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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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Ernte. Der Zeitpunkt für die Ernte iſt gekommen, wenn die Deck⸗ blätter oder Lieſchen an den Maiskolben gelb und trocken und die Körner hart geworden ſind. Da die Körner nicht ausfallen, ſo wartet man die völlige Reife derſelben ab. Für den Fall, daß Frühfröſte das Ausreifen der Körner verhindern ſollten, empfiehlt Krafft, etwa 14 Tage vor der Ernte die Deckblätter aufzuſchlitzen und herabzubiegen, damit die am Stamme verbleibenden Kolben leichter austrocknen und die Körner er⸗ härten können.

Geſchieht der Maisbau im kleinen, wie gewöhnlich in Süddeutſch⸗ land, ſo werden bei der Ernte die Kolben ausgebrochen, und nachdem man die Deckblätter zurückgeſtreift, zu je 2 zuſammengebunden auf dem Speicher über geſpannte Schnüre gehängt, ſo daß der Luftzug ſie von allen Seiten frei beſtreichen kann. Sind größere Quantitäten zu ver⸗ ſorgen, ſo werden bei der Ernte die Lieſchen mit der Hand oder einem Meſſer, einem Nagel aufgeſchlitzt, die Kolben abgenommen, auf dem Schüttboden flach ausgebreitet und fleißig umgeſchaufelt, damit ſie nicht verſchimmeln und ſchnell austrocknen. Das Austrocknen erfordert in unſerem Klima immerhin einige Wochen.

Das Entkörnen oder Abrebbeln geſchieht entweder von der Hand mit einem ſtumpfen Meſſer oder über dem eiſernen Steg eines Scheffels, oder bei größeren Quantitäten durch Abdreſchen auf einem Lattenroſte, oder durch eine einfache Maſchine, den ſog. Maisrebbler, mit welchem drei Mann täglich 15 22 hl Körner fertigen können.

Für den Samenbedarf bewahrt man die Kolben in den Lieſchen bis zum Frühjahr auf und rebbelt nur die Körner in der Mitte oder von dem unteren Drittel des Kolbens ab, weil hier die größten und vollkommenſten Körner ſitzen.

Die Stengel werden im Spätherbſte abgehackt und bei Futtermangel ſamt den Spindeln zu Häckſel geſchnitten, gewöhnlich aber als Kompoſt⸗ oder Brennmaterial benutzt.

Ertrag. Körner 20 80 hl pro ha. Stroh 2500 6000 kg pro ha.

Grünfuttermais: Badenſcher 5000 7000 kg, Pferdezahn 7000 bis 12000 kg pro ha. In bezug auf den Futterwert ſind 4 kg Badenſcher gleich 5 kg Pferdezahnmais.

Die Hirſe, Panicum miliaceum.

Die Hirſe iſt zwar ebenfalls ein Kind des warmen Klimas, aber ie paß

t doch beſſer in die norddeutſchen Wirtſchaftsverhältniſſe, als der