iJHit Besuch des Honigs Ferdinand in Wien.
l o n x g kurzem
Kricgs-
Wien, 12. Febr. (MTB. Nichtamtlich.) Der der Bulgaren trifft am Montag in Wien zu Besuche des Kaisers Franz Josef ein.
Wien, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dein prcffeguartier wird gemeldet:
Bei der gestrigen AbendLafel zu Ehren des bulgari > chen Königs hielt der Armee-Oberkommandant Feldinarschall Erzherzog Friedrich folgenden Trinkspruch
Euere Majestät! Vor kurzem mar mir die hohe Auszeichnung zuteil. Eure Majestät auf gemeinsam erobertem feindlichem Boden im Namen der mir unterstehenden österreichisch-ungarischen Streitkräfte zu den historischen Erfolgen der tapferen bulgarischen -Armee zu beglückwünichen. Es gereicht mir zur besonderen Ehre, Euere Majestät heute im Standort des österreichisch-ungarischen Armeekommandos begrüßen zu können. Die österreichisch-ungarische Armee ist stolz. Eure Majestät in der Würde eines Feldmar- s cha l ls zu den ihrigen zu zählen, und verehrt in Eurer Majestät unseres allerhöchsten Kriegsherrn treuen Bundesgenossen, unter dessen weiser und fester Führung die heldenmütige bulgarische Armee in dem großen Völkerringen den Weg zum Siege und zu unseren Herzen gefunden haben. Im Namen der mir unterstehenden Streitkräfte danke ich Eurer Majestät für den uns alle ehrenden allerhöchsten Besuch und rufe von ganzem Herzen: Seine Majestät König Ferdinand der Erste, der oberste Kriegsherr der mit uns treu verbündeten, sieggewohnten bulgarischen Armee, lebe hoch! hoch! hoch!
Der bulgarische König erwiderte:
Euere Kaiserliche und Königliche Hoheit haben in rührenden Worten unserer denkwürdigen Zusammenkunft auf der Donau in Sem^ndria gedacht. Heute, da es mir möglich ist, diesen Besuch im Standort des Kaiserlichen und Königlichen Ob er ko nrm andos erwidern zu können, ist dieser Schritt bundestreuer Freundschaft nrir um so bedeutungsvoller-, als ich ihn in meiner Eigensckiaft als Kaiserlicher und Königlicher Feldmarschall des ruhmreichen, von traditionellen militärischen Tugenden getragenen österreichischungarischen Heeres, tue, eine Würde, die ich vor allem der vaterländischen Gnade seiner avostoliichen Majestät und vielleicht auch der zähen Tapferkeit meiner Truppen verdanke und die bis jetzt in meinem Hause nur meinem Großonkel Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Koburg durch weiland Kaiser Josef den Zweiten am 22. September 1789 zuteil wurde! Ich bin stolz, die Taten meiner Armee in einer so ungewöhulichen Ehrung gewürdigt zu sehen, die gemeinsam mü den glorreichen Kaiserlichen und Königlichen Heeresteilen und denen unseres mächtigen deutschen Verbündeten uns den D e g zu einer s e g c n s v o l l e n Zukunft ebnen wird. Die Brücke, die mit Blut und Eisen und durch gemeinsame Erfolge geschlagen wurde, und nunmehr den Orient mit dem Okzident unmittelbar verbindet, wird nach Beendigung dieses blutigen Ringens nicht von Kriegs- und Waffenlärm widerhallen, sondern wird den Werken des Friedens und der freien Entwicklung unserer verbündeten Länder dienen. Möge der Allmächtige, der das Glück unserer Waffen bisher so sichtlich gesegnet hat, uns auch weiterhin gnädig beistehen bis zur glücklichen Vollendung des uns von heimtückischen Feinden aufgezwuimenen Kampfes!
Im Namen meiner Armee und in mÄnem Namen erhebe ick mein Glas und trinke dankbaren Herzens auf die Gesundheit seiner Kaiserlichen und Königlichen Avostoll'chen Majestät, meines erlauchten Verbündeten und obersten Kriegsherrn der ö''erreichflch- ungarischen Wehrmacht, sowie auf das Wohl Euerer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit und den Ruhm des österreichisch ungari'ch->n Heeres. Seine Majestät Kaiser Franz Josef I. Hurra Seine Kaiser!'.che und Königliche Hoheit Feldmarschall Erzherzog Friedrich Hurra!
Aus Sofia.
