Bei beiden Varietäten gibt es Sorten mit grüner und brauner Riſpe, und die Farbe der Körner, die von den beiden Blütenſpelzen feſt umſchloſſen ſind, variiert zwiſchen: weiß, hellgelb, dunkelgelb, gelbbraun, dunkelbraun, rot, grau und ſchwarz. Die Farbe ſitzt alſo nicht an dem eigentlichen Kern der Frucht, ſondern an der äußeren Schale, welche aus den beiden Blütenſpelzen gebildet wird.
Von dieſen beiden Kulturvarietäten empfehlen ſich nun zum Anbau in Deutſchland namentlich die Klumphirſe mit gelben und die Klumphirſe mit grauen Körnern. Die graue Klumphirſe hat den Vorzug, daß ihre Vegetationszeit um etwa 8 Tage kürzer iſt, indem dieſelbe nur 92 Tage beträgt.
Saatmethode. Gewöhnlich wird die Hirſe breitwürfig ausgeſäet, es iſt aber ſehr zweckmäßig ſie in 15— 20 cm weit entfernten Reihen zu drillen, weil dadurch das Behacken und Jäten weſentlich er— leichtert wird.
Samenbedarf bei Breitſaat 0,3— 0,7 hl; bei Drillſaat 0,2 bis 3,0 hl pro ha.
Unterbringung ganz flach, 1 cm.
Pflege. Die Pflege beſteht bei Breitſaat in einem Üübereggen, wenn die Pflanzen etwa 5 cm hoch ſind; bei Drillſaat in zweimaligem Behacken, das erſtemal, wenn die Pflanzen 5 cm, das zweitemal, wenn ſie 10 bis 15 cm hoch ſind. Häufig iſt das Jäten unerläßlich.
Ernte. Die Ernte hat ihre Unannehmlichkeiten, weil wegen der ungleichmäßigen Reife der Körner der Zeitpunkt ſchwierig zu beſtimmen iſt, und weil die reifgewordenen Körner ſehr leicht durch Ausfall ver⸗ loren gehen. Man ſchneidet daher, wenn die Hälfte der Körner reif iſt, was man an der Farbe erkennt, und driſcht die Körner ſogleich ab. Das Stroh, das zur Fütterung wertvoll, wird nachher zum Trocknen ausge⸗ breitet, die Körner werden fleißig umgeſchaufelt.
Ertrag. Der Ertrag an Körnern ſchwankt zwiſchen 12 und 40 hl pro ha. Der Ertrag an Stroh ſchwankt zwiſchen 1000— 3000 kg pro ha. Die Hirſe bewahrheitet alſo das im erſten Teil gebrauchte Wort: Ein Korn bringt viele in kurzer Zeit.
Der Fennich, Setaria italica.
Der Anbau des Fennichs oder der ſogenannten Kolbenhirſe ſtimmt mit demjenigen der Hirſe vollkommen überein. Gegenwärtig hat die Pflanze nur noch eine untergeordnete Bedeutung; ſie wird in Europa jetzt nur noch zur Gewinnung von Vogelfutter angebaut, während der


