Die von Deutschland errungene »rrtegsbeure.
Berlin, 7. Febr. (Priv.-Tel.) Me Abendblätter bringen Artikel, in denen die Errungenschaften des Krieges an Hand der vorhandenen Kriegsbeute besprochen werden. Danach sind in Deutschland vorhanden: 1 429 971 Kriegsgefangene, 9700 Geschütze, 7700 Munitions- und sonstige Fahrzeuge, 13O0 0O0 Gewehre und 3000 Maschinengewehre. In diese gewaltige Zahl sind die Gefangenen nicht eingerechnet, die von uns den verbündeten Staaten überlassen wurden, und- auch nicht eingerechnet zahlreiche Geschütze, die zerschmettert auf den Schlachtfeldern liegen blieben, und die Massen von Geschützen und Maschinengewehren, welche, soweit die Munition erbeutet, von unseren Armeen in Gebrauch genommen werden konnten.
Prinz Oskar von Preußen leicht verwundet.
Berlin, 7. Febr. (WTB. Amtlich.) Oberst Prinz Oskar von Preußen, Königliche Hoheit, ist an der Ostfront durch Granatsplitter am Kopf und einem Oberschenkel leicht verwundet worden.
Berlin, 8. Febr. Zur glücklicher Weise nur leichten Verwundung des Prinzen Oskar erinnern die Blätter daran, daß er am 24. September 1914 bei Verdun mit seinem Regiment schwere Kämpfe gegen die Turkos zu bestehen hatte. Mehrere Offiziere an seiner Seite fielen, aber das Regiment erfocht einen vollen Erfolg. Nach dem Kampf brach der Prinz an einer akuten Herzschwäche zusammen und mußte die Hilfe der Aerzte in Anspruch nehmen. Gegen Mitte Okwber war seine Gesundheit wieder hergestellt und er konnte sich zurück an die Front begeben.
Das goldene Militärjubiläum Hinderiburgs.
Berlin, 8. Febr. Der Oberbefehlshaber im Osten, Generalfeldmarschall v. Hindenburg, wird, wie verschiedene Morgenblätter mitteilen, am 7. April d. Js. 50 Jahre der Armee angehören und fein goldenes Militärjubiläum feiern können.
Die Front an der griechischen Grenze.
Bern, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Corriere della Sera" meldet aus Saloniki: Englisch-französische Kolonnen gingen am 4. Februar gegen die griechische Grenze vor, wo Scharmützel stattsanden.
Zum Zeppelin-Angriff auf Saloniki.
Athen, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agencc Havas. Aus gut unterrichteter Quelle verlautet: Bei dem letzten Zeppelinangriff auf Salonik wurden Waren im Werte von 3 Millionen Franken vernichtet, wovon nur für 100 000 Franken durch Versicherung gedeckt sind. Mehrere englische Versicherungsgesellschaften haben ihren Vertretern in Salonik telegraphisch die Aiiweisung gegeben, 'Waren gegen jedes Kriegsrisiko zu versichern. Darauf sind innerhalb zwei Tagen für über fünf Millionen Franken versichert worden.
Griechische Vorbereitungen.
Athen, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der .„Agenoe Havas". Der König hat einen Erlaß unterzeichnet, durch den alle Griechen der Jahrgänge 1892 bis 1914, die sich im Auslande aufhalten und sich der Militärpflicht entzogen, unter die Fahnen gerufen werden, ausgenommen die in Rußland, der Türkei, Bulgarien oder Rumänien ihren Wohnsitz haben.
Eine serbische Versammlung in Rom.
Bern, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie der „Corriere della Sera" meldet, traten am Freitag voriger Woche in Rom etwa 80 serbische Abgeordnete, darunter mehrere ehemalige Minister, zu einer Tagung zusammen, jmn die Interessen der serbischen Nation zu besprechen. Das Blatt schreibt, über die Verhandlungen werde strengste Verschwiegenheit gewahrt. „Giornale d'Jtalia" will wissen, daß die erste Sitzung sehr bewegt war. Unter den Abgeordneten herrschen natürlich Meinungsverschiedenheiten. Man könne verstehen, daß die Versammlung nicht immer ruhig verlaufen und es sogar zu Tätlichkeiterl gekommen sei. Auch die Aktion Italiens fei besprochen worden, wobei die jüngsten Polemiken wieder angeschnitten worden seien, gegen die man sich verwahren müsse. Den Versammlungen käme keinerlei amtliche Bedeutung bei. In den nächsten Tagen sollen die serbischen Abgeordneten Rom verlassen und nach Nizza abreisen.
