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14.2.1916 Erstes Blatt
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46
 
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iJHit Besuch des Honigs Ferdinand in Wien.

l o n x g kurzem

Kricgs-

Wien, 12. Febr. (MTB. Nichtamtlich.) Der der Bulgaren trifft am Montag in Wien zu Besuche des Kaisers Franz Josef ein.

Wien, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dein prcffeguartier wird gemeldet:

Bei der gestrigen AbendLafel zu Ehren des bulgari > chen Königs hielt der Armee-Oberkommandant Feldinarschall Erzherzog Friedrich folgenden Trinkspruch

Euere Majestät! Vor kurzem mar mir die hohe Auszeichnung zuteil. Eure Majestät auf gemeinsam erobertem feindlichem Boden im Namen der mir unterstehenden österreichisch-ungarischen Streitkräfte zu den historischen Erfolgen der tapferen bulgarischen -Armee zu beglückwünichen. Es gereicht mir zur besonderen Ehre, Euere Majestät heute im Standort des österreichisch-ungarischen Armeekommandos begrüßen zu können. Die österreichisch-ungarische Armee ist stolz. Eure Majestät in der Würde eines Feldmar- s cha l ls zu den ihrigen zu zählen, und verehrt in Eurer Majestät unseres allerhöchsten Kriegsherrn treuen Bundesgenossen, unter dessen weiser und fester Führung die heldenmütige bulgarische Ar­mee in dem großen Völkerringen den Weg zum Siege und zu un­seren Herzen gefunden haben. Im Namen der mir unterstehenden Streitkräfte danke ich Eurer Majestät für den uns alle ehrenden allerhöchsten Besuch und rufe von ganzem Herzen: Seine Majestät König Ferdinand der Erste, der oberste Kriegsherr der mit uns treu verbündeten, sieggewohnten bulgarischen Armee, lebe hoch! hoch! hoch!

Der bulgarische König erwiderte:

Euere Kaiserliche und Königliche Hoheit haben in rührenden Worten unserer denkwürdigen Zusammenkunft auf der Donau in Sem^ndria gedacht. Heute, da es mir möglich ist, diesen Besuch im Standort des Kaiserlichen und Königlichen Ob er ko nrm andos erwidern zu können, ist dieser Schritt bundestreuer Freundschaft nrir um so bedeutungsvoller-, als ich ihn in meiner Eigensckiaft als Kaiserlicher und Königlicher Feldmarschall des ruhmreichen, von traditionellen militärischen Tugenden getragenen österreichisch­ungarischen Heeres, tue, eine Würde, die ich vor allem der vater­ländischen Gnade seiner avostoliichen Majestät und vielleicht auch der zähen Tapferkeit meiner Truppen verdanke und die bis jetzt in meinem Hause nur meinem Großonkel Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Koburg durch weiland Kaiser Josef den Zweiten am 22. September 1789 zuteil wurde! Ich bin stolz, die Taten meiner Armee in einer so ungewöhulichen Ehrung gewürdigt zu sehen, die gemeinsam den glorreichen Kaiserlichen und König­lichen Heeresteilen und denen unseres mächtigen deutschen Ver­bündeten uns den D e g zu einer s e g c n s v o l l e n Zukunft ebnen wird. Die Brücke, die mit Blut und Eisen und durch ge­meinsame Erfolge geschlagen wurde, und nunmehr den Orient mit dem Okzident unmittelbar verbindet, wird nach Been­digung dieses blutigen Ringens nicht von Kriegs- und Waffen­lärm widerhallen, sondern wird den Werken des Friedens und der freien Entwicklung unserer verbündeten Länder dienen. Möge der Allmächtige, der das Glück unserer Waffen bisher so sichtlich gesegnet hat, uns auch weiterhin gnädig beistehen bis zur glücklichen Vollendung des uns von heimtückischen Feinden aufgezwuimenen Kampfes!

Im Namen meiner Armee und in mÄnem Namen erhebe ick mein Glas und trinke dankbaren Herzens auf die Gesundheit seiner Kaiserlichen und Königlichen Avostoll'chen Majestät, meines erlauchten Verbündeten und obersten Kriegsherrn der ö''erreichflch- ungarischen Wehrmacht, sowie auf das Wohl Euerer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit und den Ruhm des österreichisch ungari'ch->n Heeres. Seine Majestät Kaiser Franz Josef I. Hurra Seine Kaiser!'.che und Königliche Hoheit Feldmarschall Erzherzog Friedrich Hurra!

Aus Sofia.