Sofia, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Müni- zipalvat hat beschlossen, zwei Straßen der Hauptstadt den NamenvonBerlinundWien zu geben
Gesamtverluste betragen 373 Mann. Der tfeuid harte uv er 300 Tote. Am 9. Januar überrumpelte die ausgesandts Strafexpedition die Araber und zerstörte vier Dörfer. Unsere Verluste hierbei betrugen sechs Mann.
Die englischen Munitionsfabriken.
Lonbon, 12. Febr. (WTB. Nichtamtliche) Das Mit- nitionsministerium gibt bekannt, daß 2 83 4 Fabriken die ausschließlich Munition Herstellen, unter Staats- kontrolle stehen.
Die von Amerika verlangte Entwaffnung der Handelsschiffe.
Paris, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Journal" erfährt aus Washington: Da ein drittes bewaffnetes italienisches Handelsschiff in New Dort einge- laufen ist, hat sich bas Staatsdepartement veranlaßt gesehen, die Verfügungen über die Berechtigung von Handelsschiffen zur Mitführung von Geschützen abzuänbern. Das besage, daß die amerika nische Regierung den italienischen Dampfern „Amerika" und „Verona" die Abfahrt nicht vor der Ausschiffung ihrer Ge schütze gestatten werde.
Washington, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die diplomatischen Vertreter der Ententemächte er hoben mündlich bei Staatssekretär L a n s i n g Vorstellungen über das amerikanische Memorandum betreffend die Ent waffnung der Kauffahrteischiffe. Obwohl das taatsdepartement nicht willens ist, etwas über die Art der Vorstellungen bekannt zu geben, heißt es im allgemeinen, daß Lansing in Kenntnis gesetzt worden sei, daß die Entente nicht geneigt sei, den Vorschlag anzunehmen.
Dcr türkische Bericht.
Konstantinopel, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. Ein deutsches Unterseeboot torpedierte am 8. Februar aus der Höhe von Beirut das französische Linicn- schijf „Snffreu", das in zwei Minuten unterging. Von den 8 5 0 Mann der Besatzung hat niemand gerettet werden können.
An der I r a k f r o n t zerstörte eine zür Aufklärung in Richtung auf Cheik Said vorgesanwe Kolonne die Telegraphenlinien des Feindes in ver Umgebung und zwang durch ihr Feuer ein Kindliches Motorfahrzeug zum Rückzug. Bei Ferlahie und Kut el Amara zeitweise unterbrochenes Infanterie- und Ar- tillerieseuer. Unsere Freiwilligen-Abteilungen griffen am 7. Februar ein feindliches Lager westlich von Korna an. Der Kampf dauerte bis in die Nacht hinein. Der Feind wurde gezwungen, in südlicher Richtung zu fliehen; er ließ dabei eine Menge Tote zurück. In diesem Gefecht wurden dem Feind einige Gegangene, eure Menge Waffen, Munition und Saumtiere abgenommen.
An der Ka u k a s u s f r o n t auf dem linken Flügel Artitlerie- feuer ohne Wirkung., Im Zentrum dauerten die Borpostengefechte an. Der Feind, der eine unserer Stellungen besetzt hielt, wurde durch einen Gegenangriff daraus vertrieben. Er ließ eine Menge Tote zurück.
Englisch-türkische Kämpfe in Arabien.
Konstantinopel, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Die Agence Milli meldet: In der Umgebung von Aden verschanzten sich die Engländer, von unseren tapferen Soldaten angegriffen Sie zogen fick) an einzelnen Punkten in die Feuertöne ihrer Kriegsschiffe zurück. Sie verharren dort seit Monaten unter den, fortwährenden Druck imserer Truppen, ohne sich zu rühren In den ersten ^Tezembectagen griffen zwei Abteilungen unserer M eb a- risten einen feindlichen Posten, der sich zwischen Cheik Os- man und der Ortschaft Hur befand, an; sie fügten dem Feinde empfindliche Verluste an Mannschaften und Tieren zu. Am 8 Dezember fand ebenfalls ein Zusammenstoß zwischen unseren Meba- rrstenabteilungen und einer englischen Kavallerieabteilung statt Trotz seiner zahlenmäßigen Ueberlegenheit wurde der Feind verzagt ; er erlitt zahlreiche Verluste. Nachdem die englische Kava l l e r i e in der Nacht vom st. Dezember ebenfalls geschlagen wurde, wurde sie auf ihrem Rüchuge von unseren Abteilungen überfallen, die durch Stämme verstärkt worden waren, die östlich von El Vatha nach Süden aufgebrochen waren. Nach diesen/ SchlW konnte der Fnnd auf ferner zügellosen Flucht kaum nach der Oertlichkert Am ad östlich Check Osman flüchten. Es rvurde nachher sestgestellt, daß bet dieser Flucht eine große Zahl feindlicher Tiere unterwegs an Hitze und Erschöpfung zugrunde gegangen sind. In der Nacht vom 10. Dezember gab es ebenfalls einen heftigen Kampf zwischen unserer Kavallerie und der des Feindes bei M e j a l e. Das Gefecht endete damit, daß die feindlichen Kräfte rn Richtung Check Osman in die Flucht geschlagen wurden. Ter Feind wurde nach dieser Niederlage sehr unrubia und verstärkte seine Verteidigungsmittel. Er wurde zudem geswungen, sich damit zu begnügen, das Gelände zwischen Cheik Osman und Amad mit Scheinwerfern abzuleuchten.
