•rarttmtett wK Ruhe öent dritten WrrrkerfeldzW enkgtzglmseyeN. Aber dieser Erfolg sei notwendig, dafür sollten die Minister sorgen und sich darüber einigen.
„Deutschland ist unüberwindlich".
Kristiania, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der norwegische Geschichtsprofessvr Halfdan Kohl schreibt in einer Artikelreihe in „Sozialdemokraten" u. a.: @3 liegt fein Grund vor, ZU glauben, daß die bewiesene militärische Ueb-erlegen- heit Deutschlands abnehm-en sollte. Deutschlands Verluste au Menschen und Kri-vgsgerät sind sowohl unbedingt wie verhältnismäßig weit geringer, als die seiner Gegner. Es kann durch seinen jährlichen Zuwachs an Jugend in großer Llusdchmmg die Löcher füllen, die der Krieg in seine Heeresstärke schlägt, während besonders Frankreich insofern äußerst ungünstig gestellt ist. Tie Jugend Frankreichs verblutet in diesem Kriege. Wirtschaftlich hat Deutschland Widerstandskraft genug, um den Krieg auszuhalten und durch,halten zu können: foie Teuerung in Deutschland ist nicht schlimmer als z. B. in Norwegen, und ich glaube, daß die Lebensbedingungen bei uns in vielen Punkten schwerer sind. Auch fiuan- ziell kann Deutschland mindestens ebensogut aushalten, wie seine Gegner. Alles in allem kann man getrost sagen: Deutschland ist unüberwindlich
'* * *
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit:
An der Jrakfront keine wesentliche Veränderung. Unsere Artillerre zerstörte einen feindlichen Monitor, der in der Gegend von Cheikh Said bemerkt wurde.
An der Kaukasusfront leisten Unsere Truppen heldenhaften Widerstand gegen die Angriffe, die der Feind mit überlegenen Kräften gegen unsere Stellungen zwischen den Flüssen A r r a s und I d ausführt. Dieser Widerstaird ermöglicht es, ein Zusammenwirken unserer auf den Flügeln stehenden Truppen mit denen der Mitte trotz heftiger anhaltender Schneestürme zu sichern.
Auf den übrigen Fronten keine Veränderung.
Konstantinopel, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront wurden die Russen, die infolge unserer heftigen Angriffe bedeutende Verluste erlitten, wegen der Verstärkungen, die wir jüngst erhalten haben, «gezwungen, ihre Angriffe auf «der ganzen Front einzustellen. Trotz der achttägigen, sehr heftigen Angriftsbewegungen seitens iveit überlegener feindlicher Kräfte blieb die Lage ohne bedeutende Aen- derung für uns günstig.
Sonst nichts Neues.
Aus Saloniki.
LonNvn, 18. Jam (WTB- Nichtamtlich.) Die „Daily .Mail" erfährt aus Saloniki, daß die Engländer am 11. Januar in der Orfano Batz, östlich Saloniki, ansehnliche Verstärkungen gelandet haben. Deutsche Flieger besuchten täglich das Lager bei Zeitelik (?) und liehen Bomben fallen. Elf Personen seien verwundet worden.
Bukarest, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei den gestrigen Wahlen kam es in Galatz zn Zusammenstößen zwischen Anhängern des Pfarrers Lukacs und den Sozialisten. Es sielen einige Revolverschüsse, ohne daß jemand verwundet wurde. Tie Polizei schritt ein und säuberte den Platz vor dem Hotel, wo Lukacs wohnte. In Karacal riefen die Anhänger Lukacs einige heftrge Zwischenfälle hervor.
Bukarest, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Regierung hat die Zustimmung zur Ernennung eines Militärattaches der Vereinigten Staaten in Bukarest erteilt, der in Kürze ernannt werden wird.
Aus dem englischen Unterhaus.
London, 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Bureaus. Unterhaus. Chamberlain tellte mit, daß die Türken, nachdem sie sich am 11. Januar nach der Stellung von Essin, sechs Meilen östlich von Kut el A m a r a, zurückgezogen hatten, am 12. Januar wieder nach der Stellung von Wanni vorgerückt sind. Sodann zogen sie sich aber wieder zurück, und am 14. und 15. Januar ist ihre ganze Stellung bei Wanni erorbert worden. Die türkischen Nachhuten beziehen Stellungen bei Essin: sie wurden durch anhaltendes schlechtes Wetter behindert. Alle Verwundeten sind auf dem Flusse weggebracht worden.
