Ausgabe 
25.1.1916 Erstes Blatt
Seite
3
 
Einzelbild herunterladen

^redtweremck H. l_i)(au moiiii, Oisljev oewwevet-^emttam im Landsturm-Jnsanterie-Bataillonftricbbetg*.

Kreis Alsfeld.

Homberg a. d. O., 25. Jan. Durch die Schulkinder Wurden bis jetzt 720 Mk. an Gold eingebracht.

Kreis Schotten.

+}: Schotten, 26. Jan. Durch die Schüler der Großh. Real- fcftule wurden über 1600 Mark in Gold gesammelt. Als Lohn erhielten die Sammler einen schulfreien Tag.

# V u s.e nborn, 25. Jan. Der Kanonier Gefreiter Linker erhielt die Türkische Tapferkeilsmedaille vom Eisernen Halbmond.

Kreis Friedberg.

6 F r i e d b e r g , 24. Jan. In der satzungsgemäßen Haupt- ti e r f a m m l u n g des V o l k s b i l d u n g s v e r e i n s erstattete der Vorsitzende, Prof. Walz, den Jahresbericht für 1915 : Die Mitgliederzahl betrug im abgelanfenen Jahre 233. Attßer einer Aufführung der beiden KinderslückchenRotbkäppchen" undWeih- nachteii 1914*, sowie derHeiligen Not" von Scharrelmann u. Wigand, wurden im Jahre 1914 vier Vorträge veranstaltet. Prof. Walz hielt einen Lichtbildervortrag über denStegeszug der Deutschen durch Belgien". Pfarrer K n a b - Bruchenbrücken sprach über die Frage:Was hat uns Schiller in der gegenwärtigen Schicksalsstunde des deutschen Volkes zu sagen?" Hofschauspieler i. P. H. S ch i l l t n g aus Heidelberg trugErnste und heitere Kriegs- gedichte" vor und Universitätsprofessor Dr. R o l o f f ails Gießen sprach überDeutschland und der Orient". Geldzuweudungen gingen dein Verein wie bisher zu; ebenso eine Anzahl Bücher, Zeitschriften und Tageszeitungen 311 ermäßigtem Preise. Gemein­nützige Vereine itnb verwandte Bestrebungen wurden and) im ver­flossenen Jahre unterstützt. Dahin gehören: der Allgemeine Deutsche Sprachverein, der Verlag der unter Leitung des Prof. Dr. Diehl erscheniendeii hessischen Volksbücher, der Rheinisch-Mainische Ver­band für Volksbildung in Frankfurt a. M., der allgeineme Verein für deutsche Literatur, die Ortsgruppe Friedberg des Jungdentsch- land-Bundes, sowie die deutsche Dichter-Gedächtnisstlstung in Haut- burg°Großborstel. Daraiif legte der Schatzmeister des Vereins die Rechniliig vor, die voii Semiiiarlehrer G a t; e r t geprüft uiid 'richtig befunden war. Dem Rechner wurde Entlastung zilteil. Zugleich wiirde eine Anregiiiig des Vorsitzeiideii, von bem über 2000 Mk. betragenden Vermögen des Vereitts bemnäcbft 1000 Mk. in Kriegsanleihe attzttlegeit, einstiinmig zum Beschlttß erhoben. Nachdem dann der Voranschlag für 1916 besprochen ivar, erfolgte dre satzungsgemäße ErgäiiZimgswahl des Vorstandes; sie ergab die Wiederivaht der drei airsscheidendeii Herren Prof. Gebhard, Pros. Walz und Lehrer W i l h e l m.

Bad-Nauheim, 24. Jan. Das gegenwärtig Unbe­wohnteHotel Kaiserhof" an der Bahnhofsallee ist von einer Einbrecherbande mehrere Rächte nacheinander gründlich a n s ge­raubt worden. Tie Diebe stahlen ganze Wagenladungen Don Konserven, Hülsenfrüchten und sonstigen Lebensmitteln. Sie knack­ten den Geldschrank auf und entnahmen diesem zahlreiche Silber­sachen und Schmuckstücke von hohem Wert. Auch viele Gcbrauchs- gegenstände fielen ihnen in die Hände. Bon den Einbrechern, die mit den Verhältnissen zweifellos genau vertraut waren, fehlt bis­lang jede Spur.

Starkenburg und Rheinhessen.

25 jähriges Bestehen der 118 er.

