Ausgabe 
17.1.1916 Erstes Blatt
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r - ^ Da?bönctlcnfron? beschoß critt' 14. Januar ein

Andlvches Schrff zweimal ohne Erfolg Sedd-ül-Bahr. Unsere Marmeftu gzeuge warfen Bomben ans die feindlichen Schiffe in Dkudros Unter der bei Sedd-ül-Bahr gezählten Sciite «fiitiwn sich 15 Kanonen verschiedener Kaliber, eine grohe Menge Munition, mehrere hundert Munrtions wagen, 2000 gewöhnliche Wagen, mehrere Automobile, Fahrräder, Motorräder, eine große Menge von Material, Genietverkzeuge, Tiere, über 200 regelförmige Zelte, Ambulanzen, vollständiges Sanitätsmaterial, Mwizrukrsten, 50000 wollene Decken, eine große Menge von Konserven, Millionen Kilo Gerste und Hafer, kurz, Gegenstände tm Werte von mindestens zwei MiUionen Pfund. Wir entdecken tmmer noch eine Menge von vergrabenen oder ins Meer geworfenen Gegenständen.

- Der

erste Balkanzug.

Budapest, 16. Fan. (WTB. Nichtamtlich.) Der erste "Balkanzug ist heute nacht einige Minuten vor 12 Uhr in Budapest auf dem Westbahnhof eingetroffen. Obwohl kein offizieller Empfang stattfand, waren der Direktions­präsident der Kgl. Ungarischen Staatsbahn, Kornel Tolnay und mehrere hohe Beamte der Staatsbahndirektion an­wesend. Auf dem Bahnsteig hatte sich ein überaus zahl­reiches Publikum eingefunden, viele Mitglieder der hiesigen bulgarischen, türkischen und re: chs deutschen Kolonie, ferner Mitglieder der betreffenden Generalkonsulate. Als der Zug einfuhr, ertönten brausende Eljenrufe, welche von den Rei­senden herzlichst erwidert wurden. Außer reich sdeutschen und österreichisch^ungarischen Industriellen befanden sich auch zahlreiche Journalisten im Zuge, darunter Ludwig Ganghofer. Nach einem Aufenthalt von 20 Minuten setzte der Zug seine Reise unter lebhaften Kundgebungen der zu seiner Begrüßung Erschienenen fort.

König Peter.

Athen, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. König Peter ist heute an Bord eines französischen Kriegsschiffes abgereist. Er begab sich mit der Bahn nach Edipsos, wo er heute abend eintrisst.

Deutsche Flieger dem Balkan.

Sofia, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.)Kambana Meldet: Deutsche Flugzeug e bombardierten den Bahn Hof von Kilindir, der von Franzosen besetzt worden ist Ein Benzindepot ist verbrannt. Zwei französische Flugzeuge wurden im Luftkampf vernichtet. Die deutschen Flugzeuge kehrten wohlbehalten um.

Athen, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DieAgence Havas" meldet aus Saloniki: Gestern sprengte eine Truppen abteilung der Alliierten mit Dynamit den Bahnhof von Kilindir in die Lust; gleichzeitig zerstörte sie die Geleise auf eine weite Streike.

Oesterreich-Ungarn und die Besetzung von Korfu.

Wien, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Das Mini­sterium des Aeußern hat an die hiesige ameri­kanische Botschaft folgende Verbalnote gerichtet:

Wien, 14. Jan. Wie sich aus Mitteilungen ergibt, die .der österreichisch-ungarischen Regierung zugekommen sind ist die Insel Korfu von einem zur englisch-franMäschen Armee im Orient gehörigen Truppendetachement besetzt worden. Dieses Vorgehen bildet nicht bloß einen neilen schweren Anschlag auf die Souveränität und Neutralität Griechenlands, sondern auch eine flagrante Verletzung der am 14. November 1863 und am 29. März 1864 in Lon­don abgeschlossenen Verträge, nuch denen die Insel Korfu die Vorteile einer immerwährenden Neutralität genießt. Die österreichisch-ungarische Re aierung erhebt entschiedensten Protest gegen diese Hand­lungsweise, durch die Frankreich und Großbritannien wieder -eurmal die Mißachtung an den Dag legen, die sie für die aus den allgemeinen Grundsätzen des Völkerrechts sich er­gebenden Pflichten, gleich wie für die in den internationalen Verträgen feierlich festgelegten Verbindlichkeiten hegen. Das österreichischungarische Ministerium des Aeußern beehrt sich, die amerikanisch Botschaft zu bitten, Vorstehendes zur Kenntnis der Regierungen Frankreichs' und Grvst- brrtanniens bringen lassen zu wollen.

