Ausgabe 
19.2.1916 Erstes Blatt
Seite
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Sie erste WieverhoVuUg des treuen 3M?$(fcücPe£ mit Gesang und Dcmz von Reimmm und SchwartzDas Gl ücksm äde l" statt. Die Erstaufführung dieses Werves vor acht Tagen wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Eine Neuheit für Gießen dringt die nächste Drenstugubounenunttsvorstellung, in dem Max Drehers Scherzspvcl aus alten Tagen,Der l äch -elndeKnabe" an diesem Tage zur Erstaufführung gelangt. Das Werk verspricht mit seinem liebenswürdigen und dabei harmlosen Humor starke Wirkung, die sich auch bei Aufführung des Werkes am Schiller­theater in Berlin in letzter Zeit erwiesen hat.

** Berufung. Universitätsprvfessor Tr. Heinrich Weber, der als Hauptmann der Landwehr int Heere steht, ist itt die Ver­waltung von Litauen, Abteilung für Landwirtschaft, berufen worden.

** Kartofselbestandaufnahme. Auf Beschluß des Bundesrats sollen alle Vorräte von Speisekartoffeln, insoweit sic sich in Gewahrsam der Gemeinden, Händler und Ver­braucher befinden, am 24. Februar d. Js. ermittelt werden. Meldungen unter 10 Kilogramm sowie Saatkartosseln sind nicht meldepsttchlig. Die Erhebung wird durch Zähler vorgenommen, die von Haus zu Haus gehen und die Vorräte aufuchmcn. Näheres ist aus einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im An­zeigenteile dieses Blattes zu ersehen.

Landkreis Gießen.

Die ButzbachLicher Eisenbahn.

Lich, 18. Zeor. Unter reger Beteiligung aus allen interessierten Kreisen und Ortschaften fanden hier im.Hol­ländischen Hof" Verhandlungen über die Sanierung der sich in Zahlungsschwierigkeiten befindlichen ButzbachLicher Eisenbahn statt. Von den Behörden waren die Regierung durck Regiernngsrat H e b e r le - Gießen und das Kreisamt Frieoberg durch Kreisrat Freih-errn von Schenk ver­treten. Der Vorsitzende Medizinalrat Dr. Vogt-Butzbach erstattete einleitend einen ausführlichen Bericht über die durch den Krieg verursachte schwierige Lage der Bahn. Nach längerer sachlicher Anssprache gaben die Gemeindevertreter ihre Zustimmung yu. den vom Vorsitzenden gemaltsten Vor­schlägen über die Zinsenaufbringung, Amortisation und Deckung des Fehlbetrags. Dagegen hielt man die Vorschläge der Baufirma Lenz u. Co.-Berlin für zu weitgehend und lehnte sie teilweise ab. Die Beschlüsse der Konferenz be­dürfen nunmehr noch der Zustimmung der Gemeindevats- sitzungen, wenn sie bindende Kraft erlangen sollen. Falls die Vorschläge in diesen Körperschaften Annahme finden, ist das Fortbestehen der Bahnlinie abermals gesichert.

Kreis Friedberg.

81. Friedberg, 19. Febr. Der ledige, taubstumme Kappen­macher Wilhelm Schreiber von Ober-Schmitten, 46 Jahre alt, hat sich am 21. Januar 1916, offenbar in einem Aickall von Nervenüberreizung, aus seiner Heimat entfernt. Er reiste von Gießen über Köln nach Eleve, von welchem Orte er seinen: eben­falls taubstummen Bruder das letzte Lebenszeichen gab. Schreiber ist weder im Besitze besonderer Barmittel noch eines Ausweises. Es liegt die Befürchtung nahe, daß ihm entweder ein Unfall zu­gestoßen, oder er sich ein Leid angetan hat. Er war nahezu 30 Jahre bei ein und derselben Firma in Friedberg tätig.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 18. Febr. In der Mörselder Land­straße stürzte sich ein 18jähriges Mädchen aus dem dritten Stock eines Hauses und wurde tödlich verletzt aufgesunden.

§. E s ch w e g e, 18. Febr. Die Ehefrau des seit etwa vor einem Jahre vermißten Landwchrmannes H u h n verließ heute vormittag ihre Wohnung, un: Einkäufe zu besorgen. Ihre beiden kleinen Kinder ließ sie allein in der verschlossenen Wohnstube zu­rück. Durch Ktndergervimmer aufmerksam gemacht, erbrachen Nachbarsleute gewaltsam die Stubentür. Sie fanden in der Nähe des Stubenosens das älteste Kind, einen vierjährigen Knaben, halbverkohlt als Leiche und das jüngere Schwesterchen mit schweren Brandwunden bedeckt vor. Wahrscheinlich sind die Kinder dem Osenfeuer zu nahe gekommen und ihre Kleider von diesen ergriffen worden.

Das Unwetter.