A Darmstadt, 24. Jan. Der Groß Herzog hat sich mit den Flü-beladjutcutten'Major Freiherrn v. Massen­bach und Rittmeister v. Schröder auf den Kriegsschauplatz begeben, zunächst zu dem Infanterie-Regiment R r. 118. Das Regiment beging gestern den Tag seines 125jährigen Bestehens. Der Tagesbefehl, welcherr der Großherzog erlassen hat, lantet:

Im Felde, 23. Januar 1916.

An das Infanterie-Regiment Prinz Karl (4. Groß herzoglich Hessisches) Nr. 118.

Tagesbefehl!

In jungen Jahren auf fernen Schlachtfeldern pflückte das Regiment seine ersten Lorbeeren. Ein und ein viertel Jahrhundert zählt seine Geschichte. Diese Zeit sah Deutschland in Einigkeit erstehen und zur Weltmacht erstarken.

Jetzt hat uns eine Welt von Feinden zum Daseinskampf heransgefordert. Des Vaterlandes Ehre und Zukunft ist des Unerbittlichen Ringens Preis An uns alle ist des Kaisers Ruf ergangen, der von jedem eiserne Pflichterfüllung heischt. Ihr wißt es und habt in blutigem Ernst gezeigt, was deutsche Treue vermag.

Ich stehe hier vor Männern, die in Schlachten und Gefechten sonder Zahl dem Tode unerschrocken ins Auge geschaut haben. Euch und den tapferen Kameraden, denen es nicht mehr vergönnt ist, heute unter uns zu sein, verdankt das Regiment neue Blätter einer in markigen Zügen geschriebenen, unvergänglichen Geschichte.

Mein Hessenland wird es seinen 118ern nicht.vergessen, daß sie in West und Ost und wieder West nicht fehlten, wo der Kamps am erbittertsten tobte.

Unseren Kindern und Enkeln zur Mahnung und Beispiel, will Ich heldenmüttg erworbene Ehrenzeichen im Regiment fort­leben lassen. Es ttage daher nach Bestimmung des Regiments ein altgedienter, würdiger Unteroffizier in der Front jedes Ba­taillons fortan ein Allgemeines Ehrenzeichen für Tapferkeit, welches durch eine silberne Spange mit dem Datum 23. 1. 1916 daran erinnern möge, daß das Regiment den Tag seines 125- jahrigen Bestehens im großen Kriege beging.

Hessens besten Söhnen, die für ihres schönen Regiments Ehre bluteten, sei ein Andenken dadurch gesetzt.

In Anerkennung treuen Ausharrens und tapferen Sinnes und in dankbarem Gedenken der jüngsten schweren Tage, habe Ich Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften erneut mit Aus­zeichnungen bedacht und überbringe dem Regiment selbst Meine treuesten Glückwünsche. Ernst Ludwig.

*

= Darmstadt, 25. Jan. Mit Wirkung von heute an wird auf Anordnung der Bürgermeisterei frisches Schweine­fleisch, Schweineschmalz und frische Wurst nur noch an hiesige Einwohner gegen Vorzeigung der Brotansweiskarte verabfolgt.

fc. Eberstadt b. Darmstadt, 24. Jan. Gestern wurde das dreijährige Töchterchen des Johann Walter dahier von der elektrischen Straßenbahn überfahren und derart verletzt, daß der Tod alsbald eintrat.

s. Jugenheim, 25. Jan. Das von allen europäischen Erdbebenstationen heute früh 8 Uhr beob<rchtete starke E r d- beben hat offeubar seinen Ursprung im östlichen Kleinasien, in der Provinz Kurdistan gehabt, einem Gebiete, das von Erdbeben häufig heimgesucht wird. So­weit sich bis jetzt ans den vorliegenden Beobachtungen der nächstgelegenen, österreichischen Erdbebenwarten in Wien und Pola schließen läßt, hat das Epizentrum die geographi­schen Koordinaten 38 bis 39 Grad nördlicher Breite und' 37 bis 38 Grad östlicher Länge. In der ersten Hälfte des Jahres 1914 fanden in der Provinz Kurdistan und im öst­lichen Anatolien mehrere Erdbeben statt, so am 3. Januar, 5. März, 18. Mai, 28. Mai, das letztere von ziemlicher Stärke. Das heutige Erdbeben ist aber bedeutend stärker wie das zuletzt genannte, kann also erhebliche Verheerungen zur Folge gehabt haben.

