Ausgabe 
28.1.1916 Erstes Blatt
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scheinen. Es, umfaßt 12ooo PojlicyecktuUden. Der Preis für das VeröcickuiS cinschl. der im Jahre erscheinenden Nachträge ist 3 Mk. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Post- sckcckkunben eihallen die Drucklvebke ans Wunsch von ihrem Post­scheckamt unter Abbuchung des Preises; auch können sie sich den regelmässigen Bezug durch einmalige Bestellung bei ihrem P.- Sch.-A. sickern. Mit der Stadt Colmar (Elsas;) ist künftig im inneren deutschen Postverkehr der Wertbriefverkehr gestattet. Tie Wertbriefe nach Colmar dürfen nur bei Postämtern (nicht auch bei Postagenturen, Posthilfsstellcn oder durch die Land­briefträger) aufgeliefert werden. Sic sind bei den Postämtern offen vvrzulegen und dort nach Prüfung deS Inhalts durch den Beamten in Neffen Gegenwart von dem Auflieferer zu verschliefen.

** Aus der Stadtverordn etensitzung. Beigeord­neter Grünewald bittet uns, seine Ausführungen in der letzten Stadtverordnetensitzung dahin zu vervollständigen, das; er gesagt habe,in Starkenburg und insbesondere in Tarmstedt befürchte man, daß mit dem Ausbau des Landwirtschaftlichen Instituts in Gießen eine Verlegung der Tarmstädter Landwirt­schaftlichen Versuchsstation eintreten werde und aus diesem Grunde sehe man dort den Ausbau des Landwirtschaftlicher: Instituts der Landcs-Universität nicht gerne; die Existenz der Darmstädter Versuchsstation werde aber in Wirklichkeit von der Entwicklung der Gicßener Anstalt nicht berührt."

Landkreis Gießen.

e. Grünberg, 28. Jan. Vizefeldwebel F. Gengnagel, Jnf.-Regt. Nr. 88, wurde nach dem Offizier-Lehrkursus auf den: Sennelager am 27. Januar zum Leutnant befördert.

Kreis Büdingen.

= Büd in gen, 27. Jan. Eine ans dem Kreise Bü­dingen stark besuchte Handwerkerversammlnng sprach sich nach längerem M-einungsanstausch einmütig für die Gründung einer nach Fachgruppen getrennten genossen­schaftlichen Vereinigung der oberhessischen Handwerker zu einer Wirtschaftsgemeinschaft aus. Die geplante Gründung von Fachgwtppen soll später zur Bildung von Zwangs­innungen führen. Da zurzeit in ganz Oberhessen diese Organisationsfragen in oen Handwerkerkreisen zur Erörte­rung und Beschlußfassung stehen, wird voraussichtlich schon in kurzer Frist ein greifbares Ergebnis erzielt werden.

Kreis Lauterbach.

U Schlitz, 27. Jan. Unter reger Beteiligung der hiesigen Einwohner fand heute nachmittag in dem Hofe dcü Vorderburg die erste Nagelung des von dem Grafen von Schlitz gestifteten S ch l i tz e r Schildes" statt, der eine kurze Eröffnungsfeier voranging. Im Anschluß au die öffentliche Feier wurde aus Anlas; des Geburtstages des Kaisers Gottesdienst abgehalten. Damit den späteren Geschlechtern die Namen der Opferwilligen bewahrt bleiben, wird sich jeder, der einen Nagel in den Schild schlägt, in ein Buch einttagen. Die Preise der Nägel sind auf 20 Pfennig für weiße und 50 Pfennig für schwarze festgesetzt, so daß sich auch minderbemittelte Leute an dem guten Werk be­teiligen können.

Kreis Schotten.

L aubach, 28. Jan. Im Anschluß an den Abendgottes- dienst in der Stadtkirche waren zur Feier von Kaisers Ge­burtstag Krügerverein und Jugendwehr zur Kirchenparade angetreten. In feierlichein Zuge ging es durch die Stadt zum Kriegerdenkmal. Hier hielt Oberamtsrichter Z i in m e r m a n n eine knrze Ansprache.

Kreis Friedberg.

