— - . M<rHri'chk über die deutschen
Zu dem glänzenden Er- ^ m tt m Ä u M erral, welches wir über das Ergehen unserer (Man* übex die letzten Augenblicke von deutschen haben, welche drüben al<> Gesungene gestorben sind, ^ o]Q ^ n ii)£ der heinvgekehrten Schwerverwun- lich ein Bild davon machen kön- 22' >2? L^AnskuiA geben kann, ist gestattet worden, daß Motzten deiEcheii Abtausch eine alphabetische Ueber- »ESlHc der heuntzekehrlen Schwerverwundeten und Sanitäts- ^^chastcn^rgeftÄlt wutte die jetzt fertig vorliegt. Dm WLnn erHrlfsderern Konstanz hat es dienstbereit über- nmnSBen, diese ILttettichl znsmttmenzustellen und die badische
gfäLiw unter Zustimmung der zuftän-
hSP KnegSmiinsterrums für die Fertigstellung
^^Uebersrckst wttgewrrkt. Diese Übersicht ist zum Preis von 1 Mark käuflich rn Instanz im Selbstverlag des Männerhilfs- !^^vmu Dsuck ist bei Friedrich Stadler
} n ^ rai ]J l ^ r Ten ' ^ ie ihre Angehörigen drüben
Gefangenschaft verstorben wissen, haben dadurch die Möglichkeit, die Namen von wichtigen Zeugen selbst öu ^nden. und können darnach durch die deutschen Auskunfts- amte^ eine, ^rh^^^dieser Zeugnisse veranlass
en.
. _ K* g - e Rechts beratungsstelle
des Evangelischen Arbeitervereins hat mich im ab- gel-aufenen ^hre eme rege Tätigkeit entwickelt. Me Jnanspruch^- nahme war b everts am Ltnsange des Jahres 1915 wesentlich starker als in -d^glechmr Zeit des vorhergegangenen Jahres, so da st die wertere EMwrckelUny der Einrichtung m den besten Hoffnungen berechtig- . Lecher mMe die Tätigkeit der Beratungsstelle durch dre im Mm vorigen Jahves erfolgte Einberufung des Leiters des Instituts wesentlich eingeschränkt werden. Bor allem konnten die rsgeUnähbgen SprErmden nicht mehr stattfinden. Trotzdem wurden i« Ratsuchenden, soweit dies die Umstände zuließen, mit Rat ind>$at unterstützt, Mozn die durch den Krieg geschaffenen Ber- Mtmsze ganz besonders Gelegenheit boten. Außer dem Gebiet der Arbe iteiTwersichernng waren es vor allem Fragen xx Bersov^mrg der Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen, bei de^n ^ dre^ Rechtsberavri^gsstelle in Einspruch genommen wurde. Aw ch die Unterstützung der Angehörigen der zu den Waffen Ein- bernstwen sowie die Krivgswochen Hilfe bildeten einen wesentlichen Tender Beratungen. Im übrigen erstreckten sich die erteilten AuMnste auf Fragen des Bürgerlichen Rechts, Arbeitsvertrag, StSrerfaichen usw. Bei der Anfertigtmg von Schriftstücken handelte es sich in der Hauptsache um das Gebiet der Arbeiterver- ^cherÄvy, außerdem wurde aber auch die Beratungsstelle in militä- rrschm Angelegenheiten, insbesondere bei Gesuchen um Beurlaubung, ^Z urückstellUng, Versetzung usw. rege in Anspruch genommen. Bes onder s auf dem Gebiete der Arbeitervcrsicherung hatte die Beratungsstelle im abgetan jenen Jiahre eine Reihe schöner Er- fotge zu verzeichnen, wodurch den betr. Ratsuchenden z. B. in einem Falle nachträglich weit über 1000 Mk., in einem anderen Falle ca. 250 Mk. an Rente ausgezahlt wurden. Aber auch auf dem Gebiete der Bersorgung der Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebenen war die Beratungsstelle mit Erfolg tätig. Ein« besondere Gelegenheit zur Beratung der verwundeten und erkrankten Kriegsteilnehmer auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung wurde dem Leiter der Beratungsstelle bei der E r t e i - lumg von Unterricht an Kriegsbeschädigte geboten. Die im abgelaufenen Jahre im Soldatenheim abgehaltenen 3 Unterrichtskurse waren gut besucht und ließen allseitiges Interesse für eine Aufklärung auf sozialem Gebiete erkennen. Um die Kriegs teilnehmer und sonstigen Ratsuchenden mit den in Betracht kommenden gesetzlichen Bestimmungen vertrant zu Machen, hat der Leiter der Beratungsstelle einen kleinen Führer durch die Militär Versorgungsgesetze, Arbeiterversiche- rung, Kriegs Wochenhilfe usw. zusammengestellt, der an dre Unterrichtsteilnckhmer b^w. Ratsuchenden abgegeben wird und auch für sonstige Interessenten in den hiesigen Buchhandlungen zu haben ist.
