Ausgabe 
3.1.1916 Zweites Blatt
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Die gro&te 5J6e^ltrr)^aft in der Spionage lebten die verschlage­nen Japan er im Kriege gegen ihren heutigen russischen Bundes­genossen im Jahre 1905 an den Tag. Die als Kellner, Hausierer und Laftenträger verkleideten Spione arbeitete mit so gerissenen Methoden, daß die Nüssen sich nicht mehr m helfen wußten.Der Hausierer trug in seinem Korb Waren verschiedener Farben, welche den Farben der Regimenter entsprachen, also schwarz blau, rot und weiß. Hierbei bezeichneten eine bestüümtt Sorte von Waren die verschiedenen Waffen. So zUm Beispiel, wenn ein Hau­sierer Tabak und Zigarren feilhielt, bezeichneten die Pakete eine Waffe, während die Zigaretten eine andere bez.eichnaten: hierbei spendeten sie noch Mundstücke mit verschiedenen Farben an. Ab und Kn wurden noch kleine Bemerkungen darauf in chinesischer (Schrift gemacht, und nun war der Kundschafter imstande, aus seinem ver­bliebenen Warenvorrat die Anzahl der gewählten Trnppenein- heiten abzuleiten. Diese kleinen Bemerkungen, einzeln gelesen, wirren ohne jede Bedeutmrg, in einer gewissen Reihenfolge aber zusammengestellt, bildeten sie ganze Meldungen."

Ans Stadt und Land.

Gießen, 3. Januar 1916.

** Amtliche Per sonalna chri chten. Der G r o ß - Herzog hat dem Großherzoglichen Hofgarteninspektor Friedrich Weigold zum 1. Januar 1916 das .Hofdienstehrcnzeickeu für 25 Dienstjahrc verliehen. Der Groß Herz og hat am 22. De­zember 1915 dem besoldeten Beigeordneten der Stadt Mainz, Bürgermeister und Baurat.Ferdinand Kuhn zu Mainz, aus An­laß seines demnächstigen Übertritts in den Ruhestand den Charak­ter alsGeheimer Bau rat" verliehen. In den Ruhestand verseht wurde am 11. Dezember der Großherzoglickie Gymnasialdirektor Geh. Schulrat Dr. L-öbell zu Worms, ans sein Nachsuchen, unter Anerkeirnnng seiner langjährigen, nrit Eifer und Treue geleisteten Dienste, mit Wirrung vom 1. Januar 1916. Der Groß- he rzog hat am 11. Dezember dem Großl)erzoglichen Gymnasial­direktor Geh. Schulrat Dr. Löbell zu Worms, anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüttgen verliehen. Der Großherzog hat am 8. Dezember 1915 folgende Beamte der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemcmschaft aus ihr Nachsuchen vom 1. Januar 1916 ab in den Ruhestand versetzt und ihnen die n-achbenarmten Aus­zeichnungen verliehen: dem Rechnungsrerisor Rechnungsrat Georg Z i n ß e r zu^ Frankfurt a. M. die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ober bahuassistenten Theodor F a u st zu Darmstadt das Silberne Kreuz des Verdienstordens Phitipps des Großmütigen: am 8. Dezember dem Oberbahnassistentcn Georg Schot lmayer zu Mainz und am 17. Dezember 1915 die Oberbahnassistenten Adam B ö h m e t mann zu Mainz, Wilhelm Quandt zu Wiesbaden und Jakob Bau m zu Darmstadt sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisen bahngememschaft aus ihr Nachsuchen vom 1. Januar 1916 ab in den Ruhestand versetzt. Am 10. Dezember 1915 wurde der Lokomotivführer in der Hessisch-Preußischen Eifenbahngemeinschaft, C^evrg Feigk zu .Hanau, aus sein Nachsuchen vom 1. Januar 1916 ab in den Ruhestand versetzt.

** S t a d t t h e a t e r. Aus dem Stadttheater-Bureau wird

geschrieben: Es sei daraus hingewiesen, daß das neue Lust ffuel von Presber u. Stein:Die selige Exzellenz", auch noch im Dienstag-Abonnement gegeben wird.

