Nr. 15
Der HujetffT
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Erstes Blatt
166. Jahrgang
Montag, 17. Januar IW
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General-Anzeiger Kr Oberhesten
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die beginnende Uneinigkeit im feindlichen Vierverhgyh.
MTB^ Grshes Hauptquartier, 15.Januar. (Amtlich.)
WestlicherKriegsschauplatz.
Auf der Front keine besonderen Ereignisse.
Ein nordöstlich von Albert durch Leutnant Volke abgeschossenes feindliches Flugzeug fiel in der englischen Linie nieder und wurde von unserer Artillerie in Brand geschossen.
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
Bei der Heeresgruppe des Generals von L i n s i n g c n scheiterte in der Gegend von Czernysz (südlich des Styr Bogens) ein russischer Angriff vor der Front österreichisch ungarischer Truppen.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
(VTB.) Großes Hauptquartier, 16.Januar. (Amtlich.)
WestlicherKriegsschauplatz.
Ein feindlicherMonitor feuerte wirkungslos in die Gegend von Westende.
Die Engländer schossen in das Stadtinnere von Lille-, bisher ist nur geringer Sachschaden durch einen Brand festgestellt.
An der Front stellenweise lebhafte Feuerkämpft und Sprcngtütigkeit. ^
Oeftlicher und Balkankriegsschauplatz.
Die Lage ist im allgemeinen unverändert.
' Oberste Heeresleitung.
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Die am Samstag angedeuteten Mißhelligkeittn zwischen Italien und seinen Bundesgenossen hat sich verschärft, das heißt, nach neuesten Nachrichten ist ein regelrechter Zank entstanden, der auf beiden Seilen mit ziemlicher Erbitterung ausgetragen wird. Praktisch wird dabei natürlich für den Vierverband nichts Nützliches herauskommen, eher das Gegenteil! Wie sehr in Rom die schnelle Niederwerfung Montenegros überrascht und gewirkt hat, geht aus der Meldung hervor, wonach wieder einmal Erregung herrsche und der König mit Diplomaten und Soldaten Unterredungen gehabt hätte. Nicht nur die französische Presse ergeht sich in bitteren Betrachtungen über die Haltung Italiens, sondern auch die englische. Die Londoner Blätter packen den schläfrigen Genossen unsanft beim Arm und weisen ihn aus die Folgen hin, die die Eroberung des Lovcen und Cetinjes begleiten würden. Die Ernüchterung unserer Feinde wird umso größer sein, da jetzt die in der nrontenegrinjijschen Hauptstadt gezählte Beute bekannt geworden ist: nicht we- rriger als 154 Geschütze sind unseren Bundesgenossen dort in die Hönde gefallen. Dazu kommt der neueste Erfolg an der küstenländischen Front, wo mit einem Schlage nahezu 1000 Italiener gefangen worden sind! Das sind wahrlich Hiobsbotschaften, aber sie geben z-n einem Teil dem „Corriere, della Sera" recht, der in der Polemik mit Londoner Blättern darauf verweist, daß Italien aus seiner eignen Front einen harten Kamps bestehen müsse. Es ist für die allgemeine Lage bezeichnend, daß dieses einflußreiche Blatt die Verbündeten Italiens der Undankbarkeit bezichtigt. Durch seine nachstehend wieder gegebenen Ausführungen über den Eintritt Italiens in den Krieg klingt der Zweisel hindurch, ob dieser Schritt nützlich gewesen sei. Ebenso großes Aussehen muß es erregen, daß ein italienischer Minister, Barzi- lai, in voller Oeffentlichkeit sein Land gegen die Vorhaltungen der anderen verteidigt hat. Er kritisierte dabei seinerseits tüchtig drauf los, besprach die englischen und französischen „Illusionen" und beklagte den fehlenden, gemeinsamen und vorausschauenden Baltattplan Englands und Frankreichs. Zur gleichen Zeit soll der englische Finanz- minister Me. Ken na einen Ausspruch getan haben, der auch in dieses Kapitel der Auseinandersetzungen hineingehört. England könne, so sacsie er, den bisherigen Modus, neben dem eigenen Kriegsbedarf auch denjenigen von fünf Verbündeten zum größten Teil zu tragen, n u r n o ch k n r z e Zeit fortsetzen. „Die Alliiertet: setzten sich über ftuanzielle Schwierigkeiten leicht hinweg, irrdem sie England einfach die Rechnung präsentierten." In Frankreich stellt ment, wie der Pariser Vertreter des Berner „Bundes" mitteilt, etwas anders geartete Betrachtungen an. Mm zieht dort ebenfalls Vergleiche, kommt aber dabei zum Schluß, daß das perfide Albion, das sich mit seiner materiellen Hilfe brüstet, doch noch verschiedenes tun müsse, bis sein Konto aus der Höhe des französischen stehe. Das ist zweifellos durchaus richtig. England hat die Völker in ven zttieg gehetzt; rnan hat seiner Macht vertrant, und dieses Vertrauen verwandelt sich jetzt in Enttätischung. Wie iinter diesen Verhältnissen der bisherige größte Fehler des feindliche!: Vierverbandes, die mangelnde Einheitlichkeit in den Plänen, beseitigt oder verbessert werden könnte, das ist eine Frage, die schwer oder überhaupt nicht zu lösen sein wird.