Eine Reise Briands nach Rom.
Rom, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der „Fdea Nazionale" hat sich ein gestern abgehaltener Ministerrat mit der bevorstehenden Romreise Briands befaßt, der am Donnerstag mit dem Unterchef des Generalstabes, Pellier, in Rom eintreffen wird. Nach Besprechung mit den Mitgliedern der Regierung werden beide die italienische Front besuchen.
Leutnant Berg.
Berlin, 8. Febr. Leutnant Berg, der Führer der „Ap- pam", ist, wie der „Vossischen Zeitung" aus Apenrade gemeldet wird, jetzt 39 Jahre alt. Seiner Militärpflicht genügte er als Einjähriger bei der Marine. Er.ging als Obermatrose ab, wurde als solcher bald nach Kriegsausbruch einberufen, nahm dann an einem Offizierskurs teil und wurde vor etwa einem halben Jahre zum Leutnant befördert. Bei seinem: Urlaub im vorigen Jahre sagte er zu seiner Frau, sie solle, wenn sie längere Zeit nichts von ihm höre, ruhig annehmen, daß es ihm gut gehe. Lange Zeit hat seine Frau nichts von ihm gehört und nicht an ihn schreiben können, da sein Wisenthalt unbekannt war, bis jetzt die ersteuliche Nachricht von seinem Wohlbefinden einlief.
900 Deutsche von Kamerun nach Spanisch-Guinea übergetreten.
Madrid, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich wird gemeldet: Neunhundert Deutsche und vierzehntausend Eingeborene aus Kamerun sind nach Spanisch-Guinea übergetreten: sie wurden entwaffnet und interniert. Die Negierung sorgt für ihre Verpflegung.
Notiz: Die 14 000 übergetretenen Eingeborenen sind natürlich nicht etwa nur Soldaten der Schntztruppe, denn so groß ist die Schutztruppe während des ganzen Ringens nie gewesen, sondern hauptsächlich Träger, Familien von eingeborenen Soldaten und andere Flüchtlinge. Auf Grund dieser amtlichen spanischen Meldung ist kaum noch daran zu zweifeln, daß die Reste der tapferen Verteidiger von Kämerun nach eineinhalbjährigem, heldenmütigem Ringen einer gewaltigen Uebermacht weichen mußten. Mit Freude können wir es begrüßen, daß es ihnen wenigstens noch gelang, die feindlichen Einkreisungsversuche zu vereitele und sich auf neutrales spanisches Gebiet zurückzuziehen. Wenn die gemeldeten Zahlen zutreffend sind, so ist anzunehmen, daß fast alle noch in Kamerun befindlich gewesenen Deutschen nunmehr in Sicherheit sind. — Es liegen schon seit ttniger Zeit Meldungen vor. daß die spanische Regierung es sich in einer anerkennenswerten Weise angelegen sein läßt, für das Wohlergehen der ihrem Schutz anvertrauten Flüchtlinge zu sorgen.
ver §eeMeg.
Budapest, 6. Febr. (Zens. Bin.) Wie die Bukarester „Minerva" meldet, erzählte ein Leser des Blattes, daß er auf dem russischen Dampfer „Te osip arti", der die griechische Flagge führte, eine Reise von Odessa nach Reni machte. Unweit Suliwas sei der Dampfer von einem Unterseeboot versenkt worden. Ein Teil der Besatzung, 16 Personen, sei gerettet worden.
Aur dem Reiche.
Die Kartosfelversorgung der Städte.
Berlin, 7. Febr. (WTB. Amtlich.) Damit so frühzeitig wie möglich mit der Kartosfelversorgung der Städte für Frühjahr und Sommer 1916 begonnen werden kann, hat der B u n d e s r a t schon jetzt die nötigen Bestimmungen getroffen. Danach sind die Kommunalverbände verpflichtet, die für die Ernährung der Bevölkerung bis zur nächsten Ernte erforderlichen Speisekartoffeln zu beschaffen, soweit der Bedarf nicht äüs den in dem eigenen Bezirk verfügbaren Vorräten gedeckt werden kann. Sie haben am 24. Februar eine Bestandsaufnahme über die bei den Händlern, Verbrauchern und den Gemeinden selbst vorhandenen Vorräte zu machen und festzustellen, welche Mengen die Händler auf Grund von Lieferungsverträgen noch zu fordern berechtigt sind. Den sich ergebenden Fehl bedarf melden die Kommunalverbände bei der Reichskar- t o s fel stelle an. Diese disponiert sodann mit Hilfe der Untevorganisationen, von denen die Kartoffeln abzutransportieren sind. Die Verteilung und den Verbrauch zu regeln, ist Pflicht der Kommunalverbände.
