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ſich durch ihre Körnererträge entſchieden vor allen anderen Sorten aus⸗ zeichnen, während ſie im Strohertrage allerdings dieſes übergewicht nicht behaupten. Dieſen 4 Sorten auch im Körnerertrage faſt ebenbürtig iſt nur noch Nr. 9:.
Hallets kanadiſcher, der außerdem den Vorzug beſitzt, eine 10 Tage kürzere Vegetationszeit zu haben.
Die übrigen 5 Sorten bleiben im Körnerertrage und dadurch auch im Geldertrage ſoweit hinter den erſtgenannten 5 Sorten zurück, daß man ſie wohl als ungeeignet bezeichnen kann, eine hohe Kultur und ſtarke Düngung entſprechend auszunutzen.
Intereſſant iſt es, die Ertragsfähigkeit des Hafers mit dem Protein⸗ gehalt der Körner zu vergleichen. Die in der Tabelle aufgeführten Zahlen zeigen, daß im allgemeinen diejenigen Sorten, welche ſich als die ertragreichſten erwieſen, den verhältnismäßig niedrigſten Protein⸗ gehalt beſaßen. Es ſind dies die hervorgehobenen Sorten Nr. 2, 4, 6 und 8.
Die Beobachtung:„außergewöhnlich hoher Ertrag und Protein⸗ armut“ iſt übrigens nicht einzeln ſtehend; wir wollen nur ganz kurz auf die längſt bekannte Thatſache hinweiſen, daß die ſo außerordentlich ertragreichen engliſchen Weizenſorten faſt durchweg ſehr arm an Protein zu ſein pflegen.—
Wenn man aber die pro Hektar geerntete Proteinmenge berechnet, ſo ergibt ſich, daß dieſelbe bei den verſchiedenen Haferſorten nicht ſehr erheblich differiert. Eine Ausnahme hiervon machen nur Kylbergs Pedigree, welcher bei einem niedrigen Ertrage gleichzeitig auch einen niedrigen Proteingehalt beſaß, und ferner Hallets kanadiſcher, welcher bei einem mittleren Ertrage den höchſten Proteingehalt aller Haferſorten des vorliegenden Anbauverſuchs aufwies. Wegen dieſes Umſtandes muß Hallet's kanadiſcher mit zu den beſten Sorten gerechnet werden, denn ein guter Futterhafer muß proteinreich ſein. Ich für mein Teil leſe aus den vorliegenden Zahlen das Reſultat, daß Hallet's kanadiſcher es mit den übrigen Sorten vollkommen aufnimmt, denn er lieferte pro Hektar in den Körnern 445,0 kg Protein, während von den anderen Sorten die beſten, nämlich Lüneburger Kley und Probſteier Original nur 384,0 bezw. 371,4 kg Protein pro Hektar in den Körnern erzeugten. Es ſind deshalb die von Beſeler für den Geldwert angeſetzten, hier fortgelaſſenen Zahlen nicht ganz zutreffend, weil für alle Sorten derſelbe Preis pro 100 kg Körner berechnet worden iſt, ohne auf die Qualität, beſonders auf den Proteingehalt der Körner Rückſicht zu nehmen.


