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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
Seite
298
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.Heinemann's September⸗Mais. Sehr früh. Seit 1880 bekannt. Empfehlenswert. Reifte nach Werner, Poppelsdorf, von allen gleichzeitig angebauten Sorten am früheſten. 7. Früher ungariſcher Mais. 8. Früher ſteyriſcher Mais. 9. Cinquantino. Beanſprucht in Deutſchland eine Vegetationszeit von 4 ½ Monaten; in Poppelsdorf, nach Werner, von 132 Tagen. 10. Früher kanadiſcher Mais. Beachtenswert, weil er in den Nordſtaaten der Union häufig angebaut wird, wo die größeren Sorten nicht mehr gedeihen.

11. Weißer König⸗Philipp⸗Mais. Ertragreich, auch als Futtermais. Vegetationszeit aber über 5 Monate.

Anderweitige Anbauverhältniſſe.

Klima. Die klimatiſchen Verhältniſſe Deutſchlands entſprechen den Anforderungen des Maiſes nur zum Teil und eigentlich nirgends in voll kommener Weiſe. Immerhin läßt ſich die Pflanze, auch als Körnerfrucht, in allen denjenigen Gegenden kultivieren, wo die Rebe im Freien ge deiht und genießbare Trauben liefert. Das iſt namentlich am Rhein von Mainz aufwärts bis Baſel der Fall, und da ſieht man denn auch den Mais häufig angebaut. Ebenſo im benachbarten Elſaß und in Württemberg. Im ganzen übrigen Gebiete des deutſchen Reiches hat die Maiskultur, ſofern ſie ſich auf Körnerproduktion erſtreckt, bis jetzt eine nennenswerte Bedeutung nicht erlangen können. Und ich glaube, es iſt gerechtfertigt, der Verbreitung dieſer heiklen Pflanze nicht das Wort zu reden. Ich zweifle zwar nicht, daß es bei richtiger Auswahl der Sorten und bei beharrlich und planmäßig fortgeſetzter Zuchtwahl gelingen würde, die Pflanze ſo weit zu akklimatiſieren, daß ſie in der Breite von Berlin und Bromberg auf allen wärmeren und ſandigen Böden mit Erfolg angebaut werden könnte, aber iſt dies zu wünſchen oder zu befürworten? Ich ſage: Nein, und zwar aus dem Grunde, weil die Ausdehnung der Maiskultur nur auf Koſten des Roggenbaues geſchehen könnte, indem gerade der beſte Roggenboden dem Mais zu gewieſen und eingeräumt werden müßte. An dem Roggen aber müſſen wir feſthalten. Er iſt, ſo zu ſagen, unſere Nationalpflanze. Der Mann von echtem deutſchemSchrot und Korn bedarf das Roggenbrot zu ſeiner Nahrung. Geben wir dieſe Nahrung auf, ſo opfern wir ein Stück von unſrer Kraft. Ueberdies iſt der Roggen unentbehrlich und unerſetzlich wegen des vortrefflichen Strohs, das er uns in reicher Menge liefert. Offnen wir alſo dem Maisbau die Thore nicht zu weit, und überlaſſen wir dieſe Kulturpflanze denjenigen Ländern, wo die Sonne heißer glüht, als bei uns. Selbſtverſtändlich iſt damit nicht