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Erft« Blatt
Der 6*eft«tier Anzeiger
erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich
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zweimal >vöchentl.Nr«i§r dlatt für den Ureis Gietzen (Dienstag und Freitags zweimal monntl. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: iürdie Schriitleitung113 Vertag,Geschäitsstelleöl Adresie iür Draytnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.
(66. Jahrgang
Mittwoch, (9. Januar (9(6
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderhesfen
Rototionr-riick und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei v. Lange. Schristlcitung, Seschästrstelle und Druckerei: Zchulstr.7. öc " v
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Beck, jamilid; in Gießeir.
Die enögiltige Uiederlüge der Kliffen in Oftgalizien und
an der beffarabischen Koni.
(WTB.) Großes Hauptpuarticr, 18.Januar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Allgemein war die Feuertätigkeit an der Front meist 'bei klarem Wetter gesteigert. Leus wurde wiederum lebhaft beschossen. Z w e i e n g l i s ch e F l u g z e u g e unterlagen bei Passchendaele und Dadizeele (Flandern) im Luftkampf. Von den vier Insassen sind drei tot. Ein französisches Flugzeug wurde bei Medevich (Moyenvic) von einem unserer Flieger abgeschossen. Führer und Beobachter sind gefangen genommen.
O e st l i ch c r K r i e g s s ch a u p l a t).
Bei Duenhof (südöstlich von Riga) und südlich von Wi- sp gelang es den Russen unter dem Schutze der Dunkelheit und des Schneesturms, vorgeschobene kleine deutsche Posticrungen zu überfallen und zu zerstören.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
. Oberste Heeresleitung.
Die Kapitulation Montenegros hat im ganzen Lager der Zentralnrüchte uiib ihrer Freunde höchste Befriedigung erweckt, und auch die Presse her Neutralen unterstreicht es, daß durch dies Geschehnis die unvermeidliche endgültige Niederlage der Entente bezeugt werde. Aus dem feindlichen Anstande sind bisher nur wenig Stimmen, die sich über Montenegro aussprechen, zu uns gedrungen. Nur einige italienische Blätter warten uns mit verlegenen Kommentaren auf. Darunter sind die gegen England gerichteten Ausführungen des „Povolo d'Jtalia" besonders danach angetan, uns Vergnügen zu bereiten. Es wird da rund heraus gesagt, die Schuld an den bisherigen Mißerfolgen trügen ganz besonders die englischen Staatsmänner. Deren Losung sei gewesen: viel Gold aber wenig Blut. So schön ist die lange Reihe der Niederlagen Englands niemals ansgezählt worden als von diesem Bläckte! Schon die volkstümlichen Stich-w-orte „Dardanellenkrach", „Kupserbluff", „Bluff eines großen Heeres" zeigen, wie der englische Geist allmählich all seines äußerlichen Aufputzes entkleidet wird, wie er jetzt auch vor den Angen der eigenen Bundesgenossen in seiner jämmerlichen Nacktheit bloßgestellt ist. Dabei muß gesagt werden, daß England und Italien doch im Grunde gleiche Brüder sind und gleiche Kappen tragen. Auch Italien will für den gemeinsamen Endsieg möglichst wenig eigenss Blut vergießen, und fürchtet »England sich vor der allgemeinen Wehrpflicht, so drückt sich Italien von allen Helfershelferdiensten. Und noch ein Unterschied besteht: England gibt Gold, Italien nimmt welches. Beide Länder haben einen großen Stolz. Es wird interessant werden, zu erfahren, welcher von diesen Stolzen der dauerhaftere ist. Wir vermuten, daß das Land der Trinkgelder und Almosen am ehesten von seinem großen Jrrtümern abkommen und einen billigen Frieden zu schließen suchen wird. Der „Secolo" spricht von „dunklen Projekten" des Königs Nikita und meint, er habe von Oesterreich serbische Gebietsteile versprochen erhalten, wenst er die Hand zum Frieden biete. Ob damit die Stimmung ganz Italiens oder gar des italienischen Königshofes wiedergegeben wird, können wir nicht entscheiden.