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efe der Unterbringung: 3 cm für gewöhnlich. Bei leichtem, taschrert Boden 6 cm.
Ernte. Nicht zu ſpät, weil ſonſt viel Ausfall. Bei unſicherem Wetter, im Gebirge, gleich hinter der Senſe aufbinden und in Stiegen oder Puppen mit Schutzhaube, oder auch ungebunden in kleine Kegel ohne Hut aufſtellen. Das längere Liegen auf dem Schwad er⸗ leichtert zwar das Dreſchen, aber es geht dabei viel verloren. Man wird auch den Hafer möglichſt trocken einfahren, doch ſchadet ihm die Erwärmung in der Scheune nicht ſo leicht, als dies bei der Gerſte der Fall iſt.
Ertrag. Im Preußiſchen Staat wird eine Mittelernte an Kör⸗ nern pro ha deineſemeüeh
Im Durchſchnitt zu 1357 kg „ Maximum„ 2600„ „ Minimum„ 500„
Wie aus dem Verſuche von Beſeler zu entnehmen, kann der Er⸗ trag an Körnern bis auf 4188 kg ſteigen.
Der Ertrag an Stroh ſchwankt im allgemeinen zwiſchen 1000 bis 2500— 4000 kg pro ha.— Der höchſte Ertrag in dem eben erwähnten Verſuch war 6929 kg an Stroh und Spreu.
Das Verhältnis von Korn: Stroh ſchwankt nach der Zuſammen⸗ ſtellung von H. Thiel zwiſchen 57:43 und 16:84.— Das Verhält⸗ nis 40:60 ſcheint dem Normalen am nächſten zu kommen, wenn man auf Körner- und Strohertrag ein gleichmäßiges Gewicht legt.
B. Die Getreidearten des wärmeren Klimas. Frucht nackt oder beſpelzt, ſtets ohne Längsfurche. Nur ein Wurzelchen am Keimling. Von den Getreidearten, welche in dieſe Abteilung gehören, iſt die Mehrzahl aus klimatiſchen Gründen für Deutſchland ohne Wer So namentlich Reis, Durra, Dochen, Korakan(Daguſcha), Tef. Auch von dem Anbau der Zuckerhirſe, Sorghum saccharatum zur Grün⸗ futtergewinnung muß ich entſchieden abraten, denn von zwei Verſuchen, die ich zu verſchiedener Zeit in den 70 er Jahren auf dem Verſuchsfelde bei Zürich einleitete, hatte der eine, kleinere zwar ein günſtiges Reſultat, der andere, größere dagegen ſchlug ſo vollſtändig fehl, daß das Land umgepflügt werden mußte. Die Pilduze paßt nicht für unſer Klima. Es bleiben demnach nur Mais, H Hirſe, Fennich und Kanarien⸗ gras übrig. Das Kanariengras, das wahrſcheinlich den meiſten deutſchen Landwirten gänzlich unbekannt ſein wird, können wir kurz mit