M. Angersbach, 18. Febr. Ergötzliche Szenen konnte man vorgestern abend beim Etnlausen der Abendzüge beob­achten. Durch die in den letzten Tagen niedergegangenen Schnee- und Regenmassen, dazwischen starke Gewitterregen, wtlrde infolge des raschen Auftretens des Hochwassers auch die Straße nach dem Bahnhof überschwemmt, und der Verkehr konnte nur vor: beherzten Männern mit Wasserstiefeln nach und von dem Bahnhose aus- gciübrt werden. Nun kamen aber mit den Abendzügen auch Frauen

rmd Mädchen ungefähren. Aber so nahe sie dem warnten Ofen waren, vor den: ersten Hause wurde ihnen ein entschiedenes Halt geboten. Die Fluten der Lauter strömten fußhoch über die Straße hinweg, die sie i:och am Vormittag trockenen Fußes gewandert ivaren. Der heftige Sturm wai:delte die anfangs lustige Stimmung in Trübsal, denn' manche Holde fror es ganz enlsetzlich bei dem eisigen Winde. Doch da nahte bald Rettung. Das Notgeschrei wurde in: Torfe vernommen, und es dauerte nicht lange, da sah man in: Dunkel der Nacht Männer mit schwerer Last durch d:e Fluten waten, die sie aus den: festen Strande der Dorsseite absetzten Und dreimal zwangen sie den Gang, bis die Rettung ganz gelang.

§ H e r ch e n h a i n , 18. Febr. Erneut hat auch vorgeffern der starke Stur m wieder bedeutenden Schaden an den Dächern angerichtet. Stellenweise hat es bis zu 100 und mehr Ziegeln von einen: Dache herunlergefegt.

ff M a r b u r g , 18. Febr. Der gestern infolge des Unwetters eingestellte Verkehr unserer Straßenbahn konnte bereits wieder in ordnungsmäßiger Weise eingerichtet werden.

= Ans d er Rhön, 19. Febr. Während eines Gewitters, das am Mitttnoch über dem Gebirge nieder ging, schlug der B l i tz in die Pfarrkirche von st en sa chsen. Der Schlag zerstörte zahlreickie Fenster und die elektrische Lichtanlage.

ch Von der Lahn, 19. Febr. Schwer betroffen wurde der als Pionier im Felde stehlende Schisser Friedrich Ludwig aus Nied er-Lahnstein, dessen an der Mündung der Lahn liegendes durch den heftigen Sturm nach der rechten Lahn feite getriebenes Schiff so schwer beschädigt wurde, daß es zweimal brach. Die aus Koblenz zu Hilfe geeilten Pioniere vermochten das Fahrzeug vor dem Schaden nicht zu bewahren. Stundenweit hat die Lahn ihre User unter Wasser gesetzt. Ein gewaltiger Strom zieht ^jetzt seine Bahn, wo vorher der liebliche Lahnsluß dahinflutete. Die Strömung ist reißend. In den Kellern der tiefergelegenen Häuser steht Wasser. Stellenweise glaubt man einen weiten See zu erblicken.

ch. B i n g e n, 19. Febr. Die Nah e ist sehr stark gestiegen und tobt mit einer reißenden Sttömrmg dahin. Sie hat in _ den flacher gelegenen Gebieten auch in den Kellern und an tieferen Stellen Grundwasser gezeitigt sowie Streckten überschwemmt.

ch. Bingen, 19. Febr. Der Wasserstand des Rheines hat 'eine ganz außerordentliche Erhöhung erfahren. Der Pegel stand Festen: vormittag auf 3.24 Meter und gestern abend aus 3.52 Me­ter, dabei steigt das Wasser noch immer weiter. Das Wrack des SchleppkahnsGottvertrauen" im Bürger Loch, an dem noch vor­gestern bei steigendem Wasser Pumparbciten vorgenommen wur­den, tvar heute vormittag bis auf ein kleines Stück verschwunden. Die Strömung des Rheines ist im Binger Loch und im neuen Fahr­wasser wild: mmmehr hat die preußische Regierung auch die, Be­stimmung erlassen, daß bei dem hohen Wasserstand kein Schist mtt einem größeren Tiefgang als 2.20 Meter fahren darf.

! ch. Von der Mosel, 19. Febr. Die Mosel ist ganz be­deutend gestiegen. Vorgestern zeigte sie bereits eine Höhe von etwa fünf Meter in Trier, wobei sich in den tteser gelegenen Häusern Grundwasser zeigte. Am User entlang laufende Wege und Pfade sind von dem Flusse überschnuemmt. Da das Wasser bis heute noch gestiegen ist, muß wieder Gefahr für die Moselorte befürchtet werden. _

Kopenhagen, 18. Febr. (Priv.-Tel.) DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Kopenhagen: Ein Orkan mit teil­weiser Sturmflut wütet an der Westküste Jütlands. In E s b j e r g und anderen Häfen ist großer Schaden an den Hafen­anlagen angerichtet worden. Das außerhalb Esbjergs befindliche Feuerschiff riß sich mit 14 Mann Besatzung los; es wird in der Nordsee umhergetrieben. Eine Anzahl Schiffe wird vermißt.

vermischtes.

