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Nr. 32
Der SieHener Avzei-er
erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZmnilienblätter; zweimal wöchentl.Nreir- vlattfiirdenNreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal mcmatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernjprech - Anschlüsse: sür die Schrittleitung 113 Verlag,Geschättsstellebl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis zuin Abend vorher.
EOn Blatt
J66. Jahrgang
Dienstag, 8. gebruar (9(6
eneral-Anzeiger für
«otat!o«sdruS mid Verlag der vrühl'schen llniv.-vuch- u«» ZtrmSnickerei 8. Lange. Schristieitnng. Geschäftsstelle und Druckerei: §chulstr.7
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(HmtUi&j 0 '* ® ro6f5 Hauptquartier. 7.Februar.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heftige Artillerickämpfe zwischen dem Kanal von La 2 **]%* ""d Arras ,owie südlich der Somme. Die wuröc in den letzten Tagen vom Feinde wieder lebhaft beschossen.
. ^ n J* C s uuen sprengten und besetzten die Fran- Hohe 285 (La Fille morte), nordöstlich von Ls ChaleDe. einen Trichter, wurden aber durch einen Gegensatz daraus sofort vertrieben.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
- zum 6. Februar von uns genommene
russische Feldwachtstellung auf dem östlichen S ch a r a u f e r
an derBahnBaranowitschi — Ljachowitsch iwurde
erfoiglss angegriffen. Der Gegner mutzte sich unter erheblichen Verlusten zurückziehen.
. „ Südwestlich von Widsy fiel ein russisches Flugzeug, dessen Führer sich verflogen hatte, unversehrt in unsere
•Pftttd.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Auf toflferfei Umwegen sickern feilte aus Washington erm^e nod) unverbürgte unb unbestimmte, aber erfreuliche Muchrutit?en zu uns durch. Aus Rotterdam meldet der B. L. : Die letzten Depeschen aus Amerika scheinen auf eine Eutspannung in bem ,Lnsitania"-Ko n flikt hin- Mdeuten. Bon englisch-amerikanischer Seite wurde die Lage Ms eurer Krise nahe dargestellt. „Assoeiated Preß" berichtet Er heute, daß die Verhandlungen eine günstige Wendung Fu nehmen scheinen. — In der Pariser amerikanischen Ko- bonre wrrd dre Washingtoner Lxwas-Melduyg von etwas gunstrgereir Aussichten der deutsel)-amerikanischen Verständigung bestätigt, und auch ein Mitarbeiter der „Franks. Ztg." nreldet: „Ich höre aus guter Washingtoner Quelle, daß der Etls so gut wie beigelegt betrachtet
^ Freude und Iübel, würde in DattschLand erweckt werden, wenn die in feen Gerüchten an« Hoffnungen erfMt werden sollten. Es ist durch dre letzten ernsten Nachrichten über die beutsch-amerü ramsche Spannung keinerlei Unruhe oder Erregung ins brutsche Volk gekommen. Wir fürchten .Herrn Wilson eben- sloweuig wie wir ihn lieben. Einer unserer Berliner Mitarbeiter schreibt uns, daß- wenn es wirklich nicht zum Ab- brr^ der diplonratischen Beziehungen zwischen Berlin und Washrrigton kommt, dies dem persönlichen Verdienst unseres Botschafters, Grafen Bernstors, zu danken sei. Als Beleg dafür führt er den Brief eines Deutschamerikaners an, der vor ivenigen Tagen aus den Vereinigten Staaten über Stockholm rn Berlin eingetrosfen ist und u. a. schreibt-
D« pöbelhaften Anwürse der Presse, auch der sogenannten mytandigen, Härte manchem Manne die ganze Arbeit verlern ja .ihn so verärgern können, daß er irgend eine Unbedachtheit 'b& fangen hätte. Vielleicht waren die niederträchtigen Artikel und Karikaturen rm „Nero York Herald", der „Tribüne" und anderen Schandblattern nur darauf berechnet, den Grasen Bernstors zu wvwzreren, oenn sre rückten das persönliche Elenrent stets in den Vordergrund. Aber Graf Bernstorf ist ruhig mrd gelassen seiner Bahn gegangen, er kann rn seinem unerschütterlichen Gleichrnut marrcheur Diplomaten als Vorbild dienerr. Die Amerikaner sind verärgert, darmr rst kern Zweifel möglich. Aber ich glaube, sehr vielen rst dre Ueberzeugung gekomnrerr, das; sie selbst nicht frei von Lader srrrd. den Neu-England-Staaten und bei derr Duarern ichernt stch das sogenannte puritanische Gewissen zu melden. Die ms Ungemessene gehende Herstellung von Mord- rnstrumeuten erregt Zweifel und Bennruhigirng. Tie Bewegung gegen dre Krregslreferungen wird von Woche zu Woche stärker Dre N«v Ymsk World hat ganz kürzlich auf Grund erner Umfrage stitgAellt, daß selbst die Gesellschaften, dre feit Ausbruch des, Krieges fast ausschließlich Kriegsmaterial und Ausrustungsgegemtände Herstellen, wenig Neigung verspüren, wertere Aufträge anzunehmen. Die Verwaltung der „Carnegie Steel Company" hat erklärt, daß der amerikanische Stahltrust die Krregslreferungen voraussichtlich vollkommen einstellen werde. Eine Rerhe anderer Gesellschaften, die im Aufträge der großen anreri- kanrschen Rüstungskonzerne für den Bierverband tätig gewesen sind, wollen in Zukunft nur Fabrikate Herstellen, die sür friedliche Zwecke Verwendung finden. Im Westen, wo die Bevölkerung viel stärker von deutschen Elementen durchsetzt ist, hat von Anfang an keine rechte Kriegsstimmung bestanden und das größte Blatt der mittelwestlichen Staatengruppe, die einflußreiche „Chicago Tribüne" verlangt daher auch, die Verhandlungen mit Deutschland sollten ans der gegenwärtigen Basis fortgesetzt werden. Aehnliches wünscht das „San Fran- zisco Chronicle", ebenfalls ein maßgebendes Blatt. Ueberhaupt kann man sagen, daß die Leute an der Pacific-Knste alles andere eher denken, als an einen europäischen .Krieg. Tie „Sun" veröffentlicht das Ergebiris einer Umfrage in den Banmwollstaaten, zum weitaus überwiegenden Teile scheint der Süden zu ver- lmfgen, daß Wilson und Lansing nun endlich mit Deutschland ins Reine kommen, auch wenn dieses nicht alle Forderungen erfüllen will, die die englischen Ohrenbläser — 125 britische Untertanen ftm) im Staatsdepartement zu Washington beschäfttgt — der ^mernanischm Regierung eingeredet haben. Das stärkste Ge- KM.lht für die Entsckferdung werden aber nach wie vor die von Sn unrechterweise beleidigten Deuts ch amerikaner in die
WaAuwle werfen. Seit Beginn der Weltkatasttophe sind Deutsch- lands Freunde in Amerika rastlos an der Arbeit, um drüben Ver- stanoms für deutsche Art und eine gerechte Beurteilung seiner Entichlutze zu erwecken.
Der Lügenfeldzug der feindlichen und eines Teiles der „neutralen" Presse hat unsere großen Siege und Erfolge aus den Kriegsschauplätzen überdauert. Nur haben sich orc Verleumder von dem Schauplatz der Wassentaten, wo
AMeriekämpse Im
für unsere Gegner eine gar zu fühlbare Dürre eingetreten ist, mehr und mehr auf das moralische Gebiet gerettet. Man lwimpft unentwegt weiter aus die deutsche Grausamkeit und Varlmrer. Aus diese Weise finden die Engländer auch den Mut, das Verhalten jener Fischer von GrimsSy, die unsere Besatzung des „L 19" hilflos ertrinken Netzen, zu billigen und zu rechtsertigen. Tiefe hatten ja ausges-agt, daß sie den „Hunnen" nnmnermehr ihr Vertrauen hätten schenken köu- E”- ^Das Reuter-Bureau stellt nuu .ausdrücklich fest, die öffentliche Meinung in England stehe!gjauz aus dem Stand- Punkt dieser Fischer, und fügt die läppische Schmähung hin- *u, der Kmegsverlaus habe erwiesen, daß man dem Wort der Deutschen nicht glauben und airs ihre Menschlichkett nicht rechnen dürfe. Herr Wilson, der amerikanische Präsi- dent, kann wirklich nicht mehr sagen, daß nur Leiden- LrvJ t -r ^ u 9 ert der Krieg-führenden blende. Das englische Gesuht ist vielmehr von einem Gemisch aus Haß und Verschrobenheit geblendet. Diese Essenzen sind natürlich auch ü? r? 0 ! ^^ttschevder als bei den nüchternen Engländern da- hrnslreßenden Strome der sinnzösischeii Leidenschaften ent- haltem „Bon einem Ende Deutschlands zürn anderen," sagt der „Temps", „Haben alle T'eutschen aller Klassen die Er- sausung der „Lufitania"-Reisenden und die VombaZements von London und Paris gefeiert, als wäre es ein Fest. Es ist ircherlich besser, unterzugehen, als dem Triumph oder auch nur der Berührung dieser Wilden ausgesetzt zu sein." Die „Agence Fournier" berichtet über Amsterdam: „Man meldet aus Berlin, daß eine enorme Menschenmenge zum Wohnhause des Grafen Zeppelin geströmt ist und dort eine Ovatwn veranstaltet hat. Da der Graf zur Front ge- reist ist, zerstreute die Menge sich bald. Ein wilder herrschte in den Straßen bis tief in die Nacht hinein." Das sind Proben der neuesten französischen Pressestlmmen. Wir sind gespannt darauf, ob man uns auch noch einmal nachsagen wird, daß wir die Knochen unserer getöteten Feinde abnagen.
* * *
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 7.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. Februar 1916.
Die Lage ist überall unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarfchalleutnant.
Die öffentliche Meinung Englands und das Verhalten des Fischdampsers „King Stephen".
London, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reutersck)en Bureaus. Die öffentliche Meinung billigt das Verhalten des Fischdampfers „King Stephen , der sich weigerte, die Bemgninma des verunglückten deutschen Lnstschcffes an Bord zu rrehmen. Leider lchre das Verhalten der Deutscl-en in diesem Kriege die Allnerten, daß man ihrem Wort nicht glauben darf, noch daraus rechnen kann, daß sie dre gewöhnlichen Grundsätze der Weuschlichkeit beachten. Wenn der Fjpj»-
dampfer mit neun Mann Besatzung beinahe dreißig bis an die Zahne bewaffnete Männer an Bord genommen hätte, )o war Grund anzunehmm, daß dre Schiffbrüchigen die Retter überivälttgen und Prise nach Deutschland fahren ivürden. Es ljt ein bedauerlicher Zug dieses Seekrieges, daß die Schiffe sich da- furchten, die Retttmg Ueberlebender von zerstörten Schiffen zu versuchen, die nt offenen Booten den Unbilden >r Witteruirg PP Entbehrungen ausgesetzt sind, iveil sie fürchten müssen, pse Boote gleich!am von den deutschm Unterseebooten cms- P^^te Üoder^ sind, die darauf warten, das Fahrzeug zu Versen-, ken,Tas die Schmbrnchigen zu retten versucht cn. ???don, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterjchen Bureaus. Bischof von London rechtfertigte m enier An,prache das Verhalterr des Kapitäns vom „King Ste-> Pl)en , dmn wenn er die Deutschen an Bord genommen hätte, wür- z* 11 vf ? ie Besatzung des Schiffes überwältigt und die ganz« deutsche Prewe dies als einen Akt geschickter S t r a t e g re b ei u b e l t haben. (!) Die Deutschen hätten die Ritterlichkeit in diesem Kriege vernichtet.
Englands neuester Bölkerreckrtsbruch.
Berlin 7. Febr. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet ans Amsterdam: Wie ans London berichtet toixb sollen ans Anweisung des englischen 5oMidelsministevinmA von letzt ab alle neutralen Postdampfer, die die englischen Gewässer berühren, untersuckst werden, ob die Po st sein d^ licher Staaten znm Versand von Bannware in Briefen benutzt wird. Damit bricht England -grundsätzlich amtlich das voir allen Ländemi der Welt anerllrnrrte BriefgcheimniS.
Die beschränkte KohlenauSfuhr Englands.
London, 7. Febr. (WTB. Nichtamtlich) Nach einer Rentermeldung erklärt.ein Rundschreiben des Handelsamtes daß örtliche Ausschüsse zur Erleichterung der imtner schwieriger werdenden Kohlenv ers o rgun g der Fn- d u st r i e eingesetzt und Kohlenaussuhrscheine nur nach Be- friedlgnng des inländischen Bedarfs verteilt loerden sollten. Dre Kohlengrubenbesitzer und die andern Industrien sähen dre NotttEndrgkert solcher Eingriffe in den Kohlenhandek ern, da die Kttlegsindustrie in erster Lime berrii^rchtim werden müsse.
Der unzulängliche Fliegerdienst der Engländer.
(Prw^Tel.) Die ,Mffsische Zeitung" meldet aus >bnfterL)ain: General Ha r,ghat dringend unr größere F i r e g e r a b t e r l u n g e n erst«t)t, da die ferndlickien Flieger ihm vcel zu schaffen machen. Die z-ahlreick-en feindlichen Angriffe hätten ferne Fronttruppen in Verwirrung gebracht.
London, 6. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das eng- lffche Hauptquartier meldet: In der vergangeiren Nacht be- setzten wir die westliche Ecke von drei Minentrichtern in der Nähe der Straße von Bermelles und La Bassee. Am frühen Morgen brachten die Deutschen eine Mine nördlich von Loos zur Entzündung, es wurde niemand verletzt. Wir besetzten eine Ecke des Trichters. Beiderseits herrschte Ar- k^.^^tätigkeit bei Frise, nördlich des La Bassee-Kanals bei Wvtschaete und Ppern. Gestern kam es zu 2 8 ^uft- Ü 6 ÜL t e it. Wir zwangen sechs deutsche Flugzeugebn die deutschen Limen mederzugeheu.


