kcheSerr Der PioliKePrafekt teilte einer WorÄnung der Menge mit, d-aft der .Ärmnrer dermrächst ein Gesetz vvvgelegck norden solle, welches eine strenge Bestrafung des Wuchers mit Lebensmitteln, das Recht der Behörden zur Beschlagnahme von Lebensmitteln, sowie die Verpflichtung des Verläufers, den Warenbestand jeweils genau an-ugeben, festsetzen wird. Nach einer friedlichen Kund gebun-g in den Straßen zerstreute sich die Menge.
Die feindliche Seemacht im Mittelmcer.
London, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. B alsour erklärte, daß der französische Admiral F o u r n i e r das allgemeine Ober k o m - m a n d o im Mittelmeer habe und der H e r z og der Abruzzen in der Adria und ihren Zufahrtsstraßen kom mandiert. Britische Offiziere hätten andere lokale Kom mandos inne. Balfour fügte hinzu: Das Merk der alliierten Flotte im Mittelmeer wsrd am besten durch den erfolgreichen Transport großer militärischer Streitkräftc nach Saloniki und Balona, sowie durch die erfolgreiche Räumung der Dar danellen und den Transport der serbischen Armee von Albanien beleuchtet.
Der englische Ministerpräsident über die Zriedeirsbedingungen.
London, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus Asguith ernädertc auf die Reden Snowdens und. des Ex Ministers Trevelyan, der bei Kriegsausbruch fein Amt nieder legte, über die Borausfetzungen, unter denen es möglich sei, den Krieg unter Erreicknrng des Kriegszieles der Alliierten zu beendigen, es freue ihn, daß das Haus diesen Reden mit Geduld zugehört habe. Die beiden Mitglieder hätten sicherlich nicht für die demokratische öffentliche Meinung gesprochen. (Beifall.) Er bezweifle sogar, daß sie auch nur für ihre Wahlkreise gesprochen hätten. Hnowdens Eingeständnis, daß man in England einig sei und bleiben werde in der Forderung, daß die Friedensbedin gungen die Erreichung der Ziele Englands dauernd sicherstellen müßten, heiße er gut. Es herrsche völlige Einigkeit im Land (Beifall.) Der eigentliche Inhalt der Rede Snowdens sei, daß in Deutschland ein wahrhafter Wunsch nach Frieden bestehe. Wor aus stütze sich nun diese Behauptung? Da sei die jüngste Debatt im Reichstage und die Rede des Reichskanzlers, der gesagt zu haben scheine, er sei durchaus gewillt, eine Annäherung von. anderer Seite willkommen zu heißen. Aber der Kanzler habe mcht angedeutet, daß er bereit sei, die Initiative zu ergreifen und da er seine Erklärungen dadurch ergänzt zu haben scheine daß er den Abgeordneten sagte, Deutschland habe sich nicht Feind aller Nationen erwiesen (jenes Deutschland, das Belgien vernichtete und verwüstete und sein bestes tat, auch Serbien, Montenegro und Polen zu vernichten und zu verwüsten), so könne eine solche Erklärimg in einein solchen Zusammenhänge nur als eine gewaltige schamlose Kühnheit bezeichnet werden. Ich würde, fuhr Asguith fort, den imaginären Friedensbedin- gungen des Kanzlers mehr Gewicht beilegen, wenn ihre Ansprache auf Argumenten berrchte, die nicht von so durchsichtiger .Heuchelei und Nutzlosigkeit Waren. Es ist wahr, daß einige Mitglieder der sozialdemokratischen Partei sehr Mutig und höchst unvolkstümlich ihre Stellung angesichts einer großen Verwirrung behaupteten. ?lber tvas ist dabei erreicht worden, wenn bei der entscheidenden Abstimmung von einer Partei von 110 Mitgliedern nur 20 überredet^ werden können, gegen den Kriegskredit zu stimmen?