lieber die Niederwerfung Montenegros schreibt der „Berner Bund" in seinen Kriegsbetrachtungen:
Das Vertagen der Ententehilft gegenüber den serbischen und monttmegrmp ck^n Buichesgenossen l-at nicht nur für diese selbst, sondern für die Kr ieg g z icle der Entente so vernick>- tenoe Mcumgeu, daß man sich immer wieder singen muß, ob sich
der Kricgsvat der Alliierten denn wirklich! nicht bewußt lvar, daß dre elementarste strategische Ueberlegung rechtzeitige und ausgiebige Unterstützung der Serben erforderte. Heute wissen wir, daß diese Unterstützung nur in der verunglückten Wardaroffensive und letzt iNi Mtransport der serbischen Heerestrümmer nach Korfu besteht. Die Besetzung Korfus verwickelt natürlich die Lage noch mehr und zwar keineswegs zugunsten der Entente, obwohl die Griechen die zunächst Betroffenen sind. Es ist klar, daß die Eroberung des Lovcen und die Besetzung Korsis durch die Franzosen in Italien den stärksten Eindruck machen muß. Es war ein militär-politisches Axiom Italiens, daß der Lovcen nicht in österreichijche Hand fallen dürfe. Vergeblich haben chn die Italiener am I s o n z o zu erobern versucht, vergeblich dort riesige Verluste gehäuft, sie konnten weder Triest noch " e n *' ^ jetzt noch nicht einmal G ö r z erstreiten und
müssen nun zusehen, wie die Schlüsselstellung des ostadriatischen Users :n die Hände Oesterreichs fallt, das noch im April 1915 wulens war, eine starke Grenzberichtigung am Jsonzo eintretcu zu lassen und aus den Lovcen, ja selbst auf Albanien, schon vollkommen verzichtet hatte.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Am Samstag verhandelte der schon seit 10 Uhr morgens tagende Reichstag über den Antrag des Ausschusses auf Herabsetzung der Altersgrenze bei ^ der Altersrente vom 70. ans das 65. Lebensjahr und nahm ihn einstimmig an. Dftc' Regierntig sagte durch den Mund des Staatssekretärs Dr. Delbrück nicht ja und nicht nein: sie brachte nochmals ihre Bedenken vor, verhieß aber, angesichts der Einmütigkeit des Reichstages, mit größter Beschleunigung den Bnndesrat von neuem mit der Angelegenheit zu befassen. Sehr eingehend war die folgende Besprechung der zum Zweck der Aufbesserung derMannschäftslöhnun- ge n gestellten Anträge. Mit dieser Erörterung wurde auch die Aussprache über diejenigen Resolutionen des Haushalts- ansschusses verbunden, welche darauf abzielen, eine Ermäßigung des Preises notwendiger Lebensmittel, gegebenenfalls unter finanziellem Beihilfe des Reiches, herbei zu führen.
