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beck und M. Märcker⸗Halle a./S., um an einem Beiſpiel zu zeigen, wie derartige vergleichende Anbauverſuche anzuſtellen und zu kon⸗ trolieren ſind..
Der Zweck der Verſuche war, zu ermitteln, welche Haferſorten unter den gegebenen lokalen Verhältniſſen bei ſtarken Stickſtoffgaben am ſicherſten die höchſten Erträge zu liefern vermögen. Es wurden 10 Haferſorten in Vergleich gezogen.
Der zu dem Verſuche ausgewählte Boden iſt ein warmer humoſer Lehmboden 2. und 3. Klaſſe. Derſelbe befindet ſich in bezug auf ſeinen Gehalt an Stallmiſt in einem mittleren Kraftzuſtande. In folge jahre⸗ langer ſtarker Zufuhr von Phosphorſäure haben ſich große Üüberſchüſſe von dieſem Nährſtoff im Boden aufgeſpeichert. Der Acker wird in Nor⸗ folker Fruchtfolge bewirtſchaftet und erhält jedes vierte Jahr eine Stall⸗ miſtdüngung von 24— 30 000 kg pro ha.
Das Verſuchsſtück trug:
im Jahre 1881: Kartoffeln gedüngt mit Stallmiſt 1882: Weizen„„ künſtlichem Dünger „ 1883: Zuckerrüben„ 5 1. Die künſtliche Düngung zum Hafer beſtand pro Hektar aus 300 kg Chiliſalpeter und 100„ Superphosphat, darin 37,5% waſſerlösliche und 5,5% citratlösliche Phosphorſäure*)..
Da eine Umackerung der Rübenſtoppel vor dem Winter nicht mög⸗ lich war, ſo wurde das Verſuchsſtück erſt unmittelbar vor der Beſtellung am 30. März in Angriff genommen, zweimal mit dem Kultivator durch⸗ zogen, mehrere Male geeggt und geringelt. Am 31. März wurde der Hafer gedrillt und darauf der Eggenſchlag mit der Cambridgewalze zu— gewalzt.
Die weitere Kultur beſtand in je einmaligem Hacken mit der Pferde⸗ hacke(Hackmaſchine Fig. 93) und mit der Handhacke.
Die Drillweite betrug 21 cm. Die Einſaat pro Hektar ſchwankte zwiſchen 66 und 72 kg, gewiß ſtark genug für die großkörnigen Sorten und nicht zu ſtark für die kleinkörnigen.
Eine normale Beſtellung und Kultur vereinigte ſich mit außerge⸗ gewöhnlich günſtigem Wetter, ſo daß jede Sorte in dieſem Wettkampf das Beſte aus ſich machen konnte.
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*) Wenn der Boden wirklich, wie Herr Beſeler hervorhebt, einen großen Über⸗ ſchuß an Phosphorſaͤure beſaß, ſo laͤßt ſich die Zufuhr von 43 kg nutzbarer Phos⸗ phorſäure wohl nur durch den in's Auge gefaßten Geſichtspunkt rechtfertigen, einem etwaigen Nachteil der ſehr ſtarken Stickſtoffdungung möglichſt vorzubeugen.


