Ausgabe 
25.1.1916 Erstes Blatt
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Arbeit intb Unbequemlichkeit«: verursacht. Die Deutschen haben kremen regelmäßigen Aufklärungsdienst, ihre Maschinen unter- nchhmcu nur gelegentlich Flüge. Offenbar ist den neuesten Flug- )-engen verboten worden, über ihre vordersten Laufgräben hinaus- ^usliegen. außer, wenn sie den Feind unter günstigen Bedingungen ftn ein Gefecht verwickeln können.

Die Haltung der Nordftaaten.

Kristiania, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Zu der .Meldung des Wiener Berichterstatters desBerliner Tage­blattes", Nach der die drei skandinavischen Minister des Aeußern im Februar in Stockholm zusammenkommen wür- lden, um Gegenmaßnahmen anläßlich der Bersch ä r f u n g sder englischen Blockade zu besprechen, erklärt das norwegische Telegraphenbureau, daß der norwegischen Re­gierung von einer solchen Zusammenkunft nichts bekannt ist.

Die englische Dienstpflicht.

London, 24. Jan. (MTB. Nichtamtlich.) Meldung jdes Reuterschen Burealts: Der Nationale Dockarbeiter- verband, eine der wichtigsten Gewerkschaften Englands, 'hat eine Entschließung entworfen, die in der Versammlung ,Mn Mittwoch beraten werden wird. Sie spricht sich gegen jede Art des dauernden Militarismus aus, sieht aber 'das gegenwärtige Vorgehen der britischen Regierung durch den jetzigen Krieg als gerechtfertigt an.

Japanische Stimmungen gegen England,

New Dvrk, 21. Jan. (Durch Funkspruch von dem Privat- korresPondenten des W. T. B.) Der Hearetsche Internationale Nach­richtendienst meldet ans Tokio: Mit großer Erbitterung wird in eincni Teil der T o k i o 1 e r P r c s s e ein F e l d z u g g e g e n das englisch-japanische Bündnis geführt. Wenn diese An­griffe auch einen gewissen Grad :wn de, tt' ck>' -, nd lick"n Sympa­thien, die in gewissen japanisch n Kreisen hernchen, wider spiegeln, sind sie doch hauptsächlich durch das Empsiuoen inspiriert, daß England einer vollständigen Durchführung der javanische:: Politik China gegenüber im Wege steht. Keine amtlich Stimme hat sich erhoben, um diese Angriffe gegen England, nicht einmal die er­bittertsten :mter ihnen, zu beantworten. Das BlattPamato Shim- bun" erklärt in einer Reche von Artikeln, betitelt:Eine Botschaft an England" daß der Verlauf des Krieges das ja­panische Volk v o l l st ä n d i g enttäuscht hat. welches er­wartete, daß der Kampf innerhalb einigen Monaten vorüber sein würde. Obgleich Japan Mitglied des großen Bündnisses ist, er­klärt der Chefredakteur des Pamatv offen, daß die Entente­mächte diesen Krieg verlieren, und sagt, daß selbst wenn der Konflikt unentschieden enden sollte. Japan und England nicht imstande sein werden, in freundschaftlichen Beziehungen zu verbleiben. Japan wie Deutschland (?) befinden sich in der Zwangs­lage^. nach Expansion zn strebe" Deshalb ist Englands traditionelle .Politik, die gegenwärtig«: Berhältni se aufrecht zu erhalten, für Jta- pan unvorteilhaft. Das englisch-japanische Bündnis har Japan zum Verteidiger von Englands Interessen in Indien gemacht. Als der Vertrag erneuert wurde, sagte sich England von jeder Verant- wortuirg los, im Falle Japan und die Vereinigten Staate:: zum Kriege kommen würden.Pamato" führt weiter aus, daß die Deutschen stärker geivvrden waren, als esi England lieb war, und daß England begonnen hat, die japanische Expansion in Indien, «China und der Südsee zu befürchten. Die Schlußfolgerung des «Chefredakteurs desDamals" ist, daß der Krieg enden lyird, indem eine der verbündeten Nation«: sich vom Londoner rlb- .kommen zurückziehen wird.Bamato" deutet an, daß es nach dem Kriege zu einer Annäherung zwischen Deutschland ?und Rußland kommen wird, :rnd befürwortet ein Bündnis zwischen Rußland, Deutschland und Japan, auf der Grundlage, daß Teutschlaich und Rußland freie Hand in Westasien und Indien ^bekommen :md Japan in China.Damato" veröffentlicht eine 'Rundfrage, an der viele hervorragende Persönlichkeiten sich be­teiligt haben. Als erster äußert sich der Präsident des Abgeord- giatenhauses, Shimada, in einem vorsichtigen Aussatz, dessen Hauptpunkt ist, daß der Krieg zu Japans Gunsten enden wird, weil er die europäischen Mächte erschöpfen wird.