Gleichzeitig hat das österreichischungarisch Mini­sterium des Aeußern die Besetzung Korfus zum Gegenstand eines Protestes bei den verbündeten und neutralen Staa­ten gemacht. f

London, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DieTimes" meldet aus Athen, daß der österreichisch-ungarische Generalkonsul auf Korfu verhaftet worden ist.

Hin amerikanischer Soldat von den Engländern festgenommcn.

New York, 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des Wolfffchen Telegraphen- Bureaus. Albert Clerk, Gemeiner im 5. Infanterie-Regi­ment der Vereinigten Staaten, der hier an Bord des ame­rikanischen DampfersSanta Martha" ange- kommen ist, hat erklärt, daß er bei der Ankunft des Damp­fers in Jamaica von eirrem britischen Offizier von dem Dampfer heruntergeholt worden sei. Nachdem er mehrere Stunden an Land sestgehalten gewesen sei, sei ihm erlaubt worden, auf das Schiff zurückzu kehren. Clerk, der in der Panamakanalzone dient, war in voller Uniform und hatte dem britischen Offizier, der alle Passagiere ausfragte, erzählt, daß er bei Wien geboren sei, aber schon frühzeitig die Bürgerschaft in den Vereinigten Staaten erworben hätte

Wenn eine vorübergehende Vergewaltigung dieses heroischen Landes ohne Zweifel auch einen schmerzlichen Schicksalsschlag in der gemeinsamen Bilanz darstellt, so kann doch eine Ueberschätzung der Bedeutung des Lovcenberges, die den fremden Strömungen oder Unseren irrtümlichen Eindrücken zuzuschreiben ist, nicht vor der Prüfung durch die Wirklichkeit bestehen. Vor zehn Jahren versicherte ich in einer Stunde, in der man die Ereignisse nicht Vor­aussagen konnte, daß es eine Notwendigkeit für uns ist, zu ver­gessen, daß die Herrschaft der Adria vom Besitz von Triest, Istrien, der dalmatini>chen Küste Und den Inseln abhänge, was uns dahin brachte, dies- Herrschaft mit den Forts von Valona und dem Lovoen für identisch anzusehen. Tie Eindrücke von heute sind also dre Folge von früheren Uebertreibungen. Cattaro war und bleibt ein natürlicher Hafen ersten Ranges, der geeignet ist, die österreichische Flotte kräftig zU verstärken, trotz der vom Lovcen- berge möglichen Bedrohungen. Vom Lovcengipfel sieht man die Kasernen von Cattaro. Aber in den sechzehn Kriegsmonaten ist es der auf dem Berge ausgestellten Artillerie mittleren Kalibers (denn große Kaliber konnten niemals hmaufgeschasft werden, -da Straßen vollkommen fehlen) niemals gelungen, sie irgendwie zu beschädigen. Wenn die Mittel zu einer völligen Rettung Montcne gros was zwei- bis dreimalhunderttaufend Mann erfordert hätte Und vielfach! eine noch stärkere Anstrengung, um diese Kräfte in Marsch« zu setzen und mit ihnen in Verbindung zu bleiben vorhanden gewesen wären, so wäre der Lovceu, ob bervaffnet oder unbewaffnet, doch! mit dem übrigen Gelände in Feindcshand ge fallen.

