Ausgabe 
24.1.1916 Zweites Blatt
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kL? or!7 ö ? n ' (als Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen

*** Mlg- butschen Frauenvervins) und Prvf. Tr. O Pitz-Gießen. k . 4 r J'-® r - Opitz wies in seiner Begrüßungsansprache auf 55.Bedeutung^ der Tagung Pin und führte dann in lichtvoller Weife etwa folgende Gedanken aus:

Die Geburtenziffer betrug vor 1870 noch 40 vom Tau­lend. sie sank nach dem K-ricgc etwas, stieg bis 1880 um ein Weni- erhrelt sich auf dieser Kurve längere Jahre, sank dann bis aus 37 und hatte 1913 bereits die Ziffer 26.3 erreickst. Miefes Abnehmen mußte sich in einer Verringerung der Bevöl­kerung bemerkbar machen, wurde aber durch die ständige Ver- rrngerung der Todesfälle aufgehalten, die z. B. 1870 noch 29 v. T.. 1913 mir noch 15,8 v. T. betrugen. Dieser Umstand ließ die Ge- burtenabnahme nicht so schr in die Erscheinung treten. Der Ab- stjand 4vird :etzt aber geringer weil der Abfall der Geburten schncl- o 6.eht als der Abfall der Sterbefälle. Der verringerten

Zahl der Eheschließungen ist keine Schuld beizumcssen, da sie ihren gleia>en Stand behielt. Für das Sinken der Geburtenziffer konimt zunächst m den Städten bic ' r "

fiitb, ferner bie Schaffung von Dausbesitzerkammern, schlier Ord­nung des Taxwesens und Aushebung der Besitzwechselabgaben des Reiches wahrend des Krieges, die bei Zwangsversteigerungen und bei freiwilliger Uebernahme notleidender Häuser durch Hhpotheken- glaubigcr überhaupt in Wegfall kommen sollten. Redner sieht den einzigen Weg zur Gesundung des Realkrcdits in der Bereitslellung unkündbarer Hypotheken, und diesem Zwecke sollen die PfaNdbries- anstaltcn dienen. Die Zahl der schon bestehenden Institute ist ge­ring. Die bestehenden Pfandbriefanstalten haben sich die Ern- richtungen der preußischen Landschaften zum Muster genommen, die für den ländlichen Kredit so ausgezeichnet gewirkt hiben. Der Redner zieht hauptsächlich das brandenburgische Pfandvriefinstitut als Beispiel heran.

Der Redner tritt für die Bildung solcher Anstalten auch in anderen Teilen Deutschlands ein und glaubt, daß die Bedenken einer Konkurrenz gegen Sparkassen und Hypothekenbanken nicht überschätzt werden dürfen gegenüber der außerordentlichen Wich tigkeit der Entschuldung des Hausbesitzes. Mit der Gründung

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burtenabnahme geringer. Es betrug auf 1000 Frauen im Alter von 1 j 50 Jahren die Zahl der Geburten in Preußen:

1901/05 1906/10

Stadt: 129.1 118.7

m Land: 178,7 168.9

.. Beachtenswert für den Geburtenrückgang ist auch der .rad der Wohlhabenheit. Der katholische Bevölkerungsteil ist am

zwertstelligen, die jedoch iwch mit der ersten Hypothek verknüpft «er. In der Unkündbarkeit der ersten Hypothek, der Gewißheit pünktlicher Zinszahlungen liegen für den zweiten Hypothek-Gläu­biger große Vorteile. Die Taxen des Pfandbriefamtes bieten große Zuverlässigkeit. Der Redner glaubt, daß dieser Sach­lage die Sparkaßen Gelder auch auf zweite Hypotheken geben konnten, unter Garantie der Städte. Schließlich könnten wie der

Rückgang weniger beteiligt als dar vr°tesLntisch-7dHgcn"siÄk I ^.^c7werdm XJÄÄrÄ * nb Ä n,H ^ t btc jtffer Bej dm Juden in erschreckender Weise. Auch politische Lu L ^ 3Ja * tWe - ®* e

ziehimg zeigen die slawischen Volksteile eine gewaltige Zunahme. Was bringt nun der Krieg? Selbstverständlich wird durch

thn die Heiratsmöglichkeit merklich beeinträchtigt werden.