Die wichtigsten Entschließungen ersuchen den Reichskanzler, durch zweckentsprechende Aetrderuitg in der Kriegs- besoldungsordnnng die Löhnungen der Mannschaften vom 1. Iantsar 1916 um 50 v. H. zu erhöhen, ferner für alle in Feindesland stehenden Mannschaften mit Wirkung vom 1. Dezember 1915 ab die Löhnung ans SO Pfg. pro Tag und für alle im Jnlande beftndlichen Mannschaften mit gleicher Wirkung auf 50 Pfg. pro Tag festzusetzen, sowie die bisher bezahlten Zulagert den Mannschaften auch weiterhin zu gewähren. Das Beköstiguugsgeid für alle Mannschaften und Unteroffiziere soll auf 1.20 Mk. pro Tag erlchht werdet!. Die Offiziere und Beamten im Offiziersrang sollet! bei der Beurlaubung in die Heimat freie Fahrt erhalten und Härten bei der Besoldung der im Etappen- und Heimatgebiet, besonders tm Grenzschutz stehenden Mannschaften möglich st ausge- gltchen werden. Die Sozialdemokraten wollen liber auch die Gehälter der Offiziere einer Revision unterzogen und hierbei Zulagen beseitigt haben, denen eine Erhebliche Mehrleistung nicht gegenübersteht. Me Meinungen im Hause über das Zuviel und Zuwenig waren geteilt. Die Abstimmung über die Anträge soll erst am Montag erfolgen, wo man schon wieder zu früher Stunde (gleichzeirig mit dein Llbgeordneten- hause) zusammenzukommen gedenkt, unt sich weiterhin der Frage des Belagerungszustandes und der Zensur zuzuwenden.
Den Schluß der Sitzung bildete eine Kündgebung des Hauses zum „Baralong"-M ord von einer nationalen Einmütigkeit, Stärke und Eindrücklichkeit, wie sie trotz so mancher herzerhebendetr Aeußerung seit dem ewig denkwürdigen 4. August 1914 auch aus dem deutschen Reichstage nicht erklungen ist. Es ist überaus bezeichnend, daß die ganze Stärke vaterländischen Empfindens, nationalen Zorns und völkischer Verachtung, die hier znm Ausdruck kam und den Reichstag in einer Hochstitnmung fand wie nur an jenem stolzesten Tage seiner patriotischen Betätigung, sich gegen England richtete, und daß kein anderes v-on den vielen schmerzlichen Erlebnissen dieses Krieges, keine Aeußerung des Hasses, der Unmenschlichkeit, der Verlemndnna und des Verrats auf seiten unserer Feinde die Vertretung )es Volkes zu einer so tvuchtigeu Kundgebung veranlaßt hat, wie nach der feigen Mordtat des „Bäralong" der noch eigere Versuch der ettglischen Regierung, die Verantwortung dafür von sich abzuwälzen und der deutschen Kriegführung auszubürden.
Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien, 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Januar 1916.
N u s s i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Die Neuiahrsschlacht in Ostqalizien und an der li a s s a r a b i s ch e n Grenze dauert fort. Wieder war der Nauru von Toporoutz und östlich von Raraneze der Schauplatz eines erbitterten Ringens, das alle früheren auf diesem Schlachtfeldc sich abspielenden Kämpfe an Heftigkeit übertraf Viermal, an einzelnen Stellen sechsmal führte der zähe Gegner gestern seine zwölf bis vierzehn Glieder tiefen Angriffskolonnen gegen die heiß umstrittenen Stellungen vor. Immer wieder wurde er, nicht selten im Nghkampf mit dem Bajonett zurückaeworfen. Für die Verluste des Feindes aibt die Tatache. daß im Geftchtsraume einer österreichisch ungarischen Brigade über tausend russische Leichen gezahlt wurden, einen
Matzstab. Zwei russische Offiziere und 240 Mann wurden gefangen genommen. Die braven Verteidiger haben alle ihre Stellungen behauptet, die Rußen nirgends auch nur einen Fuß breit'Raum gewonnen.
An der Strypa und in Wolhynien keine besonderen Ereignisse. Am Kormyn wies Wiener Landwehr einen überlegenen russischen Vorstoß ab.
Italienischer Kriegsschauplatz, cm £ ttö feindliche Artilleriefcuer gegen die Räume von .'Ralborghct und Raibl setzte auch gestern wieder ein und war vornehmlich gegen Ortschaften gerichtet. Am Görzer Brückenkopf entrissen unsere Truppen den Italienern eine seit der letzten Schlacht stark ausgeüaute und besetzte Stellung bei Lslavija. Ein feindlicher Flieger überflog Laibach uni warf Bomben ab. Es wurde niemand verletzt und kein »chaden verursacht.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
A" Kkschlageiien Feind verfolgend, haben gestern unsere Streitkrafte mit ihrem Südflügcl S P i z z a besetzt.