Tie Kämpfe in Kamerun.

Paris, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Eine Mitteilung des Kolonialministeriums besagt: Die militärischen Ope­rationen, welche von den Franzosen und Engländern zu Anfang des Krieges begonnen wurden, um die Deutschen aus Kamerun .zu vertreiben und die reiche und wichtige Kolonie in die Hände der Alliierten zu bringen, nähern sich dem Ende. Begönne:: aus einer Frontlänge von 3900 Kilometern, verlausen die Ope­rationen in aufeinander ab gestimmten Betvegungeu derart, daß «verschiedene Kolonnen, französische und englische, von verschiedenen ^Punkten der, Front ausgehend, von wo aus sie zum Teil über .taiftend Kilometer zu durchmessen hatten, beinahe gleichzeitig an Jaunde ankamen, nachdem sie schwere Kämpfe bestanden chatten, denn der Widerstand des Feindes war sehr hart­näckig. Obgleich Jaunde. wo sich der Gouverneur mit dem Oberkommandierenden der Truppen und dem Stabe befand, sehr stark befestigt war, wurde der Platz doch geräumt, sobald der Druck der Alliierten ihn bedrohte. Die Deutschen ziehen sich eilig süd- westwärts in der Richtung auf die spanische Kolonie Rio d e l Muni zurück, wohin sich der deutsche Gouverneur und der Kom­mandeur der Schutztruppe bereits geflüchtet haben sollen. Auf dem Rückzüge stießen die deutschen Kolonnen wiederholt mit der fran­zösischen Kolonne zusammen, die von D u a l a kau: und längs per Eisenbahnlinie auf Jaunde marschierte, parallel mit einer eng­lischen Kolonne, die der Autoinobilsttaße folgte. Weiter nördlich erlitten die Deutschen große Verluste bei M a n g a l e s e. Den 'Deutschen ist es nur gelungen, den Marsch der Franzosen und 'Engländer durch den großen Wald in der Aequatorgegend in einem außerordentlich wechselvollen Gelände ein wenig aufzu- fhalten; aber sie entgingen der kräftigen Verfolgung nicht, die -soeben mit der Besetzung von Ebolo, des letzten wichtigen Punktes, den die Deutschen noch hielten, durch die Alliierten, ihr Ziel erreichte. General Aymerich übernahm den Befehl über .die alliierten Truppen in Jaunde und verständigte sich mit dem englischen General Dobell dahin, mehrere gemischte Kolonnen zur Verfolgung des Feindes in einige Gegenden des' Südens zu entsenden, wo seine letzten Abteilungen umherirren.

Die neue russische Anleihe.

- Petersburg, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Nach der Rfttsch" sind ans die neue Anleihe insgesamt 322 Millionen Rubel gezeichnet worden. Außerdem Huben die Sporkussen 80 Milli­onen übernommen, so daß die Privatbanken 600 Millionen zur Plazierung übernehmen mußten.

Der §eekrieg.