Wie kann diesen ungünstigen Umständen entgcgengewirkt wer wen? ^-azn bedarf es außerordentlick>er Maßnahnien, die nur in einer umfassenden Organisation zu erreichen sind. Bei den Mitteln zur Hebung der Bevölkerung sind wichtige und neben

sächliche zu unterscheiden. Um die tieferen Beweggründe des i c ' ' : Y-Y Y' '

Geburtenrückganges zu erörtern, dazu benötigt es einer innigeren schon imKrie^ der VerwirkUchung

Berührung mit dem Volke selbst, eines Verstehenlernens der Volks- werden, um Menjhidbalt für die großen An

seele, der Momente, die zu einer gewollten Geburtcnverhinderung 5f c

durch die Frmi selbst führten. Hierin sind zu reck>nen: der Abfall bllar-KreditkoMmissron scheint dem Gedanken der Pfand-

i. ' I Dneiatllralten tiuimmmim it»tX XavV Km. Of..a

bestimmten Bedingungen übernehmen, wol^ei ihnen die Haus besitzergenossenschaften in der Tragung des Risikos zur Seite treten könnten.

Die Landesbanken hält der Redner nicht in gleichem Maße wie die Pfandbriefanstalten zu einer Reform des Realkredits für geeignet Es wäre jedoch möglich, durch Satzilirgsänderungep die Landesbanken im Sinne der Pfandbriefanstalten umzugestalten Nach dieser Richtung wäre auch eine Umwandlung der Hessi­schen Landeshypothekenbank wünschenswert. Die-

von der Kirche, das Schwinden der Sittlichkeit. Der Präventiv-

zuzunergen, und man darf der Erwartung Aus­

mittelverkehr spielt ferner eine erste Rolle, leider in zunehmendem ^ ?/ben daß das Reich sich der Entschuldung des Haus- und

Maße auch auf dem Lande, wo er durch Hausierer besorgt wird. ^ -.-

Ms Mittel zur Hebung der Bevölkerung scUug der Redner vor:

1. Verhinderung des PräpenttvmittÄverkehrs durch gesetzliche Maßnahmen nach dem Kriege.

2: Grundsätzliche Regelung und Llenderung der Gehälter in

Grundbesitzes der Bedeutung der Sache entsprechend annehmen wird.

Hiernach sprach Bantdirektor Diehl - Offenbach über Grün­dung einer Treuhand- und Hypothekenvermitt­lungsgenossenschaft e. G.m/H. in Offenbach. Der Red-

Staat und Gemeinde. Junggesellen nur die Hälfte, Zulagen nicht I "<5 glaubt die Ursache vieler Enttäuschungen der Hypotheken- nach dem^ Alter, sondern nach der Kinderzahl, Besteuerung der-I gläubiger darin zu sehen, daß bei der Geldhergabe viel zu wenig

chelosen Männer.

3 Beschränkung der Destierfreiheit für Unverheiratete.

4. Erleichterung des früheren Eheschlusses.

5. Vermittlung der Heiraten von Kriegsbeschädigten.

6. Bekämpfung der Säuglingssterblichkeft und der Geschlechts kvankhetten.

7. Bessere Ausbildung der jungen Mädchen für den Haus ftauenberuf.

Das Wichtigste Ast aber eine völlige Umstimmung der Bevölke rung durch Aufklärung und Belehrung in den Fragen der Be völkerungspolittk. Wenn die Wvhnungs- und Siedlungssrage in

