Ausgabe 
25.2.1916 Erstes Blatt
Seite
85
 
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Nr. M

Der Sletzener Aozeiger

erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzeuerZamittenblätter; zweimal wöchenlUNreir- blatt für den Kreis Stehen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: iürdie Schriitleitung l12 Verlag,Geschästsstelleöl Adresse für Drahtnach­richten: Anzeiger Stehen. Annahme von Anzeigen ü'ir die Tagesnurnmer bis zum Abend vorher.

Erstes Blatt

(66. Jahrgang

Kreitag. 25. Hebruar (9(6

Gichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Eeschästsstelle und Druckerei: Schuistr.r. !"rbmA»z-i-,-nte,i, p

BeznqSvrei > monatl. 85 Vf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.: durch diePost Vck.2.30 vierte- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf.. ausiv. 20 Vs. Haupt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantivortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; iur Siaül tmd Land, Verinischtes und Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz

Beck, sämtlich tu Gießen,

Der weitere Ausbau des Erfolges bei Verdun, vie Italiener bei vurazzo geschlagen. Asguith über dieMiedensbedingungen.

(WTB.) Großes Hauptquartier. 24.Februar. (Amtlich.)

Westlicher K r i c g s s ch a u p l a tz.

Der Erfolg östlich der Maas wurde weiter ausgebaut. Dre OrteBrabant, Haumont undSamogneur sind genommen. Das gesamte Waldgebiet nordwestlich, nördlich unÄ nordöstlich von Beaumont, sowie das Haerbebois sind in unserer Hand.

Südlich von M e tz wurde ein vorgeschobener französischer Posten überrascht und in einer Starte von über fünfzig Mann gefangen abgeführt.

O e st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Auf dem nördlichen Teil der Front lebhafte Artillerie- rampfe. An zahlreichen Stellen Patrouillengefechte. Keine besonderen Ereignisse.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

. Wiederum haben wir aus dem Westen freudige Kunde. Unsere Angrifsstruppen haben drei weitere Dörfer südlich der Linie Consenvope und Azannes und ferner das Herbebois !Mld das Waldgebiet von Beaumont besetzt. Dieses hügelige ! Waldgelände, dessen Südrand vier Kilometer südlich von > Azannes ttegt, hatte für die Verteidigung der Franzosen er­heblichen Wert gehabt. Jetzt aber steheii unsere Geschütze nur noch etwa fünf Kilometer vo».i der Fortlinie vo,i Verdun entfernt! Hoffen wir auf weitere glückliche Fortschritte!

Auch der osterreichischt-nngarische Tagesbericht bringt «eine hvcherfreuliche Siegesnachiricht. Die Italiener und ihre Hilss truppen siird vor Durazzo geschlagen worden. Bazar- -L-prk, wo die italienische Brigade Savvno geworfen wurde, lregt 9 Kilometer nordöstlich von Dnrazzo? Es ist an den: Flufsc Arzcn gelegen, dessen Ueberschreitüug unseren Bun- d^genossen nunmehr keine Hindernisse mehr bereitet. Auch Wöstlich von Dur<Mo sind die eisernen Würfel gefallen. Dre,rn denr Wiener Bericht genannten Verschanzungen van ^rssv-Bianeo (ein 130 Meter hoher, steil gegen die .Küste abfallender bewaldeter Hügel) wurden erstürmt, und es herrsch: kaum ein Zweifel, daß der Rest der ein geschlossenen Ätrerlkrafte schleunigst aus bereit gehaltenen Schiffen das Werte suchen wird. Essad Pascha, der italienische Söldling, soll bereits irr Brindisi erngetroffen sein.