Mailand, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Zur Torpe­dierung eines englischen Transportschiffes durch ein deutsches Unterseeboot bei Saloniki erfährt der Corricvc della Sera" folgende Einzelheiten: Die Torpedierung des Transportschiffes, das von England kam. erfolgte gestern früh außerhalb des Hafens von Saloniki. Das Schiss hatte 100 /Soldaten und 150 Mann Besatzung an Bord, sowie 200 Maulesel uno Munition. Menschenverluste sind keine zu beklagen. Man sucht einen Teil der Munition, sowie das Schiff zu bergen.

Aus dem RÄche.

Die Fleischversorgung im Budgetausschutz des preußischen Abgeordnetenhauses.

Berlin, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) In der vor­gestrigen Sitzung der verstärkten Budgetkonrmission des preußischen Abgeordnetenhauses erklärte der Berichterstat­ter, oie Folgen der in den Frühjahrsmonaten des Jahres 4915 angeoroneten Zwangscwschla.chtu.ng der Schweine seien

bis gegen den Herbst 1915 durch rege Betätigung der Schweinezüchter wieder ab geschwächt worden. Das am 4. Dezember erlassene Höchstpreisegesetz für Schweine und Schweinefleisch sei aber für den Fortgang einer solchen erfreulichen Entwicklung höchst schädlich. Die Da'uer- tvarenfabrikation ziehe schließlich den Vor­teil aus der .Hoch st preis Verordnung, welche dem Konsum zuaedacht sei. Man könne nur den Fehlschlag der Verordnung vielleicht durch eine Syndizie­rung des Viehabsatzes ausgleichen, jedoch sei aus wirtschaft­lichen Gründen größte Eile hierbei geböte::. Es sei die mangelnde Planmäßigkeit der Verordnungen auf dem Ge­biete der Viehversorgung zu tadeln. Man habe nicht recht­zeitig die Verfütterung von Brotgetreide gehindert. Ern weiterer Redner aus dem Ausschuß war der Meinung, daß man den Fleischkonsum ohueGefahr ettvas vermindern könne. Dem Gedanken einer Syndizierung stehe er wohlwollend gegenüber. Der H a n d e l s m i n i st e r erklärte, daß bei den öffentlichen Verkaufsstellen in einem großen Berliner Vor­ort der Fleischabsatz seit der Einführung der fleischlosen Tage etwa um ein Viertel zurückgegangen sei. Der Land­wirt s ch a f t s m i n i st e r bestätigte, daß mit einem Rück­gang in der Viehhaltung, besonders der Schweine gerechnet werden müsse. Mit Rücksicht aus die Knappheit der Futter­mittel könne man jedoch durch ein Verbot in Bezug ans das Abschlachten nicht eingreisen. Um so mehr müsse man sich hüten, Maßnahmen zu treffen, die auf eine weitere Ein­schränkung der Viehhaltung hinwirkten. Bereits im Reichs­tage sei von allen Seiten anerkannt worden, daß die Ein­führung von Höchstpreisen für Rindvieh undurchführbar seß Stattdessen habe er sich entschlossen, durch Zusammenführung von Erzeugern, Handel und Verbrauchern eine Regelung der Fleischversorgung in die Wege zu leiten. Ein Negierungs­kommissar erläuterte dann die Einrichtung von Viehhandels­verbänden in den einzelnen Provinzen.

Die Preise für Speiseöl.

Berlin, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Preise fürSpeiseöl haben in der letzten Zeit eine durch die Sach­lage nicht gerechtfertigte Steigerung erfahren. Wie wir hören wird seitens der Reichsregierung die Frage einer Preis­bindung für Speiseöl eingehend erwogen.

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Berlin, 24. Jan. (WTB. Nichtamttich.) Der Reichsanzei­ger veröffentlicht die Ausführungsbestimmungen über die Ein­fuhr von Salzheringen, sowie die Bekanntmacknmg über Aushebung der Höchstpreise für Schwefelsäure und Ammoniak.

Ans Sterdt und Land.

Gießen. 25. Januar 1916. Auszeichnungen. Ten: Wöhrmann Karl Müller, Nahrnngsberg 6, sowie den: Wehrmann Louis Jrte, Kaiser- Allee 39, beide in: Reierve-Pionier-Bataillon Nr. 4, wurde die Hessische Tapserkeits medaille verliehen. Das Eiserne Kreuz erhielte»: der Lehrer Jakob Kern, Leutnant d. Res. im 1. bayerischen Infanterie-Regiment, und Lehrer Christian Breidecker, Unteroffizier d. Res.