Ich null jetzt der Sache auf den Grund gehen. Trevelvon wagte, waruni ich die Friedensbedingungen nicht mitteile. In Beantwortung dieser Frage beendete Asguith seine Rede mit einem ^chlunwort, welche das Haus, das den Reden Snowdens und Tre- velyons mit tätlichem Schweigen zugehört hatte, in tiefste Erregung versetzte. Asguith sagte: Ich teilte in klaren, direkten, verständlichen und gewichtigen Worten die Bedingungen, unter denen wir in England gewillt sind, Frieden zu schließen, mit. — Ich will ste heute wiederholen. Unsere Alliierten sind mit ihnen vertraut und dem deutschen Reichskanzler sind sie wohl bekannt. —- Was ich am 9. November 1914 sagte, wiederhole ich jetzt. —*■ 33rr werden niemals das Schwert, das wir nicht leicht gezogen, wieder in die Scheide stecken, bis Belgien und ich will' hinzu- rügen Serbien (anhaltender,Beifall) in vollen! Maße alles und nrehr als alles, das sie geopfert haben, wieder erlangt, bis Frankreich ausreichend gegen einen Angriff gesichert ist, bis die Rechte der kleineren Nationen Europas auf eine unangreifbare Grundlage gestellt sind und bis die Militärherrschast Preußens gänzlich und endgültig vernichtet ist. Was fehlt hierbei iwch an Klarheit und Deutlichkeit? Ich frage Trevelyon und den deutschen Kanzler, wie rch es iwch verständlicher machen soll und was ich noch mehr tun soll, um,ihn und alle unsere Feinde zu überzeugen, daß erst, weim ein Friede auf diesen Grundlagen in Sicht und zu erreichen ist und nicht eher, wir oder einer unserer tapferen Alliierten auch Tim: ein Iota davon ablasfen iverden, diesen Krieg tveiter zu führen i^türnnscher Beifall.)
Tie sogenannte Friedensdebatte nahm im Unterhause ein schnelles Ende. Die anderen Mitglieder der Arbeiterpartei gingen nicht auf Snowdens Initiative ein. Ter Arbeiterparteiler Welsb erklärte, es sei Sache der Angreifer, die ersten Anerbietungen zu machen. Warmn solle England einem Land entgegentommen, ivelches ieden Vertrag gebrochen und viele Gewalttätigkeiten begangen habe, bis Deutschland nicht seine Missetaten eiiigestanden bade- Es sei verfrüht, von Friedensanerbietungen zu sprechen Der Arbeiterparteiler S h a n t o n protestierte ernstlich gegen Snowdens Haltuna und versilberte hem Vvmfr Sov WvW*.,
scher Flagge vor Anker gegangen, um Schäden auszubessern. Die Besatzung besteht aus sieben Mann, von denen einer eine Mütze mit der Aufschrift S. M.S. Möben (Möwe?) trägt. Die „Westburn" brachte 2 0 6 Gefangene der englischen Schiffe „H o r a c e" (3335 Tonnen), „C l a n M a c t a v i s h", Edinbonrgh (Lloyds Register enthält nur „Edinbourgh Castle" (13 326 Tonnen), „Cambridge" (1259Tonnen), „Flamenco" (4540 Tonnen) und des belgischen Schiffes „Luxembourg" (4322 Tonnen), sowie 11 spanische Matrosen mit. (In einem Teil der Auflage wiederholt.)
London, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet aus Teneriffa: Der britische Dampfer „W e st b u r n" wurde von einer deutschen Prisenbesatzung aus dem Hafen geführt und versenkt.
Deutschland und Amerika.