** Samariter-Kurse. Zu Beginn des Monats Februar sollen wieder Samariter-Kurse zur Ausbildung von Hel- rerinnen vom Roten Kreuz eingerichtet werden. Näheres ist aus dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zu ersehen.
** Eine Stellenvermittlung für Kriegs beschädigte ist in dem hiestgen Gewerbeh'aus in der Kirchstraße eröffnet worden. Die Sprechstunden finden dort jeden Dienstag und Freitag von 5—6 Uhr statt, die erste am kommenden Freitag.
** Entwichen. Am 17. ds. Mts. zwischen 6 und 7 Uhr abends ist von der Arbeitsstelle Grube FriedrichinTreis- Horloff der Kriegsgefangene Clause Mauerice, belgischer Korporal, entwichen. Er spricht französisch (und gebrochen deutsch), ist 23 Jahre alt, 1,67 Meter groß, Statur mittel, Kopfform rund, Haare schwarz, Augen brau, kleiner schwarzer Schnurrbatt, Zähne gesund. Anzug: Grau-grüne (fetdgrün) Uniform und Mütze (Teller mutzet alles mit roten Oelfarbstteifen gestrichen, VLautel grau grün mit Oelfarbstreifen. Deutsche lange -Militärstiefek
** Telegraphische Po ft an Weisungen nach der Türkei. Vom 1. Februar ab können im Verkehr zwischen Deutschland und einer Reihe von Orten in der Türkei Bettage bis 1000 Franken durch telegraphische Postanweisungen übermittelt werden. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten.
** Postverkehr mit den bese tz ten Gebiet en im Osten. Nach dem Etappengebiet des Oberbefehlshabers Ost, in dem eine „Kaiserlich Deutsche Post- und Telegraphen Verwaltung im Postgebiete des Oberbefehlshabers Oft" eingerichtet worden ist, findet fortan in beschränktem Umfange ein privater Post- und Telegrammverkehr auch mit der Bevölkerung des Gebietes statt. Reichs Postanstalten sind zunächst eingerichtet worden in Bialy stock, Grodno, Kowno, Liban, Mitau, Poniewiez, Schaulen, Suwalki und Wilna. Außerdem nehmen in den Otten dllugustow, Bausk, Bielsk, Hasenpoth, Kielnch, Olita, Sokolka, Windau und Wylkowyszki Feldpostanstalten an dem neuen Verkehr teil. Es können aber auch nach anderen Orten in dem Post- gebiet Sendungen abgeschickt werden. In der Aufschrift ist dann der Postott anzugeben, von dem der Empfänger die Sendungen abholen wird. Postbestellung findet nicht statt. Der private Post- und Telegrammverkehr mit dem neuen Postgebiet erfolgt im allgemeinen unter ungefähr denselben Bedingungen wie der private Verkehr mit dem Gebiet des Generalgouvernements Warschau. Zugelassen sind im Postverkehr mit dem Postgebiet des Oberbefehlshabers Oft offene gewöhnliche und eingeschriebene Bries- sendungen jeder Att, gewöhnliche (nicht telegraphische) Postanwei- «pngen bis 800 Mark und Telegramme in dringenden Angelegenheiten — unter Nachweis der Dringlichkeit — bis zu 15 Wörtern. Postsendungen und Telegramme müssen allgemein verständlich in deutscher Sprache abgefaßt sein und ^dürfen keine Mitteilungen über militärische Angelegenheiten ent halfen; die Abschnitte der Postanweisungen dürfen nicht zu schriftlichen Mitteilungen benutzt werden. Auf allen Sendungen und Telegrammen muß der Absender und seine Wohnung angegeben sein. Die Mitteilungen in den Briefen sind möglichst kurz zu halten und dürfen nicht über 2 Seiten Biertelgröße (Quartformat) hinausgehen. Gefütterte Briefumschläge sind verboten. Verschlossene Briefe, Sendungen ohne Absenderangabe, unleserliche