* . *

Im englischen Unterhause hat der Ministerpräsident Asgurth auf die Reden zweier Abgeordneten erwidert, dre den Wunsch nach baldigem Frieden unb 1 Bekanntgabe jo-et: englischen Bedingungen ausgesprochen hatten. Wie in der schwesterlichen Duma gab es .Heldenworte ohne Taten. Wir wissen es aber, wie so oft hinter großen Worten ein kleines Herz srch verbirgt, und wenn wir zwischen den Zeilen der gedruckten Rede lesen, so hören wir zwar äußerliches Gepolter aber gar wenig innerliches Krastgefirhl. In der stunde, da wir uns neuer Siege freuen und mit verhal­tenem Jubel das neueste Lebens- und Wirkenszeichen unserer Tapferen von derMöwe" gewahren, lassen wir uns durch leere Theatereffekte fremder Parlamente gar wenig aus der Mssung bringen. Wenn der englische Minister, sonst Wählern kühler, nüchterner Durchschnittspolitiker, mit schäu­mendem Munde in Beschimpfungen gegen unseren Reichs­kanzler sich ergeht, so lachen wir über diese rednerische Ohn­macht, rn der Gewißheit, daß den Engländern eben keine andere Möglichkeit zur Verfügung steht, ihr Mütchen an uns zu kühlen. Asguith watete zudem im seichten Gewässer nroralphrlosophischer Betrachtungen, die eigentlich! in einer solchen Rede über nationalen Willen rricht an die erste Stelle gehörten. Es hat wirklich etwas komisches, daß der ena- lstchc Staatsmann" so wutschnaubend über die ruhige nebenbei geinachte Bemerkung unseres Bethmann Hollweg herfrel, daß Deutschland! keine feindlichen Absichten gegen friedliche Nationen habe. Aber lassen wir diegewaltige Mamlose Kühnheit" des Herrn Asguith beiseite; solche Blatter am Baume der Weltgeschichte welken schnell. Aber das ist wesentlicher, >auch die übrigen Ausführungen des cnat- lrschen Ministers über die Fried ensbedingun gen tragen zwar schreiende, aber herbstliche Farben. Es waren Trutz- und. Zornesworte.-erst gebt uns wieder, was wir an Euch ver­loren haben, dann erst können wir an Frieden deiiken" Merkwürdigerweise sprach Asguith von Rußland nichts. -Sollen wir uns dort entschädigen dürfen, wenn die -miglischeii Interessen im Westen gewahrt bleiben? Das ehrwürdige Verlangen nach einerendgültigen Vernich­tung der Militävherrschaft Preußens" fehlt auch in der dies- mahgen Rede Asguiths nicht. Daruni wird auch der ver­bissenste Gesinnungsgenosse Liebknechts es gibt deren nur einzelne nicht zu fordern wagmi, daß unsere deutsche Re- arerung ;etzt die Hand zum Frieden aus strecken müsse. Wir weiter, und wir glauben, daß es aus dem eng- lychen Parlament auch noch einnral anders 'herausklingen Östlich werden sich diese .Herren doch wohl nicht dem Wahn hingeben, daß Deutschland eine moralische Ab- SS 10 kamt beim alten bleiben könne. Noch ^^schrei, Heuchelei uiid noch ein paar gute deutsche Hiebe, dann lnird die Friedenssonne uns naher

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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien. 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. Februar 1916.

Russischer und i t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Keine besonderen Ereignisse.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Truppen in Albanien haben gestern die Jta- lrcner und ihren Bundesgenossen Essad bei Dnrazzo geschlagen. Am Vormittag bemächtigten sich unsere Ba­taillone während kleinere Abteilungen den unteren Arzen übersetzten der letzten feindlichen Vorpositionen östlich von Bazar-Sjak. Am Mittag wurde die italienische Bri­gade Savono auch ans der stark ausgebauten Hanpt- stellung östlich des eben genannten Ortes geworfen.

Gleichzeitig erstürmte eine andere Kolonne die 10 Kilo­meter'südöstlich von Dnrazzo angelegten Verschanzungen von Sasso -Blanco. Der Feind verließ seine Gräben zum Teil fluchtartig und wich hinter den inneren Verteidigungsring.

Er wird verfolgt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant

Der französische Bericht.

93 ZZ Aebr. (Zeps. Frist.) Amtliche Mitteilung vom

23. Februar 3 Uhr nachmittags: Im Artois haben wir einige Grabenbestandteile im'Walde von Givenchy wieder genommen In der Gegend nördlich von Verdun dauerte das feindliche energisch erwiderte B o mbard-ementdi-e ganze Nacht hin­durch an. Tic Jnfanterieaktionen haben sich aus einer Front von ungefähr 15 Kilometern entwickelt. Ter Kampf dauert vom rechten Maasufer südöstlich von Herbebois heftig fort W i r 6 a v e n das Torf H a n m o n t g er ä u m t, dessen Umaebuna

bittert^^Kan?^'' ^ Räumung vollzog sich nach einem er- vuterren Kampfe, rndenr wer dem Femd sehr dobe 9 r Wfft" ^nu

Aten. Oestlich dieses Punktes gestattete uns ein Gegenangriff den größten Teck des Waldes von Eon res, der ans dem vom Feinde gestern besetzten Borsprung nördlich von Beannwnt liegt, wieder £ H ®} n Parker deutscher Angriff gegen Herbebois

wurde durch unser Sperrfeuer glatt aufgehalten.' Nach Gesangenen- aussagen wurden einzelne deutsche Einheiten im Verlaufe ^dieser w ^^E^ubig vernichtet. Langanhaltendes Artillerieduoll l * n be I ^gend von Haute Eharrrere (ern Wäldchen nordwestlich von Fromezeh) und Froniezey (westlich von Etainb Zn Lo­thringen zeigte sich.imsere Artillerie ziemlich tätig in der von Nomeny Eine feindliche Patrouckle iwrdlich von

