SPrkge hat eine derartig Intervention nicht stattgefunden. In Zukunft werde, wenn die Rüstungen nicht ernstlich beschränkt würden, keine Macht stark genug sein, um durchzusetzen, daß die internationalen Verträge eingehakten würden und eine Wiederholung der gegenwärtigen Schrecken unmöglich gemacht würde.
Die Kriegsausgaben Englands
London, 21. Febr. (WDB. Nichtentlich.) Mtzldnng «es Renterschen Bureaus. Die Regierung kündigte einen Kriegskredit von 420 Millionen Pfund-Sterling an, wodurch die Gesamtsumme der Kriegskredite aus 1720 Millionen Pfund .Sterling steigt.
(Nach unseren Informationen beziehen sich die 1720 Millionen Pfund auf das laufende Finanzjahr. D. Red'.)
Aus Saloniki.
Berlin, 21. Febr. (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg" meldet aus Budapest: Das Athener Blatt „Hellas" berichtet über einen Zusammenstoß serbischer und griechischer Soldaten in dem Gasthofe Belgrad zu Saloniki. Die Serben stießen Rufe gegen Griechenland aus. Ungefähr 100 griechische Soldaten griffen auf die Herausforderung hin die Serben crrr. Es fand ein förmlicher K a m p f statt, bei dem acht serbische Soldaten getötet wurden. Auf beiden Seiten gab es Zahlreiche Verwundungen, Die griechischen Soldaten wurden der Salo- rnker französischen Militärpolizei übergeben.
Die Haltung Griechenlands.
.Athen, 21. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reutersclren Bureaus. Der König empfing vormittags das Kammerpräsidium. Bei dieser Gelegenheit saAe er, er verfolge eine Politik, die am besten den nationalen Interessen Griechenlands an gepaßt sei. In Abwesenheit des Präsidenten erwiderte der Vizepräsident, der König habe das ÄrnÄ vor dem Schicksal anderer kleiner Staaten bewahrt.
Eine Rede Tittorns.
Ni;z a, 20. Febr. MTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Hlwas. Der italienische Botschafter in Paris, Tittoni, hielt eine Rede. Nachdem er an die zahlreichen Bande erinnerte, die Frankreich und Italien verknüpfen, erklärte er: Es ist natürlich, daß zwei große benachbarte Nationen, die nicht nur mit ihrem Mutter- lande, sondern auch mit ihren Kolonien aneinanderstoßen, .n: cht : mrn e r die st l e i ch e n I n t e r e s s en haben; die Staatsmänner der beiden Länder sollten gerade darüber wachen, daß diese Internen miteinander in Einklang kommen urrd vor allem nach dem Kriege überem stimmen. Hervorragende französi- ^ ch^ ch.ud italienische Parlanien tarier werden sich 1 n daris vereinigen, um an diesem patrchti- icheu Werk zusammenzuarbeiten: ihre Unterstützung wird günstige E^bn Parlamenten sichern und eine nützliche Ergänzung des Werkes Briands sein, der die Einheitlichkeit in der Leitung der dwlomattschen und Wohlfahrtsaktion der Alliierten festgesetzt hat. Zunr Schluß erklärte Tittoni: Wir wollen dm Frieden der Mensch- hnt vor der Wiederkehr einer ähnlichen Katastrophe bewahren und werden dre Waffen nicht eher niederlegen, ehe wir ihn errungen haben.
Ein japanisches Geschwader im Mittelmeer.
