Ausgabe 
12.2.1916 Erstes Blatt
Seite
42
 
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Die Jrerrbewegung in Amerika.

New Dvrk, 10. Febr. Hier ist ein Aufruf zu erneu sc a r ro n<r l ver s-a nr nr l ri n g von M ä n nern und F rauen Nasse in Amerika veröffentlicht worden, um die ^. 8 <nt wlilen zu lassen, daß Irland von England noch nicht veria-iuckt worden ist und nicht verschluckt werden kann. Der Aufruf tragt ore Unterschriften von fünfhundert hervorragenden Männern rrrlcher Abttammung in verschiedenen Teilen des Landes. Die Ver­rammlung soll in New V ork am 4. und 5. März abgehaltcn werderr. In dein Ausrufe heißt es:

Irland lüickt mit Hoffnung und Vertrauen dem völligen Zusammenbruch der britischen Mißwirtschaft als Uck-ern Folge des Aufruf fort:

l>eit <m Zahl, Reichtum und Gebiet

... . . c ~ gc r>k> gegenwärtigen Kriege", entgegm. Weiter fährt der -tufruf fort: England ift, >vie seine Alliierten, trotz der Ueberleaen- .r -^ ^ | {cf) in jedem

Kampfe unterlegen, in dem cs

am

mit i> Geschicklichkeit,

Mut und Kraft

ankam, und cp l>at seine Sache bei den Neutralen mir über Wasser

Q0t|ut UJlb. II Xio ß'AlVrt'f

gel-alben dank der

mittels deren seine Lieblingsrvafsen de heit mit dem Geschick und Erfolg ge >me sie eine reife Erfahrung und ervrr I)aden.

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1

Kontrolle über die Kabel, Verleumdung und Falsch- »vungen tverden konnten, tc Neigung ihm verliehen

Die neutrale Friedenskouferenz in Stockholm.

. , Stockholm, 11 . Febr. (WDB. Nichtamtlich.) Die neu- ^?^^?^oenskoir 7 ereuz begann am Donnerstag zu tagen. Der Stockholmer Vürgermeiiter Lindhagen wurde einstimmig zum Wort­führer gewählt Da die Vertreter aus Norwegen, Dänemark, Hol­land und der Schweiz noch nicht angekvmmen sind, gilt die Ver- un{ * ^orerft nur als provisorisch. Fords Ankunft wird dem- ^ c/ erwartet. Die Grundlage der Verhandlungen soll die Ab­schaffung der Rüstungen zusarnmen mit der Einführung einer internattonalen Rechtsordnung bilden, die die Völker und Indi- viduen schützt und ihnen politische, wirtschaftliche und geistige Freiheit verleiht.

C-ine spanische Sympathiekundgebung.

Mn k 5 bbr. (WTB. Nichtamtlich.) DieNordd.

Mg. Ztg. schreibt Wer eine spanischeSympathie- kundgebung: Nach Mitteilungen ans Madrid hat die o.ZeitungTribuna" die Beröffentlichung der bis Mute Januar eingegungeneu Zeichnungen für eine Kund- gebung spanischer Intellektueller zugunsten Deutschlands abgeschlossen, rüber das vor. einigen Wochen berichtet wor­den rft. Die damals angegebene'Zahl ist auf etwa 15 000 gestiegen; darimter befinden sich 2 W Universitätsprofesso- Gelehrte, 308 Schriftsteller und Journalisten, 141 .tunfuer, 7 % Aerzde, 1285 Juristen. 461 Ingenieure und 472 Lehrer. Mit besonderer Freude kann es begrüßt wer den, daß die gesamte spanische Presse der Sym p athieknnd gebung für Deutschland wohl wollend gegen üb ersteht, während seinerzeit ein frankophiles Manifest, das nur eine geringe Unterschriften­zahl vereinigte, in der Presse und bei der Bevölkerung all genreinen Widersprich gefunden hat.

Die Bewegung gegen die

unv alle lebendige Kräfte cinzu setzen. Unterstützt durch diese uuer1ck)utterlick>e Festigkeit setzen Italien und Frankreich unter 1 sfm » a $ tlien i vereinigt sind, in enger Brüderschaft der Nassen

und Waffen den riesenhaften Kampf fort, indem mit ihren Ge , ch i ckc n das Schicksal der Zivilisation auf dem e - * e ^ 3' n Lesern Sinne erhebe ich mein Glas zu Ehren

rev Königs und der Königin .von Jtaliien und der alliierter, bereue. Ich trmke auch auf das Wahl Eurer Exzellenz und der wniglicken Regierung, deren edelmütige Gastfreundschaft wir nach lhrem hohen Werte zu schätzen wissen.