^ h cc- a o ll t l ?. L re Lmien .herankoinmen

Lvenos 11 Uhr: Ern Zcrstorungsseuer unserer Artillerie eroffnete mehrere Breschen in den deutschen Schützengräben gegen-

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Si Verdnn entwickelte sick ber deutsche

IM- voraMuichen nmr, zu einer sehr bedeuten- mächtigen Mitteln vorbereitet war. Tie Schlacht dauert heute mit wachsender Intensität rt. L-ie wurde energisch aufgehalten von unseren Truppen

Verluste beibvachben. Ein u.iunter- vroch^nes Bombardement durch g r o ß k a l i b r i a c Granaten Artillerie mck gleicher Heftigkeit antwortete, breitete sich Inn U* t .v'E fast 4 0 Kilometern von Mn-I lancourt bis m dre. Gegend gegem'iber von Eta in

aus. Die Mtronen der sehr starken Infanterie, hie aus Truppen von 7 verschiedenen Armeekorps bestand, folgten NW tni Laufe des Tages zwischen Brabant sur Meuse und Orneä Am Ansgang der Ortschaft Haumont konnte der Feind uns trotz seiner Anstrenaungen nicht aus unseren Stellungen im Bois des Eaures vertreiben, dessen größten Teil wir besetzt halten Unsere Gegenangritse haben die feindlichen Offensiven aufgehalten. Qest- r Vors des Canres konnten die Deutsch^en infolge einer Reche blutiger Angriffe in das B o is de Ba v ri ll e eindringen. Nördlich von Ornes wuroen die Sturmangriffe des Feindes aus unseren Linien von Herbebois durch unsere Gegenangriste auf- gehalten. Keine Jnfanterieaktionen aus dem linken Ufer bet s JJdQa| und zwischen Ornes und Fromezey. Im Elsaß griff v2r Feind gestern gegen. Ende des Tages unsere Stellungen'süd­östlich des Waldes von Karspach, südwestlich von Altkirch an. Ein sotortiger Gegenangnff warf ihn aus dem größten Teile der vor- gesckobencii Grabenstücke, in denen er Fuß gefaßt hatte, wieder zu ruck.

Essad Pascha in Brindisi.

Brindisi, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlrch.) Essad rst an Bord eines italienischen Torpedobootz^rstörers hier erngetroffen.

Beschwerden über die Entente in der griechischen Kammer.

Athen, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Verspätet eitt- getrosten. <^n der Kam m c r interpellierte T e l e p s i d i s über die Verhaftung besä ö st er re i ch i s ch-u ng a rischen VUe ronsuls rn Chio s. In schärsiten Worten warf er den Ententeniachten vor, daß sie alle göttlichen und menschlichen Gesetze verletzen, und forderte energische Maßnahmen der Re­gierung. Ministerpräsident Skuludis erwiderte, daß die Re­gierung die Empörung Telepsidis vollkommen teile Der von ihm gerügte Vorfall sei nur ein neues Glied emcr langen, er wolle Nicht sagen endlosen Reihe ähnlicher Ueber- grisse. Er könne unglücklicherweise nichts tun, als in jedem ein- zelnen Falle Mit aller Energie Protest erheben mtb die Freilassung der Verhafteten verlaiigen, ob nun diese Einheinrische ? ber F^de inen, welche ein Recht auf Griechenlands Gast- fieundschast haben. In Chws seien auch hellenische Staat^- angehorige verhaftet worden. Leider müsse er feststcllen, daß aUc erhobenen Proteste mck ganz seltencii Ausnahmen nicht den Er-

M Z at ££' ben 4 C mt Rücksicht auf das gute Recht Griechenlands hatten haben nrnssen.

Eine Reise König Ferdinands nach Koburg.

Wien, 24. Feör. (WTB. Nichtanttlick).) Der König n l g <rren ist crbends iinch elftägiarem Änfentchal? nach Koburg abgereist, um das Grub seiner Eltern zu be­suchen. Mit deni Wuig reisten seine beiden Söhaw, heiite mrt dein Bulkaarzug hier eingetw-sfen siird.

Ein Knpferbergwerk der Zeutratmächte.

rat Nichtamtlich.) Der Minister­

rat hat deschlosieii, das K u p f e r b e r g w e r k in Bor do.^ rn denr von beit Bulgaren eroberten Teile Serbiens liegende Ochste auf der Balkanhalbiusel, den Deutschen für die Krregsoauer zur Ausbeuckurig zu überlassen.

Teuerung in Bukarest.

Burarcst, 24. Febr. (WD8. Nichtamtlich.) ^chbrcrr Lausent» Persovl-n ans den ärnreren BcElminasschichk-,, der Hairptchadt 5 «gen gestern vvr das Bürgermeisteramt 'im, gegen btc Deuerungder Lebensmittel Einspruchs