SNbergerüt, dessen Hergabe die wirtschaftlichen Verhältnisse des Spenders in keiner Weise berührt, also nicht z. B. um Trauringe. Die abgelieferten Gold- und Sitberspenden sollen eingeschmolzen werden, sofern ihre Erhaltung nicht aus kunstgeschichtlichen, kunsttechnischen und anderen Gründen geboten ist. Jeder Spender soll auf Wunsch den Anspruch auf einen oder mehrere Ernmerungsringe erhalten, die nach einem Entwurf von Professor Behrens von der Firma Krupp aus einem eigenartigen Eisen hergestellt werden, das nicht rostet und beim Tragen seinen Glanz behält. Die Sammlung, die als eine Reichssammlung gedacht Et, hat bereits in Preußen sehr erfreuliche Ergebnisse gehabt. Der Landesausschuß stimmte der Durchführung dieser Sammlung im Großherzogtum Hessen unter der Bedingung zu, daß der Erlös hieraus dem hessischen Anteil an der National- stlftung überwiesen wird und somit in H e s s e n Verwendung findet. Die Leitung des Sammelunternehmens hat der Direk- tor der Kunst- und historischen Sammlungen des Landesmuseums, Geh. Hofrat Prof. Dr. Back, übernommen. Als .Hauptsammelstelle ist das Landesmuseum in Aussicht genommen. Bei den Verhandlungen über diesen Gegenstand kam zum Ausdruck, daß auf eine Mitwirkung der Schulen besonderes Gewicht gelegt werde.
Arrs Stabt tmb Land.
Gießen. 18. Februar 1916.
Geburtstagsspende!
Im Anschluß an die schon bestehenden Kriegsfürsorgeei'.Dichtungen und nach dem Vorgang anderer Städte, namentlich Frankfurts, hat auch das hiesige Rote Kreuz beschlossen, eine „Gebnrtstagsspende" ins Leben hu rufen unter der Losung, daß jeder Gießener, jede Meßenerin — erwachsen oder Kind — Mann oder Frau, an seinem Geburtstage eine Gabe für das Rote Kreuz spenden möge. Jeder nach seinem Können und Vermögen! Die eingehenden Gelder werden dort verwandt, wo immer die ständig sich mehrenden Ausgaben des Roten Kreuzes es erfordern. Besonders wachsen die Aufgäben der Kriegsfürsorge in der Heimat. Und Tag für Tag werden fortlaufend große Summen dadurch flüssig werden.
Zum Dank erhält jeder Spender ein „E r i n n e r u n g s- blatt", das eigens zu diesem Zweck entworfen und aus- gesührt, jedem eine dauernde Freude und Erinnerung an unsere große Zeit bereiten wird.
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- Auszeichnung. Dem Großh. Zugführer Karl Appel vc>n bier, zurzeit abkommandiert in Feindesland, wurde die Hessische Verdien st Medaille verliehen.
Sendungen nach Südweft. Das Niederländische Rote Kreuz hat nntgeteckt, daß es ihm nach längeren Verhandlungen mit den maßgebenden Stellen in England gelungen sei eine Vereinbarung über die Versendung von Paketen an Kriegsgefangene nach Südweftafrika zustande zu bringen. Es sei von ™ ab. zur Versendung von Paketen wie auch von Geldsendungen nach Sudwestafrika bereit. Die Uebermitteluug von letzteren ge- oiiT Gefahr des Versenders. Gleichzeitig mache es daraus aufmerksam, daß es nach wie vor zur Vermittelung von Paket- senduugen an Kriegsgefangene nach allen Staaten bereit sei.
. ** , Die hessische La-arettzeitung bringt in
ihrem allgemevren Teile diesmal eine Erzählung von Heinrich von Kleist „Unwahrscheinliche Wahrhaftigkeiten", einen Auffatz von Dr. W. Zänker „Kriegslaboranten", sowie die bekannten Abteckungen: Fürsorge für Kriegsteilnehmer, Arbeitsmarkt, Lazarett-Beratung und den unterhaltenden Teil. Tie Gießener Beilage bietet außer den laufenden Nachrichten über Verwundeten- Unterricht, Vorträge usw., die Fortsetzung des Aufsatzes „Ter Ge- werbeverem. Gießen und die Kriegsbeschädigten-Fürsorge", die „Sage vom ^aufftein" und Winke für die Berufsberatung unserer Kriegs- rnvaliden.