** Die Z ehupfenu ig stücke aus Eisen und di> Automaten. Man schreibt uns: In Deutschland spielen be­kanntlich die Automaten sowohl im Warenverkauf wie auch im Ver­sauf von Fahrkarten der Berkehrsuuternehmungen eine fcfjr be deutende Rolle. Ein grosser Teil dieser Automaten ist nun mit magnetischen Vorrichtungen versehen, durch die eine betrügerische Verwendmrg von Eisenstücken im Automalmr verhindert toird. Aus diesem Grunde bestanden ursprünglich erhebliche Bedenken gegen die Ausprägung von ZchnpsÄinigstücken aus Eisen, weil diese für Automaten mit magnetische Einrichtung keine Benutzung sinden konnten. Aber gerade die Automatenindusttie und der Fahrkartenverlauf haben ein besonderes Interesse daran, daß 'Zehnpfennigstücke in ausreichender Menge im Umlauf sind: und da auch sonst das Bedürfnis nach einer Verinehrung der vorhan denen Zehnpfcnnigstücke immer mehr hervortrat, gelangen nun­mehr auch Zehnpfemngstücke in Essen zur Ausprägung. Die nrit magnetischer Vorrichtung versehenen Automaten werden eine ent sprechende Umänderung erfahren. Das Gewicht der eisernen Zehn- Pfennigstücke ist nur 0,4 Gramm leichter wie das der Stücke aus Nickel, eine Differenz, die für die Benutzung im Automaten keine Rolle spielt. Die Münzstätten sind bereits auf die Prägung der Zehnpfenuigstücke eingerichtet, sie warten lediglich auf Äe Liefe­rung der Eisenblättchm von seiten der Industrie, mit der Aus-, Prägung wird daher sofort begonnen werden, sobald Prägematerial 'Kur Verfügung steht. Ausgeprägt werden bis zu 100 Millionen! Zehnpsennigstücke; rechnet man dazu die schon seit zlvei Monaten in Prägung befindlichen 100 Millionen Fünfpfeu-nigstücke, so ergibt das eine Bermehnurg der kleinen Zahlungsmittel, die sich im Zahlungsverkehr schon bald fühlbar machen wird.

Landkreis Gießen.

X Wies eck, 3. Jan. Der Ludwig Kolb

aus Wieseck, bei dem Feld-Artillcrie-Regiment 213, erhielt in Ruß­land die Tapferkeitsinedaille.

>< Daubringeu, 3. Jan. Leutnant der Reserve und Bataillons-Adjutant im Reserve-Jnfanterie-Regiment 222, 2. Bat., Sohn des vor Jahresfrist verstorbenen Lehrers Lehr wurde neben dem ihm schon lange verliehenen Eisernen. Kreuz noch die Großh. Hessische Tapferkeirsmcdaille verliehen.

Utphe, 3. Jan. In voller Rüstigkeit feierte der hiesige Durgermeister Schneider seinen 70. Geburtstag.

Beuern, 3. Jan. Die Hessische Tapferkettsmedaille erhielt der Wehrmann Arnold im Landwehr-Jnfanterie-Rgt. 116.

Kreis Büdingen.

6 B ü d i n g e n , 31. Dez. Die Sammel- und Einmachstttle des Obst- und Gartenbauvereins für den Kreis Büdingen in: Gasthof zum Stern in Büdingen erfreute sich auch in der letzten Zeit reich­licher Zufuhr von Gaben verschiedener ,Arr. Seit dem 20. N-ovember beteiligten sich daran die Gemeinden.Alttoiedennus, Aulen diebach,

