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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
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In der am Schluß des Berichtes von Märcker mitgeteilten Berechnung der pro Hektar in Korn und Stroh geernteten Nährwert⸗ einheiten(Protein und Fett= 5, ſtickſtofffreie Ertraktſtoffe= 1) ergibt ſich nachſtehende Rangordnung der 5 beſten Haferſorten:

1. Beſelers Anderbecker.8184,9 Nährwert⸗Einheiten

2. Hallet's kanadiſcher. 8067,5 3. Probſteier.... 7756,5 4. Lüneburger Kley. 7726,2 5. Däniſcher..... 7434,3

Wie man ſieht, rückt hier Hallet's kanadiſcher an die zweite Stelle.

Der Fettgehalt der verſchiedenen Haferkörner wies keine erheblichen Differenzen auf. Im Gehalt an Rohfaſer, der ein Maßſtab iſt für die Dicke der Schale, zeichnet ſich nur Kylbergs Pedigree mit 12,8% ungünſtig aus, während die übrigen neun Sorten zwiſchen 9,0 und 10,5% Rohfaſer ſchwanken. Die ſtickſtofffreien Ertraktſtoffe ſtehen natürlich, da ſie aus der Differenz berechnet werden, im engen Zuſammen⸗ hang mit dem Gehalt an ſonſtigen Stoffen und auch hier iſt Kylbergs Pedigree die geringwertigſte Sorte.

Endlich iſt über die Zuſammenſetzung von Stroh und Spreu zu bemerken, daß Märcker auf Grund der bei dieſem Verſuch vor genommenen Analyſen ſich von neuem zu ſeinem früheren Ausſpruch berechtigt fühlt, daß durch die Drill⸗Hackkultur und ſchwache Ausſaat, trotz hoher Stickſtoffdüngung, ein proteinarmes, grobſtengeliges Stroh von geringem Nährwert erzeugt wird.

So viel über dieſen wertvollen und lehrreichen Verſuch.

Wir möchten im Anſchluß an denſelben nur noch einige Daten mit teilen, die ſich auf allgemeine Erfahrungen ſtützen und die Saat und Ernte des Hafers betreffen.

Saatquantum. Als Saatquantum berechnet man 2,5 4,5 hl pro ha bei Breitſaat; auf Neuland, wo der Hafer vorzüglich gedeiht, ſogar 5,5 hl. Bei Drillſaat nicht viel weniger, nämlich 2,3 3,0 hl. Das gewöhnliche Ausſaatquantum iſt alſo auch bei Drillſaat erheblich ſtärker, als es Bejoler bei ſeinem Verſuch angenommen und für ausreichend er⸗ achtet hat. enn in Kilogramm berechnen ſich ungefähr 100 140 kg, während das O uantum bei jenem Berſuch nur 62 72 kg betrug.

Entfernung der Drillreihen: Die gewöhnliche Entfernung der Drillreihen iſt 10 12 cm. Mehr als 15 cm zu nehmen, iſt nur auf ſehr kräftigem Lande zuläſſig. Soll aber mit der Hackmaſchine gehackt werden, was ja ſehr zweckmäßig iſt, dann muß die Drillweite 20 cm. betragen; nur iſt auch in dieſem Fall auf ein genügend ſtarkes Ausſaat⸗ quantum bedacht zu nehmen.