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28.1.1916 Erstes Blatt
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Nr. 25

Der Sietzener Anzeiger

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Erstes Blatt

(66. Jahrgang

Zreitag. 28 Januar (9(6

Rotationsdruck und veriag der Brühl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. LchristleiLung, Seschäst-ftelle und Druckerei: 8chulftr.7.

B e ?i u q ä r e i»: monatl. 85 Pf viertel- jahrl. Mk. 2.59; durch Abhole-- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch diePost Mk.2.30 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., austv. 20 Pf. Haupt- schrutleiter: Aug. Goeh. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Deriiiischtes uub Ge­richtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Acck, sämtlich rn Gießet:.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 27.Januar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In Verbindung mit einer Beschießung unserer Stellun­gen im Dünengclande durch die feindliche Landartillerie be­legten feindliche Monitore die Gegend von Westende mit ergebnislosem Feuer.

Beiderseits der Straße V i m y N e u v i l l e stürmten unsere Truppen nach vorangegangener Sprengung die s r a n- s i s ch e S t e l l u n g in einer Ausdehnung von 500 bis 600 Metern, machten einen Offizier, zweiundfünfzig Mann zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinengewehr und drei Minenwerfer. Nach fruchtlosen Gegenangriffen des Feindes entspannen sich hier und an anderen in den letzten Tagen eroberten Gräben lebhabte Handgranaten kämpfe.

Die Stadt Lens lag unter starkem feindlichen Feuer.

In den A rgo n ne n zeitweise heftige Artilleriekämpfe.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Abgesehen von erfolgreichen Unternehmungen kleinerer deutscher und österreichisch-ungarischer Abteilungen bei der Heeresgruppe des Generals v. L i n s i n g e n, ist nichts von Bedeumng zu berichten.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Die in den nachstehenden Meldungen enthaltene Aus­sprache im englischen Unterhaus über die Blockade ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Es ist auffallend, daß Vom Regierungstische die Scharfmacherei der englischen Presse gedämpft wurde. Sir Edward Grey hat dar­getan, daß die Folgerungen aus mancherlei .Handelsstatisti­ken unrichtig seien, daß in Wahrh>eit das Deutsche Reich nicht so viel Lebensmittel durch neutrale Zufuhr erhalte, als behauptet worden sei. Man erfährt durch Greys Rede überhaupt nicket, ob das amtliche England errdgültig ent­schlossen ist, bte formelle Blockade Deutschlands auch wirk­lich auszuführen. Er sprach in der Hauptsache wieder einmal von denRechten" Englands und davon, daß neutraler Ein­spruch ungerechtfertigt wäre. Gleichzeitig machte er, mit Rücksicht auf die bedrohliche Haltung Amerikas, einige vage Versprechungen, wodurch nur die Willkür dergrößten Seemacht" bewiesen wird. Das Wolsf-Bureau hat uns er­gänzende Auszüge aus Greys Rede vorgelegt, denen wir noch die folgende wesentliche Stelle entnehmen wollen:

Wenn die Blockade verkündet wird, müssen wir die Schiffe nach neutralen Häfen mit legitimen neutralen Ladungen dnrch- lassen. Man mich unterscheiden und nirr das anhalten, was als für den Feind bestimmt zu glauben ist, genau das, toas jetzt ge­schieht. Grey führte rveiter aus: Tie Regierung wünsche ein Ab­kommen nicht mit den neutralen Regierimgen, sondern mit den neutralen Kanfleuten, die es culeichtern würden, zwischen Gütern für Neutrale und für den Feind zu unterscheiden. Grey sagte, er habe die letzte Note Amerikas noch nicht beantwortet; erst nach einer Beratung mit Frankreich werde er Amerika eine Ant­wort znkommen lassen. Die letzte amerikanische Note ent­halte verschiedene Forderungen, deren Befolgung es völlig unmöglich mache7t würde, zu verhindern, daß eine große Menge Güter, selbst Konterbande, durch neutrale Länder Deutschland erreichen. So viel ich weiß, ist das nicht die Absicht der ameri­kanischen oder einer anderen Regierung.