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Im Reichstag unterhielt man sich zu Beginn der Diens- tagssitzung, in der man für diesmal Schluß zu machen gedachte, zunächst über die Dauer der bis zum 15. März in Aussicht genommenen Vertagung. Von links und rechts war man sich darüber einig, daß, wenn die Regierung nicht früher mit ihren Vorlagen zur Stelle sein könne, auch der Reichstag nicht wohl in der Lage sein werde, in der kurzen Zeit bis zum 1. April den Eta* mit den neuen Steuergesehen zu verabschieden, und daß ein Notgesetz nötig werden würde. Der Schatzsekretär Dr. Helfserich betonte den rein formellen Charakter auch des künftigen Etats. Wenn er aber die von ihm geplanten Steuervorlagen als Kriegs- notmaßnahmen bezeichnte, die nichts Endgültiges schüfen und daher schnell erledigt werden könnten, so setzte der Abg. Bassermann hinter diese Bewertung ein Fragezeichen, und Herr Helffcrich nrnßte zugestehen, daß zwar die Vorlagen provisorischer Art, die Belastung aber endgültig sein würde. Unter dieser freilich nicht überraschenden Gewißheit wurde die Vertagung gutgeheißen.
Den letzten noch ausstehenden Gegenstand der Aussprache bildete die Zensur. Die vom Haushaltsausschluß angenommenen Anträge hatte der Berichterstatter Abg. Stresemmrn noch crmMow- tag begründet — den gegen die Fortdauer der Zensurbcstimnrungen im Frieden gerichteten besonders Mter Hinweis auf die bekannten Erlasse des preußischen Ministers des Innern zum Zweck der Beeinflussung der Presse. Die Sozialdemokraten beantragen von neuem die gänzliche Aufhebung des Belagerungszustandes und die Wiederherstellung der Preßfreiheit, und ihr Redner, Mg. Tittmann, stulste diesen Antrag mit der angeblich einseitigen und willkürlichen Behandlung der Versammlungen und der Presse der Sozialdemokratie zu rechtfertigen. Von bürgerlicher Seite hatten die Abgeordneten Gerstenberger (Ztr.) und Fischbeck (Fortschr. Vp.) genau dieselben Beschwerden, der Zentrumsmann stellte der deutschen Presst das Ehrenzengnis aus, daß sie unter so schwierigen Umstän- frctt die Presse aller Länder an Sachlichkeit, Ehrlichkeit, Gründlich?- keit und Unbestechlichkeit übertreffe. Scharfe Worte fand der nationalliberale Redner Dr. Stresemann einmal gegen das neue Zwangs-Offiziosentum, das die preußischen Presse-Erlasse züchten möchte, andererseits gegen ein falsches System der Zensur. Er empfahl eine Entschließung Tr. Wlaß (fr. Pp.), Bassermmm )natl.):
den Reichskanzler zü ersuchen, im Reichstage bei Beginn des näch- sten Sitzung sabschnitts einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die auch während des Krieges unentbehrlichen Sicherheiten gegen die Eingriffe der Militärgewalt in das bür- gerliche> . Leben geschaffen werden und die Verantwortlichkeit für diese Maßnahmen geregelt wird. Der nachfolgende Redner, der Konservative Dr. Oertel, bedauerte die Abrvesenheit der Regierungen und stellte zahlreiche Zensur- Uebergriffe fest, die Fußangeln, die das bekannte „Merkblatt" der geistigen Arbeit stelle, die Versuche, den Burgfrieden zur Kirchhofsruhe zu machen, indem man politische Dinge mit militärischen Fragen in entfernten Zusammenhang bringt. Sein Bedauern über das Verbot