t Ter Unausbleibliche Waffensieg der Alliierten wird die Ergeb­nisse dieses kühnen Handstreiches ebenso zunichte machen, wie die anderen bemerkenswerten, die iber Feind aus der Notwendigkeit heraus, den Frieden zu beschleunigen, ausführte. Damit aber eine unbestreitbare Ueberlegenheit der Mächte des Vierverbandes an Menschen, wirtschaftlichen und finanziellen Hilfsmitteln und Schif­fen nicht wirkungslos und vergeblich wird, ist ein enges, un­zerstörbares Und einheitliches Vorgehen erfor­derlich!. Tie jetzigen Ereignisse sind eine unvermeidliche Folge von Fehlern einer Zeit, die der Vergangenheit angehört. Aber glücklicherweise iversen viele Anzeichen darauf hin, daß die Auffassung von einer einzigen Front, von einem einzigen Kriege und einen: gemeinsamen Schicksal unter der Wirkung der schmerz­lichen Erfahruirg große Fortschritte machte. Der gemeinsame Feind wird nicht mehr das ungenügende Zusammenwirken der materiellen und geistigen Energien irr Anschlag bringen können, die den seini gen so überlegen sind. Wenn ihn seine Quellen im Stiche lassen, so ist der Untergang unvermeidlich. Die Rede Barzilais erntete lebhaften Beifall.

England könne den bisherigen Modus, neben dem eigenen Kriegsbedarf auch denjenigen von fünf Verbündeten zum größten Teil zu tragen, nur noch kurze Zeit fortsetzen. Die Alliierten setzten sich über finanzielle Schwierigkeiten leicht hinweg, indem sie England einfach die Rechnung präsen­tierten.

* * *

Eine Ansprache des Königs von Rumänien.

Bukarest, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei bet gestrigen Neujahrsfeier hielt der Metropolit an den König eine Ansprache, in der er sagte: Die Bande zwischen dem König und dem Land, die uns um die Person des Königs vereinigen, sind eine mächtige Bürgschaft für die Sicherheit und den Fortschritt Rumäniens. Der König sagte in seiner Erwiderung u. a.: Gebe der Himmel, daß die dem warmen Patriotismus, der uns alle rir diesen schtveren Zeiten eint, entspringenden Wunsche verwirklicht werden mögen und am Ende dieses Jahres der Friede in der Welt hiergestellt sei. Gebe Gott, daß alle rumänischen Herzen einig schlagen in der Arbeit für das Wohl des Landes. Ich werde auf diesen^ Wege ein von der Liebe für mein Lanp erfüllter Führer sein.

Der Seekrieg.

Wien, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich) DieAa?encia Stefan:" meldete am 14. Januar: Am 13. Januar torpe- ^brte und versenkte das französische unseren Soe­strettkräften beigegebene UnterseebootFoucault" m unserem Adriatischen Meere ein österreichisch-mngarisches Kundschafterschiff vom TypNovara". Da die öster- reichisch^-ungarische Flotte glücklicherweise in der Lage ist. kein Schiff zu vermissen, muß angenommen wer­den, dasFoucault" sich geirrt und ein Schiff der Mriw- ten versenkt hat.

London, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Llohds mel­den: Der britische DampferC o q u e t" (4396 Brutto-Ton- nen) ist g e s u n k e n.

Bern, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Zn emem neuen Leitartikel zur Haltung der italienische: Negierung in der Monte negrv-Angel egen heit schreibt derCorriere della Sera: Die französische und die englische Presse, denen wahr­scheinlich bald die russische folgen werde, hätten gegen Italien einen Feldzug untenrommen, der nicht zufälliger Natur sei. Er bestehe ans einer Reihe versteckter und offener An griffe gegen Italien und 'sei nicht geeignet, dem Ansehen Italiens bei Verbündeten und Gegnern zu dienen. Sogar die italienische öffentliche Meinung werde dadurch niedergedrückt und zwar ge­rade jener Teil, der den Krieg an der Sette der Alliierten ohn2 Einschränkung wünschte. Die Regierung, die in ihrem Getoissen vollständig und ruhig überzeugt sei, ihre Pfticht getan zn haben, müsse mtt allen dritteln dagegen arbeiten, daß im Ausland ver­leumderische Legenden über ihre Haltung entständen. Wenn Mtt lionen verkehrte Ansichten über Italien hätten, könnte das Land der materiellen und moralischen Vorteile verlustig gehen, die es durch seine Opfer geglaubt habe zn verdienen. Im zweiten Tette des Artikels versuchte derCorriere della Sera" auf eigene Verant­wortung die Haltung der ttalienischen Regierung zu verteidigen. Das Blatt wiederholt, daß Italien ans seiner Front einen harten Kampf bestehen müsse; niemand würde ihm bei tehen, wenn «freute Oesterreicher, Ungarn und Deutsche eine große Offensive ergriffen. Italien sei in den Krieg eingetreten, ohne für diesen Fall zu verlangen, daß die Franzosen und Engländer nach Italien müßten. Es könne daher auch seinen Boden nicht von Verteidigungskräften entblößen, um anderwärts Abenteuern nach- zujagen, sondern bedürfe seiner Truppen im etgenen Lande. Die Lage se: derartig, daß keine Truppen ab gegeben werden könnten, so viel dies auch die ausländische Presse verlangen möchte. Wenn Frank reich nicht selbst und Rußland kaum sich selbst genüge, dann habe auch Italien nicht viele Divisionen zu verseiwen. Es sei somtt inopportun, daß die Alliierten dies von Italien forderten. Die Alliierten zeigten sich Uns recht wenig dankbar für die Wohl taten, die ihnen Italien zuerst durch seine Neutralität, später durch ein Eintreten tt: den Krieg erwiesen habe. Dieser sei sogar in einem Augenblick erfolgt, der andere Völker zaudern gemacht hätte. Wenn übrigens Frankreich nicht über die Artillerie verfügte, um den L o v c e n zu retten, wie hätte Italien darüber verfügen kön neu. Montenegro hätte nur gerettet werden können, wenn man Serbien gerettet hätte. Würde die Entente im August auf die italienischen Vorschläge gehört haben, müßte vielleicht heilte die italienische Regierung nicht verteidigt werden.