Sofia, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Müni- zipalvat hat beschlossen, zwei Straßen der Haupt­stadt den NamenvonBerlinundWien zu geben

Gesamtverluste betragen 373 Mann. Der tfeuid harte uv er 300 Tote. Am 9. Januar überrumpelte die ausgesandts Strafexpedition die Araber und zerstörte vier Dörfer. Unsere Verluste hierbei betrugen sechs Mann.

Die englischen Munitionsfabriken.

Lonbon, 12. Febr. (WTB. Nichtamtliche) Das Mit- nitionsministerium gibt bekannt, daß 2 83 4 Fabriken die ausschließlich Munition Herstellen, unter Staats- kontrolle stehen.

Die von Amerika verlangte Entwaffnung der Handelsschiffe.

Paris, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DasJour­nal" erfährt aus Washington: Da ein drittes be­waffnetes italienisches Handelsschiff in New Dort einge- laufen ist, hat sich bas Staatsdepartement veranlaßt ge­sehen, die Verfügungen über die Berechtigung von Handelsschiffen zur Mitführung von Ge­schützen abzuänbern. Das besage, daß die amerika nische Regierung den italienischen DampfernAmerika" und Verona" die Abfahrt nicht vor der Ausschiffung ihrer Ge schütze gestatten werde.

Washington, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die diplomatischen Vertreter der Ententemächte er hoben mündlich bei Staatssekretär L a n s i n g Vorstellungen über das amerikanische Memorandum betreffend die Ent waffnung der Kauffahrteischiffe. Obwohl das taatsdepartement nicht willens ist, etwas über die Art der Vorstellungen bekannt zu geben, heißt es im allgemeinen, daß Lansing in Kenntnis gesetzt worden sei, daß die Entente nicht geneigt sei, den Vorschlag anzunehmen.

Dcr türkische Bericht.

Konstantinopel, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amt­licher Bericht. Ein deutsches Unterseeboot torpedierte am 8. Februar aus der Höhe von Beirut das französische Linicn- schijfSnffreu", das in zwei Minuten unterging. Von den 8 5 0 Mann der Besatzung hat niemand gerettet wer­den können.

An der I r a k f r o n t zerstörte eine zür Aufklärung in Rich­tung auf Cheik Said vorgesanwe Kolonne die Telegraphenlinien des Feindes in ver Umgebung und zwang durch ihr Feuer ein Kindliches Motorfahrzeug zum Rückzug. Bei Ferlahie und Kut el Amara zeitweise unterbrochenes Infanterie- und Ar- tillerieseuer. Unsere Freiwilligen-Abteilungen griffen am 7. Fe­bruar ein feindliches Lager westlich von Korna an. Der Kampf dauerte bis in die Nacht hinein. Der Feind wurde gezwungen, in südlicher Richtung zu fliehen; er ließ dabei eine Menge Tote zurück. In diesem Gefecht wurden dem Feind einige Ge­gangene, eure Menge Waffen, Munition und Saumtiere ab­genommen.

An der Ka u k a s u s f r o n t auf dem linken Flügel Artitlerie- feuer ohne Wirkung., Im Zentrum dauerten die Borpostengefechte an. Der Feind, der eine unserer Stellungen besetzt hielt, wurde durch einen Gegenangriff daraus vertrieben. Er ließ eine Menge Tote zurück.

Englisch-türkische Kämpfe in Arabien.

Konstantinopel, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Die Agence Milli meldet: In der Umgebung von Aden verschanzten sich die Engländer, von unseren tapferen Soldaten angegriffen Sie zogen fick) an einzelnen Punkten in die Feuertöne ihrer Kriegs­schiffe zurück. Sie verharren dort seit Monaten unter den, fort­währenden Druck imserer Truppen, ohne sich zu rühren In den ersten ^Tezembectagen griffen zwei Abteilungen unserer M eb a- risten einen feindlichen Posten, der sich zwischen Cheik Os- man und der Ortschaft Hur befand, an; sie fügten dem Feinde empfindliche Verluste an Mannschaften und Tieren zu. Am 8 De­zember fand ebenfalls ein Zusammenstoß zwischen unseren Meba- rrstenabteilungen und einer englischen Kavallerieabteilung statt Trotz seiner zahlenmäßigen Ueberlegenheit wurde der Feind ver­zagt ; er erlitt zahlreiche Verluste. Nachdem die englische Ka­va l l e r i e in der Nacht vom st. Dezember ebenfalls geschlagen wurde, wurde sie auf ihrem Rüchuge von unseren Abteilungen überfallen, die durch Stämme verstärkt worden waren, die östlich von El Vatha nach Süden aufgebrochen waren. Nach diesen/ SchlW konnte der Fnnd auf ferner zügellosen Flucht kaum nach der Oertlichkert Am ad östlich Check Osman flüchten. Es rvurde nachher sestgestellt, daß bet dieser Flucht eine große Zahl feind­licher Tiere unterwegs an Hitze und Erschöpfung zugrunde ge­gangen sind. In der Nacht vom 10. Dezember gab es ebenfalls einen heftigen Kampf zwischen unserer Kavallerie und der des Feindes bei M e j a l e. Das Gefecht endete damit, daß die feind­lichen Kräfte rn Richtung Check Osman in die Flucht geschlagen wurden. Ter Feind wurde nach dieser Niederlage sehr unrubia und verstärkte seine Verteidigungsmittel. Er wurde zudem ge­swungen, sich damit zu begnügen, das Gelände zwischen Cheik Osman und Amad mit Scheinwerfern abzuleuchten.