der Erörterung der Kriegsziele bringt er in eine Form, die cs ihm gestattet, über diese Ziele selbst einige kräftige Worte zu sagen. Der letzte Redner ans dem Hause war, nachdem zuvor noch der Reichsparteiler Mertin gesprochen, der ?lbg. Heine (Soz.): er verbreitete sich über den Belagerungszustand: durch Niederhaltnng freier Ueberzeugungen unterbinde man nur die Einheitlichkeit in der Verteidigung des Vaterlandes. Ministerialdirektor Tr. Lewald vermochte in längerer Rede nur durchzusetzen, daß der sozialdemokratische Znsatz zu der Entschließung des Ausschusses, daß das Verbot einer Zeitung nur mit Zustimmung des Reichskanzlers erfolgen dürfe, aus dieser heransgenommen und zusammen mit dem neuen Antrag Mlaß-Bassermann in den Ausschuß zuri'lckverwiesen wurde. Noch ein kurzer Kampf mit dem durch einen Schlußantrag unschädlich gemachten Mg. Liebknecht — und der Präsident konnte die Rcichsbotcn mit einem schwungvollen Gruß bis zum Frühjahr nach Hause entlassen.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 18,'Jatt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Januar 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
Da auch der gestrige Tag keine besonderen Ereignisse brachte, kann die Nenjahrsschlacht n £) ft a a (t a i e it und an der b e s s a r a b i s ch e n F r o n t, über die ans naheliegenden militärischen Gründen die Tagesberichte keine eingehenden Angaben bringen konnten, als abgeschlossen betrachtet werden. Unsere Waffen haben an allen Punkten des 180 Km. breiten Schlachtfeldes einen vollen Sieg davonactragen. Unsere über alles Lob erhabene Infanterie, die Trägerin aller Entscheidungskämpfe, hat — von der Artillerie sehr verständnisvoll und geschickt unterstützt — alle Stellungen gegen eine örtlich oft vielfache Ueberleaenheit behauptet.
Die aroße Neujahrsschlacht im Nordosten Oesterreichs begann am 24. Dezember vergangenen Jahres und dauerte, nur an einzelnen Tagen durch Kampfpausen unterbrochen, bis zum 15. Januar, also insgesamt 24 Tage lang. Zahlreiche Regimenter standen in dieser Zeit durch 17 Tage im heftigsten Kampf. Russische Truppenbefehle, Anssagen von Gefangenen und eine ganze Reihe von amtlichen und halbamtlichen Kundgebungen ans Petersburg bestätigen, daß die russische Heeresleitung mit der Offensive ihres Südheeres große militärische und p o l i t i s ch e Z w e ck e verfolgte. Diesen Absichten entsprachen auch die Menschenmassen, die der Feind gegen unsere Front angesetzt hat. Er opferte, ohne irgend einen Erfolg zu erreichen, mindestens 70 000 Mann an Toten und Verwundeten hin und ließ nahezu 6000 Kämpfer als Gefangene in unserer Hand. Der Truppenzusammensetzung nach haben am Sieg in der Nenjahrsschlacht alle Stämme der Monarchie Anteil. Der Feind zieht neuerlich Verstärkungen nach Ostgalizien.
Sonst im Nordostcn keine besonderen Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Lage ist u n v e r ä n d e r t. An der Dolomitenfront. am Tolmeiner Brückenkopf und im Görzischcn fanden stellenweise lebhaftere Geschützkämpfe statt.
Kleinere feindliche Unternehmungen gegen den genannten Brückenkopf und ein Angriff auf unsere Stellungen am Nordhang des Monte San Michele wurden abgewiesen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Verhandlungen, die die Waffenstrecknng des montenegrinischen Heeres zu regeln haben, begannen gestern nachmittag. Unsere Truppen, die inzwischen noch Virpazar und Rijeka besetzt hatten, haben die Feindseligkeiten eingestellt.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Ereignisse zur See.
