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ausgeſchloſſen, daß wir den Mais auch fernerhin als Grünfutterpflanze benutzen.
Boden, Beackerung, Düngung und Vorfrucht. In bezug auf den Boden iſt der Mais nicht wähleriſch. Auch die Vorfrucht iſt ihm ziemlich gleichgültig. Er gedeiht auf Sand-, auf Lehm-, auf Thonböden, ſofern dieſelben nur in guter Kultur ſind. Denn Nährſtoffe verlangt der Mais als Körner⸗ und namentlich auch als Grünfutterpflanze mehr, als unſere gewöhnlichen Getreidearten. Das Land wird vor Winter tief gepflügt und am beſten im Herbſt friſch gedüngt. Doch kann der Stallmiſt, der in dieſem Fall mehr verrottet ſein muß, allenfalls auch noch mit der Frühjahrsfurche untergeackert werden. Auf ſchwerem Boden iſt die Frühjahrsdüngung ſogar vorzuziehen. Im übrigen liebt der Mais reines und mürbes Land.
Saat und Pflege. 8 Saat erfolgt früheſtens Ende April, ſicherer erſt Anfang oder Mitte Mai, beſonders in den norddeutſchen Gegenden. Dun der Mais keimt erſt t bei 10° Bodenwärme, und er macht beim ufgang nicht gern Bekanntſchaft mit den drei geſtrengen Herren Kamertus, Pankratius und Servatius.)
Beim Körnermais iſt das Dibbeln die Regel. Das gut geebnete und unkrautreine Land wird mit dem Reihenzieher markiert. Entfernung der Reihen bei kleineren Sorten 60 cm, bei größeren Sorten 80 cm. Entfernung in den Reihen bei kleinen Sorten 25— 30 em, bei großen Sorten 30— 40 cm. Will man die Pflanzen ins Quadrat ſtellen, was beim Mais eigentlich richtiger iſt und zugleich eine leichtere und voll⸗ kommenere Bearbeitung geſtattet, ſo markiert man das Land auf 50 bez. 60 cm der Länge und der Quere nach. An jeden Kreuzpunkt werden 3—4 der beſten Körner mit einer Handhacke gelegt und 4—6 em hoch mit Erde bedeckt. Einfach und zweckmäßig iſt es auch, mit dem Abſatz des Stiefels ein Loch zu machen, die Körner hineinzulegen und mit der Fußſpitze zuzuſcharren.** 3
Der Grünfuttermais wird erſt im Mai entweder breitwürfig mit der Hand, oder beſſer mit der Drillmaſchine in Reihen von 50— 60 cm Entfernung geſäet. Durch das Drillen erzielt man im Vergleich zum
1 Auf M
) Eisbein, der Mais als Körner⸗, als Gruünfutter⸗ und als Sauerfutterpflanze. Vortrag. Zeitſchrift d. l. V. f. Rheinpreußen 1884, Nr. 5.
**) Sehr einfach und eigentümlich iſt der Maisbau in den Amerikaniſchen Urwäldern. Bouſſingault(Die Landwirtſchaſt ꝛc.) berichtet darüber aus eigener Anſchauung. Die Wäͤlder werden niedergehauen und verbrannt. Zwiſchen den Stöcken und verkohlten Baumſtämmen macht der Pflanzer mit einem Stachelſtocke nicht ſehr tiefe Löcher, wirft 2— 3 Maiskörner hinein und deckt ſie mit Aſche zu, indem er eine leichte Bewegung mit dem Fuße macht. Dann überläßt er die Saat ihrem Schickſal und kehrt erſt zur Ernte wieder zurück.