Ren-Isenburg, 25. Jan. Durch die Explosion eines Lackkessels brannte hier eine der Mitteldeutschen Gerberei gehörende Lackhütte nieder. Der Schaden belänst sich auf etwas mehr als 1000 Mk.

---Gorxheim, 25. Jan. Tie Sichtung eines im Weiler Mrnzenbach aufgefundenen Münzenschatzes hat ergeben, daß es sich nm außergewöhnlich reichen Fund handelt. Es handelt sich Um 3000 Münzen ans den Jahren 15191598. Tie meisten zeigen die Bildnisse der Kaiser Karl V. Und Philipp II. Im einzelnen setzt sich der Fund zusammen ans: 1 ostfriesischen Goldmünze, 4 Doppeltalern, 47 Viertalern verschiedener Länder und Städte,

Bronzestüchen, 473 Groschen und Kreuzern und mehr als

p000 sogenannten Schür sttvl eunigeir, also Münzen, die in der Atitle etTT - e Schüsselartige Vertiefung zeigen. Ter gesamte Schatz wurde auf Grund des Altettumsschutzgesetz<S beschlagnahmt und zunächst dem ^armstädter Museum zugeführt.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 25. Jan. Auf dem Schlacht- und Viehmarkt ereignete sich, gestern der noch nie da­gewesene Fall, daß nur 38 Schweine aufgetrieben waren und daß infolgedessen keine Preisfestsetzung für Schweine stattsand. Die wenigen Tiere waren, ehe man sich's versah, bereits verkauft. In der Nacht zum Sams­tag wurden durch Einbruch aus einer hiesigen Villa Sil­be rfachen im Werte von annähernd 5000 Mk. gestohlen.

i-a. L i m bürg, 25. Jan. Das Eiserne Kreuz e r st e r Klasse erhielt der Lagerarbeiter Fritz Barth unter gleichzeitiger Beförderung zmn Unteroffizier. Das Eiserne Kretiz 2. Klasse besitzt er bereits seit Ende 1914.

Die Ueberschwemmung in Holland und die Trockenlegung der Zuidersee.

Die große Ueberschwemmung in Holland lenkt die allgemeine Aufmerksamkeit wieder auf die Zuidersee und den Plan, sie trocken zu legen und der landwirtschaftlichen Benutzung zu erschließen. Dieser größte Busen der Nordsee an der holländischen Küste um­faßt 57 Qnadratmeilen. Früher war er ein geschlossener See, dessen nordwestliches User im 13. Jahrhundert von den Wasser- Wogen des Meeres niedergerisscnr wurde. Die mittlere Tiefe der See beträgt 3,5, die größte 6 Meter. Doch machen die vielen Untiefen bei den oft plötzlich austretenden Stürmen die Schiffahrt nicht ungefährlich. Vorschläge zur Trockenlegung sind seit 70 Jahren immer wieder aufgetancht. Der letzte endgültige Plan vom Jahre 1894 hat jetzt die Genehmigung der niederländischen Regie­rung gesunden; die Arbeiten sollen gleich in Angriff genonimen werden. In dem Plan ist ein Hauptdamm vorgesehen, der die Verbindung der See mit dem Meere unterbrechen soll, von 29 Kilometern Länge und durchschnittlich 100 Meter Breite am Grunde. Er wird das Wasser bei der Flut noch nm 5 Meter überragen, dürste also auch bei der stärk«den Sturmflut sich als hock) gemig erweisen. Dieser Damm wird außerdem nach der Meeresseite hin von einem aus rohen Felsquadern aus ge führten Vordamm gestützt werden, der bis zur Höhe des mittleren Wasser­standes reicht. Ten übrigen Teil wird man aus Sand Herstellen, den die Zuidersee selbst liefert. Oben wird der Tamm mit einer Lehmschicht bedeckt, an den Böschungen mit einer Steinschicht. Nachdem ans diese Weise die See wieder vom Meere abgesperrt ist, sollen durch vier Nebendämme vier große Polder (von Dämmen eingefaßte, trockengelegte Landstrecken) gebildet werden. Jede Pol­der wiederum wird in drei oder vier verschieden hochgelegene Teile geteilt, die nacheinander tvockengelegt werden, sodaß die höher ge­legenen Teile schon bald angebaut werden können. Jeder Polder- teil erbält eine eigene Pumpenanlage. Nur ein kleiner Teil der Zuidersee soll als Süßwasserbinnensee bestehen bleiben, der von der Mel gespeist wird. Er fiihrt seine Wasser durch geeignete Lei­tungen dem Meere zu. Die Schiffe können durch die bei der Insel Vieringen anznbringenden Schleusen in den neuen See und von dort in die Kanäle gelangen. Der Psselsee soll ans einem gleichbleibenden Wasserstand gehalten werden, was für die Schiff­fahrt sehr wertvoll ist. Auf eine Dauer v>on 30 Jahren, eiui Menschenalter also, ist die Ausführung des gewaltigen Kultur­unternehmens, das Holland um eine höchst fruchtbare Provinz auf stiedlichstem Wege vergrößern soll, berechnet worden. Die Kosten schätzt man aus 360 Millionen Mk., den jährlichen Ertrag auf der neuzugeWinnenden Fläche auf 112 Millionen, während die Fischerei auf der See jetzt nur etwa 3,2 Millionen einbringt. Voraussichtlich nnrd der Plan aber wohl noch einige Aenderungen und Verbesserungen im einzelnen erfahren, denn die Ersalwungen der verheerndeen Sturmflut dieser Tage wird man sich sicherlich gründlich zunutze machen.