Die Aussprache über die einzelnen Punkte der Militär- dienstbill ist ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Bei der Abstimmung über die beantragten Amendements erhielt die Regierung eine überwältigende Mehrheit. Die Amendements der Arbeiterpartei, durch die die Möglichkeit des industriellen Zwanges ausgefchaltet werden soll, gelangen morgen zur Verhandlung. Man glaubt nicht, daß sich dabei Schwierigkeiten ergeben werden.
London, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die sozialistische Kommission für die nationale Verteidigung hat ein Manifest erlassen, in dem gesagt wird, daß die Verpflichtung zur Verteidigung der Freiheit des Volkes den sozialistischen Grundsätzen nicht widerspricht. Es sei heute leicht, sich dem Dimstpflichtprinzip M widersetzen, wenn das Vaterland angegriffen werde. Direkter und indirekter Zwang sei der Schlußstein des Gewerkschafts Wesens . Ein körperlich taugliches Mitglick einer Gewerkschaft, dessen Arbeit nicht für aridere Zwecke benötigt werde und das sich weigerte, die Waffen zu ergreifen, sei ein Feigling.
Aus Deutsch-Belgien.
Brüssel, 18. Jan. (WDB. Nichtamtlich.) Ter G e n e r a gouv erneur hat folgende Verordnung erlassene Mr im Gebiete des Generalgouvernements sich der vorsätzlichen Brand- stiftung, vorsätzlichen Verursachung von Ueberschwemmung oder Angriffe oder Widerstandes gegen die bewaffnete Macht oder Abgeordnete der deutschen Zivil- und Militärbehörden in offener Gewalt, mit Massen oder aefätzrlichen Werkzeugen
versehen, schuldig macht, wird mit dew Tode bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, kann statt Todes- sttafe auf zehn- bis zwanzigjährige Zuchthausstrafe erkannt werden. Wer im Gebiete des Generalgouvernenrents in Beziehung auf Zahl und Marschrichtung oder angebliche Siege der Feinde wissentlich falsche Gerüchte ausstreut oder verbreitet, die geeignet sind, die Zivil- Und Militärbehörden hinsichtlich ihrer! Maßregeln irrezuführen, oder zu dem Verbrechen des Aufruhrs, und der tätlichen Widersetzlichkeit. Befreiung von Gefangenen oder anderen Verbrechen, wenn auch ohne Erfolg, aufsordert oder mrreizt, oder Personen des Soldatenstandes zu Verbrechen gegen die Subordination oder Vergehen gegen die militärische Zucht und Ordnung zu verleiten sucht, soll,. wenn die bestehenden Gesetze und Verordnungen keine höheren Freiheitsstrafen bestimmen, mit Gefängnis bis zu 5 Jahren bestraft werden.
Der Zeetrieg.
London, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlichst Der Passagierdampfer „Rijndam" der Holland-Am erika-Linie besindet sich mit beschädigtem Bag auf dem Wege nach Gravesend. Schlepper stehen ihm bei. Alle Passagiere sind in Sicherheit; drei Heizer tot, vier verwundet. (Notiz: Es wird in der Depesche nicht gesagt, ob der Dampfer auf eine Mine stieß oder ans andere Weise Havarie erlitt.)
Kopenhagen, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Drei Fischer, die an der Nordküste von Fünen fischten, sahen heute mittag einen deutschen Torpedo j.äger, der mit westlichem Kurs das Kopenhagener Schiff „Kiew" mit führte. „Kiew" war gestern von Kopenhagen nach Liverpool mit Stückgut abgegangeu.
Der Geuurtsiag des Grafen haeseler.
Berlin, 19. Jan. Aus allen Artikeln, die dem Feldmarschall Grafen Haeseler zu seinem heutigen 80. Geburtstag gewidmet werden, geht hervor, daß Haeseler zu den volkstümlichsten Erscheinungen Deutschlands gehört. Ein göttliches Geschick hat ihm, wie der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt, gestattet, die Ernte zu sehen, die er während seiner langen Dienstzeit in das Heer gesät hat. Namentlich sein Wirken als Kommandierender General des 16. Armeekorps in Metz findet allgemeine Anerkennung. Unermüdlich, immer auf der Grenzwacht, Tag und Nacht im Dienst, hat er hier wahrhaft Großes geleistet. Er war der Abgott seiner Soldaten. Im Geheimen schimpften sie alle über ihn, da er ihnen keine Ruhe bei Tag und Nacht ließ. Dann aber rühmten sie ihn wieder, weil er nichts verlangte, was er nicht dreimal selber leistete. Die Franzosen pflegten ihn seit seiner Lothringer Zeit nicht ohne Gruseln zu nennen. Als er sich vom aktiven Dienst zurückgezogen hatte, wandte er seine Teilnahme der schulentlassenen Jugend, den Pfadfindern, zu. So arbeitete er mit in Krieg und Frieden zum Besten des Vaterlandes. — In der „Freisinnigen Zeitung" heißt es: Der Organisator und Förderer unserer Jugendwehr, die mit tiefster Verehrung zu ihrem Meister aufblickt, hält mit Worten höchsten Lobes für die im Kriege bewährte Tapferkeit der Jungmannschaften nicht zurück. Es ist der größte Wunsch des greisen Helden, noch viele Ruhmestaten der Jungmannschaften miterleben zu können.