Zur Sicherung bis zum 15. März ist noch die wichtige Bestimmung getroffen, daß die Kommunalverbände, soweit erforderlich, die im Gewahrsam der Händler befindlichen Vorräte zu übernehmen und in lausende Verträge einz>w- treten haben. Die Händler find zur Ueberlassung verpflichtet, und ihre Vorräte können Widerstrebendenfalls enteignet werden. Durch diese Bestimmung ist eine Zurückhaltung der Händlervorrate unmöglich gemacht.
Die Anrechnung von Kriegsjahren.
Berlin, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, wonach den Kriegsteilnehmern, denen für 1914 ober 1915 ober für beide Jahre bereits Kriegsjahre anzurechnen sind, ein weiteres Kriegsjahr anzurechnen ist, wenn sie bie Bedingungen auch für das Kalenderjahr 1916 erfüllten.
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Berlin, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der elfte Ausschuß des Abgeordnetenhauses beriet heute den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der Ansiedlung, der zum Zweck der Gewährung von Zwischenkrebit bei ber Errichtung von Rentengütern 100 Millionen zur Verfügung stellen und die erforderlichen Mittel im Anleihewege beschaffen will. Dadurch soll die A n s i e d l u n g von K r i e g s i n v a - liden erleichtert werden. Das Landwirtschaftsministerium empfahl die Vorlage. Die Bestimmungen des Entwurfs wurden angenommen mit zwei nationalliberalen Anträgen: der e ne bezieht in das oben genannte Gesetz von 1891 auch solche Renten - güler ein, die ohne Vermittelung der Generalkommission von Kommunalverbänden oder als gemeinnützig anerkannte Kolonisationsvereinigungen ansgegeben werden; der andere erweitert dementsprechend das Gesetz betreffend Gewährung eines Zwischenkredits bei Nentengutsgründungen von 1900 bis 1910. Der Ausschuß beschloß, am Donnerstag den Entwurf in zweiter Lesung zu beraten.
Berlin, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In der heute unter Leitung des Geheimen Bergrats Dr. jur. Weidtmann, Mitglied des Herrenhauses, auf Schloß Rahe bei Aachen abgehaltenen außerordentlichen Hauptversammlung der knappschaftlichen Rückversicherungsanstalt A.-G. wurde die Satzung für den neuen knappschaftlichen Rückversicherungsverband einstimmig angenommen. Diesem neuen Verbände, der die Sicherheit der knappschaftlichen Pensionskassenleistungen für sämtliche Knappschaftsmitglieder gewährleistet, sollen die preußischen Knappschastsvereine angehören: auch außerpreußische
Knappschaftsvereine können beitreten. Als Kommissar des preußischen Handelsministers wohnte der Wirkliche Geheime Oberbergrat Reuß-Berlin der von zahlreichen Knappschafts- Vertretern besuchten Versammlung bei.
Berlin, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Reichsanzeiger veröffentlicht ein Ausfuhr- und Durchfuhrverbot für Portland-, Roman-, Puzzolan-, Magnesia- und Schlackenzement und dergleichen, ungemahlen und gestampft, sowie von geniahlenem Kalk und Tripolith; ferner die Verbote der Ausfuhr und Durchfuhr von Werkzeugen von Maschinen- oder Handgebrauch aus Eisen oder Stahl in fertiger oder halbseitiger Verarbeitung der Zolltarifnummern 678, 806, 808, 810 bis 815, jedoch mit Ausnahme einer größeren Anzahl besonders aufgeführter Werkzeuge.
Aur Stadt und Land.
Gießen, 8. Februar 1916.
Uriegrarbett in Gießen.
XV.
Die Bücherei für Verwundete.
Wenige Tage nach Ausbruch des Krieges beschloß der Kriegsausschuß der Landesuniversität die Gründung einer Bücherei für Verwundete. Als Leiter wurde Geh. Hofrat Dr. Behaghel bestellt; die Einrichtung und Verwaltung übernahm Fräulein Elisabeth Behaghel, der die Bücherei noch heute untersteht. Bei der Einrichtung der Bücherei lieh: Bibliothekar Professor Dr. H e p d i n g in dankenswerter Weise seinen fachmännischen Rat. Die Universität stellte zwei Räume im Kollegiengebäude zur Verfügung, von denen der kleinere seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben werden konnte, nachdem die Bestände der Bücherei sich vermindert hatten.