seiner Gcsundherr angegriffenen Oberbürgerin er sters Brumm Als dieser im Jahre 1589 starb, erfolgte am 8. Mai des selben Jahres einstimmig die Wahl Gnauths zum Bürger Meister von Gießen. Bus zum Jahre 1900 widmete er sein: Kpast diesem Amte; dann erfolgte im August seine Be rufuiig zum Finanz-minister des Großherzogtums Hessen Zehn' Jahre lang leitete Gnauth die hessischen Finanzen bis er im Februar 1910 infolge parlamentarischer Mer nungsverschiedenheiten seinen Abschied nahm. Im Mai de. gleichen Jahres übernahm er die Generaldirektion de; Felten urrd Guilleaume-Car lswerks in Mülheim am Rhein Bolle vierzehn Jahre hat der Verstorbene seine bestc ,'chasfenszeit in den Dienst unserer Vaterstadt gestellt; da Chrenbürgerrecht, das diese ihm verlieh, war der äußere Dan! dafür. Als der damalige Pwovinzialdirektor v. Gag er: den neugewählten Bürgermeister bei seiner Einstihrung in die Stadwerordnetenversammluna begrüßte, antwortete dieser aus die Begrüßungsansprache, das Glück seines ferneren Lebens werde der Ersprießlichkeit der Stadt Gießer, gehören. Das Wirken des verstorbenen ehemaliger: Ober- ,/aupts unserer Stadt ist noch in zu junger Erinnerung urrd es ist der Entwicklung Gießens zu deutlich aufgepräg,, als daß nicht die Bürgerschaft sich heute noch aus eigenem Urteil sagen könnte, Gnauth habe mit seiuem damaligen Versprechen nicht zu viel gesagt. Me Inangriffnahme oer Kanalisation, die Verbesserung der Schulverhaltnifte, die Verkehrserleichterungen mannigfacher Art zwischen dem Norden und dem Süden, zwischen Alt- und Neustadt und mit dem Bahnhof, die Hebung oer sanitären Einrichtungen wird man für immer mit dem Gedenken an den Verstorbenen als seine Hauptverdienste um unser Gemeinwesen verknüpfen dürfen. Wenn Gießen sich damals schon, als Gnauth zum Minister berufen wurde, hinsichtlich der meisten kommunalen Errungenschaften mit mancher größeren Stadt messen konnte, so war das ganz besonders dem in der Praxis geschulten Auge urrd der verständigen Hand Gnauths zu danken. Wie die Stadt dem langjährigen Leiter ihrer Geschicke die höchste Ehrung, die sie zu vergeben hat, verlieh, so wird sie ihm, dessen leutseliges und gewinnendes Wesen ihm auch über den Rahmen seines Wirkungskreises hinaus manchen Freund gewann, auch über die Gruft hinaus das ehrenvolle Gedenken bewahren, das sein Wirken und seine Persönlichkeit für immer mit Gießens Geschichte unlöslich verbindet.
Werw dar, wobei er besonders darauf hinwies, daß Stickstoff, Phosphorsäure, Kalk urrd Kali als Düngemittel so viel wie uöglich zur Anwendung kvmrnen sollten. Das Dünger: mit Jauche ei ebenfalls zu empfehlen. Von Chilisalpeter glaubte der Vorragende abraterr zu sollen. Seines Erachtens würde eine N i sch u n g von 40prozen tigern Kalisalz mit geüranutem Kult er Obstbaumdüngung am besten genügen. Unbedingt müsse nran cber bei der Düngung^ zwischen Stein- und Kerrrobst einen Unter- chied machen. Für Steinobst müsse mcm eine äußerst schwache Düngung anwerrden. Dagegen sei aber entschieden zu berückfich- igen, daß gerade in diesem Iah e angesichts der schlechten Fcucht- in-ätze, dein Kernobst eure gme Düngung Not tue, und Haupt- ächlich auf dem Lande solle man mit der reichlich zur Verfügung .tehenden Jauche nicht sparen und den Bäumen diese in reichem Maße zuführen. Die Jauä)e allein genüge jedoch nicht, ihr fehle )ie Phosphorsäure, daher müsse ihr S u p e r p h o s p h a t zu- resetzt werden. Man könne auch Superphosphat mit Kalk vermischt den Bäumen beisetzen und auch diesem Gemisch noch eventuell Jauche beifügen. Von Butzbach sei ja, wie den Landwirten genügend bekarmt, der notwerrdige A e tz k a l k au: besten zu begehen. Eine Düngung mit Stallmist sei für ältere Bäume keinesfalls empfehlenswert, weil dieser sich nicht zersetze, für jüngere Obstbäume dagegen sei er vielleicht besser anzuwenden. Alle Arbeiten, die aus Mangel an Arbeitskräften verschoben werden können, ohne die Erträge zu be- stnträchtigen, unterlasse man, sorge aber dafür, daß alles, was ärre gute Ernte bedingt, ausgeführt wird. So wird auch der Obst^üchter dazu beitragen, daß wir in diesem schweren Kampfe durchhalten und den Krieg zu einem gesegneten Ende führen können. — Die sehr klaren Ausführungen des Referenten ernteten großen Beifall. Kreis-Obstbautechniker Heb er er beschrieb vie Herrichtung eines Obstbanmes vor dem Pflanzen. Er wies ins- be>ondere darauf hin, daß die anszuhebenden Baumgruben nicht zu tief, aber breit angelegt werden sollten und daß das Beschneiden der jungen Obstbaume eine unbedingte Notwendigkeit sei. Wohl zu berücksichtigen fei jedoch hierbei, daß. falls geschulte Lende nicht zur Verfügung ständen, mau lieber einmal ein Jahr auf das Beschneiden verzichten solle. Dies wäre den Bäumen jedenfalls dienlicher als ein falscher Eingriff, der sich in kommenden Zeiten nur zu bedenklich bemerkbar machen rverde. K e r n o b st dürfe gleich nach dem Setzen nicht zurückgeschnitterr werden, fcd Steinobst dagegen sei dies sogar unbedingt erforderlich. — Zum Schlüsse fand eine F r e i v e r l o s u n g von Obstbai! men, Garten- geraten, Samen, Blumenzwiebeln- und Knollen statt. Die Versammlung zeigte, daß gerade in der jetzigen Zeit solche Belehrungen außerordentlich wünscherrswert sind und aus fruchtbaren Boden fallen. — Als nächster Versammlungsort wurde Lich in Aussicht genommen.