Die Kämpfe in Mesopotamien.
London, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet amtlich aus Mesopotamien: Eine Erkundungsabte ilirng wurde ain 7. Januar beim Rückmarsch von Nasrisje von Arabern angegriffen. Unsere
Der Seekrieg.
Der erfolgreiche Borstoß unserer Torpodoboote.
Berlin, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Der amtlichen Veröffentlichung vom 11. Februar über die V e r n i ch t u n g d e r „A r a b i s" durch unsere Torpedoboote ist hinzuzufügen, daß, wie die tatsächlichen Feststellungen mit Sicherheit ergeben haben, auch das durch einen Torpedo getroffene 5w ei tc englische Schiff gesunken ist.
Des ferneren wurde festgestcllt, das; im ganzen der Kommandant, dcr Schiffsarzt, ein Offizier, ein Dcckoffizier und 27 Mann von dcr „Arabis" gerettet worden sind. Hiervon sind auf dcr Rückfahrt infolge des Aufenthalts im Wasser der Schiffsarzt und drei Mann gestorben.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
London, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität stellt mit Bezug auf den Bericht des deutschen Admiralstabes über d-as Gefecht an der Doggerbank fest, daß die in der Berliner Meldung erwähnten Kreuzer vier Minensucher waren, wovon drei wohlbehalten zurückgekehrt sind.
Das französische Linienschiff „Suffren" versenkt.
B c r l i n, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Ein deutsches U n t e r s e e b o o t hat am 3. Februar an der syrischen Küste, südlich von Beirut, das französische Linienschiff ,.S u f f r c n" versenkt. Das Schiff sank innerhalb zwei Minuten.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Das Linienschiff „Suffren" lief 1899 vom Stapel. Es besitzt eine Wasserverdrängung von 12 730 T. und hat eine Schnelligkeit von 18 Seemeilen. Die Artillerie des Schiffes besteht aus vier 30,5-Ztm.-, zehn 16,4-Ztm.-, acht 10-Ztm.- und zweiundzwanzig 4,7-Ztm.-Geschützen. Die Friedensbcsatzung beträgt 655 Mann. Bei den Kämpfen um die Dardanellen wurde es zweimal durch türkische Granaten beschädigt und zwar am 17. März und am 28. Dezember 1915. Von besonderem Interesse ist, daß der französische Admiral Suffren, dessen Namen das Schiff trägt, sich in den Kämpfen der französischen Flotte gegen die Engländer in der Mitte des 18. Jahrhunderts hervorgetan hat.
Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Haras. Ein deutscher Funkfpvuch meldet, ein deutsches Unterseeboot habe am 8. Februar das französische Panzerschiff „Suffren" an der syrischen Küste versenkt. Wie oer „Temps" meldet, befindet sich „Suffren" augenblicklich in Toulon.
Ein französischer Panzerkreuzer vermißt.
Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Amtlich wird gemeldet: Das Marinemini- sterium ist beunruhigt über das Schicksal des Panzerkreuzers „Admiral Charner", der an der Küste Syriens kreuzt und seit dem 8. Februar keine Nachricht gegeben hat, einem Datum, an dem nach einem deutschen Telegramm ein Unterseeboot einen französischen Kreuzer versenkt haben soll.
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Watta, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Melung des Reuterschen Bureaus. Ter britische Dampfer „Spring- w e l l" (5593 Registertonnen) ist auf der Reise nach Indien torpediert worden. Die Besatzung wurde gelandet.
Aur dem Reiche.
