fokgschast bogenföru::g umschloffen. — In einem Bericht des „Berliner Lokalanzeigers" wird gesagt: Während im Süden von Durazzo bald das Meer erreicht sein wird und alle Qeqen Valona führendem Straßenlinien abgeschnitten sind, gruppiert sich die österreichisch-mngarische Hauptmacht nördlich der Stadt am Arzen-Flusse, um die weiteren Aktionen vorzubereilen.
Erzberger in Sofia.
Sofia, 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Zu Ehren des deutschen Reichstagsabgeordneten Erzberger gab der Vizepräsident der So'branje Momtschilow ein Abend- -l'sem
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Der russische Bericht.
Petersburg, 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Kriegsbericht vom 16. Februar:
We st front: Im Abschnitt von Riga wurde ein deutscher Luftballon, welcher nordöstlich Kreyen, 12 Kilometer nordlvestlich Mitau aufgestiegen tvar, zum Sinken gebracht, nachdem er von unseren schwer«: Granaten Feuer erhielt. Die feindliche schwere Artillerie beschoss heftig eine halbe Stunde den Brückenkopf von Uexküll. Im Abschnitt von Dünaburg gelang es uns, zwei Explosionen in einer feindlichen schweren Batterie bei Jlluxt her vorzurufen. Zwei deutsche Angriffe auf das Dorf Garbunowka und den Abschnitt nördlich davon wiesen wir ab. In der Gegend der oberen Jkwa vereitelte unsere Artillerie Versuche des Gegners, auf unsere Gräben mit Bombenwerfern zu schießen. Am 14. Februar griff unser Luftschiff Stadt und Bahnhof Podhajce, neun Kilometer nordwestlich Dubno an; aus den Bahnhof wurden sieben Bomben geworfen, von jenen jede 1 Pud, gleich 32,76 deutsche Pfund, wog. Fünf Bomben zu 2 Pud und drei Boinben zu 1 Pud rvurden auf Depots in der Stadt geworfen. Die gegnerischen Flugzeuge, welche dem Luftschiff begegneten, wichen dem Kampf aus und flogen davon. Ein Versuch des Feindes, unsere Gräben bei Uszieezko anzugreifen, wurde vereitelt. Nörd lich Bojan ließ der Gegner eine Mine sprengen; nach einem Handgranatenkampf blieb der Trichter in unseren Händen.
Kaukasussront: In der Küstengegend vertrieben unsere Truppen die Türken aus einer Reihe von Gebirgsstellungeu und warfen den Gegirer bis hinter den Fluß Milse zurück. Wie gestern berichtet ivnrde, eroberten unsere tapferen kaukasischen Truppen neun Forts der Stellung Dewedoinu, welche die Festung Er zernm deckt. Wir machten Gefangene und erbeuteten siebzig Geschütze und Munition. Der Gencralstab bedauert, die Namen der Nummern der Regimenter, welche die Türken mit dem Bajonett zurückwarf«:, noch nicht nennen zu können. Der jetzige Erfolg ist trotz des Unwetters und der örtlichen Hindernisse errungen worden. Die Türken beeilen sich, Erze rum von Westen und Süden zu Hilfe zu kommen. Der Südtell von Erzerum steht in Flammen. In Chnyskala in der Gegend zwischen Erzerum und Melaskert dauert unsere Offensive erfolgreich an.
Petersburg, 18. Febr. lWTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Donnerstag. Westfront: An der Düna, zwischen Jakvbfbadt und Mmaburg, beschoß der Feind heftig den Balmhof . Mischtel, 23 Kilometer nördlich Dünaburg, im Abschnitt zwischen Bahnhof Qawrenskaja und Bahnhof Zargrad, 21 und 13 Kilomtter südlich Livenhvf. Im Abschnitt von Dünaburg nahm der Feind den Angriff gegen Garbunowka auf. Er wurde zurückgeworfen. Unsere Flieger warfen Bomben auf ruhende Truppen im Abschnitt von Dünaburg. In Galizien, am Dnjestr, in der Gegend des Dorfes Michalcze, 3 Kilometer nordwestlich von Uscieczko, vereitelten wir einen Versuch des Gegners, sich unseren Gräben zu nähern.