Grey schloß: Was hat irrt Vergleich zu unserer Beein­trächtigung des neutralen Handels Deutschland getan? Es besäte den Ozean mit Minen und versenkte neutrale und feind­liche Handelsschiffe. Es erklärte willkürlich das Meer als Kriegs- zone, indem es beständig .Handelsschiffe versenkte, ohne War­nung und ohne Rettungsmaßregeln für die Mannschaften, ohne den Charakter und die Bestimmungen der Ladungen zu untersuchen, sogar bei Fahrzeugen, die zwischen neutralen Häfen verkehrter, ohne England zu berühren. Was hätten die Neutralen gesagt, wenn wir das getan hätten? Deutschland rechtfertigte seine illegale, unmenschliche Politik mit seinen Repressalien gegen unsere Be­schlagnahme seiner Nahrungsmittelzufuhr. Welches Recht ha? Deutschland, über die Verhinderung der Nahrungsmittelzufuhr zu klagen, da sich seit Kriegsbeginn seine Kreuzer so lange auf dem Meere halten konnten, neutrale Handelsschiffe mit Lebensrnitteln für die britische Zivilbevölkerung versenkten und stets Lebens­mittel als absolute Konterbande behandeln?

Grey will also nicht mit den nerttvalen Regierungen verhandeln, keine klaren Grundsätze aufstellen, sondern dehn­bare Abmachungen mit den Kauft ent eit der neutralen Länder herbeisühren! Wird Herr Wilson solche Versündigun­gen gegen Staats- und Völkerrecht ruhig hingehen lassen? Ans ferner von Sir Grey besprochenen Anspruch,snol^e geht hervor, daß er das amerikanische Interesse in erster Linie schützen will. Wenn er weiterhin fest zugreift, wird er seine Auffassung sicherlich durchsetzen, denn Greys Rede klingt wenig energisch. Und in der folgenden Aussprache hat Lord Robert Cecil ängstlich die Schwierigkeiten betont, in die England durch eine wirksame Blockade gebracht werden würde, und die Notwendigkeit unterstrichen, vorsichtig und überlegt vorzugehen. Er sprach die Ueberzeuguug aus, daß im ganzen nicht mehr viel nach Deutschland durchgehe. Am Ende wird cs also mit der Blockade-Prahlerei überhaupt nichts werden!

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart.' 27. Januar 1916.

Russischer K r i e g s s ch a u p l a tz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gestern ließ die Kampftütigkeit allgemein nach. Bei Oslavija brachte unser Geschützfcuer noch 50Ueberläuser ein.

S ü d ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

In allen Teilen Montenegros herrscht, ebenso wie im Raume von Skutari völlige Ruhe. Der größte Teil der montenegrinischen Truppen ist entwaffnet. Die Bevölkerung verhält sich durchaus entgegenkommend.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Aus dem englischen Unterhaus.

London, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Shirlew Ben beantragte, daß das Unterhaus angesichts der Menge der in neutralen benachbarten Ländern des Feindes ein­gehenden Güter, die der Feind für die Fortsetzung, des Krieges notwendig brauche, die Regierung aufsordere, eine möglichst wirk- sam e Blockade durchzusetzen, ohne dal>ei die normalen Bedürf­nisse jedes neutralen Landes für den eigenen Gebrauch zu beein­trächtigen. Ben sagte, die königlichen Verordnungen hätten weder die Neutralen befriedigt, noch Deutschland verhindert, Bedarf zu beziehen. Die Regierung solle daher die königliche Verordnung, ausheben und im Verein mit den Alliierten eine energische Er­klärung erlassen, daß die Alliierten beschlossen haben, den gesamten überseeischen Verkehr Deutschlands durch eine Blockade der deutschen Häfen zu verhindern. Eine solch"- Blockade sollte zweckmäßig erachtet werden, weint man überzeugt sei, daß sie den Krieg abkürze, wenn England auch beschrtldigt würde, die Rechte der Neutralen zu ver­letzen. Die Blockade sollte dem Beispiel der Blockade Abraham Linoolns im amerikanischen Bürgerkrieg folgen. Sie würde bem britischen Reich und be*- Welt sagen, daß die Regierung den Mut, zum Handeln besitze Und daß England rechtlich und moralisch znm Handeln* berechtig. >et. L e s l y e S c o t t unterstützte den Antrag. Andere Abgeordnete sprachen sich ebenfalls dafür aus.