l^chriftstücke sowie alle Sendungen, die lden sonstigen Vorschriften nicht entsprechen, sind von der Beförderung ausgeschlossen. Druckschriften größeren Umfangs werden von den Prüfungsstellen zurückgestellt und können dadurch verzögert werden. Für Briefsendungen umb Postanweisungen gelten die innerdeutschen Gebührensätze, für Telegramme wird das Dreifache der iirlündischen Wortgebühr erhoben, mindestens 1 Mk. 50 Psg. Alle Sendungen sind vom Absender vollständig freizumachen. Im Poftgebiet des Oberbefehlshabers Ost werden hierzu deutsche Postwertzeichen mit dem Ueberdruck: „P o st ge b i e t O b D st" ausgegeben. Zu den Postanweisungen sind Auslandsvor- drircke zu verwenden. Me Pv st au Weisungen sind in deutscher Währung auszustellen Es ist Vorbehalten, Telegramme innerhalb des Postgebiets des Oberbefehlshabers Ost auch brieflich zu befördern, namentlich bei starker Belastung der Telegrapheulinieu. Prioater Paket- und Fernsprechverkehr in und mit dem Postgebiet Ob Ost
in diesem Gebiet auch den Bezug sämtlicher in deutscher Sprache
im deutscheri Reiche erscheinenden von der Zensur überwachten Tageszeitungen und zweier pvlnisc^r Tageszeimngcn (Tzrennik Poznanski imd Kat-olik) unter den in Deutschland geltenden Bedingmcgen.
Kreis Büdingen.
** Bor 8 dors, 19. Jan. Der Landsturmmann (Kreis- straßernvart) Will). F l e i s cb e r von hier, von der 2. Koinpagnie des Jnfanterie-Negilnents 112, ist am 13. os. Mts. infolge seiner- schweren Verwltudung inr ^riegslazarelt gestorben.
Kreis Wetzlar.
ra. W e tz l a r, 19. Jan. Durch Verfügung des König!. Konsistoriums cn Koblenz wurde die Wahl des Pfarrers S ch m i d t zu Jffelburg zuin Pfarrer von Wetzlar bestätigt.
Hessen-Nassau.
H Marburg, 19. Jan. Hier wurden bis jetzt 54 Jugend- l i ch e wegen Uebertretung des Befehles des kommandierenden Generals von der Polizei zur Anzeige gebracht.
--F r a n k f u r t a. M., 19. Jan. Nach Unterschlagung vvn 6000 Mark ist der der der SchürhwarenhaNdlung Ferdinand Map & Eo. angestellte 15jährige Kaufmannsl-ehrling G. K. M ül- l e r Vvn hier flüchtig gegangen. Müller hat sich aus einem Scheckbuch 20 Blätter angeeignet und mit einem Scheck bei der Filiale der Darnistädter Bank die 6000 Mark abgel-ol>en. In seiner Be- gleittmg befindet sich der 16jährige Lehrling Wilhelm Hahn aus Frankfurt. Müller ist 1,70 Meter groß, schlank, iyat volles Gesicht, trägt einen Knmfer. Hahn ist 1,75 Meter groß, schlank imd von aufrechter Haltung. —- Von der städtischen Mehlkommission wurde mit sofortiger Wirkung die tägliche Mehlration von 225 auf 200 Gramm herabgesetzt. Ferner erhalteii Familien mit einem Einkommen von rnehr als 3000 Mark keine Zusatz- scheine mehr. Die Gast- Und Schankwirtschaften erhalten nur noch die 5>äkfte dxr bisherigen Anzahl von Brotscheinen. — Das Amts- gmtfjt verhängte abermals Strafen wegen Ueberschreittlng der Vorschriften für die Lebensmittelversorgung. Es erhielten wegen Vergehens gegen die Derord-mmg über den Fleisch- und Fettverbrauch der Wirt Franz Koener, Sch>walbacher Str. 11, 20 Mk., der Händler Wilh. Dralle, Frcmkeuallee 142, 20 Mk. und die Wittin Maria Seeseld, Lahnstt. 6, 10 Mk. Gekdsttafe. Wegen Verkaufs von Sahne wurde die Milchhändlerin Matta Leister aus Kalbach i. T. mit 50 Mk. oder 5 Tagen Gefängnis bestraft.