Am 17. nachmittags vollführtc ein Geschwader von S e e f l u a z e u g c n einen starken Angriff gegen Ancona, wo Bahnhof. Elektrizitätswerk und eine Kaserne mit schweren Bomben getroffen und in Brand gesteckt wurden. Das sehr heftige Feuer von vier Abwehrgeschützen war ganz ohne Wirkung. Alle Flugzeuge sind unbeschädigt eingerückt.
Flottenkommando.
* * *
Die Durchführung der Kapitulation Montenegros.
Wien 18. Jan. (Zens. Frkft.) Das „Fremdenblatt"meldet:
„Am 13. Januar erschienen zwei montenegrinische Minister und ein montenegrinischer Artillerie- mojor als Parlamentäre in unserer Borpvstenlmie und gaben auch mündlich die Bereitwillig keit des Königs Nikolarts und
der montenegrinischen Negierung bekannt, sofort in Friedensverhandlungen ein zu treten. In der Antwort wurde die Erfüllung dieser Bitte an die vorherige bedingungslose Waffenstreckung des montenegrinischen Heeres geknüpft. Die montenegrinischen Unterhändler waren bis zum Eintreffen der Antwort bei unseren Truppen in Cetinje geblieben und beförderten sogleich die Antwort zu ihren Auftraggebern. Bereits am 16. Januar teilten sie mit. daß Montenegro die von ims gestellte Forderung nach bedingungsloser Waffen st reckung annah me.
Unter dieser bedingungslosen Waffenstreckung ist die Niederlegung, beziehungsweise die Auslieferung aller jener Waffen zu verstehen, die in der modernen Kriegsführung Verwendung finden, vor allem Handfeuerwaffen, Masckftnengewehre uud Geschütze; selbstverständlich auch Festungen mit ihrem Material, Eisenbahnen usw. Inwieweit Handschars, alte Flinten und andere in persönlichem Eigentum der Bewohner vorhandenen Waffen mit einbegriffen sind, lvird die jeweilige örtliche Sachlage ergeben. Die Niederlegung der Waffen an bestimmten, bezeichneten Punkten, voraussichtlich bedeutenden Kommunikationsknoten, wird selbstverständlich unter der Kontrolle nuferer Militärorgaue vor sich gehen. Diese Kontrolle erheischt auch eine Art strategischer Land- dnrchstrei fung. die das Verbleiben von Banden in entlegenen Schlupfwinkeln unmöglich macht. Die waffenfähige männliche Bevölkerung, zu der in RLvntenegro eigentlich alles gerechnet werden kann, was halbwegs marschieren kann, wird sodann konfi- niert, den Frauen das Verweilen in ihren Wohnstätten gestattet. Zahlreiche Frauen hatten sich ja den Kämpfern als Munitions- uird Proviantträger angeschlossen, in der letzten Zeit aber nach Einstellung der Löhnungsauszahlung au die Soldaten in ihren Wohnorten Aufenthalt genommen und von dort die kämpfenden Männer versorgt. Es ist klar, daß jeder Versuch, die Durchführung dieser Maßnahmen zu verhindern oder zu rrmgehen, schwerste Ahnung finden müßte. Es wird also sozusagen das ganze Land übergeben. Seme Verwaltung, der Betrieb der Eisenbahnen gehen naturgemäß in unsere Hände über. Damit ist dann unsere Forderung nach bedingungsloser Waffenstreckung, die wir als Voraussetzung für Friedcnverhandlungen aufgestellt haben, als erfüllt anzuscchen."
Konferenzen in Rom.
M<ril<rndi, 18. Jan. (WTB. NichüamtlW) Der „Cor-' riere bellet Sera" meldet aus Rom: Sannino empfing gestern früh den russischen Botschafter und später den Krieasminister Zuppe l li, der alsd-ann mit Sa lande a konferierte.
Die Stimmung in Italien.