** Der Hilfsverein für die
Berlin, 21. Febr. (Priv.-Tel.) Das „Berl. Tagebl." meldet aus Lugano: Nach einer Meldung römischer Blätter ist das j ap an ische Geschwa d er, dessen Fahrt nach dem 'Mittelmeer kürzlich angekündigt wurde^ unbehelligt an seinem Beskimrnungsort augekommen. Es führt ^ug zeuge und Hhdroplane mit sich.
Der Seekrieg.
Zum Seegefecht an der Doggerbank.
Berlin, 21. Febr. (Priv.-Tel.) Die „B. Z.a. M." ver- Sftenttccht eine Unterredung mit dem Flottillenchef der bei dem Geftcht an der Doggerbank beteiligt gewesenen siegreichen «machen Torpedoboote. Dieser sagte rüber das Verhalten der Engländer g-^egentlich der Rettungsversuche der deutschen, Torpedoboote, daß deren Mannschaft in aufopfernder Weise be- tnrüht war, von den Mannschaften der versenkten englischen Schifte M retten,, was zu retten war. Die Engländer kanten es nicht fassen, daß man sie nicht niedermachte, daß man vielmehr stundenlang bei chven Kameraden Wiederbelebungsversuche anstellte. ^ 5 imner von neuem beteuerten sie, daß sie die „Baralong" als nicht zur Marine gehörig zählten, und auch die Offiziere legten Wert darauf, zu erzählen, daß der Kommandant der „Baralona " entlassen worden sei.
1.70—1.80 Mk. das Pfund 1.75—1.90 „
1.80—1.90 „
1.80—1.90 „
1.70—1.80 „
1.60—1.70 „
Rn§ dem Reiche.
Berlin, 21. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Im Pvst- s check verkehr des Reichspostgebietes sind vom Kalenderjahr 1914 auf 1915 die Gutschriften urrd Lastschriften cur Postscheckrechnungen von je 19 auf 23,9 Milliarden Mar' gestwgen, so daß der für 1915 sich ergebende Gesamtumsatz von 47,8 Miilliarden Märk gegen 1914 eine Zunahme von rund 26 Prozent aufweist. Unter den Gutschriften entfielen im Jahre 1915 auf ZahlSartenbeträge 13,3 Milliarden gegen 10,6 Milliarden Mark im Jahve 1914, auf bargeldlose Ueberweisungen 10,6 Milliarden Mark (8,4). Unter den Lastschriften beliefen sich im Jahre 1915 die Baraus- Aaütungeic auf 6,4 Milliarden (5,2), die bargeldlosen Auszahlungen dagegen auf 17,5 Milliarden (13,8). Von bar- a^dlosen Postscheckzcchlungen wurden im Jahre 1915 5,7 Milliarden (4,8) durch die Ubrechnungsstellen der Reichsbank ckbgewickelt. Der deutsche Postscheckverkehr zeigt daher auch im Kriegsjahre 1915 erne weitere erfreuliche Entwickelung
Berlin, 21. Febr. (WTB. Amtlich.) Heute wurde zwischen Preußen, Sachsen-Weimar und Sachsen-Meiningen der Staatsvertrag wegen des vollspurigen Ausbaues der schmalspurigen Linie der Dorrrdorf-Kaltennordheim Feldbahn abgeschlossen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 22. Februar 1916.
Finauzminifter a. D. Gnauth -f.