das Objekt gegenüber dem Subjekt auf seine Belastungsmvglich keit hin geprüft werde Es sei also zunächst nötig, die Gefahr ft'rr den zweiten Hyvothekengläubiger auf ein Minimum herab- zuietzen. um das Kapital wieder mehr dem Hypothekenmarkt zu­zuführen. Diese Einschränkung des Risikos könne am besten durch das Mittel der Pfandbriefe erreicht werden, und durch Organisationen, die auf der Selbsthilfe der Hyvothckenschuldner, der Hausbesitzer, aufgebaut sind. In diesem Sinne habe man sich in Ofsenbach die Aufgabe gemacht, dem dorttgen Hausbesitz die Hypothekenbeschafsung zu erleichtern. Der Offenbacher Plan habe sich bis jetzt folgendermaßen entwickelt: Aus Kreisen der Haus­

schmelzen. Sic wird mit einfachen Mitteln und ohne Ver­wendung komplizierter Formen Wohnungseinrichtungen Her­stellen, gleich ober ähnlich derjenigen, welche, wie bekannt, bereits fertiggeftellt ist. Man denkt sich, daß eine Vereini­gung von Personen, Verbänden und Instituten, welche der Genossenschaft zür Seite tritt, die Mittet aufwendcn werden, um diese Wohnungseinrichtungen von der Genossenschaft zu erwerben und dieselben im Einvernehmen mit den Verwal­tungsstellen, die in Ostpreußen eingerichtet worden sind, unsren ostpreußischen Volksgenossen zuzuwenden. Der Er­werb eines Ausstellungsraumes in einer Stadt Ostpreußens stt in Aussicht genommen. Es darf erwartet werden, daß die oberhessischen Städte, Verbände, Banken und opferwillige Personen an dem Werke, das gleichzeitig dem vaterländischen Interesse dient und es unserem einheimischen Handwerk er- luöglichen soll, durchzuhalten, sich beteiligen werden.

** Zur Ueberführung gefallener Helden. Das Stellvertretende Generalkommando Frankfurt a. M. teilt mit: Es liegt Veranlassung vor, diejenigen Personen, welche die Lei­chen ihrer Angehörigen vom Kriegsschauplatz nach der Heimat zu überführen wünschen, vor der Ausbeutung durch minderwertige Firmen zu warnen. Es steht fest, daß einzelne unzuverlässige Persönlichkeiten sich unter Vor­spiegelung großer Küstenverminderung an die Angehörigen Ge­fallener herandrängen, um Aufträge zu erhalten und hierbei auch nicht vor wissentlich unwahren Angaben zurückschrecken. Es liegen Fälle vor, in denen angegeben wurde,, daß die Anerkennung der Leiche an Ort und Stelle durch ein Famllienmitglicd bezw. durch ernen.. Freund unnötig fti, hierdurch würden Reisekosten erspart Fälle, in denen die Gesamtkosten viel zu niedrig veranschlagt waren oder behauptet wurde, bei Inanspruchnahme einer Beerdi­gungsanstalt fänden die Gesuche schnellere Erledigung. Al­len Hinterbliebenen, welche eine Ueberführung beabsichtigen, wird somit dringende Vorsicht bei der Prüftmg der an sie l-erantreteu- den Anerbietungen angeraten und empfohlen, sich in allen Fällen an das Stellverttetende Generalkommando zu wenden. Hessen-Nassau.

# Ro dhei.pt a. d. Bieber, 22. Jan. Nachdem vor etwa 4 Jahren unsere Hauptstraße, welche in der Richtung Gießen- Gladenbach unfern Ort durchzieht, durch Kanalisation von den früher besonders im Somuter übelriechenden Gräben befreit wurde und schöne breite Bürgersteige erhalten hat, soll nun in diesem Jahre die Fahrbahn mit Kleinpflaster ausgestattet werden. Die Kleinpflasterstraße wird eine Länge von 1 Kilometer erl-alten, daß auf dieser Strecke die lästige Staubplage beseitigt wer­

den soll.

den Bereich des Problems gezogen werden soll und sie muß M!k er sich eine Genossenschaft mit Selbstverwaltung ge

es, dann ist sie nicht durch eine bessere Haus- und Wohnungs-1 vstdet : iedes Mitglied hat zunächst einen Anteil von 100 Mark kultur zu lösen, sondern in der Schaffung von freiem Land zur eingelegt, die Haftsumme betrage 100 Mark für jeden Anteil.