An «dem in der Consulta von Sonnino gegebenen Essen nahmen außer Brr and und den übrigen Mitgliedern der sranzo ischen Mission teil: Sala ndra init den Ministern, dre Botschafter Frankreichs, Englands, Rußlands und Ia- pan^, dre 0-esandten von Serbien und Belgien, die Unter- sta«atssekretäre Borsarelli und DaN Olio, der Bürgermeister v>on Rom, höhere Offiziere und hohe Beamte.

als

London, 11 . vermißt die

Der Seekrieg.

Febr. (WTB. Nichtamtlich.) britischen DampferSatrap",

Lloyds meldet ,Tynemouth",

evtenariff ,Hummersea" und die britische BarkJnvermark", lorme die italienischen DampferJniziativa" undM. Beniliure".

gegen

Toronto, 11 . Febr. des Reuter scheu Bureaus. Die D e u t s che n, welche in K a n a d a

Deutschen irr Kanada.

(WTB. Nichtamtlich.) Meldung Bewegung g e g e n di e amtliche 'Stellen beklei

den, nimmt sehr stark zu. In einer gestern abend ad-gehal ten-en Versammlung wurde ihre Entfernung verlangit- Es wurde ein antideutscher Bund mit dem Motto gegründet- Kerne derrtschen Güter, Arbeiter .oder Einwanderer!"

RÄcktritt des amerikarnscheu.Kriegssekretärs.

Washington, 11 . Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mel düng des Mnterfchen Mrrecrus. Der Kriegssekretär Garri^ s on. demissionierte, wie verkantet, weil die große Mehrheit des Kongresses gegen seinen Vorschlag betreffend die Kon ttnentalarmee war. 2luch der stellvertretende Sekretär des Kriegsdepartements, Breckinrid ge, demissionierte.

Die Verschärfung des ll-Bootkrieges.

Washington, 11 . Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Reuterschen Mrreaus. Man erwartet, daß. die Re­gierung infolge der 'derchchen Note über bewaffnete Handelsschiffe die Mnerik-aui sehen Bürger davor war­nen wird, auf solchen Schiffen zu reisen und damit ihre frühere Haltung aufgibt.

Die AnSeinaudersetzttttg zwischen Amerika und Oesterreich-Ungarn.

<rv Sl2° Dort. 11. Febr(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterstt.eu Buwckus. Der Washingtoner Korrespondmt der New Bork Hevald" meldet, daß Lan sing eine Note an Ocsterreicki- Ungarn gerichtet hat, in der er verlangt, daß Oesterreich-Ungarn wogen des U-Bootsangrifses auf den DampferP e t r v l i t e" sein Bedauern ausspreche, den Kommandanten bestrafe und eine Ent- fcyadigung -ayle. Die Note sagt: Das U-Boot feuerte ohne vorher zu warneri, setzte das Feuer fort, nackstem der Dampfer gestoppt hatte und verwundete einen Mann. Das U-Boot kam längsseits und wollte Vorräte kaufen.Petrolite" weigerte sich zu verkaufen. Daraufhin antwortete der österreichische Kommandant, er werde wenn möglich, mit Gewalt nehmen, was er brauche Er habe die amerikanljchen Vdatrofen auf das U-Boot bringen lassen und als Geisel festgehalten, während die Oesterreicher an Bord derPetro- hte" gestiegen feiert und die Vorräte holten.

* * * t

3um Aufenthalt Briön5s in Nom.

London, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich)Daiw (Me* 6 *ciph" ineldet aus Mailand, Brian d s Mission werde bewirken, daß die Italiener ein Landungskorps nach Saloniki schcken, daß ein gemeinsamer diplomatischer Rat der Verbündeten nrit dem ^U> in Paris errichtet wird und daß die Italiener an der Munitionserzeuqinia teil- nehnren.

Trinksprüche.