_ Mmmzmmitter a.D. Exz. Gnauth. Ehrenbürger der Stadt Gretzen, ftt gestern an den Folgen einer Darm,- operation, der er sich vor vierzehn Tagen hatte unterziehen müssen, verschieden. ^
^ 14. Juni 1854 in Sttrttgart geboren, besuchte
Feodor Gnauth bis zimr Jahre 1872 das Gymnasium b^w. Realgyninasium seiner Vaterstadt. Nach Ableistung fernes Militärdienstjahres bezog er die Technische Hochschule rn Stuttgart, .um sich seiner Neigung entfpreLnd jdern Baufach zu widmen. Nach Absolvierung der Hochschjule rourde er bei der Kgl. Wurttem'bergischen Eisenbahnbaukonlnrissiorr später beim Bau der .Hohenzollernbahn beschäftigt. 1878 trat Gnauth in das Hohenzollcrnsche Larrdesbaimmt über, bestand -wer Jahre später die zweite Staatsprüfung als Baurneister wurde darauf KLeisbaumeister in Hechingen und erhielt aus seine Bewerbung von dort aus 1882 die Stellung ernes Kreis-Ingenieurs in Gießen, die mit dem Amte des Pro- vrwgal-Ingenieurs für Ol^erhessen verbunderr war. Vier später wählte die Sbadtverordneten-Versammluna den r^s.^ntzenreur zum Beigeordneten des damals schon in
Die Preisprüfuttgsstelle für die Provinz L>berhessen.
Tie zuständigen Ausschüsse der Preisprüsungsstelle haben folgende Beschlüsse gefaßt, die zur Kenntnis der Be völkerung gebracht werden dürfen.
1. Richtpreise für Gemüse. Nachstehende Preise werden unter Berücksichtigung der Marktlager im Meinhandelsverkauf an die Verbraucher für angemessen gehalten und haben als Mchtpreise zu gelten:
Weistraut 0,06—0,07 Mk. das Pfund, 15—25 Pfg. das Stück. Rotkraut 0,08—0,09 Mk. das Pfund, 20—30 Pfg. das Stück. Wirsing 0,07—0,08 Mk. das Pfurrd, 15—20 Pfg. das Stück. Spinat —.—
Grünkohl (Krauskohl) 0,09 Mk. das Pfund.
Schwarzwurzel 0,25 Mk. das Pfund.
Gelbe Rüben und Karotten 0,08 Däk. das Pfund. Erd-Kohlrabi (unterirdische) 0,04 Mk. das Pfund..
Sellerie 10—20 Pfg. das Stück.
Feldsalat der Teller 10—12 Pfg. wie üblich.
Zwiebel 0,20 Mk. das Pfund.
Weitere Preisfestsetzungen bleiben Vorbehalten. Die angegebenen Richtpreise gelten im wesentlichen für sämtliche Kreise der Provinz.
2. Richtpreise für den Verkauf von Landbutter. Als angemessenen Durchschnittsverkaufspreis für den Handel mit Landbutter an die Verbraucher sind folgende Preise ermittelt worden:
1. Für den Kreis Alsfeld
2. „ „ „ Büdingen
3. >, „ „ Friedberg
4. „ „ „ Gießen
5. „ „ „ Lauterbach
6. „ „ „ Schotten „ „
Die genannten Preise enthalten einen Händlerverdienst
von etwa 10—12 Pfg. für das Pfund. Die Einkanfspveise beim Erzeuger haben sich also 'beim Handel mit ab geformter Larü>butter um höchstens 12 Pfg. zu ermäßigen. Dieser Handelsverdienst entspricht den vom Reichskanzler sestgestellten Sätzen. Der.Handelsverdienst für unabgeformte Butter darf 15 Pfg. am Pfund nicht übersteigen.
Da der Verkaufspreis der Molkereien für Molkerei- b u t t e r mit 2.30 Mk. für das Pfund festgelegt ist, erübrigt ich eine besondere Festsetzung von Richtpreisen für Molkerei butter.
*
* Auszeichnungen. Musketier Willy Dechert aus Gießen beiin Reserve-Jnsanterie-Reqiment 254 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Der Großherzog von Wetnrar hat dem Jager Emil Marquardt von Gießen, in der 1. Kom pagnte des Reserve-Jäger-Bataillons Nr 11, das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze mit Schwertern verliehen.
** Fahrplanänderung. Die Königl. Eisenbahn- Direktion teilt mit: Vom 1. März d. I. ab wird der Zug 791 auf der Strecke Butz b a ch—Gieß en 10 Minuten nsther gelegt. Der Zug fährt dann um 4.53 Uhr vormittags (bisher 5.03) von Butzbach ab, kommt um 5.23 Uhr vormittags (bisher 5J33) in Gießen an und erhält hierdurch Anschluß an den Zug 1656 — Gießen ab 5.28, Wetzlar an 5.45, Betzdorf an 7.56.