BesiMung. Ellen bogen freiheft für die Nachkommen! Nur so ist eine Bevölkerungsvermehrung zu e rwa rten, zu erreichen. Tie Erittebung dieses schtvierigen Ziels sei auch Aufgabe des neu zu gründenden Vereins (Reicher Beifall).

In der Besprechung des Vortrags verbreitete sich Exz. Braun (Darmstadt) über einzelne wichttge Fragen des Ausrufs, wobei er betonte, ftch zunächst nicht zu sehr in Einzelheften zu ver-

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Werde ein Kredit verlangt und bewilligt, so erhöhe sich die Ein­lage im Verhältnis zum Hauswert und zur Anzahl der gewährten Hypotheken. Die Geschäftsanteile werden als Ächerungssunrme deponiert. Der Austritt könne nur nach einer zweijährigen .Kün­digungsfrist geschehen und nur unter der Bedingung, daß der Aus­tretende eine bestimmte Summe, die im VerWltnis zu den Hypo­theken und zu dem für ihn getragenen Risiko stehe, an den Re

lieren. Die Gründung des Beverns sei zu begrüßen trotz mancher servefonds abführe. Durch allmählichen Ausbau könne die Ge- Bedenken. Sanftätsrat Dr. H a n a u e r - Frankfurt bedauert, daß nossenschaft spater in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt werden, man die Arbeiterschaft, die an der Frage doch am allermeisten Die Mitwirkung der Stadt bestche in der Garantieübernabme, interessiert sei, nicht geladen habe. Zur Lösung des Problems for- bis jetzt habe sich die Stadt mit einem Anteil an der Genoffen- derte er Einwirkung auf die Behörden und die Gesetzgebung und die Schaft beteiligt, sie will ihre Anteile der Zunahme der Mitglieder- Mschaffung des Zölibats für die Lehrerinnen. Bürger- ^hl evtsprechend erhöhen. Als Geldgeber habe man die Hessische meister Dr. Luppe-Frankfurt äußerte namens des Magistrats Landeshypothekenbank oder ein ähnliches Jnstttnt oder eine Ver- Bedenken gegen die Gründung, die nur Zersplftterung herbeiführe, sicherungsanstalt in Betracht gezogen, die dann Kommunalobli- Persönlich sprach er seine Zustimmung zu dem Inhalt des Vortrags Kationen der Stadt in Verkehr bringen solle. Die Frage des aus, betonte aber, daß nickst! die Kindermenge'maßgebend sei, sondern I Nisikos beruhe zunächst auf der Wertftage des Objektes. Die die Qualität des Nachwuchses. Dftektor Keller (Frankfurt) größtmöglichste Zuverlässigkeit in der Taxierung verspricht sich sprach vom Standpunkt des Ei^iehers. Das Uebel sea bei den ber Redner durch Annahme eines Durchschnittes, der sich' aus der besseren Ständen zu bekämpfen, wo es am stärksten wurzle. Ein Ortstare, dem Erstehungswert und aus dem Ertragswert ergibt, wesentlicher Fortschritt in der Lösung des Problems sei von einer dadurch werde vor allen Dingen>er Konjunktnrwert ausgeschaltet.

durchdringenden Erziehung zur Vevantwvrttichkeft.