London, 24. Febr.' (WTB. Nichtamtlich.) Die „Mor- ning Post" meldet aus Washington: Die deutschfreundlichen Gruppen des Senats und des Repräsentant e n ha us e s beabsichtigen, Anträge einzubringen, die, wenn sie angenommen und von dem Präsidenten Imterzeichnet werden, Amerikaner gesetzlich verhindern, Pässe für Reisen aus bewaffneter! Passagierdampfern zu erhalten. Ferner würde dadurch die Ausklarierung solcher Schiffe verboten ßverden. «Es ist zweifelhaft, ob ein derartiger Antrag im Kongreß durchgehen würde. Wilson hat die Absicht geäußert, in einem solchen Falle sein Veto einzulegen. Dadurch sollen sich die deutschfreundlichen Gruppen jedoch nicht abhalten lassen, die Angelegenheit zur Sprache zu bringen. In der Hoffnung, einer solchen Debatte zuvorzukommen, erklärte am Montag der Präsident, daß er entschlossen sei, sich für die Freiheit der Meere einzusetzen, indem er das Recht der Amerikaner geltend macht, auf von ihnen gewählten Schiffen zu reisen und die Forderung auf- ßellt, daß ein Schiff, welches Kanonen zur Verteidigung führt, nicht ohne Warnung torpediert werden darf.
Köln, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Köln. Ztg." brrngt eine Nachricht der „New Porter Staatszcitung" vom 2. Februar, in welcher es heißt: Gestern traf hier der vierte bewaffnete italienische Personendampfer, „C a - serta", von Genua aus Neapel kommend, im New Parker Hasen tm - Cr führt zwei dreizöllige Marineschnellfeuer- geschütze, die hinten auf dem Bootsdeck aufgestellt sind, von lieben italienischen Marineartilleristen bedient werden und nach allen Richtungen feuern können. Zwischen Genua und Neapel wurden Schießübungen auf in einer Viertelmeile Entfernung auf das Wasser geworfene leere Fässer vorgenvmnien. Die Schiffs- ofnzu're erklärten ganz offen, daß ein Faß etwa so groß sei, wie das sichtbare Ziel, welches ein Tauchboot darbiete, und hinter d e n T a n ch b o o t c n s eima n he r. Von einer bloßen Verteidigung nach der bekannten Washingtoner Theorie war keine Rede. — Die Köln. Ztg. benrerkt hierzu: Ties ist eine schlagende Bestäügung, b<U; außer England auch feine Bundesgenossen ihre'Handelsschi,,e N'ir Angriffszwecke bewaffnen. Auch ihnen gilt daher der kommende verschärfte Tauchboot krieg.
Ter türkische Bericht.
Konstantinopel, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.)
~ . ... -— . .. Das
*P. Ü nptguartrcr teilt mit: Ärt der Irakfront versuchte eine feindliche Abteilung in einer stärke von etwa einem halben Bataillon sich unseren Stellungen bei Felahie zu nähern, wurde aber durch unser Feuer zum Rückzug gezwungen und ließ zahlreiche Tote zurück. Unter den während des letzten Kampfes bei F e l a h i e Gefallenen befinden^ sich sieben englische Offiziere. Neuerdings nahmen nur 17 Soldaten der feindlichen Truppen gefangen, dre sich im Verlaufe des Kampfes in die Umgegend geflüchtet hatten.
An der Kaukasus front dauern die Kämpfe ohne Unter bremung fort. Einige feindliche Kreuzer und Torpedoboote bombardierten in den Tagen vom 18. bis 22. Februar zeitweilig das Gestade von Sedd-ül-Bahr und Tckke Burnu: sie litten kernen Erfolg. Unsere bei Kumkale und Sedd-ül-Bahr aufgestellten Batterien zwangen sie, ohne daß sie ihr Feuer längere Zeit hätten sortietzen können, zum Rückzuge. Feindliche Flugzeuge noerflogen in den letzten Tagen die Dardanellen, sie wür- den aber verjagt und von unseren Kampfflugzeugen verfolgt Am 20. Februar beschoß ein feindlicher Kreuzer, der unter dem Schutze Minensuchern in den Golf von Sa ros eingedrungen tvar, mit Unterstützung von drei seindlicheii Beobachtungsflugzeugen erfolglos die Küste bei Oßllata ans Gallivoli. Eines unserer Kampf flugzeuge griff die feindlichen Flugzeuge an und trieb sie in die Mcht, worauf der Kreuzer das Feuer einstellte und sich mit den Mrnenfuchern entserte.