Rom, 11. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Bei dem Fest­essen auf der Consulta zu Ehren Briands und feiner Begleiter brachte Sonnino folgenden Drinkspruch aus:

Ich bin glücklich, unter mis das Haupt der Regierung Frank- reicbd zu begrüßen, au das uns so viele alte Tradüwnen und eine durch die Waffen erneute Brüderlichkeit knüpfen. Die Anwesenl>eit Eurer Exzellenz ist ein neues Pfand unseres festen Vertrauens auf einen sieg reichen Ausgang des Kampfes, den die Verbündeten durch die Vtacht ihres unerschütterlichen Bundes für die Sache der Freiheit und Gerechtigkeit durchführen. Ich erhebe das Glas auf die Gesundheit des Präsidenten der französisck«n Republik, die verbündeten Souveräne, sowie die Gesundheit Eurer Exzellenz, die ich nanieus der italienischen Regierung und der italienisclren Nation null kommen heiße.

Auf ben Trinlfpruch Sonninos erwiderte Briand-

Im Namen der Regierung der Republik bringen, meine Kollegen und ich der königlichen Regierung und ganz Italien den herzlick-en Gruß Frankreiä-s. Mit der größten Beümnderung hoben wir gesehen, wie Ihr edles Land auf den Ruf seines nationalen Ge­wissens geantwortet und seinen Platz im Lager der Lllliierten genommen hat, um mit Urnen Recht und Freiheit zu verteidigen. Unsere beiden Völker find in gleicher Weise überzeugt, daß der lchließliche Sieg aus ihrem festen Witten hervorgehen lvird mit ihreir Alliierten gemeinsam alle Hilfsmittel, alle Energien.

Aur dem Neichr.

Das preußische Abgeordnetenhaus und der U-Bootkrieg.

Be r l i n,11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nachdem die Tenk- schrift der Reichsregierung über ^den U-Bvotkrieg nnb die Acuüerung des Reichskanzlers, daß er die Empfindung des ganzen deutschen Volkes ausspreche, wenn er erkläre, daß er einer De­mütigung Deutschlands nicht zu stimmen und sich die Waffe des llntersceboots nicht aus der Hand reißm lassen könne, veröffent­licht lvorden ist, hat der ^ t a a t s h a u s h a l t s a u s s ch u ß des AhgeordnetenHauses mit überwiegender Mehrheit beschlos­sen, den am 9. Februar von ihm gesagten Beschluß der Oesfentlichr- kcit zu übergeben. Der Beschluß lautet: Den Präsidenten des Abgeorduetenhauses zu ersuchen, dem Ministerpräsidenten von fol­gender Auffassung des Llchsschusses Mitteilung zu machen: Der Ausschuß würde es im Interesse des Landes für schädlich erachten, wenn sich aus der Stellungnahme der Rcichsleikung gegenüber Amerika die Konseguenz einer Einschränkung in unserer Freiheit, einen uneiugeschräntten und dadurch voll wirksamen Unterseeboot-' krieg zum geeigneten Zeitpunkt gegenüber England aufzunehmen, ergäbe.

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Berlin, 12. Febr. lieber den deutsEchen Arbeits­markt im Jahre 1915 sagen die Blätter, daß, wenn das Ausland überhaupt noch überzeugt werden könnte und wollte, daß das deutsche Wirtschaftsleben unter dem Weltkrieg trotz aller Anstrengungen unserer Feinde rveniger litt als man draußen und drinnen annahm, ihm die Darstellung des Kaiserlichen Statislisck)en

noch eher hingehen, daß rmrn die Tugend z>ur Schau stelv obwohl ja dies auch ein IrTvtum ist,'daß sie &a$u da fei. Mer eine greulichere Art der Selbstbestuunung ist diejenige, oie vornehmlich in unserer Z^it uufgekommen wur. Du fand mau seine Lasterhaftigkeit rnerlwürdig. Mivn suchte sie psychologisch zu erklären. Miau beginnn sie als Musber d-er Lasterhaftigkeit auf.zustellen und ausz>ustellen. So etwa dachte man sich die Forderungleben und leben lassen" in rhver Aussiihrung.