Bern, 18. Jan. (WTB. Nichtanrtlich.) Der „Messaggero" schreibt: Die Nachricht ttim der Kapitulation Montenegros verbreitete sich gestern nacht rasch in Rom und rief lebhafteste Kommentare hervor. Allgemein herrsche die Ansicht vor, daß durch oie Haltting Montenegros der Eindruck betreffend die unmittelbare Verantwortlichkeit der italienischen Regierung für den Fall des Lovccn verwischt werde. Die Kapittllation wäre vorausgesehen worden, da allzuviele Anzeichen über die zweideutige Haltung der Montenegriner Vorgelegen hätten. Sie würden jetzt ein Geschrei erheben und sagen, der Vierveroand habe sie gegenüber einen: mächtigen Feinde allein gelassen. Dieses Desinteressement des Vierverbandes habe kein anderes Vorgehen verdient. Mon ten cgrv sei oft der Hinneigung zu Oesterreich verdächtigt worden. Rußland lMbe mehr als einmal darüber klagen müssen. T-ie .Haltung Montenegros habe ernste Befürchtungen nach dem Eintritt Italiens in den Krieg erweckt.
Eine italienische Verhöhnung Englands.
Bern, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Popolo d'Jtalia" setzt sich in einem Leitarttkel das Ziel, die "Entente aus ihrem Schlaf aufzuwecken. Zu diesem Zweck scheut sich der Verfasser nicht, sogar bittere und schmerzliche Wahrheiten zu sagen. Es sei Zeit, daß die Entente nicht mehr schlafe, denn, sie spiele in diesem Kriege um ihre Existenz. Das Matt ftagt, warum cs der Entente bisher noch nicht gelang, Deutschland zu besiegen. Alle Chancen des Sieges befänden sich auf Seiten der Entente. Die Schuld an den Mißerfolgen trügen die Staatsmänner und ganz besonders die englischen. Bisher» hätten diese Angst vor der Wehrpflicht. Ihre Losung war, viel Gold, aber wenig Blut. So sahen sie nicht ein, wie schlimm die Lage sei. Der Einmarsch in Polen, das Ende Serbiens, der Dardanellenkrach, die Bedrohung Salonikis und Aegyptens und der Todcskampf Montenegros inußten sie zur Besinnung bringen. Anr Anfang des Krieges l-offten die Engländer viel von Rußland, dann glaubten sie, Deutschland könne durch Hunger überwältigt werden, und noch später sei von den Engländern der Bluff eines großen Heeres erfunden worden, das im Frühjahr 1915 die deutschen Linien in Belgien wie Pulver zerreiben sollte. Nach hjesem Bluff sei der Kupserbluff aufgekomim'n. Wollen und Wochen hindurch las man in allen großen Zeitungen, Deutschland habe kein Kupfer mehr und könne daher keine Geichossd mehr anfertigen. Gerade aber zu jener Zeit stellte Deutschland ganze Berge von Geschoben her, von denen die Missen in Galizien und Polen auf Grund ihrer Erfahrung^ am eigenen Leibe etwas erzählen könnten. Man dürfe auch den Bluf' von der Einnahime Konstantinopels nicht vergessen, dm der arme Churchill erfunden hat. Von Zett zu Zeit las inan iit den Zeitungen und hörte im englischen Parlanrent, daß der Sieg an den Dardanellen nahe bevorstände. Dieser Sieg sei schließlich dadurch erreicht worden, daß man sich wieder einschiffte. Heilte klantmere man sich in England wicdermn an Hoffnungen, nämlich an das Ergebnis eines wirtschafttickwn Boykotts Deutschlands. Es gäbe immer noch Leute, die weinten, Deutschland,könne -durch Mangel an Gold niedergerungen werden. Man sollte auf dje'e Illusionen verzichten. Deutschland könne auf keine ander? Weise, al-.- durch Soldaten besiegt werden. Außerhalb dieser Wahrheit gäbe es keine Rettung. Das möge man sich in England, aber auch in Italien merken. Die Völker der Entente erwarteten vor Ende des Herbstes 1916 einen Erfolg. Wenn bis dahin ein großer, unbestrittener Erfolg errnngtn sein werde, dann würden die alliierten


