Berlin, 27. P&att" meldet aus kru£ Dnr>Mo
Die Gärung in Südalbanien.
J<m. (Prw.-Tel.) T-as „Berliner Tage- Lugano: „Gazette di Venezia" meldet vom 19. Iannar: Infolge der Gerüchte vom -Heram«chen der Oesterreicher sei ganz Südalbanien in Gärung. In den Bezirken südlich Berat seien die tvs- sAschen Stämme in vollem Aufruhr; sie hätten die Stadt Berat besetzt und eine provisorische Regierung eingesetzt. Mle Serben, deren man habhaft werden Sonnte, seien nieder- gemetzelt worden. Die Verbindung nach Durazzo und Va- uwwi sei gefährdet.
Kohlenliefernngen für Griechenland.
Athen , 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence s Havas. Cs ist ein Uebereinkommen mit England erzielt worden über die Lieferung von Kohlen für die Industrie- ^Unternehmungen Griechenlands. England gibt die Ermächtignng .zur Ausfuhr von Kohlen für den Gebrauch der Bahngesellschaften nach dem Maßstabe ilirer Bedürfnisse. Die Einfuhr amerikanischer »Kohlen wird in keiner Weise erschwert.
Telegrammwechsel zwischen dem Starrer uuu utm König von Bayern.
München, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich
hat
und
folgender Telegrarnm- dem Kaiser stattge-
Der Geburtstag des Raffers.
Berlin, 27. Inn. (W?TB. Nichtamtlich.) Anläßlich des Geburtstages des .Kaisers hat Berlin reichsten Flag .genschmuck angelegt. Neben staatlichen und kommunalen Dienstgebäuden zeigten dicht an dicht Privatgebäude in allen Stadtgegenden Festschmuck. Die Berliner und Charlotten 'bnrger Innungen feierten den Geburtstag des Kaisers >durch eine Huldigung am Eisernen H i n d e n b u r g. 'Sie zogen mit Bannern und Wahrzeichen unter klingendem Spiel nach dem Festplatz an der Siegessäule. Nach- einer Mnsvrache des Obermeisters Schmidt wurde an dem Degen Hinoenburgs ein Gedenkschild angebracht, woran sich eine -allgemeine Nagelung durch die Handwerksmeister schloß. In den Akademien und Schulen fanden Festakte statt. Im Lustgarten konzertierte der Koslecks che Bläserchor.
Die Feier in Wien.
Wien, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Geburts itag des Deutschen Kaisers wurde in Wien durch einen Fe st gottesdien st in der evangelischen Kirche begangen, zu dem erschiene!: waren: In Vertretung des Kaisers der Thronfolger Erzherzog Karl Franz Joseph, sowie der Erzherzog Franz Salvator in der Uniform ihrer preußischen Regimenter, Erzherzog Karl Stephan in denk scher Marine-Uniform, der Minister des Aeußern Baron /Burian, der gemeinsame Finanz-minister von Korber, der 'Kriegsminister von Kvobatin, der Ministerpräsident Stürgkh mit den Mitgliedern des Kabinetts. Nach dem Erscheinen ;des Erzherzogthronfolgers begann der Gottesdienst, wobei sPfarrer Professor Zimmernrann die Festpredigt hielt, die Mächtige Wirkung ausübte. Die Stadt legte bereits gestern reichen Flaggenschmnck an. Ans allen Teilen der Monarchie liegen Berichte über die festliche Begehung des Tages vor.
Die Feier im österreichisch-nngarischen Hauptquartier.