Arbeiter Das Haus nahm das
dens Haltung imd versicherte dem Hause, 95 Prozent der seien der Regierung gegenüber loyal.
Tie Debatte wurde dann geschlossen Budget in zweiter Lesung an.
Besprechungen der englischen Presse.
London, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Reuter scheu Bureau z-ufvlge begrüßeii die Blätter einsttmmig Asguiths nochmalige Versicherung, daß das Land entschlossen sei, den Krieg bis z-n einem ftegreichm Ausgang fort zu setzen. „Daily Tele- g r a p b" schreibt: Es ist gut, daß der Welt durch die Debatte im Unterhause kundgetan wird, wer die F-riedensanwälte sind imd was sie lvert sind. Man beruft sich manchmal auf sie als auf die Friedenspartei. Sie sind in Wirklichkeit eine verschwindend kleine imvollftändige Cliaue von politischen Exzentrikern, die von den eigenen Parteien verächtlich verleugnet iverden. Diese garnicht in Betracht kommende Handvoll von Missionären und Schwärmern, denen die Vorstellung eines Krieges seit jeher verhaßt !var, ist nicht kompetent, um über die militärisch^ 2tussichteni -u' urteilen, mW >re beleidigt die Intelligenz des Landes, wenn sic sich anmaßt dies zu tun.
<'Taily News" schreibt: Es macht dem Uillerhause alle Ehre, daß es den Friedensanwälten geduldig zuhörte und dann, m her Debatte zeigte, daß das Haus unbeugsam entschlossen ist den Krieg sortzusetzen. Es gibt keinen Menschen im Lande, der dem Vorhaben, das Preußentum für iinmer zu zerstören nicht zusttmmen würde. Tu- erste Bedingung fiir den Frieden ist, daß Deutschland selbft einsieht, mir sehr ca sich in den Angen der zrmlifterten Welt versündigt hat. Ehe dieses Land nicht ehrlich von der eigenen rochntd überzeugt ist, kann es keine Besprechung der Frredensbedingimgen geben.
,Daily Ehrvnicle" schreibt: Asguiths Erklärung harmoniert ganz und gar mit dem, was Sasonow in der Duma gefagt hat. Sie ist auch unseren französischen Verbündeten ans der Seele gesprochen.
* . *
Helden der „Möwe" mit neuer Beute auf Teneriffa.
23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich Santa Cruz auf Teneriffa ist das
Madrid rd gemeldet
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Schiff „W estbur n" (3300 Tonnen) unter deut
Die Verhandlungen irr der Duma.
Petersburg, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Im Verlaufe der Duma itzung ergriff auch Kriegsminister Poliwanow das Wort Er gab einen Ueberblick der hauptsächlichsten Ereignisse und der Leistungen der russrfck-en Armee seit dem Monat Juli. Ter Minister beschrieb die Freude Deutschlands, das von der Vernichtung eines Ees der russischen Streitkräftc auf ein nahes Ende des Krieges geschlossen habe. In diesem kritischen Augenblick habe der Kaiser den Oberbefehl und damit eine schwere Verantwortung libernommen. Ter Minister sagte: Gegenwärtig zeigen um sere im Westen stehender! Truppen ihre Widerstandskraft in'episodischen Kampfhandlungen an der Düna, Strypa und bei Czerno- wrtz. Sie bereiten sich dabei unermüdlich auf die Erfüllung hervorragender Aufgaben vor. Die Kaukasus-Armee krönte ihr Werk durch die Eroberung von Erzerum, des türkischen Bollwerkes in Auen Alle unsere Armeen an der ganzeii Front sind reichlich aus gefüllt worden und von Siegeszuversicht imd Vertrauen erfüllt Der ununterbrochene Zustrom von Munition lvird immer mehr steigen. D re g ler che Tätigkeit und Entschlossenheit zeigen unsere Gegner. Sie vergrößern ihre Kräfte ln unerhörtem Umfange. Trotz des Ueberschusses der materiellen vitssguellen rn Deutschland bestehen für uns günstige An. zerckwn, daß das Menschennlaterial Deutschlands bald ausgchen wird, währerrd wir noch immer über unerschöpfliche Bestände ver fugen.