-- Friedberg, 27. Jan. Das Kreisamt sprach sich gutachtlich aus ein vom Landesverband der Hausbesitzer erngegangenes Gesuch gegen die Errichtung einer Haus- Lesitzerkammer für das Großherzogtum Hessen ans; cs hält eine solche Einrichtung nicht für notwendig.

e. Friedberg, 26. Jan. Im Volksbildungsverein sprach der Weltreisende W. Schwiegershausen von Leipzig über Unsere Verbündeten deSJsla m. Besonders erfreulich a l diesen Ausführungen war das erfrischend feile Vertrauen, mit d 'in der Redner dem weiteren Verlauf des Krieges am Suez­kanal. in Mesopotamien und Persien entgegensieht. Jit einem zw.euen Teil gab der Vortragende an der Hand von fast 150 guter und schöner Bilder einen Einblick in die bunte Mannigfaltigkeit des orientalischen Lebens und der muhammedanischen Religion und Kiiltrir, die er auf seinen ausgedehnten Reisen kennen und schätzen lernte.

Butzbach, 28. Jan. Anläßlich der Geburtstagsfeier des Kaisers fand in hiesiger Stadtkirche abends 8 Uhr ein Festgottes- dienst statt, bei dem Pfarrer Loos die Predigt hielt. An dem Kirch­gänge beteiligten sich der Krieger- und Mllrtärverein, die Mann­schaften der hiesigen Garnison und Lazarette, der Turnverein, der Evangelische Arbeiterverein, die Jungmannschaften und die Zivil­bevölkerung in sehr großer Zahl. Nach beendigtem Gottesdienste marschiertet: die Jung Mannschaften feldmarschmäßig mit Gewehr unter Vorantritt ihrer Musikkapelle auf den Marktplatz. Medizinal­rat Tr. Vogt hielt eine Ansprache und brachte zum Schlüsse ein dreifaches Hurra aus.

Starkenburg und Rheinhesseu.

ch. Bingen, 28. Jcrw Ein schweres Schiffs- Unglück hat sich gestern imchmittag im Binger Loch er­eignet. Der SchleppkahnGott vertrau" fuhr im Anhang des Schraubenschleppdampsersde Grujter Nr. 4" *it Tal mit einer in Budenheim bei Mainz übernommenen Ladung Kalksteinen. Gleich hinter dem Bürger Loch, geriet der Kahn auf die Lochbänke und legte sich fest. Der Kahn trieb herum und liegt mm mit dem Bugspriet auf dem Lande fest, erstreckt sich dis auf die Lochselsen und legt das ganze Binger Loch-Fahrwasser quer zu. Die Ladung des Kahnes dürfte verloren sein, auch ist der Kahn allem Anscheine nach in der Mitte gebrochen. Das Binger Loch-Fahrwasser ist vollständig gesperrt und die bergwärts fahreirdenSchlepp- züge müssen das neue Fahrwasser, das flacher ist, aber bei dem gegenwärtigen Wasserstande immerhin genügend Wasser aufweist, benutzen, während die Talschleppzüge aus der Binger Reede vor Anker gehen müssen.

Kreis Wetzlar.

= Wetzlar, 28. Jan. Auf dem Buttermarkt fand gestern mittag die feierliche Benagelungeines eiser­nen Brunnenschaftes statt. Das Kriegswahrzeichen soll später auf einern Brunnen zur Aufstellung kommen.

Hessen-Nassau.

Wm. Kirchhain, 28. Jan. In der letzten Stadtver­ordnetenversammlung wurden die neu- und wieder- gewählteu Stadtverordneten in chr Amt eingeführt und durch Handschlag verpflichtet. Als Stadtverorduetenvorsteher wurde Apo­theker C. I u n g und als Stellvertreter Bauunternehmer H. Lang wiedergewählt. Sodann wurden die Wahlen der Mitglieder für die verschiedenen Kommissionen vorgenommen. Für die Reparatur der Akkumulatoren-Batterie im städtischen Elektrizitätswerk wur­den 7000 Mk. bewilligt. Um eine allzugroße Erhöhung der Gemeindesteuern zu vermeiden, soll für das Rechnungsjahr 1916 die regelmäßige Tilgung der städtischen Schulden unterbleiben md hierzu die Genehmigung der Aufsichtsbehörde emgeholt wer­den. Der verstorbene Stadtschreiber a. D. Ockershausen hat der Stadt für Schulzwecke 2300 Mk. h-interlassen. Die Uebernahme der Unterhaltungskosten der Grabstätte des Verstorbenen auf die Stadt wurde genehmigt.