Arrr Stadt rrird Laqd.
Gießen, 19. Januar 1916.
Rriegsarbeit in Gießen.
X.
KviegSarbeit in der Kreisverwaltmrg.
Es liegt in der Natur der Sache, daß sich die Tätig- keit der Verwaltungsbehörden einer Veröffentlichung int Rahmen von Abhandlungen in der Presse auf zahlreichen Gebieten entziehen muß. Ein weites Feld der behördlichen Tätigkeit ist im übrigen der Älllgemeinheit schon in den zahllosen amtlichen Bekanntmachungen entgegengetreten, die seit Kriegsbegrnn erlassen worden sind. Nicht allgemein bekannt und deshalb immerhin von Interesse dürfte aber ein Bild der sehr umfangreichen Arbeitett sein, die der Kreis als sogen. Lieferuu g sVerb aud seit Ausbruch des Krieges zu erledigen hatte. Hier kommt insbesondere die Fürsorge für die Angehörigen von zum Heeresdienst eingezogenen Personen in Betracht. An diese hat jeder Kreis nach dem Gesetz vom 28. 2. 1888 und 4. 8.1914 Unter st ützungen zu gewähren. Die Unterstützungen werden zwar, sofertt sie Reichsunterstützungen sind, dem als Lieferimgsverband eintretenden Kreise an einem bis jetzt noch nicht bestimmten Zeitpunkt voraussichtlich wieder zurückbezahlt. Sie find jedoch vom Kreis zunächst aus eigenen Mitteln aufzubtftngen, was nicht nur ganz erhebliche Kapitalien, sondern- auch deren Verzinsung bedingt. Dazu kommt, daß der Kreis Gießen aus eigenem Antrieb beschlossen hat, in Fällen dringenden Bedürfnisses diese sogen. Michsunterstichungen noch durch besondere Kreisunterstützungen und zwar bis zum Betrage von 25 Proz. der mittleren Reichsunterstützung zu erhöhen. Die Aufwendungen der letzterwähnten Art, die gleichfalls recht beträchtlich sind, gehen allein zu Lasten des Kbeises, sowohl was das Kapital wte auch dessen Verzinsung und spätere Tilgung anlangt.
Dies vormlsgeschictt, sei zunächst erwähnt, daß der Kreis Gießen zur Bearbeitung und Bescheidung der ein- ehenden Gesuche, in Anlehnung an die Amtsgerichts- ezirke, in vier Bezirke eingeteilt worden ist und zwar Gießen-Stadt, Gießen-Land, Hungen und Griinberg. Innerhalb jedes Bezirks ist eine vom Kreisausschuß' bestellte Kommission tätig, die die eingehenden Unterstützungsanträge auf ihre Gesetzmäßigkeit prüft und sie endgültig bescheidet.
Anträge auf Familienunterstützung wurden von Kriegsbeginn bis zum 31. Dezember 1915 insgesamt 7131 gestellt. Davon wurden 6423 genehmigt tmd 708 mangels Borliegens der gesetzlichen Voraussetzungen abgelehnt. Die 6423 genehmigten Gesuche hatten 1 7 751 Personen zum Gegenstand. Darunter waren 5376 Ehefrauen, 10 845 Kinder, 1276 Eltern und 254 andere Personen. Von diesen insgesamt 17 751 Personen erhielten 11 788 Personen außerdem noch die obenerwähnte Unterstützung aus Kreismitteln. Es bezieht also jetzt rund der fünfte Teil der ortsanwesenden Bevölkert mg des Kreises Gießen Reichsunter- stützung.
