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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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Dibbeln eine größere und namentlich auch beſſere, weniger grobſtengelige Futtermaſſe. Bei noch engeren Drillreihen iſt die gewöhnliche Pferde⸗ hacke nicht gut anwendbar..

Saatquantum bei Körnermais und Dibbelſaat 0,2 0,3 hl pro ha; dagegen bei Grünfuttermais und Drillſaat 1,0- 1,5 hl pro ha.

Bei dem Grünfuttermais beſchränkt ſich die Pflege auf ein ein⸗ maliges oder zweimaliges Behacken.

Bei dem Körnermais dagegen erfordert die Pflege mehr Arbeit und Sorgfalt. 3

Sobald der Mais aufgegangen, wird er zum erſten Mal behackt, um das Unkraut zu zerſtören und die Kruſte zu brechen. Die Krähen ſind um dieſe Zeit arg hinter ihm her, und lohnt es ſich, ſie durch Ab⸗ ſchießen zu verjagen und einige der getöteten Thiere auf die Fläche ver⸗ teilt an Stangen aufzuhängen.

Iſt der Mais handhoch, ſo wird er vereinzelt, ſo daß auf jeder Pflanzſtelle nur zwei kräftige Pflanzen ſtehen bleiben.

Hierauf folgt ein zweites und drittes Hacken, wie bei den Zucker⸗ rüben, und wird bei dem dritten Hacken die Erde auch etwas an die Pflanzen herangeſchafft, ohne daß ein eigentliches Häufeln ſtattfindet. Das Häufeln geſchieht, wenn der Mais 4050 em hoch iſt, und beeilt man ſich bis Anfang Juli damit fertig zu werden.

Eine beſondere und notwendige Pflege bei dem Körnermais beſteht in dem Ausbrechen der Seitentriebe, damit der Hauptſtamm ſeine volle Kraft zur Ausbildung der Kolben verwenden kann.(Neue Beſtätigung meiner Theſe: Bei einer Getreidepflanze, welche Körner liefern ſoll, iſt die allzureichliche Beſtockung vom Übel. Bei dem Mais hat ſich die Erfahrung ja geradezu für die Einhalmigkeit entſchieden).

Während der Blüte darf der Mais in keiner Weiſe geſtört, das Feld während dieſer Zeit alſo gar nicht betreten werden.

Iſt das Blühen vorbei, ſo wird die Pflanze geköpft, d. h. die männ⸗ liche Riſpe etwas oberhalb des oberſten Kolbens fortgenommen, da nach den Verſuchen von Wollny ſich herausgeſtellt hat, daß der Gipfeltrieb die Entwicklung der Kolben und der Körner beeinträchtigt. Der Gipfel⸗ trieb ſowohl, wie die ſchon früher beſeitigten Nebenſchößlinge ſind ein vortreffliches Milchfutter.

Von pflanzlichen und tieriſchen Paraſiten hat der Mais im allgemeinen wenig zu leiden. Gegen den Mais⸗ oder Beulenbrand, Ustilago Maydis, der nur vereinzelt auftritt, ſichert das Einweichen der Saatkörner in Kupfervitriol.