Wm. Treysa, 19. Jan. Der Butterhändler I. Plag von hier hat nunmehr 6 Söhne im Felde stehen, der 7. Sohn ist Eisen- bahnbeamter und drei der vor dem Feinde stehenden Söhne sind zu Unteroffizieren und der älteste zum Feldzahlmeister befördert worden.
FC. Wiesbaden, 19. Jan. Die Fremdenziffer ist auch im neuen Jahre im Steigen begriffen. So wurden in der Zeit vom 1.—15. Januar 6053 Kurfremde (Kurgäste und Passanten) hier gemeldtt. Das sind bereits 581 mehr als im ganzen Dezember 1915, und 1025 mehr als in den ersten 15 Tagen des Vorjahres.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die
Gictzener Fleisch- und Brotpreise
am 17. Januar 1916.
Ochsen
Kälber
Schweine
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
50 Kg. Schlachtgewicht 140-155 Mk.
Vs Kg.Schlachtgew.l32-158Pf.
1/2 Kg.Schlachtgew. 78-129 Pf.
Getteidepreise in Mannheim:
Weizen 100 Kg. 27,30 Mk. Roggen 100 Kg. 23.30 Mk.
Fleischpreise in Gießen
Vs Kg. 130-134 Pf.
Vs Kg. 130-134 Pf.
Vs K g 150- 00 Pf. ,
Brotpreise in Gießen:
Weißbrot 2 Kg. — Pf. Schwarzbrot 2 Kg. 68 Pf.
Meteorologische Beobachtungen ber Station Sichen.
Jan.
1916
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Regen
19.
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6,6
92
10
Bed. Himmel
Höchste Temperatur am 17. bis 18. Jan. 1916 = -f- 6,9* C. Niedrigste „ „ 17. „ 18. r 1916 = + 3,1° C.
Niederschlag: 1,2 mm.
Amtlicher Wetterbericht.
O öffentlicher Wetterdienst, Gietzen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 20. Jan. 1916: Wechselnd beivölkt, ineist trocken, in höheren Lagen leichter Nachtfrost.
SS!
verinischiss.
* Mailand, 18 Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Laut ^Corriere della Sera" brach in V a l l e P a r i n a, in der Provinz Bergamo, eine entsetzliche Fenersbrunst aus, die seit zwei Tagen anhält und sich über 14 Kilometer erstreckt. Die Bevölkerung ist in großen Schrecken versetzt.
Lingesanvt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Unsere Jugend auf der Straße.
