
Gießen, 19. Februar 1916.
Zur Verbesserung der Lage der Kriegsgefangenen^
Die vom 22. November bis 1. Dezember v. I. in Stockholm) zwischen Vertretern des Deutschen, Oesterreichischen, Ungarischen, Schwedischen und Russischen Roten Kreuzes unter dem Vorsitze des Prinzen Carl von Schweden abgehaltene Konferenz hat sich über eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung der Lage der Kriegsgefangenen geeinigt, tvelche zurzeit den beteiligten Regierungen zur Prüfung vorliegen. Die deutschen amtlichen Stellen haben ihre Prüfting bereits beendigt und in der Hauptsache die Vorschläge der Konferenz, welche in einem Schlußprotokoll zusammengefaßt sind, gebilligt. Den Wortlaut des Schlußprotokolls zu veröffentlichen, wird erst dann möglich sein, wenn auch die Regierungen!
David Garrick a!§ Theaterdrrcktor.
(Zum 19. Februar.)
Der Name des englischen Schauspielers, Theaterleiters u:ü> Bühnendichters David Garrick, dessen Geburtstag sich am 19. Februar zum 2 0 0. Male jährt, ist unlösbar und für alle Zeit mit dem Namen Shakespeares verknüpft. Garrick war nicht nur einer der größten Schauspieler, die jemals gelebt haben, er war der Neugestalter der englischen Bühnenkunst, die im 17. Jahrhundert verfallen' war, der Begründer der glänzendsten Periode der englischen Bühne, der auch für die heutige Kunstwelt vorbildliche Gestalter Shakespeares. Die außerordentliche schauspielerische Begabung des jungen. David Garrick, der als Sohn eines Hauptmanns in Heres- ford geboren wurde, zeigte sich schon in seinem 12. Jahre als er mit Schulkameraden ein altes Lustspiel mit dem heute höchst aktuellen Titel „Der Werbeoffizier" aussührte. Nach kurzem Rechts- stch)ium und dem Betrieb eines Weingeschäftes wandte sich Garrick endgültig der Bühnenlaufbahn zn. Seine für die Wiederbelebung der Bühnenkunst bedeutsamste Tätigkeit setzte 1747 ein, als er das Drury-Lane-Theater in London als Eigentümer und Direktor übernahm. Er widersetzte sich dem schlechten Zeitgeschmack, indem er die minderwertigen Stücke verbannte und die echte Kunst — namentlich Shakespeare — wieder zu Ehren brachte. Freilich hatte Garrick hierbei nicht wenig Widrigkeiten zu erdulden, und die dreizehn handschriftlichen Tagebücher, die in seinem Nachlaß gefunden urch erst vor 16 Jahren in London versteigert wurden, geben von den Freuden, weft mehr aber von den Leiden ides Theaterdirektors Garrick höchst anschaulich Kenntnis. Die Aufzeichnungen reichen von 1747—1776 und sind reich an Kommentaren über die Stücke, die Schauspieler und Schauspielerinnen. Man erfährt, daß das historische Drury-Lane-Theater unter Garricks Leitung am 15. September 1747 mit -dem „Ka u f m a n n von V e n e d i g" eröffnet wurde. Am 25. Iöovember folgten der „Alchymist" und Moliöres „6soorge Dandin", mit dem Resultat, daß das Stück Moliöres abgelehnt wurde, ehe noch der erste Akt vorüber war. Am 13. Februar 1748 wurde „Der Findling" von E. Moore unter großem Beifall allgemein aufgeführt. Zu diesem Stück finden wir die folgende interessante Bemerkung: „Am Tage der 7. Wiederholung des Stückes wurde berichtet, daß Lord Hubbard für diesen Aberld ein Komplott geschmiedet hatte, um den „Findling" von der Bühne zn vertreiben. Dar Grund sollte sein, daß, er zu lang wäre und sie Abwechslung in der Unterhaltung wünschten. Man sandte nach Garrick, er ging zu ihnen nnd setzte wenigstens durch, daß sie bis nach dem 9. Abend versprachen, Fried«! zu halten. Trotzdem wurde mit einer schrillen Pfeife der Versuch gemacht, und ein Apfel wurde auf den Schanspieler Macklin geworfen und andere Anstrengung«: von einigen gemacht, aber ohne Erfolg. Ich glaube, die Haupt' Ursache ihres Aergers, trotz ilyrer Ausreden, war die, daß man ihnen keinen Zutritt hinter die Kulissen gestattet." Uebcrhalipt scheint das Publikum des Trurli-Lane-Thoatcrs dem Direktor das Leben nicht gerade leicht gemacht zu haben. So wird mehrmals von heftigem Zisck)«! berichtet. Nur wenn Osarrick selbst mif der Bühne erschien, :var der Beifall stets einmütig, da Garricks Kunst die Ungebärdigsten zu -andächtiger Begeisterung zivang. Auch au Tbeaterskandalen war damals kein ÄLanget. In einem,