Dem von der Bücherei in der Presse erlassenen Aufruf mit der Bitte um.Bücherspenden wurde von der hiesigen Einwohnerschaft in der freigebigsten Weise entsprochen. Taw- sende von Büchern strömten zu und große Massen von Zeitschriften, insbesondere der „Woche", sowie die sehr begehrten Spiele. Auch das Rote Kreuz Üblerließ bei ihm eingegangene Schriften. Die „Darmstädter Zeitung" stellt Tag für Tag 10 Stück ihres Blattes zur Verfügung. Anderes wurde aus den Barmitteln beschafft, die der Bücherei für ihre verschiedenen Zwecke (wie Einbände, Schutzdecken, Katalogzettel und andere Schreibmaterialien) zugewiesen wurden, zum Teil von der LandesUniversität, zum Teil von dem Gießener Zweigverein des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins oder von einzelnen Gönnern in Universität und Bürgerschaft.
Nicht unerhebliche Arbeit bereitet die Sichtung der eingegangenen Schriften. Zehntcrusende von Seiten müssen
luiu ulUtjXcu ycuiu|ldil werden, Demi ulu/i >ux ^CimZU DtX xxp
ser erscheint jegliches geeignet.
Etwa 14 Tage nach Beginn der Arbeit konnten die ersten Büchereien an hiesiae Lazarette ausgegeben werden, und bald erhielten sämtliche Lazarette der Stadt ihre Bücherei, die je nach der Größe des Lazaretts 150 bis 250 Bücher und eine größere Anzahl von Zeitschriften umfaßte. Jeder einzelnen Bücherei wurde ein Zettelkatalog beigegeben, von dem eine Abschrift in der Hauptbücherei zurückbehalten wurde. Diese Büchereien wanderten dann in angemessenen Zwischenräumen von einem Lazarett zum andern. Was zerlesen oder verloren ist, wird beim Austausch ersetzt, und jedes Buch erhält aus gesundheitlichen Gründen einen neuen Schntzumschlag. Wer auch neue Büchereien wurden und werden fortwährend zusammengestellt: bis jetzt sind 4 5 Büchereien mit etwa 5000 Bänden ausgegeben.
Bei der Ueberbringung der Schriften an ihren Bestimmungsort waren die Krafttvagen freundwilliger Bitter, später die eifrige Jugend mit ihren Handwagen be- ilflich. In den Lazaretten werden die Bücher von Oberschwestern und anderen Vertrauenspersonen ausgegeben.
Auch dem Lazarett in Wetzlar wurde eine größere Bücherei von 500 Bänden zugewiesen, und ebenso gingen Bücherfendungen an verschiedene Feldlazarette, die solche erbeten hatten. Eine umfangreichere Sammlung erhielt im Herbst 1915 die hiesige erste Genesenen-Kompaanie, und auch kürzlich wurde dieser wieder eine Anzahl Bücher zugewendet.
Bei der recht umfangreichen Tätigkeit, die der Betrieb erfordert, durfte sich die Bücherei im Anfang vielfältiger Hilfe von jungen Damen und Herren wie auch von Schülern und Schülerinnen erfreuen; seit Jahresfrist wird die Arbeit von der Verwalterin und Fräulein Agnes! Bostroem allein geleistet.
Die von der Bücherei aus gegebenen Schriften werden mit großem Eifer gelesen und zerlesen; in bemerkenswerter Weise hat auch die Freude an ernsteren, z. B. geschichtlichen Werken immer mehr zugenommen.
Wenn die Bücherei aber auch fernerhin ihrer schönen Aufgabe gerecht werden soll, so bedarf sie noch recht sehr der weiteren Unterstützung. Insbesondere sind Geldspenden sehr willkommen; man bittet solche zu richten an Fräulein E. Behaghel, Hofmannstraße 10.
O. Behaghel.
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** Auszeichnung. Unteroffizier Konvad Schneider, der langjährige Reisende von Burks-Mühle, der beim 98. Jnf.- Regt. den Feldzug in Frankreich mitmacht, hat die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten.
L. U. Von der Landesuniversität. Dr. Georg Haas, Assistent an der hiesigen medizinischen Klinik, der sich für das Fach der inneren Medizin an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält am Mittwoch, den 9. Februar, um 5 Uhr in der kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „Ueber die Acidosis".