Grey sagte, die Debatte habe bewiesen, daß über den Betrag der Einffihr nach Deutschland »und die Schritte zu ihrer Abwehr große Mißverständnisse herrschen. Die Ziffern, die iit der Presse veröffentlicht worden waren, seien grotesk und würden eine Prüfung nicht aushalten. Skandinavien und Holland hätten keineswegs 31 Millionen Bushcls Weizen nach Deutschland ansgesührt, ihre Einfuhr habe rächt ihre eigenen Bedürfnisse überstiegen. Unter jedem System, auch bei einer Blockade, müsse etwas dnrchsickern, aber es sei weniger gewesen, als man hätte-erwarten können. Grey widersprach lebhaft der Unterstelttrng, daß das Foreign Office der Flotte Schwierigkeitert mache. Es sei Zeit, daß die Angriffe auf­hören würden, welche die Flotte auf den Gedanken brächten, daß ihre Tätigkeit durch ein artderes Ministerium gehemmt werde. Jede Blockade müsse mit den Rechten der Neutralen in Einklang gebracht werden. Schiffe, die bona fide nach neu­tralen Häfen fahren, müßten durchgelassen werden. Das sei die Absicht derer, die die Resolution unterstützen. Die Regierung sei durchaus bereit, alle anderen Methoden zu prüfen, die den Neu­tra! ert angenehmer feiert, aber sic müßten wirksam fein. Grey schloß, er wolle den Neutralen sagen, daß England seine Rechte, gegendenfein dlichenHandeleinzuschr eiten, nicht aufgeben könne, und daß es sie nicht ausüben könne, ohne daß der Handel der Neutralen beträchtliche Unannehmlichkeiten zu erleiden habe. Wenn die Nerttralerr das Recht anerkennen würden, zu verhindern, daß der feindliche Handel ditrch neutrale Länder ginge, wären sie moralisch verpflichtet, England seine Ausübuna möglichst zu erleichtern.

Englische FlottenHesorguisse.

London, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Unter hause stellte King die Frage, ob die Admiralität die Versicherung abgeben könne, daß sich die Flotte in einem solchen Zustande von Bereitschaft befinde, daß sie der deutschen Flotte nach aUen ihren Verbesserungen in neuen Schiffen und Geschützen die Spitze bieten könne. Balfour erwiderte: Was Deutschland im Schiffsbau leiste, könne man nicht genau, wissen; jedenfalls ist Deutschland in der Lage- gewesen, beim Begann des Krieges den Ban von großen Schiffen mit starker Bewaffnung zu beginnen und vielleicht auch zu voll­enden. In der Presse ist von siebzehn zölligen Kanonen die Rede gewesen.; wir haben Leinen Beweis, daß sie vorhanden sind, aber es ist nicht -außergewöhnlich schwierig, solche Kvnoneu herznstellen, wenn man Zeit und Arbeitskräfte besitzt. Man könnte die ver­schiedensten Theorien über den deutschen Schiffsbau aufstellen, es sei nicht sicher, welche von diesen Theorien die annehntbarste sei. Was die Bereitschaft der englischen Flotte betrifft, so werde auf allen privaten und staatlick-en Werften in England und in den Mittelmcerhäfen nrit äußerster Kraftanstrengung an dem Bau neuer Schiffe für Ertglarrd und deren Verbündete gearbeitet. Unsere Bereitschaft hat die Grenzen des Möglichen er­reicht. Das eirtz-ige, was wir noch tun kmrnten, wäre eine Veränderung unserer Schiffs typen; aber bisher ist nichts geschehen, was die Admiralität zu der Annahme berechttgt. daß bei Auswahl der verschiedenen Typen von Schiffen, die sich im Bau befinden, ernstliche Fehler begangen worden seien.