ld, Büdingen mit Tiergarten und.Bahuwärlerstatwn Tunnel, Glauberg, Heegheim, Herrnhaag, Langenbergheim, Mittelgründau, Ober- nnv Nicdermockjtadt, Oberlviddershessu, Ranstadt, Usenborn und Wenings. Die großen Sendungen.der Sammel- und (.An- machstelle ui den Dconate-r Oktober und November haben bei allen Empfängern, wie aus Dankschreiben hervorgeht, (große Freude harvorgerrrieu. Es kam-en zum Versand: 68 große-Kisten mit Hbft- und Gemwmcnierven, Dörrobst, frischem Obst, Büchen;, Strümpfen und 10 weiter und 76 Eimer nrit Marmeladen und Latwergen! an Fl. A. K. Z. 111 der 84. Infanterie-Brigade, Infanterie-Regi­ment Nr. 20, 1. Pionier-Batnllon Nr. 16, Reserve-Lazarett' 4 m Deut'ch-Eylau, Neserve-Feld-LaZavott 52 in Ottzy und an Iden Hessischen Landesvercin vom Roten Kreuz in Darm-' stadt. Daneben fand noch die ^reichliche Versorgung der .Heimat- Lazarette statt. .Kurz per Weilprachteu wurden, wie angekündigt die Beträge für die von den am 20. November in unserem Blatte verösfenllichten Schulen gesammelten Wild fruchte auch-zahlt Wenn die beteiligten Kinder mit -dein Einsammeln der Wildffüchle bent Vatmlande wertvolle Dienste geleistet haben und wenn ihnen -gleichzeitig ein materieller Erfolg b?schieden war, so darf wohl angenommen werden, daß die wirtschaftlich nicht unbedeittenden Arbeiten auch in Friedcnszeiten weiter gepflegt werden. An dein Emswumetn von Oelfrüchten beteiligten sich in der letzten Zeit noch die Schulen Höcht, Lorbach und Mittelgründau. Zwischen W-ih- nachten und Neujahr bleibt die Sammel- und Eiumachstell' g c - schlossen. Der Betrieb wird am Dienstag, den 4. Januar in vollem Unffang wieder ausgenommen. An die opferfreudigen Be­wohner d«^ ergeht die fteirndlickie Bitte, die Samnul- und

Ein machstelle durch Ueberrveisung von Obst und '(5cm,ne, Dörrobü Kartofftln, Giern, ^Dnserven, Marmeladen und Latwergen Und dql" krättig zu unterstützen: denn nur dam: ist es möglich, allen Än- forderungen gevecht zu wuden. Bei dem jetzt herrsck-enden rnilden "- ;: '^ cr tomirii alle Feld- und Garten-Ecze-u-gnisse unbeschadet

transportiert werden. Es empffehtt sich, diese Zeit küchttg aus- zuTMtzen.

Dieb ach a. Haag, 3. Jan. Die Hessische Tapferkeits- Medaille erhielt der Gefreite Mohn im Jnf.-Regt. 115.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 31. Dez. Der hiesige Gewerbcverein hatte vor­gestern insDeutsche Haus* zu einer festlichen Veranstaltung ein­geladen, die auch von Damen recht zahlreich besucht war. Nach­dem ein Schülerchor das Lied gesungen:Stimmt an mit helle,n hohen Klang" und ein Prolog gesprochen war, hielt Reallehrer K a h l-Darmstadt einen Vortrag über:Unsere Erfolge und Hoff nnngen im Weltkrieg". Der Redner fand mit seinen Ausführung^ lebhaften Beifall. Der Leiter der Veranstaltung, St'adtpfarr ' Boeckner, sprach den Dank der Versammlung aus. Mit de,,, allgemeinen Gesang: .Deutschland über alles* schloß die Feier.

Kreis Schotten.

_.. # © eh 0 tten, 3. Jan. Am Hessischen Opfertage fürs Rote Kreuz gingen im Kreise 4460 Mk. ein. x

U l i a , 3. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unterossizic Jager.

Kreis Friedberg.

< f <ß r l e b b G r $ ' 3 - 2an. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhlelt der Kanonier Mnth im Fußartillerie-Regiment 3.

So del, 3. Ion. Das Eiserne Kreuz erhielten die Uilter- offigiete Wagner und Bender.