Berlin, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir erfahren, läßt die Entwicklung der Ka f fe e pre ise auf den für die deutsche Einfuhr maßgebenden Märkten für guten Konsumkaffee einen Kleinverkaufspreis von Mark 2.30 für das Pfund gerösteten Kaffee angemessen erscheinen. Solange dieser Preis eingehalten wird, beabsichtigt nach unseren Informationen die Regierung in den Kasfeehanidel nicht einzugreisen.
Berlin, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: S. K. und K. Hoh. der Kronprinz hat eine von der ihm zugeteilten Heeresgruppe für das bulgarische Rote Kreuz gesammelte Spende von 50 000 Mark dem König der Bulgaren überweisen lassen.
Berlin, 14. Febr. Zu einer gestern abend in Breslau von dem sozialdemokratischen Verein abgehaltenen Ver- sammlung waren auch die beiden sozialdemokratischen 9lbgeordneten der Stadt eingeladen. Bernstein, der zu den 20 gehört, die entgegen dem Fraktionsbeschluß gegen die Kriegskredite stimmten, war nicht erschienen. In dem von der Versammlung mit 600 gegen 11 Stimmen angenommenen Beschluß heißt es: Solange die Regierungen der feindlichen Länder keine Friedensbereitschaft zeigen bleibt es die Pflicht der derrtschen Sozialdemokratie, der Negierung die Mittel zur Abwehr der Gegner zu gewahren.
Ans Stndt nnd £mtö.
Gießen, 14. Februar 1916.
** Unser Familienblatt muß heute wiederum wegen dringlicher amtlicher Bekanntmachungen ausfallen. An seiner Stelle wird ein Kreisblatt eingeschoben, das die wichtigen Bestimmungen über die Regelung d,es Absatzes und der Preise vom lebenden Vieh enthält. Wir machen iw Interesse unserer Leserschaft «ruf diese Bestimmungen besonders aufmerksam.
»
Sov Q V e förderun g. Zum Leutnant der Res. befördert wurde i rha ^chulver walt.er Matth. Hahn, gleichzeitig erhielt er die Hess,?
sche -^.apferkeits medaille.
**ZumVerkehr mit kriegsgefangenen ^eutjchen. Der Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz *2?^ um Ausnahme folgender Mitteilung: Einer der Nummern der russischen Zeitung „Now-oje Wremja" entnehmen wir folgende Veröffentlichung:
o r einigen Tagen entdeckte ein Beamter der militärischen Zensur bei Untersuchung eines aus dem Auslande ernge tröffe neu Postpaketes, das für einen Kriegsgefangenen bestimmt war, in einer Tafel Schokolade einen beschriebenen Zettel, der bei Herstellung der Schokolade in orese erngebacken worden war. Man nimmt an, daß diese Methode Briefe zu senden, in großem Umfange angewendet wird. Infolgedessen befahl dcr Oberkommandierende, alle ^g^gf'aMien darauf aufmerksam zu machen, daß Postpakete für Kriegsgefangene überhaupt nicht mehr angenom- men werden, falls derartige Briefsendungen aus der Heimat nicht innerhalb eines Monats unterlassen werden."
Da auch von unseren Bezirksausschüssen häufig die Beobachtung gemacht worden ist, daß die Einschmug gelang voii^ schriftlichen Mitteilungen in Paketen versucht wurde, w-rederholt im Interesse unserer kriegsgefangenen Deutschen vor derartigen Versuchen gewarnt und gebeten werden, sich genau an die von den feindlichen Ländern gegebenen Vorschriften, über die jeder Bezirksausschuß gern m t. 6wt, zu halten und alles zu unterlassen, was den Verkehr der Familien mit ihren kriegsgefangenen Anqehö- rigen gefährden und für diese selbst von großem Schaden sem kann.
Bei Sendungen an Deutsche in französischer Kriegsgefangenschaft müssen irgendwelche Nationalitätsabzeichen deutscher Bundesstaaten, wie Streifen in den Landesfarben, Wappen, Bildnisse deutscher Fürsten und Heersuhver nsw. vermieden werden. Besonders ist auch beim Ankauf von Zigarren und Zigaretten darauf zu achten, daß )ie Packungen solche Nationalitätsabzeichen nicht tragen, denn derartig ausgestattete Sendungen werden in Frankreich nicht aus geliefert.