Als Beleihungsgrenze sehe man 80 Prozent vor, die Genossen-

Nach weiteren Bemerkungen von Frau Levrson, Professorin^ übernehme die Ausbietungsgarantie für die ztveite Hypo Dr. Opitz, Exz. Braun und Dr. Sturm wurde die Grürr-1 thek, komme sie nicht zur Ausbietung, so könne sie trotzdem als düng des Vereins für Bevölkerungspv liti k beschlossen Vevmögenswert weitergeführt werden, und als Verlust seien nur Das Arbeftsgebiet soll das Grvßherzogtum Hessen und die an-1 die Uebereignungskoften zu buchen. Da das Risiko mit dem Werte schließenden Telle Hessen-Nassaus umspannen. In den einstweiligen des Objektes steigt, richte sich, wie schon gesagt, nach dieser Wert- Vorstand, der die wefteren Organisationsarbeften vorbereiten soll, auch die Beteiligung an der Genossenschaft. Die SicheAUNgs-

^ r--- ^ rf * ~ ''masse soll 10 Prozent des umlaufenden Kredites betragen. Die

__ eigentliche Tätigkeit der Genossenschaft bestehe in der Verwaltung

dikus Dr. D ü ck e^r ^Frankfurt a. Ms) als Schriftfühirer. Zu weiteren I der Häuser in der Jog.^Z r e u % a it b t ä ti g keit. Man hoffe

en zu vernrei- Zinseingänge,

Steuerbezahlung usw. Das Gewinnnwment solle bei der ganzen Tättgkeit ausgeschaltet werden. Alles, was verdient werde, solle zur Stärkung der Genossenschaft dienen. Durch diese Ausschal­tungen würden riskante Beleihungen verm^ieden werden. Zur Erhöhung der Sicherheit stehe der Stadt ein Vetorecht bei der Erteilung eines Kredites zu, ihr Recht könne sie durch ihre Mit­

berief man Prof. Dr. Opitz (Gießen) als Vorsitzenden, Exz Braun (Darmstadt, als stellverttetenden Vorsitzenden und Syn Söder (Frankfurta.M.) als Schriftfühirer.Zu weiteret Anmeldungen und Auskünften rst Dr. D ü ck e r - Frankfurt a. M. Zeil 15, Telefon Hansa 3258, bereft.

Ans Sterdt und Land.

Gießen. 24. Januar 1916.

Der Landesverband der hesfifchen Hausbefttzervereine _ ___ _ .. v t vv

Mett am 18. dieses Monats in Darmstadt seine erste dies-1 glied'sÄst zur Ausübung bringen. Die Frage der Entschuldung

jährige Sitzung ab, die von Berttetern der einzelnen Vereine gut besucht war. Als Vertreter der Regierung üvaren erschienen: Staatsrat Dr. Michel und Staatsrat Hölzinger und ~ gierungsrat Mathias.

dürfe besonders bei der zweiten Hypothek nicht außer acht ge-, lassen werden und könne vielleickft durch Heranziehimg einer Re-1 £e&en3t>erfi<f>ming in bestimmten Fällen, in denen das Objekt selbst den nötigen Ertrag nicht abzuwerfen verspricht, der Lösung

r-L. Landesvereins, Herr Grünwal dl näher gebracht werden. Die Tätigkeit der Öfsenbacher Genossen-

sprach über das Thema: Errichtung v o n Pfa nd b ri ef-I schaft während des Krieges beschränke sich naturgemäß zunächst Anstalten zur Beichaffung stadtiichen Jmmobilienkredits. Der! darauf, bei drohender KündiMNg einer Hypothek vermittelnd ein- , . r ~ r . ^ ...... zugreifen, um durch Zusicherung der Zinseingänge und Sicherung

r mrche sich oet^ Mangel einer straffen Organi-j der Kapitalforderung den Zusammenbruch zu verhindern. ZuM

Schlüsse betonte der Redner wiederholt, daß er das größte Gewicht auf die Selbsthilfe der Hausbesitzer lege, die nur durch einen festen energischen Zusammenschluß in Wirksamkeit treten könne.

An die Vorttäge schloß sich eine längere Aussprache.