. Cetinje wurden 154 Geschütze verschie
denen Kalibers, 10 000 Gewehre, zehn Maschine n g c w e h r e und v i e l M u n i t i o n und Kriegs- ?*,? a i r , tl c , u t e t. Die Zahl der bei den Kämpfen um Lovcen-Gebiet erbeutcken Geschütze erhöht sich auf 45. I™ der gestern eingebrachtcn Gefangenen beträgt -Mll. Liwlich von Berane, wo der Gegner noch zähen Wider- stanS leistet, erstürmten unsere Bataillone die Schanzen auf der Hohe uon Gradina,
Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs v, H ö f e r, Frlümarschalleutnant.
Russischer Kriegsschauplatz.
Die neuerlichen schweren Niederlagen, die die Russen an
Ln SÄ' bessarabischen Grenze Et^
dadkn. nchrten gestern wieder zu einer K a m p f p a u se, die
^ f lf chdd eichutzseuer wechselnder Stärke unterbrochen
Südlich von Karpilowka in^Dolhynien über-
deren B^atzung rUffifd,e Stellung und rieb
Sonst keine besonderen Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
küstcnlündischen Front steigerte sich das Gklchutzfeucr gegen den Monte San Michele, dic Brücken- kopfe von Gorz und Tolmein, sowie gegen den Mrzli 'Wrb ohne dah es zu Nnternehmungeii der feindlichen Infanterie kam. Die bereits gestern gemeldete Eroberung des »lirchen-
mcnwr »'r C 52 at, i«h *sn Steilungen der Infanterie-Rcgi- S 'd 80 durchgefuhrt. brachte 933 Ge- .darunter 31 Offiziere, drei Maschinengewehre und drei Mlnenwerfcr ein. Auch am Tolmciner Brüikenkavf E"!'» unsere Truppen einen feindlichen Graben. An der >T>nt waren die Artillcriekämpfe in den Abschnitten von Schluderbach und Lafraun—Vilgereuth lebhafter.
a 1 o rC s ^'watlichen Berge, an den bedrohten
Grenzen ihres Landes getreulich Wacht hallend beaeüen heute, mit dem Gewehr in der Faust, die Tiroler Kai- c >5 >uibrhundcrtfest ihrer Errichtung. Dankbar
gedenkl die Wehrmachl in Nord und Süd der rnhinvollen Leistlingen dieier braven Truppe, in deren Reihen der Gcist der Helden von 1809 sortlcbt. und die im grasten Ringen kämpft^hak""'" «cuerlich nnverwelklichrn Lorbeer er-
S ü d ö st l i ch e r K r i c g s s ch a ii p l a st.
_von Grahovo sind Berfolguiigskämpfe im
Gange. Unseren Truppen fielen in diesem Raum.« 250 Man-
»»» -in gefülltes Munitionsmagazin in die Hand.
^ tr letzten Taqen bei Bernne einqebrnchten Gefangenen übersteigt fünfhundert. ^
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschallentnant.
Der türkische Bericht.
Koiistantinopel, 15. Jan. (WM. Nichtamtlich. Das ^Hauptquartier meldet von der Kaiirasiisfroiit ^ ac> ^ öum 10. Jicmuar becsann der Feittd LU nächst mrt geringen kästen Neb^rfüUe gegen die Iilif, nuferes Zentrums; die Versuck>e wurden abgesckla 6^nd ging vom 11. Jänner ab mit neuen Ver starkttngen zu erner allgemeinen Offensive auf der Fron! von über 150 Krlometern zwischen dem K^avataghberg südlick des Ärasflusfts, und Ichhan, südlich Milo, vor. Tie Kämpfe dte srch sink nahezu fünf Tagen in heftigster Weise entwickeln^ nahtnetr fnr uns einen günstigen Derümf, dank der unver- B t 11 Tapferkeit unserer Soldaten, die fast in allett Ubfanutteti zum Gegenangriff übergekwn. c .Konstantinopel, 16. Jan.'(WTB. Mcküamtlich.l Krieas.
Atl der K a u k a s u s f r o n 1 .erneuerte der Febw in dct stacht Mm 14. ^amvar und toäbrintd des 14. Januar mit seinen M.Eästen seine deftigen Angriffe ans den Abschnitt Uroltaj des Aras bis zum Narmanpaß und auf den R. :m, r .. i!,en dtesem ersten Abschnitt und dem Südlauf d. > Ara>? i'l Karataghbevg. Lllle diese Angrifft nmrden a u g e h a l : c it m,d V r - solgreich zurü ckgefchl a g en , dank des energischen Wider, standes unserer Truppen. Du' in jenem Abschnitt gemachten Okv äugenett erzählten, daß die angrciftndcn cu.ssisck-en Rcgüncm« schreckliche Verluste erlitten haben.