Daß hierfür der Kreis sehr erhebliche Summen flüssig machen mußte, liegt auf der Hand. So waren bis jetzt für Auszahlung der Reichsunterstützungen 1693 673 Mark, für diejenige der Kreisunterstützungen 216 771 Mark, insgesamt 1 910444 Mark zu beschaffen. Von dieser Summe floß dem Kreis allerdings zwischenzeitlich im Wege der Aufrechnung aus Rentenansprüche sowie als teilweiser Rückersatz der freiwillig aufgewendeten Mittel die Summe von 89 464 Mark wieder zu. Es bleibt darnach aber immer noch der stattliche Betrag von 1 820980 Mark alsbis- herige Kriegsleistung des Kreises auf dem Gebiet
der Familienunterstützung zU buchetr, der natttrgemäß nich^ ans laufenden Mitteln genommen, sotrdern durch Anleihen beschafft werden mußte, die zum Teil die Provinz Oberhessen, zum Teil die Stadt Gießen, zum Teil die Großh. Hauptstaatskasse gewährt haben. L—ä.
*
Geheimerat Heß +♦
Geheimerat Prof. Dr. Richard H e ß ist, wie schon kurz berichtet werden mußte, gestern in früher Morgenstunde sanft v erschie de n. Er war am 23. Juni 1835 zu Gotha als jüngster Sohn des Geh. Staatsrats Karl Heß geboren, besuchte die Gymnasien in Ko bürg und Gotha und bestand hier 1854 die Maturitätsprüfung. Seinen früheren Plan, Artillerie-Offizier zu werden, aufgebend, wendete er sich dem Forstfach zn, absolvierte zunächst bei dem als Entomologen rühmlichst bekannten Revierförster Kellner in Georgenthal den vor geschriebenen Lehrkursus, studierte alsdann an der Forstakademie Aschaffenburg und an der Universität Göttin gen und bestand 1858 vor der Finanz- abteilnng der Herzogs. Staatsvegiernng zu Gotha die kame- ralistische und forstliche Staatsprüfung. Bon da an bei verschiedenen Forstämtern praktisch tätig, wurde Heß 1863 zum Forstkondukteur und 1868 zum Forstkommissär befördert. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die meist in der „Allg. Forst- und Jagdzeitung" veröffentlicht sind, lenkten die Aufmerksamkeit Gustav Hetzers, des Herausgebers dieser Zeitschrift, auf ihn, so daß jener, als er 186& die hiesige Professur mit der Direktion der neu gegründeten Mnigl. Forstakademie zu Münden ' vertauschte, Heß als seinen Nachfolgerin Vorschlag brachte. Seine Ernennung zum ordentlichen Professor der Forstwirtschaft bei der hiesigen Philosophischen Fakultät, die ihin zugleich den Dottortttel verlieh, erfolgte am 29. Dezember 1868.
Vom Frühjahr 1869 käs zu feister Versetzung ftt Kot Ruhestand int Sommer 1910, also 41 Jahre laug, hat Heß der Universität angehört und zu deren Frequenz wesentlich beigetragen. Im Jahre 1887 tvurdie er zum Rektor gewählt, 1890 mit dem Titel „Geheimer Hvfrat" nrÄ 1907 mit dem Titel „Geheimerat" aus gezeichnet. Als Dekorationen trug er das Ritterkreuz, später das Komttrrkveuz des Hessischen Philippsordens und das Ritterkreuz des He^jvgl. Sachsen-Ernestinischen Hansordcns. Biele andere Ehren sind ihm noch zuteil geworden; aber das beste und dcm-Qmdste Denkmal hat er sich in dem ehrenden Gedächtnis seiner zahlreichen Schüler ertüchtet. Denn er war ein trefflicher akademischer Lehrer, der es verstand, im Auditorium wie draußen int grünen Walde ;ba3' Interesse und die Liebe seiner Zuhörer zu dem gewählten Berufe zu wecken.
Groß ist die Zahl seiner Schriften, von denen hier nur drei erwähnt sein mögen: 1. Enzyklopädie und Methodologie der Forstwissenschaft 1885 und 1892. 2. Lebensbilder hervorragender Forstmänner usw. 1885. 3. Der Forstsckmtz 1878, dritte Auflage, 1898 und 1900.
Die Kollegen an der Universität, die Fachgenossen im Walde, viele Freunde in Stadt und Land und- ferne nach Hunderten zählenden Schüler werden dem Hingeschiedene!? ein treues Andenken bewahren.
9 »
D i e Rote-Kreuz-Medaille 2. Klasse erhielten Frau Geheimrat Gebhardt, Vorsitzende des Allce-Frauenvereins, und Landgerichtsrat Wiener, Medizinalrat Bötticher erhielt die Rote-Kreuz-Medaille 3. Klasse.