vermischtes.

Ein Eisenbahnunglück in Italien.

* Mailand, 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DerSeeolo" meldet aus Florenz: Auf der Linie Florenz-Bologna er­eignete sich gestern abend ein schweres Eisenbahnunglück. Der Schnellzug, der 7.30 Uhr von Florenz abfuhr, stieß auf dem Bahnhof Pioppe Salvara mit einem dort haltenden Güterzuge zusammen. Genauere Nachrichten über die Ausdehnung des Un­glücks liegen noch nicht vor. Man spricht von vielen Verwundeten und sehr großem Materialschadeü.

*

* Berlin, 24. Jan. (Privattelegramm'.) DasB. T." mel­det aus Pleß (Oberschlesien): Eine von ihrem Manne getrennt lebende Frau versuchte ihre beiden fünf- und siebenjährigen.Kinder durch Leuchtgas zu vergiften. Ta dies nicht gelang, stieß sie die Kinder, nachdem sie sie schwer verletzt hatte, in den Torfteich und versuchte sich dann selbst zu ertränken. Tie Frau wurde gerettet, die Kinder sind erttunken.

A Straßburg, 25. Jan. Auf Vorschlag des Bürger­meisters Dr. Schwander wird die Eingangspforte zum künf­tigen Straßburger Kriegsmnseum als Straßburger Kriegs­wahrzeichen benagelt werden. Der Entwurf zeigt eine zwei­flügelige Tür, die in der Größe von 1.80 Meter Breite und 2.50 Meter Höhe gedacht ist und aus Eichenholz mit einer Ober­schicht Pappelholz hergestttlt werden soll. Auf jedem Teil der Doppeltür befinden sich 18 Felder, die abwechselnd das Eiserne Kreuz und Medaillen mit dem Namen berühmter Männer aus dem Krieg zeigen.

* G i s 0 r s , 24. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Graf Prelle d e l a Riepe, ein belgischer Untertan, ist ans Anordnung der belgischen Militärbehörden in Ealais verhaftet worden. Er wird beschuldigt, Betrügereien im Bettage von mehreren Millionen begangen zu haben.

* Ein unlösbares Rechen exempel. Das folgende, für die französische Heeresversorgung bezeichnende Rechenexempel entnelMen wir einer französischen Schützengrabenzeitnng:Die Intendanz bestimmt für jeden Mann täglich 3 Streichhölzer Da unter 10 französischen Streichhölzchen eines anbrenUt, fragt es sich, wieviel Meisen ein Soldat in einer Woche anzünden kann, wenn man die Wirkung des Windes und der Feuchtigkeit er­wägt, die dem Tabak 45 Prozent seiner Brennfähigkeit nimmt."

Briefkasten Ser BeSaktion.

iNuouyme Anfragen bleibe» unberücksichtigt.)

h. p. Villingen Falls Sie noch nicht ausgemustert sind, steht es Ihnen frei, sich zu einem beliebigen Truppenteil zu melden.

LfanSel.