Nach einer Meldung des „Gieß. Anz." aus Darmstadt hielt der dort gegründete „Verband für Jngendwohlfahrt und Jugendfürsorge" eine Versammlung ab, in der aus geführt wurde, daß auch in Darmstadt bei den Jüngeren und Jüngsten eine immer mehr wachsende Unbottnäßigkät sich geltend mache, bei derr Aekteren aber eine Abnahme der nwralischerr Widerstandskraft festzustellen sei, die sich im Tabak- und Alkohol genuß, im Umiherttlngern auf der Sttaße, in Kmoleidenschaft äußere und besonders durch die gestei-gerteu Zahlen in Krimi nalität und Zwangserziehung, sowie in Geschlechtskrankheiten in Erscheinung tteten. Was hier festgeftellt wurde, gilt auch für andere Otte. Me Gründung ähnlicher Bereinigungen wird sich darum auch anderswo empfehlen. Auch bei uns in Gießen sind schon Klagen laut geworden. Hier soll -nur auf einige dieser Bezug genommen werden, die sich auf das Verhalten lmieceT „Jüngeren und Jüngsten" beziehen. Gerät da jüngst eine Frau in einen Haufen Schuljungen hinein. Einer derselben schlägt mit einem Buche nach ihr, indeni er ruft: „Ich schlage dir die Bibel auf deinen dicken B . . ch." Ein anderer Junge belästigt am Abend aus der Lahnbrücke Vorübergeheirde durch beleidigeukde Zurufe. Nachdem er dieses Treibens müde geworden, wirft er ein starkes Brett vor die Lokomottve der herankommenden Bibertalbahn. Was wäre beschehen, hätte er nicht im letzten Augenblick auf den Zuruf eines das Treiben Beobachtenden das Brett wieder entferitt! Wer hat nicht schon die Erfahrung gemacht, daß Schuljungen und auch der Schule Entwachsene den Bürgersteig in seiner gMrzen Breite einnehmen und daß es ihnen meist nicht ernfällt, Begegnenden auszuweichen! Sie sehen diese mitunter noch an, als wollten sie sagen: „Nun, nullst du nicht ausweichen?" Diel Aerger wird durch das Zu- und Nachrufen verursacht! Da geht ein älterer Mann, der vielleicht eine schlaflose Nacht hinter sich hat, ein Wiedergeneseuder, ein nervöser 9)de:rsch seines Weges. Er sucht vielleicht im Freien Stärkung und Beruhigung. Aber da fällt er einem oder dem airderen Jimgen auf, erregerrde Zurufe erreichen und verfolgen ihn, solange er diesen sichtbar ist. Fort ist jede Erlwlung! Das beste in solchem Falle ist, alles ruhig hirrzunehmen. Aber manchmal reißt einein doch der Geduldsfaden. Er will an Ort und Stelle solche Ungezogenheit be- sttafen und läuft deshalb den davonellenden Jungen nach. Was ist die Folge? Sofort gibt's eine Ansammlung von Leuten, die mit schmunzelnder Miene den Weiterverlauf verfolgen. Und das ist das schlimmste, was geschehen kann! Solches Verhalten müssen die Bürschchen als Beifall, als Aufmunterung bettachten. Die Verabreichung eines Denkzettels, zumindestens aber energische Aeußeriing des Unwlllens, scharfe Verweise wären hier am Platze. Das ist Pflicht gegen die Gesamtheit, ist vaterländische Pflicht, ist Pflicht vor allem gegen die im Felde stehenden Väter. Die Mutter kann meist nicht die notwendige Tatkraft in der Erziehung entwickeln, oft gebricht es ihr auch an der nötigen Zeit. Hier muß die Allgemeinheit ein* trete n. Die Erwachsenen, olpre Unterschied der Stellung, haben es in der Hand, hier Besserung herbei zu führen. Me Jugend hat auch in dieser schweren Zeit das Recht, froh zu sein, aber ebenso hat die Allgemeinheit die Pflicht, Ungezogenheiten nicht aufkommen zu lassen, die Vorbedingungen ftir eirre gesunde Weiterentwicklung unserer Verhältnisse in der komnrenden Zeit zu schaffen.
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Letzte Nachrichten.
Das griechische Hausrecht in Salouiki.
K o n st a n t i n o p e l, 19. Jan. Am Tage der BerhafttMA der Kv-nsuln in Saloniki wurden viele Zeitungen Vvn der Zensur unterdrückt. Me serbischen Flüchtlinge verlaffen bereits me Stadt: etwa 700 wurden mit denr Dampfer „Lorraine" nach Marseille geschafft. In den letzten Tagen ttafen in Saloniki etwa 1400 Serben ein, die an der Grenze entwaffnet worden waren, die mm in das französische Lager geschafft und dott neu ausgerüstet werden. Der Durchttansport der Serben aus Albanien nach Saloniki nnrd sich längere Zeit hrnzögern, dadiegriechischeRe- 9 i e r u n g S ch w i e r i g ke i t e n macht. Interessant ist es auch, daß die serbische Regierung ursprünglich ihren Sitz in Saloniki anfschlagen wollte, was aber ebenfalls an dem griechischen Widerstand scheiterte.
Der unrentable Beitritt Italiens zur Entente.