Die Kämpfe in Mesopotamien.

London, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet amtlich aus Mesopotamien: Eine Er­kundungsabte ilirng wurde ain 7. Januar beim Rückmarsch von Nasrisje von Arabern angegriffen. Unsere

Der Seekrieg.

Der erfolgreiche Borstoß unserer Torpodoboote.

Berlin, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Der amtlichen Veröffentlichung vom 11. Februar über die V e r n i ch t u n g d e rA r a b i s" durch unsere Torpedoboote ist hinzuzufügen, daß, wie die tatsächlichen Feststellungen mit Sicherheit er­geben haben, auch das durch einen Torpedo getroffene 5w ei tc englische Schiff gesunken ist.

Des ferneren wurde festgestcllt, das; im ganzen der Kom­mandant, dcr Schiffsarzt, ein Offizier, ein Dcckoffizier und 27 Mann von dcrArabis" gerettet worden sind. Hier­von sind auf dcr Rückfahrt infolge des Aufenthalts im Wasser der Schiffsarzt und drei Mann gestorben.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

London, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität stellt mit Bezug auf den Bericht des deutschen Admiralstabes über d-as Ge­fecht an der Doggerbank fest, daß die in der Berliner Meldung erwähnten Kreuzer vier Minensucher waren, wovon drei wohlbehalten zurückgekehrt sind.

Das französische LinienschiffSuffren" versenkt.

B c r l i n, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Ein deutsches U n t e r s e e b o o t hat am 3. Februar an der syrischen Küste, südlich von Beirut, das französische Linienschiff ,.S u f f r c n" versenkt. Das Schiff sank innerhalb zwei Minuten.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Das LinienschiffSuffren" lief 1899 vom Stapel. Es besitzt eine Wasserverdrängung von 12 730 T. und hat eine Schnellig­keit von 18 Seemeilen. Die Artillerie des Schiffes besteht aus vier 30,5-Ztm.-, zehn 16,4-Ztm.-, acht 10-Ztm.- und zweiund­zwanzig 4,7-Ztm.-Geschützen. Die Friedensbcsatzung beträgt 655 Mann. Bei den Kämpfen um die Dardanellen wurde es zweimal durch türkische Granaten beschädigt und zwar am 17. März und am 28. Dezember 1915. Von besonderem In­teresse ist, daß der französische Admiral Suffren, dessen Namen das Schiff trägt, sich in den Kämpfen der französischen Flotte gegen die Engländer in der Mitte des 18. Jahrhunderts her­vorgetan hat.

Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Haras. Ein deutscher Funkfpvuch meldet, ein deut­sches Unterseeboot habe am 8. Februar das französische PanzerschiffSuffren" an der syrischen Küste ver­senkt. Wie oerTemps" meldet, befindet sichSuffren" augenblicklich in Toulon.

Ein französischer Panzerkreuzer vermißt.

Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Amtlich wird gemeldet: Das Marinemini- sterium ist beunruhigt über das Schicksal des Panzer­kreuzersAdmiral Charner", der an der Küste Syriens kreuzt und seit dem 8. Februar keine Nachricht gegeben hat, einem Datum, an dem nach einem deutschen Telegramm ein Unterseeboot einen französischen Kreuzer versenkt haben soll.

*

Watta, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Melung des Reuterschen Bureaus. Ter britische DampferSpring- w e l l" (5593 Registertonnen) ist auf der Reise nach Indien tor­pediert worden. Die Besatzung wurde gelandet.

Aur dem Reiche.