•* Amtliche Personalnachrichten. Aus dem Schuldienst wurde entlassen am 12. Januar die Lehrerin an der Volksschule zu Obckz^Mörlen im Kreise Fricdberg Johanna Fuchs aus ihr Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Februar 1916 an.
** § aup tversammlun g des Landesverbandes Hessen der D.F.A., „Deutsche Freie Architekt e n s ch a f ttü Kürzlich fand in Frankfurt a. M. eine Hauptversammlung der Privatarchitekten Hessens statt. Ungeachtet der Kriegszeit war die Versammlung gut besucht, und es waren sämtliche Zweigvereine vertreten. Der Vorsitzende, Architekt Rohr (Worms) berichtete im Namen des Vorstandes über die Tätigkeit des Landesverbandes im abgelaufetten Kriegsjahr. Manche Fragen zum Schutze der Tätigkeit der, selbständigen Architekten machten es notwendig, hierin Schritte zu trnternehmen. Neben anderen wuvde die Mage der Nebenarbeiten der staatlichen BauÄsam- ten als die dringlichste besprochen. Hessen wird nicht umhin können, so wie die großen Bundesstaaten Preußen und Bayern Bestimmungen zu treffen, welche diese Angelegenheit regeln. Die Frage der Gestaltung des Bauwesens lintb besonders des Wohnungsbaues war verschiedentlich Gegenstand von Erörterungen im Vorstand und in den Zweigvereinen. Bei der heutigen Zeit soll auf diesem Gebiete ncch nichts unternommen werden. — lieber die Frage der Gest alt trug der hessischen Kriegerfriedhöfe «nd Denkmäler soll, nachdem sich gezeigt, daß die Kveisbau- ämter bei Gemeinden sich die ^Ausführung solcher Anla^n sichern wissen, den Staatsbehörden eine Eingabe vorgelegt werden, daß solche vaterländische Bauaufgaben dem freien Wettbewerb der Künstler geöfftret bleiben, daß bei klei- neren Ausführimgert die Künstler iernes 'Kreises,, bei größeren die einer Provinz oder des Großherzogtums zuAuAeben sind.
Zu diesem jGegensttrnd schreibt iman juns:! „Die Änregtzmg zur Anlage von Kriegsfriedhöfen ist zu begrüßen. Möchte die Frage auch hier in Gießen an zustärrd^r Stelle günstig und entsprechend beurteilt bezw. aUfgefaßt werden. Hofftmtlich hat man sich für die jeAge BeerdiM»bs- ftätte von Kriegern auf dem neuen Friedhose nicht diejenige auf dem alten Friedhof von 1870/71 als Borbild dienen lassen. Me tapferen Krieger, die für Haus und Herd, ftir die Ehre des Vaterlandes gekätnpft und ihr Leben gelafsen, sollen wohl zusatrrmen auf einem Ehrenfrredhof, in lauschigem Hain, von ihren Kämpfen ausruyen, aber atrch geschmackvolle und keine schablonierten Denkmäler erhalten. Für eine solckie Anlage sollte auch hier in Gießen ein freier Wettbewerb bei gelegener Zeit stattfinden. Solche Anlage könnte gleichzeitig einen Ausdrrtck vaterländischer Gesinnung der Stadt Greßen geben."
** Militärische Ausbildung der Jugend. Am vorletzten Sonntag wurde in der städtischen Sandgrube an der Rödger Straße ein Schützengraben ansgehvben mtd anschließend auf dem Trieb exerziert. Am Mittwoch imter- richtete nach den allgemeinen Uebungett Gertchtsschreiber Ranft über Verhalten des Schützen im Gefecht. Am letzten Sonntag fand seit längerer Zeit wieder eine Uebung statt und zwar gegen die Wetzlar er Jungmannschaften zwischen Dutenhofen, Münchholzhausen >und dem Wetzlarer Wald. Kurz vor 4 Uhr war diese beendet. Nach der Kritik durch Oberleittnattt Lenz hielt Rektor Richards-Wetzlar eine zttndende Ansprache ans unsere tapferen Heere, die in ein begeistert anfgettommenes Hoch aus unfern obersten Kriegsherrn ausklang. Ein flotter Vorbeimarsch der Jungmannen schloß sich an. Unter klingendem Spiel ging cs dann der Heimat zn. Die Aitstrengungen des Marsches und der Uebung wurden von allen Teilnehmerm gut üher- standen.