Wien, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Krieas- lpressequartier wird gemeldet: Das Geburtsfest des Deutschen !Kaisers wurde im (Standorte des k. u. k. Armeeoberkommandos (feierlich begangen. Mittags fand eine Festtafel im Schlosse bei dem Erzherzog Friedrich statt, zu der die Herren der deutschen Militärmession, sowie der Chef des Generalstabes Freiherr Conrad von Hötzcndorff mit den Generälen und Abteilungsvorstanden fdes Armeeoberkommandos geladen waren. Bei dem Mahle hielt jFeldmarschall Erzherzog Friedrich folgende beigeistert aufgenommene Ansprache: An allen Fronten wird Heute das Geburtsfest Kaiser Wilhelms II. gefeiert. Mit besonderer Innigkeit gchenken wir der machtvollen Persönlichkeit des treuen Bundesgenossen unseres allerhöchsten Kriegsherrn und f ehen
/den Segen des Allmächtigen auf sein erlauchtes Haupt. Im ,Vorjahre haben wir diesen Tag mit der zuversichtlichen Erwartung \bex konrmenden großen Ereignisse gefeiert. Heute können wir mit berechtigtem Swlze der errungenen Erfolge gedenken. Im näch - iften Jahre werden wird so Gott will, diesen Festtag lim Zeichen eines siegreichen Friedens begehen. tEines begeisterten Widerhalles bei der ganzen Armee und Flotte jgewiß, rufe ich freudige,: .Herzens: Der erhabene Herrscher des .mächtigen Deutschen Reiches, der oberste Kriegsherr der mit uns ttreu verbündeten ruhnrreichen Wehrmacht, mein aufrichtiger Ver- »Ährer, Gönner und hoher Freund Kaiser Wilhelm II. Hurra, Hurra, Hurra!
Eine Kundgebung des ungarischen Abgeordnetenhauses.
Budapest, 28. Jan. (WTB. Nichtanrtlich.) Auf Beschluß Aes Abgeordnetenhauses sandte der Präsident Beöthy Machlstehendes Telegramm an den Präsidenten des Deut- i-schien Reichstages:
Das ungarische Abgeordnetenhaus gedachte in seiner heut: gen Sitzung des Geburtstages Kaiser Wilhelms. Huldigung gebührt seiner historischen Persönlichkeit überall, wo man den Gradmesser menschlicher Größe in dem Rerchtum an edlen menschlichen Eigen sch asten erblickt. Aber mehr als Huldigung, tiefe Liebe für ihn erfüllt das Herz eines jeden Ungarn, denn in der Stunde der Gefahr stellte er sich mit seinem starken Schwert an die Seite unseres erhabenen Herrn, um den größten Kampf der Weltgeschichte bis zum Siege unserer gerechten Sache vereint durchzukämpfen. Auf Beschluß des Abgeordnetenhauses bringe ich dein deutschem: Reiche zu seiner heutigen Feier unsere gleichen Gefühle zur Kennttris.
Militärische Ernennungen.
Berlin, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Militärwochenblatt bringt u. a. folgende Ernennungen: Freiherr von Falkenhausen, Generaloberst z. D„ Führer einer Armeeabteiluna. wird ä la suite des Garde-Grenadier-RegimentS Nr. 4 gestellt; von Fabeck, General der Infanterie, Oberbefehlshaber einer Armee, und Freiherr von Plettenberg. General der Infanterie, Generaladjutant, Kommandierender General eines Korps, werden ä la suite des 1. Garde-Regiments zu Fuß gestellt; die Generäle von Jacob:, General der Infanterie, Kommandeur einer Landwehr-Division, und Freiherr von Mar- schall, General der Kavallerie z. D., Führer eines Korps, werden unter Belastung in ihren Dienststellen zu Generaladjutanten des Kaisers ernannt: den Charakter eines Generals der Infanterie erhielten die Generalleutnants z. D. Krause, Kommandeur einer Reserve-Division, von Liebert, Kommandeur einer Reserve-Division, S ch ö p f l i n. Kommandeur einer Reserve-Division und Graf von Schwerin, Kommandeur einer Reserve- Division, von Unger, Generalleutnant z. D., Inspekteur einer Etappen-Jnspektion, wurde der Charakter eines Generals der Kavallerie verliehen; Graf von Waldersee. Generalmajor z. D., wurde zum Generalleutnant befördert; den Charakter eines Generalleutnants erhielten Generalmajor von Home her. Kommandeur einer Jnfanteriebrigade. die Generalmajore z. D. Au au st in (Wiesbaden). Inspekteur,der Kriegs Bereiche eines AmneekorpS, Krieger einer- Infanterie-Brigade, Nicolai, Kommandeur einer Landwehr-Brigade, Freiherr vonReißwitz und Kader sin, Kom-
t andeur cttrer Infanterie-Brigade, von Schwerin. Komman- ur einer Infanterie-Brigade, von Semmern, Kvmnmn- deur einer Reserve-Jnfanterie-Brigade, Freiherr von Wechmar, Kommandeur einer Reserve-Jnfanterie-Brigade; zu Generalleutnants wurden befördert die Generalmajore Schmiedecke, Kommandeur einer Eisenbahn-Brigade, Ziel low Kommandeur -einer Feldartillerie-Brigade, und Herhudt von Bhoden.