Wir hoffen, daß der Krieg uns hierin eine dauernde Besserung gebracht hat. Dem schlimmsten Unheil ist gewehrt oadurch, daß der Krieg es deutlich vor Augen führt: Da ift ein Befehl, ein Gebot, ein Gesetz, das verlangt Gehorsmn. Denn eine ehrfurchtgebietende Macht steht dahinter. Es ist der Wille des ganzen Volkes, wenn nicht noch mehr. Da kann die Verderbtheit sich doch nicht mehr so ganz schamlos und öffentlich zur Schau stellen; sie muß gehorchen. Aber daß. dcw Beseht ausgeführt, das Gebot erfüllt tverde, ist rwch nicht genügend. Weil dann immer noch der Irrtum bleibt, als müsse man solche Tugend und Pflichterfüllung nun zum Schauspiel machen. Aber auch hier ist der Krieg von wohl­tätigen: Einfluß gewesen. In der Friedenszeit scheinen sehr viele nicht an dein Platz gestanden zu haben, den sie eigent­lich ausznfüllen in sich den Berns hatten..Durch den Krieg haben Unzählige erst eine Aufgabe gefunden, die einmal ihre ^eele ganz und gar mit heiliger Begeisterung und unerwrud- licheni Elfer und Tatendrang erfüllt hat. Da hat es sich vorü selbst geuiacht, daß die Selbslbeschauung und Selbstbespiege- lung aufgehört hat; denn damit ist nichts getan, und sie? verhindert die Menschen, etwas Rechtes zu werden. Sondern es gilt, einfach und schlechtweg zu leben, einfach ferne Pflicht zu tun. Nichts MerklvÜLdiges soll uns dasl sein, sondern das Selbstverständliche, das, womn alle ihre

Seligkeit finden sollen.

ek.

Aug. Balen- des Landwirtes Klasse erhaltenu (Der G r o ß -

Auszeichnung. Der Landstnrmmmm tin vom Landsturm-Jnf.-Regt. 10 , der Sohn Valentin au der .Hardt, hat das Eiserne Zvreuz 2.

* Amtliche P crso na l Nachrichten, her zog hat dem Postageuten a. D. Karl Z u l a u s in Rvdheim'a. d. H. das Allgemeine Ehrenzeichen mit der JüschrfftFür lang- lährrge treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Gießener5öausfrauen-Verein. Am 10. Fe­bruar, abends 8 V 4 Uhr, sprach Herr Georg Simon vor einer sehr großen Zuhörerschaft in der neuen Aula über: Bewirtschaftung der Kleingärten in der ge g enw-är ti g e n Z e i t". Er legte zunächst dar, was man bereits im Vorjahre durch intensivere Bewirtschaftung des Bodens erzielte, und zeigte dann, wie und wann mit den

Amtes üb-r die Lage des Arbeitsmarkt.es in Deutschland dafür den Arbeiten in den Gärten begonnen werden soll, wie der Boden Beweis liefern muste. Mit verschwindenden Ausnahnren habe * " - -

das gesamte deutsche Erwerbsleben alle Schwierigkeiten längst überwunden, und die Arbeitslosigkeit habe sich bei uns- so gut wie gar nicht gezeigt, und sie sei heute jedenfalls geringer als im ^rieben.

D erliu, 12 . F^br. Die K riegsgewinnbesteuc- v n n g s v 0 r l a g e tvird, loie wir verschiedenen Blättern entnehmen, in dm: nächsten Tagen dem Bundesrat zugehen. Anfang März, meint man, werde sie für die Beratungen im Reichstag beveit sein.

Arrs HesZeu.

Die Lage des Handwerks.

Von der Hess. Handwerkskammer wird uns geschriebene

Der Budgetausschuß des preußischen AbgeordnerenHauses hat sich mit der Lage des Handwerks ausführlich beschäftigt. Bei den Verhandlungen erklärte der Handelsminister u. a., das; all­gemeine Zahlen über die Beteiligung des 5)andiverks ihm zur­zeit nicht zur Verfügung ständen. I m m erhi n s e i aber die Heranziehung des Handlverks recht befriedigend gewesen: so habe allein die Feldzeugmeisterei durch Vermitt­lung des^ deutschen Handlverks- und Gewerbekammertags ffir rund 37 Millionen Mark Aufträge dem Handwerk >zugewandt. Eine umfassende Organisation sei auf Anregung des Handwerks- und Gewerbekarnmertages, der die großen genossenschaftlichen Verbände dabei zu beteiligen gewußt habe, im Werke. Die Staatsregierung bringe diesen Bestrebungen Interesse entgegen, das auch ge­legentlich durch die Gewährung von Beihilfen ausgedrückt werde.