Berlin, 17. Jan. Wie demBerl. LvkcttcrnÄ." aus Lugano gemeldet wird, hält die ernste Lage in Monte­negro alles Interesse der leitenden italienischen Kreife est. Nach demSecolo" fanden zahlreiche Bespre )ungen zwischen dem König, den Diplomaten und den Ministern statt.

Frankreich und England.

ern, 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Pariser Der treter desBund" schreibt in einer Besprechung der f r a n z ö s i - chen Volks stimm ung und des englisch-französischen Vor

Aus

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Stadt und Land.

Gießen, 17. Januar 19*6. Amtliche Personalnachrichten. Der Groß­herzog hat am 15. Januar den Regierungsasseffor Robert Frhrn. Löw von uiü) zu Steinfurth aus Heppenheim a. d. B., zurzeit im Felde zum Minifterialsekretär bei demStaatsmrnisteriuni ernannt. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde verliehen durch Entschließung des Großherzogs an Josef Hübner zu Tarmstadt. Der Grvßherzog hat am 22. Dezember v. Js. dem Rottenführer Heinrich Binz zu Nieder-Qlmr und den Bahnwärtern Martin Heil zu Sicken­hofen Georg Ziewer zu Hetschbach, Nikolaus Porth zu Mainz-Mombach und Friedrich Schäfer zu Lampertheim!, säntt- lich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft, aus An­baß ihrer am 1. Januar d. Js. erfolgten Versetzung in den Ruhestand das Allgeineine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" verliehen. Mist Ermächtigung des Groß­herzogs wurde dem Großh. Regierungsbaunreister des Ma­schinenbaufaches, Gustav Weskott aus Barmen, die etatmäßige Stelle eines Regierungsbaumeisters in der Hessisch-Preußische: Eisenbahngemeinschast vom 1. Januar d. Js. ab verlieh«:.

** Gvldsammlung. Wie notwendig und nützlich es ist, immer wieder durch richtige Aufklärung unseren Kindern und damit auch den Eltern und Verwandten der­selben klar zu machen, daß jeder Deutsche der seine noch vorrätigen Goldmünzen abliefert bezw. rrmwechsedr lLU, mithilft, den wirtschaftlichen Kamps pt erreichter» und unsere Reichsverwaltung in ben Stand zu setzen, Lebens­mittel und andere Sachen vom Ausland zu erlangen, däe sonst überhaupt nicht oder nur übermäßig teuer zu uns kommen können, das beweist die Tatsache, daß in der hie­sigen Stadtckuabenschule in den btet ersten Tagen der Gold-Sammelwoche schon über 1000 Mark Kußamnven- gebracht und äbgeliefert wurden.