des Gebnrtsfestes des Kaisers Wechsel zwischen dem König funden:
München, 26. Jan. Seiner Majestät dem Kaiser. Zum morgigen Tage, an dem Du zum zweitenmale im Felde Dern Geburtssest begehst, bitte ich Dich, meine und meines Hauses rnniaste Glück- und Segenswünsche entgegenzunehmen. Unerschütterlich fest fielst unser aller Entschluß, den schweren von übermütigen Feinden uns anfgedrungenen Kampf durchrnkämpfen bis zu einem siegreichen, Deutschlands Zukunft sichernder: Ende. In dieser Entschlossenheit stehen ich uno mehr ganzes Volk auch in Deinem ncnwn Lebensjahre und alle Zeit treu zu Kaiser und Reich. Gott schütze Dich und Dein Haus und führe Dich und die in harten aber siegreichen Kämpfen gestählten deutschen und verbündeten Heere zu neuen entscheidenden Erfolgen.
^ ^ Ludwig.
Serner Majestät dem König von Bayern. Empfange me:nei: rnmgsten Dank für Deine freundlichen Glückwünsche Zu me:nem Geburtstaae. Im Vertrauen auf Gott und den Sregeswrllen unserer heldenmütigen Truppen und die Opfer- frendigkeit des gesamten deutschen Voltes können wir mit er .^^ * ^ em siegreichen Ans gange des blutigsten Volkerr:ngens aller Zeiten entgegensetzen. Alle feindlichen Anschläge werden zerschellen an der imerschütterlichen Kraft und dein guten Gewissen, mit denen Deutschland im Verein mit seinen treuen Verbündeten den Kamps um seine Ex:ste::z, Ehre und Freiheit führt. Wilhelm.
Eine Ausschreitung in Lausanne.
Bern, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Heute mittag wurden m der Rue Pichiard in Lausanne vor dem deutschen Konsulat, das au5 Anlaß des Geburtstages des Kaisers die deutsche Flagge gehißt hatte, Kundgebungen veranstaltet. Eme Anzahl von^ Schülern, Studenten und Arbeiter!: sammelte sich vor den Fenstern des Konsulats auf der Straße an, wobe4 ,:ch d:e Menge durch zufällig des Weges kommende Passanten rasch vergrößerte. ES wurde,: Rufe laut wie: Nehmen Sie drescs Banner weg! Hissen Sie die Schweizer Flagge! Trotz der Anstrengungen mehrerer Polizisten, die inzwischen her- beigemlt waren, gelang es einem Manifestanten, die Fahne herunterzureißen. Die Polizei konnte sich der Fahne bemächttgen, me in das RegierungSgebäude gebracht wurde. Die Schweizer Regierung macht über die Angelegenheit die folgende Mittei lung: In einer heute nachmittag abgehaltenen Extrasitzung hat der Bundesrat Kenntnis genommen von den sehr bedauerlichen Vorkommnissen, die sich heute zwischen 12 und 127 2 Uhr vor dem deutschen Konsulat in Lausanne ereigneten und in deren Verlauf die Fahne heruntergerissen und das Konsulatsschild beschädigt wurde. Der Bundesrat, hat beschlossen, den Chef des politischen Departements zu beauftragen, den deutschen Gesandten aufzu suchen, um ihm sein lebhaftes Bedauern über diesen Zw:> chenfall auszusprechen. Zu, gleicher Zeit ist der schweizerische Äcwndtc in Berlin telegraphisch beauftragt wurde::, auf dem ka:,erlichen Auswärtige:: Amt vorzusprechen, und dem Uesen Bedauern der Schweizer Regierung Ausdruck zu geben. Die Bundes behörde habe Maßnahmen getrosten zur Einleitung einer Straf- u n t c r s u ch u n g gegen die Schuldigen. Betreffend der Konuilatsfahne wurde verfügt, daß sie von neuem gehißt und mit aller notwendigen Sorgfalt geschützt werde.