* A m t l ich e P e r j o n a l n a ch r i ch t e n. Das Ehren- ze:chen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen Philipp Georg Vettel I., Adam G u t h i e r I., Friedrich Thuraus, Adam Frank III., Josef Frankl, und Georg Koch I, sämtlich zu Heppelchein: a. d. B.

** Eine Sitzung der Stadtverordneten­versammlung findet am Mittwoch, den 26. Januar 1916, nachmittags 5 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung steht 1. Mitteilungen. 2. Rechnung für das Jahr 1914/15 und Voranschlag für 1915/16 der Löber-Stiftung. 3. Rechnung des Realgymnasiums für 1914. 4. Rechnung der Oberreal- schule für 1914. 5. Rechnungsabschluß des Gas- und Wasser­werks für 1913. 6. Rechnungsabschluß des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn 1913. 7. Errichtung eines Kriegswahr­zeichens. 8. Gesuch des Johannes Marker um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Goethestraße 54. 9. Des­gleichen des Karl Böller zum Gastwirtschästsbetriebe im Hause Bahnhofstraße 53. 10. Gesuch der Hilfsstelle Rotes Kreuz Herbesthal um Bewilligung eines Beitrages. 11. Liefe­rung der Schreibwaren. 12. Antrag der Karl Heil Ehefrau auf Erhöhung der Vergütung für die Fütterung eingefan­gener herrenloser Hunde.

** D i e Landesstelle für die Förderung des Goldmünzenumtausches und verwandter vaterländischer Zwecke in Darmstadt gibt ein Flugblatt heraus, worin für Be­sitzer gewisser ausländischer Wertpapiere dargelegt wird, wie sie der Allgemeinheit einen besonders wichtigen Dienst erweisen können. Es ist bekannt, daß wir für unsere Einfuhr Zahlungsmittel brauchen, für die wir mehr aufwenden müssen, als dem rechnerischen Verhältnis der deutschen Währung gegen­über der ausländischen entspricht. Mit der Güte unserer Währung hat das natürlich nicht das mindeste zu tun, sondern es fehlen) uns zurzeit nur infolge des Krieges manche Quellen, aus denen- wir in Friedenszeitcn ausländische Zahlungsnrfttel schöpfen kön­nen. Daher müssen wir uns jetzt auf andere Weise helfen, um der Verteuerung wichtiger Teile der Einfuhr vorzubeugen. Das Flugblatt wird von der eben genannten Stelle den Banken, Bankiers, Sparkassen, Genossenschaften, Versicherungsgesellschaften, und anderen Geldanstalten cnrgeboten, die es zum allgemeinen Besten den Besitzern ausländischer Wertpapiere gern zugänglich machen werden.

** Stadttheater. Ans dem Theatorbürv wird uns mit­geteilt: Zur Wohltätigkeitsvorstellung am nächsten Donnerstag, in der bekanntlich Friedrich Lienhardts LustspielMünchhausen" hier zur ersten Aufführung gelangt, dürfte eine Besprechung aus Weimar interessieren. Es heißt da:Ms Nachfeier zum fünf­zigsten Geburtstage des Dichters brachte unser Hoftheater das vier- aktige LustspielMünchhausen" in liebevoller Einstudierung heraus und erzielte vor dem fast aus verkaufte:: Hause eine:: warmen, herzlichen Erfolg, der sich nach jedem Akte in mehrfachem Heraus­rufen kundgab. Der Erfolg ist um so höher zu werten, als er nicht durch herbe Situationskomik, fottfrm: durch seinen Humor und sinnige Symbolik erzielt ist. Wie schon in seinemTill Eulenspiegel", hat der Dichter hier eine volkstümliche Figur in den Mittelpunkt einer anmutig bewegten Handlung gestellt und zur Trägerin tteferer Ideen gelnacht. In ttefflick-er Maske gab Hans Fritz Gerhard den Titelheld«: und verkörperte in Hal­tung, Wort- und Mienenspiel so feinfühlend die Absichten des Dichters, daß diese Figur in ihrer inneren Größe glaubhaft empor­wuchs: ihm galt unter den Darstellern mit Recht der Löwenanteil des Beifalls."