Storkenburg und Rheinhessen.

ch. B i u g e n 3. Jar. Tic Binger Al t er t umssa mm- lung ha^. vom Romricd-Germanischen ZcntralmuseuM in Mainz zwer rümifckc Gefäße aus einem Brandgrabe erhalten Tne Stadt v e r 0 r d n e t e n s i tz u n g beschäftigte sich mir der Frage der Hausbefftzerkamme-rn. In der Aussprache ivandten sich die Stadtverordneten Fegen hie Errichtung einer solchen Kammer, r?- m O^^lnaltung au- übergroße Schwierigkeiten stoßen würde. Die Verwmmlnng lehnte eiisstimM'ig die Einrichtung einer solchen Kairrmer ab. -- Hinffchtffch der Errichtung der Preisprüffing-s- stelle entspann sich eine ausgiebige Aussprache. Weitere Bespre­chungen sollen folgen.

Buche verzeichnet wären. Es wird erzählt, daß cfrrcg Tags' jemand M dem Gefandttm Gottes kam und ihn fragte, ob er seinem Ka­mele die Beine binden und Vorkehrungen zu seinem Schutze treffen, oder vb er es rnit gelöster Halfter gehen lassen und Gottes Schutze anbcsehlen sollte. Muhamed arrttvortetc:Binde dein Kamel an und tmnn vertraue auf Gott." Aug dieser Erzählung ruht das türkrsche Sprichwort:Erst binde den Efel an und darm beseht ilpr Gott." Gottes Segen und des Hirnmeis Beistauld sind ab- häirgig von der Umsicht, der Tatkraft, der Pflichterfüllung des dNenschon auch nach muslinnschem Glauben. Daher das schöne! Wort, das am 15. April 1915 der Srcktan zu den von ihm emp­fangenen Journalisten sagte:Alles sstkadar", aber man muß ttotzdem immer tätig sein."

Hessen-Nassau.

" kfil r k a. M., 3. Jan. Am Silvesterabend fand

rn

Gegenwart der Prinzessin Friedrich Karl von Hes- sen und des Grvßb. hessischen Finanzministers Dr. Braun- ^-armstadt die fererffche Uebergabe des vollendeten Adlers in Ersen an die ^tadt Frankfurt statt. Das Eisen.kleid der Figur besieht aus mehr als 200000 Nägeln, für die etwa! 110 000 Mark gelost wurden. Der Adler erhält vorläufig einen bevorzugten Platz rm Römer, - Zu Ehren Wilhelm Steinhaufens, der im Februar sein /0. Lebensjahr vollendet, findet im nächsten Monat eine große Ausstellung von Werken dieses Meisters

^ ,(t ^ Seit einigen Tagen sind bei

der Post 2 Fraucn als Briefträger eingestellt worden.

Bei erner polizeilichen Durchsuchung eines Quartiers in einem Bauerirgute des Stadtteils Bonames entdeckte man durch Zufall ber vier polnischen Arbeitern über 800 Mark in Gold Das Gold wurde natürlich der Reieüsbank zugesührt ^ H anau 0i n ' <v - ^ v '

(- Dc ck 'L, (LU/ .ju: rerarö oe,reyem>e ^tilw>-

Mapphett rn der E?tadt Hanmi noch stärker fühlbar nwchen wird. L.>er Borirtzende des Wirtsch.astsverbandes für Hcw.Mi-Stadt und Land, Landrat Frhr. Laur hat deshalb ein Milchausfuhr- ^rbot für die Kreise Hanau-Stadt lind Land vom 1. Januar 191b ab erlassen MilchtwodiiKenten, die bereits nachweislich vor dem L ^zanuar 1915 Milch nach auswärts abgegeben haben, kön­nen m der gleichen Weise weiterliefern.

r r.? 0 lbold, Kr. Hanau, 31. Dez. Die Ziaarren-

sabrrkeii des hiesigeu Bezirks haben beschlossen, an ssraendliche Personell unter 16 Jahren Zigarren nichk mehr abzuneben.