** Fortsetzung des Studiums von verwunde t e n © t u b e n t e n. Wie uns mitgeteilt wird, hat das Sanita^samt im Eiiiverständnis mit dem Königlichen Stellvertretenden Generalkommando des 18. Armeekorps alle Lazarette angewiesen, verwundete und kranke studierende Kriegsteilnehmer auf deren Wunsch, nach Gießen oder Darmstadt, soweit angängig, zu verlegen, um diesen Gelegenheit zu geben, Vorlesungen und Hebungen in den genannten .Hochschulen zu besuchen. Die Hach,schulen haben ich erboten, auch während der Ferien Kurse einzurichten, dre, wenn auch nicht für alle, so doch für möglichst viele Fächer den studierenden Kriegsteilnehmern Gelegenheit geben werden, ihre freie Zeit nutzbringend zu verwenden und ihre durch den Krieg unterbrochene Ausbildung weiter- zufuhren. Diese im Interesse der verwundeten und kranken tudierenden Kriegsteilnehmer getroffene höchst segensreiche Einrichtung wird mit Freuden begrüßt, und sie wird viele rn Lazaretten untergebrachte Studenten veranlassen, ihre Verlegung nach einem Gießener oder Darmstädter Lazarett zu beantragen.
** Im S o l d a t e n h e i m findet Mittwoch, den 16. Februar von 3 bis 5 Uhr ein Konzert statt, das von der Kapelle des Ersatz-Bataillons Jnf.-Regts. Nr. 116 ausgefüchrt wird. Der Eintritt ist für alle Angehörigen der Lazarette und der Garnison frei.
** Die Gehaltszahlung für die staatlichen, städtischen und privaten Beamten sollte noch mehr als bisher durch Uebertrag von Konto auf Konto vor sich gehen, soweit regelmäßig höhere Beträge in Frage kommen. Schon vor Jahren hat die hessische Regierung diese Möglichkeit geschaffen, und es liegt an der Beamtenschaft, mehr und mehr davon Gebrauch zu machen. Auch andere Betriebe mit größeren Auszahlungen werden das Vorbild nachahnien können.
** Anmeldungen für das Grvßh. Realgymnasium, die Oberrealschule und für die Vorschule des Realgymnasiums und der Oberrealschule werden vom 21.—23. Februar entgegengenommen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen.
** Tie Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Tarmstadt gibt in einem Ausschreiben an sämtliche örtliche Verteilungsstellen des Landes bekannt, daß in diesem Monat außer Trockenschnitzel und etwas Trockentreber, Rapsund Mohnkuchen, auch noch Getreideschrot und zwar nur Weizenschrot und Weizennachmehl zur Verteilung kommen. Die Bestellungen müssen aber bis längstens 15. Februar bei der Zentralgenossenschaft der Hess, landw. Konsumvereine in Darmstadt eingereicht sein, wenn sie bei der Zuteilung Berücksichtigung finden sollen. Außerdem sei noch daran erinnert, daß an zuckerhaltigen Futtermitteln außer dem Melassesutter noch Rohzucker mit ausländischer Kleie vergällt sZuckerfutter) abgegeben wird. Mit Rücksicht daraus, daß Rohzucker später zur Ver- sütterung nicht mehr abgegeben werden kann, dürste eine zeittge Eindeckung des Bedarfes in diesem vorzüglichen Futtermittel ratsam erscheinen.
Landkreis Gießen.
o. Großen-Linden, 14. Febr. Dein Unteroffizier W,lh. Weber, Sohn der Iran I. Weber VII. Witwe, der im Oktober 1914 als Ersatzreservist mit dem Reserve-Jnianterie-Regiment 221 ins Feld rückte und bisher ununterbrochen vorm Feinde steht, wurde am 5. Febr. 1916 für Tapferkeit die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
H. Lang-Göns, 14. Febr. Leutnant und Kompagniesiihrer Karl Kiefer im Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 10. z. Zt. Regimentsadjutant. Sohn des Präsidenten des hiesigen Kriegervereins Zimmermeisters Kiefer, erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, sowie die Hessische Tapserkeitsmedaitle erhielt er bereits früher. Es ist dies der zweite Kriegsteilnehmer unserer Gemeinde, der diese hohe Auszeichnung erhielt Der Sohn unseres Bürgern,eisters, Oberförster Otto R o m p f, der als Leutnant und Kompagnieführer bei einem bayerischen Infanterie-Regiment steht, wurde schon vor längerer Zen mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.
Kreis Büdingen.
^-Düdelsheim, 14. Febr. Der hiesige Spar- und Vorschußverein verteilte in, abgelaufenen Vereinsjahtz 8 Prozent Dividende an seine Mitglieder, 65 Prozent des Reingewinns wurden dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen.