Petersburg 23. Febr. MTB. Nicbtomtlich.) In dn -neichsbuma lvurdcn die von der Regierung abgegebenen Er llarungen besprocheii. Tie Vertreter aller Parteien'betonten trotz ihrer verfchiedeiien Standpunkte zu den innerpolitischen Erforder- nrsfen die Notwendigkeit, den Krieg bis zum endgültigen S r g e sortzusetzen. Tic Beratung in der Duma ttnrd Donnerstag weitergeführt.
Petersburg, 23 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Duma- prasident verlas in der Duma ein Telegramm, das der Zar nach fernem Besuch rm Parlament an die Duma sairdte. Das Tcle- granrm das von der Duma beifällig ausgenommen wurde lautctt -
Ich danke der Duma für die anläßlich der Eroberung Erzerums an mich gerichteten Glückwünsche. Ich glaube mit Ihnen daß diese neue Tat der Kaukasusarniee uns zu dem endlichen Triumplte unserer Waffen fuhren wird, dessen Unterpfand ich in deni Eifer aller Krnder unseres Landes sehe, alle ihre .^ßräfte in seinem Dienste zu gebrauchen. Ich nahm gestern bei ineinem Besuche in der Duma gern dtivon Kenntnis und betete nrit einem Gefühl der fteeuh- dafür, daß Ihre Arbeiten fruchtbar sein mögen.
Der Seekrieg.
Konteradmiral Zimmcrmann -f-.
WildelmShaven, 24. Febr. tWTB. Nichlanrtlick.) Kwi- treatmnrol Armmrrmaiin ist acstrrn bici offtorben. Qr war b«r äiDftte TOrnnraf des ersten Geschnmüerk, in Mlhelmshaven
Aus oem Lieirye.
Berlin, 24. Febr. (WTB. Amtlich) In der lpulligen Sitzung des B u n d c s r a t s gelangten zur Annahme: der Entwurf einer Verordnung über das Verbot der Einfuhr entbehrlichr Gegenstände: die Aenderung der Verordnung über die Regelung der Preise für Gemüse und Obst twm 11. November 1915; der Entwurf einer Bekanntmachung über den Verkehr mit Leimleder: die Ergänzung der Verordnung über Höchstpreise für die Erzeugnisse der Kartofseltrocknerei vom 16. September 1915; die Aenderung der Verordnun-g über die Regelung des Absatzes von: Erzeugnissen der^ Kartofseltrocknerei voni 16. September 1915 und der Entwurf einer Bekanntmachung über das Verbot eurer besonderen Beschleunigung des Verkaufs von Strich-, Web- und Wirkwaren.
Berlin, 24. Febr. (Priv.-Tell) Das „Berliner Tagebl." meldet anZ L ö tz e nAmi kommenden Sonntag findet in der Festung Lötzen die feierliche Eröfsnnrrg einer vaterländischen Gedenk halle statt.
Aus Studt und Land.
Gießen, 25. Februar 1916.
Die Veredelung des Zahlungsverkehrs.