** G e m eindesteu errü ckst ä n de. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch
die Mahnung des 5. Zieles Gemeindesteuern und Kanalgebühren für das Rechnungsjahr 1915. Die Zahlung kann noch bis einschließlich 4. März ohne Kosten bei der Stadtkasse durch Barzahlung oder Ueberweisung im Bank- und Postscheckverkehr erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die Pfändungskosten erhoben werden. Die zmn Militär ein gezogenen Steuerpflichtigen, denen gesetzliche Befreiung zusteht, werden ersucht, ihre Ansprüche auf Steuererlaß umgehend bei Großh. Finanzamte Gießen mündlich oder schriftlich zu beantragen.
** Ein schrä nkung des Brie f verke hrs nach dem n i ch t f e i n d l i ch e n A u s l a n d e. Zur zweckentsprechenden Durchführung der während des Krieges notwendigen militärischen Ueberwachung des Nachrichtenverkehrs mit dem Ausland ist es erforderlich, daß der Briestext der offen aufzuliesernden Privatbriefe nach dem n i cht feind l i che n Ausland, mit Ausnahme der besetzten Teile Belgiens und Russisch-Polens, gleichviel ob die Briefe in deutscher oder in eurer für den Briesverkehr nach dem Auslande gestatteten fremden Sprachen abgefaßt sind, nicht über zwei Bogenseiten gewöhnlichen Briessormats (Quart) hinausaeht. Die Briese dürfen keine Anlagen enthalten, in denen sich ^Nachrichten befinden, sie müssen ferner irr deutlicher, ohne werteres gut lesbarer Schrift mit nicht zu engem Zeilenabstande geschrieben sein, auch dürfen,' keine Schriftzeilen über Schriftzeilen einer anderen Richtung quer hinweglaufen. Bei. Geschäftsbriefen kann, wenn sie im übrigen den vorstehenden Bedingungen entsprechen, der Inhalt den Raum von zwei Bogenseiten überschreiten und die Beifügung von Rechnungen, Preisverzeichnissen und dergleichen geschäftlichen Anlagen erfolgen. _ Zur Verpackung der Briefe nach dem Auslände dürfen nur Umschläge verwendet werden, die aus einer einfachen' Papier- oder Stofflage, also ohne Futtereinlage aus Seidenpapier oder anderen Stoffen, hergestellt sind. Ber. Briefen, die den angegebenen Anforderungen nicht entsprechen, müssen die Absender damit rechnen, daß sie infolge der Erschwerung des Prüfungsgeschäfts mit mehrwöchiger Verspätung am Bestimmungsort eintreffen. Bei dieser Gelegenheit wird besonders darauf hin gewiesen, daß der Abfluß der nach dem Auslarwe gerichteten Briefsendungen sich naturgemäß um so regelmäßiger und pünktlicher gestalten wird, je geringer die Zahl der zu bearbeitenden Sendungen ist. Es ist daher wünschenswert, daß die Zahl der Privatbriefe nach dem nichtseindlichen Auslande auf das unabweisbare Bedürfnis beschränkt werde.
Landkreis Gießen.
6. S t e i n b a ch, 18. Febr. Dem Kompagnie-Feldwebel Heinr. B a ! s e r von bier in der 10. Kompagnie Jnf.-Regt. 223, früher 6. Koinv. Jnf.-Regt. 168, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde die Hessische T a p f e r k e i t s in e d a i l l e verliehen.
Kreis Schotten.
O Gedern, 17. Febr. Ter Viehhändler David Hom- b u r g e r aus Naneu bei Berlin, gebürtig aus Gedern, stiftete für Zwecke der Gederner Kriegsfürsorge den Betrag von 1000 Mark. Der Spender wünscht die Stiftung verwandt zu sehen zur Unterstützung bedürftiger Kriegersrauen sowie sonstiger bedürftiger Ge- meindeaugehörigen.
GeNichtsfcrcrl.
Ein geriebener Schwindler.
