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Anleitung zum Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage / von Anton Nowacki
Entstehung
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11. Annat⸗Gerſte. 1 Von Gorrie zu Annatcotage, Schottland, zuerſt 1835 gebaut. Gelangte um 1840 nach Deutſchland. Reift in 115 Tagen. Nur für fruchtbare milde Lehm⸗ und Lehmmergelböden geeignet. Leichter und ſchwerer Boden ſagt ihr nicht zu. Näſſe im Frühjahr verträgt ſie, aber nicht eine rauhe Lage. Leidet leicht durch Roſt. Beſſer zu Graupe als zu Malz geeignet.

12. Imperial⸗Gerſte, identiſch mit Jeruſalemer Gerſte.

Für milden, gut kultivierten Lehmboden geeignet. Reift in 110 Tagen.

Verlangt mildes Klima. Gute Braugerſte.

13. Slowakiſche Gerſte.,

Wir machen auf dieſe Sorte beſonders aufmerkſam, weil ſie bei den in

der Provinz Sachſen im Jahre 1885 mit Chevaliexgerſte(Saalgerſte),

Mähriſcher, Däniſcher und Slowakiſcher Gerſte auf 19 Gütern aus⸗

geführten komparativen Anbauverſuchen zwar nicht in der Quantität,

aber in der Qualität den erſten Preis davontrug.

Bemerkung: Die Pfauen⸗oder Fächergerſte, Hordeum zeocrithum,

mit faͤcherförmig ausgebreiteten, abſtehenden Grannen, ſteht den

gewöhnlichen zweizeiligen Gerſten, mit anliegenden Grannen, im

Werte nach.

Nachdem wir im allgemeinen Teil und beſonders auch in der vor⸗ ſtehenden Überſicht der Gerſtenſorten auf die Anforderungen an Klima und Boden hingewieſen und dort auch ſchon über die Stellung in der Fruchtfolge, ſowie über die Beackerung einige Andeutungen gemacht haben, bleibt uns hier noch übrig, zunächſt der

Düngung zu gedenken, welche bei der Gerſte ein Punkt von be⸗ ſonderer Wichtigkeit iſt.

Die Wintergerſte verträgt eine ſtarke Stallmiſtdüngung; bei ihr iſt es ſogar zuläſſig, den Dünger mit der Saat zugleich unterzupflügen.

Anders verhält ſich die Sache bei der Sommergerſte, namentlich wenn dieſelbe als Malzgut dienen ſoll. Bei ihr iſt eine friſche Miſt⸗ düngung nur auf naßkaltem Boden am Platz, im übrigen möglichſt zu vermeiden. Man läßt die Sommergerſte daher gewöhnlich nach gedüngten Hackfrüchten(Rüben oder Kartoffeln) folgen.

Im beſonderen iſt zu bemerken, daß ſtarke Stickſtoffbüngungen zwar den Ertrag und den Proteingehalt der Gerſte erhöhen, aber den Stärke⸗ mehlgehalt herabdrücken und dadurch das Produkt zur Malzbereitung unbrauchbar und wertlos machen, von der Gefahr des Lagerns ganz abgeſehen.

Die Qualität der Braugerſte ſteht in der innigſten Beziehung zum Proteingehalt. Ie ſtärker die Stickſtoffdüngung, deſto ſtickſtoffreicher die Gerſte und deſto ſchlechter als Malzgut.

Bei den Verſuchen in der Provinz Sachſen hat ſich dies evident herausgeſtellt. Wir verweiſen auf den Bericht von Märcker vom