(66. Jahrgang
Nr. 37
Der Alehener Anzeiger
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B e z u q s v r e i 6
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(WTB.) Großes Hauptguarticr, 12.Februar.
(Amtlich.)
We st licher Kriegsschauplatz.
Nach heftigem Feuer auf einem großen Teil unserer Front in der Champagne griffen die Franzosen abends östlich des Gehöftes Fourgons des Champagnes (nordwestlich von Massiges) an und drangen in einer Breite von noch nicht 200 Metern in unsere Stellung ein.
Auf der Combreshöhe besetzten wir die Front eines vor unserem Grapen von den Franzosen gesprengten Trichters.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Vorstöße russischer Patrouillen und kleinerer Abteilungen wurden an verschiedenen Stellen der Front abgewiesen.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
.Oberste Heeresleitung.
(WTB.) Großes Hauptguarticr, 13.Februar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
In Flandern drangen nach lebhaftem Artillerie- kampse Patrouillen und stärkere Erkundungsabteilungen in die feindlichen Stellungen ein. Sie nahmen einige wirkungsvolle Sprengungen vor und machten südöstlich von Boo- finghe über vierzig Engländer zu Gefangenen.
Englische Artillerie beschoß gestern und vorgestern die Stadt Lille mit gutem sachlichen Ergebnis-, Verluste oder Militärischer Schaden wurden uns dadurch
nicht verursacht.
Auf unserer Front zwischen dem Kanal von L a B a s s e e und Arras, sowie auch südlich der Somme litt die Ge- fechtstätigkeit unter dem unsichtigen Wetter. In den Kämpfe» in der Gegend nordwestlich und »restlich von Vimy bis zum 9. Februar find im ganzen sechshundertzweiundachtzig Mann gefangen genommen worden. Die Gesamtbeute beträgt fünfuntchreißig Maschinengewehre, zwei Minenwerfer und anderes Gerät.
Unsere Artillerie nahm die feindlichen Stellungen zwischen der Oise und Reims unter kräftiges Feuer; Patrouillen stellten gute Wirkung in den Gräben des Gegners fest.
In der Champagne stürmten wir südlich von Stc. Marie- 3 . P y dir französischen Stellungen in einer Ausdehnung von etwa 709Metern und nahmen vier Offiziere und zweihundertzwei Mann gefangen. 9tordwestlich von Massiges scheiterten zwei ljeftige feindliche Angriffe. An dem von den Franzosen vorgestern besetzten Teile unseres Grabens östlich von Mai so n de Champagne dauern Handgranatenkämpfe ohne Unterbrechung fort.
Zwischen Maas und Mosel zerstörten wir durch fünf große Sprengungen die vorderen ftindlichen Gräben völlig in je 30 bis 40 Meter Breite.
Lebhafte Artilleriekämpft in L o t h r i n g e n und in den Vogesen. Südlich von Lufse (östlich von St.Die) drang eine deutsche Abteilung in einen vorgeschobenen Teil der ftanzösischen Stellung ein und nahm über dreißig Jäger gefangen.
*
Unsere Flugzeuggeschwader belegten die ftindlichen Etappen und Bahnanlagen von La Panne und Poperinghc ausgiebig mit Bomben. Ein Angriff der ftindlichen Flieger auf Ghistelles (südlich von Ostende- hat keinen Schaden angerichtet.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist im allgemeinen unverändert.
Oestlich von Baranowitschi wurden zwei von den Russen noch auf dem westlichen Schara-Ufer gehaltene Vorwerke erstürmt.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Die Franzosen sind natürlich geneigt, unsere Erfolge im Westen in ein möglichst unvorteilhaftes Licht zu setzen, und so legen sie der deutschen Heeresleitung Ziele unter, die diese schwerlich im Auge gehabt hat. Der neueste französische Bericht erklärt, die Deutschen hätten den Merkanal überschreiten wollen, und dies sei durch den französischen Widerstand verhindert worden. Unleugbar haben unsere Truppen jedoch in den letzten Tagen merkbare Fortschritte gemacht, sowohl in Flandern wie in Nordsrankreich. Im neuesten Tagesbericht ist ein glänzender Erfolg in der Champagne hervorzuheben. Französische Stellungen in einer Ausdehnung von 700 Metern gingen verloren, und wir machten über 200 Gefangene.