** Die Schülerinnen der Höheren und Er­weiterten Mädchenschule samtneln Gold in die Reichsbank seit dem 23. Februar 1915. Der erste Tag ergab 4930 Abart; der höchste Betrag an einem Tag war 8440 AM. Am 31. Dezember 1915 waren 77 753 DM. (auch in Gestalt au slawischer Goldmünzen) abgeliefert. Mit dem 15. Januar 1916 stieg der Betrag auf 80847 Mk. Den Schülerinnen steht zur Belohnung eingoldf reier" Tag in Aussicht.

** Vvm Roten Kreuz. Im Monat Dezember wur­den an der Erfrischungsstelle am hiesigen Bahnhof 15 810 durchkommende Truppen, darunter 730 Verwundete, er­frischt. Die Sanitätskolonne hat 187 Transporte ausgeführt und in 139 Fällen sonstige Hilfe geleistet. Seit Kriegsbeginn bis zum 31. Dezember 1915 wurden 9195 Transporte von Verwundeten vorgenomrnen und 3268 Verbände angelegt bzw. erneuert. Die Zahl der auf der Verband- und Er­frischungsstelle erfrischten Truppen und Verwundeten beträgt für den gleichen Zeitraum 230000. Die Kosten der Errich-

hältnisses, es sei bekannt, daß ohne England der Krieg schon lange tung der Verbandsstelle betragen 7013,44 Mk. Die Emrich- zugunsten der Mittelmächte entschieden wäre. Die tapfere, tüch-!tuug der Erfrischungsstelle und ihre Unterhalttrng hat b:s

Ein italienischer Minister über die Bewältigung Montenegros und die Fehler des Bierverbandes.

Bologna, 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. In der Rede vor der BereinigungPro Patina" hob der Mmrster ohne Portefeuille, Barzilai, die Gewißheit und die Notwendigkeit eines großen Erfolges der nattonalen An­leihe hervor. Er sprach, sodann von den Ereignissen auf dem Bal­kan und sagte, der Zusammenbruch Serbiens und derjenige Montenegros, der unglücklicherweise beinahe unvermeidlich ist, vermehren nach.demjenigen Belgiens dieseltsam harten Aufgaben des Vier v erba n des, wenn der Sieg unfebl- bar die Erfüllung aller Aufgaben, sowohl der geisttgen wie sitt­lichen bedeuten soll, die zusammen mit der Verteidigung der politi­schen und wirtschaftlichen Interessen in erster Linie dm Krieg rechtfertigen würden. Der traurige Epilog von heute wurde schon lange unabwendbar beschlossen, als angesichts der klar ausge­sprochenen deutsch-österreichischen Umtriebe im Orient den Alli­ierten ein gemeinsamer, vorausschauender Bal- kanplan fehlte, wie dies der Minister eines alliierten Staa­tes offen zugab. Ein anderer Minister hat schon voller Loyalität anerkannt, daß keineswegs Italien am meisten für den Mangel an Voraussicht an den sich vorbereitenden Ereignissen verantwort­lich ist. Es war also eine gro ß e I l lusi v n, zu glauben, daß man nach der Niederlage Serbiens durch späte, nicht im Verhältnis stehende Hilfeleistungen das Schicksal Montenegros tvürde abwenden können, und eine sehr große Illusion war es, daß man den Lovcen entsetzen könnte, ohne das gesamte benachbarte Königreich zu retten. Tie Hilfe in letzter Stunde fehlte ihm nicht, aber man konnte ihr nicht vor seinem Gewissen eine entscheidende Wirksamkeit zuspr«hen»