Wenngleich diese Beträge gegenüber den Riesensummen, die für die Industrie in Betracht kommen, und insbesondere gleich von Anfang des Krieges an für die Ind'.istrie allein in Betracht kamen, bedeutend abfallen, so erkennt doch das Handwerk dankbar seine Heranziehung zu den Kriegslieserungen an. Tausenden von kleineren und mittleren Betrieben wurde das Weiterbestehen er­möglicht, dafür sorgten die einzelnen Handwerkskammern durch gerechte Berteil'ung der Arbeiten, siowie auch durch Erlcichtcrimgen: beim Bezug der RolMateriulien. Wichtig bei der Sackte ist aber noch, daß das deutsche Handwerk Gelegenheit bekam, seine Leistungsfähigkeit zu erweisen. Daß, cs leistungsfähig! und dabei anpassungsfähig ist, haben die zur Zufriedenheit der vergebenden Aemter ausgeführten großen Aufträge gezeigt. Es darf darum mit Sicherheit darauf gerechnet werden, daß auch nach dem .Kriege das Handwerk ebenbürtige BerücksichtigmiA findet, was für die vielen Tausende von im Felde stehenden Handwerksimnstein und Familienvätern eine große Beruhigung ivegen ihrer wirtschQfd- lichen Existenz sein darf. Folgen die staatlichen und städtischen Behörden dem weitschauenden Vorgehen der Militärverrvaltungen, dem .Handwerk Arbeit zu angemessenen Preisen zu geben, dann wird der größte Teil der Fürsorge für die heimkelwenden Krieger aus dem Handwerkerstand damit erfüllt sein.

*

rb. Darmstadt, 11. Febr. Der erweiterte Fi­nanzausschuß (Kriegsausschuß) der zweiten Kammer zur Erledigung wirtschaftlicher Fragen und Maßnahmen hielt gestern nachmittag unter Borsitz des Abg. Dr. Osann in Gegenwart des Ministers des Innern v. Hombergk und mehrerer Ministerialvertreter eine Beratung ab, die sich bis 7:>8 Uhr abends ausdehnte. In der Sitzung wurden besonders die Maßnahmen der Großh. Regierung bezüglich der K ar- t 0 f f e l f r a g e und der Fleische r z e u gung zur Kennt­nis des Ausschusses gebracht, wie sie im Laufe der letzten Monate in den amtlichen Anzeigen und den darüber in der Presse gegebenen Erläuterungen bereits bekannt geworden sind. Alle diese Maßnahmen wurden eingehend erörtert, be­sondere Beschlüsse jedoch nicht gefaßt.

Ans

1916.

Stadt And

Gießen, 12 . Februar

Soimtagsgedankeu.

Schon vvr mehr als hundert Iachven hat der Philosoph Fichte es als ein Grnndübel bei den Miodern-eu b^zeickMet, daß sie so sehr mit der Selbstlreschanung und Verwunde­rung ii b e r s i ch s e l b ft beschäfdigi sind. Daher Vann nichts Rechtes aus ihnen werden, bis sie sich begnü-gen, einfach und schlechtweg zu leben. Und,gewiß, ist es in den hundert Jahren inzwischen nicht besser damit geworden. Damals hat man sich ja wenigstens noch darin gefallen, sich in seiner Tugend­haftigkeit zu sonnen. Obwohl dies ja im Leben nicht weiter führt, obwohl vielmehr Stillstand auch hier meist mit Rück­schritt gleichbedeutend ist, so sind doch solche Menschen lvenigftens nicht in den Grund hinein verdorben. Es kann