---Aus Na s sali, 3. Jau. Der Regierungspräsident Dr. von Meister hat im Hinblick auf das unwalwscheinlich niedrige Ergebnis der^ Bestandsausnahme in den ineisten Kreisel' des Re­gierungsbezirks Wiesbaden angeordnet, daß in jedem einzelnen tandwirtschastttcheu Betriebe eine erneute Prüfung der Getreide- Vorräte vorgenommen werden soll.

r a 11 n \ L e ^ g » 3 * ä nn - Da^ Ergebnis der Sammlung zur Beschaffung von Weihnnchttsgaben für die. Krieger ist dahin Ul ergänze»,, daß wohl die Bürgernieisterei Braunfels nur mit 790,60 Mk. barem Gelde vertreten ist, daß aber allein Stadt Braunfels und Burgsolms statt einer Geldsammlung 851 Pakete abgeliesert haben, die gering gerechnet einen Wert von 2500 Aik darstellen.

ul. Wolfen Hausen, 31. Dez. Die Maul- und Klauenseuche hat in unserem Dorf einen derartigen Umfang angenommen, daß über fünf Gehöfte die Sperre verhängt werden mußte.

vermischtes.

* Ein vollwertiger Kaffee- und Tee-Erfatz. Bei uns ist der in Südamerika in Mengen von Wer 30 Mill. Ktlogramm verbrauchte sogen. Paraguaptee nicht unbekannt; er wird schon seit einer Reihe von Jahren nach Europa exportiert und in Deutschland von Bremen und Berlin aus in den Handel gebracht. Tr O. Rammstedt schlägt nun im Anschluß an ander­weitige Vorschläge und Untersuchungen in derDeutschen Medi­zinischen Wochenschrift" vor, die Verbreitung dieses Genußnrittels besonders für das Feld zu fördern, da diAer Tee kräftige und anregende Wirkungen ohne die unangenehmen Begleiterscheinungen des gewöhnlichen Koffeins wie rauher Hals, Zittern der Hände, Herzpalpitationcn auszuüben vermäg. Der Paraguahtee, der auch Jesuitentee und Mattetee genannt wird, wird aus den getrock­neten und zerbrochenen oder zu einem groben Pulver zerkleinerten und unt zerbrochenen Stielen vermengten Blättern einer in Amerika heimischen Jierart bereitet, von denen die Stechpalme in Deutschland zu Hause ist. Die chemischen Bestandteile sind denen des chinesischen Tees ähnlich: Mattein chemisch nicht wesent­lich vom Koffein unterschieden, Gerbsäure und Spuren ätherischeii Die Gerbsäurewirkung steht dadurch zu derjenigen des aewohnlichen schwarzen Tees, besonders des Ceylon-Tees, in an­genehmen Gegensatz, als ein solcher Matteanfguß selbst bei üundenlangein Stehen nicht den bitteren Geschmack der bei uns | ne^ynten Teesortcn annimmt. Tie anregende Kraft des Ge­tränkes haben Teilnehmer eines Sechs-Tage-Rennens bestätigt, ohne aber irgendwie die sonstigen, zugleich auffreienden schädlichen Nebenwirkungen verspürt zu haben. Rammstedt glaubt daher, ..«attetee als Ai^ueegetränk statt des üblicksen schwarzen Kaffees empfehlen zu können, doch ist es von Bedeiitting, den brauch­baren jiec, der bei den untersuchten Ladungsproben 37,5 Proz. betrug, von dem sehr minderwertigen Teestaub und -grus und den glinz wertlosen Stengeln zu trennen.

' - . n .; : 0 emeinsame Mittaqstisch der Offiziere, ^m GlMnhrnng des gemeinsamen Mittagstisches der Offiziere - dm 'roheste rz-orm d-'- Offizierkasinos fand im preußischen Heere ll?''' 9 krade hundert Jahren statt. Die Anregung dazu gab nei enau, der im Jahre 1816 aus Koblenz an den Kriegsminister von Doyen schrieb:Was den Offizier anbetrifst, so hat dessen Verpflegung Die meisten Schwierigkeiten. Den besten Ausweg finde ich rn der bei der englische'.i Armee allgeinein eiiigeführten . Eiiivichtung eines genieiiffainen Mittagstisches." Diese dann ' all- j gemein eingeführte Sitte muebs zmn Kasino aus.