(f. MJ. U U - ^L-P^cmgenenlager ( m
(Neiße), Kommandeur
Au§ dem Reiche.
Zur Lage der deutschen Zeitungen.
Berlin, 27. Jan. Eine nach Berlin einberufene, von mehr als 300 Mitgliedern aus allen Teilen Deutschlands besuchte außerordentliche Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger beschäf tigte sich am 23. d. M. eingehend mit der überaus ernsten Lage der deutschen Zeitungen. Im Vordergrund der Erörterungen stand die Papierfrage. Es wurden folgende Entschlie zungen gefaßt:
1. Um die bereits eingetretenen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Zeitungsdruckpapier nicht zu einer Papiernot ausarten zu lassen, beauftragt die heutige außer ordentliche Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitung sVerleger den Vorstcnw, unverzüglich mit der Reichsregierung in Verbindung zu treten, um diese zu veranlassen, im Einvernehmen mit dem Vorstande des Vereins Deutscher Zeitungsverleger und nach dessen Vorschlägen auf dem Verordnungswege eine zweckentsprechende Einschränkung des Verbrauches von Zeitungspapier während der Kriegsdauer herbeizuführen.
2. Die heutige außerordentliche Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger beauftragt den Vorstand, den Herrn RÄchsLrnzler zu bitten, gemeinsame Verhandlungen zwischen den deutschen Zeitnngsdruck- papiersabrikanten und den deutschen Zeitnngsverlegern unter Leitung der zuständigen Regierungsstelle zu veranlassen, um für die Zukunft Verkaufspreise für Zeitungsdruckpapier sestzusetzen, die ein ungestörtes Forterscheinen der deutschen Zeitungen ermöglichen. Gleichzeitig beauftragt die außerordentliche Hauptversammlung den Vorstand, die Bestrebungen der deutschen Druckpapi er fäbriken zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe mit allem Nachdruck zu unterstützen. —<
3. In der -Oeffentlichkeit, selbst bei einer großen Anzahl von Behörden, ist die irrige Auffassung verbreitet, daß die Zeitungsverleger durch die bei einzelnen Blättern während des Krieges einaetretenc Steigerung der Auslage mehr oder weniger hohe Geschäfts-Gewinne erzielt hätten. Es wird dabei ga::z übersehen, daß die Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft, die das sinanzielle Rückgrat jeder deittschen Zeitung bilden, ausnahmslos stark, ja in vielen Fallen unl mehr als die Hälfte zurückgegangen sind. Dabei sind die Ausgaben für die Herstellung der Zeitungei:, insbesondere des redaktionellen Teiles, außerordentlich gestiegen, so daß sich das Zeitungsgewerbe durchweg in einer Notlage befindet. Eine ganze Anzahl von Zeitungen ist daher seit Ausbruch des Krieges zum Erliegen gekommen und hat das Erscheinen eingestellt.
Die Versammlung glai:bt, diese Aufklärung der Oefsent- lichkeit unterbreiten zu müssen.
Die neuen Höchstpreise für Gemüse.
Berlin, 27. Jan. (Prir.-Tel.) Im Reichsgesetzblatt werden heute die neuen Höchstpreise für Gemüse veröffentlicht;
I.
Die dtummern 1 und 2 der Bekanntmiachung vom 4. Dezember 1915 erhalten folgende Fassung:
1. Beim Verkaufe durch den Erzeuger oder Hersteller an den Handel dürfen folgende Preise frei ab nächster Verladestelle (Bahn otzer Schiff) für 50 Kilogramm beste Ware nicht überschritten werben: Für Werßkohl (Weißkraut) 4 Mir., für Rotkohl (BlaukvW 6,50 Mt, für Wirsingkohl (Savoyerkohl) 6,50 Mk., für Griinkohl (Braun- oder Krauskohl) 6 Mk., für Kohlrüben (Steckrüben, Wruken oder Dortschen) a) für weiße Kohlrüben 4,50 Mjk., b) für gelbe
Z'^ohlt.ube.: o f i)0 ;jjCi., sur iouoi/iniisen (uotJ uüo Spe».,^-
möhren, auch gelbe Rübeu genannt) a) lange Speisemöhren 1. weiß fleischige (sogenannte Pferdemöhren) 3 Mk., 2. rotfleischige Speisemöhren 5 Mk., b) Karotten (kurze rot- fleischige) 8 Mk., für Zwiebel 10 Mk., für Sauerkraut (Sauerkohl) 12 Mt. Diese Preise schließen die bisher handelsübliche Verpackung ein. Für Frostverpackung, die über das gewöhnliche Maß hinausgeht, können die Älbstkosten berechnet werden. Be: Verwendung von Säcken ist für den Sack ein Zuschlag von 40 Pf. für je 50 Kilogramm zulässig. Bei Sauerkraut verstehen sich die Preise oh::e Faß; die Fässer dürfen nur zum Selbstkostenpreise berechuet werden und müssen, wenn Rückgabe vereinbart wird, zu diesem Preise zluruck- genommen werden.
II.
Insoweit für Gemüse, Zwiebeln und Sauerkraut gemäß § 3 bet Verordnung des Bundserats vom 11. November 1915 Höchstpreise für dre Abgabe im K l e i n h a n d e l an den Verbraucher festgesetzt werden, dürfen sie folgende Sätze für 0,5 Kg. beste Ware nicht überschreiten: für Weißkohl (Weißkraut) 7 Pfg., Rotkohl (BlaukoU) 1! Pfg., für Wirsingkohl (Savoyerkohl) II Pfg., für Grünkohl (Braun- oder Krauskohl) 9 Pfg., für Kohlrüben (Steckrüben, Wrrcken oder Dortschen) a) für weiße Kohlrüben 4 Pfg., b) für gelbe Kohlrüben 6 Pfg-,, für Mohrrüben (rote und gelbe Speisemöhren, auch gelbe Rüben genannt) a) lange Speisemöhren, 1. weiß- sleischige (sogenannte Pferdemöhren) 5 Pfg., 2. rotfleischige Spersemöhren 8 Pfg., b) Karotte:: (kurze rotfleiscksige) 11 Psg., für Zwiebeln 20 Psg., sur Sauerkraut (Sauertohl) 16 Pfg.
Diese Besttmmung tritt am 21. Januar 1916 in Kraft.
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Stu ttgart, 27. Jan. Das württembergische Milrtärver- ordnungsblatt veröffentlicht zu Kaisers Geburtstag einen Gnadenerlaß des Königs für Militärpcrsonen.
Karlsruhe, 27. Jan. (WTB. Mchtamtlich.) Heute mittag wurde Zn der städtischen Festhalle die Deutsche Kriegsausstellung, eine außerordentlich umfangreiche Sammlung von Kriegswerkzeugen, in Anwesenheit des Großherzogspaares eröffnet. Inmitten der Ausstellung erhebt sich ein Kolossalkreuz aus Holz mit Opserstock, das zur Benagelung dient. Das Bild ist geziert mit dem Reichs- ivappen und einem Schwert. Der Großhcrzog, die Groß- herzogin und die Großherzogin Luise schlugen die ersten goldenen Nägel in das Reichsschwert.
Aus Hessen.
Ein Gnadenerlaß des Großherzogs.
Löschung von St ras vermerken im Strafregister und in den polizeilichen Listen.