Bericht über die dlufführung von Otways „Freundschaft in der Mode", am 22. Januar 1750, heißt es: „Im werten und fünften Akt sehr viel geschri«!. Der Schauspieler Harvard wurde schrecklich behandelt, das Publikum echote seine Worte, so daß er nicht mehr in -dem Stück ^erscheinen konnte. Als das Stück von nenem angekündigt wurde, war das Publikum so wütend, daß es laut nach Garrick rief, aber da er an jenem Mend nicht da war, risset sie die Bcnrke empor, rissen das Wappen des Königs herunter und hätten noch mehr Unheil angerichtet, wenn, nicht der Mitbesitzer des Theaters in das Parterre gegangen wäre und zn ihnen gesprochen hätte. Was sie so erbitterte, war, daß man das Stück von neuem hatte geben wollen, nachdem sie es abgelehnt hatten. Man mußte sich ihnen fügen." Auch andere Uncumehmlichkeiteft und Streittgkeiten machten Garrick in seiner Eigenschaft als Direktor das Leben sauer. So finden wir die folgend«! bezeichnenden Notizen: „18. Februar 1751. Mrs. Mariet, unsere Colombine. ist mit irg«!deinem Liebhaber davongelaufen." „4. September 1751. Ein Stteit zwischen den! alt«! Gibber und Mrs. Clive, weil er sagte, die Bühne brauche eine hübsche Frau." Wie wenig die Franzosen und ihre Kunst damals in London geschätzt wurden, geht aus den: Skandal hervor, der entstand, als Garrick französische Tänzer auf die Bühne bringen wollte: „18. November 1755. An diesen: Abend war der Tumult groß. Die Herren kamen mit Stöcken und vertrieben viele aus dem Parterre, und- es gab zahlreiche verwundete Köpfe. 'Die Richter Fielding und Welch kamen mit Schutzleuten und einer Wache. Man mußte die Tänzer aufgeben..."
Münchner vrief.
Aus Ar ü n ch e n wird uns geschrieben: Nach Tagen, so voll von lenzlicher Sonne und srühingszart«: Wehens, daß junges Grün sich schon hervorgewagt aus der mütterlick-eu Obhut des Geästes, daß märzlicher Werdenszauber über dem EnglisckM! Garten lag und über den Bäumen in 9rymphenburg, besann sich der Winter in München wieder auf die Rechte seines Monates und schickte herbe Kühle. Frischer Schnee -fiel :m Gebirge und gab den Bcrgwirteu, d«! durch d«: wintersportsarmen Januar schüver enttäuschten,' neue Hoffnung.
Die geringere AnzieUmg, die in diesem warm«! Winter das Gebirge ausübte, mackst sich in München in eigener Weise bemerkbar. Tie Theater werden sehr gut besucht, und anr Samstag sind die Zuschauerplätze oft ausverkauft. Und dies, obwohl seit einiger Zeit von all«! Bühne nlci tun gen die kriegstzeitgemäßen Preis- einschränkmrgen wieder aufgehoben worden sind. Die Spielpläne der einzelnen Tktziater bringen nicht viel Ben!erk-enswertes. An Uraufführungen ging man schon seit langem nicht mehr, und auch für München gilt die TatsackM, daß zu Beginn der Spielzeit drei- bis viermal so viele Stücke ang-ezeigt worden sind, wie wir zu sehen bekommen. In den „K a m m c r s v i e l e n" ist seit dem 12. Februar Frank Wedekind zu Gaste. Und da der Dichter die .Honorare dieses Gastspiels den (ach wie zahlreich«:) Schrift- stelleri: zuA-edacht hat, die durch den Krieg in Not gerat«: sind, jo ist diese zyklische MtfMrung einiger seiner Werke besondersj
freudig zu begrüßen. Auch das Volkstheater steht wieder im Zeichen des Gastspielreportvires.