Redner wies auf die Lage des Hausbesitzes im allgemeinen hin. Gerade im Krieg mache sich der Mangel eiw sation, die den gesamten Hausbesitz umfaßt und ihren Mit gliedern^ durch eigene Mittel helfend zur Seite treten könnte, ganz^ besonders bemerkbar. Staat und Gemeinde hätten ein In­teresse daran, daß eine Entwertung der Grundstücke vermieden werde.

Zu der Ungunst der Entwicklung habe in weitem Maße unsere Steuergesetzgebung beigettagen, so die fortwährende Erhöhung der Steuern auf Grund und Boden, die Besteuerung nach dem ge­meinen Wert

**

O stpr e u ß en h i l fe. Gegenwärtig ist in unserer . , ...... , Stadt eine Bewegung im Gange, welche die Beteiligung an

.. t, anstatt nach dem allein maßgebenden Ertrags- der Hilfsaktion für die Provinz Ostpreußen und andere wert, ferner die Harte, die den^chuldenabzug^mcht erlaubt. Tie j kriegsbeschädigte Landesteile zum Gegenstand hat und durch

welche gleichzeitig dem darniederliegenden einheimischen Handwerk zu Hilfe gekommen werden soll. Wir haben früher schon darauf hingewiesen, daß in den Ausstellungsräumen

Schwierigkeit der Lage äußert sich vor allen Dingen bei der Be schaffung von Hypotheken, und hier vor allem in der Beschaffung von zweiten Hypoth'ken.

Die Hypochllensrage steht mit der Frage der ausreichenden Wohnungsbeschaffung in dngstem Zusammenhang. Zur Bera-, . , .. .

tung und Lösung dieser Frage ist von seiten der Reichsregierung, r l ch t u n g ausgestellt ist, die für die Ernrichtung eines klein eine Jmmobiliarkreditkommission berufen worden. In dieser KoM- bürgerlichen oder Arbeiteranwesens, bestehend aus Schlaf-

des Kunstgewerbehauses Bach hier eine Wohnungsein

Mission haben die Vertreter des Zentralverbandes des Haus- und Grundbefttzervereins den' Standpunkt vertreten, daß nur Dauer- kredite dem Bedürfnis entsprechen können (Tilungshyvotheken) daß zur Errichtung zweckentsprechender Kreditanstalten die Betei­ligung des Hausbesitzes bezw. der Hypothekenschuldner unent

gemach und Wohnküche, bestimmt ist. Der Weg, auf dem diese Bestrebungen verwirklicht werden sollen, ist nunmehr gesunden. Es wird eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Gießen gegründet werden, welche sich die Hebung ä» U SSH etneTÄeTS I & «nfieimifÄcn G-«-rb°s. insbesondere durch Herstellunl

Eröhung der Lasten für den Realkredit vermieden werden müssen. Dazu bezeichnete er als erforderlich: die Errichtung von Pfand- brieianstalten zur Beleihung von Wohnhäusern bis. zu 75 Prozent des Ertragswertes in allen Staaten des deutschen Reiches, bezw. Ausbau der bestehenden Kreditanstalten, soweit sie hierzu geeignet

für WohnuncDeinrichtungen für Ostpreußen usw. zum Ziele setzt. Der Genossenschaft werden vornehmlich Handwerks­meister als Genossen angehören und die bestehende Genossen­schaftO b e r h e ss i sch e Werkstätten" wird in irgend einer Form sich mit der neu gegründeten Genossenschaft ver-

Gießener Strafkammer.

^ Gießen, 22. Januar.

Gestern verhandelte die Strafkammer unter Vorsitz des Land­gerichtsrat F u n k 4 Straffälle.