tige französische Armee hätte, sobald einmal das französische Indu­striegebiet besetzt war, keine Munition mehr gehabt, wenn das meer­beherrschende England nicht für die Kohlenzufuhr und die Sicherung der amerikanischen Munttionszusuhr hätte sorgen können. Rußland allein hätte den Krieg nicht wettergeführt, sondern einen Frieden gemacht, den Frankreich bezahlt hätte. Von einem Eingreifen Jta liens wäre keine Rede gewesen. Alles das sage sich das gewöhnliche französische Volk auch, doch ziehe es im Allen oft peinliche Vergleiche zwischen der Lage der Engländer und der Franzosen und sage sich, daß in Frankreich die ganze grsimde männliche Bevölkerung bis zum 45. Jahre entweder in der Feuer linie kämpft oder in den Fabriken hinter der Front dient. In England ging zur Armee, wer eben wollte, rmd nur unter giinstigen Bedingungen. Man könne nicht vergessen, daß Frankreich mit sei­nem Herzblute fechte, während England mehr materielle Güter im Spiele hat. Deshalb sind viele Franzosen nicht abgeneigt, in das alte Lied vom perfiden Albion wenigstens pianisiimo ein­zustimmen. Die Verdienste in diesem Krieg seien nicht nur an den greifbaren Leistungen, die einer anfzuweisen hat, sondern auch daran zu messen, wieviel er unter dem Kriege litt. Man könne folglich keinem Franzosen übelnehmen, wen:: er der Llnsicht sei, daß für England noch verschiedenes.zu tun bleibe, bis sein Konto auf der Höhe des französischen stehe.

Die Stellung des englischen FinanzministerS zum Wehrpflichtgesetz.

Berlin, 17. Jan. Aus London erfährt ein Amster­damer Mitarbeiter derBossischen Zeitung", daß der eng­lische Finanzminister Mc. Kenna im letzten Kabi­nettsrat die Zukunft der englischen Finanzwirtschast ein­gehend besprach und daß aus seinen Erklärungen hervorgehe, daß er nicht gegen die Dienstpflicht an sich sei, sondern nur gegen deren Einführung während des jetzigen Krieges. Wenn erst neue Einkünfte zur Deckung des Heeresetbts beschlossen seien, würde man die Wehrpflicht sofort einführen können, ohne die Finanzen dadurch zu beeinträchtigen. Englands Staatsfinanzen wären durch den Krieg so in Anspruch ge­nommen, wie die keiner der übrigen kriegführenden Staaten.

jetzt einen Kostenaufwand von 13 999H9 Mk. verursacht. Die zahlreichen Naturalliebesgaben sind in dieser Summe nicht einbegriffen.

** Zur Bierpreiserhöhung. Die Brauereien von Gießen und Umgegend haben am vergangenen Samstag ebenso wie die Brauereien der Nachbarbezirke für den 20. Ja­nuar 1916 eine weitere nicht unerhebliche Erhöhung der Bierpreise vorgenommen. Aus Gastwrrtekreisen macht man uns darauf aufmerksam, daß die Gastwirte in Kassel gegen das gleichartige Vorgehen der dortigen Brauereien mit dem Generalkommando in Verbindung getreten sind. Dasselbe hat ein Gutachten der städtischen Preisprüsungsstelle eingeholt, wonach die Erhöhung des Bierprcises von 27 auf 32 Mark n i ch t « n g e m e s s e n ist, hat aber gleichwohl von einem Einschreiten Abstand genommen, weilvon der Reichs­regierung eine Regelung der Bierpreise für das ganze Reichsgebiet in Kürze in Aussicht gestellt ist". Wir verzeichnen diese Tatsache, sehen aber aus denselben Gründen einstweilen davon ab, uns in Sachen der Bierpreis­erhöhung zugegangene Zuschriften beistimmender oder ab­lehnender Art zu veröffentlichen.

'Stadttheater. Es sei daralls ausmerksam gemacht, daß morgen, Dienstag, im Abonnement die vorausftchtlich letzte Aufführung des liebenswürdigen LitstsprelS »Die selige Exzellenz" von Rudolf Presber und Leo Walter Stein statt­findet. Das Werk, das bekanntlich fast das gesamte Personal auf die Bühne bringt, konnte hier bei den ersten Aufführungen eine sehr gnte Ansnahme verzeichnen.

** Regelmäßige mnsikalische Untterihaltunrt tut Soldaten hei nn Dank dem Entgegenkommen des Kvm- mcmdievende:: des Ersatzbataillons unseres Kaiser Wilhelm Regi- me::1s, Major Stephan, werden künftig an jedem Mitt­woch unter der Leittmg von Musikleiter B. H e r r m a n n regel­mäßige musikallsckie Vorträge der Kapelle des Ersatzbataillons im Soldatmheim stattfinden. Um nicht nur den Verwundeten, sondern auch den Landsturmleuten und beu Angehörigen der Ostnesungs-- kompagnic Gelegenheit zum Besrich der Korrzerte zu geben, werden