** Ver sammlung des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins Gießen. Am 20. d. M. fand im „Gasthaus zur Linde" am Bahnhof Grvßen-Linden eine Zahlreich besuchte Versammlung unter dem Vorsitz von Stadtv. Simon-Gießen 'tatt. Oekonomierat Spieß von Friedberg behandelte das Thema: „Welche Arbeiten müssen in der Kriegszeit im Obstbau aus ge führt werden?" Er verbreitete sich zunächst eingchend über den voraussichtlichen Ertrag der bevorstehenden Obsternte, und wies darauf hin, daß in diesem Jahre Aprikosen, Kirschen, Mirabellen und Zwetschen sehr gut zu werden versprechen, dagegen Aepfel und Birnen wider Erwarten wenig Arcssicht auf gute Ernte zuließen. Man müsse also damit rechnerr, daß unsere Steinob st bäume einen reichen Ertrag brächten, die Kerrwbstbäurne dagegen nur mäßig tragen würden. Ganz besonders sei aber für unsere gesamte Obsternte eine günstige Witterung in erster Linie vonnöten, ohne die auch der Ertragsreichtum der Steirrobstbäume noch sehr irr Frage stehe. Ein Hauptmangel werde sich für die Obsternte in großem Maße durch das Fehlen von geschulten Arbeitskräften bemerkbar rnachen. Ganz besonders sei wohl zurzeit gerade die Pflege der älteren Obstbaume ins Auge zu fassen. Der am eifrigsten zu bekanrpfende B a u m s ch ä d l i n g sei der sogenannte Apfelblütenstecher, dem man am besten durch einer: Kattarlstrich, mit Karbolineum versetzt und IrcU etwas Lehm vermischt, zu Lerbe gehe. Gegen die Baumschädlinge und auch zum besseren Gedeihen der Bäume sei auch das Herstellen der B a u rn g r u b e n unbedingt notwendig. Des weiteren legte der Redner die Art und Averse der Düngung d e r ,O b st b ä u m c in mrschaulichster
_ ~ - - --— . - - geistes kranken in
H e, s e n hat seiner: Kässerrbericht für 1914/15 verössmtlicht und rvird denrnächst wie alljährlich im Großherzvgtum seine Kollekte veranstalten. Seine letzte Kollekte erbrachte den Betrag von 26 167.24 Mark. An Unterstützungen wurden verwilligt 24 920.98 Mark gegen 33 683.20 Mark im letzter: Jähre vor Kriegsausbruch. Aluf der: Ertrag der ^Kollekte wirkte der Krieg ungünstig ein, fte grng urn ründ 4000 Mark urrd fast 20 000 Geber zurück. Ersreu- lrcferweise konnten demgegenüber 3 Stiftungen im Gesamtbetrag von 10 000 Mark verzeich>net werden. Der Verein, eine Gründung des ersten Direktors bet Anstalt Heppenheim — Georg L u d w: g — dessen Andenken die Staatsrecherung durch eine Jahresbeilteuer von 1500 ARark, „Georg Ludwig-Spendck^ genannt, seit einigen Jahren ehrt — hat seine Zentrale und Hauptkasie in Heppenheim. Nebenkafsen sind den andren Landeszentralen und der psyckftatr. Klinik Gießen zrrgeteilt. Ein Borwortt des Berichtes betont, daß die Aufgaben eines Hllfsvereins nicht nur in der Bewilligung von Geldunterstützungen bestehen dürfen, svrchern großk' zügigerer Natur sein müssen. Zusairrmengeher: mit anderen, eim' Förderung der sozialen Hygiene an strebenden Vereinen tue Not. Volksaufflärung müsse in Angriff genommen werden, wenn dü Zahl der Geisteskranken eine Vermirrderung erfahren solle. Bim weiterem Interesse sind die Angaben des Berichts über die Le:- sturrgen der in den Landesirvenanstialter: derzeft eingericÄeten Lazarette, in die seit Kriegsausbruch bereits 2000 verwundete und kranke Soldaten ausgenommen wurden. Die Landespsychiatrie verdient volle Anerkennung dafür, daß sie sich trotz des Fortganges der Hälfte ihrer Aerzte dieser vaterländischen Aufgabe noch neben der Versorgung von rund 2ps Tauftnd Geisteskranken unterzog.