Große Entscheidungen sind nicht gefallen. Der österreichisch-ungarische Bericht vom 12. d. M. erwähnt aber endlich das Eingreifen italienischer Truppen auf dem albanischen Kriegsschauplatz. Westlich von Tirana haben die Italiener beim Versuch, eine Höhenftellnng zu nehmen, eine Niederlage erlitten. Der neueste Wiener Bericht vom 13. d.M. besagt nun vom südöstlichen Schauplatz „nichts Nenes^, unh das klingt so, als ob die Helden Cadornas unseren Verbündeten in Albanien nicht gerade ernsthafte Schwierigkeiten machten.
Die Engländer verlieren sich zu Lande in erfolglosen, weit verzettelten Operationen, und zur See roste! allmählich ihre alte Herrlichkeit. In Mesopotamien Wy'aup- ten, nach dem neuesten türkischen Bericht, unsere Bundesgenossen siegreich die Luge, und die Engländer hüben kleinere, empfindliche Schlappen erlitten. Ein znsammenfassen- der Bericht ans türkischer Quelle unterrichtet uns von kriegerischen Vorgängen im Süden Arabiens, wo die Engländer sich ebenfalls keine Lorbeeren pflücken konnten. In der Umgebung von Aden haben sie sich seit Monaten verschanzt, und die tapferen türkischen Soldaten haben sie, ähnlich wie an den Dardanellen, unermüdlich in Schach gehalten. Wiederholt sind die Versuche der Engländer, vorzurücken, blutig ab gewiesen worden.
Die britische Admiralität versucht natürlich auch den deutschen Erfolg an der Doggerbank nach Möglichkeit zu verkleinern. Die in der deutschen Meldung erwähnten Kreuzer seien nur vier Minensucher gewesen, von denen drei wohlbehalten zurückgelehrt seien. Wir vernehmen aber durch die zuverlässige neueste Meldung unserer Marineleitung, daß nicht nur die „Arabis", sondern auch noch ein weiteres englisches Schiff beim Angriff unserer Torpedoboote gesunken ist. Mit der Beherrschung der Meere durch England und seine Verbündeten sieht es sehr windig aus. Unsere U-Boote triumphieren sogar an der syrischen Küste. Wie wir am Samstag bereits meldeten, hat das französische Panzerschiff „Suff reu" ein nasses Grab gefunden. Eine nachstehend mitverzeichnete Meldung der „Agence Havas" stellt zwar mit der ausfälligen Berusiing auf eine Behauptung des „Temps" ftst „Suffren" befinde sich augenblicklich in Toulon, aber das macht die amtlichen Nachrichten Deutschlands und der Türkei über den Erfolg keineswegs unglaubwürdig. „Agence Havas" meldet amtlich, die Pariser Marrneleitnng sei beunruhigt über das Schicksal des Panzerkreuzers „Admiral C ha r n e r", der von der syrischen Küste seit dem 8. Februar nichts mehr von sich habe hören lassen. Es bleibt abzuwarten, ob vielleicht zwei französische Schiffe das Flucengrab gesunden haben. Der „Admiral Charner" ist nur 4800 t groß und 1893 voni Stapel gegangen.
Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien, 12. Febr. (WTB.
verlautbart: 12. Februar 1916.
Nuytamtuch.) Amtlich wir
RuffischerKriegsschauplatz.
Gestern wurden abermals zahlreiche russische Aufklärungsabteilungen abgewiesen. Es kam auch zu stärkeren Gejchützkämpftn. Vom Feind unter schwerstes Artillerieftuer genommen, mußte in den Nachmittagsstunden die schon mehrfach genannte Vorposteiischanze nordöstlich von T a r n o po l geräumt werden. Die Russen setzten sich in der verlassenen Stellung ftst, wurden aber in der Nacht durch einen Gegenangriff in heftigem Kampfe wieder hinausgeworfen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
An der küsten länd i sch c n Front finden seit einigen Tagen wieder lebhafte Artilleriekämpfe statt. Bei Flitsch eroberten unsere Truppen beute früh eine feindliche Stellung im Rombon-Gebiet; wir erbeuteten drei Maschinengewehre und nahmen 73Alpini gefangen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Westlich von Tirana versuchen italienische Kräfte sich der von uns genommenen Höhenstellung zu bemächtigen. Unsere Truppen schlugen alle Angriffe zurück.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant
Wien, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wii verlautbart: 13. Februar (916.