X. Hanau, 16. Febr. In einer zwei Tage währenden Sitzung hat die Strafkammer aegen einen geriebenen Schwindler, den 38 Jahre alten, in Neiße geborenen Georg Felix Scholtz verhandelt, der Betrügereien in vielen Städten Nord- und Süd- deulschlands verübt und als Dr weck Scholtz" ein abenteuerliches Leben ans Kosten seiner Opfer gefristet hat. Zunächst war er niin Dekoralions-- und Kirchenmaler und erhielt besonders in der Mar- burger Gegend viele Aufträge. Dann wurde er Musik- und Gesangs- lehrer an einer Pflegeanstalt im Tailnus. Schiffsarzt, Musikdirektor m einem Wanderzirkus, Techniker an einem städtischen Tiefbauaint, Lte'ger in einem Bergwerk, dabei - Morphinist. Da die Beschaffung von Morvbium tu größeren Mengen, die er zur Befrie- digiing seiner Leidenschaft benötigte, ihm Schwierigkeiten bereitete, legte er sich die Bezeichnung „Dr. med. Scholl;" bet, ließ sich Rezeptformulare mit dem Aufdruck „Spez'ialarzt für Nerven- und Frauenleiden Herstellen und verschrieb sich selbst das Gift. Durch den Morphiuinmißbranch kam er körperlich und geistig herunter und tällschte nun Morphiumränsche vor. ließ sich hinfallen und fand Aufnahme und Pflege in Krankenanstalten, aus denen er später
ohne zu bezahlen wieder verschwand. Auf diese Weise schädigte er eine ganze Reihe von Krankenhäusern und Heilanstalten um mehrere tausend Mark, u. a. das städtische Krankenhaus in Bad-Nauheim, das Allgemeine Krankenhaus in Mannheim, das städtische Kranken- haus in Wiesbaden, das städtische Krankenhaus in Höchst a. M., sowie das Bürgerhospital in Friedberg. Durch fein sicheres Auftreten erzielte er, daß man in den Krankenatistalten seine Angaben, er habe in Marburg studiert und dort den Doktorgrad erworben, Glauben schenkte. In einem Krankenhause am Oberrheur verabreichte er einer Patientin am Tage vor ihrem Ableben eine Kamphereinspritzung, in Alteneffeii betätigte er sich als Arzt und als Heiratsschwindler. Auch in Kehl a. Rh. trat er als Arzt und Heiratsschwindler aus. Noch eine ganze Reihe von Privatpersonen hat er geschädigt. Als er in Hanau einen Einbruch verübte, witrde er verhaftet und abgeurteilt. Bei dem Nachforschen nach ieiitem Vorleben wurdet! die Straftaten ermittelt, die ihn setzt vor deii Strafrichter geführt haben. Die Aiiklage legte ihm 23 gegeii Kraiikenhäilser und Pflegeanstalten begangene Betrngsfälle, 17 Betriigssälle zum Nachteil von Privatpersonen» 7 Urkiindenfälschungen ilnd in je eiitem Falle Diebstahl und Unter" schlagnng zur Last. Das Urteil kantete auf 4 Jahre Gefänq° n i s lind 5 Jahre Ehrverlust. Ein Jahr der Untersuchungshaft ivurde auf die Strafe in Anrechnung gebracht.
Märkte.
ke. Frankfurt a. M. Viehhofm arktbericht vom 17. Febr. Auftrieb: Rinder 212 (banmter Ochsen 56, Bullen 6, Kühe und
Färsen 150), Kälber 198, Schafe 76, Schweine 44.
Marktverlauf: Der geringe Austrieb wird bei Hoheit Preisen rasch abqesetzt. Tie ungenügeiide Beschickung des Marktes hängt Neben den bundesstaatlichen Ausfuhrverboten damit zusamnten, daß die Bildung der Viehhandelsverbände noch nicht abgeschloffen ist.
Preise für 100 Pfh. Lebend- Schlachtgewicht.
Kälber. Mk. Mk.
Feinste Mastkälber. 130-135 217-225
Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . 120—125 200—208
Geringere Mast- und aute Saugkälber . . . 112—120 190—203 Schafe.
Weidemastschafe.
Mastlämmer und jüngere Masthammel. . . 83-00 180—00
^ Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80 bis
100 kg Lebendgewicht. 108.00—00.00 —
Vollfleifchige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht , 93.00 —00.00 —
Vollfleischige Schweine von 100 bis
120 feg Lebendgewicht. 118.00—00,00 —
Vollfleischige Schweine von 120 bis
150 kg Lebendgewicht. 129.00-00.00 —
F. C. Wiesbaden, 16. Febr. Viehmarkt. Am heutigen Markte standen zum Verkatif: 49 Rinder (darunter 6 Ochsen,
6 Bullen luid 37 Kühe), 66 Kälber, 1 Schaf und 32 Schweine. Die Preise zogen abermals etwas an. Der Handel verlief sehr rege, der Markt wilrde schnell geräumt.