** Warnung vor Mietsschwind lern. In letzter Zeit siftd in hiesiger Stadt wiederholt Betrüger ausgetreten, die insbesondere solche Leute schädigten, die möblierte Zimmer zu vermieten haben. Sie benutzten hierbei den altbekannten Trick, daß sie sich kurz nach Mietnng des Zimmers Geld zur Einlösung ihres am Bahnhof lagernden Gepäcks geben ließen, wobei ihnen die große Vertrauensseligkeit der Vermieter zustatten kam, worauf sie auf Nimmerwiedersehen verschwanden. In zwei solchen Fällen operierte einer damit, daß er als Pfand für das erhaltene Geld m:nderwertige Ringe und Uhren zurückließ. Ferner erschien ein Schwindler in Zivil bn einer Frau, deren Mrrnn im Felde steht, gab sich als Kamevad des Mannes aus, über dessen Verhältnisse er Bescheid wußte, überbrachte viele Grüße und teilte mit, daß er bald in Urlaub kommen werde, wodurch es ihm gelang, außer einer guten Bewirtung die Frau um 10 Mark zu prellen. In einem weiteren Fall wußte sich ein angeblicher Monteur einer hiesigen Firma dadurch Zutritt in eine Wohnung zu verschaffen, daß er angab, Messungen für eine elektrische Lichtanlage ausführen zu müssen. Hierbei stahl er 20 Mark. Bor derartigen Schwindlern sei eindrina- lrchst gewarnt.
** Diebstahl. Einem hiesigen Händler wurden am 20. Februar verschiedene M e ssi n g te ile, die von einer Dreschmaschine stamrnen, rum Kaufe angebvten, die offenbar gestohlen sind. Sie werden bei der hiesigen Kriminalpolizei ausbewahrt, wo sie eingesehen werden können.
** Eine amtliche B e ka n u t m a chu n g der Stadt Gceßen über den Verkehr mit Butter im Anzeigen- teile unseres heuttgen Blattes besagt, daß Butter im gewerbsmäßigen Kleinhandel von Herstellern und Händlern rrur an Einwohner der Stadt Gießen und nur gegen Borzeigen der grauen Brotmarkenausweiskarte abgegeben werben darf.
** Der 5. Buchführungs-Kursus des «llgrm Tentschen Fvauenvereins, Ortsgruppe Gießen, für Handwerkerfrauen und Töchter beginnt am Mittwoch, den 23. Februar, abends 8 Uhr, in der 1. Klasse der Höheren Mädchenschule
^ Ersatz für Kupfer kesse l. Aus Interessentenkreisen wird uns geschrieben: Kürzlich ging eine Notiz durch die Zeitungen, wonach verzinkte Kesjel, die jetzt als Ersatz für .Kupferkeftel angefertigt werden, für Muskochen und zur Schlächterei ungeeignet seren. Es wrw demgegenüber darauf hingewiesen, daß noch nicht em ernzrger Mll bekannt geworden sei, in dem durch das Kochen m verzinkten Gefäßen Gesundheitsschädigungen hervorgerufen wur- d«:. Von mteresfterter Seite wurde in einem verzinkten .Kessel zunächst Wasche gekocht, darauf Kartoffeln und schließlich Birncnmus. Das Brrnenmus wurde von einem vereidigten Chemiker untersucht der nicht die geringste Menge Metall bei Mischung festzustellen vermochte. Demnach scheinen die gegen die Benutzung verzinkter Kessel geltend gemachten Vederrken hinfällig zu sein.
Landkreis Gießen.
ih-. '2 b er - B e s s i n g e n, 22. Febr. Auch unser Dorf konnte nur: ern Kriegswahrzeichen aufftellen. Ein Schreinermeister des Ortes verfertigte -eine 42 Zentimeter^oanate in natürlicher Größe, die er der Schule schenkte. Gestern crberrd fand nun die seierlichie Einweihung mit Benagelurrg statt. Zahlreiche Mitglieder der Gemeinde urrd Nachbargemeinden lvaren küerzu erschierren. Nach dem Liede ,^Lobe den Herrn" hielt der Pfarrer eine kernige Arftprache. An emer Reihe von Lichtbildern von unseren Kriegsschauplätzen wurde dann das Leben der Feldgrauen vor Augen geführt. Durch Lieder und Kriegsgedichte trug die Schuljugend zur Verschönerung des Abends bei Zum Schluffe