Schwarzes Meer: Nachdem unsere Truppen die Stellung am Witze-Flnß in der .Küstengegend besetzten, näherten sich unsere Schiffe fcver Küste und beschossen den türkischen Rückzug. Unsere Schiffe hatten nur Verluste durch Gewehrseuer.
Kaukasus: Ergänzend rvurde festgestellt, daß wir beim Sturm von E r z-er u m in den Forts der ersten Linie noch 29 Kanonen erbeuteten und Gefangene machten. Allein bei dem Fort Tafta, 20 Werst vor Erzerum, machten wir 39 Offiziere, 1413 As- kari zu Gefarrgenen. Unsere Truppen besetzten die Festung Erzerum und machten eine hohe Zahl von Gefangenen nebst Beute. Tie Stadt Erzerwu steht an mehreren Stellen in Flammen.
Der türkische Bericht.
Kvnstantünvpel, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier berichtet: Von der Jrakfront und von der Kaukasussront Veine Nachricht von Wich- tigkeit. An der Dardanellenfront eröffnete ein Kreuzer das Feuer in der Richtung aas Sedd ül Bahr und zog sich nach dem 16. Schuß infolge Antwort unserer Küsten batterien zurück.
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Der Jahrestag der endgiltigeu Befreiung Ostpreußens.
Königsberg i. Pr., 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Oberpräsident übermittelte am Jahrestage der Befreiung Ostpreußens vom Feinde Feldmarschall Hinidenburg, seinen Mitarbeitern und den heldenmütigen Truppen drahtlich die Versicherung unauslöschlicher Dankbarkeit der Bewohner Ostpreußens. Darauf ist nachstehartde Antwort eingetrofsen:
Euerer Exzellenz und der Provinz Ostpreußen danken 7ch, meine treuen Mitarbeiter und meine braven Truppen herzlich für das freundliche Unsergedenken am Jahrestage der endgültigen Befveitrng Ostpreußens. Gott der §errhrirb helfen. Feldmars chall von Hind enbürg.
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Die Kampfe in Afrika.
Eine englische Schlappe in Ostafrika.
London, 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegsamt erhielt aus Oltafrika ein Telegranim, daß eine Erkundungsabteilung zur Aiffklärung der feindlichen Stellung, die gegen den S alrta Hügel ausgeschickt wurde, am 12 Februar den Hügel vom Feinde stark besetzt fand. Starke deutsche Reserven befanden sich in der Nachbarschaft. DieEngländer verloren 172 Tote, von denen 139 der zweiten südafri- kamschen Brigade angehören. Ein Schienenstrang wurde bis zweieinhalb Mellen an den Salitahügel herangeführt. — Das Kriegs- mnt erhielt ein Kameruner Telegramm, nach ivelc^m die Operationen so gut wie beendet und die Eroberung Kameruns durch geführt ist, ausgenommen den isolierten Posten Mars Hill. Französische Kolonnen schlossen die Grenze ostwärts Ngoa ab. Die über Campo vorrückende Kolonne hat ivenige Mellen zu marschieren, um die Linie von der See abzuschließen Der deutsche Kommandant Zimmerwiann entkam ans spanisches Gebiet.
Unsere tapferen Kamernn-Berteidiger.
Berlin, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wenn auch in der Hauptsache der Kampf um Kamerun vorläufig sein Ende erreicht hat, so ist nach den letzten hier eingegangeneu Meldungen doch anzunehmen, daß wenigstens an einer Stelle die deutsche Flagge iroch aus Kcnneruner Boden weht, in dem von Haupt mann v. Raben mit seiner kleinen Heldenschar zäh verteidigten Mora, im äußersten Norden des Schutzgebiets. .Hier hält in schwer zugänglichem Berggelände eine kleine Anzahl Deutscher mit einer treuen. Cünge Vor enentruppe unter ihrem tapferen Führer uncnt ivegt den dauernden Angriffen feindlicher Uebermacht stand.