Lugano, 19. Jan. Die radikalen Blätter fordern die: Regierung auf, auf einen engeren wirtschaftlichen und ftnan-! zielten Ausbau des Vierverbandes zu dringen, insbesondere mit England bestimmte Abmachungen zu treffen. Italien rverde damit kein Privileg-verlangen, sondern nur einen Nutzen, der im Interest e der ganzen Entente liege. Es wäre besstr gewesen, wenw die Parteien in Italien vor der Intervention Italiens im Weltkrieg derattige wirtschaftliche Vorbedingungen gefordett hätten/
Ein neuer Protest Amerikas.
Rotterdam, 19. Jan. Der „New Port Herold" berichtet wrs Washington, die amettkanische Regierung bereite eine neue Note an Oesberreich-Ungarn vor, in der sie dagegen protestieren wette, daß ein U-Boot von Bott des amerikanischen Petrolemu- schlifses „Petrolita" im Mittelländischen Meere seine Erröte mit Steinol aufgefüllt habe. Me amerikanische Regierung werde eine! Mißbilligung dieses Vorgehens, EnffchuLdigung und Schadenersatz fordern.
Die deutsche Amtssprache in Böhmen.
Prag, 19. Jan. Der Statthalter richtete einen Erlaß an alle^ staallichen Landesbehörden, wonach die Amtssprache bet brndesfürstlichen, politischen und Polizeibehörden im innern Dienst ,owie un innern Verkelw mit allen staatlichen Behörden die deutlche ist, deren Gebrauch gerade während der gegenwättigen Kriegsverhältnisse sich immer dringender geltend gemacht habe. Der Gebrauch der deutschen Sprache liege allein im staatlichen Interesse und dürfe nicht als Zurücksetzung einer anderen Landessprache aufgefaßt werden.
Verhaftung des Petersburger Stadthauptmanns.
S t o ck h o l m, 19. Jan. In Petersburg wurden neue U n- te rsch la gun g s s ka n da l e aufgedeckt. Der Stadthanptmamr ^>rasch«!wski wurde verhaftet, weil er den Redakteur der Petersburger Gouvernementsnachrichten' gezwungerc hatte, falsche Quittungen auszilstellen. Er unters-chlug so während Jahresftist eine halbe Million Rubel. Außerdem bestellte er aus Staatskosten eine ganze Einrichtung für ein von den unterschlagenen Geldern neugekauftes Gut. Gegen verschiedene ReichsbanF- dircktoren wurde im Senat Klage eingereicht, lveil sie gewissem Lebeusmittelspekulanten Kredit zum Warenauskauf vorftrertten.
Märkte.
ko. Frankfurt a. M., Heu- und Stroh markt.
Aus dem heutigen Heil- und Strohmarkt war nichts angeiahren.
ke. Frankfurt a. M., 19. Jcin. S ch w e i n e m a r f t. Anf- getrtebeu waren 215 Schweine. Es kosteten: Vollsieischige Schweine von 80 bis 100 Kiiograinm Lebendgewicht 108 , 00 — 00,00 Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 93.00-00,00 Mk, Schlachtgew. 00,00 Mk.; Voll- fleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgenncht 118,00 bis 118,50 Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Votlfleischige Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebendgewicht 129.50-00,00 Mk. Geschäst flott, ausverkauit.
ko. Frankfurt a. M., 19. Jan. Frucht- und Futter- mit tel markt. Getreide geschällslos. Ain Fnttermittelmarkt Angebot knapp. Leinknchen 75-77 Mk., Rapsschrot 55—58 Mk per 100 Kg.
ko. Frankfurt a. M., 19. Jan. K a r t o s f e l m a r k t. Kar-
«Tw '._ - H" ' ^ z, - - toffeln ab Station in loser Ladlmg im Großhandel 6,10 Mk. per
ist mck)t zngelaffen. Dagegen vermitteln bre deutschen Postämter 100 Kilo
m Kür den Landwirt,
der Tag für Tag der Unbill rauher Wlttcnmg trotzen motz, ist e«> drtogcnd notwendig, sich vor Erkältungen zu schütze,,, M» seine Arbeiislrast behindern.
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Abends: Metzelsnppe
Hierzu ladet freundlichst esti
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