Berlin, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir erfahren, läßt die Entwicklung der Ka f fe e pre ise auf den für die deutsche Einfuhr maßgebenden Märkten für guten Konsumkaffee einen Kleinverkaufspreis von Mark 2.30 für das Pfund gerösteten Kaffee angemessen erscheinen. Solange dieser Preis eingehalten wird, beabsichtigt nach unseren Informationen die Regierung in den Kasfeehanidel nicht einzugreisen.

Berlin, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" meldet: S. K. und K. Hoh. der Kronprinz hat eine von der ihm zugeteilten Heeres­gruppe für das bulgarische Rote Kreuz gesammelte Spende von 50 000 Mark dem König der Bulgaren über­weisen lassen.

Berlin, 14. Febr. Zu einer gestern abend in Breslau von dem sozialdemokratischen Verein abgehaltenen Ver- sammlung waren auch die beiden sozialdemokratischen 9lbgeordneten der Stadt eingeladen. Bernstein, der zu den 20 gehört, die entgegen dem Fraktionsbeschluß gegen die Kriegskredite stimmten, war nicht erschienen. In dem von der Versammlung mit 600 gegen 11 Stimmen angenommenen Beschluß heißt es: Solange die Re­gierungen der feindlichen Länder keine Friedensbereitschaft zeigen bleibt es die Pflicht der derrtschen Sozialdemokratie, der Negierung die Mittel zur Abwehr der Gegner zu gewahren.

Ans Stndt nnd £mtö.

Gießen, 14. Februar 1916.

** Unser Familienblatt muß heute wiederum wegen dringlicher amtlicher Bekanntmachungen ausfallen. An seiner Stelle wird ein Kreisblatt eingeschoben, das die wichtigen Bestimmungen über die Regelung d,es Absatzes und der Preise vom lebenden Vieh enthält. Wir machen iw Interesse unserer Leserschaft «ruf diese Bestimmungen be­sonders aufmerksam.

»

Sov Q V e förderun g. Zum Leutnant der Res. befördert wurde i rha ^chulver walt.er Matth. Hahn, gleichzeitig erhielt er die Hess,?

sche -^.apferkeits medaille.

**ZumVerkehr mit kriegsgefangenen ^eutjchen. Der Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz *2?^ um Ausnahme folgender Mitteilung: Einer der Nummern der russischen ZeitungNow-oje Wremja" entnehmen wir folgende Veröffentlichung:

o r einigen Tagen entdeckte ein Beamter der militäri­schen Zensur bei Untersuchung eines aus dem Auslande ernge tröffe neu Postpaketes, das für einen Kriegsgefangenen bestimmt war, in einer Tafel Schokolade einen beschrie­benen Zettel, der bei Herstellung der Schokolade in orese erngebacken worden war. Man nimmt an, daß diese Methode Briefe zu senden, in großem Umfange angewendet wird. Infolgedessen befahl dcr Oberkommandierende, alle ^g^gf'aMien darauf aufmerksam zu machen, daß Post­pakete für Kriegsgefangene überhaupt nicht mehr angenom- men werden, falls derartige Briefsendungen aus der Heimat nicht innerhalb eines Monats unterlassen werden."

Da auch von unseren Bezirksausschüssen häufig die Beobachtung gemacht worden ist, daß die Einschmug gelang voii^ schriftlichen Mitteilungen in Paketen versucht wurde, w-rederholt im Interesse unserer kriegsgefangenen Deutschen vor derartigen Versuchen gewarnt und ge­beten werden, sich genau an die von den feindlichen Ländern gegebenen Vorschriften, über die jeder Bezirksausschuß gern m t. 6wt, zu halten und alles zu unterlassen, was den Verkehr der Familien mit ihren kriegsgefangenen Anqehö- rigen gefährden und für diese selbst von großem Schaden sem kann.

Bei Sendungen an Deutsche in französischer Kriegs­gefangenschaft müssen irgendwelche Nationalitäts­abzeichen deutscher Bundesstaaten, wie Streifen in den Landesfarben, Wappen, Bildnisse deutscher Fürsten und Heersuhver nsw. vermieden werden. Besonders ist auch beim Ankauf von Zigarren und Zigaretten darauf zu achten, daß )ie Packungen solche Nationalitätsabzeichen nicht tragen, denn derartig ausgestattete Sendungen werden in Frank­reich nicht aus geliefert.