**Postverkehrmitdem Etappe ngebietO ft. Nach den: Etappengebiet des Oberbefehlshabers Ost, in dem eineKaiser­lick- Deutsche Post- und Telegvaphenverwaltung- im Postgebiet des Oberbefehlshabers Ost" eingerichtet worden ist, findet fortan in beschränktem Umfange ein privater Post- und Telegrammverkehr auch mit der Bevölkerung des Gebietes statt. Re: chs Postan­stalten sind zunächst eingerichtet worden in Bialystock, Grodno, Kowno, Libau, Mitau, Poniewiez, Schaulen, Suwcklki und Wilna. Außerdem nehmen in den Orten Auchustow, Bausk, Bielsk, Hasen- poth, Kielmy, Olita, Sokotta, Windau und Wy'lkowyszki Feld- postanstalten an dem neuen Verkehr teil. Es können aber auch nach anderen Orten in dem P Ostgebiet Sendungen abgeschickt tver- den. In der Aufschrift ist dann der Postort anzugeben, von den: der Empfänger die Sendungen abholen wrrd. Postbestellung fin­det nicht statt. Ter private Post- und Telegranttnverkehr mit dem neuen Postgebiet erfolgt im allgemeinen unter imgefächr

denselben Bed:::guntzen wie der private Verkehr mit dem Gebiet des Generalgouvernements Warschau. Zugelassen sind im Poft- verrehr mit dem Postgebiet des Oberbefehlshabers Ost offene ge- wöhnlvche und eingeschriebene Brieftcnrdungen jeder Art, gewöhn­liche (nickst telegraphische) Postanweisungen bis 800 Mark und Telegramme in dringend«: Angelegenheiten unter Nachweis ber Triiustichkeit bis zu 15 Wörtern. Postsendungen und Tele­gramme müsse,: allgemein verständlich in deutscher Sprache ab- gefaßt sein und dürfen keine Mitteilungen über mitttärische An­gelegenheiten enthalten: die Abschnitte der Postanweisungen dür- fti: nicht zu schriftlichen Mitteilungen benutzt werden. Auf allen Sciumngen und Telegrammen muß der Msender und seine Woh- nung angegeben sein. Tie Mitteilungen in den Briefen sind mög­lichst kurz zu halten und dürfen nicht über 2 Seiten Viertelgröße (Quattformat) hinausgehcn. Gefütterte Briefumschläge sind ver­boten. Verschlossene Briefe, Sendungen ohne Absenderangabe, unleserliche Schriftstücke sowie alle Sendung«:, die den sonstigen Vorschriften nickst entsprechen, sind von der Beförderung ausge­schlossen. Druckschriften größeren Umfanges werden von den Prü­fung s stellen zurückgestellt und können dadurch verzögett werden. Für Briefsendungen und Postanweisung«: gelten die innerdeut­schen Gebührensätze, für Telegramme wird das dreifache der in- landrsche,: Wortgebühr erhoben, mindestens 1 Mk. 50 Pfg. Alle Sendungen sind vom Msender vollständig frei zu mach«:. Im Postgebiet des Oberbefehlshabers Oft werde,: hierzu deutsche Post- wertze:chen mit dem Ueberdruck:Postgebiet Ob Ost" ansgegcben. Zu den Postanweisungen sind Auslandsvordrucke zu verwenden £' IC Postanweisungen sind in deutscher Währung auszustellen. Es ist Vorbehalten, Telegramme innerhalb des Postgebiets des Oberbefehlshabers Ost auch brieflich zu befördern, namentlich bei starker Belastung der Delegraph«:l:nien. Privater Paket- und Fernsprcchver kehr in und mit den: Postgebiet Ob. Ost :st nicht zugelassen. Dagegen vermitteln die deutschen Postämter :n diesem Gebiet auch den Bezug sämtlicher in deutscher Sprache m: deutschen Reiche erscheinenden von der Zensur überwachten Tagesztttungen und zweien polnischer Tageszeitungen (Tziemnik tzozmrnsk: und Katolik) unter den in Deutschland geltend«: Be-, dmgung«:.