Die Gefährdung der englischen Herrschaft in Aegypten.

Kairo, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- berschen Bureaus. Gestern wurden 4500 Araber, mit denen am 23. Januar ein Kampf begonnen hatte, drei Meilen zurück­getrieben. Unsere Verluste waren 26 Tote und 274 Verwuirdete; der Feind hat ungefähr 150 Tote und 500 Verwundete verloren. Ein anderes Telegramm besagt: Die Brtten rückten am 22. Ja­nuar von Matruh vor, um dort Feind zu treffen, dessen Stellung durch Flieger ausgekund schäftet wordert toar. Regen und Sturm machte das Terrain für Transporte schwer zugänglich. Die Briten biwakierten in der Nacht vom 22. bei Bir Shola und rückten

morgens in zwei Kolonnen vor, die mit dem Feind ins Gefecht! gerieteit. De^ Feind breitete seine beiden Flügel aus und tratch-» tete, die britischen Flanken zu umfasserr. Der Angriff wurde au*, rück gewiesen. Nach einem Gefecht von zwei Stunden wurde der Feind zwei Meilen hinter sein Lager von Emzalu (?), das gegen mittag besetzt wurde, zurückgetrieben. Der Feind zog sich eilig nach Westen zurück. Die Briten biwakierten drei Meilen westlich von Bir Shola, nachdem sie die Lagervorräte verbrannt hatten.

Die Kämpfe irr Mesopotamien.

London, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Peters­burger Korrespondent desDaily Chronicle" berichtet an das Blatt: Die russischen Truppen westlich Hamadan sind jetzt nur mehr zehn Tagemärsche vom eng- jlischeu Heere bei Kut el Amara entfernt. Es wird aber nicht so schnell zu einer Vereinigung kommen. Ab­gesehen davon, daß der Weg durch gebirgiges Gelände führt, werden die Deutschen und die Türken mit den persischen Hilfstruppen die Verbindung auszuhalten trachten. Jetzt ver­sicherten sie sich außer den Banden, die westlich Hamadan vertrieben wurden, der Stämme von Luristan und Nizames Sultaneh. Der Gouverneur dieser Provinz brachte im Auf­träge der persischen Regierung eine bewaffnete Macht auf die Beine, um den Räubereien Einhalt zu tun. Er ging mit ihr zum Feinde über. Mau hofft trotzdem, eine Vereinigung erzielen zu können, so daß es im Frühling möglich sein würde, dern Feinde gemeinsam den Weg nach Südpersien zu ver­sperren. Außerdem wird die Kampagne in Mesopotamien durch die Ereignisse bei E r z e r u m sehr beeinflußt. Wenn das Glück den Müssen hold bleibt, werden die Türken ge­nötigt-sein, ihre Truppen aus Mesopotamien zurückzuziehen, um nicht abgeschnitten zu werden.

Die Jahreskonserenz der englischen Arbeiterpartei.

London, 26. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Dahres- kouserenz der Arbeiterpartei wurde heute in Bristol eröffnet. Ter Abgeordnete Anderson führte den Vorsitz. Er sagte: Das Volk könne unmöglich an dein langwierigen Kriege teilnehmen, gleichviel, was das unsprüngliche Ziel des Krieges war, ohne Gefahr lansert, nt die Reaktion zu verfallen. Dip Arbeiterpartei müsse dieser Gefahr Vorbeugen, indem, sie aus einen wirklichen, dauernden ehrenvollen Frie­der! hinarbeite. Militarismus und Tenwkratie vertrügen sich nicht; jede militärische Dienstpflicht bringe die Gefahr einer in-- .dnstriellen Dienstpflicht mtt sich. Wem: von Männern gefordert wird, ihr Leben znm Opfer zrt brirtgen, so müssen artch das Kapital rmd der- Landbesitz zur Verfügung stehen. Aus biefcit Mitteln muß ein Teil zur Belohnung der Helden in den Schützengräben erlegt werden. Anderson ermahnte die Arbeiter, in die ^Zukunft zu schauen rmd eine der schlimmsten Folgert des Krieges abznivehrru.

