— 289— Beanſprucht guten Lehmboden. Sehr ertragreich. Korn ſchwer, aber etwas dickhülſig.
4. Schottiſcher„Long Fellow“ Hafer. 4 Gleichfalls Züchtung von Patrick Schirreff. Späthafer, in 125 Tagen reifend. Stroh ſehr lang, aber widerſtandsfähig gegen Lager. Ertrag⸗ reich, beſonders an Stroh.
5. Amerikaniſcher Kartoffelhafer. American Potato-Oat. Späthafer, in 130 Tagen reifend. Paßt für reichen Boden.
6. Sibiriſcher Frühhafer..
Sehr früh, in 110 Tagen reifend. Für reichen humoſen Boden, auch für Moorboden geeignet.
. Podoliſcher Hafer. 1 Späthafer, in 135 Tagen reifend. Für mittleren Haferboden paſſend. Korn ziemlich ſchwer, aber dickſchalig.
8. Weißer kanadiſcher Hafer.
Verbeſſerte Form: Halléèt's Pedigree White Canadian-Oat.. Frühhafer, in 120— 124 Tagen reifend. Für rauhes Klima und Torf⸗ und Moorboden beachtenswert; auch auf beſſerem Bodeu gedeihend. Kornertrag hoch; Qualität der Körner wegen des Stickſtoffreichtums vorzüglich.
9. Weißer auſtraliſcher Hafer.
Späthafer. Für reichen humoſen Niederungsboden geeignet.
10. Wittgenſteiner Gebirgshafer. 3 Späthafer. Wenig bekannt, aber empfehlenswert wegen ſeines ſchweren Korns und ſeiner Widerſtandsfähigkeit gegen rauhes Klima bei mäßigen Bodenanſprüchen. Bezugsquelle: A. Nilaſch, Sekretär des landw. Vereins, Berleburg, Weſtfalen.
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II. Fahnenhafer, Avena orientalis. Riſpe zuſammengezogen, nach einer Seite gewendet. Sorten:
11. Weißer engliſcher, oder weißer tartariſcher Fahnenhafer. Späthafer, in 132 Tagen reifend. Auf reichem humoſem Boden ertrag⸗ reich an Korn, namentlich aber an Stroh.
12. Schwarzer tartariſcher Fahnenhafer.
Verbeſſerte Form: Hallet's Pedigree Black Tartarian-Oat. Frühhafer, in 120 Tagen reifend. Nur für reichen humoſen Thon⸗ und Lehmboden geeignet. Hier ſehr ertragreich. Auf Humusboden artet er leicht aus.
13. Weißer ungariſcher Fahnenhafer.
Späthafer, in 125 Tagen reifend. Paßt für reiche, humoſe Böden.
14. Schwarzer u ngariſcher Fahnenhafer. Späthafer, in 125 Tagen reifend. Paßt für reiche Thon⸗ und Lehm⸗, aber auch für Torf⸗ und Moorböden. Qualität des Kornes nicht be⸗ ſonders gut, wie bei allen Fahnenhaferſorten, die ſich im allgemeinen mehr zur Stroh⸗ und Grünfutter⸗, als zur Körnergewinnung eignen. An dieſe Überſicht knüpfen wir einen Auszug aus dem Bericht⸗
8 über Verſuche mit 10 verſchiedenen Haferſorten von O. Beſeler⸗Ander⸗
*) Der vollſtändige Bericht findet ſich in d. Zeitſchrift d. l. Central⸗Vereins d. Provinz Sachſen 1885, Heft 3
Getreidebau. 19