** Privatpo st verkehr im Generalgouverne- !ro ei ri Warschau. Im Bereiche des Generalgouvernements Warschau sind fortan auch folgende Postorte zun: privaten Post-- verkehr mit Tentschland zugelassen: Brzeziny, Ciechanom, Gostynin, Grodzlsk, Grojcc, Kutno, Lenczyca, Lipno. Lowicz, Mlawa, Plock, Plonsß Przasnysz, Rawn, Ryvin, Sierpc, Skierniewice, Sochaczew, -.oinaszow (Kr. Brzeziny). Am privaten Telegrammverkehr mit st.enlschland nehmen nur die Orte Grodzisk, (tzrojec, Kntno, Lipno, ^owwz, Dckawa, Plock, Przasnysz, Rawa, Rypiu und Skiernie- w,ce teil.

Die Kaiser sgeburts tags feier der hiesigen muitärischen Vereine wird, wie aus dem Anzeigenteil un- Blattes hervorgeht, einen schlichten Verlauf nehmen. Das Großh. Haupt st euer amt bleibt Don­nerstag, den 27. l. Mts. aus Anlaß des Geburtstages des Deutschen Kaisers geschlossen.

Ortsfernsprechgebühren - Ermäßigung. ^om 1. April 1916 ab wird, wie die.Kaiserliche Ober-Post- direktion Darmstadt mttteilt, für jeden an das Orts-Fern­sprechnetz in Gießen cherangeführten Anschluß, der nicht Wetter als 5 Kilometer von der Vermittlungsstelle entfernt ist, entweder eine Jahres-Pauschgebühr von 150 Mk. oder eine Jahresgrundgebühr von 60 Mk. und Gesprächsgebühren erhoben. Für die vorhandenen Anschlüsse verringert sich somit von diesem Zeitpunkte ab die Pauschgebühr von 160 Mark auf 150 Mark und die Grundgebühr von 75 Mark auf 60 Mark.

** M ei st er kurs für Damenschneiderinnen. Der Ortsgewerbeverein Gießen hält im Monat Februar im Gewerbe­haus zu Gießen, mit Unterstützung Großh. Zentralstelle für die werbe in Darm stad t einen Meisterkurs für Damenschneiderei von dreiwöchiger Dauer ab. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu er­sehen.