Tte Vertreter der Hafenarbeiter brachten eine Ent­schließung ein, in der die Konferenz der Regierung verspricht, sie in der wirksamen Fortführung des Krieges zu unterstützen. Ranr-^ s a y M a c d o n a l b, der mit lautem Beifall empfartgen iDUtrbe* sagte, die Resolution kante zu spät urtd zugleich zu früh. Niemand wünsche den Sieg Deutschlands, aber man müsse rmtersuchen, wie England in die heutige Rolle seiner Wirtschaft hineingeraten sei. Er tt'at für künsttges Zusammenarbeiten ein.

Tie Konferenz nahm mit 1 502 000 gegen 602 000 Stimmen folgende Entschließung an: Tie Konferenz gibt gemäß ihren früher ausgesprochenen Ueberzeugungen ihre Opposition gegen alle Systeme des dauernden MliitarismuV als Gefahr für den Fortschritt der Menschlichkeit auf. Sie erachtet die gegenwärttge Aktion Eng­land s und der Regierung im jetzigen Kriege für voll­ständig gerechtfertigt. Sie spricht ihren Abscheu aus über die Greueltaten, die Deutschland und sein Verbündeter ditrch ge­fühllosen, brutalert Mord an Nichtkämvfern einschließlich Frauen und Kindern verübt haben. Die Konferenz übernimmt die Ver­pflichtung, die Regierung soweit als möglich in der erfolgreichen! Fortsetzung des Krieges zu unterstützen.

Tie Konferenz nahm ferner eine Entschließung an, die von beit Eisenbahnangestellten ein gebracht wurde und folgen­dermaßen lautet: Die Konferenz ist überzeugt, daß die Entscheidung! des gegenwärtigen Krieges von der allergrößten Bedeutung für die Demokratie Englands und aller anderen Länder ist. Sie spricht ihre vollständige Billigung mit der .Haltung der parlantentartschen Arbeiterpartei aus, die mit den anderen politischst Parteien bei der nationalen Werbekampagne zusammengewirkt hat.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers:

An der Kaukasusfront in der Mitte außer Vorposten - gefechten nichts von Bedeutung. Nördlich vom Muradflußj dauerten gestern die Zusammenstöße zwischen unseren Abteilungen und feindlicher Kavallerie in gleicher Weise fort.

An den anderert Fronten keine Veränderung.

Die Waffenstreckung der Montenegriner.

Berlin, 27. Jan. (Priv.-Tel.) DasBerliner Tage­blatt" meldet ans Wien: Der montenegrinische General Wo ko ti Ls ch, von dem die Ententeblätter behauptet lxrben, daß er den Kampf fortsetze, hat sich nebst zwei anderen Gene­ralen dem Kommando irr Danilovgvad gestellt.

Berlin, 28. Jan. Ms feststehend wird es laut verschiedenen Morgenblättcrn betrachtet, daß der König Ntkita durch starke italienische Einflüsse zur Abreise veranlaßt worden sei. Man habe ihm klar gelegt, daß ein von ihm intterz-eich- neter Friedensschluß auch die italienische Dynastie in Mißachtung und in Gefahr bringen könne. Anscheirtertd habe man auch gedroht- ihn im Falle einer Weigerung mit Gelvalt aus seinem Lande zu entfernen, obwohl Prinz Mirko mit den Vollmachten eines Re- geitten ausgestattet zu sein scheine. Kronprinz Tanilo soll Bericht erstattern gegen Wer erklärt haben, er wolle nicht in Lyoit bleiben, sondern in die französische Armee cintreten. Tie Thronfolge wolle er «yem an seinen Bruder Mirko abtreten.