Essen, 24. Jan. Ans dem in der Z e ch e n b e s i tz e r ver­sa m m l u n g des R h e i n i s ch - W e st f ä l i s ch e n Kohlensyn­dikats erstatteten Bericht ist folgendes zu entnehmen. Ter rech­nungsmäßige Kohlenabsatz betrug im Dezember 1915 bei 25 l / 8 (im Vormonat 24 l / 8 , int Dezember des Voriahres 241/4) Arbeitstagen 4 730 490 (Vormonat 4 412 399, Vorjahr 4 469 072) Tonnen oder arbeitstäglich 188 278 (Vormonat 182 897, Vorjahr 184 292). In der Versammlung wurde die Feststtznttg der Richtpreise vorge­nommen, die bekanntlich nicht die Verkaufspreise sind, sondern bei der Aufstellung der Verkaufspreise als Grundlage dienen. Die Versammlung erklärte sich einstimmig damit einverstanden, die neuen Richtpreise, die für ven Zeittanm vom 1. März bis zum 31. Juli gelten sollen, für Kohlen (mit .Ausnahme von Koks- kohlenl Unverändett zu lassen, die KokMreise ans der ganzen Linie (mit Ausnahme von Koksgrns) um 1.50 Mk., aber die Preise fltt Kokskohlen nm 1 Mk., die Brikettpreise um 50 Psg. für die Tonne zu erhöhen. Koksgrus wurde nur um 1 Mk. für die Tonne erhöht. Für die Erhöhung der Brikettpreise kommt nur die er­höhte Steigerung des Preises für Brai, das Bindemittel bei der

Herstellung des Sternlohttnorrtetts, rn nercacht, Oie wollen* preise, wie schon erwähnt, unverändert bleiben.

Märkte.

ic. Frankfurt a. M. Viehh ofnt arktbericht vom 24. Jan. Austrieb: Rinder 3472 (darunter Ochsen 343, Bullen 61, Kühe und Färsen 3068), Kälber 342, Schafe 94, Schweine 38.

Marktverlans: Bei lebhaftem Handel wird der Markt ge­räumt. Preise dir 100 Pftz.

Lebend- Schlachr-

Ochsen. gewicht

Vollfleischige, ausgentästete, höchsten Schlacht- Mk.

wertes, 4-7 Jahre alt.8388

Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere

atlsgemästete.7780

Bullen.

Dollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtw. 8088

Vollfleischige, jüngere. 7580

Färsen, K ü h e.

VoNfleischige ausgent. Färsen höchst. Schlachtw. 7580 140-150

Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht-

wettes bis zu 7 Jahrert.7480

Wenig gut entwickelte Färsen 6570

Aelkere atlsgeutästete Kühe.58 69

Mäßg genährte Kühe und Färsen .... 5357 Gering gcitährte Kühe tmb Färsen .... 4853

Kälber.

Mittlere Mast- tittb beste Saugkälber . . . 9096 Gerittgere Mast- und gute Satigkälber . . . 8590

Geringe Sattgkälber.7884

Schaf e.

Weidemastschafe.

Mastlämmer tmb jüngere Masthammel . . . 9200 1e. Frankfurt a. M., 2t. Jan. Frucht- und mittel markt. Die etwas bessere Stimmung hält au.' Getreide ohne Handel gut. Futterntittel siitd zu hohen Preisen gesucht. Das Angebot ist aber kaum nennenswert. Leinkuchen 7778 Mk. Napsschrot 6163 Mk., Sprenmehl 2224 Mk., Biertreber 55 bis 60 Aik. Alles ver 100 Kilogratttnt.

ke. Frankfurt a. M., 24. Jan. K a r t 0 ff e l m a rk t.

Kartoffeln ab Versandstation in loser Ladung per 100 Kilogramm 6,10 Mk.

ko. Wiesbaden. Viehhofmarktbericht vom 24. Jan. Attftrieb: 666 Riitder (dartmter 114 Ochsen, 57 BuNeit, 495 Kühe itnb Färsen), 338 Kälber, 6 Schafe, 197 Schweine.

Marktverlauf: Trotz der Hoheit Preise tourbe der Markt ge-

Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht­gewicht.

Mk. 150-160

140-146

140150

136-145

140150

130-140

116-138

106-114

110-120

150-160 144-153 132142

200UO Futter

räumt.

Ochsen.

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk.

ivertes im Alter von 47 Jahren . . . 8690 Junge, fleischige, nicht ansgentästeie und ältere

ausgemästete.

Bullen.

Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw.. . 8088

Vollfleischige jüngere.7580

Färsen, K ü h e.