** Der Gießener Kohlenverein, der jetzt rnnd 20 Jahre besteht und dem mehr wie 20 Prozent aller Gießener Ver­braucher von Hausbrand als Mitglieder angehören, hat jetzt seinen Jahresbericht für 1914/15, der die Zeit der ersten 12 Monate der Krjegszeit umfaßt, erscheinen lassen. Dieser Jahresbericht inter­essiert wegen der den Mitgliedern berechneten Kohlenpreise und fordert zu Vergleichen der Kvhlenhandelspreise an anderen Orten heraus, wo derartige Vereinigungen noch nicht preisregelnd wirken. Die Preise sind im Wint«- und im Sommer verschittren und zeigen für 1914/15, wie die Kohlen, durch die Kriegswirren veranlaßt, im Sommer gestiegen find. Der Verein berechnet seinen Abneh­mern den Zentner frei Keller, Nußkohle: Winter 1,19 Mk., Som­mer 1,30 Mk.. Anthrazitkohle: 1,77 Mk., 1,93 Mk., Hüttenkoks: 1,481,37 Mk.. Anthrazit-Eiform-Briketts: 1,171,30 Mk., Braunkohlen-Briketts (Union): 0,83-0.95 Mk., Reitekohlen: Som­mer 0,90 Mk. Der Uinsatz des beschafften Brennmaterials beläuft sich auf rund 100 000 Zentner (geg«: 106 000 Zentner im Vor­jahr). Der Geldwert des abgesetzten Materials beläuft sich auf rund 85 000 Mk. L>ierzu kommen an Frachten, Oktroi. Wiegegeld, Fuhrlohn und Einbringerlohn rund 41 000 Mk., sowie an Verwal­tungskosten rund 3000 Mk., so daß sich die Menge der abgesetztem Ware für die Mitglieder auf r:md 130 000 Mk. beläuft. Der Verein imterhält kein Lager, er läßt seinen Mitgliedern die Kohlen direkt von der Eisenbahn zurollen, er arbeitet mit sehr geringen Spesen, für die 3 Pfg. vom Zentner nmgesetzter Kohlen usw. verwendet lver- den, welche der Rechner, der Kasscnbote und der Kohlenaufseher als Vergütimg für ihre Mühewaltung beziehen. Außerdem erhalten die Vorstandsmitglieder fest begrenzte kleine Vergütungen für ihre Tätigkeit, die aus dem rund Mi. 10 000. betragenden Reserve­fonds bestritt«: werden, also den Kohlenpveis nicht belasten. Die Abnelvner bezahlen ihve Bezüge in Brennmaterial in 12 Monats­teilzahlungen, der«: Höhe sich nach dem Jahresbodarf des be­treffenden Mitgliedes richtet, dabei müssen, wenn jemand Kohlen beziehen will, 7» des geliefert«: Materials bezahlt sein. Die im voraus bezahlten Kapitalien werden verzftMich angelegt, so­lange sie nicht für den Geschäftsbettieb verwendet werd«:. Durch diese Organisation ist es möglich, daß der Verein als solcher eigentlich, ganz ohne Betriebskapital ackbeiten kann, ja sogar durch die Vorausbezahlungen seiner Abnehmer in die Lage versetzt ist, den Kohlenbedarf soznsag«: gegen Kassa einzukaufen. Während des vorigen ganzen Jahres, wo eine Kvhlenknappheit drohte, war die Mitgliederliste des Vereins geschlossen, doch werden seit dem 1. Januar ds. Js. wieder neue Mitglieder angenomnren. Trrrch die Att und Weise, wie der Verein bei der Besck)affung- von Brenn­material für einen großen Teil unserer 7000 Haushalttmgen in Gieß«: arbeitet, nimmt er auch die Interessen aller Beivvhneq unserer Stadt lvahr, er sorgt nämlich dafür, daß die Preise in Gießen ans ein gewisses niedriges Maß auch beim Kleinhandel beschränkt bleiben, denn es ist eine Tatsache, daß die Preise für Brennmaterial im allg«neinen in Gießen niedriger sind als in den Nachbarstädten, wenn man dabei die etwaigen Frachtdiffe­renzen und das in Gieß«: zi:r Erhebung komnrende Oktto: be­rücksichtigt.

Kreis Büdingen.

--Büdingen, 25. Jan. Eine beachtensrverte Verfügung erließ der Kreisrat Tr. Bo eckmann für den Kreis Büdingen. In Anerkennung der Nützlichkeit der Reben, Saatkrähen und Elstern ordnete er an, daß diese Vögel nur zur Saatzeit, wo sie in großen Massen auftteten und dann schädlich lvirken, inner­halb eines Zeitraumes von je 4 Wochen vom Beginn der Früh­jahrs- und Herbstsaat an abgeschossen w«'den dürfen. In jeder Gemeinde sollen bis zu drei Person«: mit dem Abschuß bettaut werden.

Büdingen, 25. Jan. Die Hessische Tapferkeits- inedatlle erhielt der Unteroffizier Pseisser in: Landsturrn- Inf.-Bataitlon Friedberg.

D i e b a ch a. Haag, 25. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Sergeant May bei der Kraftwagenkolonne 15.

B l e , ch e n b a ch, 25. Jan. Zürn Leutnant befördert wurde der hiesige Bürgermeister und Rechner des Vorschuß- und