Russischer und Südöstlicher Kriegsfchaupla Nichts Besonderes vorgefallen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Em nächtlicher i t a l i e n i sch c r A n g r i f f auf die vc uns genommene Stellung im Rombon-Gebiete muri abgewieftn. Stellenweise fand lebhaftere feiiidliche Artilleri tättgkeit statt. Auch Görz erhielt, wie fast täglich, rinia Granaten.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnanl
Ereignisse zur See.
An: 12. dieses Monats nachmittags hat ein Seeflug- zeuggeschwader in Ravenna zwei Bahnhofsmaga- zine zerstört, Bahnhofsgebäude, Schwefel- und Zuckerfabrik schwer beschädigt und einige Brände erzeugt. Die Flugzeuge wurden von einer Abwehrbatterie im Hafen Corsini heftig beschossen. Ein zweites Geschwader erziette in den Punlpwerken von Codigoro und Cavanello mit schweren Bonrben mehrere Volltreffer. Alle Flugzeuge sind unversehrt zunickgekehrt.
Flottenkommando.
Die Kämpfe im Westen.
Berlin, 14. Febr. Zu den Käm p fe n in d er Champagne und zwischen Maas und Mosel wird dem Berliner „Lokalanz." von einem alten preußischen Offizier geschrieben: Wie wenig der mit so lebhaftem Feuer eingeleitete französische Angriff in der Champagne die deutsche
Heeresleitung zu beeinflussen vermochte, zeigt der Angriff, der deutscherseits unbekümmert um die Vorgänge in der Champagne auf dem Teil-Kriegsschauplatz zwischen Maas und Mosel aus der ganzen Front durch Minensprerrgungen erfolgte. Der Feind wird sich nach den Vorgängen der letzten Zeit aus unserem rechten Flügel erngestehen müssen, daß die in London und Paris so sehnlich erwartete und in der alliierten Presse mit so großer Selbstüberhebung an- geküudigte Frühjahrsofsensive des Jahres 1916 weniger Aussicht auf Erfolg hat, als alle vorangegangenen Offensiven, und daß sie einen für die Miierten außerordentlich unangenehmen Abschluß finden dürfte. Der deutsche Stel- lungspanzer ist stoßsest, und die hinter ihn: stehenden feldgrauen Massen sind jederzeit bereit, ihrerseits siegesbewußt aus ihm hervorzubrechen.
Zeppelin-Sorgen in Frankreich.
Paris, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: In R o u c n wurde gestern 8 Uhr 50 Min. abends auf Anordnung der militärischen Behörden Alarm geschlagen, weil ein Zeppelin gemeldet war. Der Alarm war um 10 Uhr 40 Min. beendet. In Le Havre wurde aus demselben Anlaß alarmiert. Man glaubt, daß der Zeppelin unverrichteter Sache wieder umgekehrt ist.
Trinksprüche in Rom.
Rom, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Bei der Taftl in der französischen Botschaft brachte Briand folgendem Trinkspruch aus:
Ich bin besonders glücklich, den Herrn Präsidenten und Leiter, wie die Mitglieder der königlichen Negierung in diesem Hause Frankreichs empfangen zu können, in dem so oft die Jntereffn- geweinschaft und Brüderlichkeit unserer beiden Völker bekräftigt wurden. Ich beglückwünsche mich e-enso wie meine Kollegen zu der Gelegenheit, die uns die gegenwärtigen schweren Zeiten bieten, mit Ihnen unsere Ansichten aus zu ta lisch c n und unsere Entscheidungen in llebereinstiminung miteinander zu bringen, um aus allen Gebieten unseren gemeiitfairaert Anstrengungen volle Wirksamkeit zu verleihen. Dn«h die Verbindung, die mit jedem Tage enger wird, wird die Mannigfaltigkeit unserer- militärischen Unternehmung^ und imfcr wirtschaftlicher Kampf gegen die Feinde in allen Stadien zur Einheit des Handelns, die eine sichere Bürgschaft des Sieges ist- Ich erhebe das' Glas aus das Wohl des Königspaares von Italien, der Königin -Mutter und der Mitglieder der KömgSsarnMe Ich bitte Euere Exzellenz, für sich selbst und die Mitglieder der Regierung den Ausdruck der Wünsche entgegenzunehmen. die uns für die Größe Italiens und den Ruhm seiner tapferen Armee beseelen.