** Amtliche Persvnalnachrichten. In den Ruhestand wurde versetzt: am 29. Januar 1916 der Gerichtsvollzieher Adam Jakob Acker in Lorsch auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste mit Wirkung vom 10. Februar 1916. Der Großherzog hat am 29. Januar 1916 dem Gerichtsvollzieher Adam Aikob Acker in Lorsch anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — In Ruhestand versetzt wurde: am 5. Februar der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Gießen Dietrich Born auf sein Nach suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 10. Februar 1916. Der Großherzog hat am 5. Februar dem Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitz in Gießen Dietrich Born die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Militärische Ausbildung der Jugend. Am Mittwoch abend sprach nach den allgemeinen Uebnngen Leutnant der Res. Spangenbera über Erlebnisse an der Marne und Pros. Böls r n g anschließend über deutsches Wesen und Lehren dieses Weltkrieges. Die packenden Ausfüh^- rungen beider Redner fanden den stürmischen Beifall dev Zuhörer. Am Sonntag morgen rückten unsere Jungmann- schasten schon früh aus, um gegen die Butzbacher Jung- wehr zu üben. Es war ihnen die Aufgabe gestellt, das Verladen abziehender Truppen auf dem Bahnhof Gießen gegen den von Nauheim aus folgenden Gegner m sichern. Kurz nach 11 Uhr stießen beide Gegner in der Nähe der Wald- schenke bei Groß en-Lin den aufeinander. Der überaus dichte Nebel erschwerte die Geländeaufklärung außerordentlich. Nach herrlichen BegrüßungsWorten durch die beiderseitigen Vorsitzenden und einem begeisterten Hoch auf Heer und Flotte wurde westlich der Straße Klein-Linden—Großen- Linden gerastet und von II 1/2 bis V/ 2 Uhr ab gekocht. Nach einem knrKen Angriff der Gießener Mannschaften von Grvßen-Linden her gegen den von den Butzbacher Jung- mannsckmften besetzten Waldrand ging es mrt Gesang und unter klingendem Spiel unserer Stadt zu. Ein flotter Vorbeimarsch auf Oswaldsgarten beendete die in ihrem letzten Teil vom herrlichsten Sonnenschein begünstigte Ue- bung. Der nächste Sonntag ist für Führer und Mannschaften vollständig fr er.
** Entwendung von Feldpostpäckchen vor der Auflieferung. Im Schaltervorraum eines Berliner Postamts hat ein fünfzehnjähriges Mädchen sich wiederholt an Kinder herangedrängt, die mit Feldpostpäckchen zur Post geschickt worden waren, und hat sie, angeblich um ihnen das Warten zu ersparen, überredet, chm die Päckchen zur Ausiieferung zu übergeben. Dias Mädchen hat dann die Päckchen, wenn die Kinder sich verttauensselig entfernt hatten, geöffnet, beraubt und teils die leeren Hüllen in Häusern oder auf unbewohnten Grundstücken in der Nähe des Postamts oder sogar in den Papier korb im Schaltervorraum weggeworfen, teils die Päckchen mit vermindettem Inhalt abgeschickt. Als die jugendliche Diebin die Oessnung einiger Sendungen eines Tages sogar im Schaltervorraum vornahm, wurde sie mit Hilfe der Kriminalpolizei festgenommcw Nach ihrem Geständnis sind ihr etwa 20 Päckchen in die Hände gefallen. Strafanzeige bei der zuständigen Amtscmwaltschaft ist erstattet.
** Die hessische Hand wer ks kamnrer ist unablässig bestrebt, den HandwerksKweigen, die sich an Heereslieserungen beteiligen können, Arbeit und Verdienstmöglichkeit Kuzuführen. Die geschäftliche Durchfüh!rnna der von der Kammer vermittelten Aufträge ist der V e r 0 i n g u n g s - stellederHandwerks kämme r, Handwerker-Zentvät- genossenschast zu Darmstadt, übertragen. Dieses Jnstttut wurde durch die Handwerks Kammer bereits im Fahre 1901 als gemeinnützige, vom Bundesvat genehmigte Aktiengesellschaft ins Leben gerufen; die Aktionäre sind Handwerker oder Freunde des Handwerks. Der Staat stellte einen rückzahlbaren Staatskredit Aur Verfügung, deshalb genießt die Handwerker-Zentvalgenossenschaft den Vorzug der Staatsaufsicht. Um zu ermöglichen, daß auch kleinere und mittlere Betriebe insbesondere des stark in Betracht kommenden Sattlerhandwerks an den zumeist eiligen Lieferungen beteiligt werden können, beschafft die Genossenschaft unter günstigeren Bedingungen Rohmaterialien und