Nr. 3 des Regierungsblattes bringt solgenden Gnadenerlaß des Großherzogs:
Seine Majestät der Deutsche Kaiser und König von Preußen haben ^um Me^höchsten Gebnrtsfeste zu genehm inigen geruht, daß im Strafregister und in den polizerlichen Listen alle Berinerke über die bis zum 27. Januar 1906 (einschließlich) von preußischeu Zivilgerichten oder von Militärgerichten des preußischen Kontingents erkam:den, sowie über die bis zu dem bezeichneten Tage durch Verfügung preußischer Polizeibehörden festgesetzten Strafen untew näher bestimmten Voraussetzungen gelöscht werden. Als Zeichen der freudigen Anteilnahme an der Feier des hohen Geburtstags Seiner Majestät des Kaisers u:rd Mnigs und der vollkommenen Ueb ereinst immimg mit der diesen: Erlasse zugrunde liegenden Absicht haben Seine Wnigliche Hoheit der Großherzog zu befehlen geruht, daß der Gnadenerweis, der dazu dient, die Nachteile und Beschwernisse, unter denen der gerichtlich bestrafte Teil der Bevölkerung im bürgerlichen Leben zu leiden hat, tunlichst zu mildewn und insbesondere das bessere Fortkommen bestrafter Personen zu erleichtern, auch im Großherzogtum Nachahmung finde. Demzufolge ist bestimmt worden, daß im Strafregister und in den polizeilichen Listen alle Vermerke über die bis zum 27. Januar 4906 (einschließlich) von hessischen Zivilgerichten erkannten Strafen gelöscht werden, wenn
1. der Besttafte keine anderen Sttafen erhalten hat als Gefängnis bis zu einem Jahr einschließlich, oder Festnngshast bis zu einem Jahr einschließlich, oder Haft, oder Geldsttafe, oder Verweis allein, oder in Verbindung :niteinander, oder mit Neben sttafen,
2. gegen den Bestraften nach dem 27. Fmruar 1906 bis znm heuttgen Tage nicht wieder auf Strafe wegen eines. Verbrechens oder Vergehens gerichtlich er- kamtt ist.
Das Gleiche gilt von Sttafen, die von Militärgerichten erkannt sind, soweit das Begnadigungsrecht Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog ausschließlich zusteht (siehe Bekanntmachung, die militärgerichtlichen Verhältnisse des Groß'herzoglichen Gendarmeviekorps betteffend, vom24.Juni 1901 ß 6).
Die Unterzeichneten Großherzoglichen Ministerien sind beauftragt, die zur Ausführung dieses Erlasses erforderlichen Anordnungen zu treffen.
Darmstadt, den 27. Jarruar 1916.
Großherzogliches Ministerium des Innern, v. Homberak.
Großherzogliches Ministerium der Justiz, v. Ewald.
Wettlauffer.
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, 28.'Januar 1916.
** A u § z e i ch n u n q. Vizeieldwebel Manfred S t a h l b e r q, der im November vor. Js. mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. iÜ zum Leutnant d. Res. befördert worden.
** Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ver- lieh'n: Heinrich Fischer I., Daniel Kahl II., Georg Kehr I., Heinrich Rein Heimer II., Georg Schupp I. und Wilhelm Schupp II., sämtlich in Griesheim bei Darmstadt.
** K u pf er, Messing und R e i n n i ck e l. Eine Bekannt- nulchung in unserer heutigen Nummer, auf die roir besonders aufmerksam machen, betrifft die Enteignung Ablieferung und Einziehung der Gegenstände auS Kupfer, Messing und Remnickel. Die beschlagnahmte:: Gegenstände fiitb vom 2. Februar bis 29. März an die Metallsmnmelstelle Gießen, Turnhalle der Oberrcalschule. ab zu liefern.
*♦ DieAuszahlung derFa milien unter st ützung'en an die Fanülien der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt wie folgt: Reichs- und Kreisunterstützung: An diejenigen, dere,:
Namen beginnen mit: A-U Montag, den 31. Januar; J-R Dienstag, den 1. Februar; S-Z Mittwoch, den 2. Februar. — Städtische Unterstützung lMielSzuschnß): An diejenigen, derei: Naniei: beginnen mit A-H Donnerstag, den 3. Februar, 7-R Freitag, den 4. Februar, S-Z Samstag, den 5. Februar. — An Vermieter, die Mietbeträge abholen, Montag, den 7. Februar. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vornrittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werdei:.
** Vom Po st s checkverkehr. Das anttliche Verzeichnis' der Postscheckkunde:: bei de:: Postämtern im Reichs-Postgebiet rvird in den nchMen .Tagen nach dem Stande vom 1. Januar 1916 er-