In Erwiderung des Trinkspruchs Briands sagte M- Tnsterpräsibent Salandra:
Herr Präsident! Mit lebhafter Genugtuung wiederhole ich mitt Ihnen die Vefficherung, daß der seit gestern mit Euerer &£* sellenz und den hervorragenden Persönlichkeiten ihrer Begleitm«; gepflogene Gedankenaustausch nicht verfehlen wird, uns dem wesentlichen Ziel, die unumgänglich notwendige Einigkeit in dem Vorgehen der alliierten Regierungen zu erreichen, immer näher zu bringen. Unsere Aufgabe wird insbesondere durch die Tatsache erleichtert, daß der freundschaftliche Geist in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern obwaltet, die, indem ste unter schwierigen Verhältnissen die Bande der ruhmreichen Rassen befestigt haben, zu allen Opfern bereit sind und ihre Anstrengungen aus einem Wäge vereinigt haben, der sie zürn Siege führt. Salandra trank auf das Wohl Poincarös, des Ministerpräsidenten Briand, seiner Begleiter, auf die Größe Frankreichs und den Ruhm seiner Armee.
Rom, 12. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Agerrzia" Stefani" meldet: Heute vormittag fand auf der Consulta eine Besprechung statt, an der Briand, Bourgeois, Bar re re, Salandra und S o n n i n o teil- nahmen. Man einigte sich ans die Notwendigkeit, eine engere Zusammenarbeit der Bemühungen der Alliierten l-erbeizn- führen, um die vollkommene Einheitlichkeit der Aktionen besser zu sichern, deren Notwendigkeit schon von den anderen Regierungen der Alliierten ' anerkannt worden sei. Man beschloß, zu diesem Zwecke in allernächster Zeit in Paris eine'Konferenz von politischen und militärischen Delegierten der alliierten Staaten einzuberufen. Die Arbeiten dieser Konferenz werden vorbereitet werden durch eine vorherige Zusammenkunft der Generalstäbe.
Italien und Griechenland.
Bern, 12. Febr. (WTB. Nichtanrtlich.) Der „Bund" erhält folgende Mitteilung: Der Gesandte Italiens in Athen hat dem Ministerpräsidenten Sknlndis mitgeteilt, daß Jta- lien auf Korfu zur Reorganisation der Montenegriner und Serben Gendarmen landen werde. Sku- lndis gab in der Antwort seiner großen Verwimdariuhg über diese Maßnahmen Ausdruck, da keine Montenegriner mehr auf Korfu anwesend und die Mittel der Alliierten! vollständig ausreichend seien, um die dort befindlichen Serben zu reorganisieren. Die Erregung in Griechen!arid über diesen Schritt sei derart, daß die Regiarnng ihr Rechnung tragen und die Verantwortlichkeit ffrr alle Folgen ablehknen müsse, die sich ans dam Sckwitt Italiens ergeben könnten. Die Regierung hat außerdem einen Einspruch an die italienische Regierung gerichtet.
Oesterreichische Flieger an der italienischen Küste.
Rom, 13. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Agmcia Stcsani meldet: Samstag nachmittag überflogen feindliche Flieger digoro in Ferrara, Poltrigste in Rovigo und Ravenna. Durch Bomben wurden 15 Zivilisten getötet und mehrere verwundet. Der Sachschaden ist gering. In Ravenna wurden das Bürger* spnal, in dem ein Lazarett des Roten! Kreuzes untergebracht ist und die St. Apollinariskirche getroffen, von der ein Teil des Vav, Hofes zerstört wurde.