Die Gießener Hapdelskammer hatte auf gestern abend zu einem öffentlichen Vortrage über die Gründe und den Zweck einer Umivandlung unserer heutigen Geldverkehrssormen zu der scholl im Frieden wichtigen, im Kriege aber lebensnotwendigen) b a r g c 1 d s p a r e n d e n Z a h l n n g sw e i s e in die Neue Arila cürgeladen. Handelskammerpräsident Geh. 51ontmerzienrat Hei-" che l he im konnte eine recht zahlreiche Zuhörerschaft begrüßen^ die der Einladung entsprochen Chatte. Ms Redner des Abends hatte die Handelskammer Herrn Prof. Dr. Sckalw eit gewonnen. ^5-cine dem Zweck per Beranstaltung, der Popularisierung des Scheckverkehrs, in ihrex klaren Darstellung und gemein faßlichen Begründung torznglich angepaßten Anssührungen fanden, unterstützt von der devi Thema innewohnenden vaterländischien Forderung, die vollste Aufmerkiamkeit der Hörer, die hoffentlich von dem praktischen Ergebnis, das nanientlich in Gießen berechtigten) Erwartungen begegnen darf, gefolgt sein wird. Der Redner Erörterte folgende Gesichtspunkte:
Krieg hat die Nationalökonomie zu einer populären WlNen,chaft erhoben, hat sie zu dem Gewissen gemacht, das beobachtet, ob unser Handeln mir dem Kriege im Einklang stehe. Das Volk
enannt, daß sie einen der gewaltigsten Bundesgenossen für bedeutet. Tie Frage nach den Zusammenhängen unserer chlrt,chaftsformen ist für niemanden mehr müßig; sie begreift rn Iich nicht in letzter Linie die Frage nach dem Grunde eineck ^.crcdelung unseres Zahlungsverkehrs. Das Geld Ipielt nn Gedankenkreis des größten Teils unserer Bevölkerung nur die Rolle eines mit allen Mitteln erstrebenswerten Gegen- standcs. Ueb-er sein Wesen, seine tief in allen Erscheinungsformen Oe* -Tai eine, nicht nur in der nüchternen Zahl, verankerte,n Eigen,chaftcn machen sich die Wenigsten Kopfzerbrechen. Praktisch genommen kommt das Wesen des Geldes als solchen darauf hinaus, da>; es als Tauschmittcl und Wertmesser für alle Leistungen und materiellen Tinge sozusagen eine Elle darstellt, die an, Och außerordentlich nützlich und notwendig ist, der aber der böse Mangel anhaftet, daß wir diese Elle überall mit uns lNwum- schleppen müssen. Wie die Landstraße die Lebensbedingung für ren Bertehr, aber als Land genommen durchaus unproduktiv ist, ,o Pt auch das Geld eine notwendige, aber kostspielige und unfruchtbare Beschwerung unseres Wirtschaftslebens. Wie'kann diesem Mangel ab geholfen werden ?
wer Vereinfachung des Zahlungsverkehrs dient am längsten bereits der Wechsel, denk aber seinem Charakter nach hinsichtlich Üincr Verwendung zu enge Grenzen.gezogen find, als daß er An- fprnch auf Iden Namen des popriläreu Zahlungsmittels machen tonnte .^hm verroandt, aber ungleich weiter verbreitet ist die Banknolle, die im Grunde den Wechsel der Bant auf sich selber darstellt. Sie bietet, unterstützt von dem im Gesetz begründeten! Vertrauen auf ihren Wert erheblich größere Zahlunqsmöglich- leiten als der Wechsel. Ter Krieg hat ihr Wesen insofern verändert, alv er ihre Emlüsungspflicht für die Reichsbank aufgehoben hat, well das Fortbestehen dieser Pflicht dem Bestreben, den Gvld- bestand zu erhöhen, zulvidergelaufen wäre. Abgeseherr davon, daß das Gold der Verbesserung unseres nationalen und internationalen Zahlungsverkehrs direkt zugute kommt, würde es für unsere Wirtschaftslage von unheilvoller Wirkung sein, wenn ein Nebeneinandergehen von Gold- und Papiergeld zu der unausbleiblichen Ver- fchiebung der Wertung dieser beiden >Zal>lungsmittel führen würde Was im Krieg gefährlich werden