--- Frankfurt a. M, 28. Jan. Der 23jährige Stall- schrveizer Alfred Wittm er stürzte sich gestern abend aus oem zweiten Stock seiner Wohnung, Mainstraße 16, aus die

Straße. Ec erlag nach kurzer Zeit den beim Sturz er­littenen schweren Verletzungen.

Landwirtschaft.

Landwirte, sorget für Del!

Zur Volksernährui>g kann das Gewinnen von Oel, was von großer Wichtigkeit ist. auf nachstehende Weise bedeutend erhöht werden, ja sogar so viel, daß reichlich Ocl vorhanden ist. Es ist eben noch Zeit, daß sich die Landwirte ausraffen und dafür sorgen, um mcht die englischen Taumcnschranben wegen der ausländischen Fette^ zu verspüren. Das ist zu erreichen durch das Ansstellen von Sommerraps, oder, wie er noch genannt wird, das ^onuner- sämchen, welches ein vorzügliches Oel gibt. Ein jeder Bauer ist in der Lage, ein Stück Land, und wenn es nur 500 Quadratmeter sind, zur Rapszucht zu benützen. Es hat doch jede: schon im Herbst seine Aecker, wo Kartoffeln oder Runkelrüben hin sollen, zum Teil mit Stallmist gedüngt. Tarani kann er solchen Samen säen und zwar um die Zeit des Hafer- und Gerstensäens. Man wählt sich ein gut zu bebauendes Stück Land, ackert dieses und beardenet es ganz sein, hernach sät inan etwa */, £ttev ©cmeii ans 5(0 Quadrat­meter und rechet ihn leicht unter, auch kann man ihn ein­fach unterschleisen, daß ihn nicht viel Erde bedeckt. Ein weiteres Dünaen des Landes ist nicht nouvcndig. Noch im Juni oder anfangs Juli ivird der reise Raps abgemacht, gedroschen, von den Schoten befreit und dann einige Zeit mit dem feinen Ge- rnüll auf deni Speicher nufbeiuabrt, so das; er trocken ivird. Das Geniüll darf nicht gleich beseitigt werden, sonst wird der Samen schimmelig. Der getrocknete Raps wird ans einer Feginühle ge- reinlgl und er ist ferng zur Oelmühle. Dos Stück Land kann man hernach ,ioch ganz gut mit Kartoffeln bebauen Schreiber dieses hat schon Kartoffi ln an: 8. Juli ausgestellt, die im Erlrage ^nocb recht gut ausgefallen waren. Ruiikelrüben anf ein solches Stück Land zu setzen, ist nicht so empfehlenswert wie Kartoffeln. Daruin sei es nochmals jedein Balier, auch weiin er nicht überspiel Ge­lände zu verfügen hat, auss ivärmste empfohlen, ein Stück von diesen: Sarnen ausznstellen, und wenn jeder seine Schuldigkeit hierin tut, sv muß es bald mehr als genug Oel geben.

V E i n B a ii e r.

Gericht-iaal.

Herabfallen der Schiebetür eines Güterwagens beim Entladen.

Schadensklage gegen die Eisenbahn wegen Verwendung eines Wagens veralteter Kon­struktion. Das Reichsgericht hatte sich jetzt mit der Frage zu befassen, ob eine Eisenbahnverwaltung schuldhaft handelt, wenn sie einen Güterwagen veralteter Konstruktion, dessen Einrichtungen nicht so betriebssicher sind, wie bei den neuen Wagen, weiter im Verkehr beläßt, oder wenn sie nicht wenigstens dafür sorgt, daß der Wagen vor seiner Entladung auf seine Sicher­heit untersucht wir. Der interessante Streitfall betraf fol­genden Sachverhalt;