" v v 41.1V' Uli |UIUJCU

.. Offiziere der Berliner Regimenter teilnahm. Oo von deni Köiiig, der bekaiiiitlich sehr witzig war, auch die Be- zeichiiMigLiebesmahl" herrührt, ist iiicht bekannt, wenn auch nicht unwahrscheuilich, denn diese Bezeichnulig ist, wie wenige heute wissen werden, eine scherzhaste; sie wurde von den gemein- Ichaftlichen Mahlzeiten einer danials vielgenaiinten und viel- befpöttelten mystisch-religiösen Sekte auf die Offiziersesscii über- traaeri.

Aus der Welt des heutigen Islam.

Bism-arck, der große Menschenkenner, hat bekanntlich die Tür­ken als die Gentlemen des Orients beurteilt. Mit ihm Ammen alle Kenner des türkisck>en Volkslebens insofern überein, als sie die Vornehmheit des Denkens und Empffuidens anerkeirnen und rüh­men, dre rm Leben und Lehren des Islams überall zutage ttitt. Ernrge ferne Zuge dieser Art weiß aus eigener Kenntnis Fried- ^F.lVd'ch, der ausgezeichnete Orientalist der Berlmer Unrvessrdät in ernem Aufsätze im Januorl-effe der der der Deut­schen Verlagsanstalt in Stuttgart erscheinendenTeutsckmr Re- vue zu berichten. Als er im Jahre 1902 zunr ersten Male Nord^ und Sndbabylvnreu bereiste, kam er auch nach dem> Städtckien Sa- maua und rvar dortselbst Mittagsgast des würdigen, siebzigjähri­gen Mudrrs. Nach dem Essen erhob sich der alte .Herr und sagte mm wolle er rhm das Kleinod seines Hauses zeigen, stieg auf erner klernen Letter Kn einem an der Wand hängenden Spind, öffnete es in feierlicher Gemessenheit und entnahm ihm eine kleine verschlossene Truhe. Diese öffnete er, ein goldener Siegelring mit 9^fiem rotem Stem, kam ztrm Vorschein, und diesen führte der greise Mlislim mit erner Inbrunst ohne gleichen an seine Lippen, kuhte ihn imd sagte: Das ist das Bild imseres .Herrrr Jesu,

F-rrede ser irber ihm!" Er verttMite dem Gast den Ring nur für ffuckAge Augenblicke an, die nicht hiirreichten, zul erkennen, was dre Gravierung z-ergte, aber das Erlebnis ist Delitzsch unvergeßlich geblieben^denn es sprich^ beredter als W^rte vermöchten, dafür, wre der Muslrm in der Verehrirng Jesu als des letzteii großest Propheten vor Mohammed viele Namenchristen beschämt.' Sehr lauf klarend sind die Bemerkungen, die Delitzsch über den bekannten Fatalismus der Türken macht. Diesen Fatalismus selbst im b seine Gefahren stellt er nich>t in Abrede. Aber wenn vielleicht bei den Türken der alten Generation eine gewisse Gleichgültigkeit gegen alle irkttsche T-iiige und ein durch ungewöhnliche Gmügsamkeit im Efsen und Trinken unterstt'jtzter, zudein !durch das Klssna bcgünsttq- ter Hang znmKef" oder Nichtsttm und, getreu dem ttwkischen SprickswortErlen rst vom Satan" die ParoleJawasch, jawasch" d i.langsam, langsani" im priimten wie öffentlichen Leben Nicht fo schnell völlig ans^Urotten fern lmrib!: so laßt doch der! wicdcrgeborcne osmanssche Staat keinerlei Befürchtungen etwaigen Sichgehenlassens infolge von Mißdeutung des göttlichenkadar" aufkonrmen.