VoNfleischige, ansgentästeie Färsen höchsten

Schlachtivertes.

Vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsteit

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren.76-82

Wenig gut entwickelte Färsen.7885

Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut

entwickelte jüngere Kühe. ..7076

Mäßig genährte Kühe und Färsen.6070

Kälber.

Feinste Mastkälber.ICO00

Mittlere Mast- und beste Sattgkälber . . 95100 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 9095

Geringe Saugkälber.8090

Schafe.

Weidentastschafe:

Mastlämmer und jüngere Masthammel. . 6300,0)

S ch ,v e i n e.

VoNfleischige Schiveitte vott 100 bis

120 kg Lebendgewicht.118,00-118,80

VoNfleischige Schweine von 120 bis

150 kg° Lebendgeivicht. 129,00-129,60

Mk.

160 -165

8185 154-160

138150

126-136

8690 160165

138-148

150-160

130-135

113-13C

16600

158-166

150-158

135155

1,40-00

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 26. Januar 1916: Wechselnd bewölkt, meist trocken, Temperatur wenig geändert.

Letzte Nachrichten.

Eine englische Drohung gegen Rußland.

Stockholm, 25. Jan.Rjetsch" schreibt: Es geht das Gerücht, Japan habe mit England ein geheinres 9lb-kmnmen geschlossen, wonach Japan, falls Rußland einen Sonderfrieden mit den Mittelmächten abschließt, Rußland in der Mandschurei angveifen soll.

Italien vor folgenschweren Entschlüssen?

i. Köln, 25. Jan. Laut derKöln. Ztg." bestättgen Nach­richten, die aus italienischem Gebiete kommende Reisende mitbriingm. und Aenßerimgen nach italienischen Blättern, die zwischen den Zeilen andeuten, was ihnen die Zensur zu schreiben verbietet, den Eindruck, daß Italien vor folgenschweren Entschlüs- s e n steht. Die Gerüchte über revolutionäre Sttömungen im Innern die angeblich das ZusammenZiehen großer Truppen Massen im Innern notwendig machten. Die Nachrichten von Hungerrevolten und Kundgebungen gegen den Krieg sind zahlreich und enthalten Uwhl einen wahren Kern. Daß die Lage des Heeres nicht rosig ist, ist bekannt. Zuverlässig ist, daß sehr viele italienische Fahnenflüch­tige über die schweizerische Grenze gehen und dort aus iljren bitteren Gefühlen über die verfehlte Kriegspolitik kein Hehl machen. Attch in wirtschaftlicher Hinsicht ist die Not in einer Weise gesttegen, die geeignet ist, den politischen Führern des Landes Besorgnis ein- zttflößen. Auch die bitterert Gefühle gegen England, dem man vor- wirst, daß es sich an der Not seiner Verbündeten bereichere, ersieht man täglich aus den Berichten italietrischer Blätter.

Rittmeister Graf Holck und Oberleutnant Freiherr von Zobel wieder in Freiheit.

Berlin, 25. Jan, Die in montenegrinische Gefangenschaft geratenen Herrenreiter Gras Holck und Freiherr von Zobel haben infolge der Wafsenstteckung von Montenegro die Freiheit wieder erlangt. Die Gemahlin des Grafen Holck wurde in Kenntnis gesetzt, daß die Herren am Smnstag bei ihrer Flieger- abteilnng unversehrt ongelangt sind.

Die Sühne für Serajcwo.

T h 6 r e s i e n st a d t, 25. Jan. In der hiesigen Militärstraf- anstatt ist der serbische Anarchist Cabrinovic, der als Mit­schuldiger an dem Attentat von Seraj>ewo am 28. Juni 1914 zu 20 Jahren schweren Kerkers, verschärft mit hatten! Lager in einer dttnklen Zelle am 28. Jtrni jeden Jahres, verntteilt worden war, an Lnngentttberkulose gestorben. Der 19jährige Buchdrucker war dasjenige Mitglied der Verschwörer, das auf der Fahtt des Erz­herzogs Franz Ferdinand in Serajewo uuter das Autonwbil deS Thronfolgerpaares die Bombe itmrf, die wohl explodierte, aber ihr Ziel verfehlte. Wegen Atinderjährigkeit konnte er, ebenso wie der Hauptattentäter P r i n c i p, nicht zum Tode verutteilt wer­den. Er wurde zur Abbüßtmg der Strafe nach Theresienstadt ge­bracht.