** Fortsetzung des Studiums von verwun­de t e n © t u b e n t e n. Wie uns mitgeteilt wird, hat das Sanita^samt im Eiiiverständnis mit dem Königlichen Stell­vertretenden Generalkommando des 18. Armeekorps alle Lazarette angewiesen, verwundete und kranke studierende Kriegsteilnehmer auf deren Wunsch, nach Gießen oder Darmstadt, soweit angängig, zu verlegen, um diesen Gelegenheit zu geben, Vorlesungen und Hebungen in den genannten .Hochschulen zu besuchen. Die Hach,schulen haben ich erboten, auch während der Ferien Kurse einzurichten, dre, wenn auch nicht für alle, so doch für möglichst viele Fächer den studierenden Kriegsteilnehmern Gelegenheit geben werden, ihre freie Zeit nutzbringend zu verwenden und ihre durch den Krieg unterbrochene Ausbildung weiter- zufuhren. Diese im Interesse der verwundeten und kranken tudierenden Kriegsteilnehmer getroffene höchst segensreiche Einrichtung wird mit Freuden begrüßt, und sie wird viele rn Lazaretten untergebrachte Studenten veranlassen, ihre Verlegung nach einem Gießener oder Darmstädter Lazarett zu beantragen.

** Im S o l d a t e n h e i m findet Mittwoch, den 16. Fe­bruar von 3 bis 5 Uhr ein Konzert statt, das von der Ka­pelle des Ersatz-Bataillons Jnf.-Regts. Nr. 116 ausgefüchrt wird. Der Eintritt ist für alle Angehörigen der Lazarette und der Garnison frei.

** Die Gehaltszahlung für die staatlichen, städtischen und privaten Beamten sollte noch mehr als bisher durch Uebertrag von Konto auf Konto vor sich gehen, soweit regelmäßig höhere Beträge in Frage kommen. Schon vor Jahren hat die hessische Regie­rung diese Möglichkeit geschaffen, und es liegt an der Be­amtenschaft, mehr und mehr davon Gebrauch zu machen. Auch andere Betriebe mit größeren Auszahlungen werden das Vorbild nachahnien können.

** Anmeldungen für das Grvßh. Realgymnasium, die Oberrealschule und für die Vorschule des Realgymnasiums und der Oberrealschule werden vom 21.23. Februar entgegengenommen. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen.

** Tie Landesverteilungsstelle für Futter­mittel in Tarmstadt gibt in einem Ausschreiben an sämtliche örtliche Verteilungsstellen des Landes bekannt, daß in diesem Mo­nat außer Trockenschnitzel und etwas Trockentreber, Raps­und Mohnkuchen, auch noch Getreideschrot und zwar nur Weizenschrot und Weizennachmehl zur Verteilung kommen. Die Be­stellungen müssen aber bis längstens 15. Februar bei der Zentralgenossenschaft der Hess, landw. Konsumvereine in Darmstadt eingereicht sein, wenn sie bei der Zuteilung Berücksichtigung fin­den sollen. Außerdem sei noch daran erinnert, daß an zuckerhal­tigen Futtermitteln außer dem Melassesutter noch Rohzucker mit ausländischer Kleie vergällt sZuckerfutter) ab­gegeben wird. Mit Rücksicht daraus, daß Rohzucker später zur Ver- sütterung nicht mehr abgegeben werden kann, dürste eine zeittge Eindeckung des Bedarfes in diesem vorzüglichen Futtermittel ratsam erscheinen.

Landkreis Gießen.

o. Großen-Linden, 14. Febr. Dein Unteroffizier W,lh. Weber, Sohn der Iran I. Weber VII. Witwe, der im Oktober 1914 als Ersatzreservist mit dem Reserve-Jnianterie-Regiment 221 ins Feld rückte und bisher ununterbrochen vorm Feinde steht, wurde am 5. Febr. 1916 für Tapferkeit die Hessische Tapferkeits­medaille verliehen.

H. Lang-Göns, 14. Febr. Leutnant und Kompagniesiihrer Karl Kiefer im Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 10. z. Zt. Regimentsadjutant. Sohn des Präsidenten des hiesigen Krieger­vereins Zimmermeisters Kiefer, erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, sowie die Hessische Tapserkeitsmedaitle erhielt er bereits früher. Es ist dies der zweite Kriegsteilnehmer unserer Gemeinde, der diese hohe Aus­zeichnung erhielt Der Sohn unseres Bürgern,eisters, Oberförster Otto R o m p f, der als Leutnant und Kompagnieführer bei einem bayerischen Infanterie-Regiment steht, wurde schon vor längerer Zen mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Kreis Büdingen.

^-Düdelsheim, 14. Febr. Der hiesige Spar- und Vorschußverein verteilte in, abgelaufenen Vereinsjahtz 8 Prozent Dividende an seine Mitglieder, 65 Prozent des Rein­gewinns wurden dem Reservefonds und der Betriebsrücklage über­wiesen.