Wie wenig etwa Muhameds eigeiier Lehre Gleichgi'iltiakeit gegen die Anforderungen des irdsschen Lebens Schuld gegeben wcr- ^n kann, lehrt eine Unzahl von Woranstellen, denen zufolge der Glaube an Gottes Vorwisfen die menschlicl>e Willeiisfreiheit und Verantwortlichkeit nicht anschebt. Wie würde sich sonst, uni nur erns zii erwähnen, der Glaube an die Schlreibcrengel rechtfertigen^ Wenn wir einen. Muslini sein Gebet landen sehen, so boobachtm wrr, daß er zunächst nach rechts, daun nach links über die Schulter blickt er be>grüßt die binden Schreibereirgel, die deni Menschen !lüberall folgen, der bir Rechten, uni die güten, der zur Linken > um me vösen Taten auszuschreiben. Ihre Mission sväre doch nutz- I los, rvenn rnc Daten jedes Eiirzelnen bereits von Ewigkeit her im'

5n?nv?an der veresnkgten Krankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag, den 4. Januar, abends 7 Uhr:Mona Lisa." Mitt­woch den 5. Januar, nachmittags Uhr:Peterchens Mond- fahrt. Abends 7 Uhr: Unter inusikalischer Leitung des Herrn Generalmnfikdirektors Felix von Weingartner. Gastfviel der Frau von Wemgartner-Mareell: /Aida * Donnerstag, den 6. Januar, abends 7 Uhr:Der fliegende Holländer." Freitag, 7. Januar- geschlossen (6. Museiuns-Konzert). Samstag, den 8. Januar, nach- inittags 3>* Uhr: .Peterchens Mondfahrt." Abends 7 Uhr:Ter Evangelimany." Sonntag, den 9. Januar, nachmittags 3 l L Uhr: Peterchens Mondfahrt." Abends 7 Uhr: Erstes Gastspiel des Kal. Hosopernsängers Josef Schwarz von der Hofoper in Berlin: Rigoletto." Montag, den 10. Januar, geschlossen. Dienstag, den 1l. Januar, abends 7 Uhr: Zweites Gastspiel des Kgl. Hosopern- sangers Jos. Schwarz von der Hofoper in Berlin: .jAmelia oder Ein Maskenball." Mittwoch, den 12. Januar, nachmittags 3M Uhr - Peterchens Mondfahrt." Abends 7% Uhr:Nanon." Donners­tag, den 13. Januar, abends 7 Uhr:Mona Lisa."

Schauspielhaus.

Dienstag, den 4. Januar, abends Uhr: Deutscher Komö­dienabend:Der Fremde." 'Hierauf:Fritzchen." Dann:Sitt­liche Forderung." Ferner:Unter blonden Bestien." Zum Schluß: Die Hasenpfote." Mittivoch, den 5. Jaiiuar, abends 7ff, Uhr: Halbe Dichter." Tonnerstag, den 6. Jaimar, abends Uhr: Die deutschen Kleinstädter." Freitag, den 7. Januar, abends 7ffr Uhr:Dre Jungfrau von Orleans.* Samstag, den 8. Januar, abends 7% Uhr: Zum ersten Male:Der Liebestrank." Schwank in 3 Akten von Frank Wedekind. Soirntag, den 9. Januar, nach­mittags Z'^Uhr:Die Schöne von: Strande." Abeiids 7'/, Uhr: Die Journalisten." Montag, den 10. Januar, abends 7^ Uhr: »Der Liebestrank." Dienstag, den 11. Januar, abends 7'/^ Uhr: Halbe Dichter." Mittwoch, den 12. Januar, abends 7 Uhr: Aiitonius und Cleopatra." Domrerstag. den 13. Januar, abeirds 7*/, Uhr: Erstes Gesamt-Gastspiel der Münchener Kammerspiele: Zum ersten Male:Der Floh im Pauzerhaus." Groteske in vier Akten von R. Forster-Larrinaga. Freitag, den 14. Jammr, abeiids 7'/, Uhr: Zweites und letztes Gesaint-Gastspiel der Münchener Kaniinerspiele:Der Floh im Panzerhaus."

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

Jan.

1916

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Bed. Hitninel

Höchste Temperatur onx 1. bis 2. Inn. 1916 -ss 10,5° C. Niedrigste 1. 2. 1916 = -ss 7,4° C.

Niederschlag: 2,4 mm.

deshalb sendef s»e ms F-eldf!

Überall zu haben wo Rekl. am Fenster in Beuteln v. 15 Pfq. an.

nieMÄK lc»Fs FeklparHund