Im Bereich der bilderchen Künste ist als erfreuliche Tatsache zu nwlden, daß die drohende ExmittieruugderSezession, die schon seit mehrc»en Jahren in schreckhafte Nähe gestellt worden war, aus weitere Zeit verschob«: wurde. Wie auch 1915 wird es aber die Sezession, die in anderen Jahren schon im Frühjahr ihre Tore öffnete, auch diesmal wohl wieder mit einer Sommer-Eröffnung bewenden lassen. Unter den Münchner Kunstsalons hatte sich seit einigen Jahren die Firma Goltz besonders bemerkbar gemacht, da sie in nachgiebigster Weise die Jüngsten und Extremsten zu Worte oder besser: zu Wand kommen ließ. An einen! der hervorragendsten Punkte Aßünchens, am Odeouplatz, sah jeder, der auf die Trambahn wartete, rätselhafte Gemälde und Zeichnungen, die meistens sehr interessant schienen, aber nicht immer sehr schön waren. Und da man neben den von innen heraus Originellen auch breite Scharen von Nachäffern nnd Mitläufer:: zur Schau treten ließ, war die unfteiwillig-komische Wirkung, die viele , Leute vor den Schaufenstern des Goltzhauses verspürten, nicht immer ein Beweis siir Rückständigkeit und Banausentun:. Jetzt hat die „Neue Kunst" aufgehört, den Trambahupatieuten humorigc Unterhaltung zu gewähren, und in den durch den Futurismus geweihten Räumen sieht man jotzt die Vcrtteter jener guten, gefestigten, soliden Kunst, wie sie der Salon Baum vertritt. Tie berühmten, durch ihre Plastik frappierenden Frauenporträts Hugo von Habermanns sind hier zu sehen, nnd sie gewähren dorn: den reinsten Gemch, tvenn sie auf allzu dämonische Wirkmrgeu und unwahrscheinliche Farbtöne verzichten. Ein sehr starkes, von Licht erfüUtes Stadtbild Walter Püttncrs fäUt ange.ichn: auf. Viele Liebe bringt diese Galerie den: jung«! Julo F c h r entgegen, jenem kaum der Akademie entwachsenen Künstler, dessen wundervoll straffes Mädchenporträt in der letzten Sezessionsausftellung viel betvnndert worden war. Wir sehen neb«! Blumenstücken, die das Konveittionellc nicht sonderlich überragen, Bildnisse vor: gute« Eigenart in der Lluffassung, die sich in einer reifen Durchbildung des Psyck-ologischeu nicht weniger kundttlt als in sicherem Blick siir die guten Wirkung«! geschickt gegebenen Kolorits.
Kunstgewerbe bietet zurzeit zumeist die Galerie Helbin g, die den: Münchner „Frauenklub" den Raum für eine Ausstellung „F r a u e n l u x u s von g e st e r u" bot. ^kostbare Stticke aus dem Besitze der best«: Münchner Gesellschaft wurden hier zusanuuengetragen, um die Mittel zu veranschaulichen, die der Frau in früheren Jahren zum persönlichen Schmucke und zur Zier ihres Heimes dienten. Ta man bis in die Spätrenaissan«, zurückging und sehr bezeichnende Stücke aus Barock, Rokoko. Empire und Biedern::'ier für den Zweck gewann, konnte man denj fesselnden, kulturhistorisch«: Werdegang des Frauenluxus veranschaulichen. Gewänder, Spitzen, Preziosen der Goldschmiedekunst, Fächer und Täschchen finden sich ebenso wie Zeugnisse ftir eine der Wohnlichkeit dienende Handferttgkeit. Ein paar kostbar« Gobelins find über dieiWände gespannt, und entzückende-Porzellane, Servicestücke von historischer Bedeutung und andere Luzuskleinig- keiten des Haushaltes ergänzen das Thema, üwem sic den Pn:n8 zeig«:, lvie er in alten Zeiten ßstc dip nahe Umgeluorg der eLo*