muß, bedeutet im Frieden einen helllofen Luxus, was erhellt, wenn man bedenkt, wieviel Gold durch die Abnutzung rm rollenden Verkehr, durch kurzsichtiges Ein- bamftern, durch die begueme Verwendungsmöglichkeit für gewerb- liche Zwecke feiner volkswirtschaftlichen Besllmni»ng enlzc^eil wftd Hier ist uns der Krieg wieder der so oft bewälfrte Lehrmeister ge- we,cn. Er hat mrt der Veredelung des Zahlungsverkehrs den Än- rgugi rm großen Stil erzwirngen. Wenn man auch heute noch den Goldhamstern gegenüber eine .gewisse Zurückhaltung beobachtet' Nach dem Kriege werden sie die ü>mm gebührenden Prädikate nn- verblumter hören und lesen: Sie find dumm und abscheulich'
Aber die Goldlosigceit des Zahlungsverkehrs ist erst ein Anfang: die weitere Forderung heißt: zahlt auch ohue Papiergeld, das das Gold zwar ersetzt, aber es nicht erspart. Die Versuchung, namentlich in .Kriegszeiten die Notciiprcsse zum Ausgleich des Geldbedürfnisses heranzuziehn und den Wert des Geldes kurzerhand vom Willen des Staats abhängig zu machen, liegt zwar nahe, und manche unserer Feinde, so Rußland und Italien, und bis zu emern geioMen Grade auch Frankreich, sind ihr erlegen; aber die bösen Folgen, die anfangs illcht so deutlich in die'Cu- scheiiiung gU treten brauchen, lönnen dabei aus die Dauer nicht Ausbleiben: da die Geldmenge stets in einem gesunden Verhältnis zum Bellurftns des Warenaustauschs stehn muß, imrh die Ueber- handnahme der Zahlungsniittcl uotwendig über kurz oder lang den Warenpreis nachteilig beeinflussen: Man erhält für t»icf Geld wenig Ware die Teuerung ist da; das Geld wird cnt- wertet. , Auch Deutschland har seinen stiotcnnmlauf vermehrt aber beispielsweise, nur um die Hälfte der französischen Emission, und zudem verteilt sich der deutsche Bestand über bi« Reich ülüö den riesigen beuchten 0>ebieten. Liegt in diesen Erwägungen. der erne Hauptgrund für die größtmögliche Beschränkung des NotenMillaufS, ,o ergibt sich ein zweiter, womöglicli noch einleuchtenderer aus folgenden (bedanken: Je kleiner der Betrag des nn Verkehr befindlichen Papiergeldes ist, um so geringer braucht der gesetzmäßig zu seiner Deckung erforderliche G o 1 d v o r r a t in dc'n .Kellern der Reichslbank zu sein. Man kann berechnen, daß w^_,.^^er den heutigen Wrrtschaftsvcrhältnissen mit etwa 1' , ^1111(11^11 Iflti werngcr an Zahlungsmitteln ans kom men können. 1^1 ^ Reichsbank die ungeheure Summe Vo-Ns
} i \ old g e I d nicht zur Notendeckung brauchte,
souuern daß das Gold Mm rationellen, n»eil dem Geldwert unter den gegenwärtigen Valutaverhältnissen allein entsprechenden Einkäufe rm Ausland verwandt werden könnte. Das würde eine nn-er me furche Stärkung unserer finanziellen Rüstung bedeuten.
_x,ic Forderung des Tages nmß deshalb lauten: Das Bargeld to-miv mehr der ideelle Wertmesser sein. Praktisch bieten sich der .^rr^rchung diejes Ziels bei uns die mannigfachsten und besten Möa- limkerten, so daß jvir dem Ideal: Ware gegen Ware Leistunv gegen Lersttmg, Leistung gegen Ware und umgekehrt recht nabe kommen können, lvenn wir nur wollen. Ter Weg dabin ist dnr- S ch eck v e r ke h r, dessen Technik und za dt reich/ Nile d^ Redner ausführlich an Beispielen erörterte. Es muß ullnn- kom men, daß fedcr-, der wirtschaftlich dazu in der Lage ist bei einer- Bank. bn t>>7 Post bn beidon snn Schclkkonto nrln-rbnlt ,,„d «nc SPfmUditimnm hur* bir nnfarijo bequeme Art der fdvrift- hdicn Amversung erledigt, luie das in England und Amerika „ ll ihrem hochenttmckeltcn Zahlungswesen schon längst der Fall ist