Große Ucberschweinmungen in der Dobrudscha und Bessarabien.

Wien, 17. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Bukarest: Nach Meldungen der Blätter sind infolge des schlechten Wetters in der Dobrudscha und in Bessarabien große Ueberschwemmungeu eingetreten, die enormen Schaden verursacht haben. In Bessarabien sind etwa 50 Quadratkilometer Land unter Wasser. In der Dobrudscha haben sich Hunderte von Einwohnern nur mit dürftiger Habe vor dem Hochwasser flüchten können. Die Regierung hat eine Hilfsaktton eingelettet.

* Die verhängnisvolle Khaki-Leidenschaft. In London hatte sich letzthin vor Gericht ein junger Mann zu verantworten, der sich eine Ofsiziersuniforn: angeschafft hatte, um seiner Liebsten zu gefallen. Das ist natürlich kein einzig dastehen­der Fall. Lord Derbys drohender Rekrutierungsruf:Kein Mädchen kann einen Mann achten, der nicht des Königs Rock trägt", hat vielmehr zu solchen Betrügereien schon öfters Anlaß gegeben. Be­zeichnend war aber der Schluß der Gerichtsverhandlung. Der Ver­

teidiger machte nämlich geltend, daß der Angeklagte d.n Wun.o habe, in das Heer einzutreten. ,A:ff Veranlassung des Richters/ so erzählt derDaily Chronicle* wörtlich,wurde die Anklage darauihin zurückgezogen, und der Vorsitzende stellte befriedigt seit, daß der Staat statt eines Gefangenen einen Soldaten gewonnen habe, der bte Einreihung in das britische Heer kaum erwarten kann/ Es ist aber immerhin zu erwarten, daß die aus diesen: Prozeß sich ergebende Alternative: Gefängnis oder Kriegsdienst, die Leidenschaft für das unberechtigte Tragen der Khakiunisorn: erheblich zurückdämmen wird.

Wetteraussichteu in Hessen am Sonntag, den 20. Febr. 1916: Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, Ten:peratur wema geändert.

Letzte Nachrichten.

Ein Fran^se über Venizelos' Wahlaussichten.

Zürich, 19. Febr. ImFigaro" bespricht Fritz Mau­rice die Tatsache, daß Venizelos wieder in die griechische Kam­mer zurückkchren werde, da er sich in dRhtilene als Kandidat aus­stellen lassen will. Wanim, so fragt er, tritt Venizelos, der sich bei den letzten Wahlen sernhielt und der ganzen Partei Zurück-. Haltung gebot, heute wieder in das politische Leben ein? Darum, weil die Lage heute nicht mein: so ist wie damals. Damals wollte er durch sein Fernbleiben seinen: Protest gegen die ungesetzlichen Wählen Ausdruck geben und andererseits die Gefahr nmgehen, eine revolutionäre Lage zu schaffen. Heute habe seine Rückkehr in die Kammer nicht mehr die frühere Bedeutung. Er kehre als einfacher Deputterter ohne Partei wieder. Er nimmt seinen Platz wieder ein, weil er voranssieht, daß sich der Augenblick n/' rf, wo das Land wieder auf die Sprache der Ehre und Pflicht : . i

muß. Werden aber die Wähler von Myttlene, in dessen Mittg die Alliierten ihre Truppen gelandet haben :md woher die Klagen Über die Verletzung der griechische:: Unabhängigkeit und Sou­veränität gekommen sind, ihn wirklich wählen?

Beschränkung des Autoverkehrs in England.

Amsterdam, 19. Febr. DerRotterdamsche Courant" mel­det aus London: Der nationale Ausschuß zur Förde­rung der Sparsamkeit erläßt einen Aufruf an das Publi­kum, in dem es ausgefordert wird, so wenig wie möglich Auto­mobil zu fahren. Tie Blätter erkennen zwar die Notwendigkeit eines derarttgen Aufrufes an, glauben aber, daß nur Zwang zum Ziele führen wird.

vmvsrsM Frankfsrt.. 1.

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Georg Hess XIII.

Gemeinde-Forstwart

teilgenommen haben, sagen wir hiermit unseren herz­lichsten Dank.

Familie Georg Hess I. nebst Angehörigen.

Leihgestern, den 18. Februar 1916.

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Waes erd.

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Schirraiabrik Selters«. 52.

Für die vielen Beweise herzlicher Teil­nahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter sagen innigsten Dank

Geschw. Weidig Fam. Hofmann.

Gießen (Seltersweg 59), Bamberg, den 19. Februar 1916. 1273

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