behandelt, gedüngt und bepflanzt sein muß, um die Boden- erzeugnisse nach Möglichkeit zu vermehren. Alle diese Aus­führungen sind in gedrängter Form in dem von Frau Ge- heimrat Gail gespendeten LeitfadenPraktische Ausnutzung dee» Hausgartens" zu finden. Gleichzeitig init dieser Schrift gelangte eine BroschüreKleingartenbau zur Kriegszeit" zur Verteilung. DieseBrvschüre hatte Frau Geheinwrat U s i n g e r für den Verein von der Landesversicherungs-Anftalt Darm­stadt kommen lassen. Die von Frau Geheimrat Gail dem Hausfrauen-Verein gewidmete Sckirift wird an alle Mit­glieder des Obst- und Gartenbau-Vereins Gießen und an alle Mitglieder des Gießener Hausfrauen-Vereins kosten­los in der Geschästsstelle, Mäusburg 5, abgegeben. Pichte Mitglieder können die Schrift für 20 Pf. erwerben. Die Ans ^ Führungen des Herrn Simon, in die er manche launige Be­merkung einstreute, fand »reichen Beifall. Frau Gehermerat 11 sing e r nahm Gelegenheit, einen Artikel derFrankfurter Zeitung" bekannt zu geben, in dem unter Hinweis auf die knappen Stossvorräte dringend vor einer Stoffversckiweu- dung, so wie sie die neueste Damenmode erheischt, gewarnt wird. Ihre Mahnung:Spart Stoff!" fand großen An- klang. Wir werden aus den Gegenstand rwch zurückkommen. Zum Schluß machte die Vorsitzende auf Erfindungen auf hauswirtschaftlichem Gebiete, wie Röstpfannen, Roste usw. anfmerkiam. Diese Hilfsmittel sind in der Geschäftsstelle zu besichtigen. Dort sind auch K 0 ch b e u t e l zu sehen, die ein­fach und bequem herzustellen sind. Sie eignen sich haupt­sächlich für den, der infolge seiner Beschäftigung gezwungen ist, seine Mahlzeiten außerhalb des Hauses (Feld oder Gar­den) einzunehmen. Montag, den 14. Februar, soll vor­läufig die letzte K 0 ch v 0 r f ü h r u n g stattfinden. Die große Zahl der Besucher, die mit der Veranstaltung am Montag 450 erreichen wird, zeigt, welches Interesse die Hausfrauen dem fettlosen Braten entgegenbringen. Der Vorstand des Vereins hat ganz besondere Veranlassung, den Damen Anthes, Grünew ald und Keh r zu danken, unter deren sachkundiger Leitung und Mitwirkung die Vorführungen zu­stande kamen.

** Stadttheater. Aus dem Sta!ditbsaterbur«m wird uns geschrieben: Nochmals sei auf das Gastspiel des Neuen Theaters aus Frankfurt a. M., Sonntag nachmittag 3 1 /* UI)r, hin­gewiesen, das eine letzte Ausführung von Karl Schönherrs Weibsteufel" bringt. Zur-Erstaufführung des Volks­stückes mit GesangDas Glücksmä d el" von Reinrann und Schwartz, am morgigen Sonntagabend, dürfte folgende Frank­furter Besprechung interessieren:Es ift ein wahres Glücke madel, denn es brachte eine Fülle von Beifall, Hervorrufen und jubelnder, in endlosen Lachsalven sich äußernder B^eisterung. Meisterhaft ift alles gezimmert, alles so bühnen- und mundgerecht gearbeitet, daß junge Autoren sich daran ein Beispiel nchmen können. In der Muftk finden sich gilte und wirksame Num­mern. Bor allem schlug das Duett:Willst du nicht ein kleines bißchen nett zu mir sein" ein, dessen einschmeichelnde Melodie öfter wiedererscheint. Aber auch das reizende Hampelnmnnduett und viele, viele andere Nummern erwiesen sich als zugkräftig! Kurzum, es war ein voller Erfolg auf der gmrzen Linie und von Lust und Humor.Gefangene" gab es so viele, als Zuschauer da waren?"

** Militär-Kon zert findet am Sonntag, den 13. d. M., nachmittags 4 Uhr, auf der Liebigshöhe statt: ansgesührt wird es von der Kapelle des Ersatz-Bataillons Inf.-Regt. 116.

** Das Scheckki>nio als Teilersatz für Bar­verkehr. An alle Geschäfte und HanAhtaltungen mit highe­ren OKldmnsätzen ergeht der Ruf, den Barverkch»r tunlichst einzuschränken und dafür den SchecH- und Ueberweifungs- verkehr fördern zu helfen, tzmnsbesitzer, die größere Zah­lungen zu erwarten und zru machen haben, sollten die Zahler und die Empfänger Mi den Ausgleich durch UeberweismB gewöhnen.

Landkreis Gießen.

H Watzenborn-Steinberg, 11 . Febr. He«te feierten Johann Melchior Schmandt tmb seine Ehefrau Anna Maria, geb. Fink in Watzenborn, ihre goldene Hochzeit. Jrn Auf­träge des Großherzogs wurde dem Jubelpaare durch den Orts- geisllicben das Bildins des Landesherru mit eigenhändiger Namens« Unterschrift überreicht.

e. St e i n b a ch, 12. Febr. Unteroisizier Jakob Schneider von hier im Reserve-Regt. Nr. 224 hat sich die Hessische T a p s er­teil s m e d a i l l e erworben.

0 . Birklar. 12 . Febr. Fritz Stiefel im Feld-Art.-Regt. Nr. 14 ist mit der Hess. .Tapfe rkeitsmedaille ausgezeichn-^ worden.