kurz vor dem Fall von Jaunde gelang es eingeborenen -wten aus Mora, sich mit Depeschen zu dem Gouverneur
Ebermaier durchzuschlagen. Diese Boten erstatteten außerdem, wie der Gouverneur hierher gemeldet hat, einen mündlichen Bericht über die Vorgänge in Mora nach dem Fall von Gartmge sind,, zeigt, wie Hauptnmnn v. Raben cs heute in der Lage sind/ zeigt, wie Hauptmann v. Rabe es verstanden hat, seinen Geist den eingeborenen Solboten, unter denen sich auch zahlreiche Muhamedaner befinden, einzuflößen und ihren Mut auf das höchste zu entflammen, und wie andererseits seine Soldaten in treuer Anhängliche feit an ihn entschlossen sind, bis zum unvermeidlich bittern Ende auszuharren. Der Bericht der eingeborenen Boten, der in seiner ergreifenden Schlichtheit an die Heldengesänge alter Zeit erinnert, lautet:
„Als der Fall von Garua in Mova bekannt wurde, versammelte Hauptmann von Raben die Besatzung um sich und sagte: „Wir wissen nun, daß Garua sich nicht hat halten können. Unsere Feinde konnten auf dem Benne schwere Geschütze heranbrmgen^ deren .Wirkung die tapfere Besatzung erlegen ist. Trotz seiner tapferen Gegenwehr wird es dem Befehlshaber von Garua, wenn er vor dem Kaiser stehen wird, wie eine Schande erscheinen, melden zu müssen, daß er Garua übergeben mußte. Soll ich später auch erröten, wenn der Kaiser mich fragt, was hast du mit meinem ^ßlatz Mora gemacht? Wenn cs dann nicht mehr deutsch ist, müßte ich mich schämen. Ich will mich aber nicht schämen. Und cs gibt mrr ein Mittel. Wenn vor Mora die bleichenden Knochen der Engländer und Franzosen liegen imb in Mora die unfern, bann crjt habe ich alles getan, was mich vor Gott und dem Kaiser rechtfertigen kann. Nichts also von den weißen Flagge imd von Uebergabc." Am Schlüsse dieser Ansprache fragte dann Hauptmann von Raben die Soldaten, ob sie trotzdem mit ihm weiter- rämpfen oder sich ergeben wollten. Diese erwiderten: „Gott allein weih, wann wir sterben müssen; wir aber wollen, was an ims liegt, fechtend sterben. Stirbst du, unser Führer, hier, so wollen wir dir auch in den Tod folgen. Wir sind als deine Soldaten zu stolz, um mit dem Strick um den Hais in die Knechtschaft zu gehen." Hauptmann von Raben freute sich darob sehr und sagte .zu uns: „So ist es recht! _ das nur wollte ich hören. Jeder stirbt, wann :md wo es Gott in seinen: Rat bestimmt, sollte aber einer oder der andere von (Hrch nicht bei iNft ausharren wollen, so mag er es mir ruhig sagen, ich werde ihn gen: ziehen lassen. Denn zu dem, was jetzt kommen wird, will ich mir starke Herz«: um mich haben." Alle Soldaten erklärten aber darauf, sic wollten bis zum Letzten mit ihm in Mora ausharren, um wie er vor Gott und dem Kaiser bestehen zu können.
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Der „Lufita!ria"-SLreitfaLl beigclegt.
New York, 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Alle Morgen bl älter enthalten die Nachricht, daß der „L u s i t a n i a" - S t r e i t f a l l mit Deutschland tatsächlich lies gelegt ist. Der Staatssekretär Lansing sei darüber sehr befriedigt und warte nur noch auf die Zustimmung Wilsons, um den Zwischenfall für erledigt zu erklären. Die Ankündigung des Staatssekretärs Lansing, daß die. ganze Angelegenheit des Unterseebootkrieges neuerdings aufgerollt worden sei, ries deshalb in diplomatischen Kreisen große Ueberraschung hervor.
Der republikanische Staatskonvent in New Bork einigte sich aus ein Programm, dessen einziger Punkt lautet: Es ist die Pflicht Amerikas, Dcaßregeln zu ergreifen, damit das Völkerrecht w i e d e r h e r g e st e l l t und allgemein angewendet werde.
London, 18. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Tic „Times" berichtet aus New Bork: Die B e i l e g u n g de s „L u s 1 1 a n i a"-. Falles werde möglicherweise verschoben werden, bis Deutschland seinen Plan, bewaffnete Handelsschiffe zu torpedieren, ausgegeben habe. Dies sei heute dem Washingtoner Korrespondenten des Blattes von Staatssekretär Lansing mitgeteilt worden, nachdem dieser von Beknstorsf Deutschlands Antwort ans die Fragen, der Vereinigten Staaten in der „Lusitania"-Angeleg«:heit erhalten hatte. Staatssekretär Lansing sagte nicht, wie !veit die Regierung zu gehen beabsichtige. Wilson wolle aber offenbar untersuchen, ob zwischen Deutschlands Versprechungen in der „Lu- itania"-Note Und der neuen deutschen Unterseebootspolitik ein Widerspruch bestehe.
Berlin, 18. Febr. (WTB. Nickftarntlich.) Nach einer Zeitungsmeldung aus New- Jork soll Deutschland die Torpedierung bewaffnet-er Handelsdampser bis April verschoben haben, damit die amerikanische Regierung ihre Bürger, die um Pässe uachsucheu, vor der Einschiffung auf solche Dampfer warnen kaum Au hiesiger amtlicher Stelle ist hiervon nichts bebau nt.
Der seetrieg.
London, 16. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Verspätet ein getroffen. Lloyds meldet: Ter Dampfer „Ter ge stea" ist an der Ostküste versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet.
London, 16. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds zufolge sind die Besitzer der in Brooklyn liegenden Dampfer „Bolton C a st l e" und „P a c i f i c" benachrichtigt worden, daß dre Dampfer gerettet, aber schwer beschädigt worden sind. ALan ist.jetzt der An sicht, daß Bvaudstiftung nicht vorliegt.
Aus dem Reiche.
Aus Elsaß-Lothringen.
Straßburg (Elsaß), 18. Febr. (WTB. Nichtanttlich.) Der am 16. Februar gemeldete Beschluß des Bezirkstages des Unter- elsaß war auf einen Antrag der Altelsässer Gras Andlcru und Wehrung und des Sozialdemokrat«: Bohle gefaßt ivorden. Dabei wies der Alterspräsident North darauf hin, daß seit Jahrhundert«: zum ersten Male die Söhne des Landes wieder in dem deutschen Heere, in das sie nach Abstammung und Art gehören, kämpfen. Präsident Dr. Petri erllärte, daß an eine dciederlegung der Waffen nicht #n denken sei, solange die Franzosen davon träumen, Elsaß-Lothringen zum zweit«: Male zu erobern. Einstimmig erklärte auch der Bezirkstag in Colmar seü:e Zustimmung zu dem Wortlaute des Straßburger Beschlusses. Ter lothringische Bezirkstag Mb in Metz folgende Erklärrmg ab: „Ter Bezirkstag drückt :nit dem erneuten Gelöbnis der Treue zu Kaiser und Reich die Hoffnung aus, daß dir aus 'dem endgültigen Siege unserer deutschen Waffen sich aufbaueicher ehrenvoller Friede die Wohlfahrt Lothringers inib das weitere Blühen und ^ledeihen seiner Landrvirtschast und Industrie in immer engerem Anschluß an das -deutsche Volksleben sichert."
Arr- Stadt unh £cmb.
Gießen. 19. Febrnar 1916.
Sonntagsgedanken.
Gewaltig brausten in diesen Tagen die Stürme über unser Land. Das ist ein Krieg in der Natur. Aber imsere Gedcmben werden dadurch kaum abgewandt von den:, Mas sie eben doch immer am tiefsten beschäftigt. Wir sind ai spannt auf das, was die imchste Zeit bringen wird. Die Zeit der kurzen Tage und der langen Nächte sinkt immer rascher in die Vergangenheit, und der neue Frühling wird neue Kämpfe bringen. Die neue Jahreszeit drängt zu neuen Daten, und auf§ neue sind die Geister gespannt auf das Ziel hin.
Aber, ist es dir vielleicht so, als habest du doch nicht alles
recht bedacht? Neue Kämpfe bedeuten ja auch neue Leiden neue Verluste. Me viele teure Menschen werden wir Mieder verlieren? Können wir davor die Augen verschließen^ Ist nicht zu viel Geduld dazu nötig? Gehört da nicht mehr als Mut dazu? Müssen mir dazu nickst steinerne .Herzen haben? Aber unsere Fragen habe,: gar keinen Wert in unserer Lage Sie helfen uns nichts. Wollten wir Ungeduld in uns Herr
werden lassen und unmutig werden, so haben das die meisten ja in anderen Lebenslagen schon manchesmal erprobt, daß es ihnei: nichts geholfen hat. Kein Mensch hat sich da durch unsere Ungeduld rühren lassen, sondern wir waren eben schließlich doch nur auf uns selbst angewiese,:. Es .ist auch nicht zu erkennen, wen jetzt unsere Ungeduld zum Eingreifen und zur glücklichen Entscheidung des vom Schicksal uns bestin^rten Krieges bewegen sollte. Ebenso würde es uns audji mchts helfen, Nwnn wir die Absicht hätten, die Flinte ins Korn zu werfen. So Nienig als wir in: .Jahr 1914 den Krieg haben vermeiden können, so lvenig körmten wir ihm eben entfliehen, wir so wenig wie selbst der Kaiser. Auch Trost suchen bei anderen Menschen erspart uns nichts. Die Menschen können nicht tun, was ur:s am besten trösten würde, uns unsere ganze Last abnehmen.
Es ist oft ein Fehler von uns, daß wir das Sckstechte bei anderen hervorsuchen, anstatt es bei uns selbst zu suche,:. So ist es aber auch nicht richtig, bei fremden Meusck-en und Dingen ftir uns das Gute zu suchen, won:it wir Leidqn und Tod zu bannen vermöchten. Sondern dieses Gute sollenl wir in uns selbst haben. „Kein Leiden oder Gedränge oder Tod kann überwunden iuerden mit Ungeduld, Flucht und Trostsuchen, sonder,: allein damit, daß man fest still steht und a u s h a r r t, ja dem Unglück und Tod kühn c n tg e g e n g e h t", sagt Martin Luther. Fest still stehen und ausharren: in unserem .Herzen die herrlichen Beispiele dieser Festigkeit, die diese Kriegszeit uns schon in so großer Zahl gegeben hat, lebendig bewahren, das heißt so, daß diese Festigkeit ein Teil unseres eigenen Lebens ist. Ja dem Unglück und Tod kühn entgegengehen: Da denke wiederum an unsere Tapferen in: Felde, nfte unzähligemal sie dem Tode entgegengestürmt sind! Oder denke an das Bild von Dürer, das uns jenen Ritter zeigt, der unbekümmert und trutzig daherreitet und den Tod urrd den Teufel, die rhu bedrohen, für nichts achtet! Wenn »vir unsere Herzen immer: wieder von dem Feuer solcher Gedanken durchglühen lassen, dann mögen neue Kämpfe kommen, dann mag der Friede kommen, früher oder später, uns kommt alles zur rechten Zeit. —ck
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Vermittlungsstelle des Au- und Verkaufes von Kuhkälbern.
Vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß für O b e r h e s s e n wird uns mitgeteilt:
Nachdem lt. Bekanntmachung Großherzoglichen Mini- sternuns des Innern vom 15. Januar d. I, Ertveiterung des Schlachtverbotes betreffend, die in den landwirtschaftliche!: Betrieben fallenden Kuhkälber nicht mehr !vie vordem in unverantwortlicher Weise der Schlachtbank zugeführt werden dürfen, gilt es, durch Au- und Verkauf eine entsprechende Verteilung der aufzustelleuden Nachzucht zu bewerkstelligen.
Der^ Landwirtschastskammer-Ausschuß, Gießen, Fried- drickptraße 6, hat sich bereit erklärt, da es im Interesse der Volks- und Hee r es er nähr n n g gelegen ist, daß die durch gewissermaßen gewaltmäßiges Ab schlachten von zur Zucht recht gut, aber^ als Schlachtvieh ungeeigneten Jllugtieren entstandenen Lücke:: im Viehbestände baldigst ausgeglichen, die Aufzucht allgeiuein gefördert, und auch in dieser Hinsicht die wirtschaftlichen Verhältnisse nneder in gesrmde Bahnen geleitet iverden, die unverbindliche Vermittelung des An- und Verkaufes von Kuhkälbern zu übernehmen, bezw. den An- und Verkauf zu erleichten:, rud-em er die Anmeldungen verkäuflicher Simmentaler und Bo- gelsberger Kälber (andepe Rassen sind ausgeschlossen) entgegennimmt, verbucht und auf eingehende Lchragen hin den Kaufliebhabern Verzeichnisse über zum Verkauf stehende Tiere zusendet. Aus Verkaufsabschlüsse selbst kann sich der Ausschuß nicht eiulasseu. Bei der Anmeldung ist von dem Verkäufer Alter, Rasse (Simrnentaler oder Vogelsberger), Farbe und eventuell Lebendgewicht des betreffenden Kalbes anzugeben. Der Anmelder verpflichtet sich, sobald das Tier verkauft ist, dem Landwirtschasts- kammer-Ausschusse Nachricht zu geben, damit das Tier in dem Verkaufsregister gestrichen werden kann.
Hofferttlich iverden unsere Landwirte das Entgegenkommen des Landwirtschaftskammer-Ausschusses zu würdigen wissen und von der geplanten Einrichtung, die übrigens für Herdbuchtiere schon lange Jahve besteht, ausgiebigen Gebrauch machen.
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** Von einem hessischen Truppenteil ging dem h:es:gen Roten Kreuz das nachstehende Dankschreiben zu:
.. d. 8.2.16.
Mitten in den.Bergen, weit entfernt von
unseren heimatlichen Höhen des Odenwaldes und des Vogelsberges, erhielten wir gestern Ihre reichen Spenden. Unsere braven Mannschaften, die schon auf allen Kriegsschauplätzen mitgefochten und überall ihre Hessentreue hervorragend gehalten und besiegelt haben, wissen wohl die Gaben, die so re:chl:ch aus dem geftebten Heimatlande gekommen sind, zu schätzen und werden die Beweise des treuen Gedenkens aus der Heimat dazu beitragen, den Mut zu neuen Taten zu kräftigen und die kommenden Strapazen leichter zu ertragen.
Ich danke im Namen der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften für die reichlick>en Gaben und bitte, diesen unseren Dank allen gütigen Spendern freundlichft übermitteln zu wollen. X., Major und Bataillonskommandeur.
** Handwerker-Genossenschaft G. nt. b. H. O st Preußen Hilfe. Nach längeren Verhandlungen haben sm) am letzten Mittwoch eine Anzahl oberhessischer Handwerker und Freunde des Handwerks zu einer Oberhessischen Harwwerker-Genossenjchaft G. m. b. H. „Ostpreußetchilfe" mit dem Sitz in Gießen zusammengeschlvsse::. In einem läi:geven Berückst legte Justtzrat Grüneu«ald die Ziele und Zwacke der neuen Vereinigung dahin fest, daß einmal dem unter den ietz:gen drückenden Verhältnissen leidenden oberheffischen K l e i n h a n d w e r k Arbeit und Verdienst zugewiesen werden soll, zum anderen, daß den geschädigten Ostpreußen und anderen kriegsbeschädigten Landesteilen Stiftungen zugeführt werden. Dem Kleinhandwerk ist durch Beitritt Gelegenheit geboten, seine wirtschaftliche Lage zu verbessern. Die Geschäftsstelle befindet sich Plockstraße 1, Gießen,.und ist jederzeit bereit, Auskunft zu erteilen. Der Verein wird nunmehr an die Städte und größeren Gemeinden Oberhessens, öffentlichen Verbände, Provinz, Kreise, Universität, Banken urld vaterländisch opferwillige Privatpersonen herantreten mit der Bttte, zu einem Konsortium zusammenzutreten, das die Mittel auföringt, von der neugegründeten Genossenschaft Wohnungseinrichtungen zu erwerben, um diese für die krieg^- beschädigten Landesteile zu stiften. — Dem gemeinnützigen und patriotischen Unternehmen ist allseitig Förderung zu wünschen.
^ Stadltheat e r. Aus dem Stadttheaterburocru wird uns geschrieben: Auf v:elsact>«: Wumch ist für morgen, Somttag nack)- unttag, cm ernstes Werk und zrvar Otto Ludwigs „Erbf örster" von der Büh::enle:tung angesetzt worden; am Sonntag abend findet