Wegen Vergehen gegen die Marktordnung mußte sich eine Gemüsehändlerin von Gießen in der Berufungs- Instanz verteidigen. Das Schöffengericht Gießen hatte in der Sache auf Freisprechung erkamrt. Die Sttafkammer erklärte, es handle sich darum, festzustellen, ob wegen des Gemüses ein fester Kaufabschluß zwischen den Parteien vorlag, ehe es auf den Wochen­markt gebracht wurde. Diese Frage sei nach der ganzen Sach­lage, wie sie die Beweisaufnahme ergeben hat, zu verneinen. Die Art und Weise, wie man hier dem Markt Vorräte zugunsten des Wiederverkaufs entzogen, sei durch die Bestimmungen der Marktordnung unstatthaft, weshalb die Angellagte mit einer Geld- sttafe von 25 Mark und Tragung der Kosten beider Instanzen zu bestrafen sei.

Der jugendliche,

am 2. April 1899 in Fulda geborene Arbeiter Fr. Jös. K. ist wegen Eigentumsvergehens schon recht oft und recht erheblich be­straft. Er ist ein unverbesserlicher Uebeltäter, den bereits 2 Be­gnadigungen von der verbrecherischen Laufbahn nicht zurück­gehalten haben. Neuerdings sind ihm vom Schöffengericht Orten­berg wegen 2 Fälle der Unterschlagung 1 Jahr 4 Monate und 3 Wochen Gefängnis zuerkannt, womit aber dessen Schuldkonto noch nicht beglichen ist. Der 17 Jahre alte Sünder ist geständig, auf dem Hofe Lauchstedt 25 Mark in bar und das Taschen­messer eines Arbeitskollegen sowie in Bleichenbach eine Taschen­lampe gestohlen zu haben. Die Strafkammer wollte sich nicht ent­schließen, den Angeklagten wegen seiner Jugend mit einer Zucht­hausstrafe zu belegen, sie billigte oem Angeklagten noch einmal mildernde Umstände zu und erhöhte die erkannte Strafe auf 1 Jahr 10 Monate Gefängnis.

Ein schwerer Junge

ist der erst 23jährige Joh. Kl. aus Norden, der eine ganzt. Reihe von Vorstrafen schon verbüßt hat, darunter mehrfach wegen Diebstahl. Er verbüßt augenblicklich ihm wegen 2 Einbruchs­diebstählen zuerkannte Zuchthausstrafen von 2 Jphren 6 Monaten. Kl. ist geständig, in Bonshausen und Schlitz mittels Eindrücken von Fensterscheiben und Einsteigens in einem Kontor und in einer Wirtschaft einen Hut und Rucksack sowie 3 Mark in bar und 20 Mark sowie ftir 45 Mark Postwertzeichen entwendet zu haben. Man hat bei dem Angellagten Meißel und Feilen und weiteres Diebshandwerkszeug vorgeftmden. Den Diebstahl in Bonshausen will der Angeklagte in Gemeinschaft mit einem ihm unbekannten Spießgesellen verübt haben. Die Straftammer erhöhte die Strafe auf 3 Jahre Zuchthaus.

Unter Ausschluß der O effentlichkeit wurde ein 62 Jahre alter Landwirt wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

Zur Warnung.

Vor 14 Tagen verurtellte die Sttafkanrmer den Landwirt und Beigeordneten von Niederstoll zu einer Geldstrafe von 350 Mark Hilfsweise 70 Tagen Gefängnis, weil er zur Ochsen­mast Roggen verfiittert hat, und weil er außerdem' 2 Sack Hafer, der beschlagnahmt war, versteckt gehalten hat. Der Angeklagte behauptete, der verfütterte Roggen habe alls Hinterfrucht be­standen, und den Hafer habe er versteckt gehalten, damit die Hühner nicht daran gehen sollten. Die Beweisaufnahme sieb zuungunsten des Angellagten aus, der auch das Urteil rechts­kräftig hat werden lassen. Die Mogelei ist dem Manne recht teuer zu stehen gekommen.

Aieehliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Tie für Dienstag, den 25. Januar, nachmittag? 4 Uhr, ar> beraumte Versammlung des Fraueu>uissionsvereins fällt aus.

Dienstag, den 25. Januar, abends 8 Uhr: Bereinigluig der konfirmierten weiblichen Zugend der Markusgemeinde.

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