Am 6. April 1914 war der Arbeiter B. zusammen mit an­dere:: Arbeitern damit beschäftigt, auf dem Güterbahnhof z u Gießen aus einem Güterwagen, der auf dem Nebengleis der Spedttionsfirma M. stand. Kartoffeln auszuladen. Nach Entfer­nung der Plomben des Wagens löste sich die Schiebetür beim Zurückschieben plötzlich los und fiel dem B. auf den Kopf. Dieser wurde dadurch sehr schwer verletzt, so daß er dauernd erwerbs­unfähig ist. Er verlangt nun von dem Pr eußischen Eisen- bahnfiskus als Schadenersatz außer einem Schmerzens­geld in erster Linie eine einmalige Abfindung von 50 000 Mark, eventuell eine Jahresrcnte von 2000 Mark. Die Klage ist auf das Reichshaftpflichtgesetz und auf 8 823 BGB. gestützt: der Kläger findet ein Verschulden des Fiskus darin, daß der Wagen, obwohl die Einrichtung der Schiebetür veraltet gewesen sei, im Verkehr belassen wurde, und weiter darin, daß das Eisenbalmpersonal. nicht angewiesen worden sei, den Wagen auf die Betriebssicherheit der Tür hin vor dem Entladen zu untersuchen.

Sowohl vom Landgericht Gießen, als auch vom Ober­landesgericht D a r m st a d t ist die Klage a b g c w i e s e n wor­den. In seiiren Entscl)eidungsgründen führt das Obcrlandesgcricht aus; Das Reichshaftpflichtgesetz ist auf den vorliegenden Unfall nicht anwendbar, da nicht ein Unfall beim Betriebe der Eisenbahr: vorliegt. Tie Entladung eines stillstehenden Wagens gehört nicht zum eigentlichen Betriebe, der Beförderung von Per­sonen oder Sache::. Das Oefsnen der Schiebetür des Wagens aber, wobei der Unfall sich ereignete, gehört zum Entladen und steht mit den: Eisenbahnbetrieb als solchem in keinem Zusammenhang. Auch ein Verschulden des Beklagten ist zu verneinen. Nach der Meinung des Sachverständigen ist der Unfall dadurch eingetrcten, daß die an der Außenseite des Wagens (eines alten württembergi- sck>en Güterwagens) an einem Bolzen angebrachte Schraubenmutter sich von dem Bolzen gelüst hat, so daß die von dein Bolzen ge­haltene Leiste der Schiebettir sich ablösen konnte. Die Wahr­scheinlichkeit spricht dafür, daß die Schraubenmutter auf der mehrere Tage dauernden Reise des Wagens von Schwiebus nach Gießen verloren gegangen ist. Allerdings ist zuzugeben, daß die Ein­richtung der Schiebettir ein veraltetes System und von einem neuen System, bei dem ein Loslösen der Tür ausgeschlossen ist, überholt war. Aber nach dem Sachverständigen bestehen keine Bedenken, Güterwagen mit der Schiebetüreinrichtung des ältesten Systems laufen zu lassen. Vor der Abfahrt in Schwiebus ist der Wagen von dem Lademeifter K. untersucht und in ordnungsmäßi­gem Zustande befunden lvorden. Dann ist es aber der Eisenbahn nicht zuzumuten, den Wagen wenige Tage später nach seiner An­kunft am Bestimnrunasort nochmals untersuchen zu lassen, wenn nicht eine besondere Veranlassung dazu vorlie^t. Hiernach fehlt es an einem Verschulden des Bellagten. Es mich vielmehr angenom­men werden, daß hier ein Unglücksfall vorliegt, für den weder die Eisenbahnverwaltung noch ihre Beamten haftbar gemacht werden können.

Mit der Revision gegen dieses Urteil führte der Kläger aus, daß hier ein Betriebsunfall angenommen lverden müsse, weil die Ursache des Unfalls, das Lvslösen der Schraube, während des Rollens des Wagens, also während der eigentlichen Betriebstätig- keit erfolgt sei, mit dem Betrieb somit in ursächlichem Zusammen­hänge stel-e; weiter sei es aber auch schuldhaft, wenn die Eisenbahn­verwaltung Wagen mit so veralteter unsicherer Einrichtung laufen ließ; jedenfalls aber müsse verlangt werden, daß solche alte Wagen auf ihre Betriebssicherheit untersucht werden, bevor sie zun: Ent­laden freigegebcn tverden. Das Reichsgericht hat das angefochtene Urteil aufgehoben und die Sache zur noch­maligen Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. (Aktenzeichen: VI. 391/15. Urteil des Reichsgerichts vom 26. Januar 1916.)

Universitäts-Nachrichten.

Frankfurt a. Ad, 26. Jan. An der Universität Frankfurt hat sich vr. phil. Hans Henning für das Fach der Philosophie habilitiert.

vermachter.

* D i e H o l z n o t in England. Um der während der Daner des Krieges immer fühlbarer iverdenden Holznot zu steuern, hat der englische Forstverband in einer letzthin abgehaltenen Sitzung sich n:it der besseren Ausnutzbarkeck der englischen Waldungen be­schäftigt. Dabei wurde deutlich betont, daß die Regierung die Schuld an den unhaltbaren Zuständen trüge. Der zur Verfügung stehende Holzvorrat ivar für die durch den Krieg geschaß'ei:en An­forderungen sehr ungenügend. Die Preise stiegen, und ungeheuer­liche Summen wurden für die Einfuhr aus den: Ausland gezahlt, anstatt daß die Regierung für die Ausnutzung des nationalen Wälderreichtums Vorsorge getroffen hätte. Die Forstverwaltung wlll nun bewirken, daß die Militärbehörde, um den Transport- schivierigkeiten abzuhelfen, für das Forstgewerbe Ausnabme- bedingungen festsetzt, unb man erwartet eine spezielle Aufforderung der Regierung an die Grundstücksbesitzer, sich den: Anbau neuer Waldungen zu widmen.

* S ch n: u ck st e : n e d e u t l ch e u U r i p r u u g 2 . ^er nrieg lehrt uns auf jeden: Gebiete, an unsere eigei^n Schätze zu denken, statt Atlllionen in das feindliche Ausland wandern zu lassen. So herrscht fast allgemein die irrige Mernung, unser deutscher Boden berge keine edlen Gesteinsarten, da die deutschen Architekten fast ausschließlich den carrarischen, genuesischen und Florentiner Marmor verwendeten. Wir besitzen aber den Serpentin, den grünen Marmor der sächsischen Kurfürsten, der, wie Dr. Föhr in:Polytechnikum" aussührt, in: Gegensatz zu bei: andere:: Arten von Atarnwr, die Karbonate sind, aus Verbindungen der Kreselsäure besteht. Diesen: Unterschied entspringen mancherlei Vorteile. Für Kamine, Ofen­kacheln, Verbauungen der Zentralheizung ist es ratsam, nur den ächsischeu Marmor zu verwenden, da er in: Gegensatz zu den anderen Marmorarien die Wärme ausgezeichnet leitet und auch ausspeichert. Seme große Politursähigkeit, sein buntes Aussehen lassen ihn zu einer wahren Zierde werden, wofür unter anderen das alte Hoitheater zu Dresden ein lebha'tes Zeugnis gibt. Der alte sächsische Dteisler ©ottfneb Semper hat es verstanden, aus diesem Steiii die schönsteii Kunstforiiien zu bilden; möge er in iiiiserer Zeit ebenso geschickte 9tachfolger finden, die den deutschen Stein wieder zil Ehren bringen.

Briefkasten der Redaktion.

Muouyme Anfrage» bleiben unberücksichtigt.^

R. 1. Sofern Sie selbst gegen Krankheit versichert sind, müssen Sie sich wegeii Lluszohlmig der Kriegs wochen Hilfe aii Ihre Kraiikeiikasse wendeli. War dagegen niir Ihr Ehema,in vor deni Eintritt in den Kriegsdienst Alitglied einer reichsgesetz­lichen Kraiikeiikasse, so zahlt die letztere die Kriegswochenhilfe. Ge­hörte auch Ihr Eheniaun vor seiner Einbernnlng keiner Kranken­kasse an, so ist der Antrag cm? Kriegswochenhilfe beim Lieserungs­verband (Bürgermeisterei) zrl stellen. 2. Wegen der Kriegs- k i n d e r s p e ii d e müssen Sie sich an das Zivilkabinett Ihrer Kgl, Hoheit der Kronprinzefsin in Potsdain wenden.

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Ein ungangbarer Weg.

Ter nördliche Weg entlang der Oberhessischen Eisenbahn zwischen Ludwigstraße und Stephanstrabe besindet sich in einem schrecklichen Zniland, außer kleinen befindet sich eine große Regen- pfütze, wo man bis an die Knöchel durchwaten muß, wenn mai: nicht umkehren ivill, auch befinden sich zwei Cteinschotter-Kivpel m der Milte, ivoinit die Wasserpfützen leicht aufgefülll werden könnten. Erivünschte Abhilfe iväre hier leicht möglich. d.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 29. Jan. 1916: Wechselnd bewölkt, trocken, 9tebe>, Temperatur wenig geändert.

Letzte Nachrichten.

Dieunselige" Balkanpolitik des Vierverbandes.

Lugano, 28. Jan. Der Minist er rat bauerte vvn 4 Uhr nachmittags bis spät nachts. Obwohl die Beschlüsse und Beratungen streng geheim gehalten werden, erfährt man doch, daß der Ministerrat über den Ernst der Lage voll- Lommen unterrichtet ist. Nach anttlichen italienischen Mel­dungen rücken die Bulgaren in Verfolgung des serbischen Heeres gegen V a l o n a und D u r a z z. o, die Oesterreich^r unter General von Koeveß gleichfalls gegen DurazZo vor, indem sie sich mit den von Ochwida kcm:menden Bulgaren zu vereinigen suchen. Die Bulgaren scheinen in Berat angenommen zu sein, sind aber noch nicht in Fühlung mit dem italienisck)en Expeditionskorps b-ei Balona getreten. Der Ministerrat, so heißt es, erkennt die höchst beoenkliche Lage an, in die nicht allein der Fall von Cetinje und des Lovcen, sondern insbesondere auch dieunseligen Friedens­verhandlungen" Montenegros und die Einnahme von Dul- cigno und Antivari Italien versetzt hat. Immerhin istan­zunehmen" (!), daß der Vierverband beretts nmfasserü>e Vorkehrungen getroffen habe, um jeder Möglichkeit begeg­nen zu können. Der Minifterrat erteilte schließlich Salandra sowie den Fachministern Generalvollmacht.

DasG i o r n a l e d'J ta l ia" stellt fest, die günsttge Lage des Feindes in Albanien ließe vielleicht weitere Kühn­heiten desselben befürchten, zu deren Bekämpfung die En­tente hoffentlich irgendwelche Mittel in Reserve habe. Man müsse eben immer wieder wiederholen, daß die unselige Balkanpolitik des Vierverbandes an den letzten Ereignissen schuld sei. Jetzt cjülte es, wenigstens auf den Hauptkriegs­schauplätzen zu s:egen. Nur dadurch könne man die großen und kleinen Fehler wieder gut machen.

Ueber fünf Milliarden schwebende Schuld in Ztaliew

Rom, 28. Jan. Die Schuld Italiens l;at sich in der zweiten Hälfte des Jahres 1915 von 3068 Millionen Lire auf 5242 Millionen Lire erhöht.

Weitere Festlegung der Mindestturse an der Londoner Börse.

London, 28. Jan. An der Londoner Börse waren, nachdem schon früher Minimalpreise für englische Staatsanleihen, indische und Kolonialkorporations­werte sowie ausländische Staatswerte völlig aufgehoben wor­den waren, die Minimalpreise für indische Kolvnialregie- runasanleihe und heimische Eisenbahn werte beftek>en ge­blieben. Jetzt wird dem Vernehmen :urch an der Londoner Börse eine weitere Festlegung der Mindestkurse in Erwä­gung gezogen.

DieLusitania"-Angelegenheit.

i. Köln, 28. Jan. DieKöln. Ztg." meldet aus Washing- wn: DieLusitania"-Angelegenheit erscheint lvieder düsterer. Die RegieMMZ in Washington bestehe darauf, daß Teutschlaiw zugebe, der Angriff auf das Schiff sei eine völkerrechtswidrige Handlung gewesen, wenigstens insolveit, als Amerikaner dadurch zu Tode kamen. Sie stelle für den Fall, daß Deutschland diese Mffassung anerkemw, Indemnität in Aussicht und will die Sache Deutschland nicht Nachträgen. Aus der Anerkenirung, daß es sich um eine Un- gesetzmäßige Ha::dlnng haiwle, ergebe es sich von selbst, daß ihre Verweisung an das Haager Schiedsgericht unmöglich sei. Es sei Nneder viel Gerede davon, daß die' Berlmndlungen abgebrochen, werden müßten.

König Haakon in Seenot.

Kopenhagen, 28. Jan. König Haakon von Nor­wegen, der die niedergebrannte Stadt Molde besucht Hut, kam auf der Rückreise nach Bergen in ernste Gefahr. Der norlvegisckw KreuzerHeimdal" geriet, mit dem König an Bord, auf hoher See in einen Orkan, ans den: er sich in einen Nothafen retten mußte, wo der Kreuzer